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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-26 · Heft 1363 (26.11.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1363 (26.11.1922)
Date
1922-11-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Rr. 1363 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeituug. 26. November 1822 Seite ft vom einfachsten bis nun feinsten Genre Wiener Pelzwarenmarkt Breitfeld&Lander, Wien, II. KB. : »n»» detuil •’ ’' Telephon Tagesbericht. Aoniftische Massenversammlung im Komödimhaur. Herr Doktor Ncchum Gold mann aus Berlin hak Mher.in einer Reihe von kleineren Versammlungen die nur einer beschränkteren Zahl von Zionisten zuyäiml-ich waren, iiber die brennendsten Fragen des gegenwärtigen Judentums gesprochen. Um auch einer weiteren jüdischen Oesfentlichke't d'^ Möglichkeit zu bieten, sich durch die interessanten und aktuellen Aufklärungen dieses glänzenden Redners informieren zu lassen, veranstaltet die zionistische Bezirkssektion des 9. Bezirkes Sonntag den 3.'Dezember um 10 Uhr vormittags im Wiener Komödienhaus eine große' Versammlung, in welcher unter anderm Dr. N. Gold mann, über die Stellung des Judentums zu Erez Israel einen Vortrag halten wird. Das nähere Programm dieser Versammlung wird noch bekanntgegeben. _ Paliistina-Mandirtsfekr in Graz. Aus Graz wird uns berichtet: Die Israelitische Kultusgemeinde veranstaltete am 18. November einen Festgottesdienst zur Feier der Ratifizierung des Palästina-Mandats. Landesrabbiner Unrv.-Dozent Dr. Herzog feierte die historische Bedestang der Beschlüsse des Völkerbundes vom 22. Julr. Er betonte, daß sie einen Wendepunkt in der Situation des jüdischen Volkes bedeuten. Die Gesamtheit der Juden ohne Parteinnterschied müsse an dem Aufbauwerke nritwirken. Für den Keren Hajessod wurden bei der Thora zlvei Millionen gespendet. Ein gemeinschaftlicher Ausruf der Kultusgemeinde und sämtlicher jüdischer Vereine war dem Festgattes'dienst vorangegangen. -— Donnerstag den 23. d. fand die Festfeier anläßlich der Ratifizierung des Palästina-Mandats im Saale des Hotel Erherzog Johann statt. Herr Dr. Nahum Gold mann ans Be-Äin hielt die Festrede. A» PaMina-llnteruehmen der Vereinigte« Berliner Komitees für zionistische Reorgmisation. Das Berliner Komitee für zionistische Reorganisation teilt mit: Auf Einladung von Dr.- L e w i n, Direktor des Norddeutschen Bankvereines, Dr. Alfred Nossig und Madimir Temkin fand in Berlin eine Besprechung in Sacherr eines wirtschaftlichen Palästina-Unternehmens statt,, welches das Vereinigte Berliner Komitee f. z. R. in Ge-' meinschaft mit anderen jüdischer Gruppen plant. Der Besprechung wohnte auch das auf der Rückreise von Palästina nach Amerika begriffene bekannte Mitglied der Brandeis- Gnippe Mr. Sol Rosenbloom bei. Ferner waren Persönlichkeiten aus der Berliner russisch-jüdischen Kolonie, die Herren David M a r g o l i n, Paenson, S. Schallt, als Vertreter des „Binjan Haarez" R. A. Dr. K o l l e n scher, sowie die Herren H. Böhm, F. B e r n-' st ein rmd Abramson als Vertreter der Wolfsohn-Gesellschaft anwesend. Nach einem einleitenden Bericht dorr Dr. Nossig über den Charakter des geplanten Unternehmens referierte j der vor kurzem aus Palästina, zurückgekehrte Dr. N.; ’o onig über die wirtschaftliche Lage in Palästina. Es , wurde zur .Kenntnis genommen, daß bis jetzt nachstehende Gruppen an dem Unternehmen sich zu beteiligen bereit sind: Die Wolfsohn-Gesellschaft, die Neutralen, jüdischen Organisationen „Allgemeine Jüdische Kolonisations- Organisation" und „Hilfskomitee für Palästina", vertreten durch Kommerzienrat Gersön Simon rmd Herrn Alois A. F. Marcus, Direktor der Deutschen Unionbank, die „Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel" in Frankfurt a. Nt., repräsentiert durch Dr. Oppenheimer, Herr Jaqnes C h a p i r o (Paris), VevtrauenAmmm des Baron Edmund Rothschild, sowie mehrere große Firmen in Berlin und Hamburg. Den Mittelpunkt der Beratungen bildete eine längere Ansprache des Vertreters der Brandeis-Gruhpe. Mr. Sol R o s e n b l o o m stellte die Methoden dar, nach