Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1398 (3.1.1923)
- Date
- 1923-01-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980479--13356-2999991- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,vl- ' .-y ... (J Der VMMmddeleHievte Jansen erschien Mev» Wi ' PnudrSkanzlevarm uiid hatte dort eine -lavgeye BestweMqtz amt dem Bundeskanzler Dr. Heikel.:' Der ÜNteiwedustg Wohnten auch Wnanzminister Dr. K-ie^nb^ck Und SluMmnWr Dr. Grünbergeir bei. Am Nachmittagkonfevime Herr Jausen mit dem GenovÄkomrmsiär Dr. Zimmer» «ann nnd dam Präsidenten der Nationalbarck Dr. Reisch. /Set AmrkenoiWb m MMmeWM : Regierung. [ Zu den gestern verösfeMichten MttMmgen über dem ,menen -seitens der Banken an die Finatrzverwaldung gewährte» .Kredit Vevlau"et in Fiuan^reifen, daß dieser einen Betrag von 100 Milliarden Kronen umfasse, gegen den di« Megiarung an die Banken dreimonatige Wechsel zu den ^iyinalbod-mguivgen begeben habe. Me Rückzahlung dies« ßWlerhe -soll aus dm Eingängen von JnteVimSkredttm,' be» Fi-chuntzZweife der VMerbuudaEche erfolgen. Der na« Kredit wird, wie verbautet, von den zchn großen Wrvmir Banken und dem BarÄhaufe Rothschild der Regierung erteilt. Zur Deckung der nächsten Ausgaben hat die österreichische Regierung einen Teil des ihr gehörenden Goldbestandes der früheren OesterrÄchrsch-ungairischen Bank gegen neun Millione« Goldkronen bei den Banckvn verpfändet und verfugt noch über wei!sre Reserven on Devifm für Zwecke der Beilchmmg. Solche Devisen sind'die Reste der bereits ausbe§MlM Auslandskvedite aus früherer Zeit, und zwar st-chs» Von diesen noch zur Verfügung: 44; MWonen französische Franken, 70 Millionen. Lire und A Millionen tschechische Kosten. Diese Beträge Wunen jederzeit als Pfa nd ob jekte ver» wendet werden. Bon orner Umwandbung dieser Devisen in Kronen wird auf Anraten der ausländischen Gläubiger M» MNd genommen. Sie werden belehnt werden, nm dem Staat, die Mitte! bis zu dem ZÄtpunk'« zu schaff«^ an dem die großen BAkevbnndbvedite einlausen werden. Wegen dieser Kredite und Borfchußkredite fitzen Unterhandlungen an mehreren Orten durch verschiedene Vertrauensleute statt,lohne daß es bisber zu vinem AbschSuß geWmmen wäre. An zuständiger Stell« wird in» dessen erölart, daß die Aussichten auf große Kredite durchaus nicht amgrmßttg stehen. Auch Äelgieir garaatiett. Men, Z. -Jänner. Bor rvemgen Tage» ha! der bÄgische MÄcksrer des Aeußern der Kammer im Namen des Minister- Präsidenten «MM Gesetzentwurf vorgelegt, durch den die bÄ» gkM R^ieMug der in Genf am -4. hofier 1922 MchMsten O^rreichs abgeschlossenen Koüventwn bEritt und die Gü» DMiie für 2ß Prozent der -m Mtsstcht genommenen int-vv» n-atVRcSen Anlvihe übermm-M. Der Gssetzairtwurf würde der Kommission für die auswärtigen Angckegvnheiten zur wsi'rvsn Behandlung zugswiesen und dürftet voraussichtlich vn DttrZer Zeit die parlamentarische Genehmigung echaltsn,; Lttvtmd für SeWÄnWmz. Unter dem Vorsitze des Präsidenten des BnnvsS für Menschheitsinteresisn Dr. R. Broda^ aus Bern fand gestern eme Delegiertenkonferenz der großen internatiosaalen Verbände, die ihren Sitz in Wien hüben, und der an der Friedensbewegung Interessierten Vereinigungen statt. Bertwten waren vl a.: W Oesterreichrsche VRkevbundliga, die Internationale Frauenliga, der Allgemeine Bersöh» mungsbund, die FriedensgeMschast, die Soziologische Gesellschaft, die Ortsgruppe Wien des Bundes für Dienschheitsrntevessen, die Soziologische Gesellschaft, der Kriegsgsgnerbutch und die Sozialpödag^ische