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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-06 · Heft 1431 (6.2.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1431 (6.2.1923)
Date
1923-02-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1431 Men, DkenStag -szüglich des Aushaues des Budapester Handelshafens getroffen. In diesem Vertrag soll sich Ungarn verpflichtet haben, im Falle des weiteren. Vordringens dev» damals vor Warschau sichenden russischen S ywje.ttruppen - einige hunderttausend M a n n der französischen! Hecresleitungsür eine antibolschewikische Offensive zur Beri fügung zu stellen. Der Geheimvertrag würde später a n- >nulliert, doch die wirtschaftlichen Nebenverträge bliej ven in Kraft, so der Haftnibauvertrag mit der Firma; Schrckider-lLreuzot. Danach war die' französische Gesell- > schaff verpflichtet, bis zum 31. Dezember 1922 eine unga-! rische Aktiengesellschaft zu gründen und 60 Prozent der; Aktien der 'ungarischen Regiemng zu übergeben. .Diese Aktiengesellschaft wurde jedoch bis zum angegebenen Termin - nicht gegründet Md. die Gesellschaft bat um eine Veriänge- -ruing ihrer Option. Doch wutde ihr nur eine kurze Frvstverlängerung gewährt. Inzwischen hat die Regierung Ber» häMungen mit englischen und amerikanischen Kapitalisten^ - gtüppen zwecks Ausbaues des Hafens angedahnt.' Der 'wahre GrMd der französischen Absage ist in der neuesten i politischen Orientierung Frankreichs zu suchen, dessen; Regierung der Firma Schnekder-Creuzot den Wink gegeben j hat, keine Investitionen in Ungarn zu machen. / «ne Saffenbübe«^ Budapest» 5. Februar. (Tel. d. „W r. Morgenzeitu,ng"H! In der städtischen Kommission für öffentliche Arbeiten wurde der Antrag eingeLvacht, die. Kronprinzengasse in Pechfi Scmdor-Gasse uanzutaufen. Der Antrag wurde ange-! kommen..Da jedoch in-Budapest bereits seit Jahrzehnten -eine Petösigasse existiert^ ist die Kotwendigkeit einer! Unchrnennung bicfer letzteren aufgetaucht. Da in der jetzigen 'Petösigasse vorwi-ogend Trödlergesl^ifte bestehen, » haben -christlichna^onale Mitglieder vorgeschlagen, die Petösigasse irünftigjhm „Juden gas se" zu. nennen. Endlich wurde beschlossen, die Gaffe „Chazarettgasse" zu benennen. i„Chazamn" heißen im christlichsozialen Jargon die Juden ^gäliz^cher Abstammung. kszlary Meder in H aft. Budapest, 5. Februar. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) .«Hoer Anklagesenat des . BuZapester Strafgerichtes ordnete die weitere Heist des Bankbeamten Karl EHzlary, der Lekänntlich vor einer Woche seinen Vorgesetzten, niedegeschossen Ivt, an. Die Begründung des Beschlusses stellt fest» daß von Notwehr Leine Rede sein kann, wett Eszlarh am Wischen Tage schon mit der Absicht in die Bank gegangen, ich, dem Prokuristen FriewaLdsky„em Ende zu machen". Wiener Mypgen-ettüng- -- Zionist. Bezirksorganisation LeopclflJtadt ■» ■ jeden Donnerstag zfrangslose Zusammenkünfte ■ ■£• . für Mi'gyeder und efngfführre^äste £ ■ " •.. .. Wr ■ Donnerstag den 8. Februar, 8 Uhr abends, £ * £ Cafe Fetter. U.. Taboratr^se 6. Februar 1928 Seite S! ffid. Fragen , S 2 der Gemeinde Wien“! a ...I '- 91*.;• aaaaaseeaaaaiiBaaana.aaaaaaaaBaaaaaBaaaa AozwoWrotmamtda in Minn. Wilna, 5. Februar. (I. $. Bi) Aehnlich wie in Warschau hat auch i>m Wilna-Gebiet die Propaganda des anti- > semitischen Rozwofbumdes Mit erneuter Ziellosigkeit eingesetzt. Unter der Leitung des Redakteurs der „Dwa Grosse" Sacsewitsch fand unter der Parole: „Geg^n den inneren Fe'md" in Wilna eine massenhaft besuchte Bersammstnnq statt, in welcher die Entsuidnng von Handel und Industrie nach dem Biüspiel von P o s e n gefordert wurde. In einer Resolution wurde gegen das Verbot der Rozwojpropaganda in Warschau prötestilert und als wichtigste Z-'itfordcrung die Befreiung Polens vom Judentum ausgestellt. 