Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1387 (20.12.1922)
- Date
- 1922-12-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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■':'< X.^'^:'':;T,?\:V!'r ’-i’y-? ■*>:«■ «r. 1SM Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. 80. Dezember 1022 Seitab 2!HauPtshnagoge sämtliche Scheiben eingeschlagen und mehrere Geschäfte geplündert. . . Die jüdische Bevölkerung ist sehr Veunmhigt, da für!Smrntag von der R o z w o \ * Organisation eine große iVolksversammlung emberufen wüäe und am selben Tag auch die Leiche des Ermordeten bestattet Werden soll. Die jüdische. Gemeinde entsendete sofort eine Delegation zum Jüdischen Klub, der bereits bei den Maßgebenden Faktoren interveniert hat. Der TarnoPol er Woiwode versicherte dem Jüdischen Klub, .daß er bereits die Bezirks- Hauptmannschaft veranlaßt habe, die! weitestgehenden Sicherheitsmaßvegeln zu treffen. Die für Sonntag einberufene Versammlung der Rozwoj-Organisatio-n wurde bereits verboten. * Das Neueste ist. .. Das Neuste ist nämlich der Berel« der schweren Familienväter. An gerechtem, wenn auch' etwas wehleidigem Stolze haben sie sich zusammengeschllosten die wackeren Männer, die, wenn sie dir Häupter ihrer Lieben, Zählen, wenigstens ,dle Finger einer Handbrauchen. Leider erfährt man nicht mehr von den Zielen des Vereins der Kinderreichen, als daß er dir Interessen dieser Uebergesegneten verfechten soll. Auf welche Weise, ob durch Beseitigung des Uebevfl-usfes oder dadurch, daß jedem der Mitglieder das Ehrenzeichen für besondere Verdienste um di« Republik Oesterreich verliehen wird, ist nicht klar gestellt. Auch weiß man nicht, ob der Verein neben den „wirklichen" und ordentlichen auch, unordentliche Mitglieder zWt und ob für einen Familienstand über zehn eine Auszeichnung ,^our le merite" in Aussicht genommen ist. Hoffentlich ist im Statut das korrespondierende Mitglied vorgesehen, das sich daraaif beschränkt, die Bestrebungen.ans der Ferne durch gute Ratschlage zu untevstützen, sich selbst jedoch Zu keiner wie immer geardeten Mitwirkung verpflichtet. Aeußevst wünschenstveet wäre-eS auch, Vorsorge zu tragen, daß der Verein sozusagen rückwirkend ausgofaßt werden darf, so daß auch diejenigen Familienväter Ausnahme finden, deren artige Kinderschar sich im Alter zwischen 45 und 60 bssindei.. Diese Maßnahme empfiehlt sich, weil damit allein dem MitgliederschtM-nd gesteuert werden kann. Hoffentlich erfährt man bald, daß der Staat in Verfechtung seiner wohlverstandenen Interessen den erprobten Helden vom emsigen Klappersiorch umfassende Steuerfreiheit gewährt und daß die V-ereinsveranstaltungen in Berücksichtigu'ng des bekarmten Spruches von Meister Busch von der Lnsibarkeitsabgcvbe befreit werden. