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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-04 · Heft 1457 (4.3.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1457 (4.3.1923)
Date
1923-03-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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I mmi ■-aafe^jg. saatel? ' - BMftAiltllAMAAmMAAAkA SIC 2rtHflvltüCCÖtJölltlftlJ* Die „Arbejteiqejlunsi" Mb* gestern MM -es Abdruckes eines Artikels aus einer konfiszierten Nummer per Wr.-Ncustädter ,^Tleichhert" k-nfjSziert. Der Artikel enchieit ieine Besprechung der Frarckschen Rassenverordnung. Die .Staatsanwaltschaft «blickte in dem Abdruck des Artikels \emt Aufforderung zum Widerstand gegen eine staatliche -Verfügung sowie das Delikt dev Aufreizung. Re Waremn»fMe«er. Wie», 3. März. Die grundlegenden materiellrechüichen Bestimmungen über die Marenumsatzsteuer sind im Wiederaufbaugesetz enthalten. Die Warenumsatzstsuer wird mit Mrkfamkeit'vom 1. April 1923 üngestmgen eingeführt'werden und die diesen Gegenstand betreffeM Verordnung der Bundesregierung irr der allernächsten Zeit erscheinen. Da .sich im Zuge der Vorarbeiten für die Einführung der Steuer einige kleinere Ergänzungen der bezüglichen Bestrmjmmrgen des Reform- und Sanierungsprogvamms als wünfcherrswert herausgestellt haben, von denen sich die Bundes- .rogierung Wils volkswirtschaftliche Vorteile, teils technische Verbesserungen namentlich im Sinne einer VerLilli- Mng der Steuerveranlagung verspricht, wrrrde jdem außerordentlichen KabinettsvaL der Entwurf einer diesem Zwicke dienenden kurzen Verordnung zur verfassurigsjmäßigen Behandlung übermittelt, welche den Kabinettsrat ß» seiner nächsten. Sitzung, nämlich am 8. März 1923, belästigen wird. . A-rcho-SlowM. W Prager Aegkrms und das WLtttttrgesach der Aettors SkeWrrz. Au» Prag wird gemeldet: Wie aus Regi-rrrrrgAreisen Mdnnt wird, haben sich deuischimtionale und christlichsoziale Parlamentarier bei. der Regierung sehr stark dafür Eingesetzt, daß das Rücktrittsgesuch des derzeitigen Rektors der Präger deutschen Universität Professor Samuel Stein- Herz genehmigt werde. Die Regierung bleibt aber standhaft und verweigert die Genehmigung, da sie den Standpunkt vertritt, daß Rektor Steinherz, obwohl von -einer autonomen Körperschaft gewählt, durch tU Bestätigung der Regierung ein StaaLs'beamter geworden ist, der vor denk-Antrsemitisnrus eines Teiles der StndenßrnschafL'n ich L zurückweichen darf. - —rrr&r ltzer HepoWch-wWch' WM*M der 010 E. 'M -MWW MiM Wnd W W g ü n g Sv e vsuche angeregt wordtzii. Der Wiener Direktor Bennisch ersuchte durch Bermittlmg der österreichischen Gesandtschaft um polizeilichen Schutz, und unter dreser Obhut erschien er heute in der Bank, um die Enrigungsverhandlungett zu leiten. Er erklärte, daß die neue Direktion den gekündigten Beamten die gesetzliche Abfertigung Luszahken werde und auch die im Dienste verbleibenden nicht im Stiche lassen werde. Von.einer Liquidierung der Budapester Filiale sek k e i n e R e d e, man beabsichtige vielmehr unter der Aogy-de der Wiener ZentralbodLnbänk ein selbständiges ungarisches Geldinftttut aüs der Bn-dapester Filiale zu errichten. Nach der Konferenz erschien der g^schäftsführende Direktor K o s zt o l a n Y i auf der Polizei und legte ein Geständnis zugunsten Sebestyms ab. ' - Budapest, 3. März. Der Generaldirektor der Budapester Filiale der Wiener KommerzialLank Gebestheu wurde heute bis .aus lvelteres aus dem polizeilichen. Getvcchrsam e n t l a s se n, .bleibt jod.'ch unter Polizeilicher A u f s ich t. WgLM. Sie SomvevMre. folgte eine Explosion, welche größeren Schaden verursachte. Die Ortspolizei erhielt