denen die Brandeis-Gruppe sich in Palästina wirtschaftlich betätigt, und forderte die Anwesenden auf, in ähnlicher Weise vorzu-' wchen. Wenn es auch durchaus berechtigt und rationell ist, bei dem 'wirtschaftlichem Aufbau Palästinas von dem. kommerziellen Prinzip auszugchen, so muß man sich doch gleichzeitig auch von den großen nationalen und sozialen Gesichtspunkten leiten lassen und gewisse Opfer bringen, um das Aufblühen eines jüdischen Palästina zu fördern. Wir sollen in Palästina nicht nur materielle Vorteile suchen, sondern auch die traditionellen Ideen des Judentums muss Neue verwirklichen. Borlefnnnrn über den Sionistmts. Am Pariser Institut für soziqle Wissenschaften. Aus Paris wird uns berichtet: Das Institut für soziale Wissenschaften hat eine neue Einführung getroffen, indem für die lausende Stndienperiode eine Serie von Vorlesungen über den Zionismus angesetzt wurde. Es wird sowohl Anfängern wie Gegnern des Zionismus Gelegenheit gegeben, im Rahmen des Zyklus ihren Standpunkt zu vertreten. Professor Dr. Weizmann, N. S o k o l o w, die Professoren Basch, der seinerzeit an der Sorbonne mit Nord au. öffentlicht diskutierte, und Gige sowie Senator de Manzie werden Vorlesungen halten. ■ > ■ VomKeren Kajecketh l'gsrael. Di« Landeskonstrenz der Keren Kojemeth l'Israel-Delegierien findet heute. Sonntag um 3 U,r nrchmit'ags im Ingenieur- und Arctitebtcnverein. Wien, l., Eschenbachgosse 1t, statt, woselbst am gleichen Tage der z t o n z st t s ch e P a r t e i t a g ilattfindet. Die Delegierten werden ersucht, möglichst verläßliche Daten über die Zahl der Juden ihresSprengels mitzubringen, da diese di« Grundlage für die neue Kontingentierung bilden wird. Die Delegierten wollen spätestens «ine halbe Stunde vor de rTag-lNg ihre Beglaubigungsschreiben verlegen. Es wird um pünktliches Erscheinen ersucht. Die Lan-eskommissio» -es Keren Kajemrih l’Sfcacf. Sie Tätigkeit des Wiener PMftina-Amles. (Aus dem dem österreichischen Zionistischen Parteitag vorgelegten Bericht.) Das Wiener Palästma-?ünt ist eine Institution der Zionistischen Exekutive und wird seit Mai 1922 durch deren Sekretär, Herrn Dr. Martin Rosenblnth, geleitet. Ms Landes Palästina-Amt für. Oesterreich rmd als Hauptdmrchg-angsaint für die aus PÄen kommenden Jnmvigranten hat das Wi-cner Pc löst ina-Amt alle Aufgaben erfüllt, die di' Regelung der silbischen PalLstina-Waudorung von und durch Oesterreich 'hm au serlegr c; in seiner Eigenschaft als eines Lei zentralen Palästina-Aemter der Zionistischen Organisation war daS Wiener Palcstira.Amt aber auch dauernd mit een allgemeinen Problemen rer jüdischen Einwanderung nach Ercz J-ra." vcschäsügt nn, bemüht za deren Losung beiz«: eigen. Im besonderen Nor des Wiener Palästina-Amt bestrebt, die Boceinbenlichung der Mrjah-Arbüi in der Diaspora h".--be:zrführen und hat zu diesem Zweck eine größere Anzahl von Z-rkularschreiben informativen Charakters an sämtliche Pcrlästina- Avmter gerichtet. Das raorgamsievte Handels- und Jndustriodeparmnent des Palästina-Amtes befindst sich in aufsteigender Entwicklung und.sticht in lebhafter Korrespondenz mit dem entsprechenden Departement >bei der Zionistischen Exekutive in Jerusalem. Eine Reihe größerer Lieferungen nach Palästina sind in der letzten Zeit unter Mitwirkun'g des PMstina-Anltes ztcm Abschluß ge-, bracht worden. Der orgamsatorische und technische Apparat, des Wiener Palästina-Amtes ■ umfaßt (einschließlich der für %a§ Fkirsorgewerk notwendigen Beamten) zurzeit 20 Personen autzer dem Leiter. (Da damit gerechnet werden muß, daß die Palästina- Wanderung über Wim infolge der im Interesse der Wrjah zu erhoffenden Erschließung des Weges über Rumänien äbirchmen ‘ wird, wird der Boamtenappavat «des Wioner Palästina-Amtes , vom 1. Jänner 1923 um sechs Beanrte verkleinert tverden.) In «der Zeit voin 1. Jänner 1920 bis 30. September 1922 haben mehr als 12.0M Palästina-Fahrer, ffir die Wien entweder i 7 C iiiiiniiii KLEIDER I KOSTÜME ( MANTEL PELZE I, KflRNTNERSTRASSE 34 (MAYSEDERGASSE 2) ISO ■«u- L^ßWBIiuiCü,fa.il A»pwmirifcfM»g. K, T«l. den Änsgangspunkt oder einen DurchgMgspnnkt ihrer Reise nach Erez Israel bildete, das Wiener Paläst-ina-Zbmt in Anspruch genommen. 