Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1351 (14.11.1922)
- Date
- 1922-11-14
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Herabsetzung - der Arbeitslosenunterstützung, Vorsorge für die Beschäftigung der Arbeiter und Beseitigung der, Arbeitslosigkeit; i. Existenzminimum für alle Arbeiter; 5. Schutz- und Heimstätten für alte arbeitsunfähige Leute; 6. Strafanstalten für alle Faittenzer; 7. Todesst r a f e für Spione, Hochverräter und D e f r ä u d a ni? it am staatlichen Eigentum; 8. Aenedrung der, Verfassung in dem Sinne, daß der Präsident ourch das Volk gewählt werde. Diese Forderungen gelten für die nächste Zukunft und bedeuten keinen Angriff auf die Ruhe und Ordnung des Staates. Augenblicklich ist ein Zentralausschuß in Bildung begriffen, der das Avbeitsprogramm für die. gesamte Republik auszüavbeiten hat und für die Organisation sorgen soll. : ' Die jüdische Mederausbmmrbeit in Karpathonchlmrd. Aus N e w-Y o r k meldet I. P. Z.: Laut Beschluß des Joint Distribution Committee wird m allernächster Zeit die rekönstruktive > Hilfsaktion in der Slowakei beginnen. Eins Summe von 200.000 Dollar' ist bestimmt worden zur Eröffnung von Leihkassen für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser und Eröffnung von Handwerkerschulen. Von diesem Betrag sind 90.000 Dollar für,KarPathorußland bestimmt, das als die ärmste jüdische Gegend bekannt ist. / / WlM. Bevorstehender Etreik im RMtsgebiet. Lemberg, 10. November. (Tsl/d. „Wiener MoMMitung.) Die IbvbÄter Än Borhslawer - NäphtagMat beanspruchen eine Lohnerhöhung von 100 Prozent. Die zwischen ihnen und den Arbeitgebern geführten Unterhandlnugen' blieibvn vorläufig refultatlos und ivurden unterbrochen. Falls keine Einigrmg er- Zvelt werden sollte, dürfte in de» nächsten Tagen ein Streik auslbrechen. . Ausfchreidms der Wahlen in der Warschauer Wische» Gemeinde. Warschau, 11. November. (I. C. B.) Die polnische Reglevung hat endlich beschlossen, die Verordnung betreffend die Wahlen in die Jüdische Gemeinde Warschaus herauHugeibsn, so daß die Ausschreibung ider Wahlen demnächst «Galgen dürfte. - PalSWa. Anstelluug der „Haarer". Jcrüsalem, 10. Nvveanber. (I. C.. B.) Die . hebräische Tageszeitung „Haariez" hat ihr Erscheine« . eingestellt. Die Nachricht, daß dieses für die jüdische Reircrisscm.ve in Palästina .so, bedeutende Ovga-n, zu existieren aufgchövt hat, wird mit allgemeinem Bedauern ausgenommen worden. Der „Hcvavez" hat sich deil Ruf eines seriösen OMNs evwMlben, welches in sachlicher und obj-Ätiver Weife -den Problemen des Aufbaues des jüdischen Palästina diente und ohne alle Sensationoslust die jüdischen Interessen energisch wcchmahm. HoffenMch wird «S unter günistigeren Umständen bald wieder möglich, <diefe so jäh nntvrbrochsne Tätigkoit fortzusetzon.! Me Misch-arMsche Seituug in Jerusalem. i Die von Dr. MMsl hevausgsgebene jüdisch-arabische Zeitung „El-Salam" ist bereits von .Haifa nach Ievusal-sm überführt worden, und erscheint hier zweima>l wöchentlich. Zweck des Organs ist es, in arabischer Sprache für die zionistische Sache und die Herstellung des Friedens zwischen den Inden und -den Arabern zu werben. MW ßadezimmer-EinrlcfitUfisen Export nach allen Staätenl 9370 Nachrichten. Mussolini Md ZesterreW. Rom, 13. November. Die , „Tribuna" berichtet über einen Schtttt des italienischen Gesandten in Wien Orsini Baron i beim Kundeskauzler Dr. Seipel, wobei der italienische Gesandte dem BmünM-rHjler bau den Absichten der Regierung Mussolini betreffend Oesterreich unterrichtete. Die Erklärungen des Gesandten seien dom Bundeskanzler mit größter Befriedigung entgegengenommen worden und der Bundeskanzlerhabe ' den GesaMen geboten, dem Ministerpräsidenten Musfolim seine Gemlgtuuug mitzuteilen. Die Erklärungen^ Mussolinis haben gewisse Befürchtungen der öffentlichen Meinung Oesterreichs betreffend die Stellungnahme der neuen Regierung gegenüber der Genfer Vereinbarung beseitigt. Die Erklärungen Mussolinis seien auch geeignet, gewisse Pressenachrichten, die den Zweck verfolgen, das Vertrauen zu