Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1363 (26.11.1922)
- Date
- 1922-11-26
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelte 12 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung. 26. November 1922 Nr. 1368 Wirtschaftslebens (Valutaspekulationen, Begebung bloßer Finanzwechsel bei der Notenbank) unmöglich mad/eit. Dadurch werden viele Aufgaben, die den Staat und die Wirtschaft belasteten, entfallen, die Lebens« und Schaffenslust, insbesondere aber der Anreiz zur S p a r s a m k e i t würden wiederkehren und die langersehnte Rückkehr des normalen Wirtschaftslebens würde nicht mehr lauge auf sich warten lassen. _ MgemeNleWerreichWeBoden-Kredit-Anstatt. In der gestern unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Rudolf Sieg hart ab gehaltenen außerordentlichen Generalversanmrllur'g der Aktionäre der Boden-Credit-Anstalt iourde in Gemäßheit der Anträge des Verwaltuugsrates mit Stimmeneinheltigkeit der Beschluß gefaßt, den Bcrwaltuugsrat zu ermächtigen, das Aktienkapital alternativ entweder durch Aufwertung der gesellschaftlichen fiktiven int Sinne des Zwangsanleihegesetzes oder durch Ilebcrtragung eines entsprechenden Betrages aus den offenen Reserven auf Kapital-Konto oder durch eine Kombination dieser Leiden Maßnahmen, in allen Fällen unter gleichzeitiger Aufstempelnng des NenuLeträges der Aktien, zu erhöhen. Weiter wurde dein Berwaltmrgsrat in Mäuderilug des Beschlusses der oick>entlichen Generalversammlung vom 12. Juni 1922 die Ermächtigung erteilt, das Aktienkapital auf einmal oder rn Teilbeträgen durch Aresgabc von maximal 1,900.000 Stuck neuen Aktien zu erhöhen und den Zeitpunkt, sowie die Modalitäten der Emission der neuen Aktien im eigenen Wirkungskreise festzusetzen. Schließlich wurden die mit den vorstehenden Transaktionen zusammenhängenden Statutenänderungen sowie die von: Berwaltnngsrate gleichzeitig beantragten Modifikationen einiger formaler Statutenbestimmungen mit Stimmeneinhelligkeit genehmigt. & Der Verwaliungsrat hat in seiner am 25. d. abgehalLenen Sitzung dom Prokuristen Herrn . Hans L o ch n e r die Ermächtigung erteilt, die Firma der Gesellschaft an erster Stelle zu zeichnen, und den Vorstand-Stellvertreter der Effekten- und Wechselabteilung .Herrn Hans H o f fw a n n zum Prokuristen ernannt. a Krone und Mark. Die österreichische gestempelte Krone ist gestern in Zürich unverändert geblieben, dagegen senkte sich Auszahlung Wien von 0,0075. auf 0,0074. Der Markkurs wurde uni eine Kleinigkeit lasser, und zivar mit 0,0762 gegen 0,075 tags vorher gemeldet. Ter französische Franken hat sich von 38,45 auf 38,35 ermäßigt, Lira und tschechische Kronen von 25,10 aus 25,60, beziehungsweise von 18,00 auf 17 gebessert. In Berlin setzte sich die Auswartsbewegung der Devisenkurse fort. Vom Finanzmarkt. Die gestrige Versorgung gestaltete sich leichi; Geld wurde zu drei Viertel bis ein ProznU pro Woche offeriert. Es zeigte sich, daß die Konterrnine noch ziemlich stark -5g rchpz usqusjhsl Ag chU sU -Mwz choq ftst;ao:öoöu3 schaffen. Die Kurstaxationen der Effekten lauteten fest. Fristverlängerung für Ausgleiche mit. belgischen Gläubigern. Laut Ämrdmachnng des Bundesministermms für Fnranzen wird die Frist znr Amnrldmrg gütlicher Vergleiche -nid Antrags!ellnng tvegen Verwendung österreichischer Aktiven in Belgien zu solchen Begleichen im' Emvernehnren mit der belgischen Regierung bis 1. Jänner 1923 verlängert. Die KaMalserhölirrirg der Wiener Lombarb- und 4kseomple-Bank. Die Wiener Lombardu"d Escompte-Bank schrecket nunmehr wr Durckführunq der im