Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1381 (14.12.1922)
- Date
- 1922-12-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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' V ' ' » '- ' ggffey- Men/T-onnssMig Universitas HtteraninV Ci« Nachwort von akademischer Seite. Der Nsktor der Wiener Universität, dessen Namen weiteren Kreisen erst im Zusammenhang mit den deutschnational-anirssemilffchen Exzessen bekannt goworden ist, Hat plötzlich.in sich, die Berufung gefühlt, die Wiener Universität bis .auf die .Anochen zu blamieren und ihre in letzter Zeit ohnedies recht locker gLwo-vdenen Zusammenhänge mit der .wissenschaftlichen Knltnr deS europäischen Westens auf eigene Faust zu zerreißen. DaS Verhalten dieses Mannes, der mehr Äs Diener visier/geiWÄttätiitzen, nat'ionoMstisch verhehten.Mchcheit denn als Diener der Wissenschaft gelten will, schwankender als sein Charakberibild, über Las mm volle Klarheit besteht, ist an dieser. Melle gebührend Wvürdigt wovden, und es wave überflüssig, sich Mit dem dürftigen Inhalt sines Elaborats zu befassen, das sich in nichts über das Niveau der kleinbürgerlichsten BÄVbankre-e erhebt, wenn es nicht gälte, eine Tendenz ak^uwchren, die aus den trübsten Instinkten ihre Nahwmg echält uich daräuif alb» zicst, die erste Hochschule Oesterreichs vollends ihres Chävcckters zu enMsidrn. Uöber das groteske Bild einer universitären Magnifizenz, die ihren eigenen jüdischen 'Hochschulkol- Legen mit -dummer Drristigjkit in den Rücken fällt, das Bedauern Lurchschimmem läßt, daß cs noch 'StaatSMuldgesetze gibt, die eine legale Deklassierung der Juden verhindern sowie bäröber, daß in erster Reihe die Wi.ssenschaftliche Qua» ti f if a t i ot? für die HMlitierüng mt der' Universität matz, gebend ist, ist füglich kern wöi'ereL Wort zu verlieren. Daß eS ein deutscher Geehrter mw Rekwr ist, der von „arischer Wbsicmrmlung" zu sprechen.wagt, also mit einem. Bsgriff operiert, der längst abgetan ist und von dem ein größerer Mc$e, Max 3?2 ö! I e r,. gesagt hat. man konnte mit ebensolcher.Berechtigung von einer .MWköpfrgen Sprache" oder einer ,Münetten GramruatK" reden, ist ein besonders schlagender Beweis firr .daS Niveau des Rektors, Wt mit dem offensichtlichen Applomlb «nf- Lritt, die deutsche Wissenschaft in Oesterreich zu repräsentieren. rytvner Movtzen^eirukg. i ». Dezember 1928 Aber ganz abgesehen von diesen Erwägimgen ist es nicht km Interesse der Hochschllle gellen, azlürschr in den Vordergrund zu treten und noch dazu in so unliebsamer Weise. Das Dögma von dem geistigen Monopol der Hochschule <rmd ihrer wissenschaftlichen Führerschaft ün zeitgenössischen Oeisteslcüen konnte einigermaßen Farbe lasten oder sich gar als Popanz erweisen. Der Wege zu Wissenschaft rnch Bildung sind vrele geworden, und so mancher nimmt im Geistesleben der Menschheit einen geräumigeren Platz einals die Legion der akademischen Sitzsieischgelehrien und Zettelkasten-Kärrner, deren Verdienst es P, wissenschaftlichen Memkram noch einmal aneinaMrzuveihen und KompenLäen zu verfassen.' Heinrich v. Treitschke, auch ein Antisemit, der sich aber Wohl für die GcsiÄgschast des D best er bedanken MM, hat für das SvissenschaMche Elend seiner Zeit, - für das U-eberwucher» eines Zwischen noch diel größer gewordenen Spezialistentnrns ohm ■ den Überblick über die großen Zinsammenhange das Bist» Mr .der Rarwe gebraucht,'die den ^e^genen' BcÄM.KM 'sichst'WV .