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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-21 · Heft 1358 (21.11.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1358 (21.11.1922)
Date
1922-11-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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t ‘ t P*’ ' i',” ’ T ’ ’r "VMe.4 Türen, Mensrag feer mit einem müden Lächeln eintreten und jagen: „Dieses Mal ging'S noch glatt" oder wird er . .. DaS junge Weib des Arbeiters wirft sich vor den Füßen der GEsrmitter nieder, die alte Frau deS PrivalVeamten nimmt tvs Gebetbuch vor und-lucht nach einer Bitte an den G^tt ihrer Vater, die heiß, die dringend, die innig genug ist, nach einer Bitte, die Arbeitslosigkeit abzuwehren. Es wird abgebaut ... K. M. Wiener Znternvtionaler Schnchkonnretz. Am die' >m Meiskeriurn'er ge'pielt n Partien dem Per-« fländnis reci't vieler Scha' fr m de nöberzubrinaen. werden gedoitvrlle Partien des Kongresses m A'«,s'aal der W-ener Urania Sornkaq and Mit! > och nm '^4 Adr am Schaub eli oor tfübrt werden. Der «rsie Q3r rfroq wird Sonntag den 26. d. von Weiter Lö>ry oehabK werden.?n die er Brrboasm «- werden dann E. R. Wolf. Dukovich, Dr. Thanhofer und andere bekannte Meiner sprechen. Turnier um die Kongref-rneisierschofl von Wien» Lwden ebtzeften Gruppen ist folgender.Stand v» verzr'chrien: * I. Gruppe: Fschr 4'/,. Beult um 4 (H), Zimvel 4. Ludwig 3'/,. Dr. Kirschen 2'/-, Szigtti 1 4- 2 V. Luffckm t. II. Gruppe. Dr. Wa dler 4 -s- 8, Professor Scyka B*/* 4* 2H. Wolf Alfte) 3 -f 28, Schwimmer 3 + 8, Tyroier P/, + 2 H, Binder 2 + 8. Schenke n 1 + 3». Karp 0. III. Gruppe. Lokwenz 4'/, + H, Weih 3'/, 4- 8, Fon« dera 3'/,. Schuster 2»/, 4- 2 ». Meller L (8), Sauer 1'/. + 3‘H, Adam 1'/, und Schwarzdach 1. IV. Gruppe. Mlill'r 5 4 8, Professor Sliebitz 4. Igl SV, + ö. Geiger und Schreiber S» GarguUtz-2, Strobl l'/„ vomqui i. L Der gefir'ge Tag war fpieli-.el, di» Meister verbracht»» den Abend im Do"ocher-Thea!er. Die Dired>ion hatte vür Logen zur Verfügung ges ellt. Na^ mittags hotte Gro? mei« er Atjechin gegen 25 Gegner zu Kämpfen, die er alle nach vrersUndiger Dauer besiegt. VU. Bunde. Dr. Tar'akmorr-König, Aorvc'y Dukovich. A'jechin-Dr. Tirracb, Wvig—Dvgoffubow, Spielmann—Grünseid. Reit-Takaes, Kmoch—Samttch. Rudinslem ist frei. * Trauung. Sonntag, mittags, Hai im Tempel in Döbling öie Tvauung unseres Redaktionsmitgliedes Herrn Dr. Hugo Spie gl er mit Fräulein Jnez Han kam staltgefunden. * Hofrat Professor Obersteiuer.gestorben. Sonntag nachrnittags ist hier naa) langem Leiden der bekannte Psychiater Hofrat Professor Heinrich Obersteiner knapp nach, vollendetem -75. Lebensjahre gestorben. Oberstem«! hat auf dem Gebiete der mikroskopischen Nerovnanalomie Schule gemacht, vorzügliche Lehrbücher geschrieben und sich als Leiter einer Nervenheilanstalt große Verdienste erworben. Die Döblinger Heilanstalt, die sich Weltrufes erfreut, in der Lenau und Semmelweis Schutz fanden, hat Lbersteiner