Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1353 (16.11.1922)
- Date
- 1922-11-16
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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9hr. _ 13H3 Wien, Donnerstag S&fewet* MorsenzettuNg. 16. November 1922 Seite M Srientkooferem. PariS^ 18. November. (Wolff.) Nach einer Meldung Ves „New Hork , Herald" aus Konstätttinopel beträgt die Zahl dev christlichen Flüchtl.inge.aus Kleinasien und Thraziennach Schätzung des Völkerbundes einundemviertel Millionen. Aus dem LManopÄols. London, /'16. November. (llteuter.) Die „Times" mesden aus- Konstantinopel: 160 Personen aus dem Sullanpalqis, die sich 'in die britische Botschaft geflüchtet haben,. werden nach Malta gebracht werden. tzineueue Note Kemals. Konstantinopel,' 15. November. (Havas.) Refet Pascha wird den Oberkommissären der Miierten heute eine Note der A n g orcpRe g i e r u n g überreichen, worin erklärt wich, daß; fe, große Nationalversanrmlung keinerlei fremde. ^Einmischung in die Verwaltungsunp zivilen Angelegenheiten zulasst. Reuter Msdet, die zustande gekommene Vereinbarung sehe vor, daß sich die türkische Polizei ausschließlich mit den Türken'befassen werde, während die Christen und die Ausländer istr» alliierte» Polizei unterstehen werden.-Refet Pascha hat m einer Unterredung mit dem Oberkommissär sich bezüglich-LevAbmachungen für die Uebergabe der Verwaltung von Thrazien sehr entgegenkommend gezeigt und versprochen, daß sich künftig keine Schwierigkeiten; mit der türkischen Gendarmerie in der Zone von Tschanak ergeben werden. Der französische. Konsul ist in Begleitung eines Ordopnanzyffiziers Reset Paschas nach Brussa abgereist, unr dort , mit Rücksicht auf die Meldungen aus britischer Quelle, wonach die Kemalisten französische Nonnen gewalttätig behandelt hätten, eine Untersuchung anzustellen. tzitglimd Mld Frankreich. Paris, 15.' Äkövember. (Havas.) Die Denkschrift des englischen AuswärMen Amtes, worin der britische Standpunkt in der Ori e n t f r a ge dargelegt wird, ist heute vormittags dem Minister des Aeußern überreicht worden. Der Inhalt wjiK). gehe im gehalten. Die Denkschrift enthält die Meinungen Englands scher die Fragen, , über die noch v o r, .^ex Konferenz üq» Lausanne ein Uebereiukommen erzieWqerden muß. { M SemralliimmWr. " Die „Prager. .Presse" meldet: Die Washingtoner Regierung hgt '.sich gegen die Ernennung des amerikanischen Sachverstärrdigen Bohden zum Bölkerbundkommiffär für Oesterreich, ausgesprochen. Infolgedessen tritt die Kandidatur des. Bürgermeisters von Rotterdam, Dr. Zimmerm'ann, in.den Borde rgrrurd. Sie Borgiinge in Fudenbmg. Enthaftung der verhafteten Arbeiter. Graz, 15. November. Wie aus Judenburg gemeldet wird, entfernten sich die demonstrierenden Arbeiter im Laufe der Nacht und es trat Ruhe ein. * Die von.der Arbeiterschaft nach Graz entsandte Abordnung hatte zuerst beim Laiideshaichtmanu Vorgesprächen. Dieser erklärte hinsichtlich der Sicherungs,naßncchnreu, insbesondere des Verbleibens der Gendarmerie, daß diese anftecht bleiben müssen, bis der Anlaß entfällt. Hinsichtlich der Frage der Haft der Beschuldigten betonte der Landeshauptmann äderen Gesetzmäßigkeit und erklärte im'übrigen, daß die Funktion der Landesregierung bezüglich dev Vergifteten mit. der Vornahme der Verhaftung und der Ueberstrlluüg der Verhafteten an das Gericht beendet sei und die Entscheidung über alles firmiere den Gerichten und der StaatSastwalischhft zukomme, die ihm nicht unterstehen. Die Deputation begab' sich daher mit ihrem Begehren nach