Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-03-07 · Heft 1460 (7.3.1923) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1460 (7.3.1923)
Date
1923-03-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980541--14014-3000711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Belte 8 Wien. Mittwoch Serichtssaal. Berzweiflnngstat einer Mutter. Wegen Mordversuches an ihrem dreijährigen Kinde sowie hegen'Diebstahls hatte sich gestern die 31jährige Bedienerin stranla Patona aus Steinam-ingcr in Urgarn vor dem kchwurgevicht unter Vorsitz >des Hofrates Dr. Cerny zu vermttvorten. Wie die Anklage, vertreten von Staatsanwalt t>r. B u t s ch e k, ausführt, zog die Beschuldigte vor ungefähr lwei Jahren zur Pserdewärtcrsgottin Marie Kiß und brachte ihr damals etwa einjähriges K'md Irene mit. Den Lebensunterhalt erwarb sie sich durch Bedienur-gen boi verschiedenen Parteien. Im April 1921 lernte die Patona den um sechs Jahre jüngeren Wehrmann Anton Dobler lennen und ging mit fern ein Liebesverhältnis ein. Im Oktober darauf ging Dobler jns Bugenlcmd und erfuhr dort, daß die Patora bei ihren kltern in Ungarn eine Tochter im Aller von zwölf Jahren habe. Er hatte anfangs die Absicht gehabt, die Patona zu hei« raten, ließ aber dann von diesem Vorhaben ab und teilte ihr sies auch mit. Die Angeklagte war daraufhin sehr niedergedrückt, orderte ^ch in ihrem ganzen Wesen und wurde auch arbeitsunlustig. Wie sich spater herausstellte, verübt« sie bei verschiedenen Parteien, die sic zur Bedienung ausgenommen hatten, Diebstähle, Entwendete Kleider, Wäsche sowie Silbersachen im Werte von sinigcn hu-nderttauserd Kronen. Im September 1922 traf die Patina zufällig der.« Dobler mf der Straße, stellte ihn zur Rede, well er nicht mehr zu ihr gekommen sei urü» drohte, sie werde ihn' etwas antun, wenn rr sie ganz verlasse. Unter diesem Zwang setzte Dobler das Verhältnis mit ihr fort. Bon dieser Zeit an arbeitete die Palona gar nichts mehr und gab trotz der Zureden ihrer Woh- «ungsgeberin, die sagte, sie werde sie, weni sie sich nicht ordere, rus dem Hause weisen, alle Bedienungen auf. Auch ihr Kind Gehandelte sie jetzt lieblos und äußerte si<) wiederholt, sie werde stch uNd dem Mädchen etwas antun. Zö dieser Zeit kam ihr »uch das Gerücht zu Ohren, daß Dobler eine andere heiraten Volle. Am 22. Oktober kam Dobler wieder zur Patona, blieb rber nicht large und verließ, trotzdem die Geliebte in Tränen rusbrach und ihn bat, er solle sie nicht verlassen, die Wohnung. Aranka Patona bewohnte ber der Frau Kiß mit ihrem Kinde die Küche, während im Zimmer drei Beitgeher schliefen. Am Dienstag den 21., früh, verspürten die Bettgeher einen intensiven Gasgeruch, der aus der Küche drang. Sie fanden die Tür versperrt, öffreten mit Gewalt und sahen, als sie eintraten, die Patona mit chrem K'Nde aus dem Boden siegen, beide waren bewußtlos. Es wrnden rasch die Fenster geöffnet, die Rettungsgcfellschaft verständigt, und es gelang, das Kind bald zum Leben zurückzurufen, während die Patona ms Spital gebracht werden mußte, wo sie b's zu ihrer Heiturg elf Tage verblieb. Die Polizei stellte fest, daß die Angeklagte die Ritzen der Tür mit Tüchern verstopft hatte, um das Ausströmen des G-saes zu verhindern. Im Spital gestand die Angeklagte, daß sie sich und chr Kind toten wollte. Sie habe in der Rocht den Gashcchn geöffnet, sich mit dem Kinde auf dem Baden gesetzt, den Schlauch der Heizanlage zwischen ihrem und dem Kopf deS Kindes gehalten, so daß beide das ausströmende sir«atmen mußten. Sie habe dies