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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-08 · Heft 1461 (8.3.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1461 (8.3.1923)
Date
1923-03-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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I Men, Donnerstag ' Rundschau. Angora lehnt ab. Paris, 7. März. (Havas.) Offizielle Telegramme aus Angora" -besagen, daß die Natiomtversammürng beschlossen hat, -den Lausanner Frledensenttvurf zu rückzuweisen, La er dem Nationalpakt widerspricht. Di« Nattonalverfammlung weist die Verantwortung für den Fall, daß die Hauptmächte arrf der Annahme des Vertrages nach Geist nnd Buchstaben bestehen sollten, zurück. Eine lbedou-- tende Mtajontät hat'die türkische Regierung ermächtigt, die Verhandlungen für den Friedensschluß unter den sägenden Bedingungen fortzuführen: Die Mossulfrage, die von vitalster Bedeutung ist, muß in einer gewissen Periode geklärt werden. Finanziell«, -wirtschaftliche Md Vevwaltungsfragen müssen entsprechend der vollkommenen Unabhängigkeit der türkischen'dtationalität geregelt werden. Die besetzten Gebiete müssen nach Unterzeichnung des Friedens schnellstens geräumt werden. litt Mell der Wschrir MadeMer aa die polnische SeffeMchkeit. Die jüdische Akodemikerschaft Polens, hat in der Form ^r»ces „Offenen Briests" ein'n Aufruf an die. polnische Gesell-- schafi öffentlich affichieren lassen, in welchem an das Gewissen des polnischen Volkes appelliert und gefordert wird, die Ein-- Ahrung dÄ Nmnevus clausus gegen die Mischen Studieren- .trn, die ein Attentat auf die'Rechte dek'MMm Jugend Pons bedeutet, nicht zuzulasffn. Tagesbericht. Wien« zioaWches LolalloAitee. Heute um 7 Uhr abends Sitzung des Lokalkomitees. Vai -i tiKi - Wiener Mvrtzenzeitnng. 8. Marz 1923 Ml Zmckes Gebürtstagsseler. Samstag den 3. März feierte'die Bezirkssektion Bvrgkttenau. den 6V. Geburtstag unseres Freundes Löbl Tauch e s. Ter Obmann H. Nrmhäuser begrüßte die erschienenen Gäste, darunter die Vertreter des Lan-deskonntees, des Klubs der jüdischen Mandatare und -der übrigen zionistischen Körperschaften. Dr. I. Waldman n würdigte :ht einer längeren Ansprache Löbl Taubes' Tätigkeit im Dienste der zionistischen Bewegung. Dr. Löwen Herz' ^beMckwünschte den Jubilar im Namen des Zionistischen Landeskc.mitees. Es sprachen ferner Vertreter der verschiedenen Kvrperschaften, die Taubes' hervorragender zionistischer Tätigkeit gerechten. Zu erwähnen ist, daß Herr Löbl Tarrbes von -der Zionistischen Sektion 20 ms GÄdene Buch des Jüdischen Nationalfonds eingetragen und von einzelnen Körperschaften und Freunden mit wertvollen ^Geschenken iMacht wurde.__ NMau der FusenWrsorge derSemrindeMen Dem MwsovgLMsschnß' des GemVindevates lagen m seiner heutigen Sitzung mehrere Antrchze vor, ans Grund derer verschiedene Reformen ins Werk gesetzt werben sollen. Vor allem will das städtische Jugendamt die ErKi-chuNgssürsortze für schwer erziehbare- Kinder erweitern. Dies soll zunächst durch besondere Ausbildung der Fürsorgerinnen aus diesem Gebiet und durch besondere Bevatungsstlmden, die in den Bchirksjuge-ndämtevn für die Wern schwer erziehbarer Kinder abjge-- halten werden, geschehen. Weitergchende Vorsorge soll für die schwer ^erziehbaren Kinder im Rahmen der AnstWsMrsorye getroffen werden. Bisher bestand für diesen Zweck nur die Erziehungsanstalt Cggenburg, die Kr schwer verwchrloste Jugendliche bestnnimt war. Nun soll neben dieser