Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1363 (26.11.1922)
- Date
- 1922-11-26
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980443--12968-2999569- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oman 1× ep/1047563
OCR text
’tüe & Men, Sonntag Wiener Morgenzeitung. '6. November 1923 Nr. 136S sorgen, -n bist vierzehn Fahre alt, unS fehlen jede Mittel für dich". Meine Bestürzung fiel der ganzen Umgebung auf. In meiner Verzweiflung kritzelte ich ganz gedankenlos ans die Marmorplatte des Tisches ein Bild des Reichskanzlers Bismarck. Ter damalige Student Brüll-Nenda war ganz entzückt und riet meiner Mutter, mich doch nach München an die Malerakademie zu senden. Aber aus all diesen schönen Zulnuftsplänen konnte nichts werden. q * Tic Bänke der „Rassereinen" in Jena. Von der Jenaer Minilcrsäiaft war dieser Tage, wie berichtet, ein Beschluß gefaßt worden, der verlangte, daß bei den Vorlesungen die ersten vier Bänke nur für „rassereine Germanen" reserviert bleiben sollen. Ter Rektor der Universität Jena, Professor Dr. Bauch, hat darauslnu folgendes Schreiben an den Dekan der medizinischen '•fahtkät gerichtet: „Euer Spektabilität bitte ich in allen' medist.nischen Instituten, am besten durch die Herren Direktoren, oekanm eeven zu lassen, daß Ausländer zwar ohne Platzanspruch zum Studium in der medizinischen Fakultät aufgenommen sind, daß es aber rechtlich unmöglich ist, die Plätze an Reichsangei'.örige nach Rassengesichtspunkten zu verteilen. Die Herren Jnftittttsdirektoren mögen Rechisverlevungen Vorbeugen, da 2iese uiclir allein für die Beteiligten, sondern auch für die ganze tlniversi.'ät die nachteiligsten Folgen haben müßten." Der Brief ist am Schwarzer: Brett angeschlagen worden. Mitteilunge« avsdem Mblikum. fus- Die Earnelitsiliiiig der flinier&rilef Band-und lilzilatrili fi. m. i H. Wien, 11. Untere Augartenstr. 5 — Tel. 45 7 62 «stell iu den bi! igsien Tagespreisen Scbaf Wollgarne ra« and ln allen Msdelarben Jettie Heinis Kolomea Heinrich Eifermann in Fit npa Vogels Eifermann 8c Co. Wie» Verlobte Wie», Im November 1922 Isidor Eidinger _ . o Radautz Bertha Kutzman Sereth empfehlen sich als Verlobte Wien, im November 1922 om1 Anlässlich der Verlobung meines Freundes Josef Geiger mit Fräulein Erna SchSnfeld Tochter des thrw. Rabbiners D. H Schönfeld aus. Bukarest gratulieren herzlichst t:SU Moses Hoffenberg Anno Nflck Noe Zocker Czernowitz Luclc (Rassisch-PolenJ geben hiemlt bekannt, dass ihre Trauung morgen Sonntag den 26. November l. 3 Uhr nachmittags, im Haupttempel, II., Tempetgasse, stattfindet Wien, am 25. November 1922. «7j Lora Katz geb. Steinhauer Tarnopol, drzt. New York Sal Katz New York Vermählte New York, 28. Oktober J.922 $8(7 Für Ausstattungen übernehme alle Arten von Handstickereien zum Vor* pausen und zum Sticken. Handgestickte Vorhänge in allen Preislagen stets lagernd! Ko'oman Steinsr, II. Taborstrasse 69 (Im Hofe) Regenmäntel- und Bsm skleidnncsindiistrie Heinrich DIabac 219 Gegründet 1848 von Fred Paget gen. Wien,! Rismergasse 13 Telephon5209 Ergros Export En detail TEPPICHHAUS URSCH & Co. VI., Hariahfllerst aße 79 ' ,53 Stets größtes Lager in Teppichen, Vorhängen, Tischdecken, Bettvorlegern sowie echte Kniipf- und