sofortiger Enthäfßuüg. zum ersten Staatsanwalt Hofrat Doktor König, der jedoch erklärte, noch keine Entscheiwnig treffen zu können, da die EinvcMahmen noch nicht erfmgt seien. Am nächsten Morgen , sprach hie Deputation beim Oberstaatsanwalt Dr. Techner vor». protestierte dort gegen die Verhaftung und langte sofortige Enthaftung. Der Oberstaatsanwalt betonte die Gesetzmäßigkeit *' der Haftverfügungen und erklärte, der Frage der'Enthaftung nicht nähertreten zu können, solange nicht sämtliche Beschuldigten einvernmnmeu sind. Erst von dem Ergebnis dieser Einvernahme hänge die Entscheidung über oine eventuelle Enthaftung ab. Die Einvernahmen hätten bereits gestern nachmittags begonnen und dürsten im Lause des heutigen BormütagS beendet werden. Als sich daher die Deputation mittags neuerlich zum Oberstaatsanwalt begab, ließ dieser sich die Protokolle Über die Einvernahmen kommen und stellte fest, daß sämtliche Beschuldigten ein Geständnis abgelegt haben. Gleichzeitig gaben die Vertreter der Industrien, bei denen,die' Verhafteten Mgestallt siüd, und die mit der Arbeiterdeputation gekomnlen .waren». ^Zusicherungen hinsichtlich einer eventuellen Fla htgemhr,': tvvraüf der Staatsantvalt mit der Begründung, daß d,e Lwllusionsgefahr durch das übereinstimmende Geständnis aller Beschuldigten nunmehr beseitigt sei, die Enthaft ungsverfjig,mg traf. DaS Svasiverfahren wird gegen sämt- Nach dem, „Daily Telegraph" ersucht daö britische Memorändum die französische und die italienische Regierung^ offen z u erk l'ä r e n, ob und inwieweit sie bereit seien, den britischen Standpunkt anzunehmen und mit der britischen Delegation an dex Verteidigung dieses Standpunktes mitzuarbeiten. War die Zfirfen verlangen. Paris, 15. November. (Tel.-Komp.) General Jsmet Pascha, der Führer der .^ckischon Dologation , dar Konferenz von Lausanne, ist heute vormittags in Begleitung von Fevid Bei, des Pariser Vertreters der Angora-Regierung, und 6 Mitgliedern der türkischen Delegation im Lausanne hier oingetroffen,. um sich mit Poincare und Francklin Bouillon zu besprechen. Einem Vertreter der Information" gab Jsmet Pascha folgende Erklärung ab: „Wenn uns in Lausanne eine Art Ultimatum vorgelegt und es uns unmöglich gemacht werden sollte, gewisse nationale Wünsche durchzusetzon, so hätte nran sich die' Einladung orspaven können." Auf die Frage, welche nationalen Wünsche dies seien, er- 4 widerte Jsmet Pascha, die Regierung von Angora verlange die Wiederherstellung der absokuen Unabhängigkeit der Türkei ohne irgendeine ausländische Bevormundung und ohne Kapitulation. Warum sollte die Türkei nicht ebenso unabhängig sein, wie Bulgarien, Serbien, oder' die Tschecho-Slowakei. Was die Dstevengenfrage betreffe, werde , die Türkei keine ernsthaften Schwierigkeiten machen, unter, der Bedingung allerdings, daß sie in die Lage versetzt bleibe, Konstantinopel im Falle eines Angrisftä ausreichend zu verteidigen. Ein gerechter Friede kann nur. erzielt werden, wenn man di« Tatsache berücksichtigt, daß die Türkei eine gewisse Entwicklung durchgsmacht hat und ihre eigenen Angolegeichoiten selbst verwalten könne. Sie Kemal-Sepstation in Paris. Paris, 15. November. (Havas.) I s Met P a s ch a ist in Begleitung Ferid Beis hier eingetroffen und wiü> dem Ministerpräsidenten Po in care einen Besuch abstatten. England will «tt Italien beraten. Rom,. 