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr droht allerdings mich dann noch dem Verband der Kinderreichen —, wo stttdet sich ein Hausherr, der diesem Verein Obdach gewahrt. Denn die Vorsehung hat Feindschaft gesät zwischen dem Geschlecht der Familienväter und dem Geschlecht der Hausherren. Sie können zusammennicht kommen, die Parketten sind viel zu teuer. Kater Murr. ® Wiener internationale Hochschulknrse. Die unter dem Wrenschutze des Herrn Bundcsprüsidenten Dr. Michael -tz-a-rnisch bestehenden imteMattonattn Hochschulbiir-sen, die sich die Förderung der Völkerverständigung Durch Abhaltung wissenschaftlicher Börträge über die KnlMrverhältnisse aller Staaten Europas zur AuM'be gestellt haben, sollen im Jahve 1923, gestützt auf den erfreulichen Erfolg der erstmaligen Veranstaltung fi. bis 21. September 1322), wiederholt werden. Eine große Anzahl der hervorragendsten Wiener' Hochschullehrer, darunter die..Professoren Adler, Arnim, Bartsch, Brückner. Bühler, Glerspach, Gruntzel, Havtmann, Heidwich,. Hold, Jerusalem, Kretschmayr, Mahreder, Menzch Pr'chram, Srbrk, Uebersberger u. v. a. haben ihre Mitwivkung. für die nächstjährige Beransbjrltung bereits in Aussicht gestellt. Wie. im vorigen Jahre, so ist auch diesmal mit einem großen Jutevesse aller ausländischen Kulturstaaten Zu rechnen. Vor allem in England, ober auch m Frankreich. Italien, in den Sukzestionsstaaten, besonders> in..der Dschech-a-SlowaL.'i,. Jugoslawien und Ungarn sind bereits setzt di« Vorarbeiten nn^Gauge, um namhafte ausländische Geehrte.Zur Mitarbeit als^Vortragende Zu gewinnen. Alle AnvWlNgen/ die eine Förderung der internationalen HoM-ulkurfe bezwecken, wollet: schriftlich an das Sekretariat, Wien, 1. Bez., Herrengasse 7, gerichtet werden. * Verein Mr jüdische Geschichte und Likeraknr. Morgen.. p«lb 18 Ahr abends, findet rm Saale des Ingenieur» und Architekienvereiner, 1. Bez-, Eschenbachgafie 9. ein Äorlrvg »ou Dr. Paul Diamant über: ^Jüdische Konverttien im iS. Fahrhuidell" statt. Der Vortag tfl allgemein Zugänglich. * Die Sterbllchkekt kn der Akrakhe. In Anbetracht der wachsenden SteMichkeit unter den Juden m der Ukvaine hat ,lüe. Londrurer Föderation ukramifcher Juden beschlossen, 'fünf Krankenhäuser in der Ukraine zu eröffnen. <J. C. B.) * Die Rot der jüdische« Flüchtlinge in Batum. Das Kon« MNtmopler - FluchMngskonütee wandte sich a« den Verband ukrainischer Juden in London mitder Bitte, den in Batum nmesammelten, in furchtbarer Notlebenden jüdischen Flüchtling e n Hilfe Zukommen zu . lassen. Dm meisten dieser Flüchtlinge besitzen die nötigen Dokumente für Amerika «der Palästina, eS fehlen ihnen jcdach die nötigen Mttel, unt $i« Kosten der. Visen und der Reise nach KonstantinoPÄ ouf- Mvingen. Auf diese Witte hat das I o i n t - K o m i t e e für «die Flüchtlinge in Datum 8000 türkische Pfund überwiesen, von welcher Summe 8000 Pfund für Lebensmittel und Be- Aeidung verwendet wurden. Die Londoner ukrainische Fe- Ovation LHersaMe einen namhaften Betrag als Reifekoftentzeitrag für die Flüchtlinge. * »Mestianer^ auf dem Weg« nach Palästina. Der Sonderberichterstatter des I. C. B. in Rußland telvgvaphiM: Ä17 MWiederder christlichen Sekte der „Messicmer^. die die Mische Rel-igion angenommen haben, haben jetzt, nachdem sie ein Jahr lang an der russisch-polnischen Grenze.gewartet haben,!