Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1391 (24.12.1922)
- Date
- 1922-12-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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•■\A ■ ■ .! Tt Nr. 1391 Wrerr, Sonntag Wiener MorgenzeitnnK. ■M. Dezember 1922 Seite $ SS " lieg26.DplierLUGliraMs,leeMle Mitwirkende Kunstkräfte t Oskar Betegi (Deutsches Volkstheater) — Professor Buchsbaum (Cellovirtuose) — Ernst Fischer (Staatsoper) — H. Gallos (Staatsoper) — Professor A. Grünfeld (Kammervirtuose) — Hermine Kittel (Staatsaper) — JRenee Pfiffer-Lax (Volksoper) Mirjam Schnabl '- Höflich (Vortragskünstlerin) — Fyitx Schrecket (Neue Wiener Bühne) — Ff 1. Frieda Schulbaum (Konrertsängerin) — Karl Zeski (Burgtheater) — Grete Kolhnann (Klassische Tänze) — Tanrduett der Staatsoper Rosa Weinrich'Hans Weinrich -7 Erika Kern (Opernballett) — Am Flügel Prof. Karl Lafite — Tahzarran^ Unter dem Ehrenprotektorate gement H. Weinrich (Staatsoper) — Doppelojche^ter J. W. Ganxrl> Seiner Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Professor Dr, H. P. Ch < j e s berget «m Näheres Strassenplakate Restliche Karten erhältlich: Cafe Bürger, 11. Praterstraaise 11, Sportklub ,H&koah", 1. Wieelngerstr. 11, ht sämtlichen Theaterkartenbureaas «md au der Abendkasse. Ausführung Des WSfttua Muud Ae erste Regierungsanleihe. — Die anslaMschen KonsutA. Jerusalem, 20. Dezember. (I. C. B) Die Regkemng von Palästina Hat bereits alle Borbereittmgsniaß- «ahmen getroffen, um die unverzügliche Realisierung der ersten Regierungsanleihe in Palästina in der Hohe von 2^ M i l l i 0 n en Pfund zu sichern. Die Anleihe soll in London realisiert werden. Aus der Anleihesumme sollen 50.000 Pfund als An-' leihe an die Regierung von Transjordanien weitergegeben, 3Ü0.000 Pfund sollen Zum Abkauf der Eisenbahn I a f f a—I e r u f a l e m, die die palästinensische Regierung von der französischen EisenbahngeseKschast uberrwnynen hat, verwendet werden. Die.restliche Summe soll zur Ausführung öffentlicher Arbeiten in Palästina Verwendung finden. Ein Teil dieser öffentlichen Arbeiten ist bereits ausgeführt worden, wozu die nötigen Mittel aus England als Vorschuß emgegangen find. Re Befsmiff« der KaMl«. Jerusalem, 20. -Dezember. (I. (&. B.) Der Oberkommiffär Sir Herbert Samuel veröffentlichte ,eine Verordnung, laut welcher den Konsuln ausländischer Staaten mit be)ug aus die Vertretung der Jnteresien ihrer Staatsangehörigen gemäß der palästinensischen Verfassung sehr weitgehende Rechte verliehen wurden. Der Oberkommisiar gibt bekannt, daß den Konsuln das Recht zu-- steht, Trauungen und Geburten zu registrieren sowie Trauungen zu g e » e h m i g e n, wenn tzaMtzmre r« auch nur eine der beiden Parteien Angehöriger de§ von j ihm vertretenen Staates ist; ferner fallen in die Kompetenz j der Konsuln: Durchführung von Scheidungen, i Adoptierungen, Registrierungen von j Vermögensaften, Verwaltung von Nachlaßschäften nnd Einsetzung von Verwaltern