in chrer Verzweiflung getan, well Dobler sie verlassen wollt« und ihr das Leben zum Ueberdruß geworden war. Ihr Kind, wollte sie nicht schutzlos in der Welt zurücklassen. . Die von Dr. Hochsin g'r verteidigte Angeklagte ist eine zarte, mittelgroße Person mit anaemhmen Gesichtszügen. Sie erklärt auf Befragen des Verfitzenden, ob sie sich schuldig bekerue: Des Selbstmordes und Mor^erpicheL bekenne ich mich schuldig, aber der Diebstähle nicht. Dinn berichtet sie über ihr Vorleben. Sie spricht mit stark mrgyn'.schein Akzent, jedoch fließend und gewandt. Gleich nach dem Verlassen der Schule habe sie sich als Dienstmädchen f^rl gebrach: immer fleißig gearbeitet und das Lob ihrer Dicnsigel'er gefunden. Auch in Wien war sie bemüht, durch ibrcr Hände Arbeit für sich und ihr Kind die Mittel zum Lek.nsun-.cha!r zu erlanger«, sie sei nie müßig gewesen und habe' fttbst rn ihrer freien Zeit bei der Quartiergcher'n alle häusliche" ,?ftrvucn venichtet, die Wäsche besorgt und gebügelt. Den Anton Dobler lernte sie im Herbst 1921 kennen. Obgleich er ihr anfangs nicht gefiel, faßte sie doch später zu ihm Zuneigurg, weil er ihr Töchterchen, wie sie sagt, fürchterlich gern hatte und dem Kinde alle erdenklichen Aufmerksamkeiten erwies. Ihr gegenüber benahm er sich stets freundlich und liebevoll. Kurz von seinem Abgang ins Bugeniand wurden die Beziehungen vertraulich und sie kam in die Hosfnurh. Als er davon erfuhr, schrieb er ihr, sie solle sich keine Gedanken machen, er bleibe ihr treu und werde sie heiraten, Ihre Vergangenheit kümmere ihn nichts, er baue cntif ein« glückliche Zukunft. Er schickte Ahr auch regelmäßig Geld und Lebe-nsmi -tel. Später erfuhr das BechMms eine Trübung, als Dobler durch ihre Quartierfrau erfuhr, daß sie in Ungarn eine 12 ahrige Tochter habe. Da schrieb er ihr: „Ich habe Dich und das Kind gerr^ aber was ich über Dich erfahren habe, das tut mir sehr weh, und ich weiß nicht, was nun geschehen soll." Sie habe Liesen Brief nicht beantwortet, well sie der Auffassung' war, daß nur eine mündliche Aussprache über chre Verhältnisse am Platze sei. Dobler sei auch später zu ihr gekommen und habe Lei diesen Besuchen über den wunden Purckt nicht gesprochen. Die Angeklagte schildert nun in beweglichen Worten, in toCläjt Sxaurigfeit sie verfiel,. als Dobler mit seinen Absichten, sich von ihr zurückzuziehen, tatsächlich Ernst machte. Sie gibt iihrer Quartiersrau die Hauptschuld, die sie anscheinend mit der größten Freundlichkeit und Fürsorge vehandelte, hinter Hrem Rücken aber verleumdete und ihr BöscZ nachlcgtc und |bic Beziehungen zu ihrem, Geliebten vergiftete. Diese Frau habe sich nicht gescheut, sich in Anwesenheit ihres Kindes in 'den häßlichste» Schimpfworts» über sie uno Dobler zu äußern. Wiener Moraenzettirns. der von dem Kinde als Vater angesprochen wurde. Diese Erlebnisse brachten sie in Verzweiflung. Sie hatte überhaupt schon viel Schweres mitgemacht, , seit ihrem vierten Lebensjahre wurde sie als Waise in der Welt herumgestoßen und glanbte nicht mehr, daß es ihr jemals besser gehen könnte. Als sie des Morgens am kritischen Tage ausstand, war ihre Zimmerfrau bereits aus dem Hause. Sie hatte die anderen Mieter selbst bedient, und die Angeklagte sah darin, da diese Bedienung zu ihren Obliegenheiten gehörte, die Absicht, ihr dieses Brot wegzunehmen. In der Küche war die Kredenz versperrt, das Brot weggerüumt, nur ein Stückchen Zucker lag da. Sie wußte nicht, wo sie für ihr Kind und sich Frühstück hernehmen sollte. Das alles überfiel sie mit Schmer; und