Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1462 (9.3.1923)
- Date
- 1923-03-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mener MorsertzrUttris. s. Mrz is23 sw. Ul» i ,Mett, Freitag SJortum in feine» Heim. Dr. Naham Glvufchz, ein intim« Freund NockouS, veooffmÜicht Ermnerungen an den Verstorbenen. dem« wir die uachMgonde SchAdevung entnehmen. Rvvdau- Frau entstammt einer geachteten FamiLie in bknemmck, müttervicherseits aber leitet sie.ihre Herkunft auS Ftcrlion ab. In früher Jugend war sie nach Parts gekommen. Ne besitzt hohe Bildung, beherrscht einige Gpvachen in Wort jmd Schrift, war Mitarbeiterin dänischer Zeitungan und leitete fivrdau unschützbare Dienste als jiriae povsöMche-Sekretärin, ftvrtdau kannte sie seit ihrer JÜgend, war wahrend ihrer afften Ehe ihr Hausaryt und Mete ihr bei der EnMndung jhrer ältesten Tochter Margueoi-te Beistand. Margluerite war »me sch'r mteWgente urL symhaiWhe ftmge Dame und Shrem Stiefvater sehr anhänglich. Sie studierte Medien und heiratet« reinen Arzt; leider starb sie jung in der ersten Kvregszcnt; sie tzmtvÄietz ein Kind. Madame Novdaus Sohn aus erster »vlag einer LungenkranHeit. Eine zweite ihrer Töchter hat vor Milmrger Zeit geheiratet, eine dritte Tochter l-edte bei der VLutder und dem Stiefvater. ' Ms ich nach Paris kam, war die oinzige eigene Tochter ftordaus, Maxa, noch ein kü-iues Kind. ' Einer der ersten ßcmMenabende, den ich im Hause Nordaus verbrachte, war Maxas Geburtstag. Nordau hing in zärMcher VatteMsbe an tiefem Kinde,> welches lebhaft^ und aufgeweckt war. Maxa Shuelt -mehr Nordaus Schwester Äs ihm salbst. Als sie mp bkiI schwer erikvanLe, war Nordau sehr beunvuhigt.„Sie wissen picht," sagte er zu mir, „was es bedmtst, nur üin amziges ftind zu haben!" Nach dem Tode der Mutter. Maxas Wersiedelte -NordM in ein zweistöckiges Haus in der Rue Honner, vo er bis zum Ausbruch des Krieges wohnte. Seine üinKige Schwester bewohnte dort ein besonderes Zümmr im vberfften Stockwerk und führte ein sehr einsames Leben. Ihre Zcht verbrachte sie mit Lektüre und Klavierffpiiel. Nordau war «in Frühomffteher. Er bas zunächst feine ßettungen, dann ging er aus, um die pvtttischsn Neuigkeiten zu rrfcchren, und wenn er hsimgÄehrt war, arbeitete er in seinem xngon, mit Büchern dollgestopften ArbÄtskabinett. DreimÄ wöchentlich war,NoÄdcm für Besucher zu sprechen. Dann traf man bei ihm allerhand Leute: einen griechischen Professor, einen argentinischen Jo-u-maLsteu, einen deutschen Korrchpoutzenten, einen dürchveiftndm Zionisten oder auch kranke Juden?uch dem Pariser Ghetto, welche Nordau mit großer Achtung euchsing. Er ortsikte ihnen ärztlichen Rat und gab ihnen» wenn sie arm waren, Geld für Medikamente. ,/Das ist das einzige, was ich, da ich nicht reich bin, für meine armen Brüder tun kann," sagte er mir einmal. Einen beftmdeuen Platz nahmen bei ihnl die Vertreter der HeUtert zionistischen Vereine in Paris ein, für die er eine 'besondere Schwache hatte. Wenn sie zu ihm kamen und um einen Vortrag ersuchten^ so war es ihm schwer, ihnen vbzufage«. Er sühtte sich stets dem typischen Ghettojuden nahe. ' . > Einmal ist der Woche war EmtzfanAsabend bei Frau Nordau. Da versammelten sich ihre Fvomtde und einige nahe Bekannte' des Meisters seWst; an iössem Gnpfcrntzsaberch war eine ganze Typengalerre in Nordaus Haus M findm, gewesene Präsidenten, Vertreter dar Paris« Gesellschaft, öfters