Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1354 (17.11.1922)
- Date
- 1922-11-17
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 1S84_ Mw, Freitags_ Studenten ftattgefunden, Lei der die mäßigenden Stimmen der älteren Repräsentanten der Nation ignoriert wurden. Die Tat Fodaks ist als Resultat der in der Versammlung gefaßten Beschlüsse zu betrachten, nicht minder auch die letzten Vorkommnisse in Galizien. Ter Staatsanwalt appelliert an die Geschwornen, sich bei ihrem Urteilsspruch nur vom Tatbestand leiten zn lassen, ' um so der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Gestempelte Krone ----- —.0075 kentlmer. Auszahlung Wim ---- —.007kentimes. Ln Züricb notierte die österreichische Krön.» . . . 0.0072 (0.0073 am iß Nov.) die österr. gestempelte Krone. O.OC7& 10.0075 am iS Nov. die tschechische Ärone .... »7.35 07.30 am 15 Nov die Mark. . 0.07'/«, < v.07'. am 15 Nov.) Agram. . 2.23 (2,22V*. am Ib Nov. Bukarest .. 3.50 . (3.55 am 15. Nov.) Sofia .......... 8.65 < 8.90 am lk. Nov. Budapest .. 0.21*/* ' (0.22 am 15. Nov.) Warschau . ... . . . . . 003»/*, (0.03»/2 am 15. Nov.) Lonaulonsermr in Preßinrg. Preßburg, 15. November. (Tschecho-slowak. Preßbureau.) In der Zeit vom 8. bis 14. d. tag.« in Preßburg die Subkommission der internationalen Donaukommission unter dem Vorsitz des französische Delegierten Charguerand nitb unter Beteiligung der Vertreter aller Donaustaaten. Sie beriet den Entwurf eines einheitlichen Reglements für die Donauschifsahrtspolizei von ttlm bis Braila. Als Grundlage, der Verhandlungen diente der Vorschlag der jugoslawischen Delegation. Sämtliche prinzipiellen Fragen wurden der Plenarsitzung der Donanlommission über- > lassen, die am 13. d. in Preßburg ihre Beratungen begann und wahrscheinlich bis zu Ende dieses Monats tagen wird. Das Programm dieser Session enthält u. a. die Reform des Transitverkehrs auf der Donau und die Mittel zwecks Beseitigung der gsgenlvärtigen Hindernisse des Donauverkehrs überhaupt (Aufhebung.der Gebühren), Durchführung der Abkommen betreffend das Donanstatut vom 23. Juli 1921, das mit 1. Oktober 1922 in Kraft trat, vorbereitende Arbeiten für den Hafenbar» an der Theiß, Budget für 1923, Reorganisation des' Generalsekretariats ' mit' dem Sitze -in Preßburg, Verwaltung des Abschnittes Eisernes Tor. i-- ■ ■■ Lie Zsvksenpreise. Die Aeichsm rrt noHerle peskern .‘in Zür'ch unveränderl O.otV^. rrä rend sich drr s r a n z ö s i s ch e F r a n k e» von 36.20 auf 36.35 erhöhte. Der Stilljland de» Merken lwellung auf dem Züricher Platz blieb', jedoch ohne Emfl.'tz au> die Bewegung der Devisenkurse in Berlin» die fremden Zahl ngsmittel haben sich dort b e f e st i g 1. D 0 l l a r und f r a n z ö s i s ch e Franken wegen-rar uneihediich, dagegen verteuerte sich Zahlung L 0 n d 0 n. um zirka 2L0 Mark auf 33.815 und ouch§Ä m st e r d a m erfuhr eure Sleigeruug um zirka 200 Mark. Devise Prag schwächte sich um rund 3 Mark ob, dagegen blieb Auszahlung Wien unverändert 977. — D«e tschechische Krone besserte sich gestern in Zü-ich um 5 Punkte aus 17.35, die Devisenkurse erfuhren