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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-28 · Heft 1453 (28.2.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1453 (28.2.1923)
Date
1923-02-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Mittwoch .MMMiäjt -- ..... -- --- *H usammenstöße zwischen Zionisten nnd FoMsten in Warschau. Am 18. d. wurde im Lokal der zentralsoziaiistischen i Vereinigung Warischaus eine Versammlung abgehalten, in! welcher A>bgeordneter I. Grünbaum über die Stellung des! jüdischen KLubs zum Mischen Schulwesen sprach. Lange vor der'Versammlung hatten mehrere Folkisten .und Bundisten das Lokal besetzt, die unter den Rusen „Nieder mit >.>2m jüdischen Kluib!", „Tod Grünbaum!", „Ans gegen die Zionisten!" besonnen hatten, das Lokals zu demolieren und die VersaimmttmgSwilnehmcr herauszudrängen. Es kam zu Schlägereien. Ms dann die Anhänger Grunbaums i-n der! Ilober'ey! waren, gelang es ihnen, die Ordnung herzustellen, so de' l^-geordneter Grünbaum sein Referat halten konnte. Nack tangerer Debatte drückte die Versammlung dom jüdischen Küre das Vertrauen aus und stimmte dom Referenten zu, daß innere jüdische Fragen nicht auf die Tribüne des Sejm getragen werden dürfen, sondern durch die BMskräfte gelöst werden müssen. Am selben Abend hielten auch die Fölkisten eine Versammlung ab, während welcher es zu scharfen Zusammenstößen mit Andersgesinnten kam. Einige Bersammlungste ilnchmer tni-gen blutige Verletzungen davon. * Dr. David Ro'enbamn gestorben. Sonntag verschied hier der R och t sanwalt sanw ä r ter Dr. David Rosenbaum in j-ungeu Jahren. Mit ihm ist ein braver Pionier der zionistischen Jugendbewegung dahingegangen. Seine übergroße Bescheidenheit und Scheu vor der Oefsentlichkeit brachten es mit sich, daß nur die wenissten von seinem früheren Wirken wußten. Schon als Gymnasiast gründete er die erste zionistische Mttolschülerveremigung in Oesterreich nnd hat damit ei-n Beispiel gogobeu, 'welches vielfache Nachahmung fand. Das schwere Leiden, das seit Jahren die Kräfte des Verstorbenen untergrub, verhinderte leider die volle Entfaltung seiner ungewöhnlichen Begabung. Aber alle, die ihn näher kannten, schätzten seine umfassende Bildung und seine vornehmen Charaktereigenschaften. Die Bestattung hat Dionstag vormittags auf dem Zemralsriödhofe stattgefunden. * Ein Herzl-Andenken. Wie wir erfahren, wi-d die Speisezimmereinrichtu-g Theodor Herzis,.I>ie sich in einem Wiener jüdischen Priva'.hause' befindet, ' zum Kaufe angoboten. Es handelt sich um emo vollkommene Speisegimmere'mrichtung. deren Sessel im Leder eingopreßt das Monogramm T. H. tragen. Das Zimmer. das Herzl in Paris und dann in Wien -benützte, wurde von den geg>mwär!igen B>- sitzern aus dem Nachlaß geöaust, als-Herzls Frau, kurz nach seinem Ableben, den Hausstand auflöste. Es wäre von großem Wer'e, diese Mübel, die ein Stück G schichte des Zionismus repräsentieron, für ein künftiges Hevzk-Mns-eum zu erhalten. Da aber geoerwärrig von offizieller Seite wohl kaum die notwendigen Mitt'.l aniMbrinaen sein werden, bleibt nur die Hoffnung bestehen, Laß diese Möbel, deren Aufenthaltsort der Redaktwn bokannt ist, von privater zionistischer Seite <m- Mauft werden, um den Verbust dieses interessanten Andenkens an den Begründ, r des modernen Zionismus §u verhüten. * Eine Misrachi-Frauengrupp«. Vor einigen Tco^en wurde eine Frauen- und Madchengruppe der Wiener Mrsuachisten fcgrünibet. Mese Gruppe, welche den Namen Z'iroth M i s r a ch r führt, veranstaltet einen Zyklus von Vorträgen aus jüdischer G.schichte, den Herr M. Groß ans Jemsalem haute, 7 Uhr abends, im Lokale, 2. Bez., Pm-terstrast.' 