Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1387 (20.12.1922)
- Date
- 1922-12-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Vene 6 Wien, Mittwoch . >-r____ _____ sWaaner und der vollständigen Premierenbeichrmg j zur Aussü.;rurg. , Theater in Ser Ävsefstadt: Leopold K o n« |jtan 11 n eröffnt Fre'kag ein kurzes Gastspiel. S'e spielt die i weibliche Kauptrelle m der französischen Komödie i e Schule j d e r Kokottenvon Armont und Eerbidon. Diese Vori stellung wiid auch am 25. und 28. d. wiederholt. Der Vorverkauf ' htt bereits begonnen. Johann Strauf?- Theater: Mizzi Günther vlrd in der Operette a t j agastieren. Kvm ödrenhaus: Leute, 3 Uhr nachmittags, geht das lustige Kindermarchen -Vas tapiere Schneiderei e i n* in Szene. Das Märchen gelangt Samstag den 23. d., 3 Uhr nachmittags, zur Medeiholung. , Derer« Freie Jüdische Vvlk'Sühne. Freitag den 22. S.!findet eine Mitgliederooritellung statt. Zur Auiitiihrung gelangt »Drr die Ohrseigen kriegt-,!Sch"U>piel in vier Akten von L. A n d r e j e w, darcefieUt von iderWilnoer Truppe. Vegiekatten für die M talieder jdes Vereines täglich von 6 dis 8 lihr abends in der Arbeiter-! Küche, Biumauergasse 1, erhältlich. Die Romantiker. Unter diesem Titel beginnen Leo lBirkenfetd (K'ao er) und Lemrich G r a e s e r (Violine)!den zweit.'N Zyklus von vier Abenden mit Senaten U"d Eiiicken;öcr mrisik.il> Ichen Romantik. Der erste Ad'vd findet Samstag!den 23. d., kalb 6 Uhr abends, im Kurten Saal» der Urania! statt, bei dem We^ke von Schubert, Drahms und Grieg zum Vortrag gelangen. Sara Bernhard erkrankt Aus Paris, 19. d., wird un§ berichtet: Sara Bernhard, die gestern abends an lber Gen.'ratprobe 'des neuen Strickes don Sascha Guitry teilnahm, in dem sie eine tragende Rolle spielen soll, erlitt einen schweren NervenMicmmren'bvuch, der die Durchführung der Generalprobe verhinderte. Die Nachrichten über den Gesundhch szustam ° der bejahrten Künstlerrn sind widersprechender Während einzelne Blätter denselben als außerordentlich jschwierig, ja sogar als hoffnungsloä darstellen, meint der Parisien", Frau Sara Bernhard könne in drei oder längstens acht Tagen wieder au-streten. — Die Künstlerin har 5ü-m 'letzten Male am 30. Novenrber in Italien gespult und ist am 1. Dezember in Paris cingetroffen, wo sie sofort cm den Proben zu dem Gunrhschen Stück teilgenommen hat. „Tie Himmelfahrt der Galgentoni" von Egon Erwin .Ri s ch^ wird trotz des Zensurverbotes im Rahmen einer geschloffenen Aufführung mit Tiny Senders als Gast am 5. Jänner -in der Neuen W i e n e r B ü hne in Szene gehen. Am gleichen Abend gelangt Wedeckinds „2 o n n e n s p e? t r u m" zur Ausführung. Gastspiel Hennh Porten. Das Debüt der berühmten Filindiva hat dem Publikum eine leise Enttäuschung bereitet. Die eine besondere Sensation erwartet hatten, mußten konstatieren, daß ein Filmsrück eben im Film besser wirkt, als durch „lebendige" Darstellung. Daß Hennv Porten «Irre berückende Schönheit und einender ^nievkann testen Vertreterinnen ihres Faches ist, ist natürlich keinem Kinobesucher ein Novum gewesen. Das übrige Programm des Abends mußte eine Abanderurrg .erfahren, da das Burgtheater Fuldas Lustspielchen „Unter vier Augen" nicht