Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1409 (15.1.1923)
- Date
- 1923-01-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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t «an«, vvmrag SOIetitt Morgenzritung. 15. Jänner 1923 Nr. 140S (9fe Miß bklligrmK der enMWm Arbeiter. , London, 14. Jänner. (Wolfs.) Der GewerkschastS- MtSschutz, der Dorfland, der Arbeiterpartei und die parla- Imevtarifche Fraktion der Arbeiterpartei haben gemeinsam Dre scharfe M i tz b i l l i §u n g über den französischen Einfall in das Ruhrgediet ausgesprochen. Sie haben er- Mrt, daß dieses Nornehen ganz Europa nicht nur mit Iveiterer wirtschaftlicher Auslösung, sondern auch mit allgemeiner Anarchie und mit einem neuen Krieg bedrohe. Protest Rußlaeds nexer; die NOchesrtzmg. M o s k a n, 14. Jänner. (Wolfs.) Die Russische Telegrapherragrntur meldet: Der Vorsitzende des Zentralexekutivkomitees, K a l e n i n, hat an alle Nationen der Welt einen Ansruf erlassen, worin gegen die Besetzung des Ruhrgebietes protestiert wird, da' sie das Selöftbestimmungsrccht der Völler verletze, eine schwere wirtschaftliche Zerrüttung Hervorrufe und die Gefahr neuen Blutvergießens in sich berge. Bor der WchMg DZchKW. Parks, 14. Jänner. Die Agenre Havas meldet: Wahrscheinlich werden die srmrzöjischen Truppen am 15. Jänner Bochum besetzen. LenWakd AeA die Sarrahkmzrn mr Fnmkreich ei«. Paris, 14. Jänner. (HavaS). Der ReparatlouSfommlflion ist eine Note znoegangen, worin die deutsche Neichsregiernng ihre Absicht lundgibt, mit Rücksicht aus die Besetzung des Nuhrgebietes, die sie. als eine kZerletzmrg des Vertrages von Versailles betrachte, die Barzahlungen und NatrrraMeferungen einzustellen. rrmrerkmdgehonMK im Nslche. BerMr, 16. Jänner. (Wolff.) Außer den bereits vsr- Iffmtlichten Berichten über den Verlauf des gestrigen TranerfonntageS stnd aus zahlreichen Städten des ganzen Reiches Telegramme zügegangen, ans denen zu ersehen ist, daß überall im Reiche als Protest gegen die Vergewaltigung deS RnhrgebieteS durch die Franzosen und Belgier erhebende Kundgebungen veranstaltet wurden, in denen für daS einmütige Zusammenstehen des ganzen deutschen Volkein dieser Zeit schwerer Prüfung eingetreten wird. Mot gestorSen. Pari-, 14. Jänner. Der gewesene LKmfterpräsrdent Ni bot ist yeftordcn. Alexander Ribot hat ein Alter von 8l Jahren erreicht. Storro reist nach A«rrM. Jerusalem, 18. Jänner. (I. C. B.) Mister Ronald VtorrS, der Gouverneur von Jerusalem, wivd feine für 0od Mcmne berechneten Ferien in Amerika ^bringen, um d»e dortigen Kreise für die Pro-Jerusalem-Gescllschaft, deren Präsident er ist, zu interessieren. Er beabsichtigt, emstußreiche «uerrkanische Persönlichkeiten dafür zu gewinnen, an den Verbesserungen, die die Gesellschaft in Jerusalem auSzusühven gedenkt, Ante!! zu mchmen. ' Die jüdische Landwirtschaft ln Polen. Zur Urtterskützung bet jüdischen Landwirtschaft in den Distrikten Wilna und sörodno wurden bisher vom Wiedevaufbmldcpavtement des Joint tarrch die Dermitztlung der „Ort"-Organüsation Kremte in der Höhe von 60 Millionen PolemnarS erteilt. In den Distrikten Brost, Grodno, Pinsk und Wolhynien wurden ausßegeben: 203 Darlchen für Viehanbauf, 199 