Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1454 (1.3.1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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WWMMMUM Wien : Zum Abholen in der Expedition, O.'.Taborstr. 1-3, oder in ei nerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Poatversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28.000 Tsehech o-.SI owa'kei: Mbn. K17. Ühxarnr Mon K 600, J n g o ■ 1 awi e n: Mont Dinar 55. Polen: Mon. Mk. 8000. Deutschland: Mon. Mark 5000.; Franlcr., Belgien:‘Monatl. Frcs. 8 Naehxahlungen' Preiserhöhungen Vorbehalten -- :< i er toter tichech. IC 1.— Italien: Monatl. 10 lire Rum $ n i e n, Bulgarien Monatl. 60 1 eibezw.Lwa, S cih w' e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion u. Administration Wien, ll.i Taborstrasse i —3) Televhone: 44-0-38.43-3-19,! ab 6 Uhr abds. 19-483,16^301j Tel-Adr.: .MorgfeOzcituri"“ / ' Wien1" Oesterreichisches Postspar*. kassen-Konta Nr. 150.693 »t. 1454 Me«. Dö««erMg, 1 Mrz 1923 5. ZaHrglmg —;y. Wien, 1« März, v Der diplomatische Zwischenfall zwischen Oesterreich und der Tschecho-Slowakei ist wieder beigelegt. Dev« Transport mit den für das Ruhrgebiet angeworbenen tschecho-flowakischtzn Arbeitern, der sechs Tage lang zwischen der Grenzstation Sümmerau und ^Linz pendelte, konnte endlich abfahron. Seine Beförderung war auf das' Betreiben hakenkreuzlerischer Patrioten .MhnWrt' worden. Jeder einzelne der Provinzgewaltigen, der sich als Vorsehung etablierte, hätte sich . sa gen können, daß es ein unsinniges Beginnen sei, Oesterreich in KdnfliA mit seinem Nachbar zu bringen. Der Friedensvertrag ist in diesem Punkte sehr klar abgefaßt und gilbt den Alliierten und Assoziierten das Recht, ihre Transporte über österreichisches Gebiet ungehindert rollen zu, lassen.' Bon Prag aus war bereits unwirsch bedeutet worden, man würde den Zug durch tschechisches Mchitär geleiten lassen. Es gelang.der 'österreichischen Regierung und dem Zureden der Vertreter der Parlamentsparteien, die Obstruktion beizulegen und damit ist wenigstens eine der vielen Unbegreiflichkeiten, die sich täglich in Oesterreich ereignen, aus der Welt geschasst. Wie sehr das Ansehen Oesterreichs, darunter leidet, das ist denVeranstaltern dieses. Skandals herzlich gleichgültig. Ihnen i ist es Herzenssache,- das - Verhältnis zwischen der Republik und der Tschechoslowakei zu vergiften und durch eine Politik derPadelstuhe gegen die Prager Negierung zu demonstrieren,-von der-Oesterreich bis. zum heutigen Tage nur. Freundliches erfahren hat. ' n'.'- - Tier deutsche ^Nationalismus . Mr MjsGeich.- hat - ftW untev^ detnrWmchGcho: desHOMUMpeyWWm Chauvinismus, dessen^ Lebensziel-''eß-M? eine?KorffE dierung des mitteleuropäischen Systems mit allen Mitteln zu verhindern. Zu diesem Zwecke hat er jetzt die' deutsche Reichseinheit gesprengt, zu diesem Zwecke, ist das Bündnis mit den Kriegsschreiern und dem: bewaffnetem Barwitentum in aller Welt geschaffen worden, diesem Zweck dient die Verbrüderung mit den magyarischen Iudenmördern, mit den rumänischen Pogromleuten, Mit den polnischen Nlewiadomskis, die...werktätige' Sym». pathie für die Angora-Türken und ' sogar für den russischen Bolschewismus. Die Gesundung Oesterreichs' würde die Pläne dieser internationalen Kamarilla empfindlich stören, wenn nicht gar vereiteln. Und darum ist ihr alles recht und billig, was diese Sanierung unmöglich machen Würde, darum wird in. Oesterreich zum Bürgerkrieg gehetzt und darum ist Oesterreich ein bevorzugtes Arbeitsfeld ^der. Orgesch. geworden,.'