Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1454 (1.3.1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Iijimjiumi.ii!»fIi.pIHU14HH|I)II»11111,1 juyiyiijiijuin^i Wie«, DoynerSiag Wkene^Morsenzektuns 1.Mrz 1SSS v&tw LeWger StMknüE; Por dem StvafvMksgetZchte 1 (LMKeSgeÄSMM Dok-,' zeM' ersuchte ex-attch ttm U r l a u b in seinem ekgeMchq M F.u ch sig), Mch sich am MÄMag W MftnÄck > Wrhe^ftM daWe-Mr sein Seminar - fettet. wüÄei Der Haüptsusschuß hat gestern die Verordnungen über die Ehrenzeichen der Republik und über die Festsetzung der!Punzieruugsgvbühr für Platin angenommen. Gedärm wurde die Ar be it s lofen n n te rstützu n g beraten und beschaffen, die JugeMichen uttter 16 Jahren in die Unterstützung emzubezichen, wenn dich« sich selbst erhallen und für W-ern oder Geschwisternzu sorgen haben. Die Wahlttfor«. In AngÄsgercheit der. Wahlreprm ist zwischen den Mchrhei'Zparteken und der sozialdemokrstischen Opposition noch keine Verständigung erzielt worden und werden die Bertzandlungen soMesttzt.'Die RegierMvg wird d&et trotzdem' i<nx der,nächsten Woche den Wcchlreformenbwurf Äs Rahmengesetz im Parlament embringen, ^ury den Parteien di« MöKichÄeit Zn geben, in dieser AngeÄKrWk' Or einer Verständigung zu gelangen. ' , .... . Me Klage Me» MsÄUmSterl A«st«iitz. Der Soznckninister Schmitz hat den 'Wg A n st e ril itz wegen'eines kritischen Zeitm^avtikÄks geklagt. Es ist dies der erste Fall dieser -Art. Der VersassmrMussthvß wählte gestern den chrfftlichsoziccken Abgeordneten Waitz zum Referenten Wer diese Rnge^enhert. Liener grtzen Neuner. Wie die „Arbeiterzeitung" meldet, ist der für vorgestern im Hörsaal der Universität angekündigt gewesene Vortrag Dr. Renners über „Die geschichtlichen Warcklun,FLN der Rechtsinstitute" auS ganz Unerklärlichen Gründen vom Rektor Professor Diener verboten worden. Die Erklärung liegt einfach darin, daß der Rektor der Diener der Höllischen Bildun^ssrermtze ist. Der Vortrag wurde rm Sitzungssaal der ArMteAammer abgehalten. Interessant ist, daß die Bewilligung des Hörsaales bereits am Montag erfolgt war, , am Dienstag jedoch M-. 'ruckgezogen wurde.' .st . / ..'.st', Preffeü»«fere«r. Heute am 1l) Uhr vormittags findet im kleinen SitzüngSst-Äs des BundeSmirrssteriums für Ae-uß-eves eine PresstkönferenZ statt. Thema: Handelspolitik und Wiener. Messt. Die ‘ Herren Vertreter der in- und ausländischen Presse werden auf tfiefem Wegs emgeladsrr, an dieser PresseLsnserenz.. leilKmehmen. Kamps gegen WiadmWen. Bei arn-em Gastmahlwird zwei Herren die Fleischspeise strvrert. Es sind nur noch zwei Stücke da:em größeres mü> ein kleineres. Der erste greift sofort nach dem größeren Stück, woraus der andere vorwurfsvoll sagt: „Sie haben doch gar keine Manieren. Sie nehmen. sich ohne weiteres das größere Glück . . Daraus der andere: Welches Stück hätten Sie sich genommen?" „Natürlich das kleinere," war die Antworte „M, -was regen Sst sich auf? Sie haben doch das Neinere Stuck.. .* Unter großem HeÄgeschrei, mit vielt Aufwand an völkischer Begeisterung hat vor einigen Monaten die deutsch-. arische Sudentenschaft Herrn Rektor Diener.die Forderung nach Min Numerus clausus für jüdische Hörer überreicht. Denn der deutsche GharaLter der Wiener Universität , muß erhalten - bleiben. Der"Lckadeimsche Senat, ernste Mamrer der Wissen-- schüft, hat es nicht unter seine/ Würde gesunden, sich tatsächlich mit den sogenannten Forderungen" des bunt bemühten - Germanentums zu-befassen. Und der Rektor Diener hat sogar noch, ein Uebriges ge an und hat in der „Reichspost" seinem «lebhaften Bedauern darüber Ausdruck gegeben,- daß