Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1436 (11.2.1923)
- Date
- 1923-02-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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«Jette 2 Wien, Sonntag Wiener Myrsstnreitung. 11. Kbrüar 1V2S ein vergessener Freund des ftfoitfomttff. (Tlr H. H. Johnston.) Bon Dr. Oska r Karbach. Bor ^«nau zehn Jahren erschien zu Lundin im Verlag von Smith, ElderS u. Co. ein Buch unter dem Titel „Commonsense in Foreign P o l i c y" (Gesunder Menschenverstand in der auswärtigen Politik). Seinen Inhalt bi-drten eine Re'he von Abhandlungen, die wenn auch von einem mit SelbstverstäNd'ichkeit betonten, speziell briti'chen Standpunkt aus — sich nichts Geringeres zum Ziele setzten, als mit möglichster K'arbrit die Wege zu weisen, die den in d:r ganzen Welt massenhaft auf-gespeicherten Konfliktsstoff unschädlich machen und den von «llen Einsichtigen ja bereits damals mit Grund befürchteten Weltbrand in letzter Minute zu verhindern imstande wären.. Den berechtigten Interessen der Staaten, den gegründeten FvekheitSbestrebungen der anhängigen Nationen sollte das« jenige Matz von Zugeständnissen zuteil werden, das den neugeschaffeneri Zustand nicht in weit höherem Matze zu einer Gefahrenquelle für die Ruhe der Welt macht, als SS der fnchere Zustand gewesen war. So legt das-Buck eine ganz «eue Weltkarte vor, zieht neue Grenzen, hier Gebiete abtrennend, dort zuwe'ftnd, hier neue Staaten gründend, dort lebensunfähigen und überlebten Gebilden die Existenz abfprechend. Der Zeit von 1913, die. während sie heimlich zmn größten aller Krrooe rüstete, das Dogma d:S Status qus auf den Lippen führte, mußten diese Vorschläge Phantastisch und übertrieben erscheinen, dem Chauvinismus der Epoche des Weltkrieges, der Hri beendigenden Friedensschlüsse und der Wirren der Nachkriegszeit dünlen sie längst überholt. Vielleicht wird die Zukunft erst ermessen können, daß hier ein einzelner Mann in staunenswerter Kenntnis der gesamten Weltlage und der Eigentümlichkeiten der Volker einen Leitfaden geschaffen hat. der. von den Poli-- tikern von 1918 befolgt, der Welt unsägliches Leid erspart hatte. Schon der Name des Verfassers bürgte dafür, daß der Sefet es n'cht mit einer auf die Sensationslust des Publikums rechnenden Utopie zu tun hatte: Sir Harr y Ham i l t o n I o h n st o n, Forschungsreifender, Ethnograph Mch Diplomat, hatte im auswärtigen und im afrikanischrn Kokoniakdienst seiner Negierung eine Reihe der verantwortungsvollsten Posten mit großer Auszeichnung bekleidet, j wert sie an sich wäre» scheitern muß. solange Acht die Re und genoß als politischer und wissenschaftlicher Schriftsteller den besten Ruf. Er war nach ausgedehnten Forschungsreisen durch den dunklen Erd^il dort diplomatisch/ tätig, britischer Geveralkonsill in. Zentralafrika und Tunis, hierauf Gouverneur in Uganda. Seine Schriften werden auch von der Publizistik drS Kontinents öfters als bemerkenswert und eigenartig zitiert, so von Heinrich Fried-, jung („Das Zeitalter des Imperialismus"^ 1,S. 395»- Aym.). Sir Johnston und sein Buch.