9 PMYche -Mechmaen fn SÄopme. LeMVerg^ 5. Februar. (Tel. d. ,Wr. Moygenzeitrrng*.) dem Luftkurort Zakopane weilte vor kurzem der Pre- Mi-rmiMster General Sikorski. Obwohl seine Reise scheine Har nur privaten- Charakter trägt, bleibt sie mcht lohne Zusanvmenhang mit aktuellen Fragen der inneren Politik. Zur gleichen Zeit wellt« auch der gewesene österreichische Landsmannminister Dr. Julius Tw a r d v w skr m Zakopane. Dr. Dwavdowski wurde in letzter Zeit mit der Neubesetzung -des Ministeriums des Innern w Zusammenhang gebracht. Uebrigens ist Iruch der amerikanische Ge. sandte in Warschau Mr. Gibson nach Zakopane gesahrerz. Ae Vemaltmlgrresorm. Warschau, 4. Februar. (Tel. d. „Wr. Morgenzeilrmg") Beim Kabimttsrat wurde ein Administrationsrat zwecks Durchführung, einer Reformin sämtlichen Verwaltungszweigen eingesetzt. Der Kommission gehören an: Der Ministerpräsident, der Minister für Inneres und Vertreter sämtlicher Ressortministerien. MsMßfteNAMNM. . Warschaus Februar. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Mch der Durchführung der Registrierung für Militarztyecke werden ab 1. März die Hebungen für die Reservisten in der Dauer von sechs Wochen beginnen. Zu. diesen Uebungen werden voraussichtlich ztvei Jahr- , gäuge der. Reserve ein'beruftn werden. Die Regiistrirrmig wurde, aus technischen Gründen bis zum 15. Februar prolongiert. Sodann soll dve ältliche Untersuchung der Registrierten der Jahrgänge 1883 h is. 1899 durchgeführt Werden. , --;L - Lrauttmdachten für Mewiadomrki. Warschau, 4. Februar. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Die Rat io na'l'demok raten haben.'in mehreren Kirchen DranerandachLen für den Hingerichteten Mörder des Präsidenten Narutolviez Niewiadomski unter Beteiligung von Abgeordneten nnd^Sena- .toren des tmtioyaldomokratiischen Klubs veranstaltet. 8in «euer AntonomiestMt für Lstgalizien. Warschau, 5. Februar. (Tek d. „Wr. Morgenzeitung".) Ministerpräsident Sikorski beabsichtigt,, ein neues Aut o- «omiestatut für Ostgalizien auszüarbeiten,- Zu diesem Zwecke wurde von ihm der ehemalige Statthalter für Galizien Dr. M. Böbrzynski nach Warschau eingeladen. \y y:-': ' .. > Me U«Men dl Jaffa. Bor 'einigen Tagen wurde autz Jerusalem gemeldet, daß infolge der Ermordüng des ehemaligen Polizeioffiziers. Tewfit Bei in I a f f a Unruhen ausgebrochrn und Kämpfe zivischen Juden und Arabern stattgefunden haben. Die Meldung war, wie aus dem Berichte'der Palästinensischen ' Zionistischen Exekutive hervbrgeht, stark übertriebrn. Die! durch unbekannte Täter erfolgte Ermordung hatte unter den Arabern Jaffas starke Erregung hervorgerufrn,'und während des Begräbnisses, an dem sich viele Araber beteiligten/waren sämttiche Läden geschlossen. Ein Tender. Menge versuchte, den Sarg zum Zeichen des Protestes in' das RegievungsgMude zu bringen, wurde^aber daran durch Polizei und Gendarmerie, die die Ordnung ausvecht erhielten, gehindert. Ein oder Mri Juden, die dem Leichenzug b^gegnete'n^wuchen vom PöbÄ angegriffen,' konnten sich , aber in Sicherheit bringen. Ernsthafte Zusammenstöße sind nicht erfolgt. Die Aufregung hatte ihren Grund in unter den Arabern vechrriteten.falschen Gerüchten, wonach die Juden an Tewfik Bei einen, politischen Racheakt hegcui-; gen hätten. Die^ Wch^Wch mach der' Beerdigung, und Freitag, 18. Jänner, war die Stadt wieder Vollchnt u ruhig. Man'braucht wphl kaum M betonen, daß die Gerüchte jeder Gmnttage entbehren und I anscheinend nur von politisch en Ä g i tatorrn vew brütet worden sind. Eine Untersuchung ist im Gange.. 