Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1392 (27.12.1922)
- Date
- 1922-12-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980472--13288-2999918- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
> 1 C \-’-t t 3'>,!>■ "stwr xvnm «nen, smurong khauMah-Feirm der ZugeMichen. In den .meisten Msschcht WgisenhäusMr .und, sonstigen MniiernEn kann man von Jahr zst Jahr beMrken, wi-e all-- nGlich aus Len VerlegenheitsweitznachtM deren Hauptpveck ResHedung^ ist^ M. Mattäöäersch,.' Geist, den die ftoßen Feste dtzS Vereins Jüdische Kindovsveinvde alljährlich ftn Mschell Km<dny Wiens dernnMn, ljölt allmählichalleni» pichen' 'ft-Lnen-.EinIUg." \ 1 ‘ , Mch Heuer veranstalteten die Jüdischen KinLerfreunde Svei .große Kin^r-MaWabäer-Feiem. Im Pvater waren es m Zögling des Vereines selbst, die sich zu .fwhom Feste dersammelten; in Ottakring, im geräumigen FÄstsaatl des jüdischen WoWihrtSH-Mies in der Muvlitzevgass« fänden sich mehr als W Maise-rrkinder als GLste ein. Was da rn hebräischer und deutscher Sprache an Gesang Md Dekla-matiE von ihren Altersgenossen geboten würde, er-' . »ccfte. ebenso ■ fmifoisje ■ Bewunderung wie die Mädchenwigen rnd die Turnansführn-ng der Knaben. Doch den HöhoPuM des festes Liidete das eigenart'iM „ladende Drld". Ans vevdunMnr Sühne stand eine Gruppe von Knaben und Mädchen, Und was . .Kinder in poetischer Mechselredc von dem Geschicke der senden erzähttm, konnte man im Hintergrund auf «bet Löimvand mft-mlchen scheu. .?lm SckKlssa des wohl gelungWen Festes richtete Herr vonath, Präsideut des Ansspe'.sunMveveines, dessen Cigentunrdas MoWahrtshaus ist.an den Lcherrabbiner Dr. LHaies und an -die anderen erwachsenen Gäste «eine. Ansprache, m »er vt über die eng« Zusammenarbeit der beidenVeveine sprach. .Wo Jugendliche seilöständig ein dem Inhalt und Geiste mch gobu'Ngenes Makkaibäer-Fest verawstailteten, da finden sich »estlmmi mehrere ehomalige Zöglinge einch der sieben H-eimläiten. Das Fest des Sport- und KuliurvereineS Cheruth »ürfte eures der gelungensten dieser Art. gewiesen sein. Nur Juken'dliche waren die ausführenden Musiker, DÄlömatoren und - Schauspieler,, und auch die Reine, Nicht zu unterschätzende dranat-ische Szene '„Jiaakpb" hatte oimn der Jugendlichen MN Verfasser. Die Veranstalter und Regisseure des Festes waren hemalige Zöglinge der Jüdischen Kiriderfveunde, ein Teil der ilusführenden und ein Teil des jugendlichen Publikums aber tanh ftüher dem Geiste der - jüdischen Bewußtheit recht fern. - ' SA. » Auch die durch «das Zionistisch« Jugendamt vereinig- , fctt jüdischen Jugendgruppen hatten ihre wchlgelungene . Mchkka- Ätt>F«sier, deren Programm-, mit Ausnahme der Licdervordäge de s Herrn Glas und der Fsstrede'des'Prof. A.Fr euch Ndsschließlich von ZugeMichen "destriiten wurde. Es. war'sehr jvfveulich, zu bemeÄen, mit welchem Eifer unseve Jugewd ein Reiches Progrcmrm zu bewältigen wußte.- Gliche wackere Rezitaioren trirgen Gedichte jüdischen Inhalts, vor, ein paar Reine NAchen botdn einen, hübschen Reigen, narnentlich aber gefiel Kne von Döblinger JugeMichen-Wotene Szene aus -L'.Mvigs MaKabädrn", wobei man-die jugendliche Phantasie bttvuniern konnte, welche Mit den chllerprimitivston Mitteln eine ittft Szene auf die Buhne brachten. Sehr viel Anklang fand mch eine jtigeMichs. TurnerrieK, welche zeigte,' wie i.vacker . mfer Nachwuchs Mch bei der Arbeit der fvrp^1ch<-rr ÄlUHtiprng seinen Mann zu stellen weiß. Menikv M-rW-emW.' 27.' Dezernvev iE ro S lenen