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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-28 · Heft 1453 (28.2.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1453 (28.2.1923)
Date
1923-02-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wiener Morgenzeltung. §3. Februar 1923 Seite 5 Nach längen Verhandlungen wurde zwischen der österrelchjchen und tschechö-slöwakischen Regierung in Angelgenheit des kleinen Grenzverkehrs ein Abkommen abgeschlossen, wonach als Grenzzonen diejenigen Gebietsteile gelten, die sich beiderseits der gemeinsamen Zollgrenze in 15 Kilometer Breite erstrecken. Der im Grenzgebiet ständig wohnenden Bevölkerung werden zur Erleichterung der Ausübung ihrer Beschäftigung B escheinigungen zu Grettzüberschreitungenausgefolgt, die für die Dauer von sechs M o n a t e n g e l t e n. Solche Grenzüberschreitungen werden nur.an ganz verläßliche Personen, die einen guten Leumund genießen, ausgefolgt. Anrecht aus solche Scheine haben Landwirte, Gutsbesitzer, Pächter, Hilfsarbeiter, Gewerbetreibende usw., deren ständige Arbeitsstätte im Grenzgebiet der anderen Vertragspartei liegt. Es werden auch Grenzüberschreitungen mit dreitägiger Gültigkeit ausgestellt, .für Personen, die ans zwingenden Familiengründen dir Grenze einmal überschreiten müssen. Diese Bescheinigung stellt grundsätzlich der Gemeindevorstand des Aufenthaltsortes aus, sie muß jedoch von der zuständigen G e nd a r m e r i e st a t i o » bestätigt sein. Im Bedarfsfalls werden auch diese Bescheinigungen von den Politik . tischen Behörden ausgestellt. Die Bescheinisuneeu berechnten zum Aufenthalt im Grenzgebiet der anderen Vertragspartei längstens bis drei, bei den Angestellten und Arbeitern längstens bis zu sechs j Tagen. Tie öffentlichen Beamten erhalten ähnliche Legiti, I Matronen von ihren Vorgesetzten Aemtern. Auf Grund einer Ermächtigung der politischen Behörden zweiter Instanz kann ein Vorstand der politischen Bezirksbehörde,! eine korporative, für höchstens 30 Personen! gültige Bescheinigung auf die Dauer von 48 Stunden aus, stellen. Diese Abmachung bezieht sich auf TouristendereinH usw., deren Teilnehmer im Grenzgebiete wohnen.!, Die Grenzüberschreitung ist nur auf den hiezu be. i willigten Straßen, Wegen und Eisenbahnen ge« i stattet. Jede Grenzüberschreitungserlaubnis muß mit »inoh -.Photographie des Inhabers versehen sein. > Die Berechtigung der Grenzüberschreitung kann im Falle von a u ß e r o r de n t l i ch c n U m st ä n d e n (Epft demien usw.) außer Kraft gesetzt werden. DaZ j Abkommen ist zwei Jahre gültig und kann drei Monats vor Ablauf gegenseitig gekündigt werden. Nr. 1453_-Men, MltkwoH_ _ Keren Haleffod in Amerika. Von einem zuverlässigen, genauen Kenner der amerikanischen Verhältnisse wird über die K.ren Hajessod-Aktion und Idevrn Aussichten in Amerika folgendes berichtet: Das Verständnis für den Zionismus, und die Bezichunftim zum Keren Hajessod sind, wie sich leicht feststellen laßt, 'volkstümkichl.r geworden und in breitere und mannigfachere " ^Schichten des Volkes einigedrungen. Alle Keren Hajessod-Mitsarbeit-or konstatieren, daß es jetzt viel leichter ist, für den Keren ,Haj«ft'cd zu arbeiten als vor ein oder zwei Jahnen,! Fast die ganze momentan geleistete Arbeit ist nur vorsbereitender Natur, da bet eigentliche Drive erst anfangs März begmnan soll. Nur in einigen wenigen Städten fanden