-d-ie BewilliErng der ukvamischen ReHienmy ächaAen, nach Po- ^-en anszureisen, um sich von dort nach Palästina zu begaben. Diese Sekte ist vor einigen Jahve« entstanden und seK sich 'hauptsächlich MS ukrainischen und" weißvussffchm. Bauern -usamMen. - * Zionistischer Pratersvrengel. Del der Wahl zum Partei« wurden gewählt die Herren L. JakobowteS, P«f. A. Freud urch S. Jakob Nasser. * DteBuSgelderalung im Aaibaufe. Der Siadtlenat Lot heute, dtt . Beratung des Voranschlages der Gemeinde für >1983 abgeschlossen. Di» Dudgetd^Lotte im Gemeinderat beginnt Lader programnrgemätz MMwsch um » llhr vormittag». Mtteilmgm AMkum. »»»«»»»»»»»»»»»»» »»»»«»»»»»» eiäs Zionistischen Pratersprengels Sforgren DnnntraCsg d«n 21. d. nn 7 Uhr ob«nd* bei Eftär»»»« (neben Lustipieltheater), 2. Pesi, Auastellun?seh acee. MekkabSertcier. — Programm: Kroffnun^, Dr. J. Lfiweah<rz. Chenukkah Lichteraneönden, Oberkantor Morgenstern. Feattedr, Dr. I. WaMmann. HnmorieUsche Vorle»unjeti, - 8. WehwaK^r. Dr. W. Wclsl (Jemaajam), Df'a*!«rler de« Hsuptbureau# das C T ditcfiea Nat*onalf«nd«: »Das junye PaSjtina an» Werk“ (mit Rani neuen s Iiloht(i|ld»rn). - Korten bei den Herren M. Alnter, 2. Br*„ Stuwerotrwse 4, B , Geweben Wittlln, 2. Bez., Ybbsslrasae 4/19, bei» Jüdischen Nationalfond«, S 8 2. Bez., Tabowtras« 59, und an der Abendkasse. 9911 | * Todesfall. Vor einigen Taae-n verschied hier in frühen Jahren Ing. Josef Schwarz. Der Verblichene, ein Czortkower, war seit seiner frühen Jugend als aktiver Zionist tätiq juib entfaltete namentlich in Dctrnopol eilte1 fruchtbare Tätigkeit. Im Kriege holte er sich oin-e Krankheit, der er nun nach m-rhriahrigem Siechtum erlegen ist. Schwarz, der den letzten Jahren als Vertrauensmann der Czortkower Flüchtlinge beim Joint in Wim fungierte, hat eine Witwe und drei Kinder hinterlassen. * Die Flucht des Sr»-?Littonsdeamlrn Drettner. Von dem Beamten der Sve^i >ma Laro & Jelinek am Deut'chm illewlatz.' -ml £6;*.- u>n Josef Pietmer, der. wie berichtet. am 1*. L. nach .Unterschloauua von 115 Millionen Kronen. Me?ur Ai'SbewMung der Wethnachisre>miner'1''N der Anaettell'en der Firma dellimmt waren, dur - aeaomjtzi ist. hat m^n trotz aller Bemühungen noch kette Spur. Prettner. hsl in Wien dein- Vervandten. Es heißt, dost der Monn noch Montag um halb 4 Hör na^m'ttaas in Gefelllchaft einer Frauensperson ln Wien oetehen - Orden ist. Ob er Wien verlassen hat. »st nicht bekannt. Prettner tst juaoslamischer SlaatsangeHdrrqer. Auf leinen eioeren Namen Hot der Mann keiucn Va>r gs>ö't. Cs ist nicht nnmonUch. daß er Papi^'p aut fremden Namen besißi. * Abbau der Löhne im Baugewerbe. Wie wir erfahren, hat der' Lesterreichöfchs. ArbeitgeberÄnud für das Baugewerbe (Vizepräsident Ing. Sachs) mit dsm Zentroivevbau-d der Bauarbeiter (Gruppe Wien) ein für alle Baugewerbetrstbenden und für die AP'beiterschaift . wichtiges Uebeve'mkommeu gefchlosicn, mit welchem festgesetzt wurde, daß nach längWem Aiüweichcn von der Jndex-'-iffer nuu-mrhr 'der effektive Stand der Lohne automatisch nach der Index.?