Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1349 (12.11.1922)
- Date
- 1922-11-12
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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I Ar. 1849 Wie«, Sonntag Wiener MorgenzeiLung. 12. November 1922 Seite 18' Sportprogramm für heute. Fntzvatt. Sportklub-—-Rapid (M.). . . . Lohe Warte V*3 Uhr Admira - Vienna . Eimmeringer-Plah o 11» Ker,ha-F. A. E. (M.) . . . . . F. A. L.-PIah V,8 n Rudolfsbügei-Simmering (M.) . . Rudotfshügel-Piatz 7*3 n Kadtmyh-Rekord XV. (<BU . . . Iedieredvrfer-Ptatz */t\i n Hechower-Athen (V.) .... . Kokoah-Plah r/sS n Kasmonea -Deriias (M.) . . . . Union XXt-Plah 7«n. „ Fußball. Ae Genervlversammlung Ser F«ßb«Averbmtdes. Die gestern hx alten Rathaus 1-ogenbc anßerovdeutliche Hauptversammlung des N. Oe. F. V. nahm einen ziemlich ruhigen Verlauf. Die eingebrachten Anträge, von denen die TreNmmg ter Provinz von Wien, die Einführung der bedingten Verurteilung dmch den Struma > und die Bestimmung über die Besteuerung der Vereine (deren Höhe von nun ad vom Vorstand de s N. Oe. F. Vbestimmt Norden kann) die wichtigsten sind, wurden a n g e n o m m e ». Eine längere Debatte entspann sich über den Antrag der Hcckoah auf Anerkennung des jüdischen Sportverbcmdes. Doktor Abeles, der daZ Verlangen der Hakoah im Prinzip billigte, vertrat .jedoch den Standpunkt, daß P. A. S. und Sckntzverbanf Körperschaften sind,' die der N. Oe. F. B. n i ch t ke n n t. Man könne daher ebensowenig den jüdischen Sportverband anerkennen. Die Vereinbarungen zwischen B. A. S. und Schutzverband bezüglich der.Mandatsvsrteilrmg und anderer Fragen seien außerhalb des Verbandes erfolgt und er könne dem jüdischeir Vportverband narr nahelegen, mit den beiden Korporationen gleichfalls antzerhalb des Verbandes in Fühlung ju treten. Schließlich wurde aber ein Antrag ^ireftor Spieglers angenommen, in denr der Verband ersucht wird, aus 8. A. S. und Schutzverband ' einzu-wirken, den jüdischen Verband bei den Mandatsterteiliingen zu berücksichtigen. Terror! Die Grazer Hakoah als Leidtragende. (Eigenbericht der „Wiener Morgeilzeituug".,! Die Grazer Hakoah trug am vergangenen Sonntag auf rrgenem Platz ein Freundschaftsspiel gegen Sturm aus. Der Mische Verein erlitt eine unverdient hohe 1:6-Njederl-age, vaZ darauf zurückzufühven wa^. ^rß der Schivdsvichter Krcauser, m der eiitttvandfreieste Schiedsrichter Steiernrarks ist, unter dem Terror des fanatischen Stm"-l-AnlMges in der zweiten Zprelhälst« keine 'Entscheidung gegen Stürm fällen durfte, wo- »uvch die Hakoah drei klare Off side-Goa-ls erhielt. Was sich an -ichem Tage auf dein Hakoah-Plaüe zutrug, spottet jeder Bechöekknmg und wird noch ernste Nachspiele im Verbände zur Mm haben. Von Beginn des Spieles an, wurden die Havayner mit Anrufen, wie „Iüdenbagage, gestunkenes Iuteirrösi-ntel, haut's die Sanjnten tot" und ähnlichen schmeicheln-' oeü'Worten betzecht, so daß die Spieler mehr als besangen waren. Auch der Schiedsrichter, der jahrelang Sektionsleiter Md aktiver Spieler bei Sturm war, wurde mit' dem Rufe (3. Fortsetzung.) Des Sutsefae» „Sch'ma Rroel". Von Jehuda Löb Perez. Aus dem Jüdischen.übertragen von Siegfried Schmitz. Abraham, dem neuen Baßgeiger, fehlt es scheinbar auch an nichts. Wohl hört er im Anfang böse Worte von seinen Kollegen, weil er nie Takt hält. Cr spielt, als ob er gar nicht zu dieser Kapelle gehörte. Das Stück, das die Musikanten gerade spielen, ist längst zu Ende, aber Abraham spielt noch fort, mit Ernst und Eifer, als gebe sein Instrument die Begleitung für eine andere Kapelle, die irgendwo in weiter Ferne spielt und keiner hört sie, nur er selbst. Anfangs gab es deshalb Verdruß, aber mit der Zeit gewöhnte man sich daran. Wenn man beim Gutsherrn spielte, da