Wemeth I‘M »Wer MM> fonJss). Alle Keren Kajemelh l'Sraet-ÄommWre sowie tmn Mikwveiier, d'e Bilcksen leeren» werden gebeten, auf den Leerunasjcheinen die genaue Adresse des Bü^s ninhaders zu verze chnsn, rm unserem Bureau unnützen Zeitverlust der Eruierung dieser üdlessen und Emkragung in den K^Iajler zu ersparen. Donnerstag dm 28. Dezember um 7 Uhr abends findet' >ie vrdei tliche Versammlung der Nat'Ma'lo>,ds-Kommissär« statt. Separate Einladungen ergehen nicht. Tagesordnung: 1. Kontingent. L. AMonsprogramm stir die nächste Zeit. Mtz> S zu einem m NenerfrageWen. Alfred S. Die Versch vei wng solcher Vermögenschasten ist dann amnestiert, wenn sie vor dem L0. November begangen wurden, dw Vermcigcnxschasten oanz zur Zeichnung von Goldcmlei e verwendet werden und die SiüÄ» bis zur Einlösung im C'genlum des Zeichners bleiben. — Psta Als polnischer S'äotsbÜrger hörnten Sie «ine derartige Vordrimsichuld jetzt in Ungarn vicht emklagen. da fie noch dem ungarischen Frieden-- vetirog durch das AdrechnuvosaMtD regeln^. Sie mü ien sich an dieies wendsv. — A. L W» Wenn die Finan-lande-.- direßkwn Für Gesuch um Ermäßigung d»r Zmavgsanleih« abgewie en hat. -io steht Ihnen noch die Beschwerde an das Finanz« mini'lermm vsfen. — Dchrveee Sirofe Leider gibt er ln den Siralsacbei» nach dem Fürlorgeabgabegesetz nur zwei Instanzen und cs ist auch «tue Beichvverde an dm Vekwaltur'g-gerich^shof «usceschlosssn. da dieser gar ni^t z' ständig ist. Ihre Strafe ist orw ß un"krechlferlig hoch. — S. Feiner. Der Zablungöauitrag für 1910 wurde ,tmen erst jetzt z-mesteltt. wer!.. oie Behörden m't der Veranlagung noch lehr im Rückstand sind. .Ob dieser B'trag schon gezahlt ist. w e fit annehmen, erfahren iie im Skeueramt aus ihrem Konw. — AekvNr Die Srwernsjteuervorjchreibuni ist ansectibar, wenn ittr staatliche Satz ohne Zuschläge 5 Prozent des. Vorjohrsgewinnes. übersteigt. Dies müssen S'e durch ihre Bilanz und Ihr Gewinn» und Verlustkonto Nachweisen können. _ /..•'■ * Pasteurs hundertster -Geburtstag. Heut« jährt sich zum hurtlciotl.sten MÄ.e 'der Gchuristag Louis Pasteurs, eines -der Müßten N-adllrforscher aller Zeiten. Das nach ihm banarmt-e Jnst-rtut Pasteur in Paris, das er von 1889 bis 1696 teü-eie, ist der Mittelpunkt. Ä-ner neuen A-em der biologischen Wissenschaften geworden. Di« Lchr< von -den Jnsc-ktionskrankhait«Ln hat durch Pasteurs Sttvd'ien über Gärung und Fäulnis eine völlige Umwälzung erfahren, und ferner waren diese Ilrltersuchurrgen der Ausganß für di« moderne Lehve von dev' A s e.p t i! und A n t i s e p t i L. Das Wesemliche war;bei diesen Forschrm-gm der Unzweifelhafte und geniale Nachweis, daß keim Garung oder FLu-ln-is möglich ist ohne organisierte K>ci«nre; da§ d>_M>L.LcbDL» Last ttmsefafitt zersetzte SubjwMen erst ^_Äewme warsMtürzt. BMirt war mit e'man Schlage Fvu-üdsätzlich die' Ursache der ansteckenden 'Krankheiten man kannte nun das Problem der BefeitMng wv'enchaltung von Hermen zur GrunblE der BehandlMg machen. Au PÄtAtrs zcchllose Einzölunterfuchungen über Elzorand, Hühnercholera, HrfeblÄ»uU.g ÜW viele andere ähnliche Kvankherieu..oder Motzische Bvvgänge knüpfte sich Mn« me LMe.«Knoden ^ran-khettserMern. die Serum t-h % ra p re wwje an. .Er hat Me sE^n.sMüMWn.L«Ä..