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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-27 · Heft 1392 (27.12.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1392 (27.12.1922)
Date
1922-12-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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( Wirkte 6 Wien, MitÜvvch Händler aus ihren Berufen hinausgeschlc»rdert wurden, mußten viele von -ihnen neue Berufe, unzwar in der Industrie und im Handwerk.ergreifen. Ein allgemeines D-ild der wirtschaftlichen Lage, insbesondere jedoch der Berussumschichtung, wird uns die zu Ende geführte Publikation, nachdem bereits sämtliche Materialien bearbeitet erscheinen, liefern tonnen. - In» solange diese Publikation noch nicht abgeschlossen ist,.ist es unmöglich, zu einem.abgeschlossenem Urteil zu gelangen. Wertvolle graphische Darstellungen und statistische Tabellen bilde,! den Abschluß des vorliegenden Bandes. G. Bühne und Kunst. Sperntheat«. Bon den Oven, und der TLealermusid Lumpeldwck» hat sich nur seine Märchenoper „Känsel und Gretel." aus der deutschen Bühne erhalten. Auch an ihr sind die 30 Fohre nicht spurlos vvrüdergkgangen: Man freut sich noch immer ihrer lieben Mstfölischen Kindermelodien und ihrer Kinderreime, wie ihre mbevollen Nakurschilderun-mit WaHweben, Kuckucksruf und btmr Schauer deutscher Romantik. Weniger zlSubig vernimmt man die vielfach kompliziert« Wagner-Technik, e'iva die heldenhaften Töne der Knuspeiheze. die g'eich Erda in violettem Licbte er» ftrahll und walkürenyleich durch die Lust reit«'. Auch die Kinder» rommlik von .Känsel und Grete!* erscheint uns heute nicht «ehr kindlich genug, die Naottät ist zu betont, um naiv zu sein. Smmerbin eine» der wenigen Werke der Wagner Epigonentums, das noch einer Aufführung wert und feirt?r Wirkung, auf das kindliche Gemüt sicher ist. Dies mag Richard S t r « u ß zu einer Neueim'udierung veranlaßt haben. . die unter forcierten Tempi tiit- Der Hänfel des Fräuttin A.nday geriet dar» stelle risch besser ol» stimm'ich. Frau Schumann als Grete! übermäßig deutsch und blond, bot stimmlich eine prachtvolle Leistung. Ueberaus eindrucksvoll, fast zu großartig charaktertfierte Frau Gulheil-Schoder die Knufperhexe, Kerr Wiede- Bönit und Fräulein Fovanovic spielten voll Eifer das vesenbmderpaar. slb. Karl Zchonherrr Iraom „8s". Denlschev Dolksltzealsr. . .Sollen wir jene Gespenster banne«, nach denen sich ein Drama Kemik Fdseur denen»!? Sollen wir den Lebensfade kranker Geschlechter 'rechtzeitig abschneiden und nur die Fort» Ssianzung der Gesunden dulden? Schönderrs jüngste Bühnendichtung. ein fünfteiliger Dialog ist diesem Problem gewidmet. Ein junger Arzt und Forscher will, hie Pegeneration des Do'kes nach' spartanischer Methode bewirken. Die barbarische Maßnahme des ^Avs'etzei»" erübrig sich, denn Kinder. Welche bestimmte Krarkhciten des Vaters oder -er Mutter) übernehmen, sollen gar nicht geboren werden! Seine' Gattin, die einst, Pflegerin war, steht ihm.tu diese». Kampfe vetständniLiunlg und bewundernd -ür Seite — bis die Zlunde härtester Prüfung schlägt. Sr pellt durch mll^vskop.lche llntersuchbns fest, daß