Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1397 (2.1.1923)
- Date
- 1923-01-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I £ Uv. iS9r7 Mett, DttttS.rog lunwrWt zu h^svm Pch.vse Aoihl-veiche Achwlden. Ans Mchervn jIe»t«n oHsr eygtivrn in f#mt[ utoch zMreicke, von der fii-d'rschen BLvMevU-ny erhMc'm' ^lnstmton, :vo'!chr deuc Staate umb b?r »ÄtM ichtcix gwßeu T«N >U.rr^' Laslen ckbi«h>wen imd fiir sie eine tüdfamiß sowM an Golo wie an Arbsit faMMufvn. Der Neb'.e.'r ■ttf'är: $mt Schlnssr. <ix werbe, sm das Sfrikge: ^.\r.:-')\. Ungarn. »üflirns MegKorberertuNgen. Prag, BO. Dezember. (Tel. der „Wr. Morgenzciiung".) 'cS)te „N'arodni Listv" «reiben aus Belgrad: Aus Grund von und Bukarest über die Ari einer neuen Jitiervrntion Ätrichrichten aus Ungarn über K r i e g s v o rb er e r tu ugen verhandeln die Regierungen von Belgrad, Prag gegen Ungarn bei der Botschaftertonferenz in "Paris. Wie wit! erfahren, sagt das Blatt, durfte es vielleicht zu einer direkten Intervention in Budapest kormnen. Die kleine Entente wird fordern, die ungarische Regierung möge der ständigen Beunrnhigtcng ein Ende machen und alle privaten und geheimen Organisationen auflösen, di« den Zweck verfolgen, an den Nachbartl Revanche zu itcijj men und Zrredsnta zu treiben. r a. Holm MaudstLderzicht PrylurNs? Marsch««, LI. Dejrmber. (Tel. der Wiener Morgenzeitung.) Wie in maßgebenden Kreisen der VM'ftrnpcntei verlautet. bürste Abq. Roeh P r v! a c K i auf Aufforderung sriner Partei sein Sejmmandat demnächst niedertegen. An seine Stelle würde Dr. S ch a b a d aus Wilna trele». W'e bereits «ngestitndigt, wird Pryluctzi durch die Slillunanabme des Jüdischen Älvbs gegen fein« Ausnahme zu diesem Schritt gezwungen Schalem Asch und Pslsa. ' Warschau, 28. Dezember. (I. C. B.) 'Im „Naszh Kurier" vcrossenüicht Schalo m % s ch einen offenen Brief an den Jouriraiisten RMnrschmski, der rhn beschul' drgt hatte, in Amerika cm« antipolnische AgV tatiön. geführt zu haben. In seinenc Schneiden erinnert Schalom Asch an seine ersten Werke, wir „Maschiachs Zeiten" u. a., nick» führt aus, er habe schon zu einer Zeit, da man für ein polonsreundliches Wort Gefahr lief, ins Gefängnis zu wandem, je ms Land verteidigt, in welchem die Wurzeln ferner Kraft lagen. Er erinnert ferner daran, dvß er zu einer.Zeit, da Noüvatschinski und feine Anhänger durch ihren zügellosen C h a u v i n i s m u S das polnische Ansehen in der Welt geschädigt haben, die erste Kiliservedition für Polen organisiert Hai. Manen. bar hebräische Schulwesen. Kownv, 28. D^semiber. (I. C. B.) Auf der Konferenz der litauischen hebräischen Erziehnngsorganisation „Tarbuth" g^rtz das Zenürrlkonritee bekannt, daß sich in der Obhut der Organisation im ganzen zwei Mittelschul e n und 6 9 Volksschulen mit zusammen 282 Klassen 'ötfittbcit, in welchen 5360 Schulkinder Unterricht genießen. Während des letzten Jahres lvurden 16 neue Schulen eröffnet. Die pädagogischen Kurse für Lehrer, die mit zwölf Teilnehmern otofpu’r wurden, zählen jetzt bereits 11 Teilnehmer. , '.......Vi v.,Vi, ... PalWm ®ls MWeu LegiMäre. Jerusalem, 28. Dezeinl>er. (I. E. B.) Eine Delega« lion ehemaliger jüdischer Legionäre erschien bei dem Zivilsekretär der Mckästina-Regienmg S i r W y n d h a m Deeds nick» besprach mit ihm die Frage der Uebergabe von Bodenflächeu an Palästina an Angehörige der ehemaligen jüdischen Ägionen. Die Abordnung lvies diirauf hin, daß diese Frage schon vor drei I a h r e n aufgeworfen