bei der Habilitierung von Dozenten leider n u r. hie wissenschaftliche Befähigung maßgebend sei, und daß — wie schade— die Rasse und Konfession so gar keine Rolle spielen. Unter solchen Um-, stände» ist es gar nicht zu verwundern, daß die arme» Deut gewmibtzue Stahlknütteln, zum PreWvon WM K/Wö Stück an eryzelchr' Personen Verkaufte. Straschek, M Püherer Lehrer, gab äh Hatz er mit einer . r Leipziger Firma Gutrett in Verbindung getretzrn sei und voy Wer. Firma. den Alleinvertrieb für Oesterreich übernommen hak«. Er habe nicht gewußt, daß es sich um verbotene Waffen handle. Als Besteller^ bezeichnet« er den Privat-beamten Paul Kyo.il, V^r bei ihm 85 Stück bestellt'und bezogen Habs, weiters den 'KchnkenkassenkorWrssor PaÄ Kttrz^^ der Ä) Stück Srpo^Wäffen..(Sipo ist die Abkürzung für Sicherheitspolizei. D. Red.) bestellt, aber Mch nicht bezogen Me. ffDie Erhebungen ergaben,. daß. zwei Beamte der Großeinkaufsgestllschäst, Viktor Hess und HanS Straß er, dem Schriftsetzer Josef P ol l a k Prospekte gezeigt haben, Mb daß PollÄ dann - . in einer Versammlung ' die Teilnehmer aNf dstst SekbftMtzer aufmerksam gewacht habe. . Gegen die genannten Personen und gegen de» Buchhalter- Hans H u m p e l m a y e r^ der von Kwoll einen Skchlknüitel geümft hatte, . wurde beim Stvafbezirksgerichte die Anklage wegen Vertriebes oder Besitzes verbotener Haffen, erhoben. In der VerhatM^g.erklarie Stvaschek, daß er ohne jeden politischen Hintergedanken die Stahlknüttel von der Leipziger Firma bezogen habe. Auf Ae Frage, welchem ZwÄe diese Waffen dienen sollten, erklärte Stvaschek: Lediglich dem Zwecke des Selbstschutzes. " Der Richter beschloß, unter Hinweis auf die grundsätzliche Bedeutung der Entscheidung die Verhandlung zur Emholtmg weiterer Gutachten zu vertagen. Ein Fackelzug in HindenVnrg, Hrs Breslau wird uns.gemeldet: Die rechtsradikale Propaganda beginnt wieder nach kurzer Pause mit öffentlichen Ruhestörungen. Samstag versuchte der Kanderverem -Fdameradschast", der mit der aufgelösten Gruppe Roßbach identisch ist, in Hindenburg einen FackelWg zu veranstalten, der yffeybar ÄSeiner der verbotenen. Vropagand^m^ÜM geWÄ war.Trotz.deS Per- ^b^Mbes PoktzeWWWM^ «yd -zwar« unter AMtertz der.MuMaPelle der staatlichen Grube von. HindrMrrg. Dem Einschreiten der Schutzpolizei widersttziey sich die Dettronstrantev. Die Polizei mußte von der Waffe Gebrauch machen und es M auf beiden Seilen zahlreiche Btzrwmwete. Ein PoUzoioffizier erlitt schwere Verletzungen am Kopfe durch eine gegen ihn geschleuderte brennende Fackel. Erst in der Nacht gelang eK, pst Exzchenten auSeinandeMtreiben, Krieg gegen jüdische Grabsteine. Aus S ch n e i d e m ü h l (Obeuschlesien) wrrd ge- . melv.'t, daß in den drei letzten Nächten auf dem dortigen jüdischen Friedhof insgesamt 54 GraLtaseln zertrümmert wurden. Die Nachforschungen, nach den Tätzry; waren bisjetzt erßÄglüs^; , . : ' ^st -' Dt^nherz Mibt. ff .. 29. Februar. (Lel^ der „Wr. Ämgenzeitung*.)' Die tschechische Regiämng verbreitet in ihrem lörgan, „Cechoslover^ka Republica" folgenive Aeußerungen: „Der Rektor der Prager- Universität Dr. Stetnher.z hat ein AstslUchrn. überreicht, M. Unterrichtsministeriury möge sÄrstn Rücktritt vom Rektorate genehmigen. «M.» srnrnrnmümmmm Re »oHsMlvns. Wir fordern die Wdifchy Einwohnerschaft Oesterreichs ans, die Fragen des. ZSHllÄattes für die am ^Mgrz stMtfiMende ... - , - mT - Ti, ^5.^ - .— BottszWhlnng in folgettdcr Wejfe zu beaM- IukruS Straschek-zu verantworten,- wekl er>petboteye . Pstder das" erste 'noch das zweite Ansuchen wurde'Lishetz .