43, eröffnet. Die Griu-ppe beabsichtigt, sich allen dem Ausbau von Ereg Israel dienelLen Interassen im Sinne des misrachistischrn Programmes zu widmen. Es ergeht daher an die weiblrchm Angahorig.m der Mitglieder sämtlicher misrach'.stischen Vereine sowie an alle gesetzt streuen jüdischen Frauen und Mädchen Wiens fccr Appell, di? angekündigten Vorträge zu besuchen und sich den Z'iroth Masrachi anzuschiirßen. ÄnmeDungen täglich von 7 bis 8- Uhr abends im obigen Lokal. * Richtigstellung. Herr Alexander Pisk, Wien, ersucht uns eine ihn betreffende Notiz der ,Mien-er Morgenzeitung" dahin richtigMstellen, daß er der jüdischen Glembensgemeinschaft angshört. * Gesucht wird Jakob Garten, gehören in Brest-Litowsk 1903, zuständig nach Gvadno, welcher seit 1921 kein Leibenszeichen gegeben hat. Zweckdienliche Angaben erlittet dessen Mutter Esther Garten Ai Weiß, Restaurant, Wien, 2. Bet-, Hammer-PurszstallgLisse 3. * Freie Arztensstelle. In dem Sprtale b*t israelitischen Kultus/eureinde Wien. 18. Bez., Michrmg.r Gürtel 97,' gelaugt ein: Sek-undararztens stelle an der chirurgischen ' Abteilung zur Besetzung. Zur Anstellung ist erforderlich: Die österreichische Bund« Sbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österreichischen Nopubläk,' die körperliche Eignung, nach gewiesen durch ein amtsärztliches Zer^nis. und '.in Älter von unter 35 Jahren. Mir Sicher Stelle ist nässt den Bapbcgügen freie Wohnu-.vg nnd Verpflegung in der Anstalt denbuwaen. Mit den Personaldokumenton (Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeurnichl? über bisiher'rf« ärztliche (wmn mcnlich fpitälsärztliche) Tätigkeit belegte Gesuche sind an den Vorstand der isra-eliklschen Kultnisge-meinide. Wien, 1. Bez., Sestenstettenac-Ze 4, bis läu^chtens 15. März 1923. mittags 12 Uhr, zu überreichen. * Wetterbericht. Der warme Südweststrom überstellet bereits gang Deutschland. An seiner rechten Flanke in Ossterreich ist o!b:r die Polachiuft wieder etwas vorgestoßen. In Wien fiel fcoitmtüaqs Eisregen, nachmittags Schnee. Tie Polarluft scheint also hier etwas an Mächtigkeit zugenommen zu haben. Ihr Randgebiet ist durch Näbel gekennzeichnet. Im Nordosten wohzn Stürme. Voraussage: Wettercharalter unsicher, wahrscheinlich Westwetter. > gratuliert ihrem Führer und Chtwer Herrn Dr. Chaim Tartakower anlässlich seines 40. Seburiniaget and wünscht ihm die b a ] d i g e Erfüllung seines Herzenswunsches, auf dem Brd. n Ercz Israels erfolgreich wirken zu können _Mener Morgenzertung._ Oereine, Borträge und Versammlungen. Zionistische Sektion Innere Stadt. .Heute, 7 Mr abends, im Klubheim Ausschußsitzung. Pünktliches Erscheinen Pflicht. —ReichSschutzbund derHandelSvertreter inOe st erreich. Freitag, 5 Uhr nachmittags, im Sitzungssaal, 1. Bez., Werdertorgasse 14, Sprechabend über Standesfragen. — Elternbund Menorah. Heute findet ein Gesellschaftsabend in den Klnbräumen des Hotel Palast, 6. Bez., Mariahilferstraße 99, statt. Beginn 8 Uhr abends. Von Mitgliedern einaesührte Gäste herzlichst willkominen. — Verein für jüdische GeschichteundLiter a t u r in Wien. 2. Dez., Ferdina»' stroße 23/8. Hen'e, halb 8 Ubr abends, Vortrag Rebb. Artur Posner: „Die Juden im alten Rom." Einlritt frei. Göste willkcmmrn. — Z e i r e M i s r a ch i, 2. Bez., Praiersiraße 4ü,1l. Htnie. halb 8 Uhr abends, -ringende AuSfchnßfitzung. Erscheinen Pflicht. —Z i o» .nistische Bezirkssektion IV/V. Heute, 8 Uhr abends, Vollversammlung im Sitznngssaale des