Darleihen für den Auikaaf von Saatkorn und 63 Darlehen für Anschaffung von Pdaschinen und sonstigem Inventar. vor der Vereinigung der Zeire Zion mit der Poale Zion. Die in Warschau aibgehaltene vierte Landeskonferenz der poleschen Zerre Zion-Partei hat eine Resolution angenommen, fe welcher die Bereinigung der beiden jüdischen AvbeiK.'r-Weiltoyganisationen Zerre Zion, und Poale Zion gefordert wivd. Es wurde beschlossen, die lokale Vereinigung der beiden Parteien bt Polen sofort zu vollgieihen. Drei neue jüdische Tageszeitungen ln Polen. Aus Warschau meldet I. E. B.: Ungeachtet der finanziellen Notlage der Presse rn Polen vergrößert sich die Zahl der jüdischen Zeitungen in diesem Lande zusch§uds. Bor kurzem begann m R o w n o eine tägliche jüdische Zeitung unter dem Namen „Wolhyner T a g e b l a t t" gu erscheinen. Demnächst sollen in Warschau zwei neue jüdische Tageszeitungen zu erscheinen beginnen: ein folkistisches, vo/r Prilntz-ky herMrsgegÄbenes Organ „Dos Folk" (bis jetzt-ein MocheEatt), ferner ein Zeuitvalovgan der Misrachisten in Polen, dessen Titel noch nicht fesksteht. (Gegemvärtig erscheinen in Warschau vier jüdische Tageszeitungen: „Naier Haint" (zionistisch), „Moment" (zionistisch), „Der Jud" (orthodox) und „Bolkszeitung" (bundistisch). Anßerdent erscheint eine tägliche zionistische Zeitung in polnischer Sprache „Nasz tdurjer".) Nathan Strauß und die „Hadasiah". AuS New-Park wird gemeldet. Herr und Frau Nathan Strauß haben der sanitär-medizinischen Organisation „Hadassoh" die Summe von 80.000 Dollar für ihre Zwecke in Palästina zukommen lassen. Herr und Frau Strauß haben seinerzeit die ersten zwei geschulten Pflegerinnen nach Palästina gebracht. Sie haben jkerner in Palästina das Gesundheitsamt, das Pasteur-Institut, das bakteriologische Laboratorium und andere zur Forderung her Gesuntcheirspslege im Lande dienende Anstalten gegründet. Rolan d>Büh ne Ensemble-Gastspiel der WILNAER TRUPPE Heute Montag den 16. Jänner 1928, 7 Ubr abends (Zwischen zwei ' Welten) *m»»*»v** Uvil j v. JAUlivt I v«U| DER DYBUK Dramatische Legende in 3 Akten von Sch. An-skl 62(fl ÄZesdericht. Anitta Berber mißhandelt. Vom Gefchäflsführsr des Ta arirr. Die Tänzerin Anitta Berber, d'e bekanntl'ch aus Oesterrcich ausgewieseu wurde, Halle vor ihrer gestern erfolgten Abreife nach Budapest noch ein «»'angenehmes Abenteuer zu bestehen. Sonntag um */*3 Uhr früh erstattete sie im 'Wachzimmer Doroth'ergasse die Anzeige, daß der Geschäftsführer dcS Tobarin Fitz Seltner sie durch F a u st s ch l ä g e in das Gesicht verletzt und sie über mehrere Sturen hinuntergeworfen habe, so daß sie halb bewustlos in da- Auto getragen werden mußte. UeberdieS habe ihr Seltner ihren Handkoffer entrissen. Der Beschuldigte leugnete bei der Polizei die Angaben der B e r b e r und Zeugen gaben au, daß siö sich die Verletzungen durch ihr ungestümes We'en selbst zugezogen habe. Frau Berber ist abends nach Budapest abgerecht, wo sie ihr Partner Droste erwartet. * Zionistische Bezirkssektion Landstraße. Die joden MNwoch stattfindonden Tischgesellschas sabende, die von der Bezirkssektion Landstraße veranstaltet werden, erfreuen sich eines anßcroridcidtlichen Zuspruchs. Das Programm