von seinem Vater und Vei-desdorf üoernommcn. Sie besucht seit dem Jahve -4819. Obersteiner Hai auch das Neurologische Jnstittü der Wiener Universität gegründet. Unter seinen Schülern feien' Schlesrnr^r, ReAich, Pineles, Karplus, Spiller (Philadelphia), Kuro (Tokio), Beeoor (London), Borgherini (Padua) erwähnt. Lberkbeiner har alle von ihm begründeten, für di-e Forschungen sehr bedeutsamen Präparatensamiwlungen (einige hunderttausend Präparate), der Universität geschenkt. Die Heilanstalt in Döbling hat Obersteiner während des Krieges aufgelost. Sensation machte seinerzeit die Flucht des Fürsten SnlkowSki aus der Anstalt. In seinem Hause wurde auch viel Musik gepflegt. Er hat auch Wagner in seinen Anfängen gefordert. Der Verblichene besaß außer der größten neurologischen eine der größten Ptiva-tbrbli-otheken für Musik in Wien. Das Leichenbegängnis findet morgen um 3 Uhr nachmittags vom Trauer- Hause, 19. Bez., Krvttenbachstroße 3, statt. Die Beisetzung erfolgt auf dem'Döblinger Friedhöfe.. * Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde Dien. Anläßlich der dritten Peröffsittlichnng der Bibliothek der israelitischen Knltusgememde Wim ha-aen für die Fortsetzung der Serie gespendet: Herr Prof. Dr. Simonsen, KopenhcHen 450.000 K., Bibliothekar Josef Fischer, Kopenhagen 150.000 K., Sigmuikd Seeligmann, Amsterdam 100.000 K., Naftali Witter Wien 25.000 K., Rabbiner Denzron Katz, Wien 20.000 K. * Briefmarken zu 400 und 2000 Kronen. Wie die Korrespondenz Herzog meldet, gelangen mit Rücksicht auf die letzte Porwerhöyung Briefmarken zu 400 und zu 2000 Kronen,'welche den bisherigen hochwertigen Marken nachgobrldet sind und nur eine andere Färbung mit der entsprechenden Wertangabe aufweisen, zur Ausgabe. Auch einzelne neuck Nachmarken smd durch die Portoerhöhung notwendig geworden. * Die Depesche des Kompagnons. Wie berichtet, hat der Vorstand der Kolonialwarengroßhandlung, 1. Bez^ Doro- Lheergasse, Emst Freund gegen seinen Kompagnon' den Kaufmann Johann Serejani die Anzeige erstattet, daß dieser -unter dem Namen „Freund" widerrechtlich ein« fingierte Depesche von Wien an die Filiale Prag einer Wiener Grotzibank gerichtet habe, mit der er sich einen Betrag von 80.000 Kronen tschechischer Währung nach Triest . überweisen ließ, Dabei sollte auch der 18jährige Beamte Anton Belinsky in Triest beteiligt gewesen sein. Die vom Wiener LandesgeriHte 1 eingeleitete Vorumen'uchunq hat nun die volle Unstichhaltigkeit der Aktzeige des Herrn Freund ergeben und eS wurde daher sofort das Strafverfahhren gegen Hern Serejani eingestellt und auch Herr Belinsky, der bereits verhaftet worden war, auf freien Fuß gesetzt. * Erste Hilfe. Das Wiener Freiwillige RettungÄnstitut hält durch seinen Chefarzt Dr. med. Karl Pa ne sch unter Mithilfe einiger Demonstratoren m seiner Samariterschule <1. Bez., Wudpretmarkt 8) theoretisch-praktische Vorträge. Heute über „Erste Hilfe bei St ratzen gebürten"; Freitag den 24. d. über „Erste Hilfe bei