Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1412 (18.1.1923)
- Date
- 1923-01-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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fm ■ ‘! ir' f ' '1 ■ ’,;';r - ' 'v1'^: . f‘- ’■ ,' ■- ‘ ' ', . - , i ' ' Nr. MI Die«, Donnerstag Wiener MoWnzettnn-. IS. Jchmer 1WS ' Gerts S grn Situachm des ZionttvruL die ganze politische Arbeit wrmger wichtig sei als die fi na «zielle Arb e i t. May dürfe nicht von der Politik SenMynen erwarten, sondern alle Zihmsten, auch die Mitglieder der Exekutive, haben vielleicht bisher darr« einen. Fehler, begangen, daß sie. zu wenig tzstr Aufbringung brr Geldmittel gearbeitet' Habens Im Verlauf. feines politischen Berichtes', erwähnt Herr Sbkolow die Angriffe gegen die B a l f 0 u r-P 0 l i-- ti k' während - der Wahlkampagne uiw spricht die-Ansicht ckuS, daß «auch iü Zukunft sowie bisher in Presse und Parlament Angriffe gegen rms erfolgen dürften, die zum Teil ihrem Grund m Verhältnissen der inneren englischen Politik haben. Die gegenwärtige englisch» Regierung Hai jeden- Ms wiederholt erklärt, zuletzt erst vor einigen Tagen gegenüber der arabischen Delgation, -; daß - ach der -ge g e n» wärt!gen P0litik in Palästina nichts geändert werden soll. Herr Sokolaw berichtet Weiter über eine Reihe von Fragen, die' mit der Konferenz m Lausanne zm- DnmerchLchgev. / Sefterreich. Ler Vmldeskmizler reist naK Belgrad. Die Vorbesprechungen über den geplanten Besuch des Bundeskanzlers und des Ministers des Aeußevn in B e lgrad, desienÄnkündiguing schon Wepzett von der jugo- .pawischen -Regierung willkommen geheißen wurde, haben gegenwärtig zu einem Einverständnis der beiden» Regierungen dahin.geführt, daß der Besuch im 2aufe de s M o n a t s Februar stattsrnden werde. Äiese Begegnung wird naturgemäß zu einer Aussprache über eine Reche schwebender Fragen Pol i t i sch er und namentlich Wirtschaf tlicher Natur führen und dazu beitragen, ik guten Beziehmrgen zwischen den beiden Staaten so auchugestalten, wie es im. beiderseitigen Interesse gekegen ist. rer Abbau der Ministerien. Im Gchensatz zu der Absicht der Mehrheitsparteven, öre Anzahl der Bundesmmisterien aus vier herabzusetzen, hat die Rechtsanwaltskammer der Regierung in einer Denkschrift Hey Vorschlag unterbreitet, das Äutzführungs-- tzesetz zu § 70 der Buudesverfaffung in dem Sinn zu erbrffe«, daß fünf M i n ist e r i e n, und Zwar das Ministerium für Aeußeres, welches mit dem Bundeskanzleramt vereinigt werde« konnte, das Ministerium des Innern, das Finanzministerium, das Verkehrsministerium und-das Justizministerium bestehen bleiben. Alle bisherigen Ber-- iwoltungsbchorden zweiter Instanz -und d/r Rechtsmittelzug an di« Ministerien hatten zu entfallen, so daß den Dinisterie» nur die Dienswufsicht und die. Ausübung der bersaffungsmäßigen Bvllzugsgewalt (Berördnungsgewalt) pnter Fre ilaffmfg des Rechtszuges an . den Berwaltungs- ^der Berfaffungsgerichishos zuverbleiben hätte. Mberusuns tznninghnmer. Der britische' Militärattache in Wien Oberst Sir ThoßnaS Cuninghame wird am 31. März seinen Posten m Wien verlassen. Oberst Cuninghame versah zugleich die Funktion eines-Militärattaches in der Tschecho-Slowakei stvNd befindet sich gegenwärtig in Prag. Es ist noch fraglich, ob der Wiener Posten eines britischen MMäratilaches wieder besetzt werden wird, keinesfalls dürfte ein Nachfolger des gegenwärtigen Militärattaches seinenWvhnsitz in Wien haben. Bezüglich