freigeben wollve. Die etlichen Burgschauspieler minidrum gentium suchten also das Publikum durch sogenannte „humovistische Vorträge" don Herrenccherrdguschnitt schadlos zu halten. n. „Das neue deutsche Drama". Einen bemerkenswerten Vortrag über das neue deutsche Drama hielt der bekannte Re- Äa? sur des „Kunstwort" E. K. F i s ch e r. Er führte unter andevom aus: „Noch vor knapp zwei Jahrzehnten strahlte das .Gestirn Gerhart Hauptmanns als eircheitliche Zentralsorrnc am dramatischen Himmel;begeistert wurde erals Führer anerkannt. Die füngere Generation aber ist don ihm abgefallen, und heute steht Hauptmann verlassen abseits, verehrt für das, was er gewesen, als Führer aber nicht mehr anerkannt. Was die neue Richtung schuf, war keineswegs kraftvoller, im G.-genteil. Nnheldische Menschen taumeln über d-ie 'Bühne, Konflikte flauen ab zu Sittrationen und die innere Kraft, der naturübevwindende Sieg der Seele verschwindet. Aber dieses passive H.'ldentum geht noch weiter in den Dramen von George bis Hofmannstal; mit einer unwirklichen Resignation ergeben sich die Heldenins Unerforschliche, sie tun nichts, es geschieht etwas.mit ihnen. Je mchr man sich dieses Aibblassens bewußt Wurde, desto mehr sträubte man sich dagegen und verfiel naturgemäß in das entgegengesetzte Extrem. 'Man wollte künstlich zrrm Achen sich ausbäumen lassen, was lebensunfähig war, mantrieb Spiel mit Situationen und Affekten, mit Gesten. Kostüm-n und Wortüängen, man machte Anleihen bei allen Dichtern >unä) bei allen Zeiten. Sehr charakteristisch für diese Epoche ist schon das Entstehen von vier Don Juan-Dramen sowie vwr Nino-n-Dramen. Gegen dieses leichte Fahrwasser stemmten sich vor allen Stucken und Hardt, besonders ernsthaft auch Paul Ernst. Wenn sich jene in übertriebener Erotik verrannt -hatten, so suchten diese in Gesetzmäßigkeit und kalten Normen die Sanierung. Am Gegenpol aber erschien zur selben Zeit W e d e? i n d, dessen starke Vitalität das Drama wieder zu echter,. le-bensbejÄ>mder Erotik wißt. Er, der Triebmensch, konnte sich das gestatten und unbedenklich schaltet er die llnersorschlichkeit des letzten Grundes aus; „das Fleisch", so schreibt -er, „hat seinen eigenen Geist". Alle diese Richtungen, so verschieden sie auch von einander sein mögen, gehen alle unter der Flagge „Expressionismus". 6'ber das Wort hat Farbe und Mang verloren; es ist Diodewort geworden, elastisch und biegsam. Eine Menge bodenloser Dramen wuchern auf diesem Boden, die in Vers, Monolog und Schrei gipfeln." Roland-Bühne Ensemble-Gastspiel der WILNAER. TRUPPE Rente Mittwoch, 26. Dezember 1922, 7 Ubr abend» DerdieObrfeigctt kriegt , Schauspiel in 4 Akte« ron Leon Id Andrej ew Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Donnerstag, den 21. d. M., 8 Uhr abends, im Theater* saale des Caf6 Reichstiof (II., Praterstrasse 60) Makkabäer-Feier Programm: Eröffnungsrede: Dr. Otto Abeies — Anr.ünden d. Chanukkahlichtir: Miro Glas, Konzertsänger aus Erez Israel — Festrede: Professor Freud — Klaviervorträge: NelJy Friedländer — Humoristische Rezitation: Schriftsteller Josef Grob — Jüdische Lieder: Miro Glas —- Klavierbegleitung: Frl. Rottenberg. Rcgiekarfen am Schalter der „Wiener Morgenzeitung'*, II., Taboratrasse 1, Brüder Schiffmann, II., Taborstrasse 50 und A. Borenstein, II, Hollandstrasse 10 wsi Wiener MorgenAettrrnK. Gerichtssaal. 