/:sser errechnet ' wird. Vom 22. d. angxsanren werden deshalb fowende Löhn« gellen: Für die Stunde: Maurer 7410 K., Spez-ialmauver 8150 K., Hilfsarbeiter über 20 Jahre 5990 K., Hilfsarbeiter unter 20 Jahren 4820 K., HMarbeiterinnen 4070 K. * Die Haltestelle Radeßkyplatz der Wiener VeMndurrgsbahn wind ab 1. Jänner 1323 ausgelassen. * Slratzenbahnttnio 31» Wegen der BsWunasvrobe der Flvriü-d'rfer Brücke, dll, wie beksits M'taetcisi. am 21 und 22. d. statlfindet, wird an diesen La-^en dw Ht aßenbahnverßehr!>ber die Brücke von bald 8 Uhr früh, b's mm der Dunkelheit etnoesiillt. Die Zuoe der Linie S1 verkehren atso von bsiden Setten nur bis aur Brücke. * Auflasiimg -es Telegraphenamtes im Allgemeinen Krankenhaus. Das im Haupt-oingang des Allgenrrinen Krankenhauses in Wien unterMbrachte Tolsgraphenamt wird Mit 31. DeMmber d. I. für den Telvgvaphrn-, Frrnfprech--, DriesannahmMenst geschlossen. , > . ""Dre Kohle-rmb lKolzakttvkr Gr. SviMs für dir Armen. Ieve Gesucktiellen» welche bereits im Besitze der .aohtenanwetsunpen sind, können od Dpnnerstag den 21. d. die erste Rate, das sind 50 Kilog amm. bei dem aus der Karle bezeichnten Kohlenhändler beziehen. Alle anderen Gesiichst ller erhalten die Karte gegen Ende dieses Monats. Dis Karlen werden den Parteien ms Kaus -uaestellt. / Vereinigte Hebräische Schulen. Morgen um 7 Uhr abends findet in der Toynbee-Halle, 20. Bez., Dewisgafse 83, die Chan-ukkah-Feier der hebräischen Schule im 20. Bezirk statt. Das reichhaltige Proava mm toird ausschließlich von den Schülern, bestvitteu. Die Festrede hält Herr Taglicht. Karten an der Kasse. 9P3ciltt»erid)l. Oester, e'ch lieg! an der Grenze (Polarftonk) zwischen einer kalten Südost- «vd einer warmen Sk!»westst,Smu»ff. die den ganzen Westen Europa» ,,nd Deutschland überweht. Vorderhand halten die bei'en Siröm'ttgen einander da» Gleichgewicht. Ueber Oesterreich tst die Polarfront statioriSr geworden. Das Wet'er ist trüb, nebeliq und regner fch. V v ra u s \ a g c: Herrschender Wmerungscharakser und Tauweiter anha'tond. Sie i« den «achfolsende» Rubriken mtt o bezeichnelsn Rvtt-en tsnä Arlikel find enlselNiche NnlrünSigemfle» (§ 28 -es Vretzgesstzes). 'Das fchSnfls Meihnachrssslchentt ist eine Kassette mit Parfüms, Seifen oder kosmetischen Toilet'e-^rt'kett. Dieielbe ist Msolge des Marksturzes zu-äußersten Engrospreisen und in arötzler Auswahl beziehbar bei yimon Tilles, 1. Dez-, BauHettstft"siostt 8. Telephon Nr. 8403, 8755, 7693 (NeumaM. a Wer Sie .Hohe DrÄcke" Met der Weg z« „Neuem Glücke"! Es wird darauf aufmerksam gemacht, dasi die ^Glücksstelle* der Klasienlvllrr'e 5olel Stein, Wien. l. Pez... Wippl«n«ersirsßr Ll, ander ^Kohen D'Lcke", den Wünschen des Publikum» folgend,' in der ganzen kommenden Woche von 8 Uhr sriiy bis 7 Ahr ai ends. am Wettnocktssonritage den 24. d. von .9 b>» 12 und von. S bis S Uhr ihre Kassaschalter für WhnachtskSufe offen hält. Kauottreffer 1 Milliarde, wettere 700 Millionen. 3t0 Millionen, 200 Millionen. 