Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1440 (15.2.1923)
- Date
- 1923-02-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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mHi Wen, Donnerstag WLettee Moesenzeituns« 15. Februar 1928 Nr. im Entrichtet gleichzeitig die Parteisteuer! Entrichtet gleichzeitig die Parteisteuer! Geldstrafe. Diese Strafe wirkt lächerlich und zugleich aufreizend, denn vorgestern wurde in Budapest ein Redakteur sozialdemokratischen Blattes „Nepszava", Desider Schoner, wegen eines Artikels, in dem er eine sehr -milde Kritik über den christlichen Kurs aneübte, zu acht Monaten schweren Kerkers verurteilt. Ae Hungerlöhne der Hochschullehrer. Budapest, 14. Februar. (Tel. der. „Wiener Morgen- Zeitung".) Die Professoren sämtlicher ungarischer Universitäten und H o ch s ch u! i n haben beschlossen, int Saufe der nächsten Woche in Budapest. zu einer gemeinsamen Konferenz zusamntenzutreten, in der sie die Erhöhung ihrer Gehälter verlängert wollen. Das durchschnittliche Monatseinkontmen der ungarischen UniverchLätsprosefforcn beträgt höchstens 27.000 bis 32.000 ungarische (780.000 österreichische) Kronen, also ein Betrag, welcher auch mit Berücksichtigung der - verhältnismäßig zweifellos billigeren Lebensverhälrnisie, die in Ungarn beistehen, als sehr niedrig bezeichnet werden -muß. Einige -Professoren der medizinischen Fakultät verfügen selbstverständlich über diel höhere Privaiemkommen, doch die überwiegende Mehrheit der ungarischen .Hochschullehrer ist bloß auf ihre Gehälter und Prüfuugsgelder angewiesen. Polen. Sokolow beim polnischen Außenminister. Aus Warschau wird uns gemeldet: Der Außenminister Skrzynski hat in einer besonderen Audienz Nahum Sokolow entpsangen und mit ihm überden gegenwärtigen Stand der Zionistischen Organisation konferiert. Lns^llewirz am, dem Ukrainische« Klub ausgeschlossen. Warschau, 13. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenßrrtung".) Der rckrainische Abgeordnete Luszkiewicz, der auf einer der letztet: Sitzungen die ostgalrzische Frage berührte, wurde zum Austritt aus dem Ukrainischen Klub gezwungen und soll angeblich dem Kotnmnnistischen Klub beitreten. Ae anüWische Propaganda. Lemberg, 12. Februar. (Tel. der „Wiener Movgen- Zellmtg".) Bon der Filrcht geleitet, daß es den jüdischen Sejmdeputierren vielleicht doch gelingen könnte, die Regierung zu einer etwas milderen Durchführung der ausschließlich gegen die Juden gerichteten Verordnung über die Ausweisung der russischen Flüchtlinge, wie auch des Schenrergesetzes. zu veranlassen, oeorustalteien die Hetzaposte! der Noztooj-Drganisatior: eine antisemitische Demonstrationsvcvsammlung. Ter Redaiieur des „Slorvo polskic", Opirla, forderte unter Entfaltung des ganzen antisemitischen llgorischanes die sofortige- Reduzierung der Schc:::cn in Le-nberg aus die Mm-estzahl und die Abschiebung der russischer: Emigranten. Unter den. Rednern befanden sich auch der aus der letzten Rozwoj-Affäre in Brody bekannte Arzt Tr. S L e n- 7,el.und eine bynerische Judenhetzerin namens Skoczylas. Ter anwelenoe indische Schenker Arnold, der den Mut fand, gegen die logische Inkonsequenz und die mtgerechten Besrimmungelt des 'Schenkergesetzes zu protestieren, wurde wreoerholl unterbrochen und verhöhnt. Die Versammlung beschloß eine Reihe von Resolutionen dem Woiwodeu G rob n tu s f. i vorzulegen. Politischer Ashtrrcht