wurde,, ohne 'daß es >bis heute zu irgend einem Resultat gekommen sei. Sir' Deeds versprach der Zuordnung, daß er sich nunmehr nrit hem Material vertmut machen und für eine beschleunig re Erledigung der Angeleo.en-- hcit wirken werde. Der Kampf am de« Boden. Aus Jerusalem wird gemeldet: Die palästmen-- sische Regierung hat der Jen.bei Cäsarea und Nähr es Zerka Brachboden verpachtet^ nachdem sich die Jca verpflichtet hat, rchc 'durch große Investitionen vubansähig zu machen. Diese Landstriche liegen seit Hunderten von .Jahren wüst ulttd inkbebaut und bilden bloß gefährliche Krankheitsherde. Die antizionistischen Araber begannerr aus diesem Anlaß eine Hetze gegen die Regieruitg, und „um des lieben Friedens willen" sah sich die Regiennrg genötigt, eine Kommission zur Prüfung dieser Angelegenheit einzusetze'n. Me Lage der medizinischen Gesellschaft „MMah". Das vom Leiter der „Hadasiah", Dr. Rubinolv, in Karlsbad für das Jahr 5683 verlangte Budget von 62.000 Pfund wurde von der Konferenz auf 45.000 herabgesetzt. \0mm Wie««: Infolge des großen Geldmangels sah sich die Hadassab zu fosgeiideii Sparsamkeiismaßregeln genötigt. Die Ausgaben, welche im August f I.5U0 Pfund, int Scpchiaoer 1.0,000, im Oktober 8000, im November 8000 betrugen, dürften im Dezember wahrscheiitlich bloß 7500 Pstiitd betragen. Diese. Ersparnisse sind das Oiesnltat der S^rre verschiedener Fi - lialtu resp. Krankenhäuser, ferner der Herabsetzung des Gehaltes der Mitarbeiter der Hadaffah um 5 bis 10 Prozent Das Personal der Hadasjah tvnrde nur 100 Mann verringert, die Automobilstation gesperrt, die Automobile verkauft. Die Einkünfte, die. ans Palästina selbst stammen, wurdelt snkzessibe vergrößert. Wäbrend sie „im ersten Jahre 2000 Pfund, im •jVocitcu Jahre 5000 Pfnud. im dritten 6000, im vierreri 13.000 Pstlud ansmachtcn, erwartet man in dieseuc Jahre cin-en du trag von 15.000 bis 20.000 Pfund Die. Sparmaßnahmen sowie auch die. erhöhten Eiicgängc aus dem Lande selbst sollen die Hadassäh vor einer Krise bewahren, wenn nicht das vom 5keren Hajessod versprochene Budget eingeljalten wcrdeir können sollte. Atrfangs Oktober 1022 war bereits der Keren Hajessod der Hadassah 8000 Pfund schuldig. Für Oktober ivurde der Hadassah vom Keren Hajesiod statt 3756 bloß 300 Pfund ausbezahU. Die Folge davon ist. baß statt der Haupteingangsguelte . Keren Hajesiod — die Hadassah hauptsächlich von den Eingängen lebte, die sie aus anderen Quellen bezog: derr Beiträgen der Frauenorganisatwn Hadassah, des Hilfskomitees und des palästinensifchett Jischuw selbst. Mit Rücksicht auf die schwere Situation hat der Leiter.Dr. Rubin o w, eine Reise nach Amerika angetreten, um dort die Geldsammlung bester organisieren zu können. Re rta!ie«ische Mretmtg. Rom, 29. Dezember. (I. E. B.) Im ZusamNtenhang mit der Nachricht von der Ernennung des Conrmendatore Galli zum italienischen Vertreter in Palästina veröffentlich „Messaggero" die folgende Notiz: „Di: Nachricht über diese Erne:nrung hat in katholischen Kreisen und besonders in den Kreiselt des Patriarchats des Heiligen Landes eille gewiste Mißstinunung hervorgerufen, iltdem man sich der Tarsache, erinnert, daß Conunendatore Galli in der Vergangenheit eine diplomatische Tätigkeit entfaltet hat, die von S y m p a t h i e für das zionistische P r o g r a m m, das immer noch ernste Beunruhigung in Palästina hervorruft, diktiert tvar. Nunnrehr verlarrtet aber, daß, wenn auch früher daran gedacht wurde, Commeirdatore