Anstalt, die völlig und mit Erfolg «formiert wurde, noch eine.AiMhl anderer Anstalten von der Gmtzinde der EvziehuNgsArsorge Kr schwer erziehbare Kinder gewidmet werde-». Es ist gWant, die städtischen Waifenhäustr allmählich in diesem Sinne uimgugeMten, daß sie vor allem leichtere Fälle schwer erziehbaveu Kinder mchlchmen, dagegen die normalen unterihvLN Mhevigen -Insassen in die FamMenipfisge aLigsben. Im Zusammenhang mit dieser Reform dev ErMhuUKfürsorye steht eine o-uganffadorffche Neumdntung der FamAiensürsorge, nämlich die Uebe-rnahme des MegeLinderwesens durch das städtische Jugendamt. Bisher wurde die sogenannte ,Iirmerckindevpflege" durch die BetzirkHÜDprgövns^ besorgt. Sie soll nun aus das sMtffche Jugendamt und die ihm untergeordneten BeArMugendümtor vergeben. -ZulKsich sollen auch Mmiktngen «ms dem Publikum. Mtu m gros Eigene Erzeugung ktzr-im» i^AZZOTH BÄCKEREI H. STRÜM II. ROTENSTERNGASSE 11 w Zionistische Bezirkssefetion XII/XV ■ -... - XV. Herklotzgasse 2-1, Jud. Vereinshada H0Ut« Donaewlt*sr' den* 8/März, WHrfrUhr »Das neue Palästina« " Ae BerzweMng in Polen. Volle Quote in Amerika. — 3«M nach llmopa. — A 8ol«t«Me. Chaluzlm vom Abtransport bedroht. .(I. C. B.) Die Berliner Zentrale für Palästina-Emigration und Chaluzimhilfe «Hielt das folgende Telegvamnt alts Warschau: Untertan aus sielen ausgewiesenen jüdische» Flüchtlingen befinden sich 400 Chall uz im, die sich unter großer Mühe und Not nach Polen durchgeschlagen hatten und die nun nach Rußland und der Ukraine abgeschoben werden sollen. Diese'Ehalüzim sind bereits im Besitze der Einreiseerlaubnis nach Palästina, die aber nur auf kurze Sicht lautet. Da die Geldmittel der Warschauer Institutionen für Palästina-Wanderung vollständig erschöpft sind, wird eine Unterstützung von einigen hundert Pfund dringend angefordert, damit der Abtransport der-- (Lhäluzim nach Paläina rechtzeitig durchgeftihrt werden kann. Die Berliner Htlfszentmle für- Palästina-Emigration und Ghaluzimhilfe hat sich an die großen jüdischen Hilfsorganisationen mit der Bitte um sofortige Hilfe Kr die von der Abschiebung bedrohten Chgluzim -in Polen gewendet und bemüht sich mit allen Kräften, die Geldmittel rasch aufzubringen. Verzweifelte Schritte der ausgewiesenen Flüchtlinge in Polen. - Zahlreiche Flüchtlinge, denen die zwangsweise Abschiebuy-g über' die Ostgrenze droht, haben sich au däs russische und ukrainische/Konsulat gewandt, mit der Bitte, ihnen H e i m a t s p ä s s e auszuftellen, damit sie auf legalem Wege in die Geburtsorte zurückkehren und der mit Todesgefahr verbundenen Abschiebung über die ,^rüne Grenze" entgehen. Die Konsuln weigerten sich, solche Pässe auszustellen, mit der Begrundung, daß die Flüchtlinge ihr Heimatsrecht in Rußland verloren haben. . Agenten der verschiedenen Schiffsgesellschaften nützen die verzweifelte Lage der Flüchtlinge aus und überreden sie, nach Mexiko oder Kuba auszuwandern und dort die Einreiseerlaubnis rodf den Vereinigten Staaten abzuwarten. Die jüdischen Orgarrisativnen sehen es als nrchwendig an, die Flüchtlinge vor solchen Schritten ptz warmen. ' " - Der Flüchtlingszng nach Danzig. In Danzig ist der erste aus einigen hundert Flüchtlingen bestehende Transport eingetwffen. Es JÄ die Ankunft weiterer Flüchtlinge in der Zahl von einigen taufend erwartet, die. bis 'zu ihrer Weiterreise in den Baracken des Auswandererlagers' untergHracht werden sollen. Die rechtsgerichteten deuffchen Parteien haben eine intensive Propagaiwa für