m Prag geringfügige Veränderungen und auch die österreichische Krone blieb bei 0.0375 slabi'. . (1. Fortsetzung.) Von I. Zcmgwill. Warum war er nicht wie. andere Söhne, warum ging u mit verträuutten Augen durch die Straßen, warum' konnte-er weinen über das profane Hebräisch der spanischen Minnesänger, als wären ihre Gesänge „Selichoth" oder Bußgesänge? Warum heiratete er nicht Miriam? Das Mädchen wünschte es, das sah man. Warum mißachtete er das, tvas im Ghetto Gebrauch tvar, und entzog sich stillschweigend einer so herkömmlichen Sache, wie die Heirat der Kinder zweier alter Freunde war? Es hatte ja so gut gepaßt; die beiden Alten waren gleich wohlhabend und besaßen beide das Jus Gazzaga, das heißt, die Pachtung der .ftäuser, die sie bewohnten. Sroße, schöne Hauser waren es, die nur getrennt waren durch ein altes Gebäude mit einem geschnitzten Portal. Sie standen am Ende der großen Via Rua, wo sie mit der engen kleinen Straße' Delle Azziwelle zusammenstieß, in der die Osterkuchen gebacken wurden. Miriams Familie war groß, sie bewohnte das ganze Haus allein, während ein großer Teil von Manasses -Haus vermiedet war; denn der Raum wurde immer kostbarer rm Ghetto, das bei stets wachsender Bevölkerung nur einen bestimmten Platz emnehmen durfte. Sie gingen zu Bett. Manasse bestand‘darauf. Sie tonnten unmöglich bis zum Morgen auf Joseph warten. So sehr Rahel gewöhnt Ivar, sich der Energie ihres Gatten zu fügen, in diesem Augenblick schien ihr seine Festigkeit - Härte. £‘e Nacht war lang. Hundert fürchterliche Visionen zogen un ihrem schlaflosen Auge vorüber. Die SonNe ging auf über v<mt Ghetto und gab sich Mühe, ihre Strahlen durch die hohen, dichtgedrängten Giebel der gegenüberliegenden Hauser zu senden. Die fünf Ghettolove wurden Iveit geöffnet, abeourch keines trat Joseph. Di« jüdischen .Hau-- sierer zogen hinaus, setzten ihre gelben Hüte aus und schoben kleine Karren vo. sich her, die tun besonderen Weihnachtswaren beladen waren. „Hepp, hepp", riesen sie aus, wenn sie durch die Straßen RöMö zögert. Einige verkauften Kräuter und Tranke, auch Llmulette in Gestalt von kleinen Weiter Morgenzettuirs. 3nWien wurde die 3 «;i ch sm ar k von 9.25 auf 9.S5 hinaufpesehi» ter frdnMsche Franken vetteueite sich um llrka L o Kronen auf 4SSS, Schweizers ankeü no.ierten unverändert 13480, Dag-gen erwäsigien sich Pfun de um 1 00 K. auf 3 28 ooo und D o l 1 a r um 250 K. auf 73.250. Nachsiehend die offlzisllen Nolierungen: VervttentttcliunL üer vevüsenrenlra'v vom 16. ^ovombsr 1922. Osvissn (8ctteeks unc! Aus- Zjn8. Zahlungen) Amsterdam t. 1 holl, dulden . Agram t jutt. Krone» . , , Belgrad 1 ulnar ...... Berlin 1 deutsche Reichsmark » Brüssel 1 belgische Francs . , Budapest 1 ungarische Kronen . Bukarest I Lei . . ... , . Chrlstianla I norweg. Kronen » Kopenhagen I dänische Krönet . London f Pfund Sterling * , , Madrid I Pesetas ...... Mailand 1 Lire ....... New Vork I Dollar. , , , , * Parin f Prnnpft Prag l tschecho-slow, Kronen’ * Sofia l Lewa .. » Stockholm 1 schwedlscheKronor. Warschau t polnische Mark . . Zürich 1 schweizerische Franca » Noten fuß 4 e 6 s 4'/* 8 e 5 5 3!'