Är Uinwerter überlieferter Werte, der als klastischer Philologe begonnen har, hat gar vom „gelehrten TroitÄ" gesprochen. Die Universitäten behaupten als die kompetenten Stellen , für akademische BerechiiAuneen ihren alten Rang, sie bilden Juristen, Aerzte, Lehrer und Geistliche aus, chre Hauptanfgäbe ist geworden, einer geistig sehr heterogenen Gesellschaft von Mittelschülalbsolventen das 'Mindestmaß von Fachkenninissen z-ir dermitrsln, das sie zu den vorgeschrüdenen Prüfungen befähigt; Forschung üd Lehre sind längst in den Winkel gedrängt und dis Loistenschaftliche Fühcsrschchi. ist, wie Manches Beispiel beweist, «nicht gerade von der Rektors- oder Dekanswürde abhängig. Herr Diener scheint diese Stellmrg der Universität richtig eiugeischätzt gn halben und seine Vorschläge bewegen' sich dnrchMs nn Ein- Kang mit dieser Einsicht uNd SelbsLbsscheidung,- - Auch das SchlüGoort von der deutschen Wissenschaft sollte mit mehr Vorsicht angewertdet wttdem Me Forschung l .'bt vom twerrra ticmalen Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse m£> Methoden und man käme bald nt Verlegenheit, wollte man Len nationalen Charakter der doutschen Medizin und Chemie, Botanik und Astronomie, auch der Philosophie, fttveit sie Univevsitätsangel-eHerchei! ist, sq'tstellen. Nsben diesen allgemeinen Fchtsvellungen sind es noch Erwägungen besonderer Art, welche dem Rektor der Wiener Universität im Interesse des österreichischen Prestiges 'und des Ansehens des nun einmal von ihm repräsentierten Instituts ein wenig ZurüöhcÜtung Härten nehelegen können: .die Wiener Hochschulen haben irr-Len Jahren des Krieges ihr Ansehen nicht gerade erhöht. Sie sind litt würdelosester Art habt Acht gestanden nwd haben ihre chochste Würde, die des Ehrendoktorats, der Galerie der Ge- «eräke verdrehen, die sich im Besitze, dieser DeLovativn putzig .genug ausnehmen, sie halben die Wahrheit der Uebepzmgung au Sfe Konjunktur verschachert und täten gut daran, bescheiden sin Len Hmtevgvund zu treten, statt Herrn Diener die Hülle von ähren Blößen ziehen zal lassen. Dies um so mehr, als sich der Kahm der Wiener Universität heute größtenteils von ihrer ^ergoMgerchrit ernährt. Denn die alte Gelehrtengarde, die den Hainen -er Wreuer Alma mator begründete, ist ausgestorben sind alle Versuche, selbst kümmerlichen Ersatz zu schaffen, haben sschlgeschlagen. Man spreche also nicht allzu laut von der Höhe «der Wiener deutschen Forschung, wenn ein Herr Brecht.unsere sLchvkcmzÄ für deutsche Literatur mnchat, während die 'ältere deutsche Lrieratnr keinen Ordinarius austreiben kann. Was aber die Wiener Universität j ü d i s ch e r G e l e h r -s a m k e k t dankt, darüber könnte sich der Rektor, der dies nicht zu wissen scheint, oder.der für die Universität andere Auifgabrn vovsieht, bei. scinanr vermutlichen Ratpober, dem an-tisamiitrschen Kanzkeidirektor, Bckchrurrg holen; denn die Namen Cohn, Wiesner, Neu-« «nann, D. H. Mülier, Ps.l\sier, Weiß n-nd Zncker- -k an dl — um mtr einige wMrvlich hemuSzttgrsisen -*• können sich, cm Rang Md PeLsutnng. wchl