*-»^^. tuIuaTamHX»U41* am*»»**** (9Ui*ifiUAüÄY44 ««««u v - ««mW ^««■•(^^•441 ts* i.« *• 4 ««ulimuSxi«! toonciu . In Frage 6, Glaubensbekenntnis, ist das Wort israelitisch zu unterstreichen. Frage 7, Sprache: a) Sprachliche Zugehörigkeit: deutsch; Volkszugehörigkeit: jüdisch: Rasse: weist. Falls eine andere sprachliche Zugehörigkeit, z. B. polnisch, russisch, ungarisch, zutrifft, ist in der auf dem Zählblatt folgenden iFrage 7 a, Kenntnis der deutschen Sprache, das Wort „ja" zu unterstreichen. SelbstverlMndlich hat dies zu unterbfeiben, wenn die betreffende Person dem deutschen Sprachkreis angehört und dies in Frage 7 a angibt. * . , / Die dem Zählblatt beigegebene gedruckte 'Belehrung sagt über die Frage 7 a: »Die «sprachliche Zugehörigkeit wird durch dieieinige Sprache bestimmt, die jemand am geläufigsten spricht und in der er gewöhnlich Lenkt. Bei Kindern, die noch nicht spreche« können^ und bei Stummen bestimmt sich die sprachliche Zugehörigkeit nach der Sprache ihrer Familie, in Ermanglung einer solche« nach der Sprache ihrer Umgebung. , ’ v. und PröWor S te i nherz unterrichtet unh ist werter Mch W^kto.r. 'Die deutschen Pyrteierj dringen darauf, daß die Angelegejcheit Steinherz msch ev, ledigt werde, damit der neue Rektor gewählt werden könne. Prorektor . Meyer-Harting scheint oitgiunelj« men, daß er diese Forderung namens aller deutschen Par^ ' teien erheben könne, obwohl die Sozialdemokraten opponieren. Die*Ansicht der Unterrichtsverwaltung ist aber eine andere. .Deyn auch der Rektor von der Universität als!. dnrch eine auftmome Körpörvtion frei gewählt ist, wird ey durch die Bestätigung und UebernalMe des Amtes in übertragener Bedmtung ein Staatsbeamter uvdj. da ist für seinen Rücktritt ein, ernster Gr ü n d notrvendig. Und ein ernster Grund für den Rektor Dr. Ste'inherzff wurde bisher nicht vorgsbxacht. Professor Steinherz ist , vollständig tze.sund und kann sein Lchrunt^ Rektoramt ganz gut ausüben, und die Demonstrativ uen irg-end eines Teiles .der Studeütem fchaft können für manchen einen. Grund abgeben. keineswegs aber für die Verwaltung eines geordneten Staate«,^ Der englische Kronzeuge Adolf Hitlers. Aus München wird gemeldet: Die sozialdemokratisrhß „Münchner Post" hat sich in England ^Jnforntationeij über den englischen Freund Adolf Hitlers, Mr. Henrys Beamish, verschafft, die dahin lauten, daß Beamish; der am 18. Jänner neben Hitler im Zirkus Krone ig München aufttat und in englischer Sprache eins antife mi ti fche R ede hielt, in London als F ühre^ einer Erpressungsbande bekannt ist und vor einii gen Jahren von eindm Londoner Schwurgericht zu einetz mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war. ' In der genannten Versammlung hatte Beamijy bei hauptet, den.Minister Mond „Landesverräter" genannt' zu haben und deshalb drei A«hre in Zentralafrika deportiert gewesen zu sein. Er wurde deshalb in der Versamm^ lung sehr g e f e i e r 1 und als Kronzeuge für die intevt nationale Solidarität aller Antisemiten hingestellt. ' Aus nationalistischen Kreisen wurde vor kurzem tftji* geteilt, daß Hitler dem Beamish eine große Summej Geldes zwecks Gründung einer nationalistischen Partei inj England gegeben hübe. ‘ < Aotuv Dinte«S rosegerlsches Heldsrtturrk l Vor dem ^höffengericht der Stadt Schmalkalden traD^ Dr. Artur Diyter, der Verfasser des berüchtigten anti^ semitischen Schmutzromans „Me Sünde Wider das Blut^ als Klager gegen den Erftrrter Syndikus des Vereins ' deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, K a m n i tz er,' auf, der ihm in einem Zeitungsartikel Kriegsdrückeber-j gevei und uvsMichen Lebenswandel vorgeworfen