■ 4 5 5 ev, Geld Kursv.lS.Novemb* Ware Geld Ware 28951t.- 29050.- 28950.- 29050.- 289,75 290.» 295.75 295.25 1159.- 9.45 4494. - 30.35 1161. 9.75 4505. 30.45 1183.— 9.10 4364. 30.45 1185.- 9.40 4376. - 30.55 13485.- 13515.- 13625.- 13655.- 14835.- 14865.- 14835.- 14865.- 3285 0. 329100, - 329700. - 330300. - I 1 11195.- 11185.- 11215.- .3 I.- ,3349.- 3306.- 3314.- 730(5.- 73825.- 73925.- 74075.- 4894.- 4906.- 47l4.- 4716.- 2347.- 2353.- 2342.- 2348.- 531.50 532.50 529.50 531.50 19785.- 19820»— 19805. - 19845.- 4.55 4.65 4.55 4.65 Amerika». Noten v. 5 Dollar aufw, * kleinere . » . Belgische Noten 100 Frahcs , , üulgarißche Noten?u 1000 Leva . » V ».■, 19Q m. . » * kleinere. , . Dttnlsche Noten 100 Kroner » . Deutsche Nöten zu 1000 Mark, » 0 ■ » 100 ,!■ , » » » kleinere. , , . Engl. Noten von 5 Livrest. auCw. „ ^, kleinere . . . , « Französische Noten 100 Francs .» Hol ändische Noten 100 Gulden , italienische Noten v. 100 Lire auEiv. , » kleinere . . . lugosl, Noten ungest.zu 1000 Dinar - » * ». 100 > , , „ , kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw» . . . kleinere ... . Rumänische Noten zu lOOOu.SOOLei , kleinere . . . Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel „ ,m 0 kleinere . » Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100 Pesetas . , Tschecho-slow. Not. v.1000 aufw. . » kleinere . . Ungar. Npten.(neueEm.) zu 10OO. Kr zu 10.000 Kr. . . . . . kleinere » . . . . 3 13505 13535, - 13505.- 13535.- 73250.- 73550.- 735rö,— 73800.- 73150.— 73150.- 734v0.— 737.X..- 4435.- 4465.- 4305.- 4335.- 510.- 514.- 518.- 512,- 1 1 's 49L- 488!— 1 492!- 14670. - 14730. - 14670.- 14730. 9.38 1 .35 9.25 10.25 328000.- 32°000,- 329200,- 330200.- 327800.- 3iv.3 0, — 339900.- 330000,— . 4835.- 4865.— 4645.— ■ 4675. - 28800.- 29,100.- 288,0.- 29006.- . 3307.50 3322.50 3272.50 3287.50 3287.60 3302.50 3252.50 32d7wk> 1153.- 1157.- 1168.- 1172.- 1138!- 1142!- 1153!- 1157!- 1331'.- 13400.- 13470.— 135.3’. - 4.35 4.65 4.35 4.65 4.30 4.60 4.30 . , 4.6‘j 469.- 471.- 469.- 471.- 449.- 431.- 449.*- 451.- v *"*• 19560!— *■19640!- 19585!- 19"6S!- 13420.- 13480.- 13420.- 13480. - 11.30.- 11090.- 11050.— 11110.- 2335.- 2345.- 2330.-. •2340.- 2530. — * 2340.- 2325.-. .2335.-- ' 29.90 3J.10 30.— . . .30.20 29.85 30.05 29.95. - - 30.15 Der Levensmittelharibel und die Warenumsahstetter. Unter'deM^ Vorsitz des Präsidenten HMelsklMlmer-VsMprLs-i-' deuten Josef Binzl fand vorgestern im großen Saale des Hanfes der Kaufmannschaft eine massenhaft besuchte Versammlung der Firmen der Kolonialwaren- .und Lebensmittel- .branchestattder u. a.\ auch Nätionalrät' Par tik, sowie mehrere -Mitglieder der 'Kammer für'Handel, Gewerbe und Industrie beigewohnt hatten, und deren Beratungsgegenstand der Sanierüngsplan der Regierung, unter besonderer' Berücksichtigung der ZVarenumsatzsteuer war. Nach eingehenden. Referaten 'des Vorsitzenden - Vizepräsidenten der HändelMsiuster Josef V inzb und GrsMialrates Direktor Dreh wurde■ ein--’ stimmig eine Resolution angenommen, in der es heißt: Der Lebeusmittelgroßhandel billigt