noch ücktdem Atttor deS Buches über die Ostatzen r Bast «ns«r«m Karrchwn-eiltest. SSarschsu, 10. Dezember. . Dsr gestchle.Läg geh^P. zürnen T türm tagen, R« in der pMffchen PärlÄtneMgeMchte^ nicht sa selten sind./ Trotz der laiche« Vorverhamdlungen der Parteien siber die Person de^ Kandidaten für den Staatshräsidentett war, es bis zur letzten Minute zu keiner-eigentlichen Ernigmtig gekommen^ PaS GaukeWek des BauernfüHrerS W i t a s, welches allerdings den. geplanten SAH Pil- IndskrS verursacht hat, mrrPemit einem schweren- Fiasko für die ganze, Witos-Partei enden. Schon Samstag früh mutzte Wilds einsche«, datz die von Hst geplante Einigung mit den WffoAalMw§raten^ Nicht Msianhe strtnmen KWe^weÄ ein MM Tpil.^felneS^^KlübS gegen d^ hßvei-tS bekannt gewordene Kand'idattrr . des Mchrst ZackoM '.' ausgetreten ist. Schon der Name-Z amojskis, der zu deir gvotzien GwtzgrundLssitzern Polerrs zählte und deston M^r nicht weniger 'als 375.000 Joch au Feld nnd MMmgen umfasten, wirkte auf die Lchgeordneten der Bauerparbeien wie ein rotes Tuch. Es tvre daher Kar, daß Wichs auf keinen Fallfttne Klübgeuoffön für die Uutevstützmrg des größten polnischen Magnaten,, der ftlhft gegen seinen Willen ofthätte > die Bauerintevessen bekam^en müssen, gewinmn werde. ÄuS diesem Grunde allein mußte Witos alle seine Verhandlungen mit den Nationaldemokraten für gescheitert erachten. Mn hieß es» einen eigemn Kandidaten aufzustellen. Die Witos-Gmppe kandidierie. den gewesenen Zstrnenmimster Woseiech.-wski. Diese Kadidatur hätte aber nur dann reüssieren Wunen, wenn die nationalen Minderheiten diesem Kandidaten ihre Stimmten . gaben. Witos suchte daher den Abgeordneten Dr. Thon und Dr. Wernzieher vom Jüdffchrn Klub auf» um sie mn die Unterstützung dieser KrydtdaMr tzu bitten. Die Vertreter des Jüdischen Klubs erklärten, daß der Jüdische' Klub auf knnm Falk für Wojetechowski stirmnen. werde, da Wojciechowski als Innenminister das Einbürgerungs- - g e setz, wonach .HunderitcuffeHen von Inden, die Erlangmrg des PÄnrslhen Hennatschchtes, MMAlich gemacht fvordsn-war- .'MüiMKt HM. Arner hinten sie die Person Wojeiechowskis für'kmren Fall HeeigM, das hohe Anrt etnos Staatspräsidenten gu bekleiden. JnMschen ver- 'fuchKm'-'-ist't^iÄrMrmokraten->eiNe Zersplitterungdes MIndevheÄMockes herbeizuführeN! Und - %i§amk\i BerhändlunAn mit den: ukrain'ischen.Klub, um ihn für Heu Grafen ZairivM zu gewinnen. Sie gingen seW so weit, ben U!rainern al§ Lohn für. ihre S t r m m e n d i e E i n ft e l k u ug d er p - l n i s ch e n Kolonisation in den. OstgLbieten, zuzu-' sagen. Aber selbst dieses Versprechen konnK die Ukrainer von ihrem Entschluß, gegen Zamchski zu stimmen, Nicht «bbringen. Um jedoch die Möglichkeit zu schaffen, die Kandidatur des von der Tsiutznt-Gmrppe ausgestellten Autzmminifiers Nstrütowkz bis zum endgültigen BMigang erhalten zu können, beschlosten die Klubs der nationalen Äiinderheiten die Äandidätur des Proftstors BaudaaiudeCourten ätz, der zu den liberalsten und Ärmor'ranfchesten Persönlichkeitmt der polnischen Gelchvtetrrvelt zählt, aufzustellen. Durch diesen geschickten Sa-achzug gelang es, die lücken Parteien, die in den ersten WahlMtgen für D a s z Y n ß k). und Wojeiechowski gestimmt hatten, zu