erst einige Tage später (!) Kenntnis von der Sache und konnte die Corpora delicti nicht mehr Erfinden, weil diese in die Misttiste geworfen worden, jsind (!). Abg. Hegedüs erklärt, daß er ein Attentat vermute. Zur Zeit der Explosion war er nicht einmal in NagykanUa. Die Artigen Matter erfuhren Wer das angebliche Attentat erst auf dem Umwege über Budapest. Erft heute Samstag nachmittags telephonierte die Naghkanrzsaer Pckttzsi nach Budapest und bat um die Entsendung von.Krtzrvinal- Leamten, die Licht in diese mysteriöse Affäre bringen sollen. DK Malversatisne« bü der Kommerzialbank. Badapest, 3. März. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung") Dir Beamten der Budapester Filiale dev Wiener Kommarzialbank sind heute vormittags in den Aus stand getreten. Sie erklärten sich solidarisch mitdem ge- . stevn abends verhafteten Generaldirektor Sedesthen. Die drei Delegierten der Wiener Zentrale der Bank sprachen >von der PoÜzMadthanPtmannschast polizeiliche, Assistenz -an. Hierauf besetzten zehn Wachleute die Bank. Unter diesen Umständen begannen dann Verhandlungen zwischen den Wiener Delegierten und den streikenden Beamten. Mittags rrahMrn die Beamten die Arbeit wieder auf, die Wche verbleibt aber vorderhand im Gebäude. Heute vormittags wurden aus der Privatwohnung des verhafteten Generaldirektors» S e h « sth e n die beschlagnahm «en Gelder in der Höhe von mchreven hundert MÜ- L-iönen auf die Polizei gebracht. Auch anderthalb Meterzentner Silber, viel Platin, Gold und Brillanten wurden zustande gebracht. Der Leiter des Depositenamtes der Polizei erklärt, .daß solche Mise Wart« ruO nie M der Po- Dr. P-MM ichrMH MkWMqchM Synagoge mit dem Posten eines Hauptraboinerß bei Warschauer Gemeinde verbunden. Der zum Nachfolge, PoznanskiS aufdem Rabbiner- und Predigerposte« ge. wählte Professor Moses Schot aus Galizien hat m ihm cmgetvagenen Posten nicht angenommen. Mm«. Budapest, 3. Marz. (Tel. b. „Wr. Morgenzeirung".) Me poltzeiliche^ Untersuchung gegen die Unbekannten, die Abgeordneter Ras s v y und Chefredakteur M i k l o s je eine Bombe in das Haus geschickt haben, blieb ohne jeden Erfolg. Die „Erlöschenden", die mit vollem Rechte der Tat beschuldigt werden könnten, gingen bereits, in die Gegenoffensive über und ersinnen jetzt , g ehei:nnisvolle Geschichten, die beweisen sollen, .daß nun: gegen sie Anschläge versuche. So meldet heute die amtliche Polizeikorrespondenz, -dieselbe, welche vor einigen Tagen das Gutachten der Exploftonssachverständigen .verstümmelt v. nd gefälscht den Blättern Wermittelts, daß.in Nagykanisza «in Bvmbenattentat gegen den La-ndespräsidenten der „Erwachenden" Abg..l^org Hegedüs verübt worden wäre. Gerade vor einer Woch^ soll nänrttch in der Nagykanizsaer Wohnung Hegedüs ein Paket abgegeben worden sein, welches von. der' Dienstmagd im Dienstbotenzimmer untergeövacht wurde. Einige Minuten ^darauf soll.im . . . . Dienstbotenzimmer Feuer entstanden sein und hierauf er- Eine Rerhe von Resolutionen gesaßr, m oemn -unter - * - - ^: anderem die tu Amerika lebenden Polen aufgefordert wer- I»s NerSst mMMcher M.W« Sslfens#«». Warschau, 2. März. (Tel. der „Wr. Movgenztg.") ^Jn der letzten SejmsitzuNg brachte der Deputierte Dr. Schipper eine Interpellation, an den Minister des Innern über die bereits grmeldetö.Entziehung des Postdebits für eine! Aoße Zahl von jüdischen. Zeitungen und Zeitschriften des > Auslandes ein. Der Jtrjtzrvellänt wies darauf hin, dvß die Maßnahme auf ungemuen und vielfach falschen^^Informationen beruhe. Als Beispiel führte er an, daß eine Anzahl der Blätter, denen das Postdebit e.ntzogeü wurde, überhaupt nicht e x i st i e r e »wer seit längerer