grundsätzlich die Einführung der Warenumsatzsteuer, welche von fetten der Regierung als Rückgrat des Finanzplans, bezeichnet wird, tvendet sich aber mit allere Entschiedenheit gegen die Phasenbesteuerung in seiner -Bra'nche aus dem Grunde, weil hierdurch ^vesentliche und für den Kreis der Konsumenten Nachteilige Veränderungen in den Konkurrenzverhältnissen des Handels - eintreteu würden und die Phasenbesteuerung um unter Ein- Mandolinen oder vierseitigen Lauten, die dazu-dienen sollten, Kinder vor Krankheiten zu bewahren. Manasie ging in das Geschäft, sein Antlitz blickte noch finsterer. Er hatte verboten, daß bis zmn Nachmittag irgendwelche Nach-' forschungm außerhalb des Ghetto gemacht werden sollten; das hieße ja nur Josephs Gesetzesbruch dem Feinde verrüten. Inzwischen wurde der Wanderer vielleicht che imkehren. Manasses GeschLft war auf der Piazza Gindea. Zahlreiche Läden engten die Zugänge ein. Sie 'dienten hauptsächlich denr Verkauf abgelegter Kleider, da der Han-' del mit anderen Sachen den Jüden durch-päpstliche Bulle verboten, war. Aber von alten Sachen tvar hier alles, zu haben^Min dem groben Gewand eines Hirten der Abruzzen bis zrWöM verschoffenm Trödelkram eines Hosmannes.^Jm Mittelpunkt stand ein naner Springbrunnen mit zwei Drachen, der' dem Ghetto statt des schlechten Tiberwassersdasgute Wasser aus der Leitung, die Paul der Fünfte anlegen ließ, Zufüyrte. Er trug eine lateinische Dankinschrift. An den Ecken des Platzes erhoben sich einige Gebäude von baufälliger Pracht, um Abwechslung in die Eintönigkeit der Ghettobaracken zu bringen; der alte Palast Boccapaduli, ein Wohn'l . js mit hohem Turm und drei ehemalige Kirchen. Ein .onumentaleS aber häßliches Tör, das bei Sonnenuntergang geschlossen wurde, bildete den Zugang zu ^ber zweiten Piazza Giudea, auf die die Christen kamen, imt mit den Juden Geschäfte zu machen — sie war fast eine Vorstadt des Ghetto. Manasse hatte nicht weit zu gehen/denn / dieser Teil der Via Rua mündete» auf der PiüM Gindea. DaZ andere Stück der Straße.inachte, nachdem es eine Strecke mit der Bia Pescheria und dem!Flufse parallel gelaufen,., plötzlich eine Biegung am Portikus der Oktavia und endete an der Brücke Quattro Capi. Das tvar das Ghetto des sechzehnten Jahrhunderts.. Bald nachdem Mauaffe das Haus verlassen, - trat Miriam -mit verängstigtem Gesicht herein, um. zu fraßen, ob Joseph' zurückgekehrt sei. Me hatte ein schönes, orientalisches Gesicht, aus dessen ttefen Augen das Licht der Liebe und des Mitleids strahlte. Es zeigte den Typ, den die Dtaler der Madonna gegeben haben, wenn sie daran dachten, daß die Mutter Maria eine Jüdin gewesen. In ein einfaches 17. November 1922. .. Gelte 7 führung einer kostspieligru Kvitrrolle durchzuführeu wäre. Dagegen schlägt der LebLNsinittelgroßhandel eine nur emntalig-. Besteuerung seiner Artikel iy der ersten Hand (d. i. bei An krnft der Ware au der Landesgrenze) bei Bezug aus dem Aus lande, beziehungsweise uumittetbar bei der Pwduktion vor. Spekulationen der Devisenzentrale. In der gestern irr Gremium der Wiener Kaufmannschaft statteefilndenen