ffchon Drives statt. Die Vorbereitungen für den kommenden Drive lösten günstige Resultate erwarten. So pflegte zum Bei- ,spiel Boston nie mehr als ^0.000 bis 50.000 Dollar aufzubringen, während das jetzige ErgobniS nach vorsichtigen sS-chätzrmgrn zwischen 150.060 bis 200.000 Dollar ergeben Dürfte. In St. LoniS, wo während des kurzen Aufenthaltes;Dr. Lew ins nur bei Banlt.tten 10.060 Dollar in bar geisammelt wurden, während eine weitere gleich hohe Smnme gezeichn-e-t wurde, dürfte inan 00.060 Dollar erwarten können. Ebenso macht auch Cleveland bemerkenswerte Fortschritte. Chicago macht Anstrengungen, dieses Jahr 250.000 Dollar in dar anfMbrinigsn. Ohne sich Illusionen h'mzu gelben,' kann man nach vorsichtigen Schätzungen airnehmen, daß, wenn überall die Zahl der Acren Haschsad-Avbei'.'Lr vergrößert wird,' in Amerika kt Sou'j'c dieses Jahres 8,000.000 Dollar aufzubringen sind. Etwas heikel ist nur die Frage der Keren Hajeffod-Arlboi'ter. Es rnttet*- liegt keinem Zweifel, daß in Amerika, vorderhand wenigstens, W Arbeit tmtr dann größere Erfolge verspricht, wenn sie von zahlreichen erlstölassig-rn PvopagaMsten aus Europa unterstützt wird. Dies zieht wieder höhere Kosten mit sich, die nicht vom Hauptibur-eau in London, sondern von der amerikanischen Keren Haicstr-id-Ongan'iisation zu decken sind. Dieses Risiko wird vielfach geschaut, obwohl alle überzeugt sind, daß erhöhte Ausgaben auch mn Vielfaches erhöhte Einnahmen zur Folge halben. Es ist dies ein Dilemma, das sich in fast allen Ländern bsmer4bar macht ititb dsm irgendwie abgeholfm werden muß, vielleicht durch Schaffung eines besonderen Propagandafonids oder auf andere Weise. Es läßt sich aber fest,stellen, daß sich auch in Amerika neue Kräfte entwickeln, die mit der Zeit ein besonders gni-cs Material für Keren Hajessod-Arbeiter abgoben , sdürftrn, da ja ülberall das Bostreben herrscht, den Zionismus mit eigenen Kräften anfznbauon. Die Ankunft W e i z m a n n s, die für anfangs März antzefagt ist, wird mit Sehnsucht erwartet. Man hofft, daß auch jAchad Ha am, an dem eine Einladung ergangen ist, für die k^men Hajejsod-Tätigleit m Amerika gewonnen werden wird. BMreÄmg von rodrrnrteilen. NuS Nürnberg wird uns berichtet: Nachdem der bayrische Mmiftervat das gegen di« beiden Raubmörder Christian Lederer und Fritz Neufekd wegen Ermordung und Dwaitchung des Kaufmannes Engelmann aus Amsterdam ausgesprochene Todesurteil des Volksgerichtes bestätigt und eine Begnadigung cvbgelchnt hatte, wurde im Hofdes Straf- Mangnisses die Hinrichtung vorgenommen. Die Verurteilten wurden morgens von zwanzig Mann Landpolizisten zmn Richt'platz geleitet und nach den üblichen Formalitäten er« sschofsen. Kn LllstgeMst. Vor geraumer Zeit tauchte in Wien der Serbe Bogoljub Stokitsch auf, der bchaupt-ete, geschäftliche Beziehungen zu den ersten Kreisen in Serbien zu besitzen. Im Jänner kam Zwischen ihm und dem Kriegsministerium in Belgrad «in. Vertrag zustande, wonach Stokitsch dem Kriegsministerinm 60.000 komplett« Jnfantevie-Lodergarnituren liefen« sollte. Die Vermittlerin dieses Geschäftes war die serbische Firma M i-. chailowic. Es gelang dem Stokitsch, dieser Firma unter der Vorspiegelung, daß er dem Lieferanten Angabe zahlen müsse» etwa 400.000 Dinar heran8z»locken. - Da «das Geschäft abgeschlossen schien, begab sich eine s e rbische MilitärtomMission zur Uebernähme der Led er