Zeit nicht mehr erscheinen., daß auch gegen Monatsschriften, die ausschließlich literarischen Fragen gewidmet sind, wie zum Beispiel die New-Aorker ^Zukunft" und der „Haschiloach", das Verbot ausgesprochen Wurde. Die.Interpellation weist darauf hin, daß dieses Vorgehen gegen die ausländische Presse im Ausland nicht ohne Widerhall bleiben könne, urä> verlangt Aufklärung darüber, ob das' Außmmimsterium von der Maßnahme. Kenntnis gehabt habe, ferMr, ob der Jnnemmmster geneigt fei, aus meritorischen Grüpdeir die Verordnung einer Revision zu unterziehen. .ZentrÄrat der Wifchr» kmrsmämiische» , ' Mreine. In Warschau tagt MZertwärttg der Zentralrat der Mischen MsmänuiMm ^PepelniMmgr» ganz Polens. Es sind über ÜÜ LÄ-egWe W den Handelszentren der polnifchcü Republik erschitzüeüi' Anr ersten Sttzungstage Mrd'e über die Lage des jüdischen Handels in. Polen und Wer die Beziehungen der polnischen Regierrurgskreise zu den jüdischen Wirtschastskveisen gesprochen. Abg. W i s ch l i tz k i erhob schävsen Protest - gegen die Methoden der polnischen Ne-gieruu-g und tadelte es, daß der Finanzmimster Grabski die jüdisch-wirtschaftlichen Organisationetr nie- -rnals zu. feinert Bevattingtztt ernladt. Ser Kvzrso? drrmcht TMar. Lemberg, 2. März. (Tel. der „Wr. Morgenzeittmg".) Die von uns bereits mehrmals erwähnte Karnpagne der Nozwoj-Orgav.isatirn in Brc-dyv zur Enteignung des Kristianpollerschen Hauses beginnt wieder größeren Umfang'zu eAangen. In Lemberg sprach in einer großen Versammlung -er Führer der Nozwoj- §vgamsa.tton in Brodh Dr. Stenze.l, ferner der PogroNÜnövder Oberstleutnant und gegenwärtige Abgeordnete Mo u e z y n s k i und Senator T h uli e. Es' wurde Der neue WWe Mntstrr. Kowno, 3^ März. E. C. B.) Das wue Nrauisch« Asm, b'urett hak sich bereits konstituiert, eS zeigt diestlb« ZusamnVnfttzung Me bisher. '' Zum Minister für jüdische Ungelegen heiten ist trotz aller Proteste dersüdischen Körperschaften; und aller Kreise der Bevölkerung daS Mitglied des Kreisgerichtes Bernhard Friedmann ernannt worden. Wie dem Kotmwor I. C. B.-Bertreter soeben mitgeteilt wird, haben aus Ansatz der Ernennung Frrodmanns zum Minister, s ä m t l i ch e A n g e fte l l t e d e S. j ü d i s ch e n Mini ft e r r u m § ihre P oft e n n i e d e r g e l e g t. Die jüdischen Gemeinden in Kowno, Mariampol und S'chaulen haben scharfe Proteste gegen die. Ernem nung Friedlnantts zum jüdischen Minister erhoben und diese 3l?aßuahme als einen Schlag ins Gesicht der jüdischer Gesellschaft nr. Litauen bLzeichnet. , " . / den, der Rozwoj-Organisation Dollars einzusendm, um >das Haus des Juden Krist'.anvoller kaufen zu können. Sie russischen FWchMge. Warschau, 1. März. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung",) Abgeordneter Grün bäum -richtete an den Ministerpräsidenten, Innenminister und Außenminister ein« Interpellation in Angelegenheit der Rückbeförderung btt russischen. Flüchtlinge^ die nach Amerika, Palästina und^ Avgentlnien emigr-ieven. In der Interpellation wird auf "die. Bestimmung des Bölkerbu-üdes und'Deklarationen deß polnischen D-elsgierten auf der Genfer Völkerbundkonferenz am 22. bis 24. August 1921 hingewiesen, in denen sestgestellt wurde, daß kein russischer Flüchtling zwangsweise heimbefördert wevden kann. Die Interpellation fragt, ob es den betreffenden Ressortministern Le-' kannt sei, daß die Ausweisung der Flüchtlinge, die nach Amerikas Palästina und-Argentinien emigrieren, dieser von der-polnischen Regierung abgegebenen Deklaration widerspricht und eine, solche Ausweisung. geeignet wäre, die polnische Regierung zu kompvomittievern Armfuns der MgeordseteK LÄN MM AM?