auch Ang^orige der Familie Cleumrveoms ustv. Im allgMveünen Lktzer waren weit wenig«'' Fvcmscheu zu finden Äs Fremde, die von allen (Srfbert der Welt kamen. Wenn Nordau sich von feinen Patienten rvyd Besuchern fteimvchsn konnte — was allerdings selten möglich war, weÄ er es für seine Pflicht hielt, alle seine Besucher bis zu Eck« anFuhörerr —, dann verbrachte « eine Stunde mit den Gästen sein« Fnoar. Bei einer Tasse Tee ober beim Din« war Nordau überaus geistreich -7- Perlen des Geistes entrollten seinem Muuide und «'bezauberte olle, die ihn horten. GewöhnKch ab« war Nordau sehr beschäftigt. Einmal bot ich ihn, er möge einem Mischen Künstler für ein Porträt fitzen; da antwortete « mir: „Für mich genügt eine Photvgräphre. In den zwanzig Nachmittagen, die ich dem Maler sitzen müßte, kann ich ein phLo-sophiffches dbex sttziowAsches Essai schrLkben, was gewiß nützlich« ssm Wird."^ Im allge- . menmu h«rschte in Nordaus Haus großer' RsspeLt vor dem Doktor, wie Madame Porda-u. ihn nannte, oder VE dem „Mcktre", dem Meister, wie andere ihn bEelten. Nordau war ein Mann des Arbeitszimmers und liebte — wenigstens in den späteren Jahren — ein ruhiges, geordnetes Lsbm; das hatte er im Kreise der Seinen. Im Jahve 1900 besuchten wir zusammen die große Papis« Weltausstellung, den letzten VöÄerjahvmarkt, das letzte internationale Fcht der modernen europäischen Geschichte.- Nordcm vertrat dainals deutsche.Blatt«, ich war Korrespondent des „Hameliz".' So begegneten wir einia-nd« jeden Dag in d« Ausstellung, nahmen zusammen M den täglichen feierlichen Pavilloneröffimngen nnd anderen F^ten teil, welche die üerschickdvnen Staaten für die Ehrengast« urw JouvmKsteu v«- anstalteten, uüd toanidevten miteinander durch. die Kuustousstellungem. Nordau war ein grümMch« Kerm« der franzöifijchen, über auch ftdsr anderen bAdsnden Kunst, sogar d« sttpanischen. Er intereffievte sich für yfym KüNstl« und kannte seine HaupÄvoÄe. DamÄs bchrchte « mit mir auch die ruffischjüNschs MSstelbung und sagte mir seine Meinung üb« jede» de-r dort vertretenen WNstl«. So z. 8,'p et wenig von AntMMs Arbeiten, insbesand«e vom technischen Standpunkt aus, dagegen loibte « Bevnstcmvm ünd andere jWische Künfftl« sehr. Ich. lernte damqlls von Notdan schr dieff, ovwohl ich mit ihm wicht immtt oin« Me-inumg fein konnte. Mer « war Zimmer originell und geistreich mck msme Ermnevung' an,die;W«Lwusfftellu«g AeM stets mit dem Namen Mpx Nordart verknüpft. In Par'K sMst hatte Nordau wenig Fveamde. Obwohl \U W Mm WMriege 33 Jahre in Paris W&L gehörte « doch zyr sogenÄmten Paris« „CosmopMüe" (wie der Paris« die SüffwMMtjg^ürfe^ frernde Gesellschaft trennt), und die Ächten frcmKisischEN' FvEven, WÄche rmtercknand« eng beffreuttdat sind, pflygten wenig Verkehr mit chm. Für die Fvcm-ostn blieb er immer ein deutscher Schriftsteller, , und das war in Frankreich nie ein besonderer Vorzug. Während der Dreyfus-Affäre sprach sich Nordau natürlich für DrehfuS aus, und seine Artckel in d« großen deutschen Presse machte auf die DreyfusardS großetr Eindruck, jv daß sich die jüdichen und protestantischen „SalonS" Nordau achtungsvoll öfineten. Nordau war aber kein Salomnensch trotz - seiner eleganten Kleidung und seines eleganten Aussehens. Wenn er zum Sprechen gestimmt war, so sagte er alles, wa§ er auf dem . Herzen hatte. Er schönte niemanden und nichts. Solch, eine Haltung findet nun gewöhnlich wenig Gefallen