er an crerbter Tuberkulose leidet — sie t gesegneten Leibes. Da kämpf! sie für da» Angeborene. De» Meise! t seine Theorien, bezweifelt seine Krankheit, erinnert an ^eine Sehn lucht noch einem Kinde, aller vergebens. Er tteibt ab. Verbrecherischer Weise, ohne ihre Zustimvnmg zu habe»». Sie rrwacht aus einer Mtlüdung und ist beraubt. Nu» gähnt «in — ■ ' * i;■ i H _ ■) Jl_. JH BILS-J "m -2-' 0» r -ggg» i SBiCÄCE R o 1 a ijl d-B ti h n e Ensemble-Gastspiel der WILNAER TRUPPE Heut« Mittwoch den 27. TWember 1922, 7 Uhr abepds URTEL ACOSTA Tragödie ia 5 Akten -ton Karl Qtitskow. mm,' — . rn.mm.mm.... I -.. .- Abgrund zwischen den beide». Der Gatte storh für tze. als er ihr Kind Mett. Der M a n n ist ihr in «ine« günstigen. Augenbstck, da ihm Fiederglut d§n W'llea lähmt, 'Werkzeug neuerlicher Befruchtung. Er weiß, daß er keine Zeit zu verlieren hat. vollendet «st letztrr Kraftanstrenpung iein wissenschaftliches Werk und kommt einer Tages, schon vom Tod!» gezeichnet, von der Universität zurück. Alle Kapazitäten der Wissenschaft, oll« Freunde waren zugegen, als er die Lnd-rordnisie seiner Forschung vortrug, nur die LebensgefShrlin war nicht zugegen, alle haben ihm die Kand gedrückt, als er di« Forderung begründete. ..kein Belasteter pflanze sich fürderhin fort", nur die Gattin nicht. S,e batte Klügeres zu tun. Sann daheim mit seligem Lächeln über ihr keimendes Mutttrglück. .Dein Werk, das hat die Liebe nicht!" ruft sie ihm zu. „Die kl-tne nicht*, sogt er mit müden Lippen, »aber die große, die über di« Welt schaut.* Der, so spricht, ist nicht darnach angetan, den Mann mit der Lippe ebzuwarlen. Sein Werk ist getan, er nimmt Gift. Während die Pein« erstarren, hört er die Ga tin tut Nebenzimmer singen, wie die. junge Mutter,n der anstoßenden,Wohnung zu singen psiegt. Da ruft er sie in höchster Seelenqual zu stch. da steht er um die Diol, mit dem Gegengift. Sie aber reicht ihm die Mole nicht, die dem grausam Unentwegten doch nur Kraft geben soll, den neuen Erben zu vernichlen. Sie neigt sich über den Sterbenden, sie umfängt ihn und sagt mit Heller, froher Stimme: .Latz nur Kranker in di« Welt! Wo Kranker ist und Schwacher, tun sich die Kerze» auf!" Mit diesem Wort entläßt uns der Dichter. Es ist «in Wort der Resignation, aber es ist ein gutes Wort. Ausmerzung ddr Sezeichneien? „Erlüchiigung?* Nur wenn der Mensch di, Dornenkrone trägt oder an fremden Stirnen sieht, legi er die Bestie ab.... E i n Szenenbilb, bloß zwei Darsteller, fünf Akte- Man ermüdet nicht und hat über Einförm Igkeit nicht zu Klager^. Mit großer dramatischer Kraft ist die Handlung zur Katastrophe geführt, noch die letzte Szene mit Spannung gesättigt. Kein „technischer Kunststückist diese Bühnendichtung, bei welcher der Schaffende so merkwürdig sparsam' mit seinen Gestalten war. sondern ein strenges, vollwertigrs Kunstwerk, seiner „Kinder» kagödie", * die wir für die bisnün größte Dichtung Echönherrr hatten, recht nah«,«rückt. (Nur di« bis zum Weglaffen der Artikel Popper-Lynkeus -Feier Der Verein „TiVwath-Jehuda“ vervrtaltet heute präzise 8 Uhr abends ln seinen eigenen Klubrftnmeo, VIIL, Beanoplafcz L einen, populären Vortragsabend mit nachstehendem Programm: L Vortrag des Schriftstellers Ernst Oznozka über Popper-Lynkeus (Gedenkfeier). , S. Professor Josef Sulzex and Fräulein Salzer: Sirene Kompositionen. S. Oberkantor Kaufmann: Jüdische Lieder. 