«er M WaMair. Warschau, 1. März. (I. C. B.Z. Das Berwalkungskomitee der großen Shuagoge,.. i'it der Tlomatzkigasse zu Warschau beschloß,, dem Krakauer^Rabbiner, Abgeordneten Dr. T h o u, den - PrechLgervc^n ..rn.Otell-i;. drs verstorbenen Dr^ Sch. A. Poznaü l anpitr^ön/Die.Antwort des Tr. Thon liegt.noch nicht vo:.. Beianntlick war unter HMsttm. Bsr de« Wstte» w de« gesetzgebende» Aat. De? Boykott der Araber. London. 3. März. (% C B.) Die in London weileM palästinensisch-arabische Delegation hat von dem Präsitten-i ton des Fünften Araberkougresscs die folgende Depesche er«j halten: „Obwohl die paLästmensischen Araber wichecholt: gegen die neue Verfassung als ihren nationalen Rechtes nicht entsprecht protestteri imfc den Boykott der Wahlen in den gesetzgebenden R at, der aus Grund diese« Verfassung gewählt wird, beschlossen haben, und obwöM die palästinetlsische Regierung über dichen Beschluß untev-! richtet wurde, hat diese trotzdem die Wahlen ausgeschrieben! in der Hoffnung, daß eim kleine, aus Staatsangestellten de-! stehende Minderheit sich an den Wahlen beteiligen wird.! Die Exekutive des paläftinensisch-arabischen Kongresses, diel die Muselmanen Md Christen des Landes vertritt, «hebt! iiüfslMffen 'gegem diese Schmachwahlen nochmals. P'ro^' t e st nutz erklärt, daß der aus diesen Wahlen hervorgehende gesetzgebende Ztat die Bevölkerung Palästinas nicht ra* präsentieren wird."; . N» ffioftlanfrof d« MWe» SoUottoItßlM. Jerusalem, 1. März. (I. E. B.) Der Waav Lemrck. (Nattonalrat der palästinensischen Juden) veröffentlicht einen Appell an die palästinensische Judenheit an den bevorstehenden Wahlen in den gesetzgebenden Rat des Landesv ollzähligteilzunehmen. .. Beitritt der Memelue« Wische» «Äetter« srWnlsatio» zur AmsterdaMr Fnteruationai^ Aus Jerusalem meldet daS I. C. B.r D^e Köm' ftrenz der .allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation in Palästtna ist nach mehrtägiger Beratung beendet worden. Die Konfteuz hat den Beschluß gefaßt, der Amsterdamer^JnLernatioNchle Led z u t r e t eu. ’ " ■ . ' Die Konferenz hat unter anderem beschlossen, daß der jüdische N atio na l son ds ntii aller Kraft zu unterstützen und'in der Nahe der Städte landwirtschaft«' lich« Vororte zu organisieren seien. Ferner Wäw di«/ Errichtung einer hebräischen Arbeiterfchüle m Palästina vorzübrreiwu. Die Konferenz hat beschlossen, einige A vord n unge n nach dem A u s l a n d e zu ent-' seiiden, urn eine großzügige Propaganda für Palästina zu entfalten. Eine bLfoudere Resolution legt gegen die' B eschränkung der palästiüensischen Ein.' Wanderung Protest ein. enMchm MWe« kn BaMim. Aus London wird uns genreldet: Ueber den Ruck^ zug der üruischen Truppen' aus. Palästina äußerte sich. Bonar Law in der Unterhaussitzung, daß N'icht daran gedacht werden könne, sämtliche Truppen auf einmal aus Palästina z u r ü ck z u z i e h e n. Die Regierung ertpäge aber ernstlich, diese Man-nschastSbestande herab zu setzen. Cs sollen demnächst zwei Bataillone Infanterie und ein Detachenrent Kavallerie zuriickbeovdert werden. Lord Becherdrook i» HslWua. London, 1. März. (Tel. der „Wr. Movgenztg.") DL Eigentümer des „Daily Expreß" und „Sunday Expreß" Bord B e a v c rb rook, > ist in Begleitung des Chefredakteurs. des letztgenannten Blattes, James Douglak nach Palästnia abgereist. Lord Beaverbrook Vertritt . in ., seinen Blättern die Forderung auf. R ä um u n g Meso<- potamienS und Palästinas durch Großbritannien. Cs wich behauptet, .daß. Lord Beaverbvook für seinen Standpunkt sowohl in Palästina als auch in Mesopotamien, wohin er sich von Palästina aus brarben toeE sine. Provaganda, eritialteu

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