Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-12-20 · Heft 1387 (20.12.1922) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1387 (20.12.1922)
Date
1922-12-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
79% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980467--13221-2999846
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Rr. 1387 Men, Mittlvoch SSSiettet Morgert-eitnrrg. 20. Dezember 1922. Seite «»>»»»»» »»»»»»»»«»»»»»»»«»»«»>»»>»«««««»»«»»«»>»»»»«»«»«««»»»»»»»»»»»»»»»»>»»»»»«Am»»»»»«»»»»»»»»«»« »»!»» ■ ■ ■ ■ Unter dem Ehrenprotektorate Seiner Ehrwörden Herrn Oberrabbiner Professor Dr. lsi. P. Ch aj e s Mitwirkende Kunstkräfte r Oskar Beregi (DeutschesVolkstheater) — Professor Buchsbaum (Cellovirtuose) — Ernst Fischer (Staatsoper) Hi Gallos (Staatsoper) — Professor A. Grünfeld (Kammervirtuose) — Hermine Kittel (Staatsoper) — Renee Pfiffer/lax (Volksoper) — Mirjam Schnabl " Höflich (Vortragskünstlerin) — Fritz Schrecker (Neue Wiener Bühne) — Fräulein Schulbaum (Konzertsängerin) — Karl Zeska (Burgtheater) — Grete Köllmann (KlassischeTanze) — Tasuduett der Staatsoper Rosa Weinrich-Hans Weinrich Erika Kern ‘ “ ' ' " getpent berget; . «gis (Opernfeallett) — Am Flügel Prof: Karl Lafite — Tauzarran«- it H. Weinridi (Staatsopei) — Doppelorchester J. W. Gange!" Näheres Strassenplakate »»»»»»»»»»»»>»»»»»»«»«»»«»»«»»»»»»»»««»»>>»«»»»« Gemsinden und solche mit tschechischer Mnidecheit mit Ische-; Hrschen Gemernlden zusammenzulegen, uni gegen die deutsche -Mehrheit ein tschechisches Gegengewicht zu schaffen. Auf diese ..Art. seien Groß-Brünn und G roß-Olm ütz geschaffen worden und Groß --Pilsen und Groß-Mähr i s ch- Ostrau sollten.mit der gleichen Tendenz folgm. Redner fordern die Regierung auf, keine Zusammenlegung gegen den Willen der in Betracht kommenden Bevölkerung vorznnchmen. Außerdem sprachen noch der magyarische Abgeordnete Rad da, der vom Präsidenten zür Ordnung gerufen wurde, well er sagte, er wundere sich, daß man den StatchMeveirat KuchYnk >a, dem die Schaffung von G r v ß - M i s l i tz zu verdarben fei, noch nicht erschlagen HM, ferner Mgeordneter Hacken herg (deutscher. Sozialdemokrat), der die Nützlichkeit der Zusammenlegung von Gerneinden aus tvirisch afilicheu Griiroden betonte, die aber in diesem Ermächtigungsgesetz nicht zur Geltung kämen, und Abgeordneter Dr. Kafka (deutscher Demokrat), der auf die juristischen Mängel des Gesetzes hinwies. Mgam. Las zentrale AecheecheMmt. Budapest, 19. Dazember. (Tel. der „Wr.. Morgen- -ritung".) Ohne Rücksicht ans die Gegnerschaft der Opposition nno eines Teiles der Christlichnationlaen Partei gegen das oeplanre O r d n u n g s s ch u tz g e s e tz trifft die ungarische Regierung bereits alle Vorbereitungen für die -Durchführung des Gesetzes. Als erster Schnitt hierzu rnnß die eben vollzogene Errichtung eines zentralen Recherchenamtes im Schoße des Ministeriums/des Jmrern, an 'dessen Spitze der Landeshauptmann Nagossy gestellt wurde. Zu -dem Wirkungskreis Vieser Zentralstelle des Spitzelwcsens gehören, wie offiziös initgetei'lt wird,/ vorläufig die folgenden ^tgeuden: Sämtliche auf die Sicherheit des Vermögens und der Person bezüglichen' Polizviageicheu, die Betfügungen gegen die staaiöseindllchen - Betvegungen, das gesäurte Bersammlnngsweserr und die Regelrmg des Versammlnngsrechtes, die P r c s s e o r d n u n g und die Information der Presse,. Bec,uiachtung