100 Millionen, 50, <0, SO, 20, 10 Millionen usw. Vi-Lo» kostet 40.0C0 '/^-Los 10.000 K. und '/»»Los b0V0 K. Welnnachiszretiuna am 27. und 2S. Dezember. Man beeile sich mit dem Ankäufe bei der ^GMssielle" Josef St ein, Wien, 1. Bez^ Wipplingerstraße 81, an der »Soheit Brücke". n «ereilte, BortrÜge M BerlamrMn-m. IweigroßeKinder-Ebonukkah.Feste cksroen vom Verein Süö'sche Ktndeffreunde heute um halb 4 Ahr sm PtLier. Große Zu'ahrlsslratze SO iFiveles Saus), und mörgev um 3 Ahr nachmittags im 16. Bez., Wurlikeraaffe n, veranstaltet. G'eichzeiiiq findet.ette Ausstellung' der von den Keimstätlenkttbern bisher fertiggestelllen Landarbeiten und Handrig«e>ten st<ill.:Z t o nistijche S e k t i o n b t f Bezirkes. Heute Tischgetellschoft im EasS Ilion, 3. Dez., Löwengosse. Ltchlerzünden: Vorlrag Finanzrot Dr. Benedikt. — Verein Tikwath Lehudn. Keut>. p>8stse.3:Uhr abends, in seinm eigenen Klubräumen Makkabberfeier mit nachstehl-noem Programm: Festrede: Vabbtner Dr. Mo>. Bauer; Zeremonie: Obcrkantor Frünke« m>t oets.ärkiem Chor; Kammer-s qumtett: Aomposilionkn von TschaiKvwsKy. i A r a n t o. Keule, halb 3 Ahr 'Großer Saal): Schüleroorlrag: Daß Wunder des Schneeschuhs. 5 Ahr (Großer Saa ): Maschine als Loch. Ka>d 6 Ahr (Kleiner Saal): Dlr.cktor Karl L k e b l e i t n e r: Deuijche Volkslieder jür daheim und die weit« Welt. IV. Kalb 6 Uhr (Kurssaal : Doz-nt Dr. Fellx At'ach: Mysio'oaie und Kygiene der Ernabrunq und des Slrfsvech'els \I. Kalb 6Ahr (Klublaal): Egon Sluari W l l lfort: Die inusikattiche Modulation, lll. Kalb 8 Uhr (Großer Saal): Aus der Glanzzeit der hei'ercn Wiener Musik. Kalb 8 Uhr (Kleiner Saal : Univ.-AM. Dr. Kettrich Kandel- M a z x e 11 i: Forschungsreisen in Lhina. 1914 bis 1918, IIL Q lid'chou und Kuran. Kalb 8 Uhr (Kurssaol): Prof. Dr. Msrett Körbel: Erziehung und Unterricht auf psychologischer Grundlage Vl. Kalb 8 Uhr (Klubsaal); Dortragsmeister Michael Ep ft ein: Keiteter Abend. Mhm Md KM. FrMkMMgwtztr-AWstellAWimWnstlerhimr.', Im Obergeschoß d:s Künstlerhauses ist seit Tage«! eine graphische Ausstellung von Frank Brangwyrrj zu sehen, welche einen Großteil des Werkes dieses Meisters! umfaßt. Frank Brangwyu, der in der Vorkriegszeit wieder-! holt in Wien ausgestellt hat, hat die künstlerische Tradi-! tronen unserer Stadt nicht vergessen; die prachtvolle Aus-! stcllung ist niih: nur ans seine Eigenkosten veranstaltet wor«! den, die ausgrstellten Werke sind als Schenkungen für die! „Albertina" bestimmt, deren Bestand auf solche Weise um die prächtigsten modernen Werke auf d'em Gebiete der Graphik bereichert wird. . Denn Frank Brangwhn hrt auf seinem Gebvetej wenige, die ihm hier die Palme streitig machen könnten,! und nach KlmgerL 2ob wird man nur noch Käthe Witz neben ihm nennen dürfen. Dieser künstlerische Seif! «täte man, der vom Konstmktionszeichnen des Architektenherkommt und keiner Kunstschule bedurft hat, um seinen, eigenen Stil zu finden (auch als Maler), sondern nur drei lebendige Naturaischauung und -Betrachtung und daSj Studium der alten Meister zeigt sich in allem, was er an-i greift, als Schöpfer von eigenem und großem Zuschnitt,! Eine Brangwhn-Graphik spricht, ihre eigene Sprache, eine! Sprache, deren künstlerisches Stilgefühl stets an Techntt! und Material seiner Kunst angepaßt ist, au§ welchem Um-! stände sich die innere Einheit und Geschlossenheit von, Brangwyns