Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1413 (19.1.1923)
- Date
- 1923-01-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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19. Jänner 1923 9t& INS r Wien, Freitag Menerr Morgenzerkuns» Sette S BEI T“ DCI 7 I kLVfttit IkLZi -SMMzi -M» MS nnuntachctoa tllZBB Wiener Pelz warenmarkt Breitfeld & Lander, Wien, II. SU. Sperlgasse iKngros LE»» «tetiall. Teleplton 43ala^lO : facpo*1^ ischen Gutsbesitzer und die französischen Jingos iutvigieren >!gegen ein jüdisches Heim in Palästinas für die arab is ch e 'Bevölkerung kann die Mische Einwanderung nnr i Nutzen bringen. Henderson sewWt. Newcastle, 18. Jänner. (Reuter.) Bei der Stichwahl iwurde der Sekretär der Arbeiterpartei Artur Hender- >s o n zum Abgeordneten für das Unterhaus gewählt. Bei der erston Wahl waren auf die La'bour Party 10.000 Stimmen. die Liberalen 7000 urvd die Nationalliberalen 6000 Stimmen entfallen Diesmal erhielt Henderson 11.066, der Liberale 6682 und der Konservative 6180 Stimmen. Eine provisorische Aegiernng Kr Wemrl. Paris, 18. Jänner. (HavaZ.) Die Botschafterkonftrcnz yat beschlossen, unverzüglich nach Memel eine außerordentliche Kommission zil entsenden, die mit der Einsetzung einer; provisorischen Regi e rnng unter der Auto- I; t i t ä t der Alliiert c n betraut ist. In Kowno wird '! ein Schritt unternonrmen werden, wobei die Mächte die litauische Regierung auf die schweren Verantwortlichkeiten . Hinweisen werden, die sie ans sich geladen habe, und sie einladen lverden, dafür zu sorgen, daß die litauischen Elemente die Autorität der Konnnission anerkennen. In Meinet traf heute ein englisches Torpedoboot ein, das einen englischen Admiral landete. Der Admiral begab sich gleich nach der Landung in das englische Konsulat. AnflSsang der Zuriner FarriftenseMm. Rom, 18. Jänner. Infolge der kommunistischen Verfolgung er: in Turin hat der Oberrat der Faszisien die Auslösung der faszistischen Sektion in der piemontesischen Hauptstadt und ihre Neubildung nach Säuberung unter den früheren Mitgliedern beschlossen. Veranlassung zn dieser Maßnahme haben die bekannten Turiner Unruhen gegeben, über die tvir in unserem Feuilleton vom letzten Sonntag ausführlich berichtet haben.) Triest — Answandererhnsen. Rom, 18. Jänner. (Tel. der „Wr. Morgenzcituikg".) Der Ministerrat faßte den Beschluß, die Geltung des AuSwanderergesetzes aus die neuen Gebiete zu erstrecken. Damit ist Triest als Auswandeverhafen erklärt. sie Neuwahlen in Bulnariev. Sofia, 18. Immer. (Bulg. Del.-Ag.) Bei den Vovgestevrr Hm ganzen Lande stattgefundenen Wahlen hat die Regierungspartei auf dev ganzen Linie gesiegt. Die Wahlen twrliefen in größter Ruhe. Bulgarien AM neutral. Sofrch 18. Jänner. Die Bulgarische Telegvaphen- /geniur dementiert aus Grund zuständiger Ermächtigung die Gerüchte, wonach im Falle von Verwicklungen in Mitteleuropa oder, wenn Sowjetrußband eine Aktion Men Rumänien unternehmen würde, Bulgarien seine Neutralität aufgeben würde. Die bulgarische Regierung ist feit Gegenteil fest entschlossen, eine friedliche j Politik zu befolgen. Die bulgarische Regierung beab-! sichtigt ift keinerlei Kombination einzutreten, die sich gegen eins« Staat richtet, am allerwenigsten beabsichtigt sie, sich Sowjetrußland