in allen Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit und des nationalen Schutzes, die Kontrolle des Teilegr.whcn-, Telephon- und des Postvlrdchrs, Jntermernngs- . angelegrnheit'en und schließlich der uqt'ional-L Arbeitsschutz. Lämrliche Polrzeiftellen sowie dieder UMrwachüntz. der össcmlichen Ordnung dienenden Aemter haben das Zentralamt, über alle vörgekominenen oder in Vorbereitung brfindlichcn, die öffentliche Oronuug berührenden Vorfälle zu unterrichten. Man sicht also, daß dieses Zentralamt für alle jene /NessorrZ eingerichtet wurde, in deistn der von der Regierung unterbreitete Gesetzeutwichs «ine Knebelung der Freiheit herluutömcii. Die Negiemüg über die antisemitische Hetze. Bukarest, 19. Dezember. (I. C. B.) Der Unterrichts- Minister A nghelrsc u antwortete im Namen der Negierung auf die-Interpellation des jüdischen Deputierten Dr. Stern betreffend die in verschiedenen Städstn Runränien-s vorgekonmisnen Exzesse. Er versicherte, er werde die Schließung s ä m t l i ch e r H o ch s ch u l e n verfügen, sobald die Unruhen an denselben nicht aufhören tverden. Die Regierung, sagt er.- «lverde ihrerseits keinerlei. Mittel ergreifen, mn die Forderung der exzedi-erenden. Stndeuten wegen Beistellrnig jüdischer Leichen zur Sektion zu erfüllen, dagegen Ware es wünschenÄvevt, daß die jüdische Gesellschaft ans eigener Initiative etwas ,i«. dieser 'Hinsicht rmteruchmcn Würde.; - . ' Der Innenminister Waitoranü tvandte sich gegen die Behauptung der Opposition, .daß die Regierung nicht die .geeigneten Mittel zur Wwehr der 'Pogrome ergriffen ^habc. Wiederholt kenn es vor, daß Organe der Regienmg bei 'der Abwehr- Verletzungen davoniragen, so der Bukaresier Poli-zeipräsett MneM Nicolean-n, der bei Versuchen, . d:e exz'ed-ieretide. Merege gu zerstreuen, am Fuß verwundet wurde. Preaniermmister Brat rann erklärte, die Regierung werde alle Mittel ergreifen, um ihre Bürger zu schützen. Es kann keine Rede davon sein, 'daß die Forderungen gewisser Stndenstn-Orgamsationen nach EinfühvMg des . irttrmerttä clausus für die jüdischen Studenten, erfüllt vurden. ' ''mmaammmM Auch t«t runiäni-schen Senat gaben die Exzesse Anlaß zu eirstr großen Debatte, in welcher nwhveve Opposiiionsredner die Regierung Per Pe-güristigMg der antisemitischen .Hetze beschuldigten, da sie gnf die antisenritische Welle' spekuliert hätten ' " titdiSÄ / m« MMch-tzKMMs AhtMUM. Dresden, 14. Dezember. (Wolfs.) He-itte -ist hier unter Führung d-esvlitauischen Gesandten 'Pmplis bine 'limnliische Delogarion -omHetwss-en, -um mit Tputjchlaich Verhandüni-gelr über oen. Abschluß eines direkten Abt'yrnmens - zu bvgmnen. Dir 8a«s«m« Kmf«»z. Die Meerengensrage. Lausanne, 19. Dezember. (Schw. Dep.-Ag.) Da!) türkische Gegenprojekt betreffend die Schiffahrt :u den Meerengen sttmini in den nceisten Punktan mit -dem Projekt der Alliierten überein. . ' ■ v ■■■•. Die türkischen VorsckMgr betreffend die En t m ilit a r i s i e r u n g sind noch nicht bekannt.. , Lausanne, 19. Dezember. (Schweiz. Dcp.