gar nit ure n nach Dien. Auch der Prokurist der Firma Michailowic kam hrcher und drängle den Stokitsch, das Geschäft endlich zum Abschluß zu bringen. Dieser gebrauchte allerhand Ausflüchte und nam«w schließlich als Lieferanten einen gewissen Franz Jsnenghi. Am 22. Februar legte Franz Stokitsch einen Brief J8- «enghis vor, worin dieser erklärt, daß di« Angabe von 400.000 Dinar verfallen sei, weül die Bezahlung rächt pünktlich erfolgt«. Auch die Lieferungsverpflichtungen seien erlosch:». Es war offensichtlich, daß die Lodergarnituren überhaupt nie existiert haben und daß e8 sich um ein Luftgeschäft handelte, bei welchem die Firma Mick'ailowic die Geschädigte ist. Stokitsch, der in hiesigen Hotels wioderholt Millionenfchnlden gemacht hat, wurde gestern dem Landesgericht eingeliefert, Jsmnghi der Staatsanwaltschaft a ^gezeigt. Mferdtel MM bei einem SpeMmisMWft Durch das Geständnis eines wegen Eü«bruchsdi«bstahls in Landes gerichtlicher Haft befindlichen Verbrechers ist die Polizeibehörde Diebstählerl auf die Spur gekommen, di« seit einer Reihe von Jahren bei einer hiesigen Speditionsfirma von ihren Angestellten verübt worden sind und deren Schaden rach einer jetzigen Mertbestimmung tu die Milliarden geht. Wir erfahren darüber folgendes: Wegen Einbruchsdiebstahls befindet sich beim Landesgericht 1 der Hilfsarbeiter Johann Lehrer in Haft. Während des Untersuchungsverfahrens mb bei der Vernehmung gab Low-r zu, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Cbankk-ur Fried. rich Lehrer, ber einer Speditionsfirma im 20. Bezirk in den Jahren 1918 und 1919 Warendiebstähle in riesigem Umfang verübt gu haben. Di« Polizei hat festgestellt, daß die Hehler und Nutznießer der Diebstähle die Kaffechausbesitzerin Friederike Groß und ihr Schwiegersohn, der Schirmfabrikänt Ignaz Flesch, sind. Vom August 1918 an hatten die Diebe Diebstähle arden im Lagerhaus der Finna aufgestapelten Textilwaren begangen. Die Brüder Lehrer und ihr Genosse erhielten von Flesch für jede Ladung Beträge von 40.000 bis 60.000 Kronen. Im ganzen 'lieferten sie dem Flesch nicht weniger als sechs Wagenladungen gestohlener Textilwaren. Friedrich Lehrer, Friederike Groß und Ignaz Flesch wurden verhaftet und gestern dem Landesgericht eingelüfert. Der Schade, den die Firma erleidet, ist noch nicht festgestellt. Er ist jedenfalls sehr bedeutend und geht nach den gegenwärtigen Preisansätzen in die Milliarden Krorrew Re RordMfFeier der Akademiker. ' Wie angekündigt, Hai M Sonntag ein« Rordäu-GKeUfeier stattgefunden, welche vom zionistischen Verband ehemaliger Hochschüler sowie von der zionistischen Studentenschaft veranstaltet wurde. Die Feier, welche «inen überaus stimmungsvollen und würdigen Verlauf nahm, wurde durch einen Choral eröffnet, welchen das Blaserquintelt der Hofoper §inn. Vortrage bracht«. Sodann hielt der Präsident der österreichischen Organisation, Herr Dr. Desider Friedmann, di« Gedenkrede. Er schildert« die Persönlichkeit Max Novdaus, den wir alle als machtvollen Tribun, als redegewandten Hcvo^ unseres Rechtes geehrt und geliebt hüben. Es bleibt sein unverganHliche-s Verdienst, der meisterhafte Schilderet der sittlichen Judennot gewesen zu sein. .Aere perennius (dauerhafter denn «in Denkmal aus Erz) Hab« Theodor Herzt die berühmte erst« Kongreßrede Max Nordaus genannt. „Bitterkeit überkommt uns, wenn wir heut« di« zionistischen Schriften Nordaus lesen und sehen, wie ein Mann von solcher Kraft und solcher genialer Begabung ein Menschenleben ^daraus verwenden mußte, immer wieder die nämlichen kleinlichen gehässigen und verlo-genen Einwände der damaligen ve-rbohrten Gegner der jüdischen Renaissance zu widerlegen. Vorbildlich ist diese Hingabe an das Merk um des Werkes willen. Ewig jung ist Max Nordau gMiüben, einen 74jährig«n Jüngling hat man m die Gruft gesenkt.