Verbrennungen und Erfrierungen". Beginn 7 Uhr abends. Eintritt frei ohne Karten für jeden Erwachsenen. * Wetterbericht. Mitteleuropa hat bei lebhaften nordwestlichen Winden trübes Wetter. In den nördlichen Alpen und Vorländern fällt allgemein-Schnee, aber nur in geringe« Mengen. Morgens hatte es unter Null Grad, mi-ttagS wenig darüber. Steiermark und Kärnten hatten morgens wolkenlosen Himmel und stärkeren Frost. Im Gegensatz zum kalten Wetter in Oesterreich-hat Island mittags über 10 Grad. Voraussage: Meist trübe, Nachlaisen der Niederschläge, vor allem tm Westen Oesterreichs, ein wenig warmer, aber «och kalt, böige, nordwestliche Winde. ■ Seteinc, Vortriise Md Versammlungen. P a k a ft i n a - Sek 1 ion der a k a d e tn t f 4t« n i ejut.i* «J« 1 ü-„i! «der M rü tz lner t» Wie»' Mener Morffenzettung. 8 ifoT obe« d», ix„ Lfechle stemstrotze 1143. dtm lenüe ''»'ommpokn' st. 'rltboinrn — A t i r > M i S f ö ch 1. II., Pra'"rdraste 43 H. 7 Uhr abend«, MW'-der, per ammlun«. — Verein I " r } ö <? <b » «.f.d» i (ft f t ii n b L i I e r a I'»r i n Wien. Morgen. 7 U''r abends Dorsra-» -s .^errn <^r. % F. F^n''sll'ein sii ar An—ikis Dyb»K.' T’iHUrt "k« ott d r 'üdsi-' en Gemeinde. II., K'rdsnand-strÄli 23. I. Stock. rtWt* »-ssskowmm. Ti was h "8 e K '> d o Worn-n. >/4> 1'hr ade d«. i» den Kkridr/tum-n. VlN . Benno» p>"K 1 Parl-rrpl po.p"Iö»'kr Därkra «abend. Pro ramm r O«K^r Gpid' w'd. Dissnitsson 0b« die OraomOerui'ä der sOdt» I' en F0 'ar-'e: Merle 5chwer.», ^cnzerpJna-rln; Luy'en und Srennl. Mel''ersänaerdua vom Th'aler a, d. Wien. H r <r *>» o ^e"»e 5 lfl'r i^to^r Pool): U str Freund. K»r .^"nd. Marion, It"-kriea. ' 6 lthr Kseiner Saal)' Mormnne a ' n t * ci'^ie Berwn< »^0100 der ^uaer^. '/,6 wr (Kurs» so 0: pb-rr ckmm"rral Rrbrr' B a I t er> ''nsührung tn d'e ndploarspb'scke Praxi«, 8. */,fi Kt)r rOIitbiroli: Dr 80'ef K N i b: a tn da« Gifnerensme'. XII >/,8 Ukr rG'ober Saali Kommermusik-Abende. IV Das Gvslesmann- O arte»» */s8 8 '** 'Aie'ner ^aa«): Eck ff ba"i"spektor 3nqen,etir t^ans ff 0 l-»i 0 n>: Sir-Mninä in d'e .De^ba^ttina de? aeffirnle" .^twm's. ' I. V.8 U'r (^trsf o1'‘: Vbe.d Ural gng. ftolet L 5 m 0: Mrundiasten der S'orkstwm-E'pk roiechnik. X'. l',8 Ubr fülubl al': Dr. ftofe* <1 u f 6: Deutl er D« lks^e'qna des Gitarre. Xll. 7-8 r lMit'rvski'psersaall: A'si' . Dr. Al'red Li mb e roe r: Anolomie der. Pflanze. — Tnien'anz zur e i n e D » ck t u n a in R a d t e r u n g e Dortrog — Präiide len de» Kunsitie'ms Lndwia Keßh«i«<r, mvrq«n. V,3>. Uhr, tm Kleinen Saal.der Aronia. Boland-Bühne Vrgle jfld. Volb»bfltme> Ensemble-Gastspiel der WILNAEH TRVPPE Heute Dienstag den 21. November 1922, 7 Vhr abend» Eifersucht ton Aribaacbew ' Mhne und Kunst. Reue Men« BMue. »null, ftotfl.) Schnitzlers „Dar weit« Land*» neben dem „Cmsamen Weg" wohl svi» bedeutendstes dramatisches Werk, hätte aMßlich seines 60. Geburtstages «vf einer Wiener Bühne erscheinen müssen. Nehmen wir diese mit Ernst vovbeveitete Aufführung als nachträgliche