hatte man ein Mittel, um dem Nebel abzuhelfen. Wenn das Stück zu Ende ging, hielt ihm einer von der Kapelle den Bogen und hinderte ihn so, weiterzuspielen. Bei jüdischen Hochzeiten aber ließ man Abraham ruhig gewähren und die Gaste belustigten sich an dem ergötzlichen Baßgeiger. — Die Gemeinde ist auch sehr zufrieden. Abraham sitzt still und züchtig, das Gesicht zur Wand gekehrt, mit denr Rücken den Leuten zugetvendet, danrit er ja kern Weib sehe. Wähhrend einer Hochzeit nimmt er keinen Bissen, wenn man ihm etwas reicht.. Er hat sein Stückchen Brot irr der Tasche; man merkt gar nicht, wann er es ißt. Er-leistet der Getncinde überdies noch einen unschätzbaren Dienst. Man kann ihn als Schulklopser verwenden. Damit hat es aber folgende Beivandtnis: Abraham sagt dreimal im Tage auf seinem Baß das „Sch'nea Israel"; früh beim Sonnenaufgang, abends beim Sonnenuntergang um um Mitternacht. Früh und abends verrichtet er sein Gebet beim Flusse, um Mitterrmcht mitten auf denr Marktplatz. Und die Töne des Basses zerfließen in der Wen Mitternacht, dringen durch Sätet;- und Fenster, durch Türen und Stuben bis ins Herz; in ihnen liegt die ernste Stimme feierlicher Inbrunst. Wen der Hammer des Schulklopfers nicht weckt, der wird munter durch die Töne des Basses. M- -bu-^bmr. exttznt. M., .uyd.uMMüzW fpringm^die ,Haut's den Hund tot" uisw. bedacht. Die Ovdner wurden bedroht, Bänke und Barvieren beschädigt, und nach dem Spiele folgten Raufszenen auf der Straße außerhalb des Platzes- Diese Zustände haben zur Folge, daß hoi gtößeren Spielen lern besserer Mensch aus emen Sportplatz gehen kann. Der Sportklub Sturm ist nicht unschuldig, venu er hat diese Schreier auf seinem Platze großtzezoaen vm dieser „bessere" Anhang blevöt chm treu auf allen Plätzen. Sturm wird mit der größte» Schärfe gegen seinen eigenen Anhang einschreiten müssen, um nicht seinen sportlichen.Ruf hevabseden zu l^'n» Es ist zu hoffen, daß die vom Verbände eingelevteten Schritte im Interesse einer gedeihlichen EntwMimg des Fußballsportes von Erfolg gekrönt sein werden. Und mm zum Spiele selbst. Da durch den laugen Regen in der. Mitte des Platzes ein großes Kotmeer entstand, hatten die beiden Flügelstürmer die Aufgabe gehabt, die Angriffe vorzutrageu. Durch ihr gänzliches Versagen aber war - das JnneMrro auf sich allein angewiesen und konnte daher zu fernem Erfolge kommen. Die Deckungsreihe Wad verläßlich wre immer,, doch fft sie viel zu sehr auf Derteidigungsarbeit bedacht und vernachlässigt, den eigenen Angriff. Die Berteidigung rackerte sich unermüdlich bis znm Schlußpfiffe. Frei-Leraer im Tore, der nach seiner Krankheit wieder das Hakoah--HertvgbMN hütete, hätte vielleicht einen Trester dechirtou können. In den eifien. 10 Minuten ist Hakoah bedrängt, später ist das Spiel offen. In der §5.. Minute bringt Palmai den gegnerischen Mittelstürmer unsanft zu Boden, der-Elfmeterstoß wird sicher verwandelt. Drei Minuten spater folgt Treffer 2. In der 36. Minute geliGgt es Lichtcnstem. für die. Blau- Meißen einjufctiten. Nach Ssrienwochsel ist das Spiel offen, As es ©tomu in der 10. Minute gülitrgt, ,de» dritten Treffer zu erzieley. Von diesem Zeitpuntz an ist ter Schiedsrichter ganz in der Gewalt des Publikums, da diesen Leuten eine Niobe ulage iu diesem Ausmaße m gering erschien, und 'o konnte Sturm noch drei weitere klare Off sDe-Goalserstelem. Der Schlußpfiff bedeutete eine Erlösung für die Hakoaihner, denen man aus solche Art den Sport verleiden will. Ausstellung: Fveibevger 2-, B.AiAheim, Freiberge; 1; Fodor, Grünhut, Palma-i; Kraus, Deutsch, Adler, Bürger, Uchten-stern. Besuch 3030 Personen. ' Vorher schlug Hakoah-Julrgtmmnschast Stuvm-Jungmanlischafi t;:0 (1:0)'uud hat nun sämtliche Grazer Jungmannschasten geschlagen. Besonders