Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1354 (17.11.1922)
- Date
- 1922-11-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Wiener Morgenzeitrrng. 17. November 1922 ' Nr. 1354 Letzte Nachrichten. Sie Wahlen in England. London, 16. November. (Wolsi.) Nach den bis 6 Uhr abends cingclaufeneu Meldungen wurden bisher gewählt: 343 Konservative, 47 Lloyd Gevrge-Liberale, 53?lsynich-Liberale, 1.30 Ärl>.nrsporieiler, 13 Nnablrängige. Nicht gewählt wurden Churchill und Rnneiman. In Motherwell wurde der Konmumrst der drei Gegner hatte, gewählt. Der vormalig Minister für Indien Montagu und der chenmlige Generalpostmeister Kcllaway wurden von konservativen Gegnern geschlagen. Der ArbeitsparteiLer Mocrell ist gewählt. Der Liberale Donald Mac Leam und der Nationalliberale Hamar Grcenwood wurden von ihren konservativen Gegnern geschlagen. London, 16. November. (Reuter.) Unter den Gewählten besin'det sich der neue Ackerbauminister Sanders und der Arbeiierparterlier Raursay M-aedonald. London, 16. November. (Reuter.) Ter liberale Führer John Simon ist gervä-hlt. Schatzkauzler Baldwin und Lord Robert EeeA mit großer Mehrheit wiedergewählr. Churchill ist in Dundee geschlagen worden. Paris, 16. November. „New Pork Mobe" verzeichiret ein Gerücht, wonach Bonar Law für den Fall, als die Wählen zu einem günstigen Ergebnis führen sollten, Lloyd George für den Botschafterposten in den Vereinigten Staaten in Aussicht gerlvmme-n habe. * Sin Aotopfer -er österreichischen Aerzte. Wie die Korrespondenz Kerzog erfährt, hat das unter Leitung des Lofrates Proseffor E i s e l S b e r g stehende Zenlralhilfskomitee der öjlerreichifchen Aerzte beschlossen, den 27. d. zu einem Notopsertag der österreichischen Ae^Ie zu gestalten, und alle Aerzte aufzusordem, den Ertrag «wer Sprechstunde oder zumin-est dar Lonorar einer Ordination (Operationshonorar) an diesem Tage als Liebesgabe zur Linderung der Not hilfsbedürftiger Aerzte zu verwenden. Deamtele und Lttfsärzle in Krankenhäusern werden einen Teil ihrer Tagesemkvm».ns dein errM.nten Zwecke zuführen. * Hebrärsch-chaldäische Altertümer im British Museum. Das British-Mnseum in London wurde dieser Tage um eine bedeutende Kvllekriorr archäologischer Ant-iquitäien bereicherr, die in der Umgegend der assyrischen Stadt U r (Tel-El-Obeid) gesunden wurden, von wo, nach der Bibel, der Patriarch Abraham ausging, Besitz vom Lande Kanaan zu ergreifen. Außer einer großen'Menge von Gräbern, Basen, Tischen mit chaldäischer Inschrift, wurden einige Kunstgogenstände von großem Werte ausgegraben, darunier der kolossale Kopf eines Löwen mit roter Iaspiszunge und Zähnen aus gilt geschnittenem weißen Meerschnecken- Die Allgen bilden eine Art Mosaik aus Perlmutter und Jaspis. In einem Tnnpel wurde eine Stäche gefunden, drei Stiere darstellend, deren Maul in eine Raubtierklaue ausiäuft. Diese Stiere hatten goldene Hörner, aber nur ein Horn ist vorhanden, d<rs mit Erbpech gefüllt und mit Goldplättchen überzogen ist. Neben den Stieren wurde die besonders Haraktwistische Figur eines an der Erde kauernden Mannes entdeckt. Es säjein: das Dr'dmt des Tempelwächters zu sein. Diese Gegenstände datieren nnnigstens 3000' Jahre vor 'unserer Zeitrechnung zunick. * Wetterbericht. In Oesterreich hat das Einsetzen westlicher Winde vorübergehemidc Trübimg mit geringen Niederschlägen gebracht. Inzwischen hat es sich größtenteils ausgeheitert. Die Temperatilr halt sich einige Grbde über Naill. Nordeltwpa wird von milden, lvestlichen Winden überwoht. Die