Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-02-03 · Heft 1428 (3.2.1923) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1428 (3.2.1923)
Date
1923-02-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980509--13674-3000339
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

"• ”7 " ' , ,“v, 'i v >p y . -r, s^V vrwmY** ^;ywrw*w'm - * 11' ’’)• Mch« t ÄUa^ WWV Wieire« ©totf^en^Uiinft. 8. Februar 1983 Nr. 1488 Reine und raffenreine Wiffenschast. Äft vMschrn HakenkrmM wollen fofc Hochschule Hon den „ftemden" Elementen befielen. Das ist ^.e Parole. welche unaufhörlich in die 2BeIt hinausgeschrlen wird; von der Tat des „Numerus clausus" erhoffen sich die arischen Volksgenossen „Gesundung der Wissenschaft", wie es . m den unterschÄlichen Kundgebungen soschön heißt. Daß die Wissenschaft mcht gedeihen, geschweige denn gesunden kann, ivenn sie nicht fortwährend den internationalen Austausch ihrer Forschungsergebnisse vornehmen kann, das leuchtet jedermann ein, nur nicht den alpenlänttischen BoWgesundonr, zu denen sich auch di? fiommen Boflsge-sundbeter gesellen. ZlLer wemr mändie Sache näher ansieht, so kommt man darauf, daß des ganze Getue um die „Gesundung der Wsienschafsi^ deshalb so läckerRch und dumm ist, weil an den Hochschulen Oesterreichs heute so gut wie keine Wisienschaft gchfftgt wich. Die Wiener Universität setzt jetzt jährlich etwa zwei» tausend mit dem Doktortiftl graduierte junge, Leute in die Welt. Der reinste Doktorsabriksbetrieb. Diese riesige Zahl der Doktoren wird auf dem Wege von Eknvairkkursen hervorgebracht; von wissenschaftlicher Durchbildung ist keine Rede. Man den« nur daran. wft sich der einst so glänzende Ruf der Wiener medizinischen Fakultät inkur-er Zeit gewandelt hat. daß die einst von Ziechen der Msienkchait besetzten Lehrkanzeln an, der philosophischen Fakultät vftffach Verwaist oder von wissenschaftlich gänrlich unbedeutenden Männern besetzt sind. Was ist allo eigentlich der Zw?ck, dieser Hochschulen, da von Willenschäst wenig zu ftndeu ist, die Jrrftrmrtronalität der Wisienschaft durch „Säuberung von den fremden Elementen" ganz beiseite geschoben werden soll?, . Der Ztvrck vw österreichischen Hochschulen in ihrer Herwigen Gestalt ist lediglich der, Beamte nt suchen, jungen Leuten den Befabiaungsnackweis iür die Erlangung von, Beautteristellen im Staat. Stadt oder Land -m geben.. Um diese Stellen nun geht es den Nmnerus claulus-KämPiern. Da' wollen sie sich vor „fism-ne" —- lfts jüdi'cher Konkurrenz schützen. Diese Konkurrenz arrszulchalftn, .bat die vereinte völkisch-christliche St?atsveLwal<una genug Mittel in der Hand, die sie rücksichtslos ärrsübt. Der ärztliche und der Rechtsanwaltberuf. sind bellte M Oesterreich Nicht die erstrebenswertesten Beruft, aus die sich die arische Iunglirtzsintelligenz 'mit Erftr Mrzff untt kur die Wisienschaft., die reine Wisien^ck-oft, haben di» Völkchen denn doch bisber ftbr wenig Befabiguna ünd Jnftresiegezeigt. WisienschaMche Institute in Wien werden von „fremdem" Gelbe erbalten und ttzr emsfige Puf der W?enw Universität als Stätte > wirklicher v^^enl'chzMcher Forsch»nq ist durch Männer aus fremden Länden tBMffmiln. Billroth. Nochnagrl. Metznert. Albert Dwor'chak, Mengen tvaren keine Alvenländler) bemchndek worden. Nun, ist es eine sestst"bend? Tasiache: dieJuden sind das Bokk des Buches und der Drarm nach Wissenschaft lebt in ibnen seit ft. Daß die wissenschaftliche. BeMaung der Juden bierrulande die bennischen Leuch'en überragt. steht fest, und daher schreien die um ihr BnmLeybrot banaend/n arischen Jünglinge'Zeter und Mordio, weil ibnen. die Angst vor der basieren QffalMt'W'-.Düs .eftvafaen.