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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-24 · Heft 1391 (24.12.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1391 (24.12.1922)
Date
1922-12-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1391 Wien, Sonntag Ertrag von Zumindest 120 Pfund außer dom Erlös von . von Grürttvcnen heveinbringen. I 2. Die Farm müßte in der Nä heeinerKolonre gelogen sein, in welcher der Arbeiter ständige Arbeit finden könnte. Solche Farmen sind im Laufe bereits viele vorhanden, besonders an jenen Orten, 'welche Eigentum der Agudath Netaim bllden. Da der Arbeiter in seiner eigenen Farm nur e in e n T e il d es Iah re s zu arbeiten haben wird, toird ihm genügend Zeit übrig bleiben, um seinen Lebensunterhalt dccrch Arbeit in der in der Nähe seiner Farm befindlichen Kolonie zu decken. Dadurch gewinnt er aber auch die Möglichkeit und Zeit, seinen Besitz zn. entwickeln und feine Schuld zu bezahlen. Aehnlich verfuhren bisher viele Hunderte Arbeiter in den verschiedenen Kolonien und sind auf solche Weise in verhältnismäßig kurzer Zeit selbständige Grundbesitzer geworden. Ein solcher kleiner Besitz kostet heute 700 brs 8 0 0 Pfund. Die Hälfte dieser Summe müßte dem Chaluz gegen leichte RückzahluugSbedintzungen aus zehn bis zwölf Jahre gegen eine sechspvozentige Verzinsung zur Beengung gestellt werden, die andere Hälfte hätte der Arbeiter dem Verein in Barean mrf einmal oder in drei Raten zu entrichten, und zwar 40 Prozent bei Uebernahme des Besitzes, 80 Prozent iw Verlaufe des ersten Jahres und die restlichen 80 Prozent im Verlaufe des zweiten Jahres. Das Geld, welches ein solcher Verein einnimmt, wäre zum Kauf von neuem Boden und zur Gründung neuer Farmen zu Verwendern Auf dieser Grundlage könrrteu au vielen Plätzen, welche der Agudath Netaim gehören, sofort 3 00 Familien au gesiedelt werden. Nach dem beschriebenen System könnte allmählich die Zahl der eigenen Farm-' Besitzer vergrößert mxb der Bodenbesitz «rip-: >nrtwickelt 'werden. Jerusalem, 18. Dezerrwer. iI. E. -'S.) Me der o-siiz^lle Negierur.gsattzeiiger min eilt, lvnrden iut Lause des Morcats Oktober in Palästina 10 neue S taatsschulen für Arnl'er er.'stsue!. Jiu ga-rrzen sind währerrd dar Monate August bis Lttober 0.1 St a at sschn lan in Palästina eröffnet worden. 'tmu* Jerusalem, 19. Dezember. (I. E. B.) Aus Anlaß der kKeerdrgmig E. Beu Jehu'das ivaren alle jüdische Institutionen und Geschäftslokale in der Stadt geschlossen. Der Overko-mmilsär Sir Herbert Sarnnel war bei der Beerdigung vertreten. Es lvar das größte jüdische Leichenbegüngrüs Palästinas in der neuen Zeit. Am offenen Grabe sprachen Assischkin, das Oberhaupt der Möstlnensifchen zionistischen Exekutive; Mr. David Mlin, Oberhaupt des jüdischen Nationalrates m Palästina, und diele andere. .In der Stadt wurde eine drei-- ' Hqige Trauer proklamiert. | Mr HerbrÄ öa««Ä km Emsk Zssreel. f WTenee Wmc’tftnntMnn«u 2f4. Dezember ma WetWa^ifen 4922 1 Wi leoer aumcktung »» er oster reickiscken ahrung im eicken der ssette s; ----yrf Jerusalem, 26. Dezember. (I. C. B.) Der