zwingen, bei den letzten Waihlgängen chve Stimmen auf RaruLowicz zu vereinigen. Da'schon beim vierten' Wrhlgäng. die von den nationalen MinLeryeüen abgegebenen Stimmen aus Narutoivicz fielen, erhielt Närutviviez ntbst ZamoM die größte Anzahl der StichmeN, so daß beim letzten Wahlgang alle, übrigen KandiMuren Men gelästeN 'werden mutzte-rr und die Wit^s-GÄrppe vor die Alternative gestellt wurde, ihre Stimmen entweder ZamojÄr oder Naruiowicz zuMühren. Da Zämchskis Kandidatur von Haus aus der Witos-Pärtei' utrsytirpathifch war, war eS Wr, daß sieihrr St'un-men Narsttcevicz geben wenden. Mf diese^Wei.st war -evertS dir Majorität für Narntowicz gesichert. NarutMicz^ Wähl ist somit' nur mit Hrlse der nationalen MinLerhetteN zustande gekommen.' Di«se Tatsache hat bereits sämtlicher! Parteien die Augen geöffnet und gezeigt, daß im pavlamentarischrn Loben Münden. nMiMÄen MMtzheiten gevLchnet werden nmste. Es genügt daher nicht, mit Hohngelachter den JnterpsllatiMn des Jüdische» Klubs Und der übriMl nationalen MiMcheiten zu bcgegmn, sondern man muß mir der nüchternen Tatsche des Bestandes-und der Stärke der Mtiorrälrn MtindeVheiten rechnen. Die ■i»nr-Trnrnn—n-rn~ri—n--rinrTiiiTmrT~rr-rmriTTr-n-uT~TiTiiri-wii iiimfiiwiil . Mas die ritteMHe Pchrischalbeschmchf-nng der ostjüdLschen Studenten anlangt, .„deren. Kultur, . BikduiP und tief unter jenen der boder^tändiigen Änffchett Stüdsntenfchäft stcht," skann man Liesen Ar-mneNtrn vüy der Straße nur mit' dem Schweigen der Perachtttng'öegsgnLn. Die ostjMschrn Studenten, ' dechü Mnpf unr Ällisstn" ütä) Bildung ' vietfüch ein wahres Märthriwn ist, sind von vchnherein echäbek ürber eine Parallel slem. deren Bild wostl tsm Wiener Sirktör tionÄldeMokratsn, die mit der ' sicheren Wahl ZamoMst gerechnet , urü» fcstar Manifestationen zu seinen Chven do« bereitet hatten, gaben sogleich mch Natnrowicz' Wahl, den sie als PräffVentencher nationalen Minderheiten bezeichnen,! das Signal zu Demottstvationen. Kurz nach der Mhl ver-- anstalwten Studenten und minderWrige Mitglieder.der! «ationäldeMottatischen Organisatümen vor dem -Sexm»j gtzbaude eine Demonstration Mett den Sejm Md 'Näru-! tcwicz. Mter den Rufe» „Nieder mit Piksudski,! nieder mit dem jüdischen Präsidenten Narutowicz" versuchten die Demonstranten in daS Sejmgebäud« eiuzudringen. . . Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, halben W, Nati-onaldomokraten diese Demonstrationen für den Fall! der Nichtwahl ihres Kerndidatein vovbereitet, mt dann dutch! Uvuhen, nach dem Muster der Faszisten, eine» eve-ntuellen! Re ch t § p u t sch durchzuführen. Begreiflicherweise war! die Aufregung Lei den lirlLen Parteien ziemlich stark. Der! sozialdsmäratvsche Abgeordnete MoraezewsLr ' W schuldigte öffentlich den nationüldeMokratischär Geueral Haller, ftine Hand in diesem Spiel zu haben. Witos betftmgwfj die foforttge Demission Innenministers, der keine Maß--! nahmen zur Erhaltung der öffeMchen Ruhe und^ Ovd-! ung getroffen habe. Der^ Innenminister folgte auch sofort! dü^rr Fordemng. . - Wenn auch die Demonstrationen das Opfer ton, * vier Todten «nd zehn Schwerverletzten forderten, so tff es heute klar geworden, daß die Nationaldemokraten bei weitem nicht ülber jene Starcke verfügen, die