Ratlosigkeit, und der Gedanke war ihr fürchterlich, daß sie noch einem Kind das Leben geben sollte. Alles das wirkte zusammen. Sie wußte nicht, was ihr im Kops herumging, nur an das eine habe sie gedacht, daß es ihrer kleinen Tochter nicht so ergehen sollte wie ihr. Bors.: Warum haben Sie sich nicht an den Vater Ihres zweiten Kindes gewendet, daß er für das Kleine etwas tut? — Angekl.: Nein, das war ein schlechter Mensch, und ich wollte nicht, daß mein Kind je erfährt, wer sein Vater gewesen ist. Zu der Zeit hat man mir auch von zu Haufe geschrieben, ich soll Geld nach Ungarn schicken» sonst schickt mau mir mein 12jähriges Mädel nach Wien. Ich habe nicht recht daran geglaubt, daß sir eS tun werden, aber gedrückt hat es mich doch,. — Vors.: Haben Sie den Dobler einmal gedroht? — Angekl.: Ja, einntd! habe ich ihm gesagt: „Das ist dein Tod und dein Untergang." Ich war nämlich sehr wild darüber, weil er nicht mehr gekommen ist. Die Angeklagte gibt dann noch zu, ihre Mutter sei durch einen unglücklichen Zufall auf einer Jagd erschossen worden, ihr Vater habe sich aufgehängt, weil es mit seiner Wirtschaft immer mehr bergab ging. Sie selbst, die Angeklagte, sei mit sechzehn Jahren an Kopfthphus erkrankt. Zum Zwecke weiterer Erhebungen und zur Einvernehrnung neuer Zeugen wurde die Verhandlung auf Antrag deS Verteidigers Dr. Hochsinger am Abend vertagt. Irr flüchtige Brüuttgam. Bor dem Schüffensenat unter Vorsitz des Hofrates Sch au pp Ha ie sich gestern der 80jahrige Gerüst« Leonhard Wrba wogen Betruges, begangen durch Heiratsschwindel und Einibvuchsdiebflcchls, zu verantworen. Er ist wiederholt vorbestraft. Wrba unterhielt mit einer viel A'eren Frau, Magdalena Krebs, Beziehungen, die auf eine Che aüzielten. Die Frau unterstützte ihn, während er in der Strafhaft faß, und nahm fein Heiratsvevsprechen ernst. Tatsächlich schien alles für die Hochzeit vorbereitet. Wrba, der landesvevwiesen tvar, erklärte seiner Braut, er wolle mit ihr Wien verlassen, sie verkaufte ihre Möbeln und auf einen Dtroiftvagen wurden die noch verbleibenden Fahrnisie verleben. Der Magen fuhr zur Bahn und auf ihm saßen Braut und Bräutigam. Aber plötzlich sprang Wrba vom Wagen und ließ die Braut auf chm sitzen. In der Brieftasche aber trug er einen ansehnlichen Betrag davon, der für daL künftige gemeinsame Leben dienen sollte. Außer diesem Heiratsschwindel wurde Wrba noch ein Einbruch in Hietzing in der Wohnung der Frau Elise Kraus und des Fräulein Leopoldine Freitag mit einem Schaden von neun bis zehn Millionen Kronen zur Last gelegt. Der Angeklagte wurde zu drei Jahren schweren Kerckns Vevurteklt. Der „Attache des französischen Ministerpräsidenten". Im Spätsommer des vorigen Jahres fuhr durch Rußdorf ein elegantes Auto erstklassiger fremdländischer Marke; der Insasse, ein sehr eleganter Ausländer. Das Auto fisl auf wegen seines besonderen schönen Ansuchens und wegen seines besonders vornehmen Insassen. Da es ein Sonntag war, sahen das Auto viele Spaziergänger. Plötzlich fiel das Wort „Schieber". Das Mort flatterte auf und schwebte boL> au hundert Lippen. Langsam fuhr das Auto weiter. Zwei Männer stell en sich vor das Auto, um es onsuhailton. Einer der beiden efHrren erhob drohend den S'ock. Dem Chauffeur gelang eS, trotz der bedrohlichen Situation das Auto bis zu dem in der Nähe pcsiierten Machmspecktor Göbl zu fahren. Dort stieg der Passagier aus und verhängte die Arretierung der beiden Angreifer. Dem Machinspecktor stell!