Juli d. I. beichloenen Kapitalserhotzung von 400 auf 800 ,■ illionen Kronen. Kievon Von I. Zangwill. (8. Fortsetzung.) „Zeihe nicht Gott deiner Grausamkeit. Ich verabscheue dich." Schnell fuhr sie fort: „Im Ghetto geht das Gerücht, daß du Dominikanermönch werden willst. Schlamme, der Spaßvogel, brachte die Nachricht." " ,/Bo iit es, Miriam. Bald werde ich das Gelübde ablegen." „Doch, tvie kannst du Vriester werden? Du liebst ja Weib." Bestürzt blieb er stehen. „Was sagst 'du, Mriam?" „Nein, jetzt fft nicht die Zeit, leugnen. Ich kenne sie. ^ch weiß von deiner Liebe zu ihr. Helena de Franchi ist es." Weiß lvurde sein Antlitz in tiefer Erschütterung. „Nein, ich liebe kein Weib." „Tn liebst Helena." „Woher weißt dir das?" „Weil ich selbst ein Weib bin." Schweigend schritten sie weiter. „Dir kommst, nur das zu sagen?" „Nein! Das, daß du sie heiraten und glücklich werden sollst." „Ich — ich kann nicht, Miriam. Du verstehst das nicht." „Nicht verstehen! Ich ftnrn dich lesen, wie du das Gesetz liest — ohne Vokale. Du denkst, wir Juden werden voll Verachtung mit dem Finger auf dich weisen, wir werden sagen, daß es Helena war, die du. liebtest, nicht der . Gekreuzigte. Dm fürchtest, wir könnten nicht aus dem Evangelinm Horen." „Ist dem nicht so?". „So ist es." . „Dann..." „Doch, es wird so sein, was dir auch tun magst. Schneide dich in kleine Stucke, und \mt werden nicht an dich und dein Evangelium glauben. Ich allein glaube an deine Wahrhaftigkeit, für mich bist du ein Mensch, der vom vielen werten den Aktionäre» 1 Million Stricke ü 2 0 K. Nominale m't Dividendenb'ie^ lwung mm 1. Lärmer 1973 zürn Bezüge;i 600 K. lei quel icrort angeboren, daß aus 2 alt" eine jrinne Aktie enllöllt. Da« Be.nigsre^-l ist 'n der Leit vom 97. N v'wber bis einschließlich 4. Dezember d. 3. auszuüben. Eine Million Aktien übernimmt ,ftn aus d n b>s'! engen ausiänin chen und. Wiener ^rennden der Bank bestehendes Snnd'kit. . o. Gemeinsame Tagung der wirtschaftlichen Verbände Oesterreichs und Ungarns. Der Präsivialrat bcr Anstro-llngavischeu Haindelskanuu-er hat in seiner unter dem Vorsitz des rmg. Oberrogivrungsrates Bola' Rechnitz abgeherlttnen Sitzung den.Beschluß'gefaßt, zur HerboMMinqvan• regeren wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Ungarn eine weitgehende Propaganda-Aktion oinznleften. Es sollen zunächst die bedeuteii-dsten wirtschaftlichen Verbände in Oesterreich und in Ungarn f.\ einer gemeinsamen Tagung eingÄaden loerden, in der die Frage der BerÄfrlirg der wirtschaftlichen Beziebmrgen zwischen den beiden Staaten behandelt werden soll. Staatssekretär a. D. Ha n t o s, der in einem vie'lbemerkten Bortrag in der iün-fften Valtterstimnlnng der Kammer diese Frage 'ausgerollt hatte, erbot sich, das nötige Material für die Konferenz vorz-nbereiten. Zur Durchführung dieser Aktion wurde aus dem Vorstände der. Kammer ein engeres Komitee gebildet, den: Staatss-ekvetär a. D. Dr. Josef SHitmpoker, Obcrregiernngsrat Bella Recht nitz, Hofrat Ludwig Werthoimer und Dr. Karl Schlesinger angehören. Budgetkürzung in Frankreich. Aus Paris wird gemeldet: Der Kammevansschuß für Finanzen hat in seiner Oiachtsitznng die nachträglichen StvU'erVvrschläge des Finanzministers gchrnst. Mit 13 gegen 5 Stimnken bei 5 Sti'nnnenenchaftnngen hat der Ausschuß die vom Fftranzminister vorg-csehlagcne Kvwtvolle der Einkommenfteuererklärnngen von dein GeiGentwurs a b äetrennt und infolgedessen von den vorgeschlageuen 1285 Millionen neuer Steuereinnahmen nur 738 Millionen zur Debatte gestellt. Ter Finanzausschuß hat ferner mit 17 gegen 4 Stimmen einen Antrag des Sozialisten Blum über die Kontrolle von aus Inhaber lautenden Wertpapieren angenommen.' Die italienische Handelskammer in Wien. Die Errichtung der italienischen Handelskammer in Wien mit der. Teilnahme österreichischer Firneen und Handelsgesellschaften ist, wie wir erfahren, gesichert. Alle Interessenten können sich zwecks Auskunft an das Komitee zur Förderung der italienischen Handelskammer in Wien, 1. Bez., Stnbenring 1. 