nötig ist, um die Zügel drr Regierung zu erfaffeüi Im Gegenteil. IM Sejm ist man zur Einsicht gelaugt, Laß unter den gtzgebsnen Verhältuisten die Bildung einer Regierung ohne die nationalen Minderheiten uMMar sei, und dir gesamte demokratische Presse mit u t f e r> P o r a n n h", der den Belvoderelveifen sehr ncchestcht, an! der Spitze, stellt mit Befriedigung fest, daß Polen den! M inor itate n di e Er ha ltn ng d er .Demo'krch-j 1 i t v e r d a n k e. Mr dam der Hilfe der nationalen Mn-i Vevheiten fei es geluMgen^ an die Spitze des Staates e in e nj demokratrfch gefinnten , Präside,ttten -zu! stellen. Schön aus Mstm Grunde allein, müssen'nach An-j stcht des „Kurjer" die linken Sejmparteien ihr Verhältnis! . zu den nationalen Minderheiten gründlich vsbidieren «mdj devesi StSE^'-HAK«)Mbinättonen weM eineNMl-I -sing der MajoMts'Weru'ttg ernfiihaft ins, ÄaMll ziehen.! . Die Natt-onaldemokratett ' ben-Ltzen nn» die Wahl! . Narutowicz' zu einer heftigen Pretzsshde gegen dw I n-! den. Die Stratzendemonstratloneu genügen ihnen nicht.! Die Parteileitung hat einen hetzerrMn Aufruf an die gesamte polnische Bevölkerung eAasien^ in der Witos Ber-! rat vorgcworfen wivd, weil er den ^jüdischen Kandidaten" Näm-iowiez unterstützt' habe. In diesem Aufruf wird äuge-! kündigt, daß die NatiMalÄrnwkraten me M PrAstdenbew Äarntcwiez als den obersten Swatschef anschen und f&ittw von ihm gezeichneten Akt anerkennen werden. Sie wurden! <ürch eine vom gegenwärtigen Sejm gebildete Regierung! der linken Parteien nicht nur bekämpfech svndem übet-! Haupt nicht als Regierung anerkenmn. Mr jeden Fall ist die Aeußerumg des Fürstbischofs Kardinals Sapieha, der im Senate denr Nationaldemokvatifchen KW ang^ hört, interessant. Sogleich rvych der Bekanntgabe der Wahl' Rarutowiez' erklärte er: „D i e I tt d e n haben sich au'f dieKandidatu r Narutowicz' kapriziert und Alr ihnen verdankt Naruiowicz seine Wahl . zum, Staatspräsidenten". Es ist mm abzttsvarben, ob die linken Parteien, nachdem sie einsehen nlußten, daß sie nur mit Untevstützung der nationale» Minderheiten ihr-' Forderungen durchsetzen können, auch ihr Verhältnis; zu de» letzteren Ltt-dern und die gerechten Forderungen der ngtiomkn Minderheiten nach A»wnotni-e untePützen iverden. Warschau-13. Dezember. (Tel. der „Wr. Morgenzlg.") Gestern abends sah die ^tadt wie ausgesto'rben auL. Da die Arbeiterfchäst einen eintägigen Proteststreik proklamiert hatte, gab es krine Straßenbeleuchtung, verkehrten keine Stvoßenbahnen, waren auch keim Zeitungen erschienen. Die Kaffeehäuser, hatlvn, da sie ohüe Licht waren, gefchlosien. Ten nächste» Tagen sicht rnan mit Beforgnis entgegen, vbzwar gestern eine gewisse Beruhigung eingetreten ist. Gestent patrouillierten Militär und Polizei durch die Straßen und zerstreuten rüäsichtslos mit den: Bajonett auch die kleinste Ansammlung. \ als Master des bodenstänvi^n. deutschen' Studenten Lvscheint Und nichts kann den Niedergang der Wiener Hochschule, die einst stolz bävan-f war, ftemiden Studenten au- Näh ünd fern ihre Gciistesschätz« zu vermitteln, treffender kennzeichnen als die Haltung des Rektors, der jene jüdischen Studenten beschimpft, Universität ilt diese so wenig Wfvenndriche Stadt verschleppt worden, sind.