Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1463 (10.3.1923)
- Date
- 1923-03-10
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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loenrv Men, KaimStag Wiener MorgenzeMuns. 10. Mürz lM schuldig erklärt werden. Was Samstag und Sonntag vor «m Rathaus« sich Eignete, kann , nur mit -dem Ausdruck lobest« Entrüstung verzeichnet tverden. Die HokenkreuZKr setzten ich m den.Kypf, daß in der Volkshalle mrr sie schimpfen und ver''"«nden dünsin, daß aber hier mannhafte Avwchr der Jude« und der Tscheche« . Unzulässig sei. Wir Juden haben die Herrschaften allerdings pures anderen belehrt. Wir haben hier gesprochen, wir haben hier protestiert, unsere braven Studenten und Jurrsir haben den Radaichelden bewiesen, daß Pangemachen nicht gilt. Aber jauch die zchntausende Juden aus ganz Wien, welche unserem Rufe folgten, aber durch die Knüppelheiden an dem Besuch der Versammlung gehindert wurden, haben Wunder von Mut gezeigt. Alle Jüdinnen und Juden, .durch Schlagringe und jGummiknüttel verwundet, gaben ketten Klagelant -von sich, sondern beklagten nur das Volk der »Dichter und Denker", das solchen Nachwuchs hat. Indes, mit den .Hakenkreuzlern rechten svir nicht, gegen diese berufsmäßigen Hetzer und Gewalttäter hilft keine Logik! Wir befassen uns mit der Regierung Seipel, i»ie keinen Finger rührt, wenn sich-hier auf . dem Wege von Budapest -nach München und Mour < die schwärzeste Reaktion' preit macht und die empörendste Judenhetze, .die Aufreizung zum jJudenmovdgetrieben wird, -wir befassen uns mit den großdeutschen Mtg^Äom dieser ZWevgng, die beide erwiesmerßnaßen Angehörige von Vereinen sind, welche dem völkischantisamitischen Kampsiusschuß imterstehen. (Zwischenruf GernsiNderat yntermWer). Aber man sicht gleich, wie diese Herren Minister gebaut sind. Kaum gcht man aus sie los, fallen sie' um urd bringen Auslassungen tt.« die Zeitungen, daß sie ja gar keine Antisemiten sind, das mußte man ihnen erst konkret beweisen. Und ich trete den Bviwois an: Vizekanzler Frank ist ein Schädling der Regierung und des Stackes. Das beweist: 1. sein Verhalten auf dem 'Hochschultag, 2. der von ihm geförderte Aumeru^ clausus auf den Hochschulen, 3. seine Raffeverordnung, 4. seine Gesetzesvorlage über Bundesmck Landesbürgeffchast, 5. seine Duldung, ja Förderung der Hakenkreuzlevbewegung durch, seine Tätigkeit bezw. Untätigkeit als Polizeiminister. Justizminister Weber ist ein Fluch dieser Regierung und der Republik, in welcher dieser Bock zum — RechtÄhüter bestellt ist. Das beweist: 1. seine antsemitische Optionspraxis, - ■9. ferne erwiesene amtliche Förderung der Frontkämpfer, siehe Hausfriedensbrüche, 3. die Beeinstuffung der ihm unterftcherden Stacksanwaltschaften, trotz polizeilicher Anzeige - Hetzlokcke und Hetzschriften rächt zu verbieten und die Verfasser nicht anzuklagen. (Zwischenruf Gemeinderat An-geli), 4. seine hetzerische VerfamnÄungstätigkett während der Mmisterschast, 6. seine zugestaudeNe „Abba-utätigkoit" bei jüdischen Beamten. Jetzt., bin ich, Wie ich.glmche, schr deutlich geworden- Mehr Antisemitismus in der Amtsführung braucht nismand zu beweisin. l^as ist für den Bedarf Ltzstervoichs ein -bißcherr -zu -diel! (Zwischenruf rechts). Deshalb sogen wir den Parieren neuerdings, was wir -beim Eintritt in diesen Saal gewbt haben: Wir wollen Verständigung von Bott zu Volk: Achtung für unsere Vorzugs, Aussprache Wer m.sere Mar^eb' RoÄcmpMrk -werden wir uns wicht gMken laffen. Wir hckten es durchaus für möglich, uns mit dm EhvifMchsoMlen im politischen -Kampf auseinandevzusitzen, aber die Frechheiten eines Jerzabek lasten wir uns nicht Whig kneten/ Es ' ist auch nicht «Ätze- -schlossen- -mit den. GvoHdentschen einen , ehrlichen politischen Kampf zu führen^ aber von Straßenräubern und Meuchelmördern losten wir uns nicht terwrisieren! (Zwischenruf des Gomeinderat Kunschak). -Der Pharaonische BeM4chtungÄa.mps ist — das Wunen .si: aus der Mischen Geschichte lernen — eine U-nmötzlichM. Je mehr Kinder Pharao ertränkte, desto Kchlveiicher Wuchsen -ne nach. (Lebhafte Heiterkeit.) Je mehr ^lden die JnguWllMiverbrannte, d'sto fester schlossen sich die Neberlieibenden an ihr Volk; je mehr Sie »ns pnigeln, desto einiger werken wir und je mehr Hochschulen Sie uns schließen. desto größer wird ucheve Kultur und unsere Bildung werden." Denn marken Sie sich: wir sind das Volk 'brr Bibel! Ansere Kinder hyben das größte .Werk der Weltliteratur gÄcsen', als Ihre Vorfahren noch nicht einmal die Runenschrift - kannten.' (Lebhafter ' Beifall Zwischenrufe des GamViuderates Krtnischak.) Und merkt denn dieser deutsche Schack gyr nicht, Me verhänigmsvoll der Inhalt des A-ntisenMsmus ist? Antisemitismus und Anttdentschtum werden mit denselben SchlMvorten gemacht. Aas deWkbe»?Gvünden schreit man Per: "Jud" urLdort ,Dochte", hier vom Rit-uaLrnord und dort von den abgeschMteuen Kmdsohändett und so weiter miit Grazie! NuL ein tUntterfchied besteht: Wir Juden ertragen die Medertvacht der WM sii-tZwei Jahrtausenden, die Deutschen sevt 1S18, die Deutschen sind gÄvöhnt, den Juden Unrecht zu tun, aber nicht Unrecht leiden, wir Jrrden Nber haben schon so Viel GermÄchM vkvfo Tücke Werstanden, wir werden auch die edlen K. H. Wolf, Frank, WaAer und Ssipel überleben! (BMrü.) Se'öbftverstäMiich werden. wa-r auch. die Lügen dier „Deutschösterveichischen TagechMMg" evtvageN mck dkv . Bert-ufchuntzen der „Neuen Freien Presse", des Wichtigsten von Juden geschriebenen AMisemttLuKVckches. Dieses vom jüdischen WrkceiS gehaltene WM, das ^rthy-Ungavn fördert, hck bisher ke-nverlör ernste Abwehr-. tätMrt gsgm, HaEenLreuAer und FronMmpfer mr-terinommen. Erst nach der jüdischen 'VersammAmg hck Herr Be-nÄM die- Sprache, gewonnen und gegen bi« Störung dev — tschechischen VersckmMlntz einen Leitavt-ckel losgebafsin. (Fustimmung links.) Unsi-r Kampf wird nicht allein gegen Me Regierung und ihre HaKenkmAer, fordern auch gegen die. jüdische und christliche SsWHranMroffe äsIM wrib-ilptc.,feigen Nicht Metzt ober . kämPisin'M^ gegen, sine Wischvn Industriellen, welche durch'ihre .. DÄtragr an de» Houptverband der Industrie 'Echt He,HMW.hveF ^HvWl«r.. »W, den MHLMten DentsHi KMu^MLsinperbond' Mlsipschtzen.- Hstockilscher Weifall^ Unks.) Ww wechen niHt^rOen, bis zum Epfoly. Sie sehen schon, wsisich ^ie HenvenMaber, Frank nmd. Gonoijisin dagegen vertviahven, sie Aintislem-iten sind, eS,;soll nns nicht Wundern, wenn in isi» nächsten Tagen Herr SÄPÄ. aus einem SmMs ein PcmliuS wird. Herr Seipel, dem auch der Gegner staatsmännische-B>egabuürg nicht absprechen kann, sicht die große Gefahr »ich. wird.. versuchen, mit der . großen Dementierspritze ansßufahren. Herr S.'iipel u-nd die Reyiepung sollen zur. Kenntnis nehmen: , Wir Juden sind gute