9er SnlMS iw 9eje«ber 1I22. V Im Dezmcher machte sich rn Palästina in verschärftem Maße in Industrie und Handel drr Mangel a n B etrieb skapitäl geltetrd. Die zwei wichtigsten Ursachen sind erstens der Umstand, daß große Kapitalien in H a u s e r b a u investiert worden sind, mch zweitens die Tatsache, daß die Auszahlung der Gehältrr an die zivnistischen Beamten und Lehrer um einige Monate im Rückstande ist. Die Preise sind im Dezember ein wenig gefällen und betrugen 88,5 Prozent gegen Anfang 1922, während sie im November noch 88,9 Prozent betrugen. Das Fallen des Index beruht hauptsächlich auf der Verbilligung von Zucker, Käse und Fle i sch. Me 'landwirtschaftliche Lage hat sich im Laufe der letzten Monate bedeutend g e b e s s e r t. Das Ernteergebnis wird fast dop p el t s o g r o ß sein wie voriges' J^hr. Der Olivenerlvag ist sehr gering infolge der wenigen Niederschläge im Sommer, dagegen siel die Orange n» ernte viel b e s s e r aus. als voriges. Jahr. - 9er BeriW der Sraudeir^nchpr. New-Aorl, 4. Februar. ($ C. B.) I» diesen Tagen fand die Jahreskonferenz der Liga für Pälästina-Aüfbäu (B ran d e i s 4 i U p P e) statt, auf welcher Richter Maä "den Tätigkettsbericht erstattete. Danach wurde ivährend des letzten Jahves mit Hilfe von I. C. A und Joint die köoperative Bank in Palästina gegründet. Ferner wurden in diesem Jahw 120.000 Dollar s'für deü U n i v e rs i t ä t s f o u d s aufgebracht, für 300.000 Dollars Wurde Boden in Palästina erworben, der an. Kolonistensöhne für Häüserbau abgegeben werden soll; 105.000 D o llars wurden für das Ruthen b e,rg- P roj e kt gesammelt. " ’ 9« flege« öie Jtototfa. - Jerusalem, 4. Februar. (I. C> B.) Die palästinensische. Regierung veröffentlicht eine offizielle Mitteilung über den Kamps gegen das Malariasieber im Lande. Neben den mit der Bekämpfung der Malaria betrauten RegierMgsbeamtep arbeitet eine Bertvetung des vom amerijanffchrn Milliar« där Rocke ste l l e r gegründeten internätionälen Gesnind» heitskomitees att der Bekämpfung der Seuche: Das'intev. nationale Komitee errichtete ein Institut zur Erforschung der Bedingungen der Malaria in Palästina und .stellte es unter die Aufsicht der Regierung. ein tomWetiielles Zentrum in HM. Jerusalem, 4. Februar. (I. C. B.) Nach dem MW? von Jaffa und Jerusalem schritt auch die. jüdische Kausrnannfchaft in Haifa zur Schaffung eines kommerziAen! Zentrums. Der Handelsvertreter Palästinasin sicherte dem Zentrum eine größere A n l e i h e zu. Mit dem Bau der Handelshäuser und Magazine soll sofort, nach den Ostertagen begannen werden. , . ', lüü.gga Mnd für jüdische Schulen in PMMm. Jerusalem,. 