in der Pariser „Gesellschaft", in der jeder die Fehler und Sunden des and«en kennt und Schweigen darüber alL die beste Me-, thode gilt. In der Pariser „Monde" kann man jeden Witz und »jede Spötterei ertragen, aber mau liebt nicht Propheten und Moralisten. Und gerade in Nordau steckte — in seinen Werken sowohl wie in seinen Reden — ein starker Moralist» ein Mensch, welcher alles auf. moralischen Grundsätzen'aufbaut. Daher wurde er den Franzosen noch fremder. Da er nun in seinen Werken besonders die dekadenten und unmoralischen französischen Schriftsteller und Künstler angriff, andererseits aber sein Eintreten für den Zionismus eine neue Wand zwischen ihm und dm assimili«ten Judm von Paris schuf,. entstand allmählich eine starke feindselige Strömung gegen diesen „Fremden", welcher Richter über die Pariser sein wollte. 11,1$ als.der Haß gegen Deutschland und die Deutschen —» besonders seit 1909 — sich in Frankreich verstärkte, da konnte^ Nordau schon deutlich fühlen, daß er immer einsamer werde, einsam in dem großen Paris, welches er so liebte und welches er, Äs der langjährige,Haß den Krieg gebär, verlassen mußte. tzhrung Einsteins in Madrid. Madrid, 8. Marz. (Del. der ,Mr. Morgenztg.") Professor Einstein ist hier angekommen und mit großen Ehren empfangen worden. König Alfonö hat Dr. Einstein den Titel eims aMändrschen Korrespondenten der Akademie der Wissenschaft verliehen. Der Unierrichtsminister HM beim Empfange eine Ansprache, in der er erMrte, daß sich Spanien, da die durch den Krieg heimgesuchken. Land« nicht das Geld für die Fortsetzung der Forschmrgen Einstems aufbringen könnten, eine Ehre daraus ma<He, diese Aufgabe. M «Men. Der König stimmte dieser EMarmvg zn. Äusscheidimg Fübotiuskvr a»s dem Direktorium desKereuHajestod. ~ Ms London rnÄbet das I. C. B.: Wladimir Jabo-.' tffnsky hat fottvsn Pofhen ÄS. Mitglikd des DineLtorArtms des Ke reu Hvjeffffod niedergelget. Aus dies«» Anlaß hat das Direttormm beschloss«^ Herr» Jcckotmsky den Dmtt für seine LeistuMM im Aarer.sse des K«ea HajeFch «rszudr kckz». i; - - - '' - Reue MülSe MMckvenktMe. SHvrett Mb Wohnbauten tu Wien. Der Gemeinderat wird Heute über nerve Milliardenkredite zu besHließen haben, die wahrscheinlich zu einer AuSemanderfetzmig zwischen Majorität und ’ Minorität führen werden, da die Mrwrität, obwcchl sie von der No-twenWkeit d« BewNigung dev Kredite überzeugt ist und sogar wiedecholt in öffenüich« Sitzung das zugestcmden hat, dennoch aus parteitakt'rschett Gründen sich oppositionell gebadet. Außer dem großen JnvestitionSPro^ Haß 12& Milliarde»^ Kwnen «fordert und zum größten Tolle im Interesse der AtbeitSlosen-fursorge auf gestellt «wurde, hefinden sich auf d« Tagesordnung unter a ndereur Anträge auf BttoMgung von Ä. Mlliardett Kronen für die Anschaffung von Schienen für die städti- ' fchen Straßenbahnen, 800 Millionen Kronen, für die Herstellung der ZustchrtsstvaHe ziw. neuen Waggonhalle im StraßenbchuHof Ottakring., Für die Durchführung der VvRsMlung werden 400 Millionen Kwnen beanffpmcht. Zu ein« leHaften Debatte WHe 8« Antrag auf Geuchmigung einer Wohnbammleihr im Betrag vott 60 Milliarden Kronen Anlaß geben. Zwischen der Majorität und der Minorität besteht wohl kein Gegensatz über die NotweMgkeit und Zweckmäßigkeit einer solchen Anleihe. Ab« wahrend die SözialdemokratLn diese Arlleche aus den'Geldew des Be-, trieibes d« städtischen Unternehmungen decken