Italien zu erschüttern, zu widerlegen. Roßbach »nd Hirtler. Berlin, 13. November. (Tel. d. „Wiener MovgrmKLiinng") Am Freitag ist hier (wie von uns berichtet), der als Fveikor-pssührer bekannte frühere Leutnant Roßbach durch die politische Polizei verhaftet worden. Diese Maßnahme war erforderlich, well Rohhach in Pvmßen in den Atzten Wochen eine sehr rsge Tätigkeit inder Gründung und Propagierung von Gehermorganifationen entfaltet hat. Rotzbach versuchte, ähnlich wie in Bayern, auch in Preußen Organisationen mit MionalsoziMRschom. Charakter zu begründen. Mt .der Festnahme-Roßbachs ist einer -der -Führer jener Kreise, deren Drüben-das Reich oft in innerpolitische llr.Mhen versetzt hat, dingfest gemacht worden. Im Zusammenhang hiennt, und mA den Tveibsveien des bayrischen toetfoicctt om Schilde-, tung. Beachtung, die der SlmdebbevichteDchatter des „8 Uhr- B-Iatt" Ms München über einen Besuch bei HMer seinem Blatte sendet. Darnach watz dieser bayrische Mussolini ftühsr Plakatmaler in Wien. Er steht in der Mitte der Dreißiger, ist groß, nervös und zevstvout. Er spricht in abgerissene Sätzen und gebraucht fast fortwährend Phrasen. Er beginnt, dcmüt, daß er keinen Putsch vewnstalten will. Er wolle einen Staat aufbauen, der ganz aus sozialer Grundlage stche. Wie konfus der Mann ist, geht aus seiner Behmchtnng hervor, der Papst Alexander der Sechste, Kaffer Wilhelm der Zweite und König Eduard dar Siebente seien Juden gewesen. Re Faszisten. Budapest, 13. November. Me „Magyarorszäg" meldet, haben die politischen Nachforschungen und die.in Verbindung damit vorgenommenen polizeilichen Verhöre ergeben, daß Pas Faszfftenlager in Btckapest ungefähr vierhundert vereidigte Mitglieder zählt, zumeist legitimffüsch gesinnte Studenten und Beamte. Ueber die Führer der Bewegung konnte im Verlaus der Einvernahme nichts Positives sestgestellt werden, da die Einvernommenen zumeist erklärten, die Führer nicht zu kennen. Als den Hauptpunkt ihres Programms bezeichneten die mersben Einvernommenen die Wiederherstellung der 1 territorialen Integrität Ungarns, während, nach ihrer Angabe die Königssvage aus politffchen Gründen ausgeschaltet sei. Die polizeilichen Verhöre erstreckten sich auch aus die, Frage, ob die Faszisten nicht, bewaffnet seien, doch konnte die Polizei diesbezüglich bisher nichts Positives feststellirn.. Gin höherer Polizeibeamter eEärte einem Mitarbeiter des, „Uj Nemzedek^. der Zweck der polizeilichen Nachforschungen .sei vor allem, Klarheit über die Tätigkeit des Faszistenlagers zu schaffen. Sollte diese Organisation ver- . steckte ^Waffen besitzen, so würde gegen sie im Sinne des Strafgesetzes die Anklage wegen Aufruhr erhoben werden. Wenn sich aber keine AÄffen vorfinden solltest; werde gegen sie das Verfahren wegen Ausübung einer behördlich nicht genehmigten Dereinstätigkeit eingeleitet werden. Der Abgeordmte Friedrich bestreitet in eurer Unterredung mit einem Mitarbeiter des „Uj Newzedek" neuerlich, daß er der Führer her Faszisten sei. -Der.Faszismus sei übrigens ein? bestehende politische Richtung, die auch' Vertreter im Parlamente und in . der Budochester Stadtvertredmg besitze. Wer diese seien, werde die Oeffentlichküt noch rechtzeitig, erfahren. Das Faszistenlager sei nicht geneigt, seine Exfftenz aufzugebm. Er bestritt schließlich, daß sich die Faszisten mit dern Verein der Erwachenden Ungarn entzweit hätten. Tagesbericht. Sie TeeleMnger vm der..EeegÄe. Die Judemniffion. Wir haben dieser Tage eine Schildsvuug von dek Wirkfam-keit der Judennrissionäve in der Seeglasse entworfen und auf dtzn erttpövenden Unfftan-d h'rngewiesen, daß es ein Wischer Vevem war, welcher die Gewissenlosigkeit aus- Lrächte, durch den Verkauf seiires Hauses an die Missionäre diesen ihre Arbeit in Wien zu ermöglichen oder zu erleichtern. Der Handel muß schon vor längerer Zeit perfekt geworden sein, 'denn in einem uns vorliegenden Mitteilüngsblatte der evangelisch lutherischen Missionen von: A-ngust' lesen wir: ' . . „Die- Leitung der schwedffchen Jsvael-Miffion in Wien ist dem früheren