-Ag.) In der lMiigen Sitzung der Meerengenkommissiion wuvden die cusß- >scheu GdUvorMäge als -rin annehmbar bezeichnet. Irr bezug auf das Erkische OggsnprojekL erllärwn sich di« AMierLen bereit, noch-nmlsk>Konzessnoneu Zri machen, .die. aber die letzten fein sollen. IHmet Pascha forderte, daß außer R-nßland auch Georgien und die Ukraine Ln der üü'er-imLionÄlen Moerentze^oirn-misfwn vertreten sein sollen, ilebn-ie fodoch -die Teklnahme Griechenlands ab. ' 1 - : v : ■ Tsch r t scher in foit-ed« nochnrats die Aülassmch DAttschlands, da dieses große Interessen im Schwarzen Meeve habe. M ■ Lord C u r z c^ri «rrpfahl größeve Nchchleunignug-.der Arbeiten und schlug'vor, daß man sich aus eine letzte Sitzung^ in der Nbeercrvgenfrage beschränke, die Mittlvoch uachnlÄtaHs statt-' sm'den soll. ‘ - Lausanne, ts. Dezj'ülber. (Schwxd. Dep.-Ag.) Die beiden britischen , Haichtsachvorftäudigen in den Schifsahrts- , und DÄlitärfrägen sind von Lausanne abUreift. Daraus kann' geschlossen werden, daß man insb-Lsörchere auf englischer Sette der Ansicht ist, daß »das ProM der All-mriLn über die Freiheit der Meerengen keinen ModisÄ^tionen von Bedmrtung mehr nnterworfen sein dürste.. - ‘ Die Frage von Mossnl. Lausanne, 19. De'znnb«. (Schweiz. Dep.-^lg.) Es bestätigt sich, daß der Vertreter des H e d s ch a s und der DeleFrerte von Mesopotamien Eirde der Letzten Woche.mit Lord Curzon eine lange Befprechlnrg lMen/^die. sich in Mr Hcmptsache auf die Frage von Mossnl bezog. Der englische Minister des Aencßern soll besichert -haben, daß alle Gebiete des. MlajeH, die in der Mehrheit von Amberir bcWohlN sind, arabisch MiÜen sollen. Das ägyptische PrMene. Lausannr, 19. Dezember. (Schw. Dep.-tztg.) Die ägyptische Delegation unterbreitete ^er Konferenz einen Berichts über das ägyptische PrMrcm, worin sie, neuerdings mn Zulassung zur Konferenz < arrsrrcht -und folgende Forderungen aufstt'vt: 1. Anerkennung der -völligen lpr-abhängigk.eit des. Nilgchietes (Aegvp» ten und Sudan). .2..Zu-rückzichung 'der britischen Twppen äuZ dem Nilge-biet. 3. .AufWcht^rhcrltung einer wahren Neutralität des Sn-ezk'anals und 4. lle^rivachung dieser Neutralität durch Aegypten. . / . , ' HlKßiM MÄ.SieaBläffStmfejt, London, 18. Dezember. (I. C. B.) „Daily News" rnelht]t aus Staito: Nach Meildurktzen, hie die lokale Presse aus i London erhalten hat, gcüsnrt die englische RMevung Palästina und Transjoodanien zu einem einzigen.Staat zu vereinigen, ■ an dessen Spitze Emis Abdullah als König stehen soll. / Nach MMlungen, dis de-m I. Cl. B. in der letzten Zeit angegangen sind, haben die m Aegypten wohnenden syrischen und palästinensischen Ara der .zur Zeit der Anwesenheit Emir Zlbdullähs in Aegypten keuren bescnrderen EnthusiaSiNÄs gezeigt, fimbeni im Gegenteil Emir Abdullah m lvegen feiner freundschaftlichen Beziehungen zur zumist'^ fche» Politik in Palästina heftig angegriffen. Die palästi« ' rreusifchen Araber beschuldigen ihn, daß er eigener Inieresi« zuliebe mit der Zionistischen Organisation zusarnmengehci nnd deshalb die Inteveffen der palästinensischen- Araber^ und! der gesarnlerr musolmawischen Welt ignoriere. i- Zur Aufklärung dieser^ganzen AngelogLnheit teilt das I. C. B. mit: Zur Zeit, ha .Emir Abdullah in London! geweilt IM, wurde auf.seine Initiative und auf, den Rat ei-mger seiner arabischen Freunde den Führern der Zimristifchrn Organisation der Plan vorgelegt, für eine froundschafttiche Zusammenarbeit zwischen Arabern und Zionisten den Boden zu ebnen. Im allgemeinen, üe-; stand der Plan -darin, daß Transjovdanien -und PMstinn! zu einem einzigen Staat vereinigt - werden, wobei jedoch beide Provinzen eine i n'n <e x c Au t o >n o.m i e er-i halten sollten. Emir Abdullah sollte zum Emir des neuen Staates proklamiert werden, unter der. Garantie, -daß er die Politik der Schaf