15. November. Der englische Botschafter überreiHte heute der Consulta eine Note der englischen Regierung betreffend deren Haltung in der Orientkrise, worin der Wunsch nach einer Besprechung zu dritt zwecks Festsetzung eines gemeinsamen Vorgehens in Lausanne ausgesprochen wird. **' liche Beschuldigten fortgesetzt. Die Sicherungsmaßnahmen der Landesregierung verbleiben bis zur vollkommenen Herstellung der Ruhe in Judenburg aufrecht. Jugoslawien. Sine KorrnptioasaWre. Die Korrespondenz Herzog meldet aus Belgrad: Wie seinerzeit berichtet, wurde der Kriegsminister, Oberst Milos V a s i e, im Verlaufe einer von den Zeitungen aufgedeckten Korruptionsaffäre, bei welcher der Kriegsminister für die- Vergebung einer größeren Gewehr- Patronenlieferung an die Hirtenberger Patronenfabrik eine hohe Provision'bezogen haben soll, auf das. ärgste bloßgestellt. Der Kriegsminister hat seine Demission überreicht und an seiner Stelle wurde der bisherige Generalstabsgeneral Pesic zum Kriegsminister ernannt. Die Ernennung des neuen Kriegsministers vollzog sich innerhalb 24 Stunden und kanr, trotz der in den Blättern gegen Oberst Basic fortgesetzt erhobenen Beschuldigungen, wonach er eineinhalb Millionen Dinar als Provision erhalten habe, überraschend. Wie jetzt bekannt wird, wurde Kriegsminister Basic dadurch zur Demiffion gezwungen, daß der König sich weigerte, ihm die Zustimmung zur Einbringung eines außerordentlichen Rüstungskredits Don 800 Millionen Dinar zu erteilen, zu- , mal auch der Ministerrat einen diesbezüglichen Antrag unter deutlichen Zeichen des Mißtrauens gegen Basic ablehnte. Der neue Kriegsmimster, General Pesic,, hat. unmittelbar nach seiner Ernennung im Ministerrate den Antrag,auf Anforderung eines außerordentlichen Rüstungskredits von 800 Millionen Dinar erneuert und sowohl die Zustimmung des Kabinettsrates als auch des Königs, erhalten, Der Kredit wurde ürzwischen vo.n der S ku stich 1i na mit großer Majorität sofort votiert. Da die Blätter fortfahren, die Beschuldigungen gegen den ehemaligen Kriegsmimster Basic zu wiederholen, und Basic die Beschuldigungen nicht dementiert hat, so denken sowohl die Regierung als auch die Majoritätsparteien der. Skupschtina oüran, durch eine Untersuchungskommission aus Mitgliedern der Skupschttna den Sachverhalt festzustellen, wollen jedoch noch vorher das Resultat des Prozesses abwarten, der von einer an dem Geschäfte beteiligten Seite bei dem zuständigen Wiener Gerichte gegen Generaldirektor M a n d l angestrengt wurde. Man erwartet von dem Verlause dieses Prozeffes sehr wichtige Enthüllungen. Außer Basic sind noch eine ganze Reihe von Personen in die Provisionsaffäre verwickelt. Me SvionageaMe. , Prag» 15. Noveniber. (TsckMw°stoWakische§ PveßburE.) Nach vorliegenden Mviduirgen ans Brüittr hüben die Mlitarbehörden festgestellt, daß außer den vom Lchstnünt Georg N owakowski und ffoinen Genossen entwendeten vortrouttcheLr mMtävvsche« Wen eine Reihe militärischer Befehle aus dem LandeSmilrtärLonmmiido Brünn', ins Auslmvd verschachert wurpsr. Spione einer Macht im ÄLorden pflegten regelmäßig selbst mit' diesen Bvfthlon M 'NowäkowÄrs Schtvager, dem 27jähriger; KianzleigchilM Josts Lnsch ka, der bei der Verwoiltni-ng der Mlitärseolsorge dos - Laridesmilitärkomma-ndos angesteüt war, nach Brünn zu koumden.' Später jaiiibk er andere Personen. Prschka verschaffte sich' die Befehle von doni ihm bekannten Joses W r b o w s k y, der im (Weidit des Brunner Landesnrilitävkomnmridos beschäftigt ist, wo' er sie entwendet«. Einer von den nach Brünn um die. Befehle kommenden Vermittler war Ludwig Sgebenyi, Beamter der tschecho-flo- > wtzkischen StEsbahstoi^ der auch oinen ' Teil der MMlisievungsMstnbahnsahrPläne.ins Ausland. verkaufte. Mit dieser Angolegonheit hängt -auch'die VechaftAig des' Oberrevidcmten der ffchecho-slowcckischon Staatsbcchnen'. Josef. T k a e" ans Tschechisch-Teschen zusammen, der bk MöMisieÄWgsstchrpläne der Kascha u-Oder der g e r B a h n'.dam Szebenyi goliestrt hat. Die genanrvten vier Personen, von denen'.Lischka, Vrbovsky und Tkac ein Geständnis, abgelegt häbenj' würden verhaftet, Statt Anttsemitlramr PHWchMauismar. Budapest, 16. November. (U. T.