6946 Personen, die das englische Visum in anderen Orten erhalten hatten, wurde dös itailiemsche-Dnurchreisevisum in Wien besorgt. Das englische EinroisedisMr erhielten durch das Wiener Palästina-Amt insgesamt 3222 Personen, davon 2610 Einzelpersonen und 1^5 Familien, mit - 612 Kopsen. ' Auf das männliche Geschlecht entfielen ..... 2460 Personen Auf das weibliche „ . - - - 732 „ zusammen 3222 Pe sonnt Dem Alter nach warsn: Bis zu 15 Jahren . . . ... ..... ... 197 Personen , . 25 : . . -678 . . „35 „ ... 1784 „ . * » . ........ - 460 ' „ „ 60 . HO . lieber 60 „ .. 2 Wammen 3322 Personen Nach der Siaatszugehörigkeit eutsielen ans: Polen . . ............. . M7 Personen Pilästina (größienteils Keimbeh»-er^die nach Kriegsausbruch Pal'fiina verlassen, muß en) - - - - 574, Rußland und Ukraine. 241 „ Oesterreich .......... ....... 137 „ Ungarn. . . .. .............. 104 „ Tschecho-Slowakei . . .. 96 , . Rumänien. 69 Andere Staaten (Deutschland. Türkei. Bulgarien. Fügo lawien, England, Frankreich, Holland, Fialien, Amerika, Spanien).. - « 64 „ zusammen SSLS Perwnen Nach den bisherigen (bezw. f>ir Palästina beabsichtigten) Berufen waren: Landwirte und Landarbeiter . . ... < Landwerker (qualifizierte Arbeiter).... Kaufleute und Lnduflrirlle. Freie Berufe (Aerzte, Rechtsanwälte Rabbiner, Künstler usw.) ... . . Ohne Beruf (Laursrauen und Kinder) . . 481 ( 38N zusammea 3222 (3223) Personen Nach den Vermögensverhältniften besaßen: 970 (1412) Personen 868 ( 833) 428 ( 258) 475 ( 333) Unter. 20 Psund.... . . 2020 Persorlen leinschließlich alle: Familirnangehön.en ohne eigenes Bermögert) Bon 20 bis 40 Pfund . . 520 Personen * 40 „ 100 . . . 364 * „ 100 „ 200 „ . . 286 * w SCO „ 500 * 21 „ . «00 „ 1000 „ » « b 0 ,EI-Be-K0 Badezimmer-Einrichtungen Ixpo rI nach allen Staaten! über 10u0 Pfund . . ... 6 , zusammen 3222 Personen Auß-erdern statlden beim Wiener fl?alästma-Amt zirka 400 Palästinenser in B-ehandlimg, dvnetr nach vorschi-edmen Staaten beschafft wovden sind. ' Unter den irn September 1922 >t-ach Crez Israel Abgefertigten 'befanden sich 180, Pogwmwaistrr ans der Ukraine, die unter Führung Belkinds standen. Die am 15. Jänner d. I. in Kraft gdwebeuen verschärften Einwändevnngsbeftimmungen, haben es bewirkt, daß die Zahl der jüdischen Immi granten in den letztes Mo traten ünmer tn eh r sank, so daß während der letzteit Monats nup 400 bis 500 jüdische Einwanderer im MonatAdurchschnift nach Palästina kamen, gegenüber zirka 1000 in der Zeit vorher- Dagegen ist die Anzahl derjonigei^ beträchtlich gewachsen, ■ die in Wien seit Monaten auf die R e i s e nr ö g l i ch k e i t nach Palästina warten; darunter befinden sich eine große Anzahl gut ansgebiildeter Ehalnzim und Chaluzoch, Verheiratete und Ilnderheiratete, die mit Uttgeduld den Tag herboischnen, wo die wiederholt in Aussicht gestellte Erleichterung der Eiureis wo rschviften ihnen die Reise nach Erez Israel ermöglichen wird. Bei dieser Sachlage war es dein Palästina-Amte oinerseits möglich, feinen technischen und organisatorischen Apparat rm Laufe des vorigett Jahres erheblich zu reduzieren, andeverMs wunden die Fürsorgeinrichtnngen des Ainles trach wie vor und zum Teil sogar in verstarktom Ansmd m Anspruch grnomnren. . In den drei Chaliuzhaimen (MännLvhoün, Roßanerkaserne, 90 Betten, Frauenheim, Roßaucirkasern^ 40 Betten, Landhcim. Kloste-rnisuburg, 160 Bebten), die nach Auflösung des fti'cher bestandenen ■ „Fürsorgekomitees für jüdische Palästina -Ein U grauten" vom Palästina-Amt selbst verwaltet werdep, satrdeu in der Zeit vom 1. Jänner bis 30. September d. I. Nenauj- -nahmen von 2386 ntännlichen und 1961. weiblichen Personen statt. Der Belegstaiid aller drei Heims zusannnen beträgt im Durchschnitt pro Tag zirka 250 Personen. In der Zeit vom 1. Jänner bis 30. September b. I. wurden 169. Einzelpersonen und 24 Familien Reisedarlehen aus dem Emigrationssonds im Gesavrtbetrage von 425:7:3 Pfund gewährt. 773915 9999997

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