Galli nach Jerusalem zu schicken, der Staatssekretär des Acrrßern jetzt diesen Entschluß geändert hat. Eommendatore Galli tvird m nächster Zukunft nach Damaskus gehen, wo er Italien als Generalkonsul vertreten wird. " An nnfete P.L. Abonnenten! Am 1. -Ärmer 192S beginnt eirr neues Abonnemen! aus die „Wiener Morgenzeitung". Wir ersuchen, die Bezugsgebühren rschizeilig einzuzahlen, beziehungsweise das Trafikadonnemeni recht.zeriig zu erneuern, damrt die Iristulung des Vlalies keine Iltllerbrechu.lg er.'sidr. ' Bez«g8gebühren ad l. gllmer 1923: , Adounemenk für Wie« (z«m SLbholeu im Expedtt »-er in -s» DerfchleifrstrUr«) monatlich ...... 28.60-.-- Sonnvnd WochentikFsnnmmer . . . . . . K. l.tM.— Wonragsnnmmer.*.K. 7M.- Das Abonnement wolle gefülligst rechlzeütg in der Nächstliegenden Verlchleißskelle ernrnert v.wb inc Vezugsgebühr gleichfalls dorisslbst erlegt werden. Oesterreich monatlich...K. 28.W6.— Tschecho-Slowakei monatlich.... tfchech. K. 17. - Polen monattich.. pol». Mark 4,m— Jngoflawien^Nvnatlich..Dinar W.- Deulfchlanü monattich Mark 1.209.— AumSnien monattich . w . «0.- ßollötib monatlich ... hott. fl. 1.30 glatten monatlich ..... 10.- Schweiz monattich ...» fchweiz. Franken s.- Frankreich monattich . . » » » . . . Franes 8.““ Belgien monatlich » « . « » » <-> delg. Francs 8.- England monattich. * * . » . . , Schilling r. - Amerika monattich..... * * ■« » k # l»*** Zahlstellen: .OeSLerreichifchss Pvstfparkastenkvnls 1SS.6LL. Lfchecho-flvMakifches Pvftsparkastenkont» (Prao) S8.3S1. Polnisches PoMpaekastenkonls (Marfchan) 180.227 Deutsches Postscherkkonlo (Berlin W 7) 108.722. RnmSnien «nö Bnkpwina: Ostbank A. S. und üere» Filiale». Schweiz: Schweizer Volkvbank in St. Satten. Jugoslawien: Postfparkaffenksnt» (Zagreb) 40.085, Italien: Soziela -i Crebtt» Commereisle Triefte- Bia Muzzini 30. Die Berwattnng -er „Wiener Morge«zeitung" Wien, ii», Tahveftrafre L—3 Telephon 44.098, 43.319, ^KLlMLs:. MM RundschM. Re ftanWschrn öoziaftften prstMeren gegr» die ZÄMWMaßmhmen gegen Leutschland. Paris, 1. Jänner. (Wolfs.) Dü Sozialistische Parier Frankreichs und der Allgemeine Arbeirerverband veröffentlichen einen gcmchi|a:ncn Ausruf, worin sie gegen Zwangsmaßnahnrcu g'gen Deutschland protestieren. In dem Aufruf heißt es: Alles läßt vomussehen, daß d:e französische Negierung und der Oberste Rat unter der Bezeicl^ ,umg Pfänder und lliarantien Vorschlägen werden, dir Hand auf das Jndttstriebeckelt at? der Ruhr zu legen und eine verstärkre Bescrnng des linden Rheinufero herboizuführet!. Es ist zu befürchten, d<iß die französische Regierung, wenn sic eine Einigung mit den übrigen Alliierten nicht erzielt, entschlossen ist, die schon jetzt vorbereiteten Snnnioneu allein durchzusührcn. Getre'n der Berpfiichtunng, die lutr auf dem Weltlongreß im Haag überuomrnen stabe», erklären wir, daß wir u-w dieser Politik der Brutalität und der Abenteuer entgegenstellen werden. Die beiden Cr > ganisationen fordern schließlich einen Schiedsspruch durch den Bolferbnnd. Ar hMstineMch-arabischc Delegation in Lrmbon. Aiw Londo n. meldet ft- E. B.: Am 22. T ^eucher trafen der Vorsitzende der palästinensisch-avabischen Delegation Mnsa Kiazrnr istzischa mir dem Sekretär und einem zweiten Mitglied der Delegation aus Lausanne in London ein. „M o r n i n g P o st" führt die Tatsache de» Wieder - eintrefsens der Delegation iü London darauf zurück, daß narb der Ansicht Lord Eurzous die die Delegation betreffenden Fragen in die