Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1415 (21.1.1923)
- Date
- 1923-01-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1415 T^M- Men, GormKtz 25H ene* MMMzeWns. n. SfSimer M «V blüheMftn. - JHre / vor Anstalt gewidmet.? Der Lohn für stW Treue U ckcht aüSgMKSen. Er?'bezieht ' eine Pen» fwji"von.'ÄV'.'K.'M Monat und kann der Wett erzählen, was Dankbarkeit' ist. Um' «das Matz des Jamm^cs voll zu machen, ist Lcr alle Mann krank und schleppt sich' mÄhschn jeden Minien Tecg in den Speiftsaal. An den anderen Latzes kmMnt sichte Frau. Denn die beiden ha'ben zus-anrmen eine Wochenkarte und Wnncn die nicht immer pünktlich bezahlen. Im Sommer aber Mrden die boiden Alten ganz ans. Müoeder, weil es da gar i’-eir.c Privatlettionen gilbt, oder weil ft zum Amüsement rnch Gäste in oder auf den Semmering gefahren sind. Die Zahl der Privatlehver, die in der Küche ihre Mahlzeit einninMt, Pübechauipt sehr groß. Da ist die kleine Klavierlchrevin, die immer noch' das „Dekorum'^ l wahren will, wenn sie den vollen Preis nicht bezahlenkann, die Märchen van verreisten oder säumigen Schülern ersinnt und durchausreicht jeden. Tag „Zeit" hat, chr Mittagessen einzunehm^n. Die 'hat die Technik des Glends, tvenn man so sagen darf, insofevn weiter ausgobAdet, als sie sich mit einer Kollegin in die Wochenkarte teilt,'woboi nach einem höchst komplizierten System die Sonn-^und Feiertage verteilt werden.' Eine Sprachlehvevm erschein pünttlich Tag um Lag rn der Küche, um das Essen für einen Nachbarn, zu holen. Dieser Nachbar .-ist ein Mjähriger ' Arzt, der mutterseelenÄliein in seiner öden JimgMftllenwohnung haust, angewiesen auf die Hilft braver Frauen, die dafür sorgen, daß der Greis doch nicht Hungers stirbt. Sem Kolftge, der auch Gast der „Woja"-Küche ist, muß jeder Hilft, ent'valen. Gr hat einmal zu den MHeschvnsten und bslieibt-esten Aerzten seines BiertÄs gehört und mancher Kranke , wußte seine. Güte und sein menschenftmMiches Wesen zu rühmen. Der sorgen- . mm Mitteilungen aus dem Publikum. 254 Mindermoden - Merkstätte Grete Meubert t* Llets»msrkt vi empfiehlt sich für die Erzeugung psn Modellen in Mänteln^ franz. v. engl, f Lleidern wwis Anzügen für Rinder bis z Jahre in solidester Ausführung zu den reellsten Preisen i; Felicia Überall Oskar Hortung j. / desellscfiaffer der Nr«» . V; - . v Brüder Hortung % - Wi.cn empfehlen sich als Verlebte Me» im Jänner 1923 . ' 9942 Eva Starnberg Adolf Jurniann Verlobte Czortkow im Jänner 1923 «44 Der zionistische Pratersprengel * i. ' Vunscht seinem Vorst andsmitgliede Herrn .Markus Finkei anlässlich seifig Vermahlung mit Fri. Mina issler herzlichsten ' 2M ^sv ' 9949 Ing. Wilhelm Starer und Frau zeigen hiemii hocherfreut «S* Geburt eines kräftigen Sohnes an. - Wien, im Jänner 1923 «974 . Fehle Wphijwigseistfchttijigen. 