Oesterreicher «lmid jederzeit bereit, diesAN Staat' zu helisin, wie wir nur können. Die Herrschaften dürfen aber nicht glauben, -daß wir wegen Ocstrerveichs Kveditnot ewig schweigen werden. Unser Patr-iotismus hat eine Grenze, sie liegt in uttseven Mischen Interessen und unserer Menschenilvurde. Auf Kosten unserer Menschenwürde und - unserer bürgerlichen M-ichbevechtigunig wird Herr SeipÄ sein Samerungsprograman für das christliche, deutsche bodenständige Volk. Oosteveichs nicht machen. Wienschensagden, Knüppecherr-schaf-t, Hakenkveiugjustitz, FrontkÄnpsirrlcheiit lasse» wir uns nicht weiter gefallen, die Poltt-ik des Numevlrs Hiusus trnd des' .' . '1 ' . . Vchfasfungsbruches hulden wir «temÄs. Wer in diesem Stacke gut. gesinnt ist, wird uns begreifen und ims ^helfen. Damit hilft er nicht bloß, den Juden, sondern dem Stacke und dqs darf kein , guter Oesterveicher vergessen. (LÄhafter Beifall.) . Sodckm 'führte GMvi-ndemt Knnschak (christlichsogM) aus: Den Begriff. ,Fiass>e" hck nicht der Vizekanzler Dr. Frank eingeftchrt, sondern der Friedensvertrag von St.-Gevmaiin, wo von „Rasse und Sprache" die Rede ist und.wo es heißt, daß bestlimmte Zlrrspvüche . der Dömvritäten arnter dem Mel „Raste" «Mt werden nmsten- Jch .hLkA von Dr. Pliaschkes weit eher erwartet, daß er diesem Vorgang des Vtzchrnzlers zustimM. Es soll, eben erstrscht werden, wieviel Deutsche, Tschechen und' AudeniM -'OtzsteÄich' leben^ «und da 'genügt das ReWonsbekenntnäs allein nicht. (GüyrÄnderat Beermamr: Sehr richtiig! Siche Dr. Kienböck nach Dr. Grünberger!) Cs gibt Judelr, die Lomfeff-ionÄos sind, die aber in ihvein ganzen' Gefühlsleben Juden gebWben uivd die der MeLmmig sind, daß die Zugchövigkeit zum. Mischen VoAe nicht 4üe Zngehöriiigköit zur Mffchp» R-eWon bedeutet. Die Frage nach der Rasse in der Bvilkstzählung äst also nicht pndeves als die loMche AuswirAmg dw MedensvektragsMAmlAngen^ y' Be^ügMH der Mischen Per^ smnwbung am letzten Samstag muß. ich svWn^ däß. es nckürliich M Recht der Juden ist, Versammlungen obzuhMen, und daß die, die anderer Anschmyrng sipd, diesen StcmdpiuM .auf wndeve WMe jfax Geltung hvirchen köNMN, als durch Versuche, Äi«se Bersämmilamy' zu sprengen Messt StürluniBÄNHuch ist durchaus dervinFelie Erscheinung. Wenn einzelne Juden überMeu Änd zar Boden gewotlsin wurden^.: so ist dasgewiß M uwwüwbitzrs Vorgche n und i ch werde es vemrteUw, ob Mr ßvkenkreWler o^ EhrMichsDüie. .die Angreifer sinh, weil eS Nicht von^ondevem-ALut zeLgt, wem eine Menge über eiönen ÄNzÄntzn Menschen herfällt. Man darf im Zusamimerchcmg mkt solchen Ausschrei-dungen jedoch nicht J« weit gehen, die RögrevMg und den BizÄkan^er anzuklagen, daß sie diese Be--, weguny gewistermlaßen protegiert. Wenn em VeHammlliu-ngsfchutz beanfpmcht wird, müssin auch die Provokationen aufhören, und die Emberu.sun.g der Versammlung am' Samstag war eine Provokckion. (Lebhafte Zustimmung bei den Ckhckst tichsoMen.) Sogar Juden haben es mir gesagt. Gsmeindevat Dr./Plafchkes: Die sich bei 'Ihnen gm-- schmeicheln wollten! GemÄinde-vat Kunschak: IN Wien gilbt es mben dem bewußten.Antffemittsmüs der Parteien Men tnstt-nktiven AntGsmMsMus. Der irfftinkffve AntisenMsimiuS hat Me vn-. gehenre NeLgiMg .zur Explosion. Er ist eine MrMhe Geßchr M die Inden und an^, wenn Sie wollen^ für die' Würlde Md das Mchen Wiens.. . Der Redner beschäftigt sich dam mitt der Frage der Auf-, mchme so