-durch eine- Füllech«nischer -Arbei4e» ergänzt^ äu feinem Il878 mit Tvrrdall -herausaegöbenen Merk hat^«r''Hie-'-.Atzeb«M st-iuer fammenMßt. v. - >;; >..r: --... :; '■i"AerloAng" beS ^jcheL ErreiManzletS. l^ie he»tschvSl!kifche- Pveste hatte, M« gegen den Wheren Lmtschen ReichSkanzSsr Dr. Wi r L h Gtirmmuna zst machcm, die Bchauh-' tung. aiufgesM, Wi-üh, bekanntlich mn MitMed des lrschen ZmüvumS, hebe sich mit einer- Jüdm verlobt. Ucher -diefL.AnMvyenheil veröffentlicht ein ZentvtdmsbMt die fak» gende. Zuschrift des Exreichska-uzlerS: Tauft wehtet Mi- MertättgSlnt und wahranv »reiner Mnzlerfchaft ist es oft meine Pflicht gewesen, unsinuigen Behauptungen in rechtsgerichteten Zeitungen zu widevspvechen. Aus wüste antisemi» tische Het-ereien halb« ich aber im allgemeinen nicht -Mnttvortetsondern habe mir gedacht, daß der Unsinn, der oft behauptet worden ist, sich von selbst totlänft. In dem Fall der „Schlesischen . Bolksftiumre" will ich nunmehr eine Äusn-ahme machen. Die mit -Fettdruck angekündigte Verlobung ur.it Frau Selma Guttmann und die daran geknüpften Besnerkungen, deren Tend-oirz nur allzu durchsichtig ist, sind frei erfunden. Das HirtanschrMen der deattschen Di-schöse gegen die Mischehe wird KU einer Hetze gegen mich ESoewützt. Man versucht, mich -beim katholischen VMe diskreditieren und wirft mir beispMose IN-denifwundlichkeiit vor. Ich habe Christen wie Juden gerecht wfoutMt und niemanden seines Glaubens oder seiner politischen, U-Äerz^MlW wegen bevorzugt oder benachteiligt." Interessant ist jedenfalls, welcher Mittel sich die deutschvölkifche Hetze bedient, um ihre Gegner zu diskreditieren. * Bvrlesungsbeginn an ber Tierärztlichen Hochschule. An dvr Tierärztlichen Hochschule wird nach -den MeihnachtSfeierbagen der Untervicht am 16. Jänner wieder aufgenomm-eu. * Klub der jüdischnationale« Mandatare der LeopolLstadt. Die Herwn M-andvta-re werden ersucht, heute Mittwoch um 6 Uhr abends im Sekretariat' der Bezirkssektion („Wiener Morge-nzeiÄmg") M Cn^eaennahme näherer^ Weisungen für die Versmum-lU-ng zu erscheinen, * Gin* tnt-roNante Pkomvliau. Am A. d. wurde Kerr MbMr ösiät & t rowitz E Dostkik der Medizin an der Wiener Universität prömov'ettt. Kerr Radbln r Korowjh, welcher einer blwtzrv Ürdigev Aabbinetsamitie entpawmk. wirkt selbst in ZuUlwr» in Po'en als Rabbiner. Sr Hai stiv« PrÜstnwen mit Auszeichnung abgelegt. Die Promsliv» nahm -er tt dm dekann» Letr Diener vor. ' * ÄMNicher Wetterdericht. Sn Wien war es iagsüber bewölkt. D'e Tempeiaiur hielt sich ein bis drei Grade über Aull. Aus dem übrigen Oesterreich find nal mütags keine Meldungen emoelaufeu. Die Länder an -er Nord» und der Vst ee werden imm-'r noch von milden S 'dMstwiuden überwehi. Doraursuge: Zeilweise aufbrechende Bewölkimg. miid, mütz'ge wei.liche Winde. * Vornehme Drokai»rUchdrck:en «nd Dorhünge in prachlv'ller Aurfützrung, nach modrinsten Entwürfen im Teppichha«»-Möikelha»s S. Schal«. M ien. 1. B.,Bvuri nmortzt V2J 4. A seri gung nach Spezial i nset en in den eioenen A e'ier» rasckeit. Neue Le>epho«n«mmern V3-S-30 dir 63-S-33. Seine FNielen i« Wie«. o KebräijchsrKlub, S. Dez-, Taborsiratze l. Leute, halb r Uhr abends. Doitrag dr» Lerrn M. Uny a' feld, dannlwnj.llu'erendr Sitzung der mugewahtten Ansjchusse». vereine. Bortrilse und Versammlungen. Zionistische Sektion des 3. Bezirkes: TischgeeUchojt, heule präzise.halb 9 Un, Casä Ilion. 8. Dez.. Löwengosse. Vorirog Dr. Lha>m Tariakower.