« er sich vor mit den Worten: „Ich bin der Attache des französischen Ministerpräsidenten Pichon." Durch dies« Deklaration bekam die Cache ein anderes Gesicht; da es sich um eine diplomatische Persönlichkeit handelte, nahm GM die Arretierung der beiden Herren vor. Bei Gericht stellte es sich jedoch heraus, daß der angebliche „Attache des Ministerpräsidenten Pichon" ein Kauipmonn namens Karl Schäfser sei, der hier in Wien die Generalvertretung einer französischen Gesellschaft ausuibt, deren Präsident der gewesene französische Minister Pichon ist. Herrn Pichon gehört auch das Auto. Wegen dieser „Falsch« melL-ung" hatte sich mm der Kaufmann Karl Schäsfer kürzlich vor dem Bezirksgerichte DIMng (ÄandeSgerichtSrat Dr. Ruzizka) Zu veranltvorten. Der Angsklag'e stellte in Mrcde, sich als „Attache des Ministerpräsidenten Pichon" (der er fa gar nicht ist) ausgcgvben zu haben, der Inspektor habe ihn nicht recht verstanden. Der Richter erkannte den Angekiag'en schuldig und verurteille ihn zu 100.090 Kronen GMtrafe, eventuell 24 Stunden Arrest, wogegen dieser dir Berufung anmeDete. Die Straßen-„Frau". Vor dem Bezirksgerichte Favoriten (Bezirksrichter Dr. Donau) fand kürzlich ein'Ehrenibeleidigungsprvzeß statt, in welchem es sich u. a. darum hanbc§!e, daß eine Frau die andere mit dem Worte: „Stvaßenf rau" (.gemeint war: „Straßenidirne") beschimpft hatte. I« der Gericht sszene traten vier Personen aus: 1. Der Gatte Rubin Pi fink; 2. die erste geschiedene Frau des Pdfinl, die sich jetzt Johanna Hossmann nennt und die Klägerin in diesem Prozesse ist; 3. die Uvoite Frau des Ravbm Pisink. _l.Mvrz _ nt um namens Edith Pifink, als BeschuMgte; 4. der B rä nl ß»! gam der geschieldenen ersten Frau. Die beiden Männer waren! als Zeugen gelo-den. Rubin Piiftnk als der Zeuge der 9itge*‘* klagten, der Bräutigam als Zeuge seiner klagenden Braut.. In der Verhandlung tmt die Feindseligkeit der beiden Frauen j gegeneinander grell Mtage. Der Gälte, als Zeuge vernommen,, gab an, ebenso wie seine jetzige Gattin, das Wort sei nicht: gefallen, er habe es nicht gehört. Der Bräutigam der Klägerin' gab an wie die letztere, Frau Edith Pifmck habe feine Braut! S voßen'^ruu" genannt. Der Richter fällte einen Jrei-j spruch, well das Gericht nicht einer Partei mehr Glaubens schenken konnte als der andere«, da hier Aussage gegen AuS-l sage stche und keine Vorzug gegenüber der anderen verdiene.. Zlldem sei auch das Verhältnis, in welchem die Parteien -»! einander stehen, nicht geeignet, die Sache zu entwirren. Sollswirt. Sestempelte Krone» 0.0871 Centimes. Anrrahlnng Wien — 0.007t'/. ßenttmes. In Zürich notierte die östeneichische Krone . . 0.0074°,, (0.0074V, am 8. M8rz> die österr. gestenipelte Krone 0.0075 (0.0075 am 6. März) die tschechische Krone . . . 16.87'/, ( 15.85 am 6. MLrzj die Mark. 0.0238 (0.0236 cm ö. März> Belgrad......... 5.90 ( 5.85 am 5. März> Bukarest.2.65 ( 2.60 am 5. Mäh) Sofia. . .. 3.10 ( 3.10 im 5. Marz) Budapest.. 0.17*/« ( 0.17'/, m 5. März) Warschau 0.0120 (0.0120 am 5. März) Budapest« Wirtschasttbericht. Budapest, Ende Februar 1883. 