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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-18 · Heft 1443 (18.2.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1443 (18.2.1923)
Date
1923-02-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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•jBifcHe 6 ' - ~ Wien, Svmttag SrleLnl, mV SHMnmt. Die zum Glück so schnell als falsch errviesene - Nachricht von Rudolf Schildkrauts Hinscheiden hat folgend« Erinnerung erweckt: Es mögen zwölf Jahre her sein, ich lebte damals in Stuttgart, als die Anschlagsäulen plötzlich in riesengroßen Plakaten eit Aastspiel Schildkrauts in einem Variete ankündigten. Ich erinnere mich kaum mehr des Sketches, den er damals spielte. Es^war ^n« sehr wilde, sehr ahenteuerliche, sehr blutrünstige Geschichte, und Schildkraut lebte sich aus. Wir waren wahrend; der vierzehn Tage seines Aufenthaltes viel zusammen. Erstöhnte, wie man es auch von anderen großen Schauspielern gewöhnt ist: „Ich muß verdienen, das Theater kann mich nicht mehr bezahlen, im Tingeltangel mM ich austreten, wie soll ich meine Familie ernähren, Schundstücke muß ich spielen, aber meine Familie muß leben, kann mau nicht einen anständigen lSkütch machen, stylte äußere Wirkung und doch motivert— Und endlich sagte er mir: „Schreiben Sie mir einen, versuchen .Sie es! Wer sehr stark, wirklich tragisch, es muß was vorgchen, ein großes. Verbrechen — aber anständig, motiviert, wirklich Gefühl!" Dabei sah er mich mit seinen großen, tragi» fchen Wüstenaugen halb demütig, halb mißtrauisch an. — I« jener Nacht schloß sch kein Auge — ich walzte die grausamsten Probleme durch mein Hirn. Ich beging Verbrechen über Verbrechen, vor nichts machte ich halt. Und als ich «ich morgens bleich erhob, stand in meinem Kopf alles fertig. Wenn ich «inen Stenographen bei mir gehabt hatte, so würdeich eS glatt herunterdiktiert haben. So begnügte ich Mich mit kurzen, flüchtigen Notizen, stürzte zu Schildkraut ins Hotel. Er lag «och im Bett, eine ziemlich unförmige Masse, und Ämr gerade dabei, sein reichliches Frühstück zu beenden. Die frühe Störung war ihm vielleicht nicht ganz angenehm, aber er war zu gutherzig, um es spüren zu lassen. „Sie haben'S schon im Kopf? Ausgezeichnet! Ist eS auch stark, wirklich stark? Erst was Rauchbares -- so, und nnn - schieße« Sr« los!" Ich schoß aber nicht gleich los. Erst wollte ich ihm deu ' Mund etwas wässerig machen. ,Mssen Sie, Herr Schildkraut, es handelt sich um eine Doppelrolle." „Ausgezeichnet! Ich kann gar nicht .genug Rollen ans einmal spielen." .Jäter und Sohn — da ist es ja durchaus natürlich, daß dis beiden sich sehr ähnlich sehen. Haar und Barktracht sind selbstverständlich verschieden." „Das geht glänzend." „Der Vater hat einen grauen Bollbart - oer Sohn ist! elaitrafiert — er ist Schauspieler, ein großer, berühmter. Schauspieler, vielleicht am besten ein russischer. - „Gut — gut —" Zürn fing ich erst richtig an: " .Jäter und Sohn find also verfeindet — t£j machte Schildkraut in seinem Don lag ein kies«- Bedauern aber ich merkte noch nichts. Mir fiel nur dis barnrherzige Teilnahme auf, als er fragte: ,Marüm ' sind sie denn böse miteinander?^ „Der Sohn ist gegen den Willen des Vaters zur Bühnegcgangm — .* ■ „Erjeijei sagte Schrlhkraut, und wackelte bedächtig mit dem Kops.. Mir meimn Sw?" Mich störte dieses ewige Dazwischenipr^cheu. „Schade, daß sie böse sind mitemander — und daß er gegen den Willen des Vaters.