Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1463 (10.3.1923)
- Date
- 1923-03-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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EinzelntumnerKlüOO Wien: Zum Abholen in der»tf Expedition, 0., Täb ox&\r. 1 -3, * oder hi einer Verschleisstelle s (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Postvbrsand fürWien u. Otesterr. monatl. K 28.000 V iTdchecho-SIowafeii: Mon. K17. Ungarn: Mon, K 600. Jugoslawien: Mon. Dinar 35.. P. o 1 e n •, Mon. Mk-8000. Deutschland: Mon. Mark5000. Frankr., Belgien: Monatl. : Frcs. 8 r Nachzahlungen *V8 PreiserhohünyetT ' Vorbehalten . cnsnssBi 1463 Tschecho •Slowaltel; Ischficb. K Italien: Monatl; 10 Lire Ru män.i e.n, Bülgärieh Monatl. 60 Lei bezw, Lewa, Sehwe vz und das übrige' Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion U. Administr: tio'l Wien, II., Taborstrasse 1 -J-3 Telephone: 44-0-38,48-3’l9v ab 6 Uhr abds. 19-483,16-301! Tel.-Adr.:1Morgcnzeitung,‘ Wien . O österreichisches Fostspru--? hassen - Konto Nr.. 150.693 . la. Mrr 1923 i e tt, 10. Mnrz. Die Münchener Polizei ' hat ein Nest von Ver-! schwö r er n au s geh ob e n, deren Plan ein Putsch zum ^Zweck der LoSreißung Bayerns vom Reich, und dessen!Vereinigung mit den österreichischen Alpenländern zu deiner Wittelsbachschen Monarchie war. . Hinter dem Man stand, wiet bei allen, derartigen.Dingen in Atittelieuropa, französisches Geld. Die Häupter des bayrischen iFaszismus erscheinen einigermaßen ' kompromittiert. Zwar hat die Polizei das Bestreben, die ganze Affäre M'eine ‘Phantasterei hinzustellen. Aber einer' der Beridächügen hat inzwischen,Selbstmord begangen und Herr ivon Kahr hat die Leitung des nationaüsti'schen Bep ' lhandes ' niederlegen müssen. Dieser. Herb von Kahr, iwelcher nach der. Ermordung'' Mrt Eisners Prä-, -sident der bayrischen OpdnungszeÜe und spater drrrch eine Palastrevolution der Bölkspartei gestiirzt worden war, ist einer' der Vertrauten Ltldendorffs und gehört szu dem Zirkel/der seit deni'mißglückten ' Kapp-Putsch' die. Gegenrevolution vorbereitet. Da sich im Laufe der sZeit infolge des Treibens der Ehrhardt-, Rosebach- und Baltikum-Leute in Nord- und Miiteldeutschlarw eine ^gewisse Ablehnung dieser wilden Methoden zeigte, beischränkten sich die Helden ans Bat)ern, ohne aber ihre ' Absichten aufzugeben. Sie. griffen vielmehr'' von ihrem jKonzentrationspunkt sehr - weit aus '... ünd / traten mit allen Elementen in Fühlung, s.die 'das','' gegenwärtige . ^mitteleuropäische System stirrzen wollen. So wurde mit den Erwachenden und den Skythen ' in. Ungarn, mii den , kroatischen' Föderalisten, mit den Diener.Großdeutschen!ustd Legittmksten, nnt den Angora-Türken und sogar imit den Bolschewiken. die Verbindung , ausgenommen und einöas M.MÄffKeU*a f?V: Da Me'jede isiW überschlägt ujch in Hrer^WÄHlÄM zür/'Kyrjmptton greift,)sokommt'auch' stir.' sie 'die' Stunde,' wv Ke der Korruption nicht. Hein/.wH/sön^rn sich'M'-^!zu höherem Zweck natürlich -/-.ergibt? Die französische!Drplomatie sah den lockenden Brcsten und bemächtigte!sich seiner sehr bald. Es stimmb zu ihren Zielen, wenn di^ Radikalen die-Judenrepublik sprengen wollen. Ihr «kommt es-zu'statten, wenn möglichst .viel' Radau - gemacht und die Politik der'Vernunft von dem Geheul der Straße eingeschüchtect wird. Darum hat sie für alle Bestrebungen