des Nachlasses, Entsetzung von Vorm ü n d e r n, Einsetzung von Schiedsgerichten, wie überhaupt jeder rechtliche Schutz der Untertan« der von den Konsuln vertretenen Länder. London, 20. Dezember. (I. C. B.) „Daily Expreß" setzt die Serie der Sonderberichte ihres Jerusalenrer Korvesponderrten fort. In einer der letzten Nummern beschäftigt sich die Zeitung mit der Person von Norman B e n t w i ch, dem Gerrchtssekreiär von Palästina. Der Korrespondent nennt ihn einen Menschen von hervorragenden Fähigkeiten, der aber ein ergebener Jude und ein überzeugter Zionist ist. Es sei kaum anzunehmen, daß Bentwich sich je erlaubt hat, seine persönliche Meinung mit seinen juristischen Ratschlägen an Sir Herbert Samuel zu vermengen, aber die Meinungen wollen nicht verstummen, daß es doch so ist, utA nichts werde diese Auffassung aus der Welt schaffen. Ein Jnde als Gerichissekretär, der einem 9ufcn als Oberlommisfär Ratschläge erteilt, das seien Gründe genug, daß unter den Leuten Unzusrieden-- heit laut werden kann. Der Korrespondent fährt fort: Ferner weilt hier noch Dr. Ch. Wer;mann. Di« Araber glauben, daß die Macht Dr. Weizmanns ^größer ist, als es den Taisachchr entspricht. Sie sehen in jeder politischen HaMupg die Ar-! üiä der Zionistischen Kommission. ZwMÄsche MvpiWAÄa. London, 22. Dezember. (I. C. B.) „Daily Tel«-! graph" veröffentlicht eine Mitteilung des seit einig«:! Zeit wieder in Funktion getretenen türkischen Comtte de! l'Union et du progres, das unter der jüdischen Be-! völkerung in Konstantinopel und aridere«! - türkischen Städten eine starke Propaganda dafür betriebe«! werde, daß Palästina wieder'an die Türkei zurück«»! kehre. Die Propaganda geht unter der Parole vor sich, daß! die Lage der Juden in den arabischen Ländern unter der! türkischen Herrschaft ein viel bessere rvar als gegeMvartig. Rr«r LlmdmMise der MZWmrßM- «rchWerk IdcjBft«!. Jerusalem, 20. Dezember. (I. C. B.) Arabische! Kreise, die der christlich-mohammedanischen Vereinigung! nahestehen, sind dahin mfornnert worden, daß die arabi-! * -che Delegation ans Palästina, die sich gegenwärtig.itt; j Lausanne aushält, sich demnächst von Lausanne nach! London begeben soll. Die Delegation, die wahrend ihres Londoner Aus-! enthaltes eine enge Fühlung mit der sogenannten national--! politischen Liga unterhielt, .beabsichtigt jetzt, ihre Pro-»! paganda gegen die Balsour-Deklaration und gegen die! Palästina-Politik der englischen Reg ierung wieder aUfz»-! nehme«. , . j , NMMSes LÄKtzstimMm SHMs,W»Wrr t / Laut „Daily Marl" wird in informierten Kreises damit gerechnet, daß der englische Oberkommissar von! M e s 0 p 0 t« m i e u Sir V e r e Y. C 0 x in alleruächstev! Zeit vost seinem Posten Znrüchkehren. wird. Die Zeftmrgj fügt hinzu, es sei ihr unmöglich gewesen, sestzustellen, oh! diese Demission mit einer Aeuderung der: englischen Pq-! litik in Mesoswlarnien zusamruenhäugt. . (khlffmann L, lBfedfstraSa 48 ttioohttl 47'1-lfll | U» gen*. Sn «tetaf M deMcher flimfmatnt In bet «rtisemltlschen Literarur spielen, wie SÄamtt, die Wuchermstinkte des internationalen, von einem Gehemr-enwum aus gÄeite-te» Jude«-- laprtals eine große Rolle. Wir gsbe«, «m das Unsere zur GrgänMng dieser Theorie zu ttwi, im nachfolgenden eine gut und warm geschriebene SkiL-e aus ch«rn mittelalterlichen deutschen MammonisMrs. Diese Skiz-e bat kein Jude ge-schri«.