ÄA.' eine Beamiensteste kornvetterenden jüdischen Mitbewerbers in den Knochen liegt. Diese Angst ist, Weiß GE, uwbswmwrwMm nw»”.1 »'» ujMyii Die halbwüchsige Erna Jonas mit dem, schmalen blassen Kinderqesicht ringt sich langsam zu Ubständigem musikalischen Gestalten Mrch. Für Beethovenfche Variationen fehlt chr noch dW Pbhsifche Kraft, in lyri'chen Stücken entfaltet sie eine ausgefeilte Technik und eine seine Dtznamik die regen Musiksinn erkennen laßt. Jeffch Reynolds bleibt stets Gentleman, der die guten Formen des Klavierspiels wahrt, Bert-Pergler legte'ein ernstes Programm gewissenhaft'aus. - . - Alsvrd Piceaver entzückt wieder einmal an einem ÄrienabenV sein Publikum, ein richtiger Rattenfänger, dessen wurchevbarem Trnorrauber niemand widerstehest kann. Das Register seiner Lockmittel scheint noch immer zw wachsen, die üppige Stimme an Glanz' zu gewinnen. -- Tr. Lothar Lenkei. ein Jünger Acskulvivs, sührft sich als Liedersänger mtt Brahms „Bier ernsten Gesängen" ein. Gefährlich das, da sie von den letzten Dingen singen , und auch das Letzte an geistigem Ausdruck und an Technik verlangen. Ein Woylgebildetcr, breit und fiei ausströmender Baßbariton und intelligente lebhafte Deklamation waren die Stützen seines Vortrages, der. durch stärkere Verrnner-, lichüng gewinnen würde. — Meta Reidel veranstaltete einen Gustav Mahler-Lirderabend. Sie kommt aus Amsterdam, der Btadt des Mahler-Kultus, tkx von Mengelberg neu gehütet wirft Auch bei der Sängerin ist die Tradition des.Mahler-Liedes in guter Obhut, dir Stimme selbst, nach , der Höhe zu scharf und begrenzt, ist sonst warm und ausdruck-fähig. — Es ist nicht vhne Pikayterft und bezeichnend . für Richard Strauß* Popularität und dis' Sangbarkeil seiner Lieder, daß sfr unlängst das ausschließliche Programm eines SchüleraberM bildeten. Frau Hedwig Kau» n t r-R o s e n t h a l unteniabm dieses Wagnis Mit wechfelndem Erfolge, wft 'sich ja stets bei Debüts von Schülern ebensowohl angenehme Üebervaschupgen . wie .auch Snb- . täuschungen einsftllen. Manche, SMkeriü legte mft ihrer Stimme 'für die Methode thrrr Lehrerin Zeugnis ah, namentlich die Damen Margret Mann ükkd M:a Rücker besitzen die Vorbedingungen für eine erfolgreiche KonMt- .karriev^ Gwur Felder. ^Wn der^^ beW'güÄiftzftrte jWsche Bewwber'bekommt dir Stelle ohnedies nicht, Um aher-wirkliche Wisierft Mast zu Pflegers, dazu reicherr.M einen der reinen Kissen- Mast ergebenen fttngen Juden die Hochschulen Oesterreichs glwiß Echt MUS. VMunivetsttät utht heute n 'echtere, reiuerr Wisienschaft als.die österreichischen Hochschulen. Dft österreichischen Juden werden sich gewiß ihr Recht auf den Besuch der Hochschulen nicht nähmen lasien und! MtS dafür eintreten, daß die Hochschule wie immer urrd überall bisher jedem B e fü h i g t e^n offen stehe. Aber daß' die Herren vmn' Hakerckveuz ihren Beamtenbrotneid mit der von den Juden stets.verehrten Wisienschaft zu verknüpfen suchen, darauf müß^n wir Juden ' aus,. eigener Kraft eine gebührende Antwort geben. Gründen wir aus rigenen Mitteln Stätten der Wissenschaft für unsere Jugend, dft sich wirklichem rcinrn wisien'chaftlichen Stud'.um ergeben tvill. Gründen