Schöpfungen' erklärt. Brangwhn hat in die! Graphik, welche die kbeineren Formate und die zarten Sortej bevorzugt, einen Zug von Große hineingebracht, der ge-i radezu als monumental zu bezeichnen ist, und seine Dlättevj sind von eurer tvahrhaft dramatischen Wucht. Ein bizarres! untt doch stets als innere künstlerische Notwendigkeit er-! scheinendes Spiel mit den Lichtern, die wuchtig wirkende! Abwechstuug von Licht und Schatten, die ganze Stufen-j leiter von Tönungen, Elemente, welche der Kiinstler in! virtuoser Weise zu fast einer unendlichen Skala zu staffeln! weiß, die schwungvoll kühne Komposition, welche dm Zug! zum Großen mit der schärfsten Sicherheit der Zeichnung! verbindet, die Fülle von Ausdruck und Empfindung —j all das eint sich irt Brangwyns Blättern und Kartons! zu einer Wirkung von höchster Lebendigkeit. Seine Skizze»! und Zeichnungen bieten einen besonderen Reiz und man! fühlt sich da zu vergleichen mit den höchsten Vorbildern! klastischer Meisterschaft versucht. Die Architektur von Kon-! struktionsbciuten — Brücken, Werften und dergleichen, die! zu des Künstlers Lieblingssujets zählen — aber auch das! üvermschend treffsichere Festhalten der verschiedensten Be-j wegu^g^wotive, Dome und Veduten — alles, was Drang-! WYn angveist, ersteht zu einem innerlich bewegten Bild von, größter Unmittelbarkeit. Schade nur, daß der Eintritts-! Preis dieser Ausstellung verhältnismäßig. hoch angesetzt! wurde; es täte Not, das Werk dieses rastlos Ringenden, den weitesten Kreisen zugänglich zu machen. Diese seien! an die „Albertina^ verwiesen, welche hosfentlch bald dem! Werke BrangwynS den entsprechenden Rahmen zur Der-! ftigmrg stellen toirb.; __r. d. Am dm Theatern. D o t L » o p e r: Keule Mozarts ,D o n 8 u a w", Morgen statt ,.M i g n o n- „Der TroubadvAr" mit! Frau de Debieka a. G. als Leonore. Deutsches Volkstdeaker: Keule, halb 7 Ahr,! Erstaufsührung deS DratnaS i e Namenlosenvon! K. B.^enormard, deutsch van Bella Zuckerkand!. Regie:! Mox Reinhardt. — Karl Schvnherrs Drama „E s* ge°i langt Sams'ag den 23. d., 7 Adr. mit Lucte K ö f I i ch und Anton E d t i) o f e r zur Araufföhrung. — Weihnachtsseiertage: An den ßtachmi,lagen, bald 3 At>r, Anzengrubers „Kreuze ls ch r e t d e r* und Äeslroy» .GinenZuxwitl er sich mache n*. abends 7 Uhr, SchSnherrs ,Cc»“ und Levvrmand« R0.i e Namenlose n". >! Kammerspiele: Montag und Vimsmg, hold S Uhr! nachmittags, ,D e r b l a u e V o g e r. i R e n a t f s a n e e d ü h n e: Morgen. 7 llhr, Uräus fkhrung der grotesken Komödie m& o n f u 1 3Ä a f von Armin Friedmann und Fntz Lunzer mit Keinrich E i f e n b a ch in der Dolle des Max Moritz Kah. . . Neues Wiener Stadttheater: Montag Ken Ld. d. und Dienstaden SV. d. gelangt die Komödie „Q i« E eger i navck vackmi>takts, halb 3 Uhr. mit Erika iflr Däien nassliphon Wiuter-stofflcleider mdliüuöli Winter-Hauskleider Wintermäntel Winterkostüm« v. K 198,0 0 u. höher v. K 298*000 u. hoher v. K 93.000 u. höher v. K 78.000 u. höher „Zorn Iaüorstr.2^ „Zar Wlsaer Ws", II. Wlsll.SS SS«-S&dt<eK> 3L«e»£«»«»idl! l?ei f'ortetiten des Jhueaaiet ß Frostet** Kabatlt S3S- X