wollen, stehen die ChrPlrchsozia-len auf dem Standpunkte, daß der Betrag im Wege eimr von den Unternehmungen selbst aufgelegten Anleihe 'beschafft werden soll, weil durch diesen Weg der Möglichkeit ein« nmeÄichM Erhöhung der städtischen Warnte uirib SerMssche«. Jedermann, deö sich «üt Fürsorge VöWfkigt, bskommt von ZM zu Jett von wohSwollenden, hllfSbeMen Menschen MdrnitteL gugewiestn, am sie den BMiWgen Mckommen ßu lassen. Es find rnefftenS Mvnffchen, die seMst nicht übevmWz mit GLücksgütevn gesegnet sind, die einem dieses AneMeten stellen. D« «im hat vott einem amerikanischen Verwandten eine größere Summe zur Bevteflnng erhalten, bet andere hat eine Sammlung im geselligen KvD veranstaltet, d)e Mgestellte eines großen UNbernchütens fft von Bureau zu Bureaü gewandert, um einen Beitrag für ein KindeMohHichrlswerk Lürsukheden' und viielyePwVttz FamALönvat« haben' Sch Pie Mühe nicht verdrieß«: lasseNs MichMgen M SüdalMvWa Wied« cmft zMchnwn, nur M eine Spende in für die heLuüjche Not einzcheimffen. Und dann komme» M tvvck«en Hen». Mn, lächelnd und mtt ilivuchteuden Augen, drücken siuem GÄld^ in die Hand und'styd gewöhnlich schon davwMvcmnt, «he man ocheuMchen Dank sagen kann. W« so groß die Haft her Spew- 'd« ist, eines vergasen sie doch nie vorzulbrmgen: die Bev« wenLrrng des Oeldes Mc>ibl - uiÄontvolliert dem Mrfforg« Üiberlaffen, er karm das Geld gelben, wem er -will. Nur — äfefetiefi» Verein. Die AbmMmg gegen den „WohltatiMts^vevsm ist Wien ganz allgemeü: geworden. Um sie ganz zu verstehen, muß mau ftä) wohl <m die zahlreichen Zwischenfälle «riunern, die es im Krwgszeiten. auf dem Gebiete der V«vMtdewn-Ftür. fvrge gogeiben hat. Sicherlich war.m:r ein v«ffchwindender Teil der «Korvuptions- und Schauerlgeschichten wahr, ■ die im UanlMff waren. Aber diese ErgähkAgen allein genügten, um ein tiefes, kaum MswtOaves Mißtrauen dar ganzen BevoMe- 'mng gegen alles wachWrusen, was auch nur von Ferne an Vereinswohl'tätigkeit (oder wie es jetzt verschämt und 'meist irreführend genannt wird: Wohlfahrtspflege) erinnert. Allerdings ist zu diesem Moment ein zwettes getreten, dessen Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Die schwül'- delwd rasche Umgestaltung unserer sozialen Verhältnisse ist mit dem ganzen, auf patriarchalische BehaMchikert Angestellten System der Vevvinswohltä'tiglLit nicht mchr vm CinWang, Das jäh hereinibvechende Glend, das „Elend mit dem Wolfsgebiß", 'laßt sich durch den langsamen Trott des Vereines nicht bekämpfen, nicht ans dem Weg, der üb« Eingaben, Gesuche,, Recherchen, Sitzungen führt, auf die die Hiffesucheuden warten nmssen und die doch nur in drei Monaten einmal stättfinden,' vorausgesetzt natürlich, daß der Herr Präsident, die Frau «ste,- zweite und dritte Vizepräsidentin, sowie der übrige Genevalftab sich wohl befinden und keine größeren FaMllienereigniss«' zu betrauern oder zu bejulbeln haben. Diese ganze Umständlichkeit paßt nicht mehr in unsere Zeit, zudem bei diesem Durchsiüben und Durchseihen 'jedes EinzeHchickseck allen persönliche- Gehailt verliert und ein „Fall" wird,, ein Fall, de« man baur-' teilt, einreiht, mit einer NuMmer verficht, und so, von allem, PersöUlichen gereinigt, objektiv, d. h. Meistens ohne das geringste Verständnis siir die psychologischen Voraussetzungen, berrvtellt. Pom Menschenschicksal bis zur HHe ist im richtigen „Verein" eben ein sehr, sehr wett« Weg. Uebevdies