1029 Laimrichter beim Wiener Gewerbegerichte. Das erst vor kurzem in Kraft getretene neue Gewerbegerichtsgesetz, durch welches die Zuständigkeit des GÄveobegerichtes auf alle aus dem AngestelltenvechMuis entspringenden Rechtsstreitigkeiteu ausgedehnt wurde, hat eme ganz «uherordeMiche Verstärkung des Laienrichtevelemeubs zur Foüge gehabt. Für das Wiener Gewerbegericht wurden durch Verfügung des Jilstizm.mrsters nicht weniger als 1020 Äaienvichter bestimmt, darunter 800 als Beisitzer oder deren Stellde-rtrvrer beim Gewer-boger'cht erster Instanz, die übrigen beim gewerbegerichtlichen Bc^vuftMgssenwt, Die 1020 Beisitzer wurden je nach -ihrer BeMsszugshörigkei-t in 13 Gruppen smgeteÄL. Die bisher strittige mid diel ventilierte Frage, ob auch die Theater in die gewerbegerichtbiche Kompetenz fallen, wurde -in bejahendem Sinne entschieden, indem in die Fachgrrlppe der „Unternehmu-ngen öfsentilicher BeLustigMvgen und SchLUstell-rvMm aller Art" ausdrüMch folgende llnteVnrhrmwgsn onrsgeuom-mLn wurden: Museen, Schauspielhäuser, Oper, Operettentheater, Varietes, Musiker- und Musikurvternehnu'.ngen, Sport- und Spielplätze, Antom-crten, Marionetten- und Kaubercheater, Lichtspielhallen Wnoun-tsrnch-- mungen), Singspielhallen, VoKssänyer, Dioramen, ZirkuSunternehmungen, gymnastische Produktionen, Hippodrome, Kvgelbahmairternehmungen, mechanische Schießstätten, Dtenagerien, Rollschuh- -und SchlittschAbahnen, WachsftgtlreukabirLi'te. Vollständig neu sind ferner die Fachgmppen der Rechtsanwälte, N-otave, Ingenieure und Architekten, der Aerzte, Apotl^ler, Privatherl- und Pflegeanstalten, der Gisenbahnmrd DampfschiffuwternchM'Uugen, SchrisÄ-eitteng, Verwaltung, Verschleiß der- Zeitschriften usw. In einem Erlasse des J^rsnMiuisters Worden die 'G-eZoerbegerichte darauf auftnerksanl gonracht, 'daß der Vorzug des gewerbegerichMchen Verfahrens neben der fachmännischen Besetzung (Laienrichter neben den gelehrten Richtern) in der Raschheit und Beschloumgung der Vechanü-- lungenx U-rtellsaatsfeDtigunigen rksw. bestehen soll. Aus der Wlichreligiöfeu Zeit. Wie vor einiger Zeit berichtet^ har ein kleiner Bmr'ors-- cmgestellier namens Mfvcd S. feine beiden Töchter, derzeit 16 und 13 Jahre oilt, gezwungen, chm zriwillen zu sein. Aber auch seine beiden Sühne tvieben BKUschande mit ihren Schwestern. Eine d-rstte Tochter kam durch chren Bruder in die Hoffnung. Als die Mutter die Veränderungen an chwr Tochter bemerkte, führte sie sie Zu einer HÄamme. Jetzt erst erfuhr die unglückliche Frau don dem Treiben in ihrer Familie. Sie erstattet« die pÄigeilliche An-zergL und floh, von Grmten und Entsetzen «faßt aus dem Hause des Gatten. Cs gelang ihr, eine Unterkunft zn finden. Vor evrrigen Tagen hatte sich die Frwu wegen Falschmeldung vor dem Bezwksgsrich« Favoriten (ÄandeSRkichtsrat Dr. G s a s e r) zu vevanttvo-rten. Die AnKage führt aus, daß sie den eigenÄichen MeldeMel zwar richtig-ousgefülbt habe, daß aber die am Kopse des MrDezettzels besiMiche Zsste (Dezeichrrung der Straße, Nummer des Hauses, Stock und Türimmmor) unwahre Angaben enthielt. Die