. -die sich, in Wien einen Sammelpunkt aller dunklen Ehrenmänner geschaffen hat, die? als.'Inhalt ihrer.Beschäftigung die /-nationale Sache" erklärend Unter dieser. „nationalen Sache" versteht man die Fabrikation' uttfo die Benützung von Ekrasit, von Stinkbomben, Gummiknütteln. In der Großstadt Wien, unter dem Schutz der republikanischen Freiheit, konzentriert sich die Tatpropaganda der Landsknechte aller irredentistischen Verschwörungen und sie lebt sich zunächst in dev antisemitischen .Werbetätigkeit aus. Es ist zu wiederholten. Malen festgestellt worden, daß in dem Publikum derPogrom-Meetings auch > russische, magyarische; und bulgarische Propa- ' gandisten sich befanden. Alle diese genießen die Freiheit der Republik und sind alle merkwürdigerweise auch österreichische Staatsbürger, da sie? ihre Option auf Grund des Nachweises der Uebereinstimmung in Raffe .urä» Sprache mit der übrigen Bevölkerung erreicht haben. Sie. sind in. gewissem Sinne auch moralisch berechtigt, sich im Lichte dieses Staates , zu sonnen, der seine Verwaltung ganz der Politik aüGeli'<ffert hat, einer. PoliA freilich, in der man vergebens die / positiven Ele- 2er vom Reich. angenommrn. — LosKsung Bayerns der Ludendorff-MonarchWen. — RMerei im badrische» Landtag. M si n ch e n, 28.- ftctituar. (Tel btt ,,Wr. Movgenzeitung">) Der bayrische Landtag hat Heute in einer stüvwisch bewegten Sitzung mit 74 gegen 56 Stimmen den Antrag der Bayrischen Volkspartei auf Matzt eines selbständigen . bayrischen Staatspräsidenten angenommen^ Der Äntrgg entspricht einer schon por.zwei Jahren erhobenen Forderung der 'Ludendorff-Monarchisten, die in der Person des, Rronprinzen Nnpprecht -bereits den Kändidaten für die Stelle des „vorn Volk zu wählenden" Präsidenten bereit tzälten. Für diese Fordernng hatten sich se -bftvcrftändUch auch die Hitlerselen NntionMozichlisten eingesetzt. Der nunmehr angenommene Antrag ist der erste Schritt zur Löslösung Bayerns vom Deutschen Neilb, der Beginn des Zerfalles der deutschen Einheit. Dgm.it ist eines der Grundelemente der fra nzüsisch en N evanch epolit i k zur Tatsachegeworden nnd. es wird alter Welt Wenkundig, ist westen Dienst und Geist der vWlsche:NitdWMsOM.'Ärtzeitet.^ ' : ' ^FÄr-' den.; ÄWag strWMr die Bayrische Volksparlet und die BäUrsche MittelParLei S ch r it t m a che r d er M o n a r ch i e, Mt tzN > WMulAtöse^ Ans!riMn^ wozn hie' Erregung MdMeWpMWPes Hanfes am Wi»' sten beitru^en. EifeNberger bezeichnete es in' derPolenM gegen die ÄntrÄMeller als.eine steche Heuchelei, wenn man' behanpte<. ein' solcher Staatspra' sident würde über den Parteien stehen. Der Staatspräsident sei nür ein ein Vorstötz zur Zerschlagung der des Deutschen Reiches- , die Rechtsparteien kennzeichneten sich dadurch ofsen als Hochnnd Landesverräter. Aus diese Worte erhob sich aus der rechten Seite des Hauses ein tosender Entrüstyngssturm. Ruse: Hinaus; Fort mit dem Hochverräter; wurden lacht. Der Präsident konnte sich kein Gehör mehr verschaffen. . . Von beiden Seiten des Hauses sammelterk sich zahlreiche Abgeordnete erregt uw die Nednertribüne. Abg. Graf von der Bayrischen Volkspartei ging auf Eisenberger zu und versetz Le ihm einen Stö \i. Von der anderen Seite des Hauses eilte der sozialdemokratische Abgeordnete P r o b.st herbei, der Gras gewaltsam zur Seite drangre und drohend einen Stuhl gegen ihn'erhob. SchUeglich gelang es durch DazwischentreLeN anderer Abgeordneter, beruhigend ernsuwirken. Abg. Eisenberger, der während des Zwischenfalles seinen Platz ans der Redner.LriMne behalten hatte, setzte seine Rede fort. AM cr Et dem Ruse schlostr „Nieder mit dem SLaatspräsidenten; Nieder Et' dern Schrittmacher;", ans der rechten Seite des Hanfes erneut 8ärw//^tz,->'aÄs dem/ die/Mfe: kgkren./ .:■■ ■.•. <t.