GesellschcP. Nach längerer Debatte wurde die Gründung evues inLernationailen Verbandes für Selb stab rüstnng heschloffen. MÜ der Leitung des Sekretariats wurde Fväwlein Erna Jülling betraut und ein Wiener Ovgcmisationskomitee, döstshend aus den Herren: Dr. v. Hofmannsthal» Professor Dr. W. Schiff, Dr. A. Stuchly und Dr. E. Sprecher, ermächtigt, die BordoveitumgeN für die Bll» dmng von LandesMionen zu treffen. Mit besonderer Ge» ürugtumrg nahm die Konferenz die. Mitteilung entgegen, daß der Beschluß des Haager Gewerkschaftskongresses, eine SLudienkommisfion für Pefotnt des Völkerbundes einMsetzen, der Bsrwirklichung zugeführt wird. Die zuständige Amlsstelle des Völkerbu-Ms hat sich selbst 'bereit erklärt, das nötige Material zur Verfügung zu stellen. , - Lohsabba« i« der MekÄlnS«ftrie. -Am 10. d. beginnen in Wien die VerhcvMungen zwischen Lom Arbsitgsberverband und den Vertretern der AÄvitnchmür -in der Metallindustrie, die «inem uadikalen Lohnabbau di-Lnen sollen. Die Ver'.reter des Arbertgsbervedbandes werde« mvc weitgehenide Reduktion der LHne und GehAter vsÄcmgar, und Mar ki der Meise, daß die RedaMon der Gagm. bei dm Bccmü^n rückwirkend von: 1. Ja.m«r 1923 in Kraft . tritt, währerrd die neuen Löhne bei dm Arbeit«« «n 20. Jänner 1W3, und zwar für die Lohnwoche Vckn L. ÄS 18. zur AnS° Schlung ge'langen soll. , . Bei den Arbeiter« geschieht die nächtraMche Wirkung deS Lohnabbaues aus dem Grunde, well die Löhne der komplizierien Lohnvorrechnung wegm stets mn eine Woche sPäter oüM» Mt ivHerr. , ' -1 '/' Dieser Lchmbbau soll» ttMMK A«Ä »der rrchatw oder tu Mchet Höhe Mitntt Mmrge«zettu«s^ £ Sie Msche Einer wnseÄsr Leser hat'gestern deü im föltzenden äh* gedruckten Ausruf erhalien, -allst dessen Rückseite sich eine SarmnÄliste befindet. Der 'Anfruf lauttzt:?7Detttsch-Arler! 7; fettet die Universität Wtensr ' Die arische Sttldenlenschast hat, um einer vollftändrgen Berjudung der Universität vorzubeugen, die Forderung nach einem Numerus elausus schoben. Dies soll nicht heißen, daß man als BeMgungsnachweis für die Wisftltischaft. einen Taufschein bvancht, sondern «nzig mch allem, daß wir Deutsche Mannes genug sind, unsere deutsche Wissenschaft selbst zu pflegen. Jude «mache ist es, wenn die akademischen Berussgattmrgen schlecht. bezahlt sind;,, Indennnrche, wem man der bodenständigem christlich-deutschen Bevölkerung mchelegt, ihre Kinder nicht stüdievem zu lasion, um eben das Mud'mm zu einem Privileg der reichen, jüdischen^ FremNnge zu machen?Mehr als di« Hälfte aller Studiere«de» sind Juden! Sollen wir warten bis ein Numerus elausus für Arier, wie er bereits aus dem kaufmännischen Gebiete beistcht, auch auf rmserer Univer- Mt geschafftn wird? Es handelt sich jetzt nicht mehr allem mn den Numerus clausus, sonderrr mn einen Kampf gegen die dön den Juden in unser Volk eingeschleppte K o r ru ption, Men das schmachvolle Dirnentum und gegen die Sittenverrohung auf allen Gebieten, die den Namen des deutsche Volkes beschmutzen. Als Unser verehrter "Herr Rektor, Se. Aragnifizenz Proseffor Dr. Diener, jener aufrechte BEmpfer des deutschen Volkes^ die ForLerung der arischen Studenten Zwecks Verhandlung anmchm, sistierte der jüdische Verein zur Er hat tun g de r Universität seine Unterstützungen und unsere. Bildungsstätte ist von schwerer pekuniärer Gefahr bedroht. Äll eß wilHich wahr sein, daß d^ dmffche Wissenschaft nur mit jüdischem G-elde bestehen kann? Wir. arische Stlrdenten, wir .wollen es nicht glauben, denn wrr müßten sonst