Ober- Kommissär Sir Herbert Samuel hat neulich eine Reihe Ortschaften, darunter auch die Avbeitsgenofsenschast in Estr Charud, besucht und alle Anstalten der Avbeitsgenossenschaft» ilvie Schule, Kindergarten und das Krankenhaus, eingehend lbesichtigt. Der Oberkommissär erkundigte sich besonders nach der sanitären Lage der Siedbrng, wobei er darauf hmgewiefe« wurde, daß die Unrgegend von Ejn C-Harnd der einzige de» Juden gehörende Boden ist, wo die Sümpfe noch nicht trocken gelegt sind, und daß diese Tatsache auf dev allge» meinen Gesu-ndhertszustand der Arbeiter sehr nachteilig eist» tvirkt. Die ^.Mitglieder der ,^Mtzcch" (Avbettsgsnoffevschafk) ersuchten den Oberkommissär, ihnen zu erlauben, ihve Vevüxindien ans Eurofm nach Palästina zu bringe«. De« Oberkonmissär versprach, diese Bitte i\i Erwägung zu zü'l'm. Seine besondere Oesriedignng drückte Sir Herbert Sarnuel darüber aus, daß in 'der Klinik der „Kwnzah" im taufenden Jahre zirka 5000 Araber unentgeltlich behandelt worden sind. Die Jasfaer Okangechaison. Das Exekutivtouiwee der Jafster Orangenpflanzex -und --Verschiffer hat nunmehr nach Langwierigen VevhaM'ungeu seine Abucachmvgell mit -er Echisfslinie Moß Ellern,an Prinve Lines beendet. Danach wurden für die Berschifftwg der Früchte nach England die Frachtraten pro Kiste auf 2 Schilling 3 Pence gegen 2 Schilling 6 Pence Während der Saison 1921—1922 festgesetzt. Die erste Sendung vmr 15.000 Orangenkiskn sollte Jaffa gegen den 15. November verlassen, weitere Berschif- -fungen sollen regelmäßig jeden zehnten Tag folgen. Auch die Bechandl'U'Ngen ivogeir Herabsttzivng der Bahnfrachten für den Oran-.wntranspovt von Jaffa nach Jerusalem halten Erfolg. Die Aussichten für die karmnetche Saison Wochen als out bezeichnet. Die Äaufl-Mie zahlen gegenwärtig den Pflanzern 25 bis 28 türkische Piaster für die Kiste. Eine neue Zementfabrik bei Haifa. Dieser Lage kam Her Kauf von 3000 Dunau, Boden durch die. Palestim Land Development Company als Teil eines größeren Bodenkauses bei Haifa zum Abschluß. Diese 3000 Dunam lvurden für die Zomentfabrik „Rescher" (Äldler) erworben und amtlich auf deren Namen registriert. Düse Gesellschaft wird demnächst die ersten Schritte zur Errichtung der Fabrik uiil'cnidimetr. Sie beabsichtigt, auf diesem Boden auch Arb e, t e r h» a u s e r. für ungefähr 200 Arbeiter zu erbauen. Das polnische Konsulat in Jerusalem. Wie eine polnisch:.' TelegraphenagentWe berichtet, ivurde das polnische Knnsii'lat in Jerusalem,, eröffnet', Zn>m Kenstll. wurde Herr Adamkiewiez ernannt. Mn< neue Zweiwocheuschrist in Palastinit. Mit dem 1. Jänner 1923 beginnt in Palästina eine MM, dem Handel Md der Industrie gewidmete Zweiwochenschrift unter dem Namen „Mrschar Veiaasia" M erscheinen. Adresse P. O. P. 21, Tel-Awiw. Mo.) ' v( Uugam Budapest, 23. Dezember. (U. T. K. B.) Die zur Regelung der Borkrisgsschulden Der Ha-uptstadt nach Paris entfärbte Konunisiron ist heute nach Budapest zurückgekchrt. Die mit den französischer Gläribigem getroffene Vereinbarung gcht dahin, daß die Nnckstäude iin Woge von Founding