^stch für den Zionisten von besonderem Interesse: dev» nut äußerster Bestimmtheit — und wir müssen zugshen, biß dieses entschlossene Eintreten leider eine große Seltenheit bedeutet — fe';t sich dieser maßgebende Politiker zu - einer Zeit und in einem Maße für den Zionismus em, die ihr Gegenstück in der - poltti scheu Literatur Ak suchen hat. Es dürfen Wohl Erinnerungen aus seiner Uganda-Zeit gewesen sein, die seine - Beschäftigung mit den Bestrebungen unserer Bewegung veranlaßt und den hochgestellten Diplomaten zu einem vollkommen bedingungslosen Bekenntnis zu ihrer Notwendigkeit und ihrem allgemein anzuerlennenden Wert gebracht. hat. Sir Johnston erwähnt, datz der Grundstock seines Werkes eine Serie von Artikeln bilden, die bereits 1903 im „Daily Graphic" erschienen sind; es wäre sehr interessant, festzustellen, ob auch unser Problem den Autor schon damals gefesselt hat. Sir Johnston, der ein offenes Auge für die La^e von 1913 selbst in ihren weniger sinnfälligen Elementen besitzt, geht, wie es ja besonders für die Zeit vor mehr als zehn Jahren verständlich war, von der O st j u d e n f r a g e aus. Johnston scheint es vollkommen natürlich, daß di« Zu-. stände im Osten das jüdische Volk eindeutig zum Zionismus führen müssen: denn gleich auf den ersten Seiten des k^uches (S. 17) erfreut den zionistischen Leser von 1913. Nipp, und klar der Satz: „Wir können mit dem Wunsche der Juden sympoth'steren, in Palästina ein jü dl sch.es, Königreich aufzurichten." Es sei gleich hinzugefügt, daß Johnston, der ausgesprochener Kriegsgegner ist und eine Reihe von Punkten fixiert, über d'e hinaus er den Kriegs MW und Burgfrieden. I Kne Verordnung de» Ministers Frank. schriftm Hitkri nnv RjehlS führen, kanii ter T!»«i zur Ruhe kommen. j Dir Wrhrmöüner gegen Vaugoi«. Vorgestern ahertds venammclten sich in der Katha-' rinen-Hallr nvchr als 400Ü Wehrmänner. um gegen den bekann'en Erlaß des Bundesministers, für Heerwesen, be-', trssserd die Teilnahme, von Wehrmanneru in. Uniform an öffentlichen Kundgebungen und Versammlungen, weiteri gegen die Einführung der Grußpflicht Stellung zit i nehmen. Als Redner.Mten Abgeordneter Dr.B a u e r und. Zivilkommissär Dr. D e u t s ch auf. Beide.kritisierten die ' Erlasse und Abgeordneter Dr. Deutsch nahm besondere ' dagegen Stellung, daß man die Teilnahme an der letzten Wehrmännerkundgebung verfolg;, während man nicht dem-. Mut habe, rin Wort dag.gen zu sagen, wß an der Hakenlreuzlerdemonstration eine ganze Anzahl von Wehr männern rn. Uniform teilgen mmen kabo. Unter lebhaftem Beifall sprach sodann Abgeordneter Seitz, dor sein Rekontre mit Vizekanzler, Frank im Außerordentlichen Kabinettövrt erwähnte und unter andevom sagte: „Die Grundlage jeder Parlamenturi» ' schen Vevh'a.rülung sind - das G r s e tz ü b e r d i e G e» - schaftsordnung und die Vorlage, die, wie dev Eng» länder sagt,, auf dem Tisch des Hauses liegt. Wo immer dei n Vorsitzende oster die Mebrhrit das Gesetz der Geschäfts» ordnung, bricht und die Opposition sich wehrt, erfolgt ihr. erster Zugriff auf die Vorlagen, auf Grund derer der - Präsident verhandelt. Als A b r a h a m o w i e z im Jahre 1 1897 den großen Bruch der Gsschäftsovdnung beging, war •: di« erste Antwort der deutschen Obstruktion die, daß si« die: Vorlagen zerriß und wegwarf. Wie es dem großen Atrra-' hamowiez erging, so wird es stm k l: i n e n A b r a h a m ow i c z's aller Zeiten ergehen. Es war für mich gewiß -licht angenehm, daß gerade ich neben dem Vorsitzenden stand und das zu tun hatte, was geschehen mußt». Der gewissem . hafte Mensch