17,5, nur um ein viertel Punkt weniger als di« gegeM wartige Züricher Notierung, war der Stand der ungarische» Krone am 2. August des Vorjahres, ÄS die Negv-.'rmlg, um der maßlosen Spekulation Enchatt zu tun, den freien Handel mit Valuten verbot. Eine Woche spät« ttnnbe damals die Devisenzentrale ins LÄen gemfen; ein gewisses Ber« dienst hat sie sich damit erworben, daß sie den woiiteven KurS^ stürz verhinderte. Unheil hat sie aber dabei auch genug gestiftet und auch jetzt stiftet sie noch unermeßlichen Schaden. I» den ersten sechs Wochen konnte man sich ft-vbst mit der größten Anstvmyuug keine ausländischen ZaGmiwl, nicht einmal Marl und östervoichische Kronen, verschaffen. Mit oinom Schlage änderte sich aber die Zage, als die Mark -u fallen begann; da sind auf einmal Ansprüche, die Wochen vorher ge^ stellt amd lbeoorts zuikückgcyogen worben waren, auch mit Gewalt frOoH befriedigt" worden. Das gleich« System wurde moncrtebaug weiter befolgt, je nachdem, wie die Valuten standen, immerhin war mau doch irgendwie.imstande, zu ausländischen Zahlmitteln zu geLa-ngen, bis plötzlich anfangs, Jänner das Sinken der Krone anfing. Es wuvde die Zensur' sofort verschärft. Es wurden zucrft 25, dann bloß 10 Prozent der verlangten Summen bewitl'igt und später wurde die Lieferu.nz «vollkommen am gestellt. In diesem Süabmm befindet sich die Sache auch gegenwärtig. Die Industrie belkommt ftine Valuta zur Beschrsfunig der notwendigsten Rohstoffe. Der Kaufmannschaft «ist es unmöglich gewacht, langst fällige Schulden zu bozahlen. Sogar die Spcdrtouve können die zur Bezahlung d:r ausländischen Frachten nötigen Valuten nur nach langem Anwavten «Langen. Natürlich entstchen dadurch fast ausnahmslos große Lagerspesen. Die Speditau« wollen «solche nicht tragen, dic> Bahn wieder verschanzt sich hinter die Bov, schniften mh sagt, man könne ja di« Fracht „auf ungarische Valuta urngercchnot" befahlen, sie verlangt aber ungemein hohe Kurse, rvm sich gegen eventuelle Rückgänge zu schützen, Das größte Uebel ab« ist, daß das Ausland sich es überlegt, «nach Ungarn zu vevkauifen. HandÄSminister Walto meht£ die fttzdgen Miseren «würden auslhören, sobald der Exportz Wied« boginnan würde. Andererseits aber werben hohe AuSfuhvgobühren berechnet, welche noch Ansicht der kompetente» Faktoren den Export unmöglich machen, so z. B. wird fiq Dich, sofern es «von Budapest oder Sopron zur Ausfuhr ge» langt, 10 Prozent vom Werte, Dürste 1600 K., Malz 600 St und Fisolen 30 K. pro Meteyzewtn« als AuSführgebichr vev» langt. Um weit« von der Ausfuhr zu sprechen, fei hier erwähnt, daß der ASerbauminister zum Export nochstchende« PvödlMenmengen die Einwilligung erteilte: 800 Waggon! Fisolen. 80 WaggonS Erbsen, 40 Waggons Ansen, 600 Wag» gons Heu, 600 Waggons Herbststrch, 100 Waggons Sauer« kremt, 40 Waggons Buchweizen sowie Hirse «nkontingeniieri, Hinsichtlich der ExpoÄbew'ill-dgrlngrn wurde übvigrns befchlosi sen, daß ftckche in Zukunft nur mit GÄbki^ksit für die Daueo eines Monats erteilt werden. Die wichtiieste Jmportnachricht ist, daß auS Rußland 400 Waggons Rohöl heroingokommen sind , die hier z» Petwl.Mn vevarbe-itet wenden. Di« Raffinerien benützen bisst Gelegenheit, um sich von der Regievung — wie sie sagen — Schutz gegen die rumänische KonSurvenz, in MrAichbrit abetz gewissermaßen «i-n Monrpol zu verschaffen. Die wirtschaftliche Lag? wirb am besten du.rch die Tatsache chavaktevisievt, daß die Eisen-, Maschinen- und Hylz« indnstrie ein« allgemeine Arbcktewusjpernu>ng vevanstattot haben, durch die jetzt 70.000 Arbeiter avbeitslos sind. Der Staat will erst in Envägltwg zichen, ob nicht eine Bemn«4u«E zwischen Kapila«! und Avboit nötig wäre. Inzwischen wird alles teuer«. Kohle ist ftn Preist g» stiegen und di: Wchnungs. sowie GeschäftSlokalitäten werde»! «demnächst auf bas 60- .bis OOfache ber Mietzinse vom Jahr» j 1917 erhöht. RengrSndrmgen. l Die Aiktiengeseflschaft fü'k elektrischi R e r k e b r s u n t e r n e b nr u n g e n (ku nzw'g ,Frost"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.