Ncvvdstabionen der Alpen hieben kalte, nordwestliche Wimde. Voraussage: Wechselnde Bewölkung, Temperatur wenig verändert. * Dir G«rnadteU«ng -er Äinlerbrühler Dan-- und Lihenjabrik ©. m. b. K.» Wien, 1!.. Antere liugartmslraße 5 (Telephon 45-7-62), verkauft zu den billigsten Tagespreisen S ch a s w o l l g a r n e, roh und in allen Modefarben. ° Die in den nachsolgenöen Anbrikrn mit o bezeichneten Notizen und Artikel sind entgeltliche Ankiin-igungen (ß 26 -es Pretzgefetzes). GVHHIABS ATZE HMD GUMMISOHLEN sind billiger und dauerhafter als Leder Bester Schuf» gegen JSässe und Külte! m Vereine. BortrSze Md Versammlungen. Lrbräischer Klub, II.. Taborslratze l. Mezzanin., Leute, 7 Ahr abends. Mitglieder-Zulammenkunft. 8 Ahr gemeinsame Bibellektüre. Leiter Äfrael Küstenbaum. — Toyubee- Halle, XX., Denisgaii: 53. Sonntag den 19. d., 4 Uhr nachrnittags. Dorirag Dr. Weiß: ..Geographische Wanderung durch die Ächenweli». (Mit Lichtbildern.) — Vereinigung jüdischer Akademiker, I!., 2m Werd 13. Der Talmud-Schiju; findet Freitag. */,7 Ahr abends, und Eamsiag, '/,L Ahr nachmittags, in dem Menlalokale, U., 2m Werd 13, statt. Vortragender Rabbiner Wundermann. O e st e rr e i ch i s ch e r M u seum. Sonntag»>/,11Ahr: Führung durch die Sammlungen »Plastik der Renaissance". Berwu.mung: 1., Slubnn'ing ä (Säulenhof). Die Sammlungen sowie oft Ausstellung von Glä'ern sind au vielem Tage von 9 bis 1 Ahr g«öffr.et, Eintritt 2rx> Ä. Bibliotkeir und Lesesäle von 9 b-s 1 Uhr bei sretem Eintritte. Am 35. November, j;.,5 Ahr. beginnt die erfle Arbeitsgemein fchajt: „ä u n IIbewerbe der A e n a i i j a n c e" Heilung Aeg.-Rat Dr. August S ch e st a g)) die weiteren Vorträge am 2., 9. und 16. Dezember. Einschreibungen beim Portier, I.. Stubenring 5, Gebühr 2000 ß. — Technisches Museum. Morgen, 3 Ahr nachmittags, Führungsoortrah Dl. S. Bryk: „Maanet-smus". Sonntag, lO Ahr vormittags, im großen Lörsoal Lichtbildervortrag von Kustos Dr. Fug. F. S e d l a c e k: «Der Schuh organischer Stoffe durch chemische Verfahren". — Vorträge für die Lehrerschaft Wiens. Am 18. d.. r/.b Ahr nachmittags, im Lörlaal Ul des Elekirotechnischm Fnsnlules, IV., Gutzhaussiratze 25: .Die Antermchung der Milch und die Erkennung von Verfälschungen- (mit Aedungen), Prosessor Dr. Willibald Winkler. Urania. Leute, 5 Uhr (Grohrr Saal): Wild-Afrika. >/,6 Uhr (Kleiner Saal): Aniv.-Prvs. Dr. Sans Liehe: Die französische Kunst von Ludwig XIV. l>6 Ludwig XVl, Ul. »/.6 Uhr (Kurssaal): Bibliolhekar Dr. Rudolf A m e s e d e r: Künstlerische Eigenart. 17. V,6 Ahr (Klubfaal): Ferdinand Kairos: Sprechkurs, IX. V*8 Uhr (Großer Saal): Dr. Wilhelm Köppers: Drei Monate, bei den Feueriändern. >/,8 Uhr (Kleiner Saal) - Dr. Friedrich K r. o n f e d e r: Der Brief des Apostels Paulus an die Römer, l. V-8 Uhr (Kurssaäl): Dr. Otto W e^t t st e i n: Das Leben der Vögel, lll. V.8 Ahr (Älubf«a!): Vortragsmeifler Kanr Kirchner: Ehristion Morgenstern. 7 Ahr (Mikrofköpier-Scial): Dir. Dr. Ludwig albert: PckMierung des Bienenkölpers, VI, Anöhnmg. Sie LebensmittelmSrtte. Geringer Rückgang der Fleischpreise. Die ungünstigen Msatzvevhältmsse auf den Lobensmittelmäickben Üben in den letzten Tagen wieder einen mevklichen Druck auf die Preise aus. 