eine offene Hand, die aus die Wacyrufung von Exzessen hinauslansen. Es war beiden geholfen. Die Nattonalsozialisten und - ihr . ganzer Anhang brauchten Geld, und das hatten die Franzosen; die Franzosen brauchten Unruhen, urw das besorgen die. jNattonalsozialisten. - - - j Mau muß es den Rechtsbolschewikenin Deutsch" land zugestehen, daß sie den aus sieentfallenden Teil der Arbeit nach bestem Gewissen besorgen. Die deutsche Politik steht vollständig unter ihrem Terror und-ihre fortgesetzten Drohungen halten tatsächlich die deutsche Neichsregieriing, die nicht von Cuno, sondern \ion .Helsjsevich geleitet wird, davon ab, mich , nur den geringsten ° ßiositivelr Schritt zur Klärung der -Rdpävätronsftage zu tun. Die letzte Rede des Reichskanzlers und die Debatte, die sich an seine Allsführungen knüpfte, bewegten sich restlos in den Gefilden des Pastiven Widerstandes gegen Frankreich, der heute sogar als. ein' Kampf des demokratischen Geistes gegen den Militarismus gepriesen jwird. Deutschland ist einig in der Verurteilung der französischen Greuel und in dem Entschluß, zu warten,! Aber Frankreich wartet nicht. Es schiebt seine Okkupationstruppen immer weiter vor. Es wird schon von der Besetzung Münchens gesprochen. Der Patriotismus der süddeutschen Industrie wird mit dem Versprechen besänftigt, Rtchrkohlesür die bayrischen Fabriken in ausreichendem Maße zur Verfiigung zu stellen und so der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. .Allerdings wäre noch.das Hindernis, des bayrischen. .Landtages, zu. überwinden. Dafür sind eben die auf das Hakenkreuz ringe-, schwöre nen' 'Propagartidisten der Tat auf dem' Posten. Große ■ Pläne reifen bei ihnen. Es geht nickst bloß gegen die Inden, , sondern auch gegen die Protestanten. Es soll. Mit französischer Hilfe und, mit französischen Waffen eine katholische Monarchie errichtet.werden,-die das-Ge-' gengelvicht gegen, das protestmltische, Pvvddentschland dapstellen würde..Das Gelingen'-dieses'Waues für lange Jahrzehnte hinaus Deutschlandzu 'jeder Witischcn Aktion unfähig machen und t^r - stärksten . Mlitürmacht der Wtt, Ftankireich, das PerrUn' st'ir . chre weiteren Ziele ebnen, an deren Ende dis Msdervinguna EnalstM Üch.t^ Bü dape ft, S.'ÄiDz. ,(Tel. d. „Wiener Morgenzeitung":) Allgetnein wirb behauptet, daß die Entente die Ougärifche Regierung des öfteren wissen ließ,Idaß die Person eines prorninenten SolbatenI als Reichsverweser an der Spitze des Staates zu verschiedenen Mißverständnissen Anlaß zu geben geeignet sei ünd daß es daher ach ezeigt wäre, au Stelle Nikolaus v. Horthys e nen anderen Reichsverweser einzusetzen. Me Negierung verhält sich gegenüber Hiesem Wunsche der Entente nicht.» b l c| n e n d, zumal diese diplomatische Art hör WrLserNung des extrem rechts orientierten SHatsoberhauPtes.. die bequemste Lösung der ohnedies unhältbaren Lage wäre. Die Reisch des Grasen Albert APPonhinach SpHien - zNr Exkaiserin Zita wird auch mit dieser Angelegenheit in Zusammenhang gebracht. An die Sic5ls -H 0 r.1 h h s | o l t N ä sir l ich G r a s l p« p öN y t a-ls Re rchsivetw e ser tre tc tu APPonyi wäre geneigt, diese Würde zu bekleiden, doch wünschte er sich vorher mit der Exkaiserin in Verbindung zu setzen und diese zu versichern, daß er auch als Neichsverweser bei seiner l e g i t i m i st i s ch e n' Auffassung verharren und dem