vieler Juden -in den Het-mvtsvörband der Stadt Wvm, der in einer Zeit des Mnds und. der Wlchniungsnck der -bodeifftLMgen Bevölkerung Unwillen und Empömng errege, und man dürfe sich nicht -wundern, daß der AMsemMsmiuS Smmer mehr Me N-etMNg zur Gewalt bekomims. Gemomderat Dr.. Schwanz-Heller (Deimvkvck): Ich gehöre, nicht der jüdischnwÜiorMen Partei an, We die Bevsammidckg am Samstc^ .vevanstcktot hck.. Wer ich war seillbst Augenzeuge, wie sich ö0 bis 00 Leute auf Frauen gestürzt haben, und es M gewiß furchtbar traurig, daß, wenn heute Än Ruhrgelbiet die französischen OMziere die Fvckren Mt' der Peitsche de handeln, sie sagenkönnen: Das ist eure deutsche' Kultur! Das Wort ,^oche" wird das Wart „Jud" noch überdauern; eS Mt Ä: der WÄtgeMchte. schMbar eine Art Nemesis, und fo f-chr 4 r# wtCtlöf es uns nahegcht, .chie man jetzt in Deutschland M DoK — wenn man -am Samstag "gesehen hat, wie sich dü«e dmös>. Heiden nicht geschämt hcHn> Fraueü zu pr^ün, dann , dürfe»! wir gar nicht itdbctt Mer da-, was im Mhrgebiet gefchdM i Lebhafte ZwW'eiWst.) ' ES^ ist eine Schmach »M M Schanidy, daß.so etwas,- in Wien.porkourmen hmn. (ZiwWmtff.W M.-r ChvisMchsvzjivlen: ..deptzMgen das, Ms im Mchvgchiöt ' sKicht! — Utt^rienn^ . Gememderqt Dr. Ehrlich: Herr Abgeordneter Kuuschäk ist als Verteidiger des Herrn Vizekanzlvr^rcnck mrfgetreten, tvobei ihm jedoch zwei Versehen unterlaufen sind. Daß er den Begriff Rasse, wie er im Friedensvertrag augewettdet ist, scksch interpretiert hat, ist bereits von dem Vorredner ausgefühtt Worden. Aber auch seine Behauptung, daß der Mirüster Frank durch den Friedensvertrag geradezu gezwungen war, bei der Volkszählung nach der Raffe zu fragen, ist unrichtig, denn die- . fer Antrag ist von Urs in und Jerzabek gestellt worden^/ und wurde von Frank zunächst als unausführbar erklärt, j •: Später ist er jedoch dem Terror des dentschvölkischen Kämpft!, ausschuffes gewichen. Abgeordneter Kunschak hat die Verhältniffe so geschildert, als. ob es vor dem Jahre 1914 in Wien lct«j nen Antisemitisnuls gegeben hätte. Es genügt aber, daran zu- - erinnern, daß i>er größte Führer der Christlichsozialeu in derj Volkshalle des Rathauses schon lange vor 1914 den Wiener^ Juden gedroht hat, er werde mit ihnen russisch sprechen, d. h.j . einen Pogrom in Wien veranstalten. Herr Kunschak hat vom einem bewußten Antisemitismus der intellektuellen Kreise-, und von dem.instinktiven Aniisemitrsmus der-. Massen gesprochen. Eine solche instinktive Mueigung ist zwei-. , sellos vorhanden, abev sie soll nicht durch Hetze erhöht, sondern^. von den Männern, die in verantwoMcher Stellung sinh, he-lkämpft werden. Eine solche instinktive Abneigung ist auch anderen Minoritäten gegenüber feststellbar. Man müffe sich da beispielsweie an den Ku-Klux-Klan erinnern, der in Amerika auch Katholiken nur wegen ihrer Zugchörigkeit zu ihrem Glauben gemordet hat. Bei uns geschieht nichts, um der Hetze entgegenzutreten, sie. wird im Gegenteil von einigen Mitgliedem der Regierung gefördert. Minister Waber hat bestritten, daß er an dieser Hetze aktiven Aptell genommen hat. Aber gerade zur Zeit des Frontkämpfertages, als die Wellen des Haffes besonders hoch gingen, wurde in Währing durch unzählige Plakate in der üblichen demagogischen Aufmachung und ckit den üblichen verhetzenden Schlagworten zUm Besuch einer Versammlung eiugeladen, in welcher Justizmini ster