27. Dezember 1923 Nv. 1891 \ ~üb« r noni^ ELpreffioniste» ist.^armen! lich im letzten Akt, sehr befremdend:) Anton E d t h o.t e r, 'lange Monate sch«<rzttch. vermißs aber noch vifer. stärker nach Wien zürückgekehrt. spielt bei jungen Arzt unpergleichlich. Sein Sänattlter. ein Wann mit stech,» Körper aber herrlich' gesammelter Seelenktalt, Kein EtgrnbrLdler ein Opfermutiger geht seinen Weg bis zum ditlerek Ende. Auch die Galiin der Frau Lueie K V f l t ch von großem Formah hervorragend gestattet, nur m der äußeren Erscheinung tpohl zu herb, zu wenig jugendlich. Es war ein großer Erfolg der Darstrller, vor allem «bei des Dichters, dem man ergriffen dankte. Die Gestalt, die immer wieder vor der Rampe erscheinen mutz« und sich mit eckigen Br> wegungen verneigte, überragt nicht nur körperlich die meiste schreibenden Zeitgenossen. .Otto Adel«». - „Urtel Atofta" bei den .Wrinaem". Die Wilnaer Truppe, Sie bekannllich in der Rolantzlbühm gastiert, bat nun auch ihre intereffante Auffühmng von Gutzkow! «.Uttel Äevslü" dem W'ener Gastspiel einverleibi und mit diesem Abend stürmrschm ^rsolg W'r kommett auf die Auf» sührung noch nähek n'ück. t Aus den Theatern. Deutsches Dolkstheater: Leut« und Sonn, tag ..D i e Namen! o f a n«. Samstag mnd Montag „« s« Freitag ,.D erQuerulaftl.' Theater in der Sofesfiadt: Leoyvl. bin, Konstantin spielt nur noch emio« Abende unk zwar heute, morgen und Sonnlag in der sranzöstschen Komödie ..Di« S ch u l e d - r K o k o t t e n« (heule ist die 50. Aufführung dieses zugkräftigen Stückes). Freitag und Samstag gastiert I d a Roland in der Komödie „Die Zart»« und ..T h « r e f e R a q u i Lustipieltheater: Morgen. 7 Uhr abends „V i« -blaue Maus« von Alexander Engel und Sultu» Korfl Bolkswirt. Sestrmpeltr Krone —.Ml» Senk««. Auszahlung Me» — —MS Centimes. Sn Zürich notierte die dstetreichifche Äronr i . . 0.0V7S ( 0.0075 am 22. ®«|A die österr. gestempelte Krone. 0.0075 ( 0.0075 am 23. Dez.) die tschechische Krone .... 15.35 - (15.25 am 23. D«».) die Mark......... 0.07'U ( 0.07*/4 am 23. Dez.) Agram .. 1.45 ( 1.45 am 23 Dez.) Bukarest . > . . . 3.15 ( 8.15 am 23. Dez.) Sosia «»»..»»». i 3.75 (3.75 am 23. Dez.) Budapest......... 0.22»/, ( 0.«*/, am 23 Dez.> Marschau..... . . . . 0.02% ( 0.011V, a» 23. Dez.) Ae polnlsche Staatsbaul im November. Die Bilanz für den Monat November der polnischen Slaatsbank , zeigt eine gewisie Desieruisg im Berhältniffe z» den abge» laufenev Monaten. Die Staatsschuld, die „int Oktober um 111 Milliarden gelingen ist. vergrötzeri« sich t« November um «6 Milliarden Lnfolgrdessen ffl auch trotz des Sinkens der Mark -er Notenumlauf geringer getvorden (8i.l Milliarden gegen 11« j« Odivber). i Pflicht eines jeden bewussten Joden ist es, den Schekel .zu kaufen und dadurch seinen Willen zur Mitarbeit für unsere Heimstätte in Erez Israel kundzuaeben

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