des bisher gleichzeitig von: Obersten Cumnghame innegehabten Postens eines britischen Müitarüttaches in der Tschecho-Slüwakei verlautet, daß' bei einer Neubesetzung dieser Posten mit dem in einem anderen Lande, möglicherweise irr Rumänien, kumuliert werden biirfte. ' Krr LvhnabbM in brr Wiener Metallindustrie. Gesten: fanden Konferenzen der Metallarbeiter Mir, um zu der Herabsetzung der Löhne Stellung zu nehmen. Es ist gute Aussicht auf eine Einigung vorhanden. Wahrscheinlich wird ein von der Indexziffer unabhängiger pro» zentuell höherer Lohnabbau zur Durchführung gelangen, und' zwar soll' eine VermmdrvuiDg um. 12 Prozent, beziehungsweise in manchen Gruppen um 14 Prozent sta-ttsinden. Die Schwierigkeit liegt nur darin, eine solche formelle Regelung, zu finden, daß das Prinzip der'Mitwirkung der Arbeitervertreter beim Lohrrabbau in entsprechender Weise' züm Ausdruck komme und der Sch«« eintzr einseitigen Norntierung durch die Arbeitgeber vermieden weü>r. Die Verhandlungen des JudustriellettverbandeS mit &n Jndustrieangrstellten sind r esu ltatl0 s verlaufen. Heute vormittags wird im Ministerium für soziale Fürsorge das Schiedsgericht in dieser AngelegenheiL tage« $a*«äentat wtf »Zionist. Bezirksorgaitlfation LeopoUstädt«« ■ Jeden. Donnerstag .sÄängakme, Zussynmenkünfte ■ ■ *Qr kki glteder und eingeführte Gäste. * ■ Dosmarstag den 18* linder» V«9Uhr aben«is *; im Cefa Mattenal lgubaaal),^ II., Tabotatruse * w. PAUL J. DIAMANT: | JödlscheTatflllngelm XVI. Jahritfndert! ÄM von §iob«rs. Budapest, 17. Jänner. (Tel. der „Wiener MovgLwzeitung".) Me „Az Esi" berichte^ hat dieser Tage vor VeM Hofmar'challamt ^r Prcheß-zm Erbstveit der PvinzeffM L u i s e von K o bürg, der geschiedenen Gattin des Priu» zen von Koburg begonnen. Der Majoratsherr der Kobnrger Familie, Prinz Philipp Jesajas, hat die Anspruchs dvr Klägerin auf den Nachlaß ihres Gatten nicht aner? kannt. Die PrmzeMn begründet ihr Erbrecht damit, daß ihr Gatte,. Prinz Philipp von Koburg, u n g ä r i s ch e r StaatsbüMr tvar und die Trennung der Ehe bis zum Tode" ihres - Gatten nicht durch ein ' ungarisches, sondern durch ein Gericht auf Grund des deutschen Fürstenrechts ausgesprochen worden war. / . Die friedlichen Ausgleichsverhandlungen unter den Parteien haben bisher zu keinem Ergebnis geführt, da sich" Prinz Jesajas auf den Standpunkt stellt, daß das Erbe un- -öeilbar fei. Das Hofmarschallamt hat die beiden Parteien aufgesoÄert» ihren Rechtsstandpunkt schriftlich eivzubringen. «eia Seheimabkommen mit Mnffokiui. Rom, 17' Jänner. „Giornale di' Roma" meldet , aus Belgrad,, daß die kleine Entente über die Erklärungen des MnffterpMrÄenten Muffolkni 'befriedigt fei. Die Belgrader Regiemng habe rin TelgrSmm Mussolinis erhalten, Worin die. eheste Ratißzieruyg deS Adria-Dertmges versprochen und die Nachricht von einem Abkommen mit Ungarndementiert werde. Sin AmwMnasnesetz. der ÄKO Pvdapeft. Budapest 17. Jänner. Die hauptstädtische Rechtsk 0 m m iss i o n hat heute den neuen. SwtuteüeNtWuiff über die für die Aussolguttg vsn .NiLderlaflungSbewilli« g'üngen einzühSenden Gebühmn verhandelt und den Entwurf mit unwesentlichen Aendernntzätt angenommen. Der Entwurf bestimmt unter anderem, daß vom Standpunkte der öffentlichen Ordnung und Sicherheit gefährliche, bedenklich; oder veMchtige" Personen» deren Tätigkeit das Mirtschastsleben der Hauptstadt schädige, wann immer aus ge wiisen oder abgeschoben wechen können. Die Niederlaffungen 8er