Sniyrna-TeppIchc Wir gratulieren herzlichst unserem Heben Neffen XDr. ADOLF REICH zur Eröffnung seiner ärztlichen Praxis *874 Familie Josef Frey Möbelfabrik J. Spira Feine °» WiSB, K. WM«» 1~J Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse) Spezialität: Seiden- und Wollschals S)f* Mäßige Preise *99 512 UEDUÜHH OiKNtft Mode-, Wirk- und Strick- II Lll M n n I) n tl U n l It warenfabrik O. m. b. H. Wien, XV. Marinhll ergDrtel 17 / Tel. 80-1-90 Warenkracli im Vorhangspezialhaus. VI. Gumpendorferstr. 38 K. 58 000 Etaminstores (m t Emsatz u. Motiven) KülistleroorhSage (Eurm ne). ... Do-pelüecken (mtt Ern atz u Motiven) MaSrasvorhünge durcka webt) . . . Steppdecken (gute Fü uug) ..... SlepoOecken geblum ). PlüfchMchVecken alle Farben).... Aeberwürfe (GobetmZ 16 >X3^0)... Delailoeruaui z« Engros-Preisen! WI«fnamii8eadot ier stpasue 38 K 08 00» K. 138 00» K 148 000 K 158 <;o*i K «08 0 I« . K. 108.000 . K. 358 000 »(tMimiütr «1!PelzmSM und Sportjacken! j grobe Auswahl» feinste AusMhrang [ ■ von IVa Millionen aufw.: Herrensakkovon 1 Million anfw.: ötadtpelze .... . von 1V2 Millionen ausw. s sowie Stolas und Füchse aller Att nur beim j SS Kürschnermeister SS 1 Adolf Lrbanovitsch 1 IV. Margaretenstratze 5 'iimiiwminwiiw»mMii|nniiin»»uniinmwiwmi Großer WeMachtsvmverkaus!!! Tief reduzierte Preise!! im Leppichhaus Steiner, l V. WieSner Saupistratze 51 Äandarbettssiores .. . K. 75.000 Stostvorhjknge. . Ä* 92.000 Ä anöarbetts-Doppel-ecke« ...... K. 195.000 Prima Tischdecken. isvXtLY.K. 65.000 Geblümte Bettvorleger . ... 5k. 45.000 Spitzenstoste, breit. 9200 Seidenelolh-Sleppdecke« ....... K. 198.000 Teppiche. LSufer. Garnituren» Ueberwürse, Flauellöecken ele. wie bisher. Grober Delattverbauf zn Engros Pretten! Iüöischer Mö.Itmßettvemn K««,tag. b«r 9. Wll, S GKr aUnH f« Hu gtfUnlJtn, ). (JUjiti, \X KaceL-Orcheffer Schö«httisk»Mm«Z Aa<K Ztraßenkaßir ««K all«« GicHtuMg«» 9« (QttiintbM, ($itn, 2. <§«).. T»-»rst»aß« f—J, Keiranr» (tLglkch wn tt-i Wr : a« Schalt«« H* WorgeiN«ttt"rjt": Aa»t«»tur«au »Akb»". tMi«». 2. (§«).. Tak-rstraK« 1; I«ll»«tark»t U* H»fk««srl<-. FüLlstHs» As<KscK«l«u«sctzutz. -. glmmttmnnplalf (tä)U<& ve» 11—3 <US«) 9891 Grosser Preisabbau in, Herren- und Damenstoffen bei L. STEINER & C'i I. Bauernmarkt 13 Qrttnaungsjahr 1801 Besichtigen Sie unsere Schaufenster. Heute von halb 5 bis 7 Uhr beleuchtet. . 998 erfordert eineu Herma Hiiftenformer Busenhalter Hormon Diown VJjMarlahilferstr.SI, I.,Kärntnerstr.4 itOllllflil rioüBII (Hotel Astoria), Baden Beethovenatr. 4.^ E£)«^X1€» Am WWäBSmt — kfwolls per dkg. v. K1100. Kuustaelde per dkg. v, K 3700 uloker, B&okl^r, Wlodexvexkänf.r Verzagsprelae l Nur ». Beoflelstein, IX., Nnosdorfe straeso 70 Telephon 18-3-C8 Hausnummer genau beachten 588 t H Ol, ZI/USTEPj &T>HCIAXvITäT j EDMUND WIEN,ATU, A1SERSTRASSE 21 Diebstahl an sich selbst ist es, wenn Sie nicht die notigen Strick- und Wirkwarenartikel sowie Schafwolle und Kunstseide im Strick- und Wltkwarenhaus „zum Kleeblatt** VII. Kirchengasse 20, einkaufen. sss Lar Hakenkreuz. Man schreibt Ms: Del her Beobachtung des Hakenkreuzes fiel mir immer seine merkwürdige Achnlichkeit mit den ersten Buchstaben des Alphabets der hebräischen Quadratschrift, nämlich