'Mrhren'd ans der einen Seite die NdarLdbeschicknug konstant auf ciiiwr gewissen Hohe bleibt, ninnnt au-7 der anderen Seite die Anfnahmsfaihigkeit des Wiener Konsums eher ab als zu. Es ist daher in den meisten Fällen kaum möglich, die lagernde Ware ab^usetzen, Feschwoige denn die immer neu hinzukvmmvnden Nachichübe an den Mann zu bringen. Der Naschmarkt wies gqtern an.Ztzartoffeln Nouzarfuhren von über 300.000 -Ki'lvArcmün auf. Merkwürdigovwe-ise treten hier die tschechischen Lieferanten als unangenehme Konkurrenten für die einheimischen Produzenten auf. Erster« bieten ihre Kartofelu trotz der großen Währungsdifferenz und der durch die Entfernung erhöhten Frachtkosten umt viele hundert Kronen billiger an als etwa ein Erzeuger vor dm Toren Wiens, der sie ohne Bahnspesen auf eigenem Fuhrwerk in die Sladt bringt. So kommt es, -daß gestern Kartoffeln aus der Tschecho-Slowakei im Großhandel von 400 Kvonm auswärts massenhaft offeriert wurden. Die Rückwirkung ans die übrigm Mark-tlieferanten kann natürlich nicht, ausblevbe-n, da die Konsumenten notgodr-nngen zuwart-cn müssen, bis der hitzM Konkurvenzkamps ihnen zu erträglichen Preisen.verhilft. Die Detai-chändler sind auch überzeugt, daß sie in den nächsten Tagen bereits bedeutend billigere Kartoffeln zur Verfügung haben worden. Auch Weißkraut und holländischer Wirsingkohl sind in großen Mengen lagernd, ohne Käufer zu findem, so daß man auch hier eine Besserung des Absatzes durch die in -den nächsten Tagm zu erwartmden weiteren Preisnachlässe erhofft. Nur Obst, das^nach wie vor in reichlichen Quantitäten hauptsächlich aus fterrftchvn Gegendm kommt, wird lebhafter gefragt und gekauft. Zitronen,'die aus dem Naschmarkt in sehr großer Zahl a-ngeboton wurden, fanden wegen des hohen Pr-eijes von 500 bis 800 K. pro Stück keinen A-nklong. Tie Großmarkthall« bot auch gestern das gleiche Bild wie die Gemüsamärkte. Die Lagerräume sind ur-it Jlcischsorten aller Arr angefüllt, dazu kamen per Bahn 17 Waggons mit über 110.000 Kilogramm und eine ungefähr gleiche Menge, -die per Achse herangebracht worden tvar. Die Nachfrage hielt sich wie -immer in weitem Abstande vom Angebot. Tue Preise -des Rind- und S-chweiuvfleisches wurden herabgesetzt, um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm, doch vermochte diese geringe Konzession dorr Absatz nicht zu beleben. Bis zum Wochenende wird eme wc-iteve Preisvedultion cmgekündigt. Der gleiche Abbvöckelungspwzeß ist bei Fettstoffen zu beobachten. Es wäre vielleicht auch im Interest der Erzeuger und Händler, iveun der Preisabbau sich in rascherem Tempo vollzöge. Denn so lange die Preisskala nicht auf «m Maß sinkt, das den ErwerbsverhAtnissen der großen Masse der Konsumenten eirtspri-cht, kann sich ein normalles geschäftliches Lcben nicht enttviüeln. Bon den im heurigen Herbst stark vertreionen Wrldsorten werden Hasen arn meisten begehrt, obwohl der Stückpreis von 50.000 bis 70.000 K. keineswegs niedrig ist. Das Interesse für Fische hat in den letzten Wochen etwas äbgenomrneu. Soef-ische, deren Preis sich zwischen 9000 und 15.000 K. bewegt, sowve die billigen -Flußfische finden aber noch immer ihre Avneymer. - Bühne und Kunst. Kn Sttindberg-Mend in der FoMadt. („Mutterliebe" und „Gespenstersonate".) „Mutterliebe" — das Thema des „Pelikan", nur rrnvergleichlich seichter, simpler, eintöniger. Bei aller Anerkennung der Absicht, Strindbergs Werk möglichst lückenlos dem Wiener Publikum zu vermitteln, kann man sich des Gedankens nicht erwehren, daß dem Ruhme des Dichters bester gedient getvesen wäre, wenn man uns diesen. Einakter vorenthalten hätte. Er stt eine blindwütige Anklage gegen die Frau als Mutter, entbehrt der notwendigsten inneren und ärlßeren Wahrscheinlichkeit und erfüllt auch sehr bescheidene Forderungen an Aufbau und Entwicklung der .Handlung nicht. Da