Schniitzler-Feier. Man kennt Arnold K 0 r f f S vollendeten Hofreiter vom Burgtheaterher. Cr nimm die Rolle um einige Grade tragischer als der arme Harry WaLen, ist mehr sehnender, wunder Liebhaber der eigenen Frau als spielerischer Don Juan. Auch als Spielleiter des Abends hat der geschätzte Gast große Verdienste. Die Menschen dieses Stückes sind nicht nur gut angezogen und vortreffliche Tennisspieler, sondern auch Meister der Kunst, ihre Gefühle Himer einer schönen Maske zu vevbevgen, möglichst mit sich selbst fertig zu werden und insbesondere dem Teilnehm«« ihres alltäglichen Amüsements (Alltagssorgem hoben die Leute «n „Weiten Land" keim) keinen ©iwWuf m Shr Herz zu gewahren. Korff gestattet^nun Frau GeUia, die von Maria'Karsten sehr fern gespielt wird, in den.letzten Szemn eine« richtigen GefüHlsausbruch und sich selbst erschütternd echte SchmerMSrufe, wenn er endgMig von'Frau Genia Abschied nehmen muß. Um so tiefer wirkt der trsnvige Ausgang der Komödie, um so plastischer wirkt dieses GesamMd Wohllebender einsamer Menschen. Don den übrigen M-itwirkcnden, devnr ZufammMspiel ungewöhnlich sorgsam abgestimmt - war, ist Jens Friedrich als Bankier Natter ganz hervorragend, die Damen Fo-rster, Radnay und Walilis/fowie die Herrm Balberg, Smytt, Uiberacker, Farkas, Schrecker und Jungmichl voll Berdienst und Lili Herdmenger in der schwierigen Rolle der Erna immerhin von Ktter Haltung. Cs war St-il'und Stimmung in dieser ÄuWhrumg. Schade, daß einige Striche gemacht wurden. Sehr vornehm, daß Arnold Kvrff erst wach dem letzten Fallen des BorhcmgS für den begeisterten Beifall dankt«. O. A. ventfcher BoltsNeMr, Ehnnabriid ildols Weist«. Das 40jährige Bühwenjubilaum Adolf W e i s s e 2 vereinigte ein« Reihe auserlesener Kräfte, denen wir eine vortreffiiche Aufführung von „Nathan der Weise" zu danken haben. Dem JuöiLrr bol die Titelrolle GelegÄcheit, sein reifes Können, das allen noch in bestem Angedenken leibt, aufs neue zu bewähren. Jubelnder Beifall, der inslbesondere nach der Parabel von den drei Ringen schier kein Ende nehmen wollte, bewies dem Künstler, daß das Wiener Publikum sein« in Treue gedenkt. Neben dem Jubilar fanden die anderen Sterne am Himmel der Kunst, dir sich vom Sternbild des BurgtheaterS für einen Abend losgelöst, um . den Kollegen zu feiern, verdie«- ten Soisall. Der köstliche, unvergleichliche Klosterbruder Hugo Thimigs weckte Lachstüvme, die Daga von Frau Wilbrand-BaüdiuS, per Tempelherr, von Herrn Klitsch mit überkosmer Kunst dargestM, können ÄS hervorragende Lslstüwgen gelten. Herr Heine war anfängS durch die Üeberfülle feines Temperaments etwas schwer verstäMrch, schuf aber m der Folge in seinem Derwisch eine prächtige Gestallt. Der Sultan des Herrn O n n 0 zerfloß noch etwas mehr, als es die Rolle ohnchin schon fordert, in Tränenfeligkeit und Weichmut. Auch Ättah (Frau Bw 11 e r t) fand nicht den rechten Ton und machte gslegewtlich aus der leichten Schallhastigfeit einer morgMläwi4schen PriMssm die Koketterie sims süßen Mädets, Fräulein Da n e g ge r sah M Recha entzückend aus und war kaum unnatürlicher als ihre Rolle erforvevt. Im ganzen ein wohlgÄringener Abend, für den sich die ^zahlreich erschien«!