-- d?n. Wir entnchmen sie dem zweiten. Bande der ^Grundlagen des 111. Jochrhunderj^' Von Hou°- stan.StetvaÄ Chamberlar«. I« Jahve 1367 wcmdset ein armer Leinwehevgeselbe, Hans Fugger, nach AngSb-uvg ein; hundert Jahve spät-e-r sind seine Erben i« der Jage, dem Eccherzag Siegmund von Tirol 160.0M Gulden vorzuschieße»». Allerdings hatte Fugger neben seinem Gawerbe. auch Handel getrieben, mW zwar mit so viel Muck, daß sein Sohn Berg'Ersvchitzer geworden war; doch wie war es möglich, da die Jnnmmgsgcfttze dem «men Gesellen verboten, mehr als die anderen zu avbeiten, daß Fugger zu so viel Geld kam, mn in diet.m Maße Handel treib«« zu können? Ich weiß es nicht; nöemcurw we-'ß es; aus jenen» Anfang der Foirrttic, Fugger grbt?S Leine genauen Nachrichten. Jedenfalls sicht ckau, daß es rnö.ll-ch hw*. llnd bildet auch die FlMlilie Fugger durch den enormen Reikhbum, dm sie bald erwarb, und durch -die Rolle, welche sie dadurch in der Geschichte Europas spielt«, «in llniinm, so fehlt« -es an! reichen Bürge« m keiner Stadt. Sobald der eingelne fest rurd stark ans eigen« Füßen stand, denahm er sich grnau so wie w ie unsere damaligen König« sich Fürsten-und Volk gegen» über 'benahnte.n; er tonnte nur sm Ziel: MomopÄ. Reich genügt nicht,-sivai sein befriedigt nicht. Niemals ist/ die ^schichte eines ungcheuvvvn Privatver« «ögenS sl-ne Chrom? makelloser Eh«. In Süddeutschlamd mnnt man no6) hente eine übvrschlane, an Betnrg grenzende Geschästögebarurrg „suggt:rn". Und i« der Tat, kaum sind, die FuUM >.nch Ml^nrmhtig göiyovden, und schm« scheu wir sie «it anderen veöchen Hartdolshäusern Ringe Alben zur Be°- chertefchmig Ler Mltwarrtpvttse, gm«» so wie wir daA heute erleben, «mV solche Syndikate bedeuten damals wie jetzt den systematischen Diebstahl noch nuten und «ach oben: Der Arbeiter wirL m seinem Lohn heltebig gedrückt, der Käufer zahlt mehr, als der Gsgenstand wert ist. Fast drollig bei aller Widettyart'rgkit ist eß zu erfahre»», daß dir Fuggors a« de» Abläßschacher finanziell interessiert waren. Der Ergvffchos von Mainz hatte namLch vom Papst die zu «wartend« Emmchme» des Jubekckblafles für grwlsst: Teile, von DentschlanÄ gegen «nve Pränumerandozahlung von tO.OOO Dorkatt:« gepachtet; « fchuld-ete aber den Fuggers von früher her SV.Mll Dukaten (von de« 30.000, die er >dsr Kurie für seine Ernenmrng zmn Erzbischof hatte bezahlen müjseu), ««d sa war den« i« Wahrheit der ErKischof nur em vovgesthoHener Stv,hmann und der wirkliche Pacht« deS AbloßjvLels war die Fivm« Fnggec'. Der durch Luther uinvergeßlich geworde« Letze