2. Sock. Zimmer 135, wenden, wo sie die gowüreichten Aeeskünfte erhalten werden. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Die amerikanischen Märkte lagen zu Beginn der Bcrichtswoche aus höhere Schätzungen des argentinischen Exportüberschusses ruhiger, indes gewann die Spekulation neuen Impuls ans ungünstigen Erntctaxatidnen in Australien. Die Stimmung sprach sich fester aus, zumal auch zunehmende Verschiffungen gemeldet wurden und ausländische Kauforders zur Ausführung gelangten. Die europäischen Märkte verkehrtenmit wenigen Ausnahmen in ruhig abwartender Haltung. Die Verflauung auf dom Wiener Platz hat unter dem Eindruck der fortdauernden Geschäftsunlnst weitere Fortschritte gemacht. Durch die Verbillignnq der Preise ist ein Rendement-für ausländischen Weizen nicht gegeben, im' übrigen erweist sich das Offert in österreichischen, ebenso auch in ungarischen Weizen mehr als ausreichend. Roggen , liegt nicht so flau wie Weizen, wird aber immerhin gegen Vorwochennotiz um gckt 20(| K. billiger abgegeben. Das Angebot ist kaum als reichlich zubezeichnen und'liegen gelegentlich auch Offerte in amerikanischem Western vor. Gerste findet ausschließlich Interesse seitens der heimischen Industrie, die angesichts der gesunkenen Preise billige Ankäufe besorgt. Im allgemeinen liegt das Geschäft gleichwie in der Slowakei sehr still, da die Hauptabnehmer, die Brauereien und der Export, im Markte «hlen. Das Interesse Eriglands für feinste slowakische Gersten hält an. Die Preislendenz für Mais und Hafer hat gegenüber unseren letzten Berichten ke-ine Zlenderung erfahren, die Tendenz beider Artikel kann als schwach behauptet, beziehnngswelft als matt bezeichnet werden. Der fortgesetzte Marksturz macht eine Betätigung in Hülsensrüchlen nach dcnlschen Relationen unmöglich. Der Lokoverkehr ist in Hülsensrüchlen aller Art gleichfalls gering, kleinere 2lnschaffungen erfolgen vereinzelt zu gedrückten Preisen. Reis liegt in Hamburg schwächer. Die För- Stndieren Wahnwitzig geworden. Joseph, beiit Traum ist eitel. Tie Juden hassen dich. Haman nennen sie dich. Germ würden sie dich am höchsten Baume hängen sehen. Dein Andenken wird ein Fluch sein bis zur dritten und vierten Generation. Du wirst sie nicht inohr ansriihren können wie die sieben Hügel Noms. Sie haben zu lange fest gestanden." „Ja, fest wie ein Stein standen sie. Ich will sie schmelzen, sie retten." „Du wirst sie zerstöretr. Nette d'^, lieber — heirate diese Frau und werde glücklich." Er blickte sie an. . „Werde glücklich", -wiederholte sie. „Wirs nicht dein Leben weg für einen leeren Wahn. Werde gliicklich. Das ist tnein letztes Wort für dich/ Von nun an achte ich den Bann als treue Tochter Judas, und wäre ich eine Mutter in Israel, so würde ich nreine Kinder lehren, dich ebenso zu hassen, wie ich, es tue. Friede sei mit dir." Er hielt sie an ihrem Gewand fest. „Gehe nicht ohne nreinen Dank, obschon ich. deinen Rat von mir weisen muß. Morgen werde ich in die Brüderschaft der Gerechtigkeit ausgenommen." In dem bleicheirden Licht schien sein Antlitz' überirdisch und geisterhaft, umwallt von