am« Frau, deren Anblick Spuren tiefsten Leidens verrät, dsttmttvovtvde sich dahiu, daß sie die Zsrle am Kopfe des MeldeFott-els nicht selbst ausgefüllt habe und auch nich wisse, wer dies getan haben Km«. Der Richter sprach die Augeklagte frei. In der Begründung führte der Richter aus, >daß der AngeKagten Glauben VoiMnessen fei. Ab« sslbst, Venn die Angeklagte den Meldeschein selbst ausgsfüllt hätte, so käme chr der SttasMsschtteßuugsgrMid drr Srmvesvervückuug zugute. Denn die AngeK-agte sei, wie sie mc Laufe der Verhandlung angegeben hat, durch das Entsetzen, von dem sie durch das Treiben ihrer Angehörigen befallen worchen stü und das ihr L-e'tzen für altt Zukunst Kerstvrt mvd.vernichtet hctbe, in einen Gemütszustand versetzt worden, der eine Haftung jure ihr Tnn in jerrem Aertpuükte ausMießen würde. Bollsvirt. SeSMpeüe Krone — —.0076 keotimes. Auszahlung Wien — —.0075 Centimes. Zn Zürich notierte die österreichische Ärone. . . 0.0075 ( 0.0075 am 18. Dez.) die österr. gesirmpeüe Arone. 0.007& ( 0.0076 am 18. Drz ) die tschechische Krone .... 1S.07-/, O5.20 am 18. Der.) die Mate.. 0.07% ( o.o» am 18. Der.) Agram . ... . 1.45 ( 1.35 m» 18. Der ) «ukarest ... S.— (?.05 am 18. Dez.) Sofia .. 4.- (3.90 am 18. D«J.) Budapest ......... 0.22% ( 0.92»/* am 18. Der ) «srsth«.... . .... o.03% ( 0.037* «« 18. Dez.) Sie Ansfichten der Tertilindastrie in PaWina. r. AbsatzverhAtuisie. Irr Fachkreisen einzelner Lander, dir gegenwärtig unter dem Drucke wirtschaftlicher Stagnation stehen — zum Beispiel in der Tschecho-Slowakei, aber auch in Poben --- macht sich in jüngster Zeit lrbhastes Interesse für die Textilindustrie in Palästina und ihre Enttrncklunzsrstöglichkeiten geltend. Bei Be-urteilung de« Aussichen, dieses ErwerbkzweigeS in Erez Israel darf man zunächst nicht von der Ansicht ausgehen, daß der Markt rm Laude selbst zu klein, W wenig aufnahmssähig seü Man darf nicht übersehen, daß 20. Dezember 1922 «r. 1387 Palästina praktisch das geographische unv im gewisse» <Anne auch das kaufmännische Zentrum eines viel größeren Gebietes ist, eines, Gebietes, das Syrien, Aegypten, Cypern, das südliche Kleinasten, Tvansjordanien, Arabien, derl Sudan und eine Anzahl englischer, französischer und italienischer Kolonien am Roten Meere umfaßt und von ungefähr 33 Millionen Menschen bewohnt wird. Der Wert der in diese Gebiete eingeführten Textilien Seläust sich schätzungsweise auf 33 Millionen Pfund jährlich. Bort dieser Einfuhr entfallen auf: Pa-ästma 7> oooo Pfund Aegypten 12,900.000 „ Syrien 2.500.000 „ Li-ansjordavten 100000 Für diese Länder sind Textilien der stärkste Einfuhr» artikcl in der Handelsbilanz jedes einzelnen Landes, eben^ so wie im Handel.aller dieser Länder zusammrngenommen. Diese Zahlen bedeuten, daß auf den Kopf der Bevölkerung im Drirchschnitt Textilsabrikate im Werte von 1 Pfund jährlich eingeführt werden. Für die übrigen aufgezählten Gebiete (Arabien, Sudan usw.) kann der Wert der Textileinfuhr auf ungefähr 17 Millionen Pfund jährlich geschätzt werden. Diese Länder stehen zwar auf einer tieferen Kulturstufe als zum Bei-« spiel Syrien und Palästina, verfügen aber im Gegensatz zu letzteren über keinerlei Eigenproduktion an Textilien, so