^." „Wer ich muß doch nwtivieren, was nun kommt." „Natürlich müssen Sie motivieren —- und was kommt nun?" — Nein, in dieser Frage lag kein Mißtrauen, aber intensivstes Irrteresse. „Also der Sohn, der nun inzwischen ein großer Schauspieler geworden ist, hat'einen Mord begangen." Ich sagte das ganz rasch, ohne besondere Betonung. - Nach den Verbrechen, die sch mir in der Nacht zurecht konstruiert hatte, kam es mir auf das bißchen Mord nicht an. Aber aus. meiner Verbrechernrutme wurde ich jäh herausgerissen. Schildkraut saß plötzlich kerzengerade im Bett, das Nachthemd fiel zurück und entblößte die behaarte, fette Brust. „Emen Mott»!!" schrie Schittckraur. Seine Augen Ware» wett mrfgerissen und rollten wie feurige Räder. „Cs kann irgendein beliebiger Mord gewesen sei» — sagte ich schlicht und begütigend, „er kann seine Geliebte er. mordet haben, es kann auch ein politischer Mord gewesen sein. Das kann ich Ihnen machen, wie eS Ihnen am besten paßt." Schildkraut fiel in die Kiffen zurück. Seine Brust arbettete mächtig, die Augen hatte er starr vor sich hin gerichtet. „Men Mord hat er begangen — ausgezeichnet, einen Mord!" Er fing das Stück schon an zu spielen, ehe es geschrieben war. Und ich beeilte mich in meiner Erzählung. „Der Sohn muß wegen des Mordes fliehen, u«jb er fluchtet in das Elternhaus, das er seit zwanzig Jahren nicht betreten hatte." „Seit zwanzig Jahren?" fragte Schildkraut wieder leiser *- 4w Ton der Mißbilligung. „Er war doch mit hem Vater böse." ,Wichtig, er war mit ihm böse. Aber wenn der Schn doch ein großer Schauspieler geworden ist, wird der Dgter ihm doch verziehen haben." „Er hat ihm doch aber nicht'verziehen," sagte ich ~- schon halb verzweifelt. „Mas wißen Sie von einem Vater," brummte Schildkraut. ' „Aber wen« er ihm verziehen hätte, darm märe doch wein ganzes Stück hinfällig." „So —und hier traf mich ein strafender^ schmerzlicher Blick. „Und nur wegen Ihres Sackes soll ein' VaLw einem Wiener Morgenzeitung. Anlässlich der ekhtev Wiederkehr des Todestages A. v. Gordons veranstaltet die .tfltachduth“ Heute, den 18. drM., 6 l’hr abends, inj'Lokale II., Glocken- «»««!« Ph «Ihk (WniUVIBIKB Sohn nichts vergeben, wo er doch ein großer Schauspieler geworden ist." „Aber, lieber Herr Schildkraut, sind denn alle Väter Engel?" „Nein, gar keine Engel — Väter smd Vater," — er trommelte mit den kurzen, setzen Finger« die Bettdecke — „bet Dg^r hätte ihm Mn verziehen, aber der Söhn hat ihn nicht um Verzeihung bitten wollen. Der Schn hat nicht wollen — aber der Vater hat gewartet — gewartet hat er — füg' ich Ihnen — zwanzig Jahre nur, um dem Sohn sägen zu können: ich bin wieder gut — und der Sohn ist" nicht gekommen." „Der Sohn ist doch gekommen," wagte ich einzuschalten. „Nu —sagte Schildkraut. — „Schließlich ist er gekommen - aber wie? Msthn Mord auf'm Gewissen. Und da soll der Vater auch gleich wieder gut sein. Hörest Sie," und . Schildkraut hob seltsam singend die Stimme — „das können Sie nicht von dem Vater verlangen." ,Zch verlange ja gar nichts von dem Vater,, liebster, bester Herr Schildkraut^ Ich kann ja da noch manches ändern, ganz nach Ihrem Wunsch. Aber der Vater verzeiht ihm nicht, unter keinen Umständen, denn der Sohn schlägt doch dann deu Vater tot." ' „Was haben Sie gesagt?" Schildkraut tat diese Frage ganz leise -. aber überhören konnte ich sie nicht. Er hatte den Kopf auf dem Kiffen liegen, seiye Augen waren fast verschlossen, blirrzelten nur zu mir herüber. „Nun, er schlagt natürlich den Vater Jet." Ich jagte das wieder ganz unbesorgt.' . „Natürlich — schlägt er den Vater tot"; Schildkraut war sehr bleich geworden. „Na ja, das muß er doch schon deshalb, damit Sie die Doppelrolle spielen können- SelbstverstäMich schlägt er ihn nicht aufoffener Szene tot, sonst könnten Sir ja' beide Rollen .auch nicht spielen."