« K-chöverschast durch reichen Beifall dankbar zeigte. Eszeigte s». vrovemoer r&zz _vrr. nmv sich übrigens wieder einmal der berühmte Wiener Zwiespalt: in der'Theorie ist man für Lessing, in der PvaxWür hep-hch« ~ ' K. M. Aar den Aeattt«. Doiksnper: 0 f f m a n n s <k r z Ü h« l u n g e n" mit den Domen BeMa. Eerö. Geller "nd Sattngek und den Kenen Äi te-sheim. Tauber. '?«Ibl, Kroegler. Äar- KvirS y und Dö» ch. D r'g-ri' Kr. Echw irz. Deutsches V 0 l k s t b « a t e r yre'tag. 6 Uhr ad»rds. Sch llers .D o,n Carlos" —Atbei t ß rin e üd rnimmt für den ver indeiten D rek'or Bernau die Rolle des Kön'g Phit'p.), Frau Durieur ly eit wieder dir Cdo'i. R a t m n n d - T h e a te r: ßeuk »Per Sckaifen" M'i Dlla Duli^ux. ' mor en Gerhort Kouptmanns .Die W e b e r“. — Die Erstaufführung des Schauspiels.Chrtst <» d i e T a n 1 efindet Dienstag den 28. d. sta't; die Lnszenlerum fettet Dr. Rudolf Beer. K a m m e r i p t e l s: Von beute bis inklusive Donners tag *S i m | 0 n-1 mit Fer iano Bon» m der Kouoirolle. Iw Rahmen der R a ch i v 0 r st e l l u n g e n Mi>t noch btt 10«. Aufführung des Sch.ankes »Abenteuer in Mar 0 K'K v-. Renaissan-ebübne: Seute. 7Uhr.Prcm'ech von Ludwia Sirschs"ds „S p i e l S e r Sinne" mit, R «n rolü SLÜntel. und Berta Gast n den Laupkollen. Sämtliche Log« und Sitze bereiis vergriffen. Raonl Aslan tfl mit d«m Studium der Rolle des Prinzen Radj m« tn ter Salmoniden Operette »D i e Daiadere derens i rtlg und wird om Samstag den lb d. zum erjlen Mak rm Earttdeater 0 sieten. Unfall des Dramaturgen GlückSmann. Sonntag abends hat der Dramaturg des Deutschen BolkstheaterS Heinrich GlückSmann einen Unfall erlitten. Er wollte bei der Ru dolfsheimer Remise die Straße übersrtzen, um in ein« Straßenbähnzug einzusteigen. Dabei wurde er von einem heranfahrenden Privatamo erfaßt und zu Boden geschleudert. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und Verletzungen im Gesichte nnd wurde von dem Besitzer des Autos in feine Wok» nung gebracht. . 6ine AuMhmug der „Wilnaer" im Kouzerv liaus. An—sNS „Tag und Nacht". Infolge zahlreicher aus Kunstkreffen eingelaufener Zu« schrrsten hat sich die Wilnaer Truppe veranlaßt gesehen, bei ihrem Mittwoch den 29. d.» abends 10 Uhr, tut Großen KonzerthauSsaale stattfindenden außerordentlichen Abend statt deS ursprünglich gewählten Pro. aramms daS Drama „Tag und Nackt, welches bisher stets vor ausverkauftem Hause aufgefüyrt wurde, zur Darstellung zu bringen. ES ist daher weiteren Kreisen deS PuolikumS Gelegenheit geboren, diese ganz eigenartige Aufführung zu sehen. Im Cinvernshmen mit der Direktion der Straßenbayn werden nach Schluß der Vorstellung. Straßenbahnwagen nach -allen Richtungen verkehren. Karten an der KonzertyauSkaffe., _ . □ Sie „Wiener