Kompennz des Kolonien- Ministeriums, nicht in die des Anßeitminifterimus, fallen. Die Delegation tvird deswegen in Lmidon mit dem K o l o n i c n m i n i st e r i u rn Berhartdlungen Pflegen. . Wie „Times" melden, soll Musa Kiazim Pascha er-, klärt haben, die Delegation sei im Zusammenhang mit der Tatsache der Bildung einer neuen e n g l i s ch e n R egierung nach London gekommen. Diese neue englische Regi-rung, meürt Muss Kiazim Pascha, sei gegenüber dein arabischen Volk und seinen Forderungen freundlich e. r' gesinnt als die frühere Regierung. Sobald ein unabhäugiger arabischer Staat geschaffen werden wird, werden die: Juden gleich aller: anderen ins Land konmren dürfen; natürlich in dein Maße, als ihre Anwesenheit den Bedürs-: nisten des Landes entspricht. Zum Schluß bemerkte Virrsa Kvaziin Pascha, daß die Politik der früheren englischen Lie s oierung daran die Schuld trage, daß sich gegenwärtig untere den Arabern Palästinas eine starke Zuneigung zu der: Türkei bemerkbar macht. ..v Die Memelftage. Moskau, 29. Dezember. (Wolfs.) Der stellverrrelende. Bolkskommifsär für ansuxirtige dlngelegenheiten Litwi-i notv hat am 22. Dezember an Curzon, Po in care: und 2)! n s f o l i n i eine Note gerichtet, worin es mit Rück; sicht ans die bevorstehende Regelung der M e m e l f r a g e durch die Botschafterkonserenz heißt, das: Meurelgebiet fei in wirtschaftlicher Beziehung mit dear Sowjetrepubliken Rußland und Weißrußland verknüpft.' Die Regierungen von Rußland und Weißrußland Lean-! sprucher: das Recht, die Züläsftmg ihrer Bertretcr zn den: Beratungen und O'ntsclwidnngen über das Schicksal Memels zu verlangen. Nutzland und Weißrußland würden: jede Lösung der Frage über das Schicksal des Memelgebietes, die ohne ihre Teilnahme und entgegen ihren Iw"- terefsen getroffen würde, nicht anerkennen können. Zer allnlsstsche Sowjetkongreß. Moskau, 30. Dezetnbcr. (Via Riga.) Die Sitzrrngett: des zehnten allrussischen Rätckongresics gehen unter außer-: ordentlichen S i ch e r it n g s m a ß n a h m c n vor sich. Der Verkehr in den Straßen aur Großen Staatscheater, wo die i Sitzungen statt finden,, wurde schon am Tage vor der Kongreßeröffnung völlig abgesperrt, und sogar die Haltestellen : der Straßenbahn auf den: gegenüberliegenden Tcheaterplatz! wurden zeitweilig aufgehoben. Innerwie außerhalb des. Theatergebäudes süod zahlreiche nülitärischc Posten ausge-, stellt, die von Zöglingen einer bevorzugten proletariscktcn! Offiziersschule mib von Abteilungen der staatlichen Politik scheu Berloaltung (früher „Tschem") gestellt werden. Diese! Maßnahmen tverden-hier allgemein weniger auf die Be ll ftirchtung irgendeiner wirklichen Gefahr, als vielrnchr mit; agitaLorisckje Rücksichten zurückgeführt. Von den bis zrnn/ Eröffnungstag eingetroffeuen 2012 Delegierten waren, trotz j des entgegengesetzten Ausfalles der Provinzwahlen, nur! 113 Parteilose und ein „Lücksföderalist". Die Abgeord--!- neten aus der Provinz sind in gemeinsamen Quartieren untergebracht; für ihr^e Unterhaltung und Besuch der Dcosft käuer Sehenswürdigkeiten und Theater tvird von den Bo-- Hörden gesorgt. Außer den offiziellen öfftnckichen SitzmMn! des KoicgrZses werden, wie früher, unter Ausschluß der! Oefscnilichkeit Sitzungen der Konmmnistischen Fraktion atzgehalten, in denen die Meinungsverschiedenheiten ausge-, fochten und die entscheidenden Beschlüsse gefaßt werden.; Ufareiiisus! Schiff mann II., TaborstraSe 4ä Telepkon 47-1-79 Engros En dalall