letzten vrtzr Jahr; werden einer Revision unterzogen werde«. Die NiedeAassung. von A u sländern wird nur dann gestattet, wenn die Gesuchsteller absolut unverdächtig sind. Die'Niederlafsnngsgebühr beträgt für ungarische Staatsbürger '10.600 K., für Ausländer 50.000 K. Ae KnWch «»garische« SoMdr«okrate«. ' Budapest, 17. Jänner. (U. T. K. B.) In der gestrigen Sitzung der Nationailversammlung stellte Abgeotdnetrr Franz Rechinger. (Sozmldemokrät) mit Befriedigung fest, daß . m letzter Zeit in der Nationalversanünlüng mehrere ernstr Reden gehalten wurden. Wenn dieser Ton fortgesetzt würÄr, wäre der erste Schritt zum Z usammenwirk.e» im InLeresse der Nation gegeben. Prag, 17.' Jänner. Die Blatter Melden, das Aerziekdllegium habe sestgestellt, daß Dr. Raschln keine ' Bevletzung des Rüchmmarks erlilten^^ häbk.^^ Dieses sei Roß zujti mmengedrückt' wordeNi Ser Aevolder i« Thratek. Budapest, 17. Jönn«. (Del. der „Dr. MorgenzerNmg") Boi der gestrigen Vorstellung LeS H-mptstödtischrn Thewters' & Budapest ertönten rasch hintervManlder sieben Schüsse aus dem Zuschmrervaum. Der Zuschauer bemächtigte sich große Aufregung. Der Direktor beruhigte sw jedoch, wdsm er versichent«, die Schüsse hätten, nicht Atjschauern . gegolten, sondern bk Thea-teMreLion. Da? Theater wird nämlich, seit ktrzem von einem Amerikaner, namms Vtnmental, gelertot. Dies hat den Unwille« der Budapester Erwachenden erregt und eine Gntzwe von ihnen drückte Von Um»Ü m dieser Weise ans. Die RrvolverhÄve« verließen das Thoater und pllten ans die Straße, wo-sie von «twa.fchrfzig beWaDüe.ten Freunde« erwartet wurden. ES kam auf der Straße - zu einer Schlägerei zwischen b&t Erwachende« und de« Bühnern arbeiter«, doch toavm die Erwachenden m der Mchvzaihl.!MS die Poliz« erfchie«, war «atüttich kch«r mchr von ch»m -« sehen. . >-v . - . . N gemeldet: Wie daS Theaterpersonal mw die Scha^ie^ au8stige« «m8 der Plan z« der Demonstratio« bis inS fleittsteDeiai! mrS° geachettet gewesen sbw, de«« als ich Zusch<meyeW«< Me Schüsse ttachten, suchte eine Gruppe ch>» etwa 60 jungen Leute«, offenbar Komplize« der Tater,, chych. das Tor des ThrachrS m der Mozsargasse vt bat Gteömttx «;i n z « d r i n g le«. Nmche jxdoch durch die Lheadevavbetter daran. deMchort. Der Dekroch Hr des Theaters tz^r äm-Äortag von 'Mner'-unLeScmnivn Per-^ 'spn telephonisch, verstäM^ worden^- daß eche- Denw^stvoÄÄy» gegen das Theater vmKereitet werde/ «yd Htch davaMin die' Meaierarbeüer zum'Schutze des^GMchch''vHttgefiM'. >L»ch BlättLr. bezeichnen-es ai§ Anschlüg fam fax BeztrkSoryaMätion S des BereMs -der Erwachenden Ungarn anSgche. Dieser. OvMmisatian gehövt auch^ der verhaftete HeMirs an. Der Obütayn der - gena-rmten ' BchtrkSchgmWlsio« in BerwahyungKhasi ge-' nommen, 'erklärte Doch beim Verhör, daß-Mn von der ganzen! Sache nichts wisse, und verweigerte jede weitere" Auskunft. Nach . Schluß der Vorstellung blieben in der Theater-; garderode vier Urberröcke auf ein und derselben Nrümner! übrig. CS waren die KlsidungSstücke der MÄrläter, die ohne; Ueberröcke flüchteten. In.de« Taschen fand man.verschieden-:! Schriftstücke» «ms wolchon' auf die MenbitLi der ÄÄonDm:! gsschloffen wechen konnte. Zwei von ihnen sind Hörer dervolkswirtschaftlichen Hochschule.'Me vier würden heute vovmÄtags verhaftet und in ihren Wohnungen Durchsuchungen vor^enommen.. Die Polizei verspricht in deü Ä6endblättern, auch der geistigen Uchever des' Att-emtates h-Ächaft; werden zu wollen, doch beurteilt man diese Äeußerrtngen sehr skeptisch.,Das gemeirffame LeiMatt der' RegievUnySpachei Md. der Erwachenden Magyaren „Szozat^ nimmt in feiner häutigen Nummer entschieden für.die Angreifer und gegen den Mischen . Theatevdirekior Stellirng und schreibt, daß di« Erbitbevung des Magyarentnms ge gen einen Iuhen als' Machchaby: ü» der PuhnmiwÄ allzu bogveiflich ist, " Ae imsarlfche» rrlchveuftMngen an der mmSnischen Srenze. » Bichapesh 17.. Jänner.. (DA. der ,Mr. Morgenzeitung".)