der Leitung ist k>cin eng umschriebenes, auch kein einfeilig politisches oder wissen.schast!iä>es. Die Grundidee ist, den Besuchern der Tischgesellstyaft jüdische Tagessragen und jüdiscl)e Fragen im allgemeinen näher zu bringen. Ein kleiner Auszug aus Von letzten Abenden soll ein Bild unserer Arbeit geben. Bor einigen Wochen sprach Herr Dr. T a r t a k o w e r über 'den Sinn und die Bedeutung des Jüdischen Natwncrlfonds. Es erscheint nicht unwichtig. sestzustelleu. daß auch jetzt noch derartige insormative Borträge vonnöten sind. Man vergesse nicht, daß es noch immer viele Juden, ja sogar Zionisten gibt, die die große Bedeutung des Nationalfonds nicht kennen und nie tvar eine Aufklärung darüber so notwendig wie gerade jetzt. Herr Finanz rat Dr. Benedikt erzählte in einem Vorträge über die griechische AusstaudsbewcMng und den Kamps dieses Volkes um seine Selbständigkeit und harte dabei Gelegenye-it, ein« groß« Anzahl von Parallelen mir dem heutigen Kampf des iüdtschen Volker um s^itt« Selbständigkeit im eigenen Lande festzustellen, lieber den erPen Band der „Tagebücher Herzls" sprach Herr Dr. Werner. Der Ne streut wußte die wichtigsten Details, die in diesen Tagebüchern der Nachwelt übergoben werden, herauszlcholen und den inneren Znsammen'hang der vielen mteresianten Aufzeichnungen des größten jüdischen Politikers darPtlegen. . Bert Schr. . * Eine „Rathenau"-Schule ln Berlin-Neukölln. Der Dezrrksschulatlsschuß für die höheren Lehranstalten in Neukölln Hai unter dem Vorsitz des Schnldezernenren StadtratS Dr. Löwenstein beschlossen, daß dem Nefvrmrealgymnasium in der Bcd'instraße oer Name „RatHenau-Schule" gegeben werde. * Kohkenwohlfahrtsaktion für die geistigen Arbeiter. Dem. Zenira-lrat der geistigen Arbeuer Desterreichs ist es gelungen, seinen Mitgliedern Prima preußische Salonkchle, Würfel 8 und Nltß 1 nach Wahl, gewaschen, garantiert steine-, staub- und griesfrei, zu nachstehenden Preisen pro Kilogramm ru vermitteln: 800 K. ab Ru sch« in plombierten Säcken mit Gewichtsaa rant ie und 760 K. ab R u Ische in offeitrn Fuhren gegen amtlichen Wagschein. Dündestbestettung 100 Kilogwmm. Für Zustchr und Abträgen in den .Keller oder Wohnung werden separat 60 K. pro Kilogramm berechnet. Bei der Bestellung ist der volle Kaufpreis zu erlegen. Bestellungen werden vm Sekretariat, 1. B«;., Un iversitä tsplatz 1, 2. Stock, im Laufe des Mona's Jänner an joden Dienstag und MiMvoch in der Zeit von 2 bis 6 Uhr entgegengenommen. * Wiederaufnahme der Jolnt-Tätlgkekt kn Ungar». Das American Joml D:striibution Eomm'Utee hat seine Tätiigkeit m Ungarn wiod:c au.sgonommen. Die Hrlfsarbeit wivd von Herrn Phrlipp R u ß geleitet, der im Auftrag der europäischen Direktion des Jcrnt einen Ausschuß, bcstebend aus führenden nngcwisch-iüdischrn Persönlichkeiten zur Fövd-evung der Interessen der Kricgsroaisen, -'gebildet hat. Der Ausschuß leitet auch eine Aktion für Adoptierung unoarisch-'üdischvr Krtegs- Waisen durch Amerikaner ein. (I. C. B.) * Die „Hias"-Arbelt in Rumänien. Außer der bereits in der Bukowina existierenden Abteilung der amerikanisch-jüdischen Emlgratwnsovganisation H i a s wird demnächst auch eine SSdischerAlmanach OWrAchMMiinien Art