wir jüdische Volkshochschulen in Wien, deren Besuch jedermann offen steht! Tann wird es sich bald zeigen, wo der höhere Wert steckt: in der reinen oder in der rasienreinen Wisienschaft! Dft Toktorenfabriken in Oesterreich dienen sicher nicht' der Wisienschaft; daß sie künftige Bramt; fabriksmäßig heranbilden, ds-e untergebracht werden müsien, das ist eines der Hauptübel, an denen dieser S^aat krankt, desien Bevölkerung zu mehr als 10 Pro^nt aus BeamtenfaMien besteht. Wenn wir Juden jüdische Volkshochschulen aus eigener Kraft schaffen, dann wird es in Oesterreich rvftder Stätten Wirklicher.Wisienschaft geben. . 0 Gegen den Abbau au den Hochschulen nick, wissenschaftlichen Jnstttuten Österreichs richte« sich eine von den Rektoren der Wiener Hochschulen, Proftsioren und Vertretern wissenschaftlicher Anstalten und Vereinigungen zahlreich besuchte Ve^ammlung. dft im chemischen Jnstttut stattfaw). .Der Referent, Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften Hofrat W e t t e r st e i n, wies darauf hin, daß in den letzten Wochen ungefähr fünfzig hervorvagende wssien'chrftliche Fachmänner in den Ruhestand versetzt worden seien. Dft Lücken seien nicht zu ersetzen, denn ,v'o n ,e r n em N a ch w u ch s k ö n n e. keine Redv sein. Die Versammlung nabm einstimmig eine Resolution an,, in welcher un Interesse der Kultur verlangt wird, daß' dw Abbau an den Hochschulen und wissenschaftlichen Anstalten, tmt in einem dft Leistungsfähigkeit nicht beein- Mchtigenden Maße in sachlicher Weise erfolge, ferner, daß M Fortführung der AbbauaktioneU den Hochschulen mck wisienschaftlichen Anstalten selbst enffcheidender Einfluß gewahrt werde. Es ift zu erwarftn gewesen, daß der Abbau in Oester- -refch.Mn mechanisch dürchgWhrt wird, was rratürlich llri wisienschaftlichen Instituten heillosen Schaden bringen inpß,. wo nmn oft, weriN' nran Personen beseitigt, den -Zweck ruiniert, dem die betressende wissenschaftliche Anstalt dient. Da,ß freilich der Abbau an den österreichischen wisienschaftlichen Instituten sachlich vor sich nehen würde, wenn dftr Hochschulen selbst enffcheidender Einfluß dabei gewahrt würde, ist nicht ganz sicher. Denn bei dem Geiste, der heu)e an unseren. Hochschnlen herrscht, wurde in vielen Fällen nicht Sachlichkeit, sondern Konkurrenzneid für AbSauvorschläge maßgebend sein oder der beute in der österreichischen- Wisienschaft dominierende >- Rasftultandpunkt. , - / .-r- . . •/ Her Mau Ler Lffeutlichru VeameiL md M PrivatMeftMe». Der Abbau von 100.600 BundrZbeamten. wozu noch eine erhebliche Anzahl von Beamten der Länder und Gemeinden korümt, erweckt in den Reihen der P r i v a t a n g est e l l t e n, dft selbst unter der wachsenden ArSeitslosigkvit lekdrn. bogveiflichevweise schwere Besorgnisse. Diese Befovgnisie werden durch Verlautbarungen der Jndustriellenvevbände und kaufmännischen Korporatwnen gesttigert, welche sich an Hve Mitglieder mit der Aufftrdevung wenden, freie Stellen in ihrem Betrigbe.a u s s ch l i e ß l i ch durch dft vom ErZparmrgskommiffar Hornik errichte« Sftl- 'ftttvermlttlung zu besetzen. In d-r letzten Zeit sind Falle bekannt geworden, daß diese Stelle Vermittlungen vornimint, bei denen ver für dft geforderte Arbeitsleistung geboftne Gehalt dft ortsüblichen und durch Kollekttvverjrag vereinbartell Bezüge der Privatangestelltm wesentlich unterbietet. Der Bund der Jnduftrftangssftllten hat dft E'mrich- Lung einer