tut, was ster Augenblick und die Sachlage von?, rhm fordern, ob es seinen, ästhetischen oder sonstiges Empstr.stungen entspricht oder nicht; was , notwendig M muß geschehen." ... ... Cs kam ein: Resolution zur Annahme, in der die bete : sammelten Mehrmänncr gegen die beabsichtigte EinHvaN-5: In der „Wiener Zeitung" wird, eine Verordnung t des Vizevarizl rS als Ministrps st^S Innern über diqDurch-, fühvt;.yg der Volkszählung am 7. Warz'publiziert. Hst Mr» orst.iung nimmt Bezug ckuf das .vom Nationalvat am 24. Jänner beschlossene Gesetz und versucht, Mch die Ursin- Jer'abekschr Resolution über die Fesfftellung> d:r Rassr in Gesttzeslra't zu Hetzen: Eine Definition dieses Begriffes wird nicht gegeben. ES besteht keine Deep flkchtnng, stcm Befehl deS Herrn Frank zu. folgen. Wer gerade will, mag sich als dolichooephal erklären. Auch Mittelm rerrasse ist ein guter Ausdruck. Was werden aber die Herren K i e nbock, Grünberger, Schwarzwald und die Frau Sektions wt M a r e s ch tun? Und S i e g ha r t? Der läßt in seinem^demokratisch,k Organ folgende Emfpehlung auf.'chveiben: JrdLr deutschfühlerdr Jude, dessen Kulturb?sitz deutsch ist, wirst berechtigt und Verpstichtet sein, die Frage nach der Volks, zugebor'.gkert mit der Feststellung „d rutsch" zu beantworten. Rührend ist die zarte Sorge um die Juden, von denen das Blatt sonst nichts wissen will, die eS höchstens stuzu benützt, um sich in den „breiteren BevölkonrngSschichten" beliebt zu machen? Sevt wann darf das „Neue Wiener Tagblatt" den Juden Äerpflichtungen auferlegen?' Brrwechfelt da nicht Herr Sieghart stas. wozu er sich „drrpflichtet" fühlt, mit den Verpflichtungen einer ganzen Menschengruppr, mit der er — eine gewisse Brrbindung zu haben scheint? Glücklicherweise ist die Rassenverordnung undurchstrbrbar, sonst würde Herr Sieghart als erster gegen sie verstoßen. ' Ein: innere Abrüstungskonferenz. Wie „Wiener Allgemnne Zeitung" mitteilt, hat eine Abordnung pazifistischer Vereinigungen Wiens den Bundes Präsidenten H a in i sch gebeten, eine zwschenparteilich: A b r ü st u n g s k o n fe r e n z einzubcrusen, um die Gefahr eines Bürgerkrieges in Oesterreich nicht aufi^mmen zu lassen. Der Bundespräsistent versprach» sich umgeherrd mit Um Parteiführern ins Einvernehmen zu fetzen. Wir meinen,, daß, jode solche Konferenz, so begrüßenSgterung in ihrer Gesamtheit das Programm deS Burg 'ricdens akzeptiert. Wenn aher der Minister , Frank gemeinsam mit,W a b e r eiy^n Rassekrieg den Vori kung ihrer styatshürgerlichen Rechte energisch protestieren, tmm uns vergegentvärtigen, daß Belgien, dessen Integrität vonden Großmächten garantiert war, neben der Schweiz, in dem.Europa vor 1U^.dD.WllL eiNer,,dem internationalen, Erz3ALMwÜckteLH«t^^'''!WHpe., hathe, 'devenÄ'ch^ tAkeit üLpigens Jöhnswn jp- Hoch 7 ßiyschKA, Hth. qv' die Bchwhung seiner UnabhaNgMi'L .i'üÄ. - Ünverse^ltch'Leit. schon damals, ausdrücklich.,unje,r.die wenigem gepechrfertigten; Grunde anstrimmt, d:e sein Päterländ Englänh.zum Kriege . nötigen würden. .Die Stellung, die er dem neuen Palästina! zuteilt, ist .glso sicherlich eine dein jüdischen Gefühle, wie i den tatsächllchrn Verhältnissen aü^eyressene..Wichts ist, daß I Johnston, der als patriotsscher Brite die. Ziele d:r aus- > wärtigen Politik Eilands sehr hoch steckt, an ein auS- , schließlich durch