der Respekt vor Strindberg gestattete, den dritten Akt der,-Gespenftersonate" glatt zu streichen (eine Maßnahme, die nicht getadelt werden soll, ist der Schlußakt doch rwch unverständlicher als die briden ersten), so wäre es wohl arrch mH der Treue gegen den. Dichter vereinbar gewesen, diese kurze Szenenfolge, die mehr manische Wut als Größe zeigt, nicht zur Darfbellrmg zu bringen. Gespielt wurde daS unerquicklich: Stück von den Damen W a l d n e r, S ch l e r n i tz, E r d ö s und Fröhlich gut und gewandt. Die prachtvolle Aufführung der „Gespenstcrsonate" und Jarnos Meisterleistnng wurden vor nicht allzu langer Zeit oiugchend gelvürdigt. Wenn die Darstellung nicht den verdienten Bei- Roland-Btlhne (Freie Zück. Volksbühne) Ensemble-Gastspiel der W1LNAER TRUPPE Heute Freitag den 17. November 1922, 7.1Jttr abends Tag und Nacht Tragödie iu 3 Akte« von Sch-Anski, fall fand, so lag das wohl zum großen Teil au der Fassungslosigkeit dtzs Feiertags-PMikinns, das sich, offenbar zu „Lepoldi" solcher grauenvoller Mysterien nicht versehen hatte. K, M. Ans den Theatern. D u k <, i t) e a t c r: Morgen gelanat zu erhöhten Preis» da» Dauerspül „D.er Graf von C l) a r v! a i s" vo! Richard Beer-Kofmann zur Augühruna. Eswirken mit di Damen Devrient-Reindold. Glosty. Liliiß und Wohlgemuii), di Kerren Asiat, Blum. LSdiing. Kramer, Moucza, Pranger.Ro,.i. berg, Schott, Seydelmann, Straßni und Siebert. Anfang 7Akr.-- Dienstag wird bei aufgehobenem Jahresabonnement, zu erhöhit' Pr«>l«n die dramatische Kislvrie „D er jungeMedardu'. von Artur Schnitzler gegeben. Anfang 6 Uhr. A k a d e m i e l h e ater: Morgen wird als Vürsilll!."! des vurgiheoters zu erhdhien Preisen der schwank. ..D e B i b 1 i » t v e k a t" von G. v. Moser aufgeftihtt unter Ai, Wirkung der Damen Aknay, Lewmsky. Mell und Seidler, u Kerren Arndt, Boumgaitner, Benard, Kramer. Müller. Geei Reimers, Emmerich Reimers. Aub, Sans Thimlg. Philipp. Zesn . Deutsches Volkstheater: Keute beginnt L- Feslatissührurg von „Nathan der Weise", die dc» 40 jährigen KUstnIeriubtläum Adolf W e i s s e'r gilt und nwe- Milwirkung Auguste Wubrand.-Baudius, Aibert Keines, Lhimigs und Ferdinand Onnos und des 2ubilars vor sich geh um V,8 Ahr. Für Montag den 20. d. wurde. Gerhort Kau i > mann» Drama „ E i n f a m e M e »s L e n" ängeseht. A a i m u n d- T h e a t e r: Leute Gerhart Laupimcm: Schauspiel „D i e W « b e r" in der 2nszenierung durch Ka Heinz Aiartin. S.mstag und Sonntag spielt Tilla Durieuu- : Berta in Nlkodemir „D e r S ch a t t e n." Sonntag. 1,3 nachnitttags. „R t »ölet t o.“ — Die nächste Erstaufführung > das Schauspiel von Rolf Lauckner „C h r i st a d i e T a n in der Inszenierung durch Dr. Rudolf Beer, mit den Dar. Letsey, Karoly, Fässer,' Werner. Wihmann und den Le:. Karsten und Schmiedet in den Laupirollen — Eugen Klöp : beginnt sein diesjähriges Gastspiel am 7. Dezember m Moli -> „Tartu f f" und Wildgans' „2 n E w i g k e i t A m e als zweite Rolle lp'elt er die Lauplfigur iu dem neuen Sch:--. spiel von Franz Werfel „Schweige r", das am Aaimn. Thea ec zur Uraufführung gelangt. Komödien Haus: Leute 400. Aufführung de. Eyster-Operrtte „Der lachende Ehemann'", unü Leitung des Komponisten. Sonntag. ^3Uhr naa.m.tlagr, Medt.° holung des Dolkrstückes „M ein L e o p o l d." Carl-Theater: Leute 300. Aufführung i>er Kalmanlchen Operette „Dir Bajadere" unter Leitung d Kompö'isten. Lustspieltheater: Dir heutige Vorstellung ei!- fällt infolge Vorbereitung für die morgige Premiere der Operc'!