t btttfle Mm nicht «tterS «rifen rmd predigen «kS i« Begleitung deS Geschäfts Vertreters dieses HanbelShauseS, d« ttche emkastßorie «nid aldis den Tchlüsiel D«« Jf&t laMten" -efaß. Gst «s mu» sthvn nicht fthr «baulich, zu sehen» cmf welche Weise ei» solches Vermögen erworben wird, fo ist es einfach entsetzlich, zu geavcchren, welch schnöder (Nkckrauch ^avon grnracht wird. LoSgkkiffen auS dom hekffmnen Deckande gemeinsam«: Jnteveffeu, laßt der ecitßfae die «ngeKgelte Willkür Walt». Die stumpffinnihe BottsüSberechmmg! «neS «teniden Wobev» sichneS bestimmt, wer Kaiser fein soll; «nr dank dem Beistarch tec Fugger und Welsiw wird Karl d« FL»»!fhe gewählt, um durch die Un terstütz»»«- der Fugger «nt» Welf« wird er in den Sdond gesetzt, dm vwsotlgen Schmalkaldische« Krieg führe«, mb h» dmg «m fotzguckie« ücKtitf tet $Q6StoggBe «pge« douchhes Gewkffe« u«d deuchche FvschrKt fpielou wÄter diese gchstnmugSßcheu iKaprwL^tvn eu tsthMe^de. Ro lle; u«£> Mar beLsnne« sie sich zu Rom unb bÄÄMen sie die Re» sormvtion nicht aus «Liyiöfsr Aeberzeugarwg» simdevu ganz emfach, w»«l (He n»*H de-r Äntü« ans gedehnt« Geschäft« führe« und bsi chrer ev«ntr»eN«r |t UedecwMi IurchtM, ... . Wer Lnm Dir Gchrhichte Europas voNt dem L. Iahe»! htnwert As Mr franKsffchM Revokrtion lchen, <Ä^re daß se«j Blut vor Empörung fast bestandi.ig kocht? Ms Fvei-i Herten werden geranbi, «alle Rechte mÄ Füßen getret«M; scho«j ErasnmS ruft voll Ingrimm «us: ^Das BoK siaart die Städte^ die Wirst«! zerstör«« sie!" Unö ec hackte noch lange wicht baSs SchKmnffte «Lebt. Md hvogu das alles? Damit eine Hand-- voll Famülie« sich 4vs Mvuopo!' über Marz Eivropa rmFN». Eim fchLimMerr Rvtte gewohuheLt^ »ttäßiger Verbrecher Äks «nfevr Fürsten tenut die Gv^ schichte n^cht; jimMsth chswachtet, gchörten rsie fast, alle iW Der UWe Echtzmd AE D« Xomttammtx ehteO üghtztisthen KLnis •. Dte gwtzaMU'de EnÜwckung ägypl^ch« Mertckw'sie M wngse Asü gÄunM« «si, wurde, wie bevetts Lirz r^riKist^ von idtM EM vo« Garnarvon und stmem Mitarbecker Hvward, Gcwter artf der Stätte des aNon Theben gAnvcht. Me groß- ' aetiym, <arrs Men Metallen und Ärfibaren Juweten Mfsvtä^te«' BogvWniÄkL^räeu dsS Pha rao LutanchaMün, c-.'-iWR »nr 14VV v. Ehr. «vgiew«. fiud davvit o«S Licht gchobrm. Mach «»«m BeoichL dec ^Kmw LÜmes" wird allsi» hsp McüevuMisrt diestn Schatze muf 3 Mllioitvn Dollar <a»W^<>ev. tt« rommriWr Geschichte Mid die EvuzeilherterL Äe-s Fu«-! deZ, dee Ä» der GÄchrronwÄL YaS gröhlia AuGchs» srveyt, jffuldsu^ sich jetzt « den enKffcheu Br<ÄiL«m'yMm«ve WiLt-sÄMMn. Dvv «At^cLmndsgeistiorte Äord Ca rnardo u» der fchsu geoge Suw« mn für AriÄMibuMge« «uSgegeben hat. hatte 'in letzter .Zeckt m ö«m benihmtchl DÄ, der Wr^gBgviiiboc beck Luxor «rÄ sehr gs-) r mgvm Erfolg gLwÄüGst mW War dohvr nach. Ler TüVkeü Mrgen, wvrl er dort befseve JatzhgoLndL für fsrh-e TätiigFM or-, hoffte. Der Lord hatte stviineru LMarLMter: Eaötsr, der «hs* esefti «WMch «sch MMchw AMÄgÄchrt .«! 4479