^ Nach dieser mit großer innerer Anteilnahme vorgebrachten Gedenkrede, welche tiefe Wirkung übt«, sang Herr Oberkay'or Margnlies unter AWenz eines Quartetts mit herrlicher Stimme hebräisch« Gesänge und das El mole Nachmim. Schauspieler Rudolf Zeisel (Raimund-Theater) las hierauf selbsttzewählte S ück« aus den Schriften Max Nordaus und verstand es durch schachten, ober in der geistigen Durchdringung wahrhaft meifterllchen Vortrag Max Nordaus zionistisches Lebens- Werk lebendig zu machen. Der Künstler, der se-kbst als Student durch zahlreiche Vorträge und Reden an der Propagierung, der zionistischen Idee, insbesondere aber an der Aufklärung der Masten mitgewirkt hatte, führ^e Nordau den Ankläger, den Kennzeichner der sittlichen Judcnnot, den Bekämpfer der Assimilation vor, las die berühmte Stelle von den „Bet^lstudentcn" aus der ersten Kongreßrede und schließlich mit. zündender Wirkung Nordaus Aussatz ^Heloten und Spartaner", AnsttMr ans dem Zudeutnm. Dr. P o l l a ck Helene geh. Neitmann, geb. 6. Juni 1893, Czernowitz, I., Rofenburfenstraße 4. P o l l a ck Herbert, geb. 24. April 1889, Riechenberg, Kaufmann. 1., RoseNbnrsenstraße 4. Weiß Paul, geb. 14. Jänner 1900, Wien. Hilfsarbeiter, XX., Hännovergaste 38. Bach Ernst, geb. 18. Mai 1899, Wien, H., Förstergasse 7. Guttmann Richard, geb. 27. Mai 1883, Wien, Czerningasse 12. S t e i n w e i ß Hermine, geb. 20. Juni 1892, Wien, I1.,Castellezg. 24. Dr. Löwy Hans, 13.August 1893,Karlsbad, Jurist, VH., Lerchenfelderstraße 71. Benedikt Theresia geb. Kla - er, geb. 2b. Juni 1888, Men, Hilfsarbeiterin, XX,, Dresdnerstraße 51. M c i s e l Alexan>der, geb. 21. August 1904, Wien, Privatbeamter, XX., Leystraße 75. Pinter FriedM), geb. 26. August 1900, St. Pölten, Automechaniker, XV., Felberstraße 20. R a u L i t s ch e k Karl, geb. 26. April 1846. Mlck-llw Privat. XViU^ Alseaaerstraße 19. Z e l n i k Siegftied Leo, geh. 10. Dezember 1869, PraK U., Czerningasie 7. E i s l e r Robert, geb. 8. Juni 1900, Wiens Mechmüker, Xi'., Breitenfurterstraße 27. N e i ß Heinrich, geb, 30. Juli 1883. Wien, Chauffeur, XI i , Wattmanngasse 31, Brecher Elsa, geb. 20. Februar 1885, Wien, Firmengesew schafterin, XNl, Kremsergasse 4. K o h n Theodor, geh 1. Auaust 1900, Wien, Telegräphen-Offiziant, X!!., Kienmayer« gaste 11 _ * " Das Neueste ist . . . Das Nauesbe ist nänrlich der empfindliche Hakentreu-zler. Seine mimosenhaft« Zariheit kann 'auch den leisesten Hauch eines Vorwurfes nicht vertragen und sein« Ehre ist ompfiMich wie ein weißer, in Benzin geputzter Glacehandschuh. Besonders wenn es eine Am'sehvc ist, die sich vorr der Ehre der gewöhnlichen Staatsbürger dadurch unterscheidet, daß sie zu einem bestimmten Sessel gehört. Wer aus diesem Sessel sitzt, ist Inhaber der Amts-chre. Der Staat garantiert für dies« Spezia-l-chve, deren HauptauMbie und Existenzberechtigung darin bestcht, boleLigt ■ zu werden, wie die Entente für unsere Kredite, nur etwas heftiger, und