! „Ich soll den SM spielen und nun sah ich etwas sehr Merkwürdiges. SchildkräütS Äugen wurden sehr groß. Zwei große Tränen standen betritt; Er atmete tief. Aber eine -Geste schnitt mir das Wort ab. „Der Sohn ist ein Schuft, ich /weiß. M ist gegen den WMn seines Vaters Schauspieler geworden, gut. M war eln WüiakärMmp^und ist ein großer Schauspieler gewordeüx gut. Er har irgendwo eiuLn^ Mord begangen Gut. Aber dann erhebt er die Hand gegen seiperr eigenen Vater?-Ms kamt er nicht ich sage -Ihnen,' das kann er nicht. Und wenn er es fönM^-'-ich kann's nkcht'spielen^ whmen Sie'S mir nicht sibell" . .„Sie fielen j^auch:den Väter." ... „Nu, was ist das schon für ein Vater? Verzeiht er dem Sohn,, paßt er nicht in Ihr Stück. Verzeiht er dem Sohn nicht, ist der Alte wirklich der Tyrann, wie Sie. ihn brauchen, dann ist der Sohn edel. Schön, .er ist Künstler, er sagt sich los von zu Hause, er wird , ein großer Schauspieler, zt erschlägt seine Geliebte, vielleicht seine Frau, die Mutter seiner Kwher, weil sie ihn betrogen hat — immerhin die Mutter seiner Kinder aber das kann auch ein edler Mairn im Zorn: Oder Sie sagen: ein ruffischer Schauspieler — er ist Nihilist. Gr erschießt — Wa8 weiß ich — den Minister des Inner«. Das kann auch ein ehser Mensch tu«. Aber de« Vater? den eigenen Vater — nur weil er ein bissel Tyrann ist." - „Aber dann fängt doch eigentlich mein Stück erst an. —! daun, kommt doch erst die Idee." ,Iun Sie mir die Liebe — fangen Sie das Stück nicht erst an — ein Sohn, der den Vater erschlägt — ich kann nicht spielen." Schi« Augen waren noch immer feucht — doch, er lächelte schon gütig und nachsichtig — und drückte mir die Hand: .Hch weiß, Sie haben es gut mit mir gemeint — ich kann's ni cht — nehmen Sie es mir nicht übel — reden wir Wetter nicht davon." Ich glaube, ich habe seit jenem Tage Schildkraut nicht wieder'gesehen. Und so ist er mir im Gedächtnis geblieben. Paul Schlesinger (Berlin). Ae Weltherrschaft der-Maschine. Sm CH» «te»a<8 (»ctlfn). Der letzte Krieg war in vollem Sinne ein „Maschinenkrieg". Es mußten schließlich die Mächte siegen, die im ganzen über die wirksamste Maschinerie verfügten. Der Weltkrieg hat die Weltherrschaft der Technik noch fester besiegelt. Die Bahnbrecher des technischen Fortschrittes haben ihre Absichten simner nur im Kampfe durchsetzen können, im Kampf vor allem mit den Masten der Handwerker und Bauern, die ihnen auf das erbittertste widerstanden. Darum haben sich Krieg und Technik von jeher in die Hände gearbeitet. Die Kriegswiffenschast war lange der beliebteste Tummelplatz technischen Erfindungsgeistes. Die theoretische Mechanik, die als unmittelbare Anwendung -er Mathematik zum Musterfeld der Naturwissenschaften wurde, entstand im wesentliche» aus militärischer Technik, aus dem voll Machthabern angespornten, rastlosen, jahrhundertelangen Sinnen -von Büchsenmeistern und Gewehrschlössern. Seit dem Außgang des Mittelalters fanden , zudem , immer häufiger , große Männer der Wissenschaft, nachdem sie sich um die Vervollkommnung der militärischen Technik verdmrt gemacht hatten, sichere Stellungen im Fürstendienst, 18. Februar 1923 Nr, IE h— .... 