KÄenüer Mr das Fahr S683 [1923]) Künstlerisch ausgestattetes Jahrbuch Herausgeber: Dr* Msrltus ECrämor (Czernowitz) Ueber 40 Betrage bedeutender jildlgcber Autoren GrassrumRnlens und de* Au»Undea in deutscher, rumänischer, hebräiechcr und jüdischer Sprache •(darunter Oberrabbiner Dr. Chajes/ Dr. Max Snioveitachik, Max Brod, Otto Abelca, Dr. Majcr Ebner, Dr. Markus Krämer, Flieser Steinberjr, Ch. N. Bialik, Dr Salomon Kassner, Oberrabbiner Nicmirover [Bukarest], Prof. Julius Wolfeohn, Dr. Max Diamant, Oberrabbiner Giosner [Klausen* bürg], Z. F. Finkclstein). ( Erhältlich In der Administration der „Wiener MorgenzeHung*, H. Taboratrasse 1, u. in der Buchhandlung R. L ö w i t, ' l. Rotenturmstrasse ai» preis 15.000 ronen. solche Abteilung für Transsylvanien eröffnet Werkes wo die Lage oer ü'rdifchen Emigranten eine schnelle Hilfe ei forderlich macht. (I. C- B.) Briefkasten der MMon. 20. FelSschuh. Das genannte Auch ist uns nicht dellannt wükde bei uns. auch nicht be'prochen. Die Autoren stnd ftanzvlj sche Anlisemilen» die tck Dienste der magyarischen Propaganda einest aniisem i' chen Tendentromau verfaßt haben — M. Vlmütz. Die Prager Jüdische Noi'onalfordsstelle hal n^jt d« Nu'is ßiion zur Eründung einer ischecho-slowaßlschen Kvionie h : aiüsttna bereits brovnnen. — 2k. 20» Wien. Bestm Donlj leider nicht verwendbar. — gl. Vaujer. Die Kand.lsuns Generbeltamm r -wird Ihnen .gerne--dierbezügllche .TluMns^ -rleilkn. — R. A fragen Sie bei Dr. GolSenberg, b. BeZ^ Kriehuber^asse 25, nach. Telophon 47-1-78 En Giros En ditäl Steuersragekasten. Klanskauj. Allerdings gibt er in Baden lwme Wert .Mwachsabgar-e. Da» ändert aber nichts daran, daß von detz beabstckliglen fia sverkaui fiaotMdbe Dermbgeneüberlraguno^ g,V8hren». d'e (kint-agungr-edützr und »om G win„ die Sin, kommensteuer zu zahlen ist Letztere entfällt, wcnn der Besit schon m»dr als 10 Jahre bauert. -- 2t. W . . . S. Dij Steu rbehörde dann auch von dem Oulachlen des Buchsa4ver» lläl'd'gen ab oeichen. Allerd ngs muh sie akienmlßiq« Anhaiire punkte für eme andere Schühuna Hoden. — Valuten. Au4 nach der derzr't grl'enden Devtsenorünung Ifl die Ueberweitunj von Aujland5kr> neu nitt gestaltet. Kau» K. Die linier^ ßützu 'g. die sie ihrem Vater gewähren, können Sie sich bet da ^inkomme> slEadzbhen. wenn Ihr Vater davon Emkommm, sieuer zahlt. En-o eder muß also d e Unletstühung schon so groß ein. daß S>e die Kdhe der steuerpstiä-ttgen Lmkommens ovh mehr als 40d Sleuereintte'ien erreicht oder Ihr Valer muß z»i fammen mit feinem ühr.gen Einkommen dies« Einkomm,ns iöhe erreich-n. - Ätchtigs Ansicht. Die für orqeabgabepflichligtR Bezüze' foll>n keineswegs mli den dem Steuerabzug unter» -liegenden De'ügen zusammen. Besonder» der Lohn für gelegen^ itche Aufräumunasarbeiten ist nicht adzugs». ober türforgeabgade» vfliLt'g. — D. V. Trotz des Steuer oeretofuchungsge'ehrs ist das Emkommenbekennlms nicht wert'os. Cs bleibt dej wichtigste Behelf der Steuerbehörde für die Doraniagung unh wird, wen>, es nicht bedenklich ist. auch jetzt noch der Besteuerung z igrundegeiezt w.rden. Gerichtssaal. Ser erschoffme Nebenbvhler? Ein EifersuchtSmord!n de« Straßenbahn. Vor dem Schwurgericht unter Vorsitz de- HofvateS