«. „DarblondeEnge 1." Literarischer Abend. Die z i o n i st i f ch e 2 u g e n dgruppe (Kulturiektion), XX., Karl Me'ßlslraße 5, veranstalt.! am Dienstag den 21. d. im Hotel Bayulcher Los einen lik-iu«. rijchen Abcnd mit der W i l n a e r T r u p p e. Die Pretzburger Theater. Aus P r e ß b u r g wii d uns derrchlet: Die deutiche Theaterspielzeit in Pretzbmg wird m dieser Saiion ebenso wie im Borjahre am 1. April 1923 vegou. a Dem deutschen und ungarischen Thealer werden zusammen wieüsk die vier Monate von April bw 2uli eingeräumt. Dis?n >i 1. April spielt das . tschecho-flowakische Ensemble, welches bcu ins Kajchauer Stadttheater übersredelt. Die städtische Theaterkni» Mission übergab die kommende deutsche Spielzeit dem-Direktcc des Wiener Raimundtheaters Dr. B e e r, die ungarische Konzessiv« dürste Direktor Polgar erhalten. Die Kunst- und BildungssteUe des Jenkrairatcs der geistigen Arbeiter teiltmit, daß die Premiere «D u s weite Lau d" von Artur Schnitzler in. der Neuen Wiener Bühne auf morgen verschoben wurde und daß-im Setielariatr, 1.. Lerrengasse 23, für den 17. d. gelöste Karlen für de. 16. die Güttigkeit vehallen. Gerhart Sauptmann-Feier in Berlin. 3n der gefh-u > , F e st v o r st e l t u N g im Berliner großen Schauspielhaus Ehr-!« Gerhart Lauptmanns wurden dem anwesw!^, Trchler stürmische Luldigungen dargebracht. Es wurde „Flon. Geyergegeben.. Der Darsleller der Tlelrollc, Eugen Klvi-ftr' überreichte dem Dichter, der sich immer wieder aus der Büh! e zeigen mußte, einen goldgezierten Lorveerkranz. Beer Birnbau« gestorben. Der bekannte jüdische Komponist Oderkantor Beer B i r n d a u m ist m C z > n fl ochau gestorben. Er war em bedeutender Mustklheoreliker und hatsii' besonders durch musikalische Bearbeitung und wiffenschafltlche Er-- forsciung alter und neuer jüdischer Musik verdient gemacht. Bc kanut sind seine Abhandlungen über Meien und Geschichte t.r jüdischen Wuiik,' dre er w früheren 2ayrgängeü der hebrä'!^ -.-u Mouatsschrist „Laichiloachveröffentlicht Hai. (2. C. B.) Achad Hamn gegen Grafe« Reventlow. Aus Berlin wird uns gemeldet: Beinr Auusgci». Berlin-Mitte hat der in Jaffa wohnende I;:lh-ciijU, Schriftsteller Achad Ha am (Giuzberg) gegen den. derrt-unationalen Antisemiten Grafen R e v c n t l o w Privatklag. erhoben, ivett dieser im „Deutschen Tageblatt" die B. hawptung aufgestellt hatte, daß Gilrzberg der B erfa s s e der berüchtigten Schmähschrift „Die Weisen v >» Zion" sei, die auch irr den Schriften Ludendorsss er., Rolle spielt. Ginzberg behauptet, das; Äese Schrift ei'- solche Fülle von Perteumdungen und hltruxthrheiten er-, hakte, daß die Benennung einer Persönlichkeit als Be. fasftr dieser Schmähschrift eine schlvere Ehreutrmikuug deute. Er hat eine Reihe von Zeugen und Sachverstäns. gen benannt, die bekunden sollen, daß Gras R e v c n \i u - gewußt habe und der ganzen Sachlage nach annehni. mußte, daß Ginzberg, der überhaupt kein Politiker, si: deru philosophischer Schriftsteller ist, nicht der Versa s> sein könne. Graf Reveutlolv benlft sich für ft im hauptungerr auf die französische Z e i i s ll> - ,$a Viertle France", . ' Der Prozeß Fedak. Lemberg. 14. November. (Tel. d. „Wr. Morgen;eiii>ir.". Der Gerichtshof-hat dein Antrag der Berteidiger aus Aender der an die Geschwornen gestellten Fragen nicht ftattgcov Staatsanwalt Dr. Gürtler begründet hierauf in ein ' mehrstündigen Plaidoyer die auf vcrsuchteu Meuchclnun-d - Hochverrat lautende Anklage gegen Fedak und seine Gene' Jin Jahre 1020 habe eine Bersami.ilung von Le0 itfuii-.