anzuschließen, denn zwischen den bolschewUschen Russen und den agrarischen Bulgaren gibt es krfeve Gemeinschaft. Ser Aufbau der WM. London, 18. Jänner. (Tel. der ,MZr. Morgenzeitung".) Unter der Firma Turkrsh Development Corporation hat sich mit dem Sitz in London eine e n gl.isch-tKrktsche Gesellschaft gegründet, die dem wirtschaftlichen Mederaufbcm der Türkei dienen soll. Sie erhält KsLzessionen auf Petroleumquellen, Eisenbahnen, elektrische Anlagen, Straßenbahnen und dergleichen. Das Unternehmen wird der Russo-Asiatic Consolidated, der englisch-vusfischen Gesellschaft, an deren Spitze Leslie Uran ardt stcht, angegliedert. Es erhält aber einen eigenen Aussichtsrat, dessen Präsident Leslie Urquardt ist und dem führende englische Bankiers artgehören. In dieser Gründung wird der Ausdruck für die Tatsache gesehen, daß die Lausanner Verhandlungen mit der Türke: auf der Basis der englisch-türkische» Einigung in einem beschleunigten Tempo ihrem Abschluß entgegengehen. Durch die Person und die Gruppe LeSlie Urquardt stellt dieses mit englischem Kapital finanzierte türkische Unternehmen eine Verb'mdungsbrückr mit der Russo-Asialie dar, die in das türkische Gebiet reicht. Der Vertrag zwischen Urquardt und Krassin ist von der Sowjetregiemng zwar bisher nicht ratifiziert worden, doch kommt Kasiin nach London, um nsue Verhandlungen über Me Wanderung des M^minens aniMiehmm. „ Viel beMöEt wird hier die Tatsache, daß durch die' Beziehungen Urqtkardts zur Schwerütdustrie und zu deut. schen Handelskveisen — besonders zu Krupp — das russische und das türkische Wiederaufbaugesetz auch für die deutsche Industrie von erheblicher Bedeutung sein wird. Nie tommsMischr Partei in der WM auf* gelgft. Bukarest, 17. Immer. Die hiesigen Blätter ntelden aus Angora, daß die kemalistische Negierung die Auflösung der türkischen kommunistischen Partei angeordnet hat. Als Grund wird die staatsfeindliche Tätigkeit der türkischen Kommunisten angegeben. Mehrere Führer der Kommunistischen Partei wurden verhaftet und dem Kriegsgerichte übergeben, wo sie wegen Hochverrat zur Verantwortung gezogen werden. Sie BmÄesversassnng der SowsetrepnMen. Berlin, 17. Jänner. (Tel. der „Wiener Diorgenzeitung".) „Ost Expreß" meldet aus Moskau: Obgleich die Verfassung des neuen Bundes der sogmlifti.schen SowjetrepuMk angenommen und sein oberstes Organ, das Bundeszentral-Exekutivkomitee, bereits gebildet ist, fehlt rwch die eigentliche Bnndcsregievnng — der Bundesrat der Volkskommissar'?. Der stelloertretende Vovsitzende des ukrainischen Rates der BollÄomruissäre erklärte in der Akoskauer „Jswcstia",, daß die Bundesregierung erst aus der vermutlich im April zusam-menivetenden Plonavtagnng des Bnndeszcntral-Exaknl'ivkomitees ernannt werden soll. Diese Tagung werde auch die vollständige Bersassnug auscrvbeÄen, die dann dem Zweiten DundeZrätÄongreß zur Bestätigung vovgelegt wird. Berste» und Sowsetrußlmid. Lausanne, 18. Jänner. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der Persische Gesandte ttt Bern hat an Tschitscherrn ein SchreDen gerichtet, worin der russischen Delegation der Dank der Persischen Regierung für die Unterstützung des der Konferenz überreichten Protestes betreffend , die Nichtzulassung Persiens zu den Arbeiten der Konferenz ausgespWchen wird. ÄgeÄerWt. Bo« der Kere« Haseffod-KommWon. Eine großzügige Propaganda-Mion. — Neue ZeichnungSerklärungen. — Der Juwelen-FoudS. Die Oesterreichische Keren Hajessod-Kommission hat m Wien und ganz Oesterreich eine großzügige Propaganda . für den Palästtna-Grundfonds KerenHajessod begonnen, deren Auswirkung hoffentlich recht bald in die Erscheinung treten wird. Innerhalb der zionisüschen Sektionen rmd Ortsgruppen sind die Keren Hajesiod-Kormnissäre in voller^Tätigkeit und die Aufklärungsarbeit unter der uichtziornstischen Judenschaft zieht immer größere Kreise. Unter Mitwirkung Dr. Nahmn Goldmanns (Berlin) wurden vor.einigen Wochen in kleineren Zirkeln Aussprachen nrit fiihrenden jüdischen Persönlichkeiten gepflogen, die fruchtbar waren. In einigen Wochen wird Herr Dr. Goldntamr wieder für kurze Zeit in Wien weilen und sich an der österreichischen Keren Hajessod-Propaganda beteiligen Die Wiener Keren Hajessod-Konmnssiorr hat neue Zetchnungserklärungen ansgelegt, welche mit einem Begleitschreiben in den nächsten Wochen alle« bisherigen Keren Hajessod-Zeichnern zugehen Ivevden. Es erscheint nämlich zwecknräßig, mit Rücksicht auf die Geldentwertung, die seit den vor zwei Jahren erfolgten Zahlungsverpflichtungen eingetreten ist, mue Erklärungen für das lausende Jahr 1923 emzufarderrt. Wir machen unsere GesinMtngsgenossen aus die Briefe, die sie demnächst erhalten werden, ganz besonders aufmerksam und ersuchen sie, den Inhalt derselben ernstlich zur Kenntnis zu «nehnren. Nur strengste Pflichterfüllung der organisierten Zionisten wird ims dfe moralische Kraft geben unter der nichtziontsttschen Juden schuft für opser volle Mitwirkung am Palästina-Aufbau erfolgreich z« werben. . Auch die Arbeit für den Juwelen--Fonds hat durch den Eifer einiger Freunde neue Impulse er- Mten. Me Mintwrwerkigkeit 'der Landesmünze läßt es <cks erscheinen, daß das Evg-ebuis der österreichischen Hajessod-Sanmilungen durch Goldspenden . entsprechend echoht wird. Dieftr Gedanke hat allen denen, tvelchen das Gedeihen der ne-nen Siedlung in Erez Israel am Herzen liegt, eingeleuchtet, und wir sind überzeugt, daß Lei entsprechender Aufklärung weiter jüdischer Kreise durch den Juwelen-Fonds der Keren Hajessod-Ertrag in Oester-- reich leicht verdoppelt werden, könnte. Viel Anklang haben die Gedeukriuae aetu«den, welche den Spendern von Goldgegenständen und Juwelen ausgefokgi iverden. Die Keren Hajessod-Kommiffion ersucht alle, welchsich an der aktiven Keren Hajeffod-Arbeit beteiligen möchten, mit ihr schleunigst in Verbindung zu treten. (Adresse: 2. Bez., Taborstvaße 20 a.) zrouWsche, Lmderkomit«. Freitag den 19. d., 6 Uhr abends, um SitzrmMach. 2. Baz.', Taborstvaße 20 a, SiMng des Zümistischen Landes» konniees und der politischen Kommission. Das Brot wieder teurer. Die Bro^erzeuger hciben gestern den Brotpreis n« 80 .K. echÄht. Ein Laib Bwt wird also von Montag cm 6759 9 kosten. . ' Neuerliche Berteneruug der Kohleupreise. . Die Korrsspondonz Herzog mcldet: Nachdem erst in der, letzten Woche eine empfindliche Verteuerung der Kohlen-', preise eingetreten ist, wonach ein» Kilogramm Kohle >rm Dei tail bereits einen Preis von 1000 K. erreicht hat, ist mirt Gültigkeit vorn gestrigen Tage eine trouevliche Aiprozentige Erhöhung «der Einstandspreise siir