TempelvereinS, 5. Bez., Ciebenbrunnengafse. Tagesordnung: Volkszählung und andere dringende Angelegenheiten. Nedner: Gemeinderat Dr. Plaichkes, D. Nebenzahl. — Verein Tikwath Iehuda, 8. Bez., Bennöplatz 1. Heute Gesellschaftsabend. P ogrmum: Vortrag Tr? Edwin Voder: „Moses vud der Sostolismus." Irl. Erna Handel, Violinvirtucfin; Frau Lucie Croßmann, Rezitationen. Anschließend Tanz-Reunion. Cäste willlonmien. LeopoldftädterVolksheim, 2. Bez., Zirkusgasie 48. Sommerhalbjahrbeginn mit folgenden Kursen: 7 Uhr: Plastik des Mittelalters. Chemie des täglichen Lebens, Krankbeltslehre, Entwicklunasgeschichte des Menschen, Italienisch l, Tschechisch t. Räumliche Formenlehre, Pflanzenbestimmen, Harmonielehre, Zeichnen und Malen. 8 Uhr: Entwicklung der menschlichen Sprache, Kunflhistorische Uebungen, Volkssenck'en, Italienisch lt, Werke der Weltliteratur, Englische Konversation. Urania. Heute, Großer Saal: Halb 3 Uhr: Schitlervortrag: Blumen. — Alpenbahnen. — Wildbach. b Uhrr Knud Rasmufiens Polarfahrt. 'Halb 8 Uhr: G'schichten aus'n Wienerwald. Klemer Saal: Halb 6 Uhr: Hans Gemverle: Im Zauber des Bergwinters. Halb 8 Uhr: Univ.-Prof. Gehelmrot Jr Hermann Oncken: Lafialle und die Idee des Staates. Kurssaal: 5 Uhr: Dr. Franz Ottmann: Geschichte der Landschaftsmalerei. l. Halb 7 Ubr: Erika Cpann-Rheinlch: Indische Philosophie. 8 Uhr: Uuiv.-Prsf. Tr. Walter Küchler: Blaise Pascal unh Ernest Renan. Zwei Gott-und Wahrheitssucher, l. Klubsaal: Halb 6 Uhr: Univ.- Prof. Dr. Robert F. Arnold: Warum und wie erlernt man fremde Sprachen? 111. Halb 8 Uhr: Vortragsmeister Hans Neugebrmer: Gcethe-Schiller-Abeud. Dichtungen aus der Zeit ihrer Freundschaft (1794—1895). Die LebensmtttelmSrtte. Die auf dem vorWtriigen Rindermarkt in St., Marx eingÄreiene Preisechöhung für Lebendvieh moch-ie sich gestern in der Großmarkihalle im Großbank bereUs fühlbar. Im Kleinhandel, m dem der Verkehr nahezu belanglos war. ist vorläufig keine Pveisönüerung zu verzeichnen. In den Bezirksgefchäften bat sich dagegen Rrndfleifch all, r Sor'.en bereits um 1009 bis 2000 K. pro Kilogramm verfeuert. Auch auf den Märkten werden ilm Äleilchandel die letzten Qcrfyoqmvttn für das lebende Biest nicht ohne Wirkung bleiben. Die Floifchpreife erreichen jetzt wieder eine Höhe, die unbedingt eine weitere Einschränkung des Konsums zur Folge haben wird. Um so bcd-cmev.'icher ist es. daß das Gomüse hiesiger ErzerM>wg unerhört teuer ist. 'Dllrch den Druck des Maakiamtes wurde bewirkt, daß die Gärtner auf dem Frühmarkt mg Naschmarkt mit dem Preis für Spinat um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm zurückaLgangen find. Trotzdem stellt sich ein Kilogramm Spinat im Kleinhandel auf 9000 bis 12.000 K. An ausländischem Gamiise ist kein Mangel. , f Eier sind im Preise weiter zurückgegongen. Frische Ei'r waren bei d?n ländlichen Prov.MUten. die heute den Na-schmarkt cmfsuchten, fchon von 1400 K. für das Stück cnlftvärts p. haben. Bühne und Kunst. Kammerspiele. (Gastspiel Leopoldine Konstantin.) Frau Konstantin spielt jetzt ini der Nachtvorstellung wieder in L e n g y e >1 s „Tänzerin" und auch jene, welche die Künstlerin fchon vor Jahren in dieser Rolle sahen, kommen aus chvc Rechnung. Frau Konstantin spielt die Lola jetzt weniger brillant aid.r wert charakteristischer als früher. Sie legt keinen Wert auf Aenßerlichkesten, erscheint nicht meihr mit der feuerroten Perücke, ist wmixer als einst der „entKückeude Sprichteufel". Ab.r ein Weib und ein Schicksal ist meisterlich gestaltet und gerade an'diesem auch sonst recht geMckwn Abend hat