dein schlvarzen Haar. „Doch warum wagst du deinen guten Namen, um nnr zu sagen, du hassest mich?" „Weil ich dich liebe. Lebe wohl!" Sie eilte fort. Er breitete seine Arnrc nach ihr aus. Seirre Augen Iva-. ren verhüllt wie voir Nebel. „Miriam, Miriam!" rief er. Komme zurück, auch du bist eine Christin! Komm' zurück, meine süße Schwester in Christo!" Eirr trunkener Donrinikaner wankte in seine offenen Avne. IV. Die Juden wollten nicht kommen, Fra Ginseppe zu hören. Seine ganze leidenschaftliche Begeisterung wurde an eine Zuhörerschaft verschwendet, die sich ans Christen und lärrgst überzeugten Neuhekehrten zusa'mmeirsetzte. Enttäuscht fiel er auf scholastische Beweisführungen, doch vergeblich wandte er die Waffen talmudistischer Dialektik gegen dereingen für Burma 2 loko. stellen sich dort auf 14 Schilling 7.50 Pence, Pro Dezcnrber auf 14 Schilling 6 Pence. Hier liegt der 'Artikel ausgesprochen flau, imd die vorerst gewährten Preisnachlässe für Burma und für italienischen. Reis genügen, nicht, um die, Kauflust anzuregen. Infolge oeS in der Tschecho- Slowakei eingetreteueu Frostlvetters haben die Kartoffeln Verladungen von dort sich stark verringert, dagegen drängen reiche Kärtoffelznzüge aus Polen, zu uns. Hier-. ist der Absatz nicht schlecht, zmnal der Artikel sehr billig im'Preise ist.. Rauhftttter liegt weiter fest; die Preise sind steigend, nachdem die Prodnzenten stets höhere Forderungen stellen. Der Mehlabsatz ist im allgemeinen als ungünstig zu bezeichnen, doch ist in oen letzten Tagen eine ganz leise Besserüng msofern' «m verzeichnen, als für doppel griffige Mehle sich wieider 3ceflektanten zeigen und ist die abwärtsstrckbende Preisbewegung in diesen Zum Stillstand gelaugt. Die allgemeine Grundtendenz des Mehlmarktes nt denlloch sehr ruhig, da infolge der Geldnot viele schwache Hände im Markte sind, die sich ihrer Warenvorräte gern auch unter amtlicher.Notiz entäußern würden. Gleichwie in Weizenmehlen war mich in Roggenfuttermehlen als auch in Kleie billiger anzukommen. Es ''ockercn vrv Kilogiamm ab Wien: Weizen inländischer 3950 bis 4< 5 K.. Roggen 3800 bis *"900 K Gersl« inländische 30 0 Iit§-3200 K, slowakische 3300 b s 3410 K.. Futt-rgrrste 2750 bis 2850 K.. Ma-S 3950 bis 3450 K., Hai'r 2800 bis 3i00!?.. Moh" 19^00 b s 20.(00 K. (590 bis 610 ung. K.), Reis Barma 5800 K-, italienjscber bis 215 Lire ab Ta'v s. Bahn n 140 bis 150 un->. K.. rumani'che 44^0 b>S 4g00 K. <8.75 bis 9.25 Lei , Erb en 6000 b s 7000 K.. neue rumän. 8 75 bis 9.50 Lei. Linsen rn'näni'che 29 bis 30 Le', Kümmel holländ cher 42.000 bis 43 000 K., Kntoffeln inländi che 580 bis 650 K., schecho-lowaki'che 4?>0 b s 625 K., Heu oev rft 2700 K., bur-enlä d 'ches 2100 K.. Roa enstroh lose 1700 bis 1750 K., Bundstlvh gevr ßt 1750 b.s 1800 K ab Stat'vnen, Wei-engnes 7' L0 bis 7701 K.. We>z nmebl Nuller, bis "000 K„ nnga' tches dovv lgritsig 68^0 bis 6900 K., West'ubwtmehl ls. 5100 bis 5200 K., Rogaemnebs Ei"ftr 5400 bis 5500 K., Roggenm-'ck 75» o'e 4000 bis 4700 K.. Maisqries 500Y bis 5100 Weizen- oder Roggenkleie 1700 b s 180o K. Die Devisenkurse. Zürich, 25. November. (Devisenkurse vor 12 Ahr 10 Min. — Aiilgeteiit von der Schweizerischen Kreditanstalt.) Berlin 0.<7% s0.07'/-). Kolland 212.- (213.—). Nrw-Vork 537.50 (537 50). 24.17 (24.17), Paris 38.45 (38.45), Mockand L5.6u (25.10 . Brüssel 38.70 l 86.60), Kopenhagen 109. — (1C9.—), Swchlw'm 144.50 (144.50), Christiana 99.— (98.50). Madr d 82.50(82.50), Buenos Aires 196.50 (196 50). roa 17.- (16.90). Budapest 0.22'/. (0.22'/,). Bukarest 3.45 (3.45). 