OAigationÄ geregelt Nrerden und daß die cnrsländlschen Jrchaber der SchuMerschveibungen vonr Jahre 1911, solange die Disparrtät zwischen, der. ungarischen Krone rmd dem fvmrzösischen Frauken nicht mff em Minimum herabsnckt, statt des vollständigen Zinsendivnftes einen nach dem Kurs der Krone «nld des Franken variierenden niedrigeren Betrag erhalten. Bei den gegenwärtigen Ktrrsverhältnisien werden pro Coupon statt acht Franken 40 Centnnes drei Franken bezahlt. Das Nbkomrnen wurde vorbehaltlich de« Ztlstimmung -er übrigen Auslandsglänbiger alögoschlossen. Die HMHY-Regiierung hat sich jetzt ein eigenes System gm Schröpfung der Juden zurvchtgelegt. Es vergeht fast kein Tag, aar dorn nicht das ungarische Amts-blatt eine ganze Liste von Jude n registrierte, -re von seiner Durchlaucht dorn Reichsverwvser Nikolaus v. Horthy. mit dem Titel eines Regievnngsrates oder OiberregierunBMtes aus» gozeichrvct wurden. Nicht mrr in den antisemitischen Bläi- ^rm, dve hämisch darauf Hinweisen, daß die Regierung die Titel für Geld verkaufe, sondern auch in dev jüdischen Kreisen wird diese üppige Titvlsucht mit Verachtung bestraft. Der vor krnzenr pensionierte Professor an der ungarischen technischen Hechschule Dr. Ignaz Pse 4jer, der, wie -berichtet, selbst um seine Pensionierung ansuchte, weil er es als Jude mtter settver Würde fand, an einer Hochschule, an welcher der Numerus clausus clngcführt ist, als Lehrer zu fungieren, beschäftigt "sich in einem Artikel in» „Egyenlöjrg" rmt dieser Erschemuug und führt mit beißender Ironie unter anderem folgendes aus: ^Bir glauben wohl nicht, daß in dem auf newnr fiMchry Grundlagen aufgebanten Ungarn Titel und Würden gekmfft tverden kÜMten, aber es ist immerhin eine beängstigoude Erscheirmng, daß die christliche Presse Tag fiir Tag solche Anspielnngen macht und die Regierrmg sogar offen beschuldigt, daß sie den „in Wigeordneten konstssionellen VerhÄtnisien"! befindlichen Personen für gutes Geld hie TM verleihe.^ Wir nun, die wir vor dem Ordmrngsschutzgesetz, »och bevor es geschaffen ist, ehrliche Angst empfinden, können es nicht glcm'ben, daß mit der neuen christlichen Moval die. Verleihung von Titeln mb Würden für Geld vereinbar wäre. Ist das aber wirtlich der Fall, dann müssen wir jene Juden, die stir einen solchen Kuhhnüd-el zu haben sind, als Ätenschen zweiter Güte und als Juden allerletzter Sorte betrachten. Schon in der alten korrupten liberalen Aara hörten wir es des öfteren, daß Arrszeichuunge« für Geld erworben werden konnten, amd daß bosonderö zu Wahlzeiten es em bMsbtes MitdÄ war, zur Deckung der Wahl- Losten Auszeichmmgen förmlich in iden Handel zu bringen. Wir würden uns gvgerr das Gesetz, welches uns die Achtung Ungarns vorschreÄtz vevgshen, wenn wir auch nur einen Augenblick denken wollten, daß aMßttch der letzten Wahlen die Kosten der ^rvhew^ in Döbreczm, Groß-Kamzsa und Balatonfüred (wo zur Zeit der Lüahlen große Judenexzesie stattfanden. Red.) ans gleichen Einnahmsquellen gedeckt 'Moden. Wir wissen ja, 8wß diese ,Mähen" durch t^rc:

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