man Gelegenheit, zu boolbachten, wie diese Schauspielerin an sich arbeitet und wächst. Außl.rovdentlich Herr Lovr ic als Prosper. Dieser vornehme, hochbegabte Schauspieler ist noch nicht entdeckt. Richt'ig verwendet, müßte er zu den Promin niesten zählen. Alle anderen voll Verdienst — bis ans den Darsteller des Tomy. A. Der Rabbiner gegen das Theater. In den „Lid. Nvv." lesen wir: In Marrnoros Szüget spielt schon längere Zeit eine jüdische Theatergrstttschaft. Das Theater ist ständig ausverkaust. Der Oberrabdrner von Marmaros Sziget, Teilelbaum, hat nun gegen das Theater Siellunz genommen und den strerMläubig-en Inden den Thoatevbesuch verboten. Den Nn>Iehorfamen drohlte er mit der Ausschließung aus dem Gemeiudevevband. Da die Juden strenge Orthodoxen sind, haben sie das Verbot gewissenhaft befolgt, so daß sich die Gesellschaft jetzt ein neu>:s Betätigungsfeld suchen muß. ikeorg Kaisers neuestes Werk, das Schauspiel „Die Flucht nachVenedig" wurde von den Kam m e rspielen zur Auflührung erworben. Schvlgel-erhöhnnq am Konservatorium iitifr -er Kunstakademie. Das Unterrichtsamt hat im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Finanzen die Verfügung getroffen, daß an der Akademie für M u s i k und barst e l l e n d e K u n st in Wien vom II. Semester des Schuljahres 1922 23 angefangen die Schulgelder für Hauptfächer auf das Zweifache und für Nebenfächer sow'e die Bitliotheks- Lehrmittel- und. Negieb eiträge auf das Zweieinhalbfache der jetzigen Beiträge, erhöht werden. Ausländer haben von allen Beträgen das Zehnfache zu entrichten« 28. Februar 1923 Nr. 1« Ans den Theatern. B u r g t h e a t e rr Morgen, 7 Uhr abends, „G e fch ä Ü i st G e f ch ä f t". A k a d e m i e t h e a t e r: Morgen, halb 8 Uhr abendß ^Die Frau von vierzig Jahre n". l Volksoperr Heute „R t g o l e t t o*. Morg« „D e r B a r b i e r v o n S e v i l l a". } Deutsches VolkStbeaterr Zu Ehre« dej schwer erkrankten Wiener TichterS Rudolf Hawel wird die Lellunj dieser Bübne schon in nächster Zeit dessen Volksstück „Muttes Sorge" in ihrem Spielplan aufnehmen. Raimund-Tbeater: Heute, 8 Uhr nachmittag» gelangt das Kindermärchen „Hansel und Grete l" b« sehr kleinen Preisen zur Erstaufführuna. Abends spielt Mat Pallenberg den Mr. Builivant in „D e r W a u w a u". Donnersta! geht das Schauspiel „Das Bergwerk" zum letzten Mast in Szene. Freitag spielt Willi Thaller in dem Lustspiel „D i j Erwachsene n" und Samstag ist die Erstausführung bei Schwankes „Der Herr Minister" mit Max Pallenber» in der Titelrolle. Carl-Theater: Die Premiers der Leo Fallscheß Operette „Madame Pompadour" findet Freitag deö 2. März, präzise 7 Uhr abends, statt. Zuspätkommende können er» nach dem ersten Akt Einlaß finden. — Tie Generalprobe aus Donnerstag beginnt um halb 7 Uhr. Wiener Bürgertheaterr Fräulein Poldf Bauer beendet mit der 75. Aufführung von „F r ä u l e i v Frau" ihr Gastspiel am Wiener Bürgertheater. Fräulein Ellv Kreith tritt ab 1. Nlärz in. dieser Titelrolle auf. Gestempelte Krone ----- 0.0075 Centimes. AiiWhimig Wien --- 0.60747. Centimes. In Zürich notierte die österreichische Krone . . 0.0074'/« (0.0078 am 26. Februarjs die österr. gestempelte Krone 0.007b (0.007b am 26. Februar) die tschechische Krone . . . 15.75 ( 15.77'/, am 26. Februar) die Mark.. 0.0237 (0.0236 am 26. Februar) Belgrad.- 5.15 ( 5.12'/, am 26. Februar) Bukarest.. 2.45 ( 2.60 am 26. Februar) Sofia.. . 3.10 ( 3.10 am 26. Februar) Budapest ... 0.18 ( 0.18 am 26. Februar) Warschau. 0.0105 (0.0105 am 26. Februar) Ae BerhAtnisse in der tschecho-sloMMchen Brau- und Maizindnstrie. Vo« unserem Brünner L—. S—.