Kronprinzen Otto Len Weg zum u n ga t i sch e n Thron ebnen werde. In Politischen Kreisen bringt man das Abflauen der reaktionären Betätigung der Negierung mit diesem bevor stehenden Wechsel in' der-Person - des Reichsverwesers in Zusammenhang. -Die Regierung weicht.eben vom rechtsradikalen Kurse Hortlchs. gegen die g-e m ä ß i g t e r e k'o n'se rv a t i ve Ri ch t ung Ap Pony is ab.,. Ein- Resevat des - StadtrateZ- -3^ i-ch t e'r -wdgtzn, Bewilllgüng vö»:-M'-'MiMoM^-K^nch '.für die. Kosten' zur . DüeMuhAmS - Bblk^hluM'-'^-ivar - m-’ der gestrigen 4«§ 'Wiener- Geiwrrnd^MKnlgtzzu. einergroßen -J-udELM a § be/ Aü '^xsE'8tz^Jv<lvetz i es naUKH - . rv' 1,die'Huden^tze,;A.; ( in Wien MMken/ Besonders dl^iUÜtzMruipgenineinderäkeZ^ Dr. Plnschkes,' welche düs Mmnlösri Vorgehen des. k^lsisch-chstisDMkiWn'.' WnpfauSschtzW und'-bieiHaltüng der Regieximg WrIWen,yWL. WU - Mchrng." ^in Teil der/EhtMWzWn '.Mddie-/ paar Pettrtter' der KeÄschnüttoMest,'.krÄKn.stwr sich.^ förmlich /. unter. .diesen GeiMhiebe.n,. während Vdke ^Tschechen', ünp di^ SchiÄdemöttäien h8-ysigMit''.sMMffchchr-MiM.^MmDen^ - ' Die. MssÄstmngew Dr.iPlaWes. hätten natürstch bei best, EMstlichsoz'lalörp und 'ÄAitschnayottalen große ^Lärmszenen ausgelöst.. .. ' ' ^»roßen^Gturni'dWsselse. Dr.>Schv-arz-Hiller^als.er sagte, die. Menchr' HÜkenkxchKer dürfest,',srch^ nicht wundern, -daß die Franzosen^ im Mhrgebiet. mit.!weh.rlostzn. deutschen Männern und Früuen sö schäMich umgehen, -wenn die Wiener Hcrkenkreuzler, wie er es'-am'Samstag spW geschen, wehrlose jüdische Frmmr an den Haaren geschleift und verprügett haben. '' -' ' ' : Genrerndsvat Dr. Ehrlich befaßte sich mit der Er- .nnderrmg ' aus die ' idomägagischen Ausführungen des. Gememderates Künschak mrd ' nmchte großen Eindruck durch seine: entschi-odene Art,. in: welcher: er' die Fortsetzung - des Kampfes gegen kit Rada-uantisemitismus irr. Aussicht stellte.. Nachstehend,' per Vevlaus' 'der' Sitzung.; ‘, Nach dem Referat des Stahtrates. Richter ergrttft ' - Gerneiudcrat Dr. Plaschkes ' das Wort uüd Mit <ms: J,n svirdmr Buch' ,/Dasfriedliche Europa" fragt--der üal'ien-rsch.e Minister ssinndesco ist für den Frieden Mn nötigsten?" - ^Ein eiryvges ist iwüiig:' Gltropa -muß läMn , Mcnn das' wahr' P, dan-n HÄ das arme, Keine' Oeisterrüch Europa :: MMch genvachtiDÄn- Guvopa -lacht! Lacht' über' Oesterreich, lacht War same Melgvevu-ng, .' liachf mZbesoMrie über den ' igwtzdMbschen BiKL-, kanAer'-'M- -JnMimÄnister, der sich- -von: JerzaAk midWiw . m cine/euLdiM^ Pmi»dvLugen Keß. WvWeMis- >des -MnreüMeVrdes lln-ter-mülleri) Nichts! anideres', -beboutet. di-e- -B-erorvrmng, i-m BMAMylu-ngsUatt' auch' die.'. Rasse' cnWgeben, Än' DirbWall.'der- PerijiöMchM,.. wöriilber jejde 'sichÄe:^cst-. stellungTMKWvit fehlt. - Ganze- H-ochgebivge von- -wiffenischaWchen Muhen > smd Wer. 'bie Raffenista-ge seÄ^Johchu-nlder-- : ttn göslchMbe'n/ wovden und . je länger gestritten wüb/ desto nmnöglicher stmch die'Faffung einer, cuveMrmten .Raffen-- dafä-m^Ml., Doch daraus -kochM- -es< böm^schyosen.:'.HörM.Btzk-' kaWer-Frünk'nicht an.-Gr will' m^ ' j i *' Fottschüng ftüdenstscher Bierbankpolitik . /. Mjßn, ^'.wersW-er u-nid wer.Se>ini-t..fft.unld ganz, eiuisach.'die - Juden trsjffen. Wir Juden halben'keinen''Anlaß, den hübschen . McWen des. ^xlcwÄ MssüwMeo. Wr ÜiM KchWe ist -es,- das;, dieser, Staat in ft'mer en-tsotzl-ichen No: nichts cuchcres treibtals eine ■ - , Politik d^r Verhöhnung und des. Hasses gpgeEer drü -Juden, -veritzräM^du'-vch öde '.Späffe. . Beifall.) ' - T: Natürli4''hat' 'tü-eiser Op-aß Wrch sci-ne bt-tter-sinste"-Selbe. Ist: ii: doch 'bia'iGvu«MgW^M.