diese Macht allein geübtes Protektorat nicht! denkt, sondern an eine internationale Gavantie, besonders bodsutunIsvoll, da ein maßgebender englischer Kolomälpolitsser, der von dsr BrdeutMg des- Suezkanals für die. Beherrschung Indiens durchdrungen ist, Palästina nicht, als unbedingt zu anglisierende Flankendeckung dieser wichtigsten Verkchrsader bezeichnet. - Wie steht es nun mit dem Grenzen dieses durch „Commonsens^" Abschaffenen Palästinas? Johnston ist es klar, und er beweist hier ebenfalls seine pölitssche Vorquksicht, daß- S y r i e n französische Ei n.f l u ß sphä re rst: „Frankreich hat wichtige Ansprüche auf ein Protektorat über Syrien zwischen Damaskus.und Hamah, .ohne Präjudiz dem Mischen Staat gegenüber, der eines TaM im' Heiligen Lande gogründet werden wird".(S . 33.) Mit dieser Einschränkung zieht er aber auf den dem. Werke beigegebenen Landkarten hi« Grenzen deS Mischen Gebietes derart großzügig, daß er die kühnsten Hoffnungen jedes Zionisten bei weitem übertrifst: Hier, in der Grenz» fixienmg Palästinas, liegt auch die über eine sehr beachtenswerte hist-rische Reminiszenz hinausreichende Bcdeufall für sein Vaterland unter keinen Umständen ausgedehnt'; tung drS Buches für unseren heutigen Zionismus: Ein erhaben will, fortfährt: „Aber wir (Engländer) sind nicht ge- ' n-ötigt, das Leben eines einzigen englischm Bürgers oder' «ine große Summe englischen Geldes zur Beförderung dieser Pläne (es sind noch einige berechtigte Aspirationen anderer Völker angeführt) zu riskieren" — eine Auffassung, die bei der Weltlage von 1913 keiner Rechtfertigung bedarf. Wie skizziert Johnstrn nun die Grundzüge der Der-' fassung des neuen jüdischen Staates? Daß er' mit Selbstverständlichkeit di« monarchische Staatsfcrm wählt, mag uns befremden, ist aber leicht erklärlich in einer Zeit, in der di« Kr-eiemng eines mit möglichst einflußreichen dynastischen Beziehungen ausgestatteten Herrschers das wichtigste und erste Requisit nationaler Unabhängigkeit gewesen ist; warendoch sämtliche Staatskanzleien Europas gerade in dem Är'.inent der Drucklegung des Buches emsig auf der Suche-- nach einem geeigneten „Mbret" für das. neugeschasfene Albanien. Die, Stellung Palästinas nach außen hin kennzeichnet Johnston an einer anderen Stelle wie folgt: „Judava könnte unter der GaranLie der Mächte den Juden mneboten werden -7um tatsächlich ein B e lfahrener Politiker zeigt, wie dieses Gebiet äusschen müßte, wenn es' a's unabhängiger Siaat ein gedeihliches, von auswärtiger Unterstützung einanzipicrtes Dasein führen sollte. Der Anblick der Landkarte (Nr. 8, bei S. 100; auch auf zwei anderen Ueberfichtskarten ist Ju-daea im kleineren Maßstabe eirrgezeichnet) verblüfft geradezu, denn Jndaea will Sir Johnston die folgende Begrenzung geben: Ungefähr bei Saida (Sidon) verläßt sie die Küstes wird' derart-hoch im Norden geführt, daß Damaskus, knapp an ihr liegend, die äußer si e G r e n z st a dt des französischen .Protektorats in Syrien ift und führt, ungefähr im rechten Winkel zur Küsten u ng.e fä h r -249- K i l o-m e te r n a ch O st e n ins Innere, nach Transjördanien; dort wendet sie scharf rach Süden um und führt nun in einer, kaym sichtbar nach Innen, eingedrückten Linie — b is zu m R ot e n M e e r, so daß nicht nur der Ostra n d d e s G o l f s von Akaba samt dem Hafen El Akaba, sondern