p a r i t ä 1 i s ch« n Verwaltung dieser Steift gefordert. Es hat darüber eine Besprechung mit bem Ech'awngkkomMsiär stattgefunden, die aber infolge seiner vollstän'dsHablehnenden Haltung r e s u l t a t l o s verlausen ist. WOm»«gramr u«d geWge MM«. . Der G-wMchast 8fr Chpetiiepre ln Privardiepffta i|t es nqch längeren VeNanhlungen mit der, ir'rbe lorbammer und dem Mchrungsamke ge'ungen/ ln bezug auf Wohnun^sanforderong. des Bäümif reuren, uelte beruft älber Wren auf länger als Mönake verlassen müssen und wre Yümiie mstieiimen. eine i 1 n b i n p t 3 u f a g e de» Wo D,« ungsamt ff zu (irtarQer, das derartige Wohnungen nicht an geforder 1 werden -"rsten. falls der blkrxflende Snaenftur vor r bgang.von Än > dft if raljgchtz beitz. Wohnüngsamte mftitict ichrsitltchen HeWgM.dtt F'rma Mcnyj^'bt. -et Zenlralral iti pechigen Ärbeiier veslerre chtz hat nun eine r dl-on emgele'lek. wonach d<i,e Zustchtlung de» Wchnunt-sämieyiich für a n d e r e B e r u fs g tu p v e» g e ist i o e r A r bet t e t An. uenbunq fi den soll, r-elche beruflich, mu ihrer Familie aut kävaitt Äeit Wie» verlassen mtislrvv« Eircftof der Deutschen Satt! ©eftetamtt WMemann Wer de« Aufball PMWas. Am 14. Jämrer fand in Breslau «ne große Keren Hajessod-Konserenz statt, zu der ^dft-Einladungen von einer Reihe führender Juden Breslaus, darunter auch dem greisen Borsitzettdrn der Gemeinde, Herrn . Eduach Sachs, ergangen waren. Die meisten der Eingeladrnen waren erschienen, so daß der Sitzungssaal des Provmziallandtages dicht gefüllt war. , Dev- Vorsitzende des deutschen Keren Hasessod,. Herr Direktor- Oskar W a s s e r m a n n, eröffne«, dft Sitzung und.führte nach Begrüßung der Anwesenden und einem Hinweis auf die Deutschsand so schwer treffen, den Ereignisse der letzftn Tage unter anderem aus: Das Judentum in Derltschland ist von den'größten Gefahren bedroht. Eine der größten ist seine.Une inigkeit. Das größte, wichttgste Erfordernis .'der Gegenwarb ist dft Einigkeit, und der Keren Ha je ss o d ^hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Einigkeit 'herbeizuführep. Er findet Widerstände, er findet Anfeindungen, hofft aber, dies alles überwinden zu können, aber nicht im Kampf. Denn der Keren Hajesscd ist keine Kampforganlsatiyn. er ist nur bestrebt, zu einigen und dft Kräfte zusammenzufassen. Bei Beendigum des Weltkrieges bildeten die Zionisten dft einzige ulnfasiende inftr'nationale Organisation des Judentünrs. Sie waren daher die einzige Jnlstanz, mit der verhandelt werden konnte. Dft Zionisten haben nun für den Aufbau Palästinas die Mitwirkung der Nichtzivnisten, der gesamten Judenhvit zu gewinnen. DftS soll auf dem Wege des Keren Hajessöd geschehen, -der vollkommen azionistisch, vollkommen neutral ist. Zumal in Deuffchland sichert die Verfasiung des Keren Hajesicd den Zionisten keineswegs' die Mehrheit in den maßzebendeü .Instanzen. Es kommt sehr darauf an, ob dev Kerer: Hajessöd genügend Anhängen und Mitarbeiter in nichtzionisttschen Kreisen findet, um den Aufbau zu bestimmen. Es liegt kein Anspruch der Zionisten auf bösonderrn Einfluß vor, abgesehen van dem Anspruch auf größerer Sachftnnttris, auf Achtung und Aner- kemmng, der ihnen für bisher geleistete Arbeit gebührt. Ich g aube, daß dft Aufgabe^ dft vor uns lftgt, die groß« ist, die dem Judentum seit Jahrhnnderftn gestellt worden ist. Ich bin überzeugt, daß -ft Lösung ^der Aufgabe mrd die Art der Lösung