-Derichterstatter. Auch in der mit 1. September vorigen Johres begönne, nen Kampagne kann die inländische Brauir.dustrie hi«-! sichtlich der Erz-eurgingskapazilat über 30 Prozent der Vor« kriegserzengung nicht hinauskommen, trotzdem sich die Rohmaterialien bedeutend verbilligt hoben. Als Ursachen der niedrigen Preise bei der Herbsteindeckung (Gerste durchschnittlich 140 tschech. K. gegen 350 tschcch. K. im Vorjahr, Hopfen 1200 bis 1600 tschech. K. pro 100 Kg. gege« 4506 tschech. K. im Herbst 1921) gilt der hohe Stand der Krone» nwhr noch das Fallen der Mark, was insbesondere beim Hopsen zum Absatz im Inland drängte. Dementsprechend erfolgte seitens der Negierung al 1. September 1922 eine wesentliche Herabsetzung der. Bierpreise ohne Rücksicht darauf, daß die meisten Brauereien mit grossen Vorräten an Bier, das noch aus den übermäßig teuere:« Rohstoffen des Jahres 1921 erzeugt worden war, in die laufende Betriebsperiode eintraten. Ab 5. d. stellen sich die Bierverfaufs-preise für Lgrädiges Schankbier auf 148 tschech. K., für lügrädiges Lagerbier auf 172 tschech. K. und für 12gradiges Exportbier ans 228 tschech. K. pro Hektoliter. Diese Ermäßigung erfolgte in der Voraussetzung, ^daß den Brauereien die Biersteuer in dem von ihnen gefovderten Ausmaße ermäßigt wero.'u wird tfü-r lOgrädiges Bier! 32 tschech. K. statt 44 tschech. K.. für ILgrädigcs Bier 44 -schech.' K. statt 60 tschech. K. pro Hektoliter), sodaß für den Fall, als! es hierzu kommen sollte, keine weitere Ernräßigurrg der Bier-i Preise seitens <k>er Brauereien eintroten wird. Im Ziisamnlen-! hang mit der Herabseßnng der Preise des Fertigproduktes, tiicj gegen das Vorjahr 40 Prozent beträgt, haben -a-nch die A b-j faliprydukte der Vicrerz-eugiing im Preiise bedeittendj nachgelassen: so werd>en Treber mit 95 tschech. K.,j Malz keime mit 8Ü tschech. K. pro 100 Kilogramm ge handelt.! Als de «last ende Momente dieses Produkt ions«! zweiges sind di« enormen Staats st euer« «und Ab-! gaben (ErwerbsstEr, Umsatzsteuer, Verzchrnngsstetter —i für Brünn z. B. 11. 16. 33 tschech. K. pro Hektoliter nach den! B'iersähe.n — usw.) zu erwähnen, die ins.gastrm>t 50 Prozent' des Bierpreises absorbieren. Auch die Frachtsätze haben! bisher nur für Bier «lls S ückgut unid in 10.000 Kilogramm»^ Wa-ggons eine unwesentliche Verbilligung erfahren. Angesichts' dieser widrigen Umstände ist die Negieverringernng! durch Lohnabbau (-um zirka 20 Prozent) und die Red.u«j ziernng der Kohle «Preise nnd der übrigen technischen ArtikÄ nur «in Faktor von untergeordneter Beden-i tung und liegt es ans der Hand, daß die Erzeugungsziffer! wie erwähnt nicht wesentlich in die Höhe steigen kann. Demgemäß konnten sich di« Hofsnungen der inländischen! Bwuindnstriellen, die noch immer zu hohen Gestohu-ngskosben^ durch Steigerung des BierabsayeS wettzumachen,! in den ersten drei Monaten des lanfeitdeu Betriebsjahres auch mit Rücksicht auf die Wirtschaftskrise und die bcsteh.'nde Ar»! bei slosigkeit nicht erfüllen. Erst mit Anfang Doz-ember! v. I. ist ein etwas lebhafterer Geschäftsgang zu verzeichnen,! was hauptsächlich auf die milden Witteru-ngsverlMtnisse und! das teilweise Abflauen der Jndustriekrise zti-rückzuführen ist.! Doch klagen die meisten Bränfirmen über di« ungünstigenj Z-ahlungsverhältnisse bei den Konsumenten (Wirten), denenj oft nicht nur die Ware kreditiert, sondern außerdem, noch Bar»! fcQrWj.cn oymäyrt w-rden müssen. Allerdings trifft die SchuW

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