Kr russische Flüchtlinge in Polen. Paris, 13. Februar. (I. E. B.) Wie das Oberkon:- Alisiariat für die Angelegenheiten der russischen Flüchtlinge dem Vertreter der Jüdischen Welchilsskonsevenz beim Völkerbund, Herrn Z. A b e r s o n, bekanntgibt, . Hai die polnische Regierung beschlossen, die Ausweistmg der russischen Flüchtlinge in Polen bis Ende Juni zu verschieb e n. Tank den Bestrebungen des Oderkommissariais hat die polnische Delegation beim Völkerbund das Versprechen gegeben, einigen Organisationen der russischen Flüchtlinge, darunter auch einer jüdischen Organisation, das Recht zu gewähren, Bescheinigungen für politische Flüchtlinge, auszustellen, aus Grund deren die betreffenden Flüchtlinge bas politische A f Y l r e ch t m Polen erhalten sollen. -'Zu dieser Meldung stehen die von uns bereits r-erösfenttichten Nachrichten im Gegensatz, wonach die russischen Flüchtlinge ür Polen schon iw April das Land verlassen ntüssen.) Mudschau. Igo Ruhrabrnteuer. Die Adretzdeöatle iw den englischen Bertretungskörpern. London, 14. Februar. (Wölfs.) Im Oberhaus erttff vor Lord Curzon Lord Greh das Wort zu folgdnden Ausführungen: Die Frage der interalliierten S ch u ld e.n .müsse im Zusammentzan-g Mt der v o l f ft ä n d i s e n Regelung der Reparationsfrage gelöst werden.? Die Aktion der französischen Regierung habe es jedoch fast irrelevant gemacht, diese Frage gegenwärtig zu erotern. Vom Standpunkt der , nationalen Sicherheit wie auch vom Standpunkt Europas aus gesehen, müsse die Trennung zwischen der französischen und der englischen Regierung zu einer Katastrophe führen. Das Zusammenarbeiten der beiden Länder sei wesentlich, ttm der: Frieden wieder herzustellen. Ein Zusammenwirken sei augenblicklich nicht vorhanden. Vom wirtschaftlichen und finanziellen Standpunkt aus gesehen, sei Frankreichs Aktion an «der Ruhr nicht nur nicht klug, sondern sie wende verhängnisvoll sein. Das Problem der künftigen Sicherheit Frankreichs werde nicht g e l ö st werden durch die französische Aktion an der Rrrhr, die dazu führen werde, daß Deutschland und Rußland immer mehr vereint würden. Ter Völkerbund allein könne eine dauernde . Lösung herdeisühren und er müsse'die- Reparations-! frage als eine finanzielle -und wirtschaftliche Frage behan-! Mit, damit Deutschland zahlungsfähig werde. Wenn Deutschland Mitglied des Völkerbundes , werde, dann werde sowohl die Reparationslfrage als auch die. Frage der französischen Sicherheit gelöst fein. Im Unterhaus erklärte Asquith, von keiner Partei im Hause sei die Verpflichtung Deutschlands in Frage gestellt worden. Die Frage, um die es sich in Wirklichkeit handle, sei, wie die Erzwingung dieser Verpflichtungen in geeigneter und praktischer Weise gesichert werden könne. Dies müsse geschehen unter der Bedingung, daß das deutsche Wirtschaftsleben nicht zerstört oder gefährdet und dadurch das gesamte Gebäude des internatiolen Handels untergraben tverde. Er habe vor drei Jahre:: die H ö ch st s u m m e, die von Teutschlarrd bezahlt werden könne, auf zwei MilliardenPfund geschätzt und habe setzt keinen Grund zu der Annahme, daß die Schätzung zu niedrig sei. Er sei stets ein Freund Frankreichs gewesen, zögere jedoch nicht zu erklären, -daß seiner Ansicht nach die große Mehrheit der BevölkeruM Englands, so mitfühlend sie auch dem französischen Standpunkt gegönüberstehe und so mißtrauisch sie! auch bezüglich der Ehrlichkeit der deutschen Absichten sei,! vom .Herzen den Beschluß der britischen Regierung billige, am Ruhrab'eirteuer sich nicht zu beteiligen. Me Botschnsterkonserrnr über Rxmel. Paris. 