fung eines jüdis'chNationalen Heimes ür Palästina gemäß der Balfour-Dekla* rat ion fortsetzen soll. Diese Angelegenheit tMvde euch einer inoffiziellen Befpvechmrg zwischen Emir Mdullah und. einigen Mitgliedern der Zionistischen Exekutive erörtert, bev welcher auch der Präsident der Zionistischen Organisation auweserrd tvar. . s Gekannt ist, daß ein gewisser Teil der ävabischen telligenz der Frage der Schaffung eines.arabisch-jMschech Königreiches mit Sympathie gegenüber steht. Dagegen der-! - halten sich die mwersöhnlichen palästüvensischerr Ara.berj 'Emir. Abdullah, gegenüber. unverändert mißtrauisch. und.. sind allen Plänen emer jüdisch-arabischen Zusammenarbeitz stkMich gesinnt. Es ist beachterLswert, daß die Nachrichten über die. zionistisch-arabische Besprechung in Äondon innerhalb der irr Lausanne üvcälenden pllästinensisch-arabü» schen Dele-gatton Verwirrung verursacht, 'haben. Ohne .Zweifel.. werden die Gegmr Emir.Abdtrllcchs .die vmr' „Daily. N-ews". laycievte Nachricht!-d<tzu ibenützen, um ihr Gegerrprojekt oruer Vereinigung Syriens; mvd WlafünaS: unter der Herrschaft.'des früheren Khedibrn A bas H i { m h, - zu fereieverr. s; . .Wie das I. C. 'B. weiter erfahrt, hat die Ziouvstische Exekutive unt Bezug auf dies erwähnte . Projekt k-oiuerleii .BerPflichttAWU übernommen. 2Üas die Haltung der engli^ schon Regierurvg in dieser Frage betrifft, so sei das Kolo-, n i a l m i n ist e.r i -m dem- Plane Emir' Abdullahs a P geneigt * Abdullah, -der.' Bruder des Emirs.' Fcnful von - poiamierr, fft von England als Emir von Transjovdanierr eingesetzt «lvorden, welches, wie bekannt, dem Palästina-^ 'Wlaudat nicht rüntersteht, sondern «in gesondertes Statut er< halten hat.' Abdullahs Auwesercheit in London diente dein Zwecke, rüit der'englischen Regiemmgdie -Frage der Grenzest- und arwere schwöbende Fragen M bereinigen. Es mag nicht upwHrscheml'ich sein, daß Mdullahs Wünsche -sich in der Richturm einer Veveimguug der beiden Lander unter ferner Herrschaft bvwegert. Daraus wettere Schlüsse zu ziehen^ -muß als ".nüßige Kombmatton erscheinen. A«e fssMschr KrM M der HÄM de« VrMam i« PMMs. Rom, 18. Dezeacher. (I. C. V.) In -d-Sr Serie ihrer Be-; richte aus PÄästitta deröffeuiliäst -die fcszistischr Zeitun-g ,/Givvnal-e di Rcmur" Äne Korrespondenz, die dem 'FmnziS--. kanswrdeu gnoÄM« P. Gegenwärtig bestcht Las gröftt-r dern-ks der Franziska-nerarbeit '%t der UnbestiMn-che-it -der pott-s tischen Situation der heiligen Stätten, an welcher unter an-? dersnr auch die. lluver-sühuliMeit des Vatilmrs mitschuldig seitz „Die FrarvManMinsillute," sagt -der ^dorrLlpondeut, „rragenj auch die Folgen de-r. antiziowiftischc« Kol-itik des Ba-j tikanS. die vielleicht zu sch-arf tvür, - wenigstens m den' Formen." M RaMsm irr der Geschichte FrlMs. Dublin, 19. DeMuber.. (Wolff.) Der irische Senat hN! gastarn dr« ersten ’imn -irischen Pa-rlmnent horgÄqrten -Gvsetz-i .entirmrs an-gonv-nMien. Der A-ivtta<stelle-r sagte, dies sai rirt1 Ma-rfftein in der Geschichte der irischen Nation. Dadurch sei ein Werk vollbracht, für Vas-seit-vielen Gnrerationen- Irländer >ihv Leoerl geopfert hätten. ■ - . Dublin, 19. Dezember. (Wolff.) Mi« amtlich gemeldet wird, sind heute sieben Personen hingerichtU worden, da sie, .sich.,ün Besitze,von Waffen ^befunden.hatten. , ' . II., TaborstraBe 48! Telephon 47-1 En detail! ) ^29109 1725

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.