die A rt s w ei sung der aus Polen kommenden jüdischen FlüMinge aus Rußland und der Ukraine eirrgekeitet. Ihre parlamentarischen Vertreter haben im Volkstag sine Interpellation! eingebracht, die Grenzen des Freistaates gegen di-e Flüchtlinge zu Ppovvm. Die EmigrpLionsgesellschast Hias ist bestrebt, die VerhandLungen mit den Regierurlgsorgrmen wegen zeitweiliger Nutev- Lrttrgung einiger tausend FlüchNnge auf DanMer Derri-. torrwn zu einem günstigen Abschluß zw bringen. Intervention des Völkerbundes. Wie der I. C. B.-Vertveter aus autoritativer Quelle erfährt, hat der Dslogieivte des OberkommtsfarS für Re Angelegenheiten der ruMchen Flüchtlinge beim BÄkeMrnd Brurruei bei der rumänischen RegLernüS in der ÄugsliegerchöL: dev Ausweisung dev jüdischen WMinge aus Beßara b Im Mterveniert. BiekamAich 'Hat der milttärWe Kommandant ain: die GvechdetachöMeM Re Weißung «Ei, wicht allein die nkraiMschen Flüchlinge, sorcketn auch alle diejjenigen einheimischen Elemente, Re Wen mit Rat und. Tat Wv Seite stchen, als „Berbr eche^ zu behandln. Der vumälttsche Ministerpräsident Bratia« d antwortete Re Intervention des Herrn Bmnnel mit d Berstchernilg, daß die Abschiebung ohne sei Wisset! ms Werk gesetzt wurde. Sobald er davon habe er einen Befehl Herausgegeben, daß' ohne Wißen Zentrakregionlrlg keine einzige Person aus Rumänien geschoben werden darf. , Die jüdische' WelthrlfskonKreng hat in den 'letztes Wochen au 667 ukrainische Flüchtlinge irr BeßärabiÄ Reisevorschüsse gezahlt. Bon diesen sind -164 nach A r g e p Linien, 156 nach Palästina, die übrigen nach albere n Jnrm igratio ns'ländern abgereist. Zurückweisung jüdischer Auswanderer itt New-Uork. New-Iork, 2. März. (I. C. B.), In den letzter« Tage sind mit fünf Dampfern über 800 E m i g r a n t e n a ui Polen und Galizien-im New-Iorker Hafen eingi troffen, aber sämtlich zu rück ge wiesen wordetz iveil die Ein wandernngsquote für diese Läudg voll geworden ist. Unter den Zurtichgewiesenen und dqi sie Erwartenden amerikanischen Verwandten spielten sii herzzerreißende Szenen ab. -Mehrere Personei fielen in Ohnmacht." Die Znrückgewiesetten sollen nat Ellis Island geschickt werden. Zn gleicher Zeit wurden 400 jüdische Emigrant e -n a n s S o w j e t r u ß l a n d an Land gelasse« da die Nußlandquote -noch nicht ausgefüllt ist. Das amorikanlsche Staatsdepartement gibt bekamt daß die EinwandernngsquoLe für- Polen Vis zutz 1. I u l i 1924 bereits voll geworden ist uup daß -weitev Einveis-evisen für diese iZeit -nicht ausgegeben wevde^ Sollte der Zusatz zum Eittwandernngsgefetz angenoumi^ ^werden, wonach nahe VerwaMe amevikanischer Bürget ' außerhalb 'der Quote ernreisen dürfen, so -wird e r st d a n' die Möglichkeit neuer Einwanderung Polen! -bestehem , Zwölf Millionen Dollar: für: das jüdische * Hilfswerk in Ruftand. Nach einem Bericht dev Exekutive heß Aoin-t -Distri Kon C ommMe Hat dasselbe seit August 1921 17 M i s lionen Dollar für das HÄfswerk -iü> Rußläns übermittelt, darunter 10 MAionen Dollar allein für L^ bensmi-ttelpakeLe durch die Ara, welche dieses Dienst im Oktober 1921' übernommen hatte. Die restliche^ 7 MMonen Dollar wrrrben durch die Organe des Jmni selbst in MUand -untevgebracht.' Bon der letzten Smn-inj wurde Re Hälfte, für allgLmoin-e Hilfe im Berem mit des Ava, die andere Hälfte speziell.für Gsgeniden mit starkes Mischer BevMerung verwendet. Rach allgemeinft Schatzung wurden von. den für. das russische Hilfswerj übermittelten Betrag allein für die Judenheit