Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1461 (8.3.1923)
- Date
- 1923-03-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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'*'W **"?'1J iTJh '"jrr'T*r ";. v-!-^-—-*■-!~«<-pw!' ijt- ^-.■•r-'T- Nr. 1'M Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeilung. 8.'Mir» 1923 Seite 3 Nisse, auf beiden Seiten ins Auge faßt. Eine Fühlung-- rmchnre über die gegenseitigen Absichten hat noch nicht ftattgesunden. Man weiß, also noch .nicht, auf welchen Gebieten Tarifzugeständtlisse von beiden Seiten verlangt werden dürften. . ' ' . . Die österreichischen Wünsche nmßien sich unter anderem auf Tarifkonzessionen für Papier, Hotz und Holzlvaren, Eisen und Eisenwaren sowie eine Reche anderer industvieller Artikel erstreckeir. Italien dürfte hauptsächlich agrarisHeKonzes fronen anstrebeu, ttr erster Lime eine Ermäßigung des Wein zoll es, damr Zugeständnisia sür Ovangeu, Zitronen, Blunren und andere 'Gegenstände rnehr. Erst der den Besprechungen wird e§' sich zeigen, welche dieser Wünsche tatsächlich gestellt werden «M> wäche Aussicht für ihre Verw-ncküchung 'besteht. Anders als Lesterreich. Nach einer Meldung aus Rom -hat der italienisch v Ministerra-t am Dienstag Stipendien für ausländische Besucher italienischer Kunsthochschulen bewilligt und allen ausländischen Besuchern italienischer Schulen Steuerfreiheit angeräumt. -Ferner wurde bchrmrnt, daß Lehrbcfähigungszeugn'isse, die -an deutschen Mittelschulen, und solche, die yach dem 3. November 1918 an einer österreichischen Universität Lüvorberr tvurden, nach Nostrifizierning durch die liniver- Mt von Padua anerbnmt weÄen sollen. Schließlich wurde xschlosieu, in P'isino achtzig Freiplätze für slawische Kinder aus -der Venezia G-mlia und in Zara vierzig für Erwische Mädchen zu schaffen. ' SrsaMer Popovir. Belgrad, 7. März. (Del.-Kornp.) Der außerordentliche .Gesandte und bevollmächtigte Minister Jugoslawiens in 'Wien Titonür P o p o v i c wurde zum GofaMen erster Klaffe evrmsint. IugoslarvieA. $ie ttalieuisch-jugoflawische Greuzregelung. ' Rom, 7. März. Die. italienischen Truppen haben die NamNung der dritten Zone Dalmatiens fortgesetzt und am jSamstag Zaraveechia und No-vigrad, anr Sonndre Inseln Päsman und Sale gegenüber Zara und am rtag Selbe, Melada und Promuda verlassen, tä ist die erste Räumung gemäß dem Adriavertrag »«endet. . . ' I Heute begann die Abgrenzung des.geräumten Gebietes m»?d die Absteckung, der - italienisch-jugoslawischen Grenze. Die letzte Räumung, die der Insel IWan, erfolgt am SmMg. * . Ungam Zionistische Bezirkssektiou Leagoldstaflt H'eutä Donnerstag - den 8. März, 8 Uhr ^abends,; im Caf6 Fetzer, II., Praterstrasse* Vortrag Jeden Donnerstag zwanglose Zusammenkünfte für Mit« glieder und eingeführtfe Gäste LÄaesersreg — eine Arbeitsanstalt. Budapest, 7. März. (Tel. der „Wr. MorgenMu-ng".) In M heutigen Sitzung der NabionalversarnmLrmg kam es eMich tzu den bereits seit zwei Wochen a-ngemeldeten Interpellationen über das JnterniieUunigsTagier zu Zala-eyersgeg. Der «rste Jrrterpellant Mg. Dr. Kolonmn Ehm (Regierung- Partei) protestierte dagegen, daß die Opposition das Jnterrierungslqger als eine Hölle der Grausamkeiten in den Augen des Auslandes dachelle. Mg. Szeder: Ist es vielleicht oin Erjhorungshsnn?) Das Lager liegt in gesunder Umgebung, auch!die Baracken sind gesund, und wenn es kalt ist, heizt man nur ibe§ljafl!& nicht, weil der Staat mit den Kohlen sparen müsse. 