hattet Anstoß zu diesem Artikel gab eine Aeußerung Dinters ittz «ine« öffentlichen Versammlung in Erfurt, die also lautet^! ,Hut ab vor jedem Juden, der im Kriege gefallen ist,j schade nur, daß sie nicht alle gefallen find!" ff - ' In der Gerichtsverhandlung erklärte ein Oberleutnant' Hesse als Zeuge, daß Hauptmann Dinter auch in dev Etappe überaus nervös und ängstlich war und dadurch auf die Mannschaften einen recht k o m i s ch e n E i n d r u ck gemacht , hat. (& halte Dinter für.einett „yrutlosen. und ftigen Soldaten". Ein anderer Offizier äußerte sich ebett^ falls über die Renomfftereien Dinters hinsichtlich seinetz angeblichen Kriegsverletzungen sehr abfällig. . DaS Gericht sah 1 den Wahrheitsbeweis wegen Drückebergerei als nicht erbracht an und perurteilte Kamncher zu 2V.009 Mk. Mdstväfe: Den Vorwurf des-unsittlichen Lebenswandels betrachtete das Gericht als erw rei sen und sprach den Angeklagten in diesem Punkte fteij haben. Die Armen! — Mvvs> überraschend ist daher , die neueste Fesistelkrng aus Grund eigener Angaben, der deuttsch- Lrischen -Studentenschaft, daß.-sie an der Wiener^ Universität 'Al^Ppozerrt ausmacht. Morims sie jvieder das Recht Merket, allein die Vertretung der Studentenschaft zu wählen und in ^die HochschuMmmer ausschließlich, reinrassige, bodenständige Elemente M enffsndön. Da Äso die Deutschen Sv Prozent der GescmvtWvrzahl' bilden, bleiben für alle anderen Rationatitaien, - .iMnswe der Juden, lg Prozent übrig. Zu den anderen Na° tianlen gchöre» Polen, Bulgaren, Rmnänen, Jugoslawen, Tschechen, Ukrainer usw., so daß für die Juden höchstens fünf Prozent übrigbleiben. Wozu also' der Numerus clausus-Lärm? Wozu hat Herr Diener sich in der ,MeichSpost" Aamiert und wotzu Äst die deutschvölkische StÄdewtenschaft tagelang bei Regen und Wind auf der Rampe gestaMn? Sie haben doch das kleinere Stück... g—d, SelllftmordverstzÄ Nobor'. Budapest, '28. Febvuat. (Tel der „Wiener Mörgenzeituug".) Der Journalist Bela R o b o z, der mit seinem Pmder zusammen vor einigen Tagen cm der vumänischungarischen, Grenze' aufgogriffen / wurde, als beide ohne Dokumente nach Ungarn z ü r ü ck k e h r e n wollten, verübte.chmte Nacht int PoriFeigefa-ngenhause einen Selb stm o r d v e r s u ch. Er brach' das Fenster seiner Zelle auf scheu, ay der Wiener Universität verdrängt werden «yd-daß... und, versuchte,. sich die Adern mit den SÄeÄen durchIUsie wter der Ddychen UMerdrückuna entsMiL zu leiden \ schneidv^ Sie HMe bmt zalaegerszeg. Budapest, 28. Februar. (Tel.'der „Wiener Morgeuzvitung".) Der Vollzugsausschuß der Christlichsozialen Partsi hat gestern gemäß dem Referate des nach Zola« egerfzeg entsandten Abgeordneten Szobi beschlosen, di«! Aufhebung des Jnternrertenlagers zu beantragen. Friedrich m Rooi. . Belgtad, 28. Februar. (Tel. der „Wkener Morgew Zeitung".) Rach einer hier oingelangten Meldung aus Rom ist der ungarische FaKzistenführer- Stephan F r i r d r ich' aus Budapest in Rom oingetrosfeu. Nach, den Informationen hiesiger politischer Kreise wird er pom italienischen' MinisterPräsidenL Mussoliyi nicht, empsangen werden. v *. ff Weitere ArbettrelWO»«ge« k« Budapests vf 28. Februar. (Tel. der „Mrner- Morgen- Zeitung".) Zwischen den, ausgesperrten und streikender Arbeitern der Eisen-, Holz- und Ziegelhranche, sowie ^ihren Arbeitgebetn haben die Vermittlungsvrrhandlungen noch nicht begonnen. Die Arbeitseinstellung hat sogar am heutigen Lage eine Ve r s ch ä r f u n g erführen, da funk große Betriebe die Arbeiter aus gesperrt haben. Du Zahl der, feiernden Arbeiter beträgt gegen 80.000. Mg Damenschneider wurden onsgesperrtz