auch re i ch l i ch 200 K i l o m e te r de r R ote n M e e r- K ü st t zu Palästina geschlagen werden,. dieses. Land demnach Anteil an zwei Meeren.besitzt,-und seine,Grenze west südlicher die Küste trifft als der südlichste . Punkt der (zur gien des Ostens zu werden." iß. 50.) Hier müssen wir anglo-ägyptischen Einflußsphäre gehyrigell) Sma'chalbinsel. | Es mutz nachdrücklich darauf hintzrwiesen wevdsn, dätz schon vor zehn Jahren, vor Ausbruch deS Weltkrieges, und: fast. ejn. halber Jahrzchyt pM.Er(affM,der ' ' ratipn ein zimftigtr 'DiKömät von besonderem Westbstck '?mit'SeWverMMichkest.die Notwendigkeit der Gründung eines jüdischen Staatswefens und der spontanen Unter- ' stützuug, des dauernden Schutzes durch di« Gesamtheit der Knlturkändet in üntzwcideutiger Form bezerrgt und durch s Aufnahme in em hochpolitisches Werk bekräftigt hat; daß es gerade ein englischer war, zeigt von" der schon stets vorhandrnen günstigen Disposition dieses Reiches für eine symPaMche Behandlung des zionistischen Problems. Sir Johnffon hat dadurch vor aller Welt'bewiesen, datz unsepe Bewegung nicht etwa engchauvinistischell oder doch bloß eigenbrödlersschen Zielen dient, sondern gerade in einey i. unter, der Mitwirkung von „Commonsense" geordneten, Welt aus wichtWen Gründen nicht vermißt werden da^ i. Re Wahrheit über ßrez Israel. Von Dr. I. Leibowitsch. Den Titel meines Aufsatzes habe ich von Achad'Haayj i' ad 'ptiert. In den ersten Träumertagen, den Kinderjaßw'sl .i der zionistischen Bewegung hat unS Achad-Haam r 'M kühler Geste die „Wahrheit über Erez Israel" aufgezcigH Wir waren damals vielleicht ein wenig unzufrieden dar-/ über, daß „einer aus dLM Volke" unser Fest gestört Aber unsere Phantasie hatte unsere reale Arbeit über«.. wuchert, und es war notwendig, daß jemand kam, drr mst kühler Logik und scharfem Blich auf Grund von Ziffern und Taten die „Wahrheit über Erez Israel" sagte. Und es kann kein Zweifel darüber herrschen, daß'die W a h t*. heit damals viel dazu beigetvagen hat, die .Klarheit fi v fördern, die Kritik unserer Arbeit zu schaffen und uns-i zu gewöhnen, „mit Berechnung zu arbeiten". Cs kann aber y auch kein Zweifel darüber herrschen, daß jetzt-eine solche'-- Wahrheit noch viel mehr nottut als damals. Ein Unterschied besteht zwischen. damals und heute; Damals drohte uns die Gefahr übertriebener Phantast ' zu starken Feuers,'und jetzt droht die Gefahr einer gegenteiligen Stimmung — der Kälte und Abstumpfung. Nj^ - mand kaUn uns vorwerfen, wir wären zu enthusiastisch, - Di« ganze Geschichte deS Zionismus Hai keine zweite Epoche - kalter, Indifferenz und gleichgültigen FernsteheUs aufzm ' weisen wie die, welche die Bewegung jetzt durchmackt» Unsere äußeren Siege habenkeine inneren Siege gezeitiust' im Gegenteil, je stärker unsere politisch^ Position in d-v großen Welt wurde, desto schwächer wurde unsere Kraft - in der eigenen Welt. Unsere Sieg« haben uns zu eine« ' gefährlichen Apathie-gebracht, und wenn diese noch , eins Zeitlang anhält, dann werden wir ebenso wie Vvrrh»^ sagen können: „Ncch ei» solcher Sieg' und wir sind verloren." 7 . ES gibt eine- Anzahl von Ursachen, die zu dlefty- Schwäche in unseren Reihen und zu der anhaltend-«» - Gleichgültigk-'t und dem Fcrnstehen der großen jüdisch.ä Masse mw der zionistischen Arbeiter geführt haöe-r. Ditz