! -Kemzeti Vjs<^" berichtet: Im Aufträge * der. miliLärSschLn I UeberwachungÄammisiiou der'"Entente haben die ' englischetr! Mrjove Wilson und Seiby die Gegend von Debreczm, 1 Szeged und Bekescsaha bereist und in Begleittmg ungarischer; Verbindu-ngsoffiKivre die rumänische Grenze <m rnehveron wich-! tigeren Punkt«« besucht. Der Bovicht der MWieder der mllitärischen Köntrollkommisiion wird dem Botschaftervat vorgsloK werden. ' Polen. Ae S«miemns»e»WkN. Barsch«»-16. Jämmr. (TÄ. de« ,Miene« MckpgÄW^ tung".) Die vom Präsidenten der Republik emberüsene Konfenenz zmn Studium -er. Frage fax Sanrynrng d«e Staatösingnzon hat nach fünftägiger Beratung eine ReHe von Thesen ausgestellt, in denen unter anderem hie -H e abse.tznng deH Mikifft rrtat8,.s die ELnfübruvg eines SpirrtusmonopolS und Aner progressiven! Einfonnnensurch Vermögenssteuer, / die' E i n.f ch r a nku.itg ber Zahl der Feiertäg«, hie Erhöhung der Zölle, die Schaffung von Au.sfu hrabgaben und die VorlbereiLung zu« GMMrng mder EmilfronSbank rnrpfchlen werden, ' ' N . , ReMriemK« von Symmosm ia Warschau. Warschan, 16./ Jamwr. 0. 35.) Die. GesundheM. abteilung dä Warfchaüer 'Magi st rates ordnet« die Registrierung sanftlich^r Shnagoge'« und BeL- Häuser Warschaus an und verfügte, daß nach dem 1. Juli die requirierten GchethLufer an WöhnungSsu ch«nde M WochliAwecken übergeben Wethen. In -er BegoürÄrdng dieser Maßnahme wird gesagt, daß jtöefe Ge-' bethäuser nur am Säbbai" zu AndachtsWmigen gs-'- brauchtz weiden. - Unter der Judenschast Warschaus herrscht tvegyr dieser. BersiMuge-n dos von den Nationa!demok°rateL bcherrfchten Magistvates,. die unleugbar anttsömitffchen Motiven entspringen, große. Empörung. Gegen die Magi« stvevtSbeschlüsie wurden an die zuständige RogievungsWe Proteste «Wepeicht, Las vollMdlse Kabinett. Warschau, 17. Jänner. (Del. der Miene« Morgen» zeihmg".) Der Staatspräsident hat Grab skr zum FintWmrnister und Osowski zmn Handels-Minister evnamvt. Borde halben die Berufung angenommen. Gwbski war bereits.irn Kabinett Skulskr als Finanzminister ILLig, Übernahm nach deffsn Rücktritt im Juli 1020 die ^MettShlldiMg, trat aber nach einigen Wochon, zurück und war dann wieder unter W r 10 s im November 1931' MnanMinffler. Er fft jetzt ernannt worden, ohne daß der Staatspvasidont die Pärieien der Rechten vorher Wragk hätte. Osowski gchört drr wirtschaftlichen Bauernpartei an,' ist von Berus Ingenieur und Profeffor an der Warschauer Handelshochschule; er war bereits in den Kabinetts« Ponikowski imd S l iw in s k i Handelsmmffter. Ae Mindrrhetten im Srmt. Barsch«»«, 17. Jänner. (Tel. der Mr. - Morgenztg.^ In zweitägiger Pitzung - YechandelLe. das Plenum des pt^lmschen Ssnats - Wer die . Geschäftsyrdnungsan>- träge der nationalen Minderheiten. Der jüdische Senawr Dr. B rau de begründete in längerer Rede hie Forderungen det nationalen MiydssHeiten nach einer proportionelleu Zusammensetzung des Senatspräsidiums. fowie der Ev-, lauhniö M S« m WNDWMffMPW ' Vi