Bollver sammlung der Wiener Ledcrgroßhändler wies der Vorsitzend Präsident Siegmund Rieß, auf das seinerzettige Versprecher des Bundeskanzlers Dr. Seipel hin, wonach mit der Ervich tung der Notenbank die Devisenzentrale vollständig abgsschas! werde. Die Vorbereitunigen zur Schaffung der 9!oienbank wer den wohl, was ja anMrkennen sei, mit vollem Eifer betvieiben. dagegen sei von Vorbereitungen zur Auflösung der Devisen - zentrale nichts bekannt. Vizepräsident Hers ch mann veüvie' darauf, daß der Buveaukvat Ismus in der Devisenzentrale so wei gehe, daß Fakturen aus 200 französische Framen in Teilbeträgen zu 40 Franken zugewiesen werden, was natürlich im Verhältnis-,zu diesen Bagatellbeträaen unverhältnismäßig hohe Spesen verursache. Vorstandsuntgli-e-d C hieb na führte Beschwerde, daß die Devrsenzentrale auf Kosten der östarre i ch isch e.n B evölkcrun g in Devisen spekuliere. Während i-m allgemeinen höchstens 10 bis iö Prozent des angesvrochenen Betrages zugewieien werden, wies die Devisonzentrale zur Zett des Marksturzes die angesuchten Markbetrage, zu 100 Prozents zu; da die Erledigung aber i-mmer einige Am bei der Devisenzentrale dauert, so mußte die Kaufmannschaft und damit Mtürlich auch der Konsum, im Hinblick aus, den rapiden Rückgang der Mark, weit höhere Preise für diese Markbeträge bezahlen, als am Tage der Ausfolgung der Devise Berlin crüs Grund der Züricher Notierungen gerechtsevtrgt war. Allseits wuvde auch darüber geklagt, .daß die Devisenzentrale seinerzeit, für alte Fakturen die Devisen, nicht zuwies, die Schulden in svemder Wahrung dadurch lange Zeit uirbeglichen blieben und die Devisenzentrale e x ft na ch erfolgter Hausse der Zahlungsmittel die notwendigen Devisen für alte Faktur e.n b e w i l l i g t. Die Folß« der Devisenbewirtschaftung sei, daß die Ausnützung der günstigen Einkausskon-- Mnktur -den Lederhänwern unmöglich gemacht werde imd daß gerade während der,Markkatastrophe die Bevölkerung .mit wesentlich billigerem Leder hatte versorgt werden können, als dies der Fall: war. Der Index hätte hierdurch einen weiteren wesentlichen, Rückgang erfahren können. So habe die Devissnzentrale durch ihre Praxis die gesamte Lebenshaltung verteuert. Kapitalsethöhung.der Alpine Montaniesellschaft. Die Alpine Montangesellschaft. die bekanntlich im Sommer ihr Kapital von 100 aus 200 Millionen Kronen erhöht hat, plant eine neuerliche Kcchitalserhöhnng um 200 Millionen Kronen, worüber eine sur den 4. Dezember cinberufene außerordentliche GenUalversammlun g beschließen wird. '; . Verband der Messe- und Exportvertteter. In einer gestern im Gremium der Wiener Kaufmannschaft' unter dem Vorsitz des Präsidenten Prasse stattgefundenen Plenarversammlung des Verbandes der Messe- und Exportvertreter wurde allseits über das Ueberhandnehmen von Elementen, welche, ohne hierzu gewerbebevechtigt zu sein, sich dem Haudelsvertveterberufe widmen, Klage geführt. Einer Anregung entsprechend, wird vom Verbände an die ösberreichische Industrie, den Kaufleuten Und'gewerblichen Korporationen ein Rundschreiben gerichtet, ' worin das Ersuchen gestellt wird, sich bei Abwicklung von Geschästsn nur solcher Han-delsvertrete-r gu bedienen, ivelche in Oesterreich odex in irgendeinem anderen.Staate als H a n d e l s- Vertreter gewe-rbcberechtigt -find.