ist der Vvveiu, natürMH dw Kerne Verein, «u allgemeinen ein schr kostspielig« Fürsorger. Dvuch'orten, Ver- .einÄokal, Buireaukräiste, Beheizung und BÄSuchttMK das warm früh« Ausgaben, die übechcmpt nicht lins Gewicht fielen. Jetzt, nehmen sie einen sehr stattlicheu Teil der Mitgliedslbeiiräge in Anspruch. Diese Mtgttedsberträge richtig zr regeln, ist bei den heutigen Zeilen schwankenden Geldwertes auch ein Diug der Unmöglichkeit. Mag man sie am Anfauo des Jahres auch noch so hoch bemessen,' im Möch, .sMästeuS April sind sie doch schon zu «irrem - lächerlichen Nichts? zu» fammengeschmoltzen, wie es ja überhaupt schlechterdings uw ausdeEbar ist, durch MttMedsbeitvage deS Meän» oder MttMereines auch nur einigermaßen Nennenswertes zur ' Linderung sozial« Not zu leisten. Das Verl-angm nach Zentvalsiabion der Fürsorge ist schon so oft gestellt >ttwrden, daß es töricht wäre, die Forde-; rung nochmals zu erhoben. Wer sich davüb« iüfovnri«en will, - welcher Erfolg diesen sehr b«chtiyton und wöhlbegrüudeterr; Vorschlägen beffchieden tvar, der schlage m einem Adreßbuch beispl-elslwsilse die KvankenhWfsv«eme Nach — die Reihe ninunt überhaupt schier kein Ende. AllerdiutzS sind das vermutlich Vereine, >die Spenden'von 1600 oder auch 600 Kronen aus-, teilen. Ab« MieMch ist es «lben nicht Hauptaufgcübe eines Wohlfahrtsveremess zu helfen, sondem einen Präsidenten zu' haben. Und der Aufgabe-werden -alle unsere Vereine gerecht.^ Me diese Erischeinungeu beweisen, daß die Rolle des; WohltötigkeitAvereines, sofern « uicht eine, Gemeinschafti tätiger Fürsorger dairstiellt, otusgespielt ist) Die Mrfforge mach! auf breitester Gmndbage auGebautt werden, das allein ge-j währl-eiftet eine gedeihliche Entwicklung. Nu-r die große Ge-! meinschaft ist im stände, wirksame Mrlsorge cruZtznüben >rnd nur sie amterstcht beständig und in allen DetMsd« Kontrolle Md KMl der Oeffentlichkeit. Daß die Presse, insoweit sie sich nwd«nen Regungen nicht verschließt, sich den Kämpfen gegen das soziale Glend emreiht, kennzeichnet am besten den Geist der neeren Fürsorge/ die aus einer vom hoher: SoM; d« Unbetoiligtheit herab geiülbten WohltätWit zu einem' Mvkrn von Menjsch zu Mensch werden muß. - K. M. Gin Notruf aus Palststim. Die Eingänge des Keren Hajessod haben im abger laufenen Monat Jänner aus insgesamt 28 Ländern einen Betrag von 31.928 Pfund 7 Schilling 7 Pence ergeben., Zum ersten Male erscheint ans der Liste der cm dem Samm-i lnng-m beteiligten Ändern auch Mexiko und -Ungarn mit! bisher geringfügigen Beträgen. Das Hauptkontingentj stellen die Vereinigte^ Staaten mit über 22.000! Pjünd, denen die übrigen Länder in lweitem Abstande folgen. Unter den 28 beitragenden Landern nimmt Oesterreich die achtzehnte Stelle ein. Die Ergebnisse de's abgelcmfenen Monats sind keines^ Wegs als befriedigend zu bezeichnen. Sie sind dürftig, ge-, messen an den Mfgaben, welche des jüdischen. BoKes in Palästina-harren nnd stehen in keinem Verhältnis zu den Leisttmgsmöglichkeiten eines 1ö MÜionen-V<Drs, von; -welchem sich ein weit« und wachsender Kreis zur Idee dep jüdischen Renaissance und der Errichtung der jüdischen; Heimstätte bekennt. Noch immer ist es nicht gelungen, die jüdischen Massen, in dem nötigen Umfange ' mobil p machen und ans ihnen jene -Leistung heErSKühoken, notwendige ist, wenn die jüdische Heimstätte Wirklichleitj ltpechen soll, wem die potttifchen /Kinderrvisse WerwundM