verleiht sie taxfrei bis zur Pensionsberechtigung. Anders verhält es sich mit dem persönlichen Takt. Der. Fall ist ausdenkbar, daß auch ein Träger der richterlichen Gewalt gegen 'Taktg.fühl verstößt. Ausdenkba.r — aber sekbstivevstäMich wird der girw Bürger sich hüten, solchen G.darÄen Raimr zu geben. Besonders dann, wenn der mit Amtschve und Taktlosigkeit Gewappnedc ein Hakenkveuzler ist. Denn wir wissen doch alle, wie feinfühlig Hakenkreuzler sind. Di« leisest« Anspielung erhaschen sie int Flug, und wenn sie einen groben Unfug bogchru, muß nrrn sich hüten, es ihnen zu sagen. Erstens, weil es -sie kränkt, zweitens, weil das 200.000 Kronen kcswt. U-cdrigens bestritt der Richter sicherlich ntü Fug und Recht, daß der geschmückte Schriftführer befangen gewesen. Alle Welt weiß, mit welcher entzückenden linbefaugen.heit Hakenkreuzler alMerall auftretcn, ganz gleichgültig, ob sie Zu« Hörer eines Bortrages, mit dein Gummiknüppel streicheln oder friedliche Mitmenschen niedevknallen. Es birrftc also wohl erwartet werden, daß Herren von der chreniwerten Zunft der Mordgesellen auch hu Gerichtssaal chre Urwefangeuheit nicht embüßen und sich b.i der Ansüibmng ihres?lmtes durch keinerlei Rücksicht bchindevn lasten würden. Daß xmn es gewagt hat, an der harmlosen Znvschautragung der Bwidaibsichten Anstoß zu nehmen und dem Amtsehrenimann vertvehren, will, sein Knopfloch mit einer anmutigen Arabeske zu schmücken, zeigt wieder einmal, wi« weit die Verderbnis der Sitten bei uns schon gediehen ist. Dazu die bodenlose Unverschämtheit, von einonl Rechte, das man besitzt, Gebrauch machen zu wollen! Das kaum nicht un>^cstra>ft bleiben. Gott sei daick, es gibt noch Richter in Dest.rreich. Kater Murr. * Gesetzliche Einführung der Sommerzeit in Frankreich. Paris, 27. Februar. (T-el. der „Wiener Monges:itnng'O) Millerand Unterzeichnete heut« im Ministerrat eilt Projekt, wonach die Sommerzeit zu einer ständigen gesetzlichen Einrichtung in Frankreich eingesetzt werden soll. Das Projokt ist Haube mchmit'bags in der Kanmter eingnbrächt worden. * Der pockenkranke Ramses. Die Entdeckung von Skelett« älbsrer Genera ionen interessiert auch den Arzt, der sich aus dem Befund her Knochen ein Bild von der Natur der Krankheiten machen kann, von denen die Menschheit irr grauer Vorzeit heimgesucht wurde. Dieses Bild bleibt freilich, wenn es skch ausschließlich um Ktrochenfunde handelt, unvollständig. In dieser Beziehung liefern di« Mumien in den ägyp ischen Gräbern dem Arzt besonders wertvolle Fingerzrig.', da ihm auch di« Hau'gcwebeteile der Leiche zur Verfügung stehen. Diese Untersuchungen halt« der verstorbene Sir Marr Armand Nusser zu seinenl Spezialstndium erkoren. Mit unermüdlicher Geduld hat er Haut- und Gewebeteile für die nrikroskopifche linier« suchung präpariert; dadurch konnte festgcstellt werden, daß nicht nur in uralter Zeit schon InsektionskranklMten unter den Menschen ausrämnten, «S wurde auch der Nachweis erbracht, daß die alten Aeghpterhäufig an Arterienverkalkung uirb Nierenleiden starben. Vermutlich waren auch schon vor inehr als 3000 Jahren Lungemntzüudungen, Post mW Malaria in Aegypten launisch. Der englische Gelehrte konnte öf er bet den Mumien Pockennarben feststellen, insbesonrere bei der Nlurni« von Ramses dem Zweiten dessen Stirn mit Pockennarbe bedeckt war. tr~----

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