an unserem Volke, dem deutschen Volke, verAveiftln. Des-halb leitet di« Landsmarmschaft a l t h r a", die seit 105 Semestern die Vertreterin -der arischen Pharmazeu-ten m\ der Universiiät Wien ist, eine Sammlung M Erhalt,mg der Universität Wien ein. Wir versenden diese Äuftufe und Samrnellisten a« alle arischen Pharmazeuten -Oesterreichs uatfc verständigen gleichzeitig alle nichtjüdischen Zeitungen von unserer Mion. Bon 10 bis 12 Uhr erteilen wir auf -Hurserer Bude jederzeit bexerttvAW Auskünfte. Sammellisten und Ausrufe versuchen wir sofort wnenrWlich aus Bedangen. Jeder Heller, der gezeichnet wird, fließt, da alle Köstött^Wk^ SammL^^d-^KärpüMkM pchzt, direkt der Univerfität zu. - . .. Laßt die Worte nicht Worte, den Aufriß nicht Papier bleiben, sMdern helft mtä sammeln zur Rettung der UniveHtät Wien! Wir geben jedem Arier das Recht, unsere SamMtngen zu kontrollieren irnd wechon deu Rechenschaftsbericht dom akademischen Senat vovlegen. Für die Landsmannschaft ^PalthLi?', ehemaliger deutsch-MVemischer Pharmazeutenverem. Cand.«pharm. Friedrich Payer, als erster Sprecher der Korporation. Wen, 9. Bez., Spitalgasse 31-2 (ApothekechaW). wdit 8,, Nenner 1928 StrWim Sriedrich« AM«mdstoaraee. Budapest, .3. Jänner. Me „Uj NemIedsk" «fahrt, wird der berüchtigte Mgeosdnst« Stephan Friedrich feine bereits angrWndigte Roise «och' Rom Milte Jänner awtaceten. Bon dort-aus begibt sich Friedrich zum Besuchs Ksmal Paschas «ach KmchE-mopel und Angova. Die Dauer der Reise ist für zwei Monate geplant. AeHmoMns Rarutöwkkz' Md der »%if. «■ Ma«schft.ttr 1. JLnner (Tet. der ner Morgenzeitung".) Im Zusammenhang mtt de« letzte« Verhaftungen der Führer der „RozwoZ-Organisation" haben zwei Hochschüler, die der hetzantisemitischen „Mozwoj- Organtsatron" angehören, dem UntersUchungsrichter fchriftbiche Protok oll e eingehLndigt, ans denen zu ersehen M, dich das A t t e n 1 a t ans den Präsidenten Rarntowiez im Lokale des „Voztooj" organisiert und vorberei- Le t wurde. Interessant ift, daß im selben Lokale bereits das am S. Jänner. 1919 verübte Attentat ans den früheren Staatsches P i ls rt d s k i vorbereitet würde. Wie bekannt» wurde damals dieses Attentat rechtzettig ver- Mr Ufttersuchnngsrichter ließ neuerlich befännte Führer der Nozwoj-Organisation, daranter einet» Frenüd . des Generals Ka ller» den bekannten Gchristfteller Eduard " 18N In M OKchüglillM EÄlatztG. .WK iWk Witze!' eM-lo-nchaftew SffjtwWMtWÄM die Konsolibi-erüng WS'^t«ie-^ve.thindeÄ''haN Die fi- MW Acht die KchallMg einer Regierung «n, die auf der MitMeit und detiVera>ntwortung sämtlicher po lnischer Parteien beruhen soll. In dey Außenpolitik verlangt die Volksparti die Aufvechtevhaltuüg der bisherigen Friede ns Po liti k.-und den'Aufbau der bereits, geschlossenen Bündnifle und.Verträge. In der inneren. Politik verlangt die Bolksparttzi die Erlassung eines Verbots zur Bildung irgendwelcher bewaffneter Organisationen außerhalb der Armee,' ferner die Reorganisation der. StaatSPolitzei. Eine gründliche F i n a n zreform soll das Gleichgewicht nn Staatshaus^lilt erhalten. Die Ausgaben-des Staates müssen mit den'-Einnahmen ins GleichZöwicht gebracht werden, Subventionen aus der Staatskasse dürften nur aus Grund ^von Sejm-Beschlüssen erteilt werden. Die Steuern sollen im Prinzip auf die Höhe der VoNkrrsgszert gebracht werden. Unter anderem wird auch die Einfi'chrung einer außerordentlichen progressiven Vermögensabgabe von Grund und Bod^n, Immobilien, industriellen Unternehmungen und Aktiengesellschast