oberschlesifche Kohle ab Gvnve crsglgt. Die Erhöhung wird mit der fortgesetztere Ent-, werrnng der deutschen Mark bsgrnndet. Die Erstellung di'.r neuen Kohlenpreise ans GwNd des erhöhter» Ein, standspveis-es für oberschlesische Kohle wird erst im Laufe der nächsten Woche erfolgen. Es ist zn befurchten, daß die bei-, den jüngsten Erhöhungen der Kohlenpreise nicht ohne Rück-^ Wirkung auf den Preis siir Gas und Elektrizität sowie ans die ohnedies durch -die PwdMionseirschränkung und die EntwerLung der Reichsmark schwer känrpfende österreichische Industrie bleiben tvevdon. Der LohuMau in der Metalliuduftrie. Vorgestern traten die Betriebsvatsobmänner der tallarbeiter zusammen. Mmens der Untschändler berichtete Wi den Hofer Wer die Versuche der Arbeitervertreter, die Unternehmer zu einem Aufschub des Lohnabbaues zu bewegen. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der der von den Unternehmern verlangte L o h n a b b a u a bgelehnt wivd. Insbesondere ciber wurde der Vorgang der Unternehmer abgelchnt und erAärt, daß die Arbeiterschaft bereit sei, auch zu den äußerste« Mitteln des gewerkschaftliche« Kampfes zn schreiten. Spätestens mn Sonntag wird der VrerzigermrSschuß zur endgültigen Entschließung über die weiteren Schritte zusmnmentreten. * In 'den einzelnen Betrieben sprachen gestern die Obmänner der Betriebsräte vor und erhoben im Namen der Arbeiterschaft gegen den Lohnbeschluß der Unternehmer Protest. Sie erklärten, daß sie die löprozentige Herabsetzung der Arbeitslöhne nicht zur Kermtnis nehmen könnten, da diese Lohnreduktion ohne 'das' Einverständnis des betroffenen Terliä und nicht wr Berhandlungswege borgenommen wurde. Daraufhin erklärten die Unternehmer, daß sie ihvorfeits diesen Beschluß der Arherterschast^ nicht zur Kenntnis nehmen können und daß sie die beschlosiene Lohnveduktion am Tage der nächsten Lvhnaus-> Zahlungen (Freitag den 26., b^iehungsweise Samstag den 27. d.) durchführen müßten; es werde hierbei der Verbleib eines jeden Arbeiters an der Stelle seiner Arbeit als dessen, stillschweigende Zustimmung zu dieser Lohnvernrvnderung. angesehen werden. Indessen erlitt die Arbeit der meisten Betriebe keine sonderliche Unterbrechung; zu vorübergehenden Arbeitseinstellungen kam es nur infolge von Versammlungen der betreffenden Arbeiter an Ort und Stelle. Lediglich in der Floridsdorfer LokomotivfabrÄ hat infolge eines Mißverständmsses die Arbeit'vollkommen ausgefetzt. Im übrigen herrscht in allen Werkstätten eine Achige Stimmung und der Wille, zu arbeiten. Der Melallavbeiterverbmch durfte im Laufe des yeu^ tigtzn Tages mit einem BerhaMungsmchot an den Jndu» striellettverband herawtreten. Dieser steht, wie gesagt, nach wie vor aus dem Boden der Beschlüsse, die seine Delegrerterwexsamuckung am Montag faßte. Die Mrelse «ach Stalfett. Verschärfte Praxis der italienische« Konsulate. Wir haben gestern eine Mitteilung der italienischen Gesandtschaft in Wien veröffentUcht, wonach das itarien»ffche Gnveüsevtzsmni nur für fvanMsche Staatsbürger ausgLhoben wird, die sich nach Italien begeben wollen. Für die Staatsbürger^ anderer Staaten bleibe der Zwang des PaßO Visums weiter in Kraft. Zu dieser Mitteilung ist zu bemerken, daß sich. sÄt einiger Zeit eilte Verschärfung der für die Einreise nach - 771905