- Der Nativ nai. fond und der Aufbau Palästinas. — Zionistische A t b«r t» p a r t e i L H a ch b u t k. Mitglieder, die noch keine Sckeke!»B>ock5 zum Bei kauf übernommen bavm, «erden aufgefordrr». Wicke tzeuw;wiW er, bald 8 und hold 8 Ahr abends bei unseren im Saale der Zienifiischen Landeskomllees. S. Bez.. Labmstratze A)»» «Mittenden > Genossen zu übmnehMN. — gewish ZuduWal StabWemeutr iu WM Bnard nNter der Redaktion vo» Ll. Heller, Warschau. ISS». ZU BeMst seiner Tätigkeit i« Polen hatte dar Joicht i Diswlbudidn Comii-tee eine eigene statistische Abte kr« «Hi errichtet. Diese veranstaltete eine ganze Reihe von Cnhneren,! Mt gegenwärtig in mehreren PuLliöationen wissenschaftlich bearbeitet werden. Mngst erschien der erste Teil dieser Publikäkionsn, die" den jüdischen g e werblichen Unternehmungen in Polen gewidmet sind. Die Publikatwn ist von Jngeniuer i Elieser Heller bearbeitet und behandelt die jüdischen gewerb-! lichen. Unternehmungen itt der Stadt Warschau. Die ganze Pn-! blikation ist auf nenn Bänide berechnet, und soll auch die jüdi-! scheu gewerblichen. Unternchmuingon in der Woiwodschaft Lspz, Bialystok, SÄ, Krakau, Ostgalizien, Pol-esie, Wolhynien und - Mittel-Litauen behandeln. Der neunte Band soll die wissen--' schastlichen Darstellungen des Gesamtergebnisses enthalten. Der soeben erschienene Band liegt in polnischer, englischer und jüdi-, scher Sprache vor. Der Redakteur ging vom Standpunkte aus,! daß die jüdischen gewerblichen Unternehmungen in Polen diel, einzige Grundlage zur Erforschung des gegentvärt-igen- Zustmri des und der wirtschaftlichen Struktur der Inden bieten. MZ! Vorarbeiten benützte er die russische Publikation der. Jkaj „Sbornik Materialow ob ekonomiczeSkomj polo.zenje jewrejew w Rosii" und die in den letzten! Jahren erscheenonm Aemeren Aufsätze und Abhandlungen über! die wirtschaftliche Lage der Juden in Po.len. Schon bei Beginn -, der Arbeiten des I. D. C. rn Polen initiierte Ingenieur Heller! die Durchfi'chraMg einer Enq-uete über die jüdische« gewerblichen! llnternchmungen in Polen. Der ehemalige Generaldirektor de-! I. D. C„ Dr. Bogen, ermöglichte d« BMoirklichung diese»! - Projektes, Ausnahme der ehemaligen preußischen Gebiet«! wurden sLnttKche Gebiete PoilirnS,, wobei olle Ortschaften, die über SMO: AüdenseÄetz-. zaWM-i» , d« Enquete ersaßt wurden, rückstchtigt. Ich ersten Bande wurden IN Warschau NllÄ«. 13.414 UnteruehchuNgen «Nh Werkstätten deskriptiv bearbeicht, Im aUtzemeinrn wurden in ganz Polen 7V.ÜVV jüdische Uytevnehmungen 'statistisch erfaßt. Der Fragebogen, der zur Anleitung der Enquete versendet wurde, enthielt außer Fragen über die Größe der Tätigkeit, Arbeitszeit, die Art und Anzahl der Maschinen, die Zahl der darin beschäftigten jüdischen und nichtjüdischen Arbeiter^, auch Fragen über das Lohnsystem, über die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Unternehmung, die Organnation des Bedarfes von Rohstoffen und den Wsatz, wie auch Zdrevitvachältmsse vor dem Kriege und wahrend desselben. Schon aus der ersten Publikation ist zu ersehen, daß die Behaupt-ung so vieler antisemitischer Nat-ionakökonomen, als wäre« die Juden kein produktives Volk und befeinden nur au8 Händlern und Vermittlern, falsch ist. Diese Publikation beweist klar, daß die Juden in Polen sich in einem recht-großen Matze mit d?r Ind-ustrie und.dem Handwerk beschäftigen. Es gibs keinen einzigen Zweig, in dem die Juden nicht vertreten waren, nicht nur als Kapitalisten, sondern'auch als Arbeiter. Aus denj in dieser Publikation verarbeiteten Material ist zu ersehen', daß der Weltkrieg zur Stärkung des jüdischen Elementes in den Zweigen der Industrie und des Handels Leigetragen hat. Im folge des wirtschaftlichen Ruinss. zufolge dessen viele jüdisch^