15. Februar. (Havas.) Wie unterrichtete Stellen wissen wollen, hat die Botschafterkonstre::; das Statut des Memelgebietes grundsätzlich geregelt, Der Hafrn wird der Sou- JerümtLt Litauens unter der Bedingung unterstellt, daß es den Nachbarstaaten Garantien, namentlich Erleichternngen hinsichtlich des TransitschiffahrtsverLchrs gewähr». Die intcvatU’iertc Komnlission loivd irn Falle der Annahnw der Bedingungen ibre TätigjkeLt einstellen und Litauen de jure anerkennen. Die ksMgliche Erschließung wird sofort naw Eingang der günstigen Antwort aus Kowno gefaßt werden. An Rumerur rlnusns-Projev in Lettland. Riga, 13. Februar. (I. (5.° B.) Der Uuterrichlsmiiüster hat einen Entwurf über die Zulassung Mischer Studenten an den lettlandischen Hochschulen ausgearbeitei, wonach die Zahl der jüdischen Universitätshörer dem Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung in Lettland entsprechen muß. Diejenigen Mischen Studenten, die über diese Prozentnorm hinaus an der Universität studieren, müssen selbst für die gesamten K o st e n a u f k o m m e n, die durch ihr Studium dem Staate erwachsen. Das würde für einen einzelueu Universitätshörer einen Betrag von 15.00 kett. Rubel ausmachen; - die normalen Beiträge machen nur ein Drittel dieser Sunrme aus. Im Entwurf wird ferner vorgesehen, daß sich sämtliche Mische Universitätshörer, auch die zum Universitätsstudmnt bereits zugelaffenen, einem Examen in lettischer Sprache, Geschichte und Geographie unterziehen müssen. Vom Resultat dieser Prüfung wird es abhangen, welche jüdische Studenten 3>cr-einfachen und welche den dreifachen Lehrbetrag zu Mlen haben. Ae Antwort der Weiten aus das türkische Mtlwatn«. Konstantinopel, 14. Febduar. fTel.-.KoMP.) Die alliierten Oberkommissäre haben den Vertreter der Angora- Regiewng rn Konstantinopel Mnan Bor die Anttvotr der AMerton auf das Mtiumtum der Türken in her Frage der Kriegsschiffe übevgetE. In dieser Antwort erklären die alliierten RegierlntMü, daß de WaffenstillswnV von M u d a n i a noch?jii Recht bestehe un ddatz somit die türkische Regierung nicht berechtigt fei, >den alliierten Kviegsschiffen Von Zugang zum Hafen vmr Smyrna zu verwegcrn. Jsrnet Pascha wird nächsten Dienstag hier erwartet. Arklsche kinsrchrverbote. London, 14. Februar. (Tel-Komp.) „E*change Telegraph" erfahrt aus Konstantinopel, daß die Türkei den Handelsschiffen die Einf.rhrt in den Hafen von I s m i d :mch Sonnenuntergang verboten habe. Kriegsschiffen/ist ' auch w.hrerch des TageA die-Einfahrt nicht gestattet. Die Türken ha'ben Batterien im Hafen aufgefahren. Auch der Zutritt zum Hasen von Konstantinopel ist Kris^- schiffen verboten. 8er franAsischr denrvMert.- Bervlin, 14. Februar. (Wolff.) Wie aus Paris gemeldet wird, wird die vont Wolfffchen Bureau verbreitete Nachricht, daß die französische Besatzung GAseukirchen gosten: nachmittags um 4 Uhr geräumt hat, von: fvanzösischen Kviegsministeruun dementiert. Das Wolfssche Bureau stellt hierzu fest, daß außer, seiner Meldung klar und deutlich hervorgehe, daß der Teil der Besatzung, der schon früher m Geffenkirchen gelegen Hai. dort verblieben war. Diese Besatzung besteht aus vierzig Mann. Irr belgische MiuiüerprWdrat ln Paris. Paris, 14. Februar. (Tel.