eit verlangt. Die Erhaltung des T a b a k m o n o p o l s bildet eine der Gmndlagen der Fvnanzreform. Sämtliche staatlichen Untevnehnmngen, wie Eisenbahnen ustv., sollen auf kaufmännischer Grundlage geführt werden. Die Gründürig einer neuen Emissionsbans soll eine neue vollwertige Valuta fundieren. In finanzpolitischet ^Hinsicht wird, auch der freie Handel mit Devifon- und ausländischen Valpton verlangt. Ferner , verlangt die Volkspartei die sofortige Vevlvirklichmdg der Agrarreform und die Verstaatlichung größerer Watt>objekte. In dem weiteren Programm wird die Regelung der Jnvalidenftage und VermehvMg des Schulbetriebes u. dgl. gefordert: «chrm der Staatspolizei. Warschau, 1. Jänner. (Tel. der „Wr. MorgerizeitungE.) Der bisherige Chef der Zivilkanzlei des Staatspräsidenten Prlsudski Car, der.zu.seinen hervorragendsten Ratgeber» gehörte, ist zurückgetveten. An seine Stelle soll der Stellvertreter des Vizewwisters für Inneres Leuc, ebenfalls ein Parteigänger Prlsudskis^ ernannt werden. Ueber Auftrag des Innenministers hat das Sicherheitsdepartement ein Projekt zur Reorganistemng des Oberkommandos beiß Staatspolizei ausgearbeitet. Die Boytttihetze des „RsBoi". Lemberg, 1. Jänner. (Tel.' Vst „Wr. MovgenzMnng^.) In den Letzten Tage« hat die Rozwoj-Organifation in Torna p o l eilte verstärkte Agitation, emgeleitet. Ihr. Organ ,,GloS- PMki* ,vevWMN-. unanHMch HetzartM. Men dje' Inden und fordett die Leser , auf, die jüdischen Geschäfte Zu boy- Ikott-ieren. Diese. Hetzarbeit wurde bereits von Tarnopol. in die Unlgvbmtg getragen, wo bereits ein starker Boykott der iü-. dischen Geschäfte smMetzt hat. . . Me Mich» der KdWm S-utmAm«. Kowno, 1. Jänner. (I. C. B.) Die Mische Zentralbank in Litauen hat neue Aktien in der Gesamchöhe von einer Million Lit (100.000 Dollar) ausgegeten, Ein großer Teil dieser Sunune ist bereits durch Vorzeichnung gedeckt. L i tt o e k I» veehüsten. MW Vtt Sie WMen in die LegiMMe. Fernsalem» 31. Dezember. (Del. dev „Wiener Morgenzeitung".) Sir Herbert Samuel erklärte» daß die Vorarbeiten zu den Wahlen in die palästinensische Legislative bereits beendigt sind» Die Wahlen werden am 1. F e h r n a r stattsinden. Lar PaMkna-Budset Kr IM. DaS Palästina-Budget für 1923. Jerusalem, M. Dezember. (I. C. B.) Zur Festsetzung des Budgets für das kornnreNde Jcchc wurde eine Sonderkommission eingesetzt, welcher der Knanzsekretar der Regiemng Mr. DapiS, ferne« afö Vertreter der Ratsversammlung (Advisory Council) drei Avaber und ein Jude (David A el l i n) angchöven. Mr DeedeS inspiziert die ArbeiterinsMuttone». Der palästinensische Zivilsekretär Sir Wyndham Deedes hat in BegleÄnng von Ben Zwi die Wichtigsten Jnstitütion-en der Mischen Avbeiter in Pällästina besucht' und seiner g r oß e n Zufriedenheit über deren Zustand Ausdruck verttchen. Das palästinensische Eisenbahnweseü. Das amerikanische Handelsorgan „Comm e r e e Re por t 8" peröffeMichte einen interessanten Artikel über das palästinensische Eisenbahn-- wesen, worin unter .anderem darauf hingewiestn wird, daß Palästina zweifelsohne heute die besten Eisenbahnen, wie auch deu besten Telephon-, Telegraphen- und Postdienst im nahen Osten Mszuwoisen hat. Was die Eisenbahn betrifft, so scien ' LoÜNnptiveN Änd- FcchHark erstklassig. UMer anderem sttch auch Amerikanische Lokomotiven, die 1918 für das britische Aftftgsdepartiemeut gebaut worden sind, in Palästina im Gebrauch, .feiennkürzlich 'einige .Ws ein«troMn, .Aus England ünd die internat lMlen SMaftvaaen?die GM