DoAvr Schneeweiß ist hem« der 87fabri«e Metallachette« Joseß KeSz wegen Mordes arvgeklaqt. Er hat die Tat nach der Arve klage wegen verschmähter Liebe begangen. In der AnLüageschäft wird folgender Sachverhalt geschilldert: Die Manipuloni tim Gisela Dozier hat un Augrst't 1920 in der Stvaßenlbahch den Metallarbeiter Joief Ke S z kennen gelernt und öS ent^ wickelten sich harmlose sreun.dschaWche Deziehungm. Jnteresst» für die Touristik verband die beidon. Di« Neigung bcS Kesj für die Dozler nahm allmählich eine» erste« Charakter an. er gestand ihr seine Liöbe. ohne Echönmg zu^fmde«. denn das Mädchen vertrösten Kesz mit seinen Eowaottlngen aus spater. Die Werbungen de- KeSz wurden aber immer stüvmischer, «rch er schrieb ihr, daß er jre zwingen würde, ihn gu lieben. Entweder er oder niemand würde sie besitzen. Solche Drohungen waren an der Tagesordnung, und solches Verhalten mag die Ursache gewesen sein, daß d&K der Dozler immer unsympathischer wurde. Sie hatte den Pvwcttbeanvtvu Luidwig Kr l-, lian kennen gelernt und sich zu Weihnachten 1320 mit chm verlobt. Kesz erfuhr von der Verlobung, und die Mutter der Da-ler ersuchte ihn, chre Tochter, die ihn nicht liebe, in Friede» zu lassen. Schon anfangs 1921 zeigte Kesz der Dozler einen Revolver, lud ihn in ihrer Gegenwart und sagte ihr. sie müff« sich auf alles gefaßt machen. Man nahm aber alle Wefe Drohungen nicht ernst Am 25. Juli kam KeSz noch 7 Uhr abends ht daS HmrS» in dom die Dozler wohnt, ließ sie hemnterrufe» und bat fte; einen Spaziergang mit ihm zu machen. DaS Mädchen Lehnte ab, KeLz wartete nun im Hausflur auf den Killian und folgte &jm m die Wohnung der Dozler. wo eS zu einer erregten AuSer» anderfetzung kam, KeSz fiel mit den Anzeichen emeS HerzkvampfeS zu Boden. Er erholte sich bald und Gisela Dozler mtd Llldwig Killian begleiteten de« Unpäßlichen mit der Straßenbahn bis in dl« Nahe seiner Wohnung m der Cngerchstmiße. Dort stieg er von der Tramway ab und verzichtet« auf eine weitere Begleirung. Killian und die Dozler wollten mit dem nächste« Wagen zurückkehren. Bei der Tramwayhallestelle reichte er den beiden in auffallender Meise die linke Hand zum Adschickd. In der Rechten hatte er seinem Geständnisse nach eine geladene Pistole. Als min Killian und die Dozler in die Straßenbch» einstiegen, spräng Kesz auf den Wagen und gab fünf Schüsse auf Killian ab. die Verletzungen des HerzeuS, der Lunge und der Blutgefäße herbeiführten. Den Folgen dieser Verletzungen erlag Killian. Kesz sprang nach dem Attentat vom Straßenbahnwagen und flüchtete, « konnte aber in der Nähe der Donau-Ustvbahn von einem ®ctt* darmen verhaftet werden. Als er angehatten wurde, trug er den Stock unter dom linken Arme und pfiff ein Lied. Kesz.verantwortete sich auf der Polizei mit seiner großen Aufregung. Die psychiatrische Untersuchung ergab , seine Geisksgesmtdheit, doch mvöhnen die Gerichtsärzte, daß der Angeklagte sich in außergewöhnlicher Asfeklspannung 'befunden hat und eine wenige Sekundendauernd« Bewußtseinsaufhebung bei ihm bestanden haben mag. Als öffentlicher Ankläger fungievt Staatsanwalt Dr. P a st r o v i ch, als Verteidiger Dr. Ado-ff Ünflcr. ' ' (Schluß im Dienstagblatt.) Taborstraße 48