^oGevU!Ntz der RNoten-inchchner Sdsnten'MzügÄch'deä'',i ' . . Nucherus claustrs gsi den Hochschule».. < . Auf - beim Hochsch-nllag hat der . Vertreter - unserer Re» - g-teMg, > derselbe: Hr.' FMck,- den -M-t - enteilt,- --den NümeouS clcruifusdirrch KiMidmachnngettün Rahmen . der.Hochschn-l« aut-onomie' eiuzuMhren - und.-slngs ist ihm . .das Pwstssoren- -kalle-gium der techm-scherr Hochschule MchgofoHt. '.-.:G-egen die . SersaMugAgesetze, gegen Me Wbote der Klugheit, > gegen die I-ut-eressen dieses Staates, handelt die Hochschule,- wblche solche Streiche nmcht. Daß sievom .Unt-Mmchtsnüiniister, belH.vt' wird, , -ist.siIIbstwrstaM.ich; -daß si-e dann erk-lären -muß, esseien vor» lä-ufig die Inländer, nicht gamein-t, -ist 'bcherchnend. -Wer eine andere tEvige Seite . hat diese Sache. Der. Rektor Diener erklärte .letzthin,-die Völker Ostsu-rvpas.stü-niden kM-rwell nn-ter uns -nnb -demnach:.In Polen.und Rnnnini-N haben. die zuständigen B-chörden.-dip. FordeM-ng nach .dem NumeMs clansns gl-aü - ahgewiesen.. Zur Schmche -der Wiener Hoch schulen,, und .des. B-itzÄanzlerS Frank zitieresich, den .Erlaß - des-, akademischen Senates der.-Äukarester-Universität:- „Ter Senat P -bereit, drü Unive-rst-terit für .sämWche-Histirr,- ohne U-nterschi-ed, der Raffe und der Konifes-si-on,- w'hcider zneröffnen. - Die'nk schlechtem Late-in Rmuerns cla-usns-getainste Ge-weMNg' ' steht dxr Seele des mmänischen Volkes.öberrso ferne, wie den Trad'tiorren der, Mivevsitäten aller. güb-llldeten.Völker. Ter Numerus clausus ist aus Budapest über die Grenze 'gchchmn-g-- gelt worden, wo der geävesene ungarische Unterrichts-ninister -Stephan' Haller im September 1920 ein gteichivam-iges Gesetz Ksschaffen hÄ. An. einer UniverMt, . die sich -ihrer Würde und ihrer kuHurellen Mission, bewußt ist, gibt, es kei-uen Numerus; Müsus. Sollte ein Teil d-eri Schuideuten die Vorlesungen an der- AMyrMt - den-üoch weiter' so^ wwd' 'Äe Uwwersi-tät für lstGs Jahr endgWig tgöschlossen iverden. Die 'llMersi-kaieir tzürsen-Mcht zu Brntstätteü des' Haffes, werden, sie' müssen wie in der Berga-nVsnlMmich ül der Zukunft hie-BvvnnpimAe der A-mnkherungsVeisirebrmgen. -zwischen den Völkern mch' des Fort- ' schrÄtes der Wissenschaft sein, .werm sie' ihre Existenz rechtfertigen wollen." -. ■ Ich halbe durchaus 'nicht die 2Wcht,' diesen Erlaß;-n - kANNlentierrm oder :ü-i:,dem.Wen>er EMß zu. ..vergleichen^ das wird Cuvopä i.-ttkr' mt&' ttflämi: '.: Mrmä-mvn. ist llnvccht 'ge-. . schehen; gegenüber OestcriM) M es noch immer om Kullur- : staat. (Stüvmffcher'Beifall.Mvischenrüst rechts.) ' .Kur^ Herr Dr.. Fr-Mtlk' will, durch -die Volkszählung seine -0-PrMnt begnrneu! .Aber» .er will'auch den-Hakenkreuzlern , Mer Parteien zeigen, daß etwas geschieht ün Oestevrvich.. Die ' HccheyEreqzler -Mssew'HvL--.-Opfers haben-:' die-Juden.- Die jüdische Gemeinschaft P stets-der. Blitzableiter, der'Lückenbnßet, der für'all Not. verchrttdoEch-, genracht wird. Wir müssen'das' fürchterliche Zeichen der Judenirot mrsmerzen, daß die Juden,' ■ muwdlos in alle -Voraär.a.L'der Weltpolit-ik bin-tlNErri und küie!