Waber als Redner ausgetreten ist. Er sprach übw den Kampf gegen die Herxschaft da-s Inderckmms. Soviel mir bekannt ist, besteht unsere gegenwärtige Regierung, ausschließlich aus antisemitischen Parteigängern und es gehört ein.großes Stück De.magogre dazu, unter solchen Ber« haltniffen von einer jüdischen Herrschaft zn sprechen- Am selbes , Wend ist Wer der großdeutsche Minister Fmn^ zum Ball, dep - Concordia, also einepr ausgesprochenen Jirdenball gegangen,! - und hat dort Mer die deutsche. Einigkeit gesprochen. So. wfth!- also einerseits das Volk, in welchem der vo» Herrn, Kunschak > so genannte instinktive Antisemitismus latent ist, von, dich!»', Männern, die W verasttwr^Mchen SMmrgen sind, aufgchetzt,>' dabei^^.treiben mese Männer aber mit diesem Antisemitismus; , einen frechem.Sch Wind el und benutzen ihn als Mittel züp Erreichung gan-z anderer Ziele. Bei einigem guten.Wrl-ilen ist es aber gar nicht schwer, der antisemitischen Hetze entgegenzutreten. Man darf sie aber nicht nähren, wie dies bei-! spielsweisi auf den' Wiener 'Hochschulen geschicht^ Da ist ^die; Ischacho-slowakische Regierung der Hetze der Prager dentschvölkischen Studenten ganz andersentgegengetreten, hatdie Resignation - 8es Rektors Steülhei.'z nicht pt Kermbniis genommen und hat eMvvt, daß sie dem! Tevbor der druffchvöNbschen St-uidenteU Nicht nachgeiben werde.^ Ich muß dies anerkenUend hervorheiben und möchtemrr wünschen, daß sich die ostenpeWsche RegierN-ng daran ein Wifpi-eil, nehme. Herr Kunlschak hat ge-maint, daß es «in Recht dev Inden! sei, VerisamnÄunigen ObIuhaNen, hck aber MchtsdsftowenilMr! dis große Mifche- Prot-estversammlung als Provokativn Be«; zdichn-et. Wir Jiuden sind durch Wochen und Monate m 'iuft' gäWgen Plakaten, Bersom-Mkugen und MMoneU'von FMg-i MM in der nirederträchügsten Weise befudelt und boschi-mpft! worden und wir-wären wirklich der ehrlose Haufen, als der wir vom dsyffchvMifchen 'Kampfansichn-ß h-ingchellt we-ödeir, wenn Wvr diefe Beschimpfungen vührg hmnchmen Würden. Mr werden uns dies auch in ZMmft nicht gefallen 'lassen und Wvr werden Wetter auf jeden Schimpf dae gMhrende Antwort gchen. . .! ' - Wir werden niemals den Standpunkt des Herrn Kunschak akzeptieren, daß er hier in OesterrM die Rolle des Hans-! herm hat und wir gewifsivmaßen Gäste sind. Dieisi Unterfcheft düng ist in «linsm fwien Staate nnAüläffig, wir wollen weder! Hausherren'noch Gäste, wohl aber gl-öichbvvech-t-igt-e Bmigerj sM. Jhver Hetze werden wir j-ederzeit in' der weitesten Oofsent-; llchkert eckgegentveten, wobei wir uns nicht dämm kümmern! werden, ob Ihnen unsere Abweihr g-efäU oder nicht. Merck; Sie Ruhe, Ordnung nick Frieden in diesem GemeirÄvesen halbeni wollen, werden Sie uns stets' an Ihrer Seite finden. Wennj- Sie Äber die Hetze forts-etzen wollen, werden Sie rms stets zrckr! enffchliedemn Kcknpf bewit finden. (Lebhafter Beiifall.) ' - Rach' der Rede Pr. EhrlW hatte Stadtrat Nicht e r. das Schlußwort, worauf der Antrag a ngenomm.enj wrwde. . Hierauf erstattete MMürgövmersker Gmmerliwgdas Nefevat über neue Investitionen ans der Straßenbahn-! aus welchen'4vir -hevvocheben, daß im Zuge der Engerch-'! straße eine Straßenbahnlinie ° -nach dev Krieau echaut wird,; welche unmittelbar vor dem Hakoa'hsport^ P l a .tz . MenWer dem heutigen Mtofsimdstlatz.in einer Schleife enden wivd. - VGA WM 9 W W MMy. " SMlBM'Mfillll •; "!*.. wyg-*x-t"--