daß praktisch ihr ganzer Bedarf an derartigen Waren eingeführt werden muß. Vollständige und genaue Daten über die Textllien^ einfuhr nach Palästina sind leider nicht zu erhalten. Desto genauer sind die anglo-ägyptischen Statistiken? zum Bei-- spiel die der ägyptischen Zollverwaltung, die bei der Ilehnlichkeit vieler Produktionsbedingungen immerhin auch ge-» wisse Schlüsse auf die Berhältnisie in Palästina zulasten. danach wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres 1322 allem an Bamnwollspitzen, Stickereien, Ban-- dern und Posamentierwarrn Werte von 143.059 Pfund? nach Aegypten eingesührt. hiervon kamen aus: Schweiz SroßdrUannte» Frankreich Italien Teullchtand 32 §20 PsUAd £9 205 . 37.327 * 22.829 . 19.105 . Der Rest aus anderen Staaten. Diese Ziffern entsprechen einem Jahvesimport dort Zirka 300.000 Pfund. An Strickwaren wurden nach Aegypten während sieben Monaten cingeführt: Moskitonetz« t» Witte «Mt zirka 88.0C0 Pfund BaumvoUstrumpfwarm m Baumwoll-Schals w Wolldecken m WoLstruNpfwarra w Ka«eihaarsloff m Seidensp'tzr», Bänder. StriLereten.Posamenterke, Seidenscholö m Seidenstrumpsware» „ Krewotte« * . » 257.838 . . iC.OoO , w » 81.000 . . 29.0)0 B m m 16.000 m , . 89.000 . . . ioj.ooo . , , 48.000 , » , 38.000 „ Die nach Aegypten emgeführten Bcmmwollstrmnpsi waren kamen aus: Deutschland Lopa« Frankreich Spanien Tn,Iand Italien Der Staaten Mi Wette »on 97.789 Pfund . . . 60.880 , . . 28.888 , w 26.111 » » . 17.195 „ v w 11.623 m . . . 6.898 „ Jnreveffant ist in dieser Statistik die starke Einfuhr aus Deutschland, welche d« aller übrigen europäischen Staaten zusammengenommen übersteigt. Es ist ferner bezeichnend, daß gerade aus verhältnismäßig weit entfern" ten Ländern trotz offenbar nicht geringer Transportkosten Strickwaren nach Aegypten eingefnhrt werden konnten. Der Gesamtirnport an solchen StrickereifabrikäteN nach Aegypten allem beträgt im Laufe eines Jahves ungefähr 1,5 Millionen Pfund, nach Palästina zirka 130.000, nach Syrien zirka 600.000 Pfund, zusammen also mehr als 2 Millionen PftrnV. Rechnet man den Bedarf der umliegenden Gebiete (Mesopotamien, Arabien, südliches Klernafirn) noch hinzu, so gelangt man zu einem Import don insgesamt mehr als 3 Millionen Pfund allein ack Strickereierzeugnissen. Alles in allem find also — soweit bloß die Absatzderhaltniste in Betracht gezogen werden, die Bedingungen Aussichten der Textilindustrie im allgemeinen und der Strickwarenerzeugung im besonderen die denkbar günstigsten. Inwieweit diese Aussichten durch die Rohmaterialbeschaffung, die Arbeitsverhältniste und den Kapitalsmarst im Lande beeinflußt werden, wird in folgenden Artikeln darzulegeu sein. _ Dr. Fritz Rodeck 8ia Wender Index ln Sentschland. Berlin, 19. Dezember. (Wolff.) Die auf den 15. fr berechnete Großhandels-Indexziffer ist gegen den 6. d. um 1,8 Prozent zurückgogangen. Damit ist seit dem Londoner-Ultimatum vom Mai 1921 zum erstenmal eine Senkung des Preisniveaus eingetreten. Die Emfuhvwarett gingen in dieser Zeit um 1,7 Prozent, die vorwiegendr»u Inland erzeugten Waren um 1,8 Prozent zurück. IM Durchschnitt hat sich das Preisniveau der Lebensmittel um 1,7 Prozent und das der Jndustriestosfe um 1.9 Prozent gesenkt