1**.+.+^,,.- ..l Ein Universalgenie wie Lsörmrdo da Vinci fand zuerst Anerkennung, als er sich'int Dienste des Herzogs Sforza von Mai--, land als FortifikationSiechniker bewährt hatte. Albrecht Dürer! widmete dem König Ferdinand von Ungarn und Böhmen., nachmaligen Kaiser Ferdinand dem Ersten,, eine Schrift, bffc' er als das „erste systematische Werk--über Besestigungslunst, und Verückstchtigüng der Feuerartitterie" bezeichnte.. Sogar Leibniz suchte noch sein Glück als Gelehrter zu verbessern, in.^ dem er sich mit militärischer Kunst und Wissenschast'besäht^' Das Seekriegswesen'war die Haupttriebkraft jener Fortschritte . , inder'Astronomie und Nautik, die die Entdeckungsreisen be?.V Columbus, Basto 'de Ganra, MagalhaeS. uswerst möglich nrachten. Vom 16. bis 19. Jahrhundert. verdLnkle die Me-' tällurgie ihre Fortschritte hauptsächlich dcnl mMärischen Be- ' dürsnis. Dem Welttrieg verdankt die Technik mehr als allen früheren Kriegen, zusammengenvmmcn. Die Entwicklung der Ma- ' schirrerie bedingt bestimmte wirtschaftliche'und politische Vor- . HAtniffe, die in kulturell rückständigen Ländern in der NegM erst kriegerische und revolutionäre Ereignisse entstehen lassen.^ Es ist außerorden^ich bezeichnend, daß: selbst in einem technisch', so hochenttvickelten Lande wie England erst der Weltkrieg chch einem Wust veralteter Einrichtungen aufränmte, die den Weit-- ' bewerb -er englischen Industrie erschwerten. „Neue Fabriken'. Mit modernster Einrichtung", heißt eS in einem in Profeffop' Keyues Zeitschrift „Der Wiederaufbau in Europa^ erschienenen' Aussatz W. L. Hichens (Vorsitzenden der Cammell, Laikd an^ Co. Ltd.), „entstanden in jedem Eeil Großbritanniens, währerN' alte Fabriken moderrnsiert und bis zum Nichtwiedererkennen' ausgedehnt wurden. Außerdem tvUrds es infolge des Mangels gelernter Arbeiter notwendigarbeitersparende Apparate, zu erfinden, die in den Vorkriegszeiten, als die Arbeiter ebenst , billig wie reichlich vorhanden waren, unbekannt und unnötig! ' waren. Das Geld spielte keine Atolle im Kriege, und die masW'" nenbauenden Firnwn hatten keinerlei Schwierigkeiten^ irgendeine von ihnen gewünschte Maschine zu erhalten, sobald sie' nur Arbeit' sparte oder die Produktion vereinfachte : . Kriegsschluß verfügte daher die Maschineubauindüstrie übep eine viel größere Zabl'modern eingerichteter Werkstätten 'alfrüher; sie waren mir den letzten arbeitersparenden Maschinew. . anSgestyttet." * In Rußland haben Krieg und Revolution wohl großen-!' teils zusammenbrecheu lassen/was vorher an technischer KÄ^-' tur entstanden war/aber dafür ward mit'den gewaltigen Hin-' derrnsseu aufgeräumt, die im altert Zarenreiche einer" raschen Entfaltrrng der technischen Kräfte widerstreben. Mel' ausge< sprocheuer noch als das politische Parteiwelen her -'VereinigiÄ^' Staaten, besten-Organifationen, mit ,Iosfon^ an der Spftke.', bezeichnenderweise „Maschinen" genannt werden, 'ist die " in ' Rußland zur Herrschaft gelangte kommutlistische Partes auf ßiue^ schrankenlose EntfalfttUg Maschineller Technik eingestellt. WaS^ ibtefe Partei von anderen revölutlonsten Gruppen,' wie' den).. -SWakrttröluttonWü, im