- Gleichzeitig wird ' noch auf den einen Umstand aufmerksam gemacht, daß die Mitglieder, des Verbandes der Export-schuh.Ää:ssevertreter mir eigenen Vertreterlögjtimationen ansgestall-et sind. Ju einem Zirkular an die Gesandtschaften, Konsulate wie an die kvmmerziellen und industriellen Bercinigui^en aller ouropmschen Staaten und Amerika werden diese daraus aufmerksam gemacht, daß man sich bei Bedarf von Vertretern sin."den Warcneinkauf oder --Verkauf an den Verband der österreichischen Messe- und Exportvertreter wenden möge,-woselbst sowohl, brauchen-, wie spttlchenkundigc, in jeder Beziehung, vertrmienswnrdigc Vertreter der ausländischen Industrie wie dem Handel zur Verfügung stehen. Die tschechisch-ungarischen Verhandlungen. Das „Prager Tagblatt" meldet über die Ve-rhandl-ungen:zwischen Ungarn und der Dschecho-Slowäkoi: Die in manchen. Fragon bestandenen Gegensätze mildern sich. Die verhandelnden Parteien textierten ein Abkommen, das sie ihren.'Regierungen'dovlegen. Der Text wollenes Getvand war sie gekleidet, - ohne Spitze oder Stickerei; ein silbernes Armband bildete ihren einzigen Schnmck. Rahel erzählte ihr weinend^ daß jede Nachricht -fehle, doch Miriam-stimmte nicht in ihr Weinen ein. Sie rodete ihr zu, guten-Muts, zu sein. Wirklich, bald darrach erschien.J-oftchh. Ans seinem Gesicht sprachen Verzückung und Verstörrmg zugleich. Sein schwarzes Haar und sein Bart waren - ungekämmt, seine Augen seltsam funkelnd in dem besturzwn, fahlen Gesicht; eine eigenartig poetische Erscheinung - in seinem rötlichbraunen Mantel und dein dnnkelgclben Hut. „Pax vobiscmn", ries er in Helten IrMtönen. ' „Joseph, Ivas soll diese trunkene Tollheit?" ftanrmefte Rahel. , „Gloria in altissimis Deo, und Friede, aus Erden, allen .Menschen, die ihn suchen^, beharrte"Joseph. „Es ist Weihnachtsmorgen, Mutter." Er fing an, den Bers eines Liedes ' zu singen. „Simeon, der gute Heilige aus. alten . . ." Heftige schlug Rahel ans ihres - Sohnes Mund. ,,Lästerer!" schrie sie; aschfahl wurde uhr Antlitz. Sanft zog Joseph ihre Hand fort. „Du lästerst, Mittäter", rief er. „Freue dich, freue dich, all Diesem Tage ward - der teure Herre Christus geboren — er/ der für die Sünden -der Welt gestorben." Bon neuem brach, Rahel in Tränen aus. „Unser Junge ist toll — unser Junge ist toll! Was haben sie mit ihm geinacht?" Die ganze furchtbar^ Angst, die sic ausgestanden, lag in diesem Ausmf. . - Schmerz verwischte die sanfte Ruhe ans Miriams Antlitz, als sie von der Fenstermschc ans Zeuge dieses Auftritts war. . „Toll? O, Mutter, ein Auferlveckter bin ich. Freue dich, freite dich mit mir. Laß uns einstimmen in die allgemeine Freude, laß uns eins sein mit dem Menschengeschlecht." Rahel versuchte, durch ihre Tränest zu lächeln. „Genug dieser Narrheit", sagte sie einlenkend. ,-,Es ist das Weihesest, nicht das Fest der Lose. Heute bedarf es keiner Maskerade." (Fortsetzung folgt.)