finnischen Missionär in Czemv- - witz P. Schalin übertragen, . dem ein judenchrfftlicher Mlssionsaübeiter (diese notwendige Hilfskraft inr Seelenfang ist jener von uns bereits angeführte. Güus'burg. Die Red.) sowie zwei Schwestern zur Seite stchen. Auch. l hier gibt es viel..Suchen, , besonders in ko-mmumstischen. Kreisen, das zum Teil durch die Evangelisation P s a rr e r M o n s k y s geweckt ist. Die Mission hat eirp großes Haus in -Wien erworben, in dem bisher eine jüdische - Schule untergebracht war." Aus dem weiteren Bericht erfährt rnan, daß diese Judenmiffion in Galatz, Zürich, Lodz und. Wilna, in Leipzig und Breslau tätig ist und außer in Wien auch in Budapest eine Arbeitsstelle eröffnet hat. Ob es auch dort .ein Mischer Verein gewesen ist, der ihr bereitwillig den Weg gebahnt hat, wird nicht gesagt, hingegen^ äußert sich der Bericht recht optimistisch über dieses neue Tätigkeitsgebiet. Die Bubapester Misiion erreiche bereits die verschiedensten jüdischen Volkskreise, sammle die . gläubigen Judenchristeu und werde vor allem einen Mittelpunkt für die vielen nach dem Umsturz in Ungamr getauften Juden bilden, von dSAett die mefften — was wir gern glaubender Erweckung, und Förderung des Glanbenslebens noch sehr bedürftig seien, denn die pure evangelische Ueberzeügnng - wird es wohl nicht gewesen sein, welche den Abfall des Budapesler Tausjudentums veranlaßt hat. Die Erfolge des asten Systems der jüdischen Wohltättgkett sind nicht gerade überwälttgend, aber daß ein Wohltätigkettsverein sich geradezu zum Schädling der allgemeinen jüdischen Interessen und zum Erwecken berechügten Aergernffses auswächst, lvar bisher in der Chronik der affimilätorffch-jüdischen WohMigkeit in Wen neu. , Die PrFftuig der Mstedrsche« Lehre. Die Sonnenfinsternis vom 21. September. Aus New-Aork Wwd uns geschrieben: Nach langem Warten sind die ersten Nachrichten über die in Australien bei der Sonnenfinsternis vom 21. September gemachten Beobachtungen in Amerika eingetwffen. Während' die Beobachtung von der Weihnachtsinsel aus durch den bedeckten Himmel beeinträchtigt wurde, war in Australien während der Finsternis der Himmel heiter. Die Astronomen der beiden amerikanischen Expeditionen hatten daher unbeschränkte Gelegenhett, ihr vorher aufgestelltes Programm durchzuführen. Es glückte eine Reihe photographischer Ausnahmen, die den: Studium der Relativitätstheorie zu dienen bestimmt sind. Wir werden in einiger Zeit erfahren, ob die erhaltenen Ergebnisse sich mit der Theorie Einsteins decken oder nicht.' £>k Korona hatte vier -Ansftvahklngen, deren eine sich über drei Sonnenidurchmesser. erstreckte. Pros. CH ha nt hat das Phänomen der sogenannten „fliegenden Schatten" photographiert, die einen Augenblick vor und nach der Totalität der Finfterins in die Erscheinung treten. Prof. Grant von der Universität Adelaide nahrn mit Hilfe der photo-elektrischen Kamera Messungen vor zur Feststellung der relativen Leuchtkraft der Sonne' und der Korona. Die nächste totale Sonnenfinsternis wird mn 10. September 1923 stattfipden und in Nordamerika sichtbar.sein;- zu ihrer B'eobchatung werden sich mehrere^ astronomische Expeditionen nach den Vereinigte-^ Staaten begeben. . . - ' Mchang der MerprM Wie die Korrespondenz.Herzog meldet, ist seit gestern ein abermaliger erft-eulicher! Rückgang der Zuckerpreise um dnrchschnjtMch 600- Kronen, pro Kilogram>n"erngetreterr, Kristallzucker kostet 8509 K., Würfelzucker 9M0 K. und' Staubzucker 10.200 K. pro'Kilogramm. - - * klingt Sas Lieb . , Die Nobelpreiszuerkennung nqn. E i n si e i n erpreßt der ^Deutschöfterreichi-- Mn Tareszeitung" folgenden Stoßseufzer»Die Einfteinschsu Entdeckungen sind wissenschostliH noch fo umstritten, daß die Vetteihunz der' Nobelpreises leicht auch et«ar verfrüht sein könnte/ Pikrnienveise findet man in derselben Nummer des MM» warn Anaugstoffe, rein Wolle, 140 cm br. JS 49.000 □oubli-RagSans, rein Wolle . .W 0911.000 in ...... . K 168.000 Schiffmann II., TaborsfraSe 48 Telephon 47-1-79 KU. ' -U.W» /-'■ ».*■>»**■ topinMHkw. Bi, »L43WI.