-Komp.) Der belgische Ministerpräsident Theunis trist morgen in Paris eins, um die Derhandlungen über den Ausbau der Sau£-- tionou im Ruhrgebict aufzunehmen. Nach dom ,^tzouruee Jüdustrielle" bildet die W ä hrungsfrage den Haupgegenstand der Verhandlungen. Die Schaffung einer einheitlichen Leituirg wirb gleichsaU-> erörtert werden. Die Belgier bestehen angeblich aus die Ernennung des Generals Weygand. Ae Anstellung per intemMvnalen Schnell zöge. Berlin, 12. Februar. (Wolfs.) Das auswärtige Ami übergab der französischen Botschaft auf die Note vom 31. Jänner wegen Einstellung der Schnellzugsverbindungen Paris—Köln—Berlin—Warschau und Berlin—Eydikuhnen—Riga eine Antwortnote, worin erklärt wird, daß infolge der durch die Besetzung des Ruhrgebietes und :reiteren dmischen Gebietes eingetretenen Verkehrsschwierigleiten 40 Prozent der Schnellzüge e i ngestellt werden mußten, befmrders natürlich solche Zügewelche, wie Luxus- und Schlcrshagenzüge, nur von, weniger Rcisendell benützt werden. Zu diesen gehörten auch! die obgenannten Schnellzüge. Die Einstellung sei eine durch das Vorgehen Frankreichs und Belgiens erzwungene Notstands maßnahnte, die aufgehoben werden wird, wenn die, Verhältnisse es gestalten. Eine gleichlmrtende Erklärung erhielten die belgische und die polnische Gesandtschaft. PMWa. Anstein auf der Mischen Ardettechmserem in PMftina. Jerusalem, 10. Februar. (I. C. D.) Gegenwärtig sindst die Konferenz bet Mischen Arbeiterschaft Palästinas statt. Es wurden in das Präsidium entscnDt: Ben Zewr, Ben Gorion mW Sprinzak. Eine Scusatton bildete das Erscheine« Pros. Einstein im Konferenzsaal. Der berühmte Gast wurde dc enthusiastisch begrüßt. Professor Einstein dankte für den/ Empfang und sagi«: -hege ein außerordentliches In« teresse für ihre Täugkeit. Ich bin überzeugt, daß die Zukurch dieses Landes und unseres Volkes in Ihren Härwen liegt." Rener Leiephsn der „Wiener Morgenzeitung". Die Redaktion der ^Wiener Morgenzeitnng" kann von heute an unter der Telephonnnmmer 19,483 ab v Uhr abends an e/usen werden. Tagesbericht. zionistisches Landeskomtter. Schekelakilon! ^i-r fordern jene B-ozirkssKtiouen, die Schckka-l-inr herroü»- gen aus, selbe ehestens im Bureau 'des Zionistischen Lande-- Komitees, 2. Bez.si Dwbor-straße 20a, abzuholen und die Scheie! Propaganda fortzusstzen. Die nächsten Wochensnw für eine rege Schekelpro-paganda auszunützen. Wo Jllwen wohnen, solle,: Schekloer-sc,mmlungen veranstaltet tverden. Der Zeitpunkt dieser Versammlungen ist nrirwestens drei Tage vor der Veranstaltung dern Landeskomitoe, bczw. dem LotMomi/?', m-itzu'-eilen, um -die Vereinheitlichung -der Vevsauunlungstäbigikeit zu ermöglichen. Tie Sche^eKa-mPaMw ist z'ieÄbejvußt sind zähe durchzusühren, da ihr Erfolg ein Zeichen -der uugeschwächten Lebensfähigkeit und des steten Wachstruns unserer nationalen Bewegung sein soll. Wir fordern ldaher alle Ecke tiomn, Vereine und jeden einzelne:: Gesiunungsgeuosscn ans,, an der Agitation regsten Anteil zu n-chincn und durch Mitarbeit dazu bei-Mragen, daß die Schokelkampagne dieses Jahres die eigentliche Größe der Zionist-ischen Organisation zum Ausdruck brnrge. Die Dezirkssektionen, Sv-nderlverbäude und Gasinnungsgenosien werden nochmals ersucht, die bereits eingeflossemn SchMgeldar den: - Landeskomitee, zur Weiterleituugau -ö-e -Exekutive Lolwou^ ehestens zu nbe-rinittelru