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Februar zu richten an die Adresse : KOMITET CENTRALNY ORGÄHIZACJISJONISTYCZNEI 9943 Kraköw, Stfädom 15; I. p. of. volle jüdische Fantilienvater mußt« nicht Bedenken tragen, den Arzt -zst ftm«m kvar.cken Kinde. zu rnftn, auch wenn er nur mit einem Dankeswort zahlen formte,' der kranke Stammesbruder klopfte nie vergebens an seine Türe, und aus der Liste jedes größerxOWohlfthrtsvervms stand"sein NaMr. Aber die Zelt. Verging, jüngere Aerzte tarnen in „Holde", «Nd langsam horte der Zustroin auf. Es wurde still um den Ätep MMN.Mer ermißt dft-'Bitt«erfttt''vS' vertzestxRrn/den 'Aymmer ^s archÄtsfreudigen, Hiilfsh'ereite'n,' MMfMr^^M^n^Arz'es, t«sftn Mffen, Können ürÄ Erhah>^'d.rüAj ist rührend, ürch erschütternd zu Wn, wie sich dft alten Aerzte freuen, wenn» eine von - den, ÄnHstellten der „Woja"-Küche sie um einen Rat bittet. Hat eines ^on den jungen MAchen^. die das Essen servieren, eine Schramme an der Hand, haun M t\:m der Herren Doktorerr herber, einen Verband anzulegen, der für einen doppelten Armbruch genügte, hustet jemand, so stiegen die Rezepte, Vewrdrrungrn werden eräeilt, Ratschläge, gegeben nr:d über die müden Gesichter der Arbeitsveteranen huscht ein Schein verschämten GAllkes, Am Anfang «ihrer Laufbahn, wenn sich der'erste Patient ln das Sprechzimmer des jungen'Arztes verirrte, mögen'sie so dreingMickt haben --- lang, lang ist's her —, urh ein Abglanz disser Deligksit des HelfeNkönnens überschmrmert auch heute noch die Greise.' Ä«Mh-'eir« -R«che M«.RMsalMMt«.miüüst'd8s Mtt«^ esftn in der' ^Woja" .ein. Ein großer, hagerer MäNn mit. einer.' , kleinen, vunWche'u .Dame bezahlt gerade ftine Wochenkarten. „Ich bezahle w Gold, in purem Gold/' sagt' er HM scherzend, halb ernsthasi. Er hat nach, .langen ArLeitsjahren sich mit einem „großen" VeMtögen — es mögen wohl 400.000 Kronen, gewesen'sein — zur Ruhe'gesetzt. Von diesem' Vermögen zehrt er honte noch, und es ist «ihm gelungen, sich und seine Frau-durchzubringen, ohne Aluwser« aunchmen'zü müsien. Wer — „früher habe ich auf Hirsche und Rehe' Jagd gemacht",' lächelt der alte Herr, „jetzt bin ich ein Mionsjäger' Mwovden."' Alle seine geistigen Jnteresion sistd-erloschen. Er hat auch keine .Zeit' dazu. Er ist Dtitt^tstands-aktronen auf der Fährte, «erhascht bald hier, bald dort eine Zubuße, Mcklich, wenn seine Frau die' Hände züsmnmenschlägt und hewuMrrch.sagt: „M«her du die Sachen zauberst, das möchft ich wirklich wissen! ■ Sein Kollege und Altersgefährte hat nicht einmal «den Trost und die Freude, für einen goliebten Dienschen noch sovgen zu müssen, er hat weder Weib noch Kind, weder Bruder noch Schwester, eirnsam wie der Bäum auf der Hebde. steht er in ^der.3Lelt, und >da er. keine ÄWnahme. intch^r.S^ahkert.-kan«, -kümmert sich kein Mensch um ihn. «Jetzt weiß H^werngstens/' - -sagt, der- 75jährige. bitter; ^wozu man alt wird. Um bas zu erlÄ^n, das Elend, die Per-, wcchrlofüng,' die EiniftMert, dazu bisi ich'alt g«,vwrden." Sein Tischgefährte, ein Banmeister, nickt zustimmerd und verstüud« nisvolt. Man kann in der,Moja" die^Aitgst vor dem Älter lernen, vor'denr Mbtmd ohne Frirdett, der eikent' ltnsgen Ar-' berkStag-'stützt.' - ' . ' ' - ' ' ' ' ' # . ' ' Nvben den - Arheitsveteranen viel aufstrebende -Das sind die „SKgöbaüten". Pvivatbeämte, HarndÄ'sangestellte, Reifende — in-ganzen'Schckken kom'chew'sie,-stm'.