'Was die RÄigionsverhältnisse arrl-angetr, waren bisher -mchr-als 8000 Christen interniert, während setzt nur 260 Juden interiniert, sind. (Dabei vergißt Herr Mg. Ehrn zu erwähnen, daß 'fcre Gesäurtzcchl der derzeit Int eruierten bloß 796 beträgt. Der liKarresponÄeint.) Die Berpflegmrg der Jntenviert-M ist ganz leidlich. Abg. Ehm schloß seine Rede mit der Erklärung, daß « kein Anhänger der Internierung sei. Der nächste Interpellant, Josef Szabo (chvistlichsoM),. wendet sich entschieden gegen das Jntern-Mungswesen. Das jjetzitze. System fei .nur goeiginet, den Ruß der Nation ün Ausland zu zerstören. Wir fanden im Jnterniemngslager einen Soldaten, einen Heimkehrer aus Rußland, der seit 35 Monaten interniert ist, well et in Ruß-licknd als Kriegsgefangener gezwungen wurde, in.die Rote Armee einzutrewn. Sein Dvigadelommandant in der Roten Armee abÄr bekleidet heute eine hohe Stelle in der ungarischen Nationalavmee. Cm anderer ist interniert, Wort man 'bei chm eine konfiszierte Kummer der „Nepszava" -fand.. Mit demselben Rechte könnte nh auch int-ernievt werden, weil ich jede konfiszierte Nummer dieser ZeÄung erhalte und auch lese. Ern anderer -ist -unter dem Verdacht der Spionage seit zflvsi Jahrerr interniert, W«M man Bewsiife gegen ihn hatte,'würde man ihn vor Gericht stellen, jöto man aber keine Beweise hat, steckte man -ihn in- InternverUingAlager. Di« Mehrtzahl der inWierendeu'AbgoordnMN war für dde Auflösung des Lagers. Szabo fragte den Minister des Innern, ob er geneigt ist, das Lager, welches überflüssig M schädlich ist, sofort aufzulöse«. Sodann ergrisif «och der. Sözia-ldmnokrat Jvhmm Eft ergalijoS das Wort und eMärde, : seine Bchauptunyen über Zalaagerszeg svien durch den Besuch -dos Mgeordireten voll üestätigh worden. Die' Abywrdneten hätten noch tfiet mchr or- ^ifahven, wenn sie mcht von dem Gendarmen ans höheren .Auftrag ievwWM worden wären, um nichts auSzusagen. Der Minister des Innern Rakovszkh wich allen A-nwmpelungen aus und erklärte nur, er könne die Auslösung des SchaMagors der Horchy-Kultur r.'i ch t versprechen. Minister -des Innern v. Rakovszky erklärte in sei»er Antwort, die Abgeordneten hättim sich persönlich davon über-' zeugen können, wie unrichtig die Schilderungen von den angeblich 'furchtbaren Verhältnissen im Jnterniertenlager seien. Daß von den: Internierten Klagen vorgebracht worden seien, sei' bogroMich, denn alle möchten durcheine traurige Darstellung ihres Loses die Freiheit wieder erlange«. Es sei ein Leichtes, sich davon zu überzeugen,, daß die von den Internierten gemachten Behauptungen nicht alle stichhältig seien. Es sei mvcichtig, die Frage der Internierungen nur -vom politischen Gesichts-pnukt auS M beuvtoilen; seien doch 44 Prozent der Internierten arbeitsscheue Elemente. Solange keine Arb e i t s a n st a l t errichtet' werden -könne, müßte die gegenwärtige Institution aufrechterha-lten werden.' Der 'Minister sei -bereit, die Frage der Internierungen einer Revision zu - unterziehen und auch eine Separierung der aus verschiedenen Gründen Internierten vorzunehmen. Wegen Hermbeförderung der fremden Staatsbürger -habe die Regierung die nötMN Schritte untemommen, doch seien diese gerade m: dem Widerstand -der betreffenden Regierungen gescheitert. Die Errichtung einer Arbeitsanstalt sei gesetzlich vorgeschon. das KZnisreich ohne König. Aus Budap e st wird uns berichtet: Vor dem Buda- Pestsr Strafgericht stand gestern Professor Emmerich Vee'r unter An-Aäge des Verbrechens der Aufreizung gegen die Institution des Königtums. Er wurde dieses Verbrechens fanrt dem ehemaligen Ilbgeordneten Georg Nagh deshalb beschuildigt, weil «beide aMßlich der letzten Wahlka-irrpagne für die republikamsche Pwpaganda tätig waren. Dr. Nagh ist so schwer krank, daß er -bei der BerhcnMnng nicht erscheinen konnte. Seine Angelegenheit wurde ausgeschieden «nd die Verhandlung bloß gegen Voer geführt. Der Angeklagte.erklärte, daß er 'sich nicht Muldig fühle. Nach d«n Sturze des.Bolschewismus betonte ihm der damalige -Ministevpräsident Stephan F r r e d r -i ch, daß vr, Friedrichs obwchl Führer, der Gsgewevol-ntion, doch überzeugter Republikaner sei. Auch Erzherzog Josef habe damals erklärt, daß die Weiße Gegenrevolution keinesfalls die Wiederherstöllumg des -Konigtmns zum Ziele hcche. Der Vövsitzende Kurialrichter Szöreghh mrterbvach den Angeklagten und erklärte, daß Pas Königtum in Ungarn nie aufgchört habe, zu bestehen, bloß die Ausübung der königlichen Macht sei derzeit verhindert. Angeklagter: Das ist mcrganz neu..Ein Komgveich ohne König , ist eine genau so ernste Sachs wie ein Gericht ohne Richter. Ohne König gibt es eben kenr Königreich. Dieser Zustand müsse aufhovm. l Das Gericht wies sämtliche Beweisanträge der,Berte-rdigung zurück und verurteilte Beer zu achtzehn Monaten Gefängnis, drei ' Jahren Ehr-- v e r l u st, zwanzigtausend Kronen Geldstrafe sowie Traguüg der Strafprozeßkosten. Die BegvündMg des Urteils stellte , ftft, daß Ungarn auch heute noch ein Königtum sei und me-mandom das Recht z-ustche, es anzugreifen. Ter BemrtEte meldete die Berufung an. > Todesurteil im gchMe» Zerfchrr«. Budapest, 7. März. (Tel. der. „Wr. MovgLNtzeüirng".) Das MMärgericht.verurteilte dm Zivilisten Paul S.tmon wetzen Spionage zum To«de durch den Strang. Nsber den Tatbestand sowie den Verlauf der GerichtZveHandlüug werden keikne Einzelheiten verösifentlicht. Bor der LemWo» des Kaddietts MM. Krakau, 6. März. (Tsch. Pr.-Bur.) Der hiesige ,-Kurier" büftätigt auf Grund von Informationen seines WarschaMv politischen Berichterstatters die Nachricht Wer die bevorstehende D e m i s f i o -n Ä e s polnischen K a b inetts. Das Blatt meldet unter anderem, daß Mrnksterpräsident S i k o r s k i, in dönr Bestreben, in allerkürzester Zeit eine pavlmnerrtarische Rvgiemng zu bilden, dtzn Sejm' -um eine sofortige Entscheidu-ng. ovfuchen wolle. Wahrend der Debatte Wer das Finänzexppse des Ministers Grab skr >habe er erklärt, daß, falls die Mehrheits-Par- Wien eine Parlamentarische Regierung zu Mden beabstch! tigen, sie'dies sofort, und zwar noch vor Annahme 'des, Finanzplanes GraLsAs, tun sollen; omdernfalls ersrtche er, daß seiner Regierung für eine Mst von sechs . Monaten eine bedingungslose Unterstützung gervährt.werde, deren. sie bedürfe, danrit das.Sanier-ungsprogramnr -Polens mH Leben gerufen und wichtige' politische Ängelegenheitelt ihre^ Erledigung zngeführt.werden. Wenn der Sejm seinem S&w suchen nicht Nachkommen sollte, sei Sikorsli fest 'entschlossen,^ die Demission -des gesamten Kabinetts zü Mterbwiten. . ' Der Berichterstatter des „Knrjer" nleldet weiters, -daßj Sikors-ki in 'den nächsten Tagen Unterredungen mit derr Fichrern -der Klubs der Rechten haben wtzrde. Es geschehe dies auf Drängerr -des Staatspräsidenten W o j c i echow ski, der für eine von allen parlamenta-rischen Par« teierr gv'blldete Koalition sei.'- Denrgegemiber teilt 'der nattonaldemokratische „Kursev Poznanski" mit, daß es zwischen den Parteien der Rechten und der Mitte bereits zu einem Einvernehmen.gekommen sei und daß die neue Kabmettsliste.ehebaldigst werde vorg-elegt tverden. . Die SstgrrM«. Paris, 6. Wr«. (3*1. 