mit dem hebräischen gedruckten A l e p h, auf, und es tauchte in mir die Bermutung auf, ob nicht zwischen den beiden Zeichen irgend ein Zusammenhang in Nücksicht aus einen gemeinsamen Ursprung bestehe. Mehrere Notizen in Ihrem geschätzten Blatte, welche das Hakenkreuz ans indische Spmbvle zurückführten, brachten meine Vermutungen zum Schweigen. Die Mitteilung der Glosse Wilhelm Michels aus der „Weltbirhne" m Ihrem geschätzten Blatte (12. d.), laut welcher die Heimat des Hakenkreuzes Assur war, wo eS auf Steinbildern und Vasen häufig vorkam, erweckte meine Vermutung von neuem und ich glaube jetzt auch, einen nicht unwahrscheinlichen Zusammenhang zwischen .Hakenkreuz und Alpha zu erkennen: Tie hebräische Q u ad ra t sch r i ft ist lernt lal > mndrscher Ueberlieferung assyrischen Ursprungs, di e Kamen der einzelnen Buchstaben sind aber zwcrfoiws h r ä i s ch, und zwar bedeutet das Wort „A l e P ff* im Hebräischen Rind. Das ist nichts Seltsames, denn in dem Anfangsstadium der Entwicklung der Schrift gab es ja nicht eine Buchstabenschrift, sondern nur Wortbilder. Die Tiere und -die einzelnen Gegenstände wurden einfach abgobildet (vergleiche die ägyptischen Hieroglyphen, in denen man deutlich Tierg^ sdalten, wie Löwen, Schlange usw. erkennt): so muß auch das hebräische „Aleph" ursprünglich die. Figur eines Rindes dargestellt haben und ist erst im Laufe der Zeit durch Stilisierung der ursprünglichen Linien zu seiner heutigen Gestalt gelangt. Es gibt in der hebräischen Schrift noch andere Buchstaben, welche Tiernamen haben, wie das „G i m e l", das Wohl ursprünglich ein Kamel darstellte, an welches auch heute noch das höckerige Aussehen dieses Buchstaben gormchut; ferner das „Nun", welches Fisch bodeut-et, dem es. durch sein schmales, längliches Aussehen ähnelt, und dbeniso das „Ku-ph'h welches Affe bedeutet. Warum -der erste Buchstabe gerade das Rind darstellte, ist auch nicht schwer erklärlich. J-n den relrgiöstn Anschauungen der Assyrier spielte das Rind eine große Rolle. Sie stellten sich ja die Engel in Ochsengestalt vor und hatten daher in ihren Tempeln viele als heilig verehrte Ochsenbilder entsprechet^ den ägyptischen Apis. So ist es kein Wunder, daß -dom Rind in der assyrischen Schrift die e r st e Stelle ein-gerä>wmt wunde, und dieses schriftlich dargestellte Rind nahm eben im Laufe der Zeit die Form nnseves gedruckten hebräischen Aleph an. Das dom hebräischen Aleph ähnelnde Hakenkreuz dürste auch nur der assyrischen Darstellung des Rindes rvachgobilidot sein. Das sie dieses aus ihven Vasen darstellten, ist nunmehr auch ver ständlich. Sie wollten eben ihre Gefäße mit heiligen Gestalteu bemalen, welche vielleicht als Talisman gegen Uniheil usw. wirken sollten; vielleicht handelt es sich bei -dieson V-ase-u auch um heilige Opsergeräte, welche sie ihren St-iergotthe-iten weihten. weshalb sie ihnen die Bilder der Gotlheit emsprägten. Winn also unsere arischen Antisemiten ihre Brust mit dem Hakenkreuze zieren, so tragen sie das Rindvieh zur Schau, das den allen AssyrieM heilig war und anschein-end auch den hochzivil-isierten R-assÄtantisemiten heilig isst Stoßeinkauf ist Vertrauenssache rÄSJ.'SSitasKani! & Fried VI., Linke Wienzeile 40. Im Hofe 8^6716