-K.fB.) M der heute abgchältvnen GEralverfammlung des u-Warffchen Laaidwchrmachwereins Wöve), zu der auch Erzherzog - Josef Franz erschienen war, hielt.Präsident Abg. JuWs>Gömbüs -eine Rede, worin er ausfi'chrte, daß eine Nation, die^sich. Mit ihrem Schicksal abzuftndm vermöge, es verdiem, ztWunhezugelM. Jetzt müsse erst die wahre nadiomrle BöveiniglMg koMnuM, die sich ober nicht in Worten, sondern in Daten zmgen müsst. Wir befinden uns — sagte Gömbös —in einem Kampf gegen den Bolschewismus und den Internationalismus.. Gönrbös wolle nicht den Antisemiiismus verkünden,. sondern den' Philochvistiamis,nrus^ ', /, .... Kei« Bistum In Kllttowitz. Breslau, 14. November. (Wolfs:) 9cach der „Schlesischen. Bolkszvituing" hat der HoilM Sticht für 'den.Polen gefallene n Teil OÜerschlesiensden Salesiatierpater August Blond zmn Apostolischen Abt in Kxakau.ernamtt, Ein eigenes Bistum Kattvwitz ist also nicht errichtet,worden, , Ae HlMdelspoUK Ztalkmr. Rom, 15. November. Im gestniMl Ministerrait erstÄbete Handelsminister Conte Rosst Bericht über-die Tvagweite des Handelsabkomm.ens mit Frankreich, das MeisLbegünstigung und Minimalmrist vorsiebt, diebisher keineul anderen Staate zugebNigt wurden. Das Abkommen br-deuteinsdosondere eine BÄpbqrng. ' de r v e n e. t i a n i s ch e n n n d istrionischen Fischkonservenindustrie. Der Ho«-, dolsntinister teilte ferüsr uvtz, daß Handelsabkomm>en mit Karvada, Estland, ÄeMand, Fmniand, Siam Mid mit der Schlveiz vordem Mvschlusse. stchen. . ".r. .... Der Mmistervat ^beschloß, die Ha fenbauten in zcchlnoichen Ademhästn, die Bii6wlchasnrl*auittzn m.' .Mailand mid Cvemona sowie die Elektvifizievung unid Kotzleusörderung zu be-. schlmmigen. Schließlich evmächtiM der MÄtistevrctt den A^bsitSmimister, zu entscheiden, ob die B ah nen-im Trent in o dern Privatbvtriie'b zu Äberlässen seien. > Ssorra» Rachfolger. Paris,' 15. "November. (Wolff). Der treue italienische Botschafter d'Avezzäüi, ist hier evngoftofstn. Gras Ssorza wird Soimtag Paris/yevlaffen, Kein Rsmamw-Kmgreß. Kopenhagen, 14. November. (Wolff.) - Irr - verschiodünen auslärrdischeit Blättern wurden Nachrichten sioiedvrgegöbon, wonach alle russischen Großfürsten und verschiedene leitende russische. Monarchisten sich g e ge n-W e ih nachten in . Kvpeichagen v^rsaunlieLn und von der Kaistrin-Witwe empfangen. werde«' sollten. Wie He hiesigen Blätter 'an.s. bester Quelle . erfahren,, enchehrvn diese. Geriichte jeder Grundlage. 8i» vrberlall auf die ltalirnilchr Delegatio« in RuMud. Rom» 15. NoVvistber. (Tel.-Komp.) Wie. die Blätter aus Moska-u melden, ist die iEc-nischc. Delögätion'/ans der 'Reist von Mo'skän nach Odessa am 13. November auf' öffemr Strecke von. einer Räuberbanlst überfallen worden. .Als" dir Bande in tzas.-WägenechteN vin-dwng, in deni sich die Destgätton bestich, feuerte'-««' msflsther'.Bo'stsköUumffär, der die Delegation be.glmtet, rimu Schuß auf bst Räuber ab und.sprangfäus donr stchrendon Zug. ^nrugrtoks«, rein Volle, 14v c»> br. Voudlck-Kaglsns, rein Volle RMwimilniil, l a K 49*000 K 590.000 K 168.000 ll., :Tabörsira8e 48 Telephon 47-1-79 En gros En dtliB