9'uram 1.85 (1.80), Sosla 3.90 (3.85), Warschau 0.03'/, (0.03'/»), Vien Geld —.0074 (—.0075), Oesterr. gest. Kronen Geld'—.0076 <—.0076). Berlin, 25 November. (Devisenkurse.) Aml erdcm 2847.86 (2773.05), Belgien 483.87 (473.81). Cbrcklianm 1316.70 (1276.80), Kopenhagen 1456.35 (1406.47), Eioclcholm 1930.18(1865 32), Italienische 34613 < 331.66), London 92 418 75 (31.570.87), New-York 7206.93 (7044.84), Paris 5,870 503.73), Schweiz 1341.63 (1311.71), Spmien 119 71 '1097 25), Wien 10.02 (9.82), Prag 286 93 (229.49), B>!d-vest 3.06 (3.06), Sofia 52.66 (53.61). Belgrad 99.25 (101.74). Budapest, 25. November. (Kurse der Devisenzentrale.) Amsterdam 928.— bis 943.—. Bukarest 15.50 bis 16.50, Kopenhagen 475.— b'S 485.—, Christian>a 433.— bis 443.—, London 10.600 — bis 10.900.—. Berlin 0.37'/, bis 0.42'/,, Llolien 110. - ws 115.—, P'.ris 168.— bis 174.—, Prag 74.35 bis 78 25. Stockhom 63 .— bis 645.—. Zürich 440.— bis 455.—,. Wien 0 0*55 bis 0.0365, Sofia 17.50 bis 18.50, Agram 7.60 bis 8.—, New-Pork 2350.— dis 2425.—» Warschau 0.15'/, bis 0.16'/,. Amsterdam» 25. November. (Devisenkurse.) London 11.4<,'/-. (11.40* .,), Berlin 0.0347'/, (0 0355), Paris 18.10, (18.17','zh SüHen 47.28'/, (47.25), Wien 0.0035 (>'.004) Kopenhagen 51.90(51.46). Stockholm 68.05 (68.40), Chrifiiania 46.60 (46.60), New York 25375 (254.-), Brüssel 16.80 (1690). Madrid 38.75 (38.85). Ztaften 11.95 (11.80). Budapest 0.10'/. (-.-). die Tallnndisten selbst. Auch seine Entdeckung durch kabbalistische Berechnungen, daß der Name und das Amt des Papstes im Alten Testament Vovausgesagt waren, vermochten nicht die Inden heranzuziehen, und nur aus beit Straßen stieß er auf die scheelen Gesichter seiner Brüder. Monatelang predigte er mit geduldigem Wohlwollen, dann suchte er eines Tages verzweifelt und erschöpft eine Un-. terredung nüt denr Papst nach, um zu bitten, den Inden sollte besohlen werden, seine Predigten zu besuchen. Er fand den Pontifex im Bett, unpäßlich, aber m fröhlichem Geplauder mit dem Bischof von Salamanca und dem Pro- - kurator der Schatzkammer; augenscheinlich besprachen sie einen spaßigen llusall, der dem französischen Legaten begegnet war. Sein blasses, schülerhaftes Gesicht lag aus den tvcißen Kissen zurückgelehnt unter der purpurnen Nachtrnütze, aber dieses Antlitz wies auch Linien aus, die von energischem Handeln zeugten. Giuseppe blieb schiichtern au der Tür stehen, bis der Kleiderhelvahrer, ein vornehmer Herr aus adligem Hause, ihn aufforderte, näherzutreten. Ehrfürchtig trat er heran, kniete nieder und. küßte, den Fuß des Papstes. Daun stand er auf und trug seine Bitte vor. Aber der Beherrscher der Christenheit rmnzelte, die Stirn. Er war ein Gelehrter und von vornehuwr.Gesinnung, ein großer Beschützer der Wissenschaften imd Künste. Seine Politik war für das Judentum stets. verWttüsmäßig milde gewesen, weiser als die der weltlichen Könige. Die auswärtige Politik nahm seine ganze Kraft in Anspruch, sehr zum Nachteil seiner Beliebtheit in Rom. Während Giuseppe de Franchi einem gelaugweilten Prälaten verzweifelt seine Angelegenheit vortru-g und ihm auseinandersetzte, wie er die jüdische Frage lösen könnte, wie er seinen Brüdern aufspielen könnte, wie David ans der Harfe, brachte ein Kammerherr eine Erfrischung ans silbernem Teebvett herein. Der Vorkoster schmeckte die Speise, um zu versichern, daft kein Gift darin sei, obgleich sie ans der päpstlichen Küche kam; und auf ein Zeichen Seiner Heiligkeit mußte Giuseppe bciseitc treten. Ehe noch der Papst sein Mahl beendete, gab es andere Unterbrechungen. (Fortsetzung folgt.)