4. Februar./ (I. C. B.) Bekänntlich. itzat' K ‘ verstorbene jüdische Philanthrop Sir Ellis Kado ole eiw. Legat von 100.000 Pst u n d-für die Errichtung von S'ch u l*; g e b ä u deu in Pal äst i -N a und Mesopotamien hinterlaffew. Die englische Ragiemng und die. Testamentsvollstveckerh haben 'beschlossen, mit dem Bäu von jüdischen Schul*; gsbauden in Palästina sofört zu be-ginnen. Eswurde eine Kommission eingesetzt, in der die Regierung!, durch den Sekretär des Gerichtsdepartements Mr. B e n t» wich, Mr.'Bowman und Schulinspektor Ginsbe die jüdischen OrMnisationen 'durch Dr. L u r i e, M/M Ui sischkin Mddem Misrachl-Bertveter' Lifschitz ver-j treten sinh. . ' . V': ' . -‘v . - i Auf der unlängst stattgefundenen ersten Sitzung dieses!' Komiteäwurde beschlossen, zuvörderst das ^Gebäude jür! das hebräische Gymnasium in Jerusalem-, dann jenes fürj. die Mittelschule „Tachksmoni" in Jaffa ürrd für "eine ge-j mischte hebräische Schule zu errichten. Eine technische Kom-i Mission wurde eingesetzt die die Pläne und Kastenanschlö^^ prüfen soll, AnrnnhWrMmid in München nttfgejjöten. ,' München, 5. Februar. Wie die Kvrre>fpondenz Hofftnan« meldet, ^weiden durch eine Verordnung d^s GestaMtm i n ist e r i ums die am- 26. Jünner gettofftnon einstweiligen Maßnahmen zjmn Schutze und zur - WiederherstLsi'ung -der ösfenMch«! Sicherheit urvd Ochuung mtt. Wirkung dorn - ll d. wied er 'attstgehobew ' ' . / , Sie römische Kirche. England mch der Lionirmu». Aus Rom Meldet I. C. B.: Der bekannte katholische Journalist Dereesi hatte mit Dr. Werzmannwährend seines letzten Äusenthaltes in Italien eine Unter-? redung. Jetzt^veröffentlicht er in Villen katholischen Blättern! einen Aufsatz über die Begegnung, -in welchem er die snb-! jektive Aufrichtigkeit der-Zionisten anerkennt, ihren Glaubenj und ihren Jdcklismus bewundert. Er hält ak^r seine Op-j Position der Bewegung gegenüber austecht und fotmulienl dabei folgendermcchen den katholischen Standpunkt: „Eng-i land nützt den Zionismus aus, um zu ernten, ivas es mch6' gesät hat. Es ist also natürlich, daß dort, wo E n g l a n v Opposition findet, diese 'auch drm Zio n istun§!'' gilt. Mr verlangen die Aufvechterhaltung unserer traditio-! - Nellen Rechte vom katholischen Standpunkte aus. Es darfj' keiner Großmacht erlaubt sein, unter dem Vorwand eines^' National Home fürdie Jüden dort zu ernten, wo u n s e Vater gesät haben." , . .öüddentschhn Monatshefte" und ihr HernuMber. Der Herausgeber der „Süddeutschen Monatshef'e", einer! nationaiistischen Münchener .Atonatsischpft,rP.rofessor Cossmann,, ein' - JudNistchnNÄmg von Ludvndorff-GesinMNA .suhü eine heftige Kampagne gegen den bekannten Rechtsanwalt Dx.<Philipp Lo.ewepWld, welcher .die VertvDigung des in drm bekaNn'en politischen Zendenzprozeß verurteilten .'Sozialisten Achenbach mnchatte. Nunmehr, veröffentlicht Dr. Locwxnfeld einen Offenen.Brios, m dem er mitterlt, Cossmann habe ihn rxun schon zum dritten Male mit voller Namensnennung als vater'lands«los demmziert. Dr. LoewenfÄd erklärt: „Es liegt nahe, Sie als Autor' oder Inspirator dieser Artikel zu vednmten. Ich fordere ^ie-' deshalb aus, alsbach öffentlich W erVäre-n, daß Sie den beide»! Artikeln , in dein „Münchener Neuesten Nachrichten" fernstehen.! Geben Sie diese ErKäoung nicht binnen drei Tagen öffent-,' lich^-ab, so muß ich mir vovb^alten, Sie Äs' 'einen Mann zu; charakterisieren,; der unter denr Schütz ^der Anonymitär heim«! tückisch-Mordpröpa'g.anda gegen einen sachlichen Geg-i ner -bewirkt und.zudem als Jude die: antssemi t ische»- -Mo.rd iust.inkie'.twch^MMert.".. , (Die „Müncheper. Neuesten Nachrichten" waren. seiner-' zeit ein freijinniKs.deiuMvs.- Blatt, ihr Herausyeber Geow - Hirth ein echter.Demokrat Im EirMng--Wst'.Moiss-l:n''bay<-' rischen Tendenzen ' such sle ..inzwischen jns Lagerder rmtlü nalistischm- Hetze MMange.n.) , . . .! ' . Unser Prinzip: llH TaborstraSe 48 Telephon 47*1-7S En gros Bn detail

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