vornWein aur wesentlichsten unter^! schied, was^ sie am. zeitgeMäßesten und . hm' geeignetsten, Macht an sich zu reißen, machie, war viel weMer^^dse.vlM iM' vertretene WWänW'uuug, al<t vielmehr' fgjtCT starre' tralismuS, der mlL ihr einen, vor einer . Stella äuS tote eträeJ gewaltige Maschine zu leitenden Apparat schuf,' det' nun' be-" gönnen Hat, dös Riesenreich/mit Hilfe diüatorischerc Kräfte hem'! Prozeß einer durchgreifenden Jndüstrialisisrung' zu unter-'' 'werfen. ' ' ' . / ' . _ ■' ' ' Was fett Ausbruch des Äettkrieg^ unter' gewaltigen Ge-^^ burtswehen cuifichen will, ist eine Wvktherrs-chaft der Technik.' ^Vergebens werden romantisch veranlagte Gemüter dageW'^ aufbegehrcn, denen die Maschine nur das „vergeistigte 'Gespenst' des Lebendigen" bedeutel, eineu „Lcmlpyr", der;,nun' daS Leben in sich äuffaugt",. die jenes Morgenland restlos bewundern^' daS als seine größten Menschen solche , verehre, ,;dke. durchtms - gar nichts getan, geleistet, geschrieben und gemacht haben, sott-- der» gleich Buddha und Lavtse nur der Betrachtung des großen:!^ lebendigen Einen mit allen Sinnen nachleblen: unbewegt, heli»^ lig, wandellös, ohne Wert". Deutet denn das rnoderne Japast' nicht an, daß die Wett Buddhas, Laoises, Konfutses und an-i derer asiatischer Heiligen sich sehr wohl der Welt der Maschtnel-/^ len Technik anznpaffsn vermag? Wer die Völker des fernen Ostens kennt, wird leicht auf den Verdacht kämmen, daß ihre'!' weisen Männer von wirklich lebensmüden, enttrervten west-' ländischen Deutern grnirdlich mißverstanden worden sein UlSgen.' Ihre Lehren haben sich jedenfalls nicht als .LlUietiv' deS Wil-'' lens" rm Sinne Schopenhauers erwiesen, viel eher als auf' Jahrtausende berechnete Staudämme für die Willenskräfte zu ' gewaltigen Massen angeschwollener Böller, die nun kraftstrotzend, 'tatbegierig sich mit den von den Westmächten entwickelten technischen Hilfsmitteln zu verbinden suchen.' Auch % ' China läßt sich der Siegeslauf der Technik nicht mehr aufhalten.' Bor zwanzig Jahren fuhr man durch die Straßen Pekings auf i federlosen Wagen, deren Räder bis an die Achse im Stäub oder — bei Regen — im Kot versanken; jetzt sausen dort fortwährend; über tausend Autos über glatten Asphalt. Schanghai verfügt ' bereits über mehr als viertausend Automobile, und Canton, in dessen engen Gaffen sich einst kaum zwei Sänften aneinander' vorbeidewegen kmmten, hat nun breite Boulevards, auf denen Autobusse daherraffeln. In: Dangtseläl entstanden in den ersten zwei Jahren nach dem Weltkriege allem gegen zwcihun« v dert industrielle Nnternehrnungen mit 75 Millionen Dollar Kapital; außerdem eine Reihe Bergwerksgesellschaften,'; v25 elektrische Werke. In allen größeren Orten gibt es moderne' Schulen und Zeitungen. In den Häfen und in den großen Biunenstädten ist der Zopf bei der männlichen Bevölkenmtz verschwunden und immer allgemeiner wird der Gebrauch europäischer 'und halhenropäischer Tracht. In einigen Provinze« üben Militärgouverneure eine Diktatur aus, um jeden Wider-!: stand der Bevölkerung gegen eine heschlmmgte Ausführung moderner technischer Üuternehmungsu zü brechen. Die maschinelle Technik wird sich die ganze Eiche eroberm " Zum Antrieb der schon heute auf der Erde benützten Maschine« würden zehnmal so viel Menschen nötig sein, als die ganze, Menschheit umfaßt

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