-Austvahmä in .die „Woja" zu erbitten. Es sind zum überwiegenden Teil Ost°' ,juden, jene „fremden Clenrente", über die sich unsere Feinds, nicht genug entrüsten können, denen sie 'überlebensgroße Geschäftstüchtigkeit'und jän.e'.,-Findigkeit/.-, zutymen,- die, .-rchmÄ, wieder auf' chre- Rechmmg kommt üvd äüs jeder Situation Rsttzen.-zieht.' Beobachtet man.-die'.jung««,'Leute.in..,dex-.Mpja^' sp Auß märt wohl sagen,, daß sie ftinM-wegs chft Machest -sch^n, deren Stippl-einauf jedem Feuer kocht. .GorgxiNvoÜ gedruckt blicken sie drein und der smarte „gefiükelte" Gesch/ftS»^ Mann, der in der Boxstellung der anderen-lobt, erscheiim als.,- stiller, Müder, junger Bursch. Lerft - tauschen' 'sie 'kurze- FLWmß- und Antworten,' inuner «Mebben: „Hast' dir - schon „Nichts."- „Wenn man nur fort könnte!" Dann .ftufzen sic,, blicken zum Fenster hinaus und warten, warten verzwerftlnh und nmöloÄ, die gofi-nkelten, raffinierten „Jndenlbuben", -wsrrte«. auf das Wunder oder darauf, daß' chnen auch der letzw Bissen Brot aus der Hand , gerissen 'wird. . . .^,- Wrr öimnal-s-chonden'Auges in der' „Woja" gewesqs»- Aaubt an das jüd^che Mittelstandsvlend. Aber imr die'w-rrg^-!' sten werden den Versuch -nrachen, sich Klarheit über die tzrags.' zu verschaffen. Es gäbe ja dort ein Arbeitsfeld für jeden Meu- O-N«mes gäbe «in-e Wfgabe, die wohl die Mühe lohnte. Diesen, alten,- müde «gehetzten, müde gesorgter? gsfftigen Arbeitern nicht!, durch Geschenke an den einzelne^ —- die kairm einer amrsihme —, sondern durch Spenden an den Betern sine Mahlzeit tätlich zu sichern, dafür zu - sorgen, drß Mäm«r und FvauW, die in harter Arbeit alt geworden sind, nicht den- Hunger Im-neni - lernm .müffen, ehe sie ms Grch sinken. Es gäbe ein« Pflicht,,.^ eine heilige Pflicht zu erfüllen. -Aber es ist viel bequemer,-di«.'. Fabel vorder „Uobertrerbrrng" des jüdischen MttefftmrdVlendsi; zu glgirben, , ' Zur Veröffentlichung desberühmten Ramanes vo« Dl?- raeli in der „Wiener Morgenzeitün^. ' Wir beginnen om Mittwoch den 24. d. mit, der Bxr«- .öffe-ntlichung des berühmten, längst in VergrssenhWt ge«, ratenen. Romanes „David Alroh" von. Disvuetr- (2 o rd B ea e o ns fr e ld). Es erübrigt: sich, das wert-,., volle Werk anzupveifsn. Zweckmäßiger erscheint es. uns, den«- Lesevn mitzuteil-rn, was Disraeli selbst über die Entstehuvtz. seines Romanes umd dessen geschichtlichen Hinte Grund? schrieb:' - . ' „Als ich im Fahre 1831 m Jerusalem war Md M von der Tradition als -solche bezeichnetm Gräber - Könige hon Israel besuchte, führten mich meine Gedanken! zu einer Persönlichkeit zurück, deren wnndeMre Ä vfbahft schon in meiner ^ugendM mein«e Äusmerksaimkeil, evreg^ hatte, da sie der pqetischen Gestattung reichsten Swff! bietet.' Und danrals begann ich diese Zeilen, die den Namen? David Alroh ins Gedächtnis rufen sollen. Die Zeit, in welcher dieser Romanspielt,..I dasv zwölfte Jahrhundert. ... . .. - . . - . Damalsbefand -sich der. Ost in folgender pKitischee!