Morgenzelkma" freigesvroche«. Die Presse und daS Pretzgesetz. Ein Pressesenat unter Vorsitz deS HofrateS Dr. Wessely hatte gestern die Urteile zu überprüfen, die der Einzelrichter des StrasbezirkSgerichteS 1, Hofrat Dr. Höselmayer, vor einiger Feit über eine Reihe von Wiener Tageszeitungen fällte, Es handelte sich um Berufungen gegen zwei Gruppen von Verurteilungen. Eine Reihe von Urteilen waren wegen Verletzung des 8 16 des neuen PreßgesetzeS erflossen. Dieser Paragraph verlangt genaue'Angaben bezüglich der verantwortlichen Pevsöcklichkeiten des Herausgebers, Verlegers, des Druckeveileiters und deS verantwortlichen Schriftleiters. .Die Angabe, „samt, liche in Wien", war als ungenügend befunden worden, der Staatsanwalt verlangte noch eine nähere Bezeichnung des Berufes dieser Personen. In diesen Fällen fällte das Berufuugs< gericht einen Freispruch. Wichtiger ist die zweit« Gruppe der Urteile. Hier handelt eS sich um den 826,der bekanntlich die.Kenntlichmachung der entgeltlichen Anzeigen im Texiteile der Blätter verlangt. Die Zeitungen hatten diese Anzeigen mit eineur Kreuzchen versehen, .upd in einer Bemerkung erklärt, daß für diese Anzeigen das Blatt nur die preßgefttzliche Verantwortung nach § 26 des P.-G. übernehme. Bei der Verhandlung in erster Instanz waren bekanntlich die angeklagten Blätter zu Geldstrafen verurteilt worden und überdies war der Verfall der für diese Anzeigen eingenommenen Beträge cmsgesprochen worden. Gestern kam die Beschwerde der „W i e n e r Morgen-, zeitüng" gegen dieses Urteil zur PerhEung. Der verantwortliche Geschäftsführer,>Herr Robert Stricker, war cnn 80. Lcktober, wie berichtet, zu einer Geldstrafe verurteilt worden. DaS Berufungsgericht ging mit einem freisprechenden Urteil vor. In der Begründung wird ausgeführt, daß der Zekttrngslefer, der die, inkriminierte Ankündigung überhaupt liest, durch das gewählte Zeichen deutlich gönng ^darauf aufmerksam gemacht wurde, daß es sich hier um ein Novum handle, und durch die im Zusammenhang mit dem Kreuzzeichen aufgerwmmene Bemerkung auch erkennen mußte, daß es sich um be-, zahlte Ankündigungen und Anprtzisungcn handle. Der Gerichtshofvertrat auch die Ansicht, daß durch die Aufnahme des Wortes ,/verschleiert" im 8 26 des P.-G. das dort behandelte Delikt beit Charakter eines Ördnungsdelikts verliere, und daß dieses Delikt nur durch eine mit böser Absicht gesetzte Handlung begangen? werden könne. Endlich sollte sich der Gerichtshof auch bei einer Reihe von Ankündigungen, den Ausführungen des Verteidigers Dr. Artur Reik folgend, auf den Standpunkt, daß diese Ankündigungen schon durch ihre äußere Form so deutlich als Annoncen Zu erkennen sind, daß es eines eigenen Hinweises grr nicht, bedurfte. Der Staatsanwalt Dr. Form an ek, den das Urteil sichtlich irritierte, kündigte an, daß dcr Generalprokurator die Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes beim Obersten Gerichtshof einbr lugen werde.

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