-x : "'Die -nächM^Mk^." - dieses^ Antrages müssen Zetzt. MwoMVerfasinngsLämpfe^in' Deutschland. sein. Für alle Falle hat der Rechtsborschewrsmns der näLionalistischen Hakenkrenzler die ge^en die französische Ruhraktion mit schwerster Mühe errichtete Einheitsfront zerbrochen. Wallung ei$te Kritik geübtwie sie kaum - je von der schärfsten Oppositionspartei, ausgesprochen worden ist. Er hält es für fraglich, ob > die -Regierung nach ihrer Zusammensetzung'' und' > MÄttalität - W nottvendigen Garantien fiir das Gelingen der Sanierung bieten kann. Das ist keine Kritik an 'der Bevölkerung, d:tz verbittert, aber gedrtldig' die schweren LaMn.Dr' Zeit trägt;' es. ist ein Urteil an der Verwaltung die sich in ihrer'TäWeit nicht von den Geboten des sachlichen Erforderniffes .leiten läßt, sou>dern von den. Befehlen der Parteien, die in vier langen Jahren vor Gott und der Welt den Bewsis dafür erbracht baden, daß sie dom. Problem, die Devtschland für ein intematkanaler Ruhr- * L o« d ö«. 28. Februar. Der Berliner KorrefpondMI de.r „Dä^y'Ex-' pretz" meldet, daß die deutsche Negierung im Begriffe sei, drei hervorragende Beamte nach London zu schiikem um Wer^die Grundlagen für ein internationales Äntzrabkommen' zu . Veräten. / Was i« AbwesmW verm-sW Bukarest, 27. Februar^ (Tel. der „Wr. Morgenzeitüng".) M der Fortsetzung dss Prozesses gegen die von heu Budapester Erwachenden ausgerüfi etön Attentäter gegen das rumänische Königspaar erklärte Pölizeichef Nieoleanu, -ätz der Hauptangeklagke Belmont nach seiner Berhaftimg die Tal eingestanden habe. Der Sachverständige Nädulesen führte aus, die Höllenmaschine, die bei dem Angeklagten gefunden wurde, sei zn den vollkommensten ihrer Art zu zählen. WZnn die: Explosion im H.ippodrow ersolgt wäre, hätten zahllose Menschen ihr Leben esnge- Rach Schluff . des Beweisverfahrens Wurde das Urteil gefällt. Verurteilt ' wurden vier Angeklagte, und zwar: Tnroezy, Belmont, Pallägy und Paiasz zu je zehn Jahren Gefängnis. Zur selben Strafe wurde in eontumaeiam Ivan HeZsas verurteilte — Denpel, Berenezi und 5terksZi wurden freigesprochen. ‘ Wirtschaft.von sieben Millionen Menschen aufzuhauen' nun eiümal.nicht., gewachsen-smb< . Sie haben sich im Judentum ihren' Pcügelknaben bestellt; in der jüdi'schen Bchöfferüng, die nicht emmpleinen ornzigen Abgeordneten in die 'gffetzgebende Körperschaft entsenden .kann und idie deshalb - auch nicht im entserntesten an - den: mitveranttvortlich ist/ was in Wem Staat geschieht, Der Angeklagte .Tnroezy erklärte in seiner Verantwortung, daff er nach dem /Kommunismus Mitglied einer Geheimsrganisation geworden, und betonte, daff diese Organisation nicht mit dem Verein der Erwachenden Ungarn identisch sei. Sie habe keine Statuten. Sie beruhe aus dem ZeÜen« system, so daff' die' Mitglieder höchstens nur ein anderes Mitglied, doch von der Leitung Niemand, kennen. Es sei möglichdaff die Organisation auch Erwachende zu Mitgliedern habe, indessen heute sei sie unabhängig von den Erwachenden und sei geheim. Die Mitglieder legen bei ihrer Anfnähme einen Eid ab. In diesem Eide verpflichten sie sich, bei anffrrgewöhnkicher Geheimhaltung zu wirken und selbst vor der Todesstrafe nicht zurückzuschrecken. ' - - ManMnen! London, 23. Februar. (Wolfs.) Irn Unterhause svagtt der. Abgeordnete. der. Arl-eiterpartei W e d g e w o o b bet Ünt-erstaatssekrehär für den Krieg, ob. sein-e Aufmerksamkeit. <uff die Feststellungen in N r t t i s Buch „Der Niedergang Europas" gelenkt worden sei, wonach die Gemeinden ihr besetzten Gebiete, gezwungen . wurden, d eA t s ch * Frauen zur Aufrechterhaltuug von Bordellen zu stellen'und die damit verbundenen Ausgaben zu bestreiten- und ob e'.ne derartige.Anordnung iü der britischen besetzten Zone bestände. Der Unterstaatssekretär für den Krieg Buineß erklärte, die?lntworll auf den ersten.Teil der Frage laute bejahend^ auf den zweiten Teil verneinend - .. - .>-UMLW»SMrWS>»> IKIlilMIII I tv-.;. .. unterbleibt. Sie zahlt Steuern, daß ihr alle Knochen tzn Leih krachen und darf-von jedem Rotzbuben beschimpft werden, der dabei noch^ das Recht.hat, sich auf Frank und Wader zn berufen. Und alle Volksgen offen' dieser Buben sind, höchlichst entrüstet, wenn,ein unbefangener Fremder das, was hier voraeht, beim rechten - Namen nenvL.