die Geschichte des Judentums auf Jahrhunderte hinaus in erster Linie beeinflusien wird. Die deuffcheü Juden standen zu allen Zeiten führend an der Spitze aller , großen ideellen Bewegungen, und wir dürfen uns heute von dieser Stellung innerhalb des Judentums nicht aöbringen lassen. Wir wollen den jüdischen und den nichtjüdischen Menschen helfen, aber wir dürfen uns nichts emreden, daß wir damit dem Judentum dienen. Mr dienen lediglich Juden, dem Jndentum nützen'wir. nur, wenn wir uns a l lg-rm ein j ü d i s ch e n B e st r e b u n- 'gen anschließen. Wenn wir uns davon ausschließm, dann geben wir unser Judestinm preis. Es hangt.nicht von uns ab, ob Palästina onlgcbaut wird oder nicht/Es ist nur die Frage: Wollen wir es verantworten, mit Rücksicht auf kleine Nöte, auf hoffentli^ vorübergehende, unsere S«llung nicht nur für kurze Zeit, sondern vielleicht für 1 vft Dau-er aufzugeben. Das Werk selbst durch eine CnHfthung der Jn^lligem. der Arbeitsleistung und der Mttel, dft wir ibm znfübren könnten, zu verkümmern? Ich glaube, vom jüdischen Standpunkte aus können wir es nicht verantworten. aber auch nicht vom. deutschen. Wenn, irgendwo Mewfchen beMügt sind-international zu totr&it, fo find es die Inden. Wir dürfen uns nichtMs dem Zusammenhang reiße« lassen mit den FudSn der Welt, mit den füdffchen Ideen, die Weltideen sind. Nun, wollen wir diese Leistung vollbringen. dann müssen wir mit den Zionisten zusammeMirbeiten. Ich ar'bei« mit ihnen seit mehr als einem Jahve füsammen. ich chatte keine Vorurteile und'muß sagen, ich' habe auch keine bekommen. Wenn wir auch in vielem etwas ganz anderes wollen als die Zionisten, so wollen wir doch in einem Gftiches: Palästina auf bä n e n. Das Stück, das wir gemeinsam gehe n' k ö n n e n, wollen wir ocmemsam gehen, denn sonst kann Pasästina nicht aufae'baut werden, weder für uns, noch für die Zftnisftn. Die deutschen Juden sollten sich die geistige Führung der gan'en Judenlheit nicht ans der Hand nebmeu lasien. Wie können wir aber die geistige Fübrung behalftlr, 'wenn wir uns von den äktuesien. die Judenbeit der ganzen W.'lt bewegenden Ideen aüssrblftßen? Da muffen wir der Judenbeit neue geistige Gedanken geben. ' .Palästina ist der einzige Ort, wo sich das Judentum wieder erneuern kann. W'rtschaftlich können sie heu« die Juden aus d?m Osten besser Mch Argentinien, nach Amerika schicken; h m Judentrun gehen sie verloren; für das Judentum sind sie nur von Nutzen in Palästina. Wir dürfen boffey, daß,, wenn daZ Judentum «in» gan'en Kräfte einsetzt, es aus drr Besiedlung Palästinas einen Jungbrunnen macht, daß es dort neue Kraft und Einfluß aeft uns und guf die Jugend gewinnen wird. Judentum eMMt sich nicht in Sorge um ein Kvankenbans oder um Kranke und Notleidende. Das ist Menschlichkeit, m drm das Judentum erzoaen bat. aber kein Judentitm. Ich sebe nicht den Wea» wft wir in Deutschland das Judentum aufreckst er^lftn können, obue nene Ideale. Dftgroße in Deutschland ciitfc’6t uns nicht der Pflicht, kür n?ch ärmere, für uns, zu sor^e^ .Niemand ist ärmer als das Judentum^ Palästinabraucht uns. ali e r w i r b ra u ch e n V al ä ft i ff o u nr n nser s e l b st Wille n. Wenn wir uns von dieftr Brwrgnng aüS^chalten, so geht nicht das Judenkffm zügvunvr^nein» aber das Judentum acht nns^erlöv^n.-uffd wir scheiden aus dem Judentunc aus, vielleicht nicht-ww/

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.