^ Lage. «Das Kalistrtc war in einem- Zustand schnellzn - Verfalles. Die sÄ^chukischen-Sultane, welche von Ken Ve---! Herrschern der Gläubigen zu Hilft geruftn - wordee, warew gleich den Hmismeiern Gebieter des- Kaiserreichetz gewov, den. Sie hatten' sich vier Königreiche' -dir sitzüngen der Nachfolger des Propheten -gvnommrn unÄ - mit ihnen hatten seldschukische Fürsten die Titel eickes Sul^. tans von! Bagdad, eines Sultans von.Persierr^Tives -Sul-r? tans von Syrien und eines Sultans von Rum odtr Kleins asien genommen. Aber in der erschlafften' Disziplin und dem zweiftl-! haften Benehmen ihrer .Heere begannen diese krügerischen.. Fürsten bald die natürlichen Folgen von Luxus uub Träg--!' heil selbst zu spüren. Sie waren nicht mehr die ianbesiegbaren und unwiderstehlichen Krieger, d^e von den Küstendes Kaspischen Meeres über die schönsten Gebiete bey; Ostens sich ergossen hatten, und obgleich es "ihnen noch -ge»? lang, Ordnung in ihren Staaten, aufrecht' 'zuerhalten,? sahen sie doch mit mühsam verhehlter Furcht die dxlchftnde« Macht der Könige von Kharsäm, 'deren Eroberun«gen ihre! Grützen täglich mehr bedrohten. '• " - ' -' - Was. düs hebräische Volk betrifft, so ist beVünnh dch . nach der Zerstörung Jerusalems die. Juden der Ostens, j. wahronb sie die Oberherrschafat 'ihrer Eroberer aneMnnien,! sich hoch in, allen- Fragen der Gerichtspstege der Leitung! eines eingeborenen Gebieters, ' eines anerkantt'ten. W-! kömmlings Davids/ unterstellten, den sie durch den Titel! „Exilsftirst" aüsftichneftn. Wenn wir ' den enH>ftästischen! Geschichtsschreibern dieses Phstutasiereichen Volkes glauben,! so 'gab.esPerioden voll Glück, wo die „Frusten .des? Wls' ftst 'eben so viel Land besaßen und sich fciff ebeni solcher Gewalt erfreuen als die ehemaligen KL-nige. ^vvns Judää selbst. So viel ist gewiß, daß ihre Ätacht sich in ccheni, dem Maße vetmr-ehrte als die Schwäche des Kalifats zü'«'! nahm, und ohne Ztveiftl-stiegen in den. . Verivirrtesten?/ Perioden der arEschen- Herrschaft die hebräischen. Fürsten!' elften Jahrhundert blieben, einem in her orientalischen schichte Verhängnisvollen Zeitabschnitte, tarn dessen Un-- ' glücksfälleü auch die „Fürsten des Exils" Nicht ffti bliebem!??' Selbst noch im zwölften JÄhthundert hörte man dön ihnen.!?.?? Ich'habe es gewagt, einen derselben nach Hamadan, einem!? Lreblingsaufenthätt der Hebräer, well er der Begräbnis-'.? platz der Esthet und des Mordechri war, zu versetzen.? . Was die übernäinrftche Maschinerie dieses Romanesl.? anbetrifft, so ist diese käbhäüftisch ' und widerspricht den! danräligen Anschauungen nicht. Bon ..den!.?Geistern der!/ Gräbex an bis. zu dem Zehter Salomos kann man alle diese!. Emführirntzen vön?Geisterst Antorftäten uyd. in jftn Tradi-:-^ tiontzn her'Hebräer finden,^' - > . . ..'? - Wimcfraflts^Haatiiettar.-Mit« 159s0 . K' 17.500 Etübi, .'^K' S6§Ö:v * Ul„ Linke Wienzeile 44 £1* ^!er; KelMmbrötk« 9936