Rrch lands 12 Millionen Dollar verwendet. Ab 15. März 1923 wird Re AbfenÄmrg von Lebe:M nritvelpaketen nach Rußland von der ameviöanischen Reli Administration (Ava) eingestellt. Ditz Kvnkuvvenz uechve! Handelsgesellschaften in Rußland und Wen. sowie dal Sin-kem der Le benHmitt-elp-rers-e in Rußland war Re BsmrÄasstmgM diesem Beschluß. Die Exekutive des Joint Distribution EomMittee m läßt eine öffentliche ErKärmg, daß' Re NaDvkcht, auf Anlaß des 75. GsbuMtages van Natühaw Strauß Wen dem Jvint 1,500.000 Dollar zugeweudet worden, deq Tatsachen nicht entspricht. Die EMuMr warnt vor detz Meinung, daß -die Mittek des Joiwt un«rfchvipflich seien!, und WMgt an, daß, wtznn Re Arwenduingen irj der nächsten Zeit keinen größeren Amfaug ünnehwen, Rt finanZiellen Mittel des Joint steM balld e rf chv s-e-isn werden. / - ' ä aaawBwaw BOB Vie fite die JuigMMfovge zur BwDgMg stichenden AnistMtzn .Zuwachs erhalten. Ein neues Kinderheim der Gemtzbnde soll aus dem jetzigen BeNfouguAlgshM in der Gallletgasse geschaffen werden, das durch Re NeuMMWtunig der Versorguuigsheime in der Meldemamfftvaße und in St. -Andrä überfNffig geworden ist. Es soll jetzt in erster Listie RW dienen^ sontz beveits in der Fürsorge der Gemeinde stehenden Kinder, die derzeit iu-sremden Anstalben uNbergeLriacht aufzunchmen. - Desgleichen soll eine andere Fü-rsovgeanstalt der Gemeinde eine iwue Zweckbesttmmmvg erhalten. Jn den Räumen des auf- Mrssenen städtischen Kindergartens im 19. Bezirk, ProbUsgasse, wich eMS'Jugen-dwandecherbevge geschaffen. Solche Jngenldwastderheabergen bestehen bevMs in einer Reihe von deutschen Mchten. ’ __ ' Sie BoxKuchsr von Mer». ' Wo - in von RofenIMn abgchcDewen ProftssivstaWstj^ 7 Mer-die-wir noch berichten werden, nahmen folligöndön Verlauf: ' Anderschütz befieyt Eerny inder stebeniten Runde. " Steinbäch gewinnt imersten. Gang gegen' Bogechulbw WH Knvck out. -. - . .... -WA.schlägt Glanz nqch Punkten, t '' ' ' HM gibt gegen Berger WSM einer HMdvvpletzung in. dev Rotten Runde auf. Noch immer Notverkäufe in hochfeinen Stoffresten für Anzüge, Modehosen, Kickter? Ser Kreislauf der GeMWtr. Die Htzarst-BläMr erzählen -ust-ter dem Widel Mutan-b, ham-on und eine jüdische Familie" zur Vorige« schichte der Msgraibuugsn in Lu xar das stllgende Mtevchsaute Dvöail: Die-.wunderbare und erzicheriisch-uiützliiche Entdeckung kam auf folgende Weise zustande: Es gab da einen jungen rnlglifchen Ghenrann namens Lord Carnarvon. Die ihn aus -dar Zöit kannten, als er sich in Südamerika und andevsiws aujfhitzlt, hatten wahMch keinen Grund, anWmhmen, daß et jemals irigend etwas Wertvolles vollbringen werde. - Seins Jugend verlief durchaus 'nicht, ganz ruhjg. MS or^in London lebte, wo er ständig wohnte, lebte daselbst auch Alfred de Rothschild. Er, Rothschild, hatte an einer reizendes jungen Lady' ein vätMches Jn-tertzffe und' hmtevließ ihr ßb«; riesiges BevMögen, Earnarvo-n heiratete Re junge L<chy, nahm, sich «amen jungen Forscher namens Eartar und ließ RochschW-GÄd in den Sand von Atzgypten -ftrümen. gebnis: die Entdeckung des'Grabes von'TutanklMmen Mit Mumien -von Menschen, Katzen und LNeidmvgssLÜMn, wunder«- bqren Möbe'ln, SchmuckgegenMnden, Alabastervasen und sonstiMm -Mo^vial, 'mit 'welchem gÄchrte Leute die Geschichte' des Mter-tums tzufbaimn -werden. Ms DutianchaMn in Aegypten herrschte, wüßte er wahr» schom'lich -wenig, von dock kleinen Bstlk, .das feim,vo« MMeM VI., Unke Wien-

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