1*1 „Wr. MorMiiztg." Der B«k schaf-teimlt hat die Ang-elegenheit der polnischen^ Ost^cenzeN einer ExpertenkouMisfion We-rt-ragen. Voraussichtlich «wird der. svanzösi-sche Vorschlag alßeptiert werden. Der englische Ver-. treter Lorid Greve bödau-ert, daß die Ostga-lizien zugMlligle- Autvnomie vi-cil zu eng sei. Oberst Chaidignh, ävr-rd «der Krm-. serenz einen Bericht Wer die litauische Grenze Vorlagen. Wie' verlautet, werden die Mächto Polen gewisse Bedingungen -be-' züglich der Aut-MMch für Galizien Vovlegem .. , - -;v M oSgaWsche Frage u«d die Z«dm. % .. _ -. Aus lLamlbevg '-wird uns gümclldtz: AnMichts der bevorstehenden Regettmg der ostgalizi-schen Frage «und der damit Lm ZnstmrmLlchantz stÄMden Aut-ononue für OstgaWmr besthüstitzt sich das jüdische ,Mnberger Tagblatt" -nrrt der Sirellungnahnre, der osttzalizischen Iudenschast tzpr Aut-onoMie. Es wird erklärt,! daß im Falle der Erteilung einer Autononrie unbedingt auch dre i Rechte der L60.V00 Seelen zählenden Misthen-B-evWemlNg älsi' der drittgrößten Nation im Lande voll und ganz Mr Geltung^ kommen müssen. Der polnisch-urvaiwische Kanchf m Qstgcklvzien' sei keine vorübergehende Erscheinung; er iverde noch lange oanern und durch die nächsten Jahre der' Entwicklünig der -politischen -und wirischaftlichen Verhältnisse W Lands feinen Stempel aufdrücken. Die Juden wollen an diesem KampifL nicht teilwchmen, sondern sich -lediMch um chre e^enen .MtioneLk-Mrvellen Vcdursnisse und Forderungen kümmern. Sie wollen Lenresfalls in den Kamps zwischen den Polen uW Mvalmern hmomgezogen werden und verladen dcher ihve Kigoue nationale Autonomie. Die Aufgabe der PoK-tÄschen Werltreter der ostgMMchen Judenschast ist es daher, alle K^örfe, in deren Händen - d« EntWiduüg Über das Schicksal der WgaWschen Auwnomie liegt, rechtzeitig auf ble F>rdeLMgen dev AudaGiW. htm Mieifen./ - i, f ., Ae WWen SmeMen in MgW^en. Warschau, 6. März. (Tel. der „Wr. Margenzig.") Di« Vevivaliu-ngsloUnnission hat den Mg. Schippor mit dom Sdeferat über den DvvMichMSanLrag des Abtz. Reich in AngMtzenhsit der WMa-usschve-ibungen in den Mischen Gememben in OstgÄizi-en für. das Plenwn bettau-t. MMw. Ae LaMmtzesstoueu an i $g. Jerusalem, 6. März. (I. C. B.) Wie beSonNi, hat die JÄv-ish Colonisadron Assoziation vor eineinhalb Jahren vori der Regi-e-runtz Lan-dko nzessionon 'erhalten, die sich ms ein Ärral von eirchgen zchntausond Dunaur Sto-tsländereien beziehen. Dr sich die Araber M den benachbarten Orten gegen diese- KonMimren beschwert haben, -würde eine Regie. rung sTo mmissioin eingeisetzt, die-diese Frage schlichten follte. Mm-m-chr hat die Kommission ihre Achetten -böeüdigt, rmd jdie folgenden Vorschläge erstattet: In At-lith ist ein. großer Teil des konMioMer-ten Bo» dens den Arabern a-uif lange Pacht zu üb-eügMen; in K-albara ist der gäs-amte KonzeffionAbvIdM don Arabern auf lange Sicht in Pacht z-u geben; m-Cesaräa wird den Arabern die Wahl gÄassen^ einen Strich Lander u-rventtzÄÄich z»r über-nehmen oder von der Ivaein« Abstandssunune zu erhalten oder aber für. die Jca die Entwässerlungs- , «nbett-vn du rchzusichren und' 'dafür den Boden als BiehwÄd», zu erhalten. Wegen -eines weiteren Tsiiles dds Kongessionsbo-d-rrs wurde beschlossen, >bettn rnediIM'ischen Dchartemew anWifragon, ob der. Boderi einen Malariaherd darstellt. In diesem Falle "soll er der Jca übergeben werden. Im «nderer Falle ist er von der Kvnzessivu uuszuschkießen und den Arabern in jährliche Pacht zn gübe-n. Die Bovschläge -der Kommission.b-GVMir also die An« n l;,t e r u u g W der samten Jca-iKanmüssion. . ' * .. ’ - Die ■ KoMsironen an die Joa sind. durchaiuZ im Simn. S)dS MMsttna-Mmrdats erfolgt, ihre Durchfühüuntz wurde rnsc^ge eines'Äbergvoßen En'tgegenko^'anHns der l polöMneMchen ÄdsgÜÄmg aufge-schoben. Diese Schwäche hat Mmrlze'it <öuif jÄ!Ästher Seit« stchr verstimmt. Mau muß nAumehr fordern, daß' die RetzieouKg an den einvtal singesMygjMn REchtWien^ m* Äöt, ftfMte! ■; .;. :• s 5^ Unser PrinzjPj^G^ ((.. TaborstraBe 4» Tdapben 474»7fl;- En detail