hervorzuheben waren der Berteldiger Quastler 3, der Mittelläufer Frredllmter sowie das gesamte Vorspiel, welches sin modernes Kombinationsspiel vor» führt, wie man es selten von großen MamrsÄ»fteu zu sehen bekommt. Die Jugend bildet den Stolz der Hakoah und einem Vereine mit solchem Nachlvuchse braucht um seine Zukunst nicht bange feilt. lieber die Jungmanlischast werden m -r ein anderesuml noch näher zu sprechen kommen. Ausitelluua: Freiberger 3; Quastler 3, Weser: Schwarz, FriedlLnter,' Wachsier; Teichner, Bnvsttn 2, BetteHeim 2, Holzer, 'Tallhofer. §. N. Mm Wettspiel 18. S. ft Aatirlapa- MakkaMa (WMmg). Das Spiel der beiden Vereine wlivde kirn Staute 1:0 für den 1. C. S. K. Bratislava von Makladäa abgobrochen. Wir >brachtön kürzlich dvn Bericht -der „B. Z. am Abend" zuur Abdruck, wobei wir sofort bemerkte,!, daß -dieser Zeitung nrvt Rücksicht auf ihre tschechische On-entieMu-g nicht unbedingt Glauben zu schervkell ist. Wir echaltm nun von H^rrn Josts Leuchter, Sekttonsleiter -des Sportklubs Makkabäa, folgende Zuschrift: „Sie hoche-n zwar durch Ihr Kommentar den Bvvicht der ,D. Z. am Abend" als eiirstit-ig glossiert. Mr verraten Ihnen noch, «daß der Sportberichtersttetcr. dieses Blattes eine Stütze -des Boa-ttslavor Sportklubs ist, sonnt eine .,Jnk»mbattbitttät" bvr -diesem Berichterstatter vorliegt. Wir wollm über das Wettspiel nur 'bemerken daß -der Verlaus em ruhiger war, Krischen *5» Juden, die es hören, .aus dem Bette und eilen zum Dienst des Herrn. Sie zünden ihre Lichter an und versammeln sich zum Mitternachtsdebet. Sein Spiel, das nie Takt hielt, kostete dem. Baßgeiger bei einer Unterhaltung beim Gutsherrn einst eine Haar»- locke, die im der erzürnte Gutsherr ans der Schläfe riß.; Bei jüdischen Hochzeiten lacht man über Abrahams Ssiiel; j aber wenn die.eigenartigen Töne des Baffes zum Mitterttachtsgebet rufen, da muvmett mancher in scheuer Verwunderung: „Eitt Unglückstttensch ist das doch; aber in feinen Tönen liegt etwas, liegt etwas...!" Und andere sagen: „Eine stttmme Seele; sie will mit ihrent Schöpfer sprechen und bat leine andere Sprache als diese Töne . . 1''. In'?n;!ni!ch.'w gab es eitle H.chzcii; solch eilte Hochzeit koltnnt sicher nur einmal in hutwert Jahren vor. Es war wirklich etwas Ungewöhnliches. Der reichste Mann aus Lublin verschivägerte sich mit.dem Krakatrer. Rabbi ltnd Tontaschow lag gerade in der Mitte zwischen beiten Städtett. Also wurde dort die. Hochzeit vereinbart. Und der reiche Ltlbliuer will dem Krakauer Rabbi eine Hochzeit ausvichten, daß der große Rabbi es. wisse, mit wem er Schwägerschaft schließt. Einen Sack Goldes verwendet der Lübliner zur Vorbereitung der Hochzeit. Er schickt seine Diener nach Tontaschotv, tun alles mit königlicher Pracht vorzubereiten. Die Diener kommen zmch Totnaschow und suchen einen gaffenden Ort siir das Hochzeitsntal; es,werden doch Lübliner, Krakauer urw Tomaschower Gäste zugegen sein, alle ntöglichen Stättte: Reiche, Bürger, Gelehrte, Rabboniln, Dajanittt. Und drei Musikkapellen werden spielen: die Krakatter, die Lübliner ttnd natürlich auch die Tomaschower. Fast am Ende der Stadt steht ein großer Schuppen, wo im Winter Holz lagerte. Jetzt ist er leer; das Holz ist langst auf der Weichsel nach Danzig geschwommen. Diesen Schuppen dingeir bk Bereiter im Namen ' des reichen Ludliners. Außen vffrd er mit farbigen pÄchtigen Bildern feNOÜ llltzd innen wie eine Laubhütte Mit herrlichen Gete.n Spielern von M-akkabäa und Bratislava nicht die mmdestt Auseinandorfetzn-ng staittges-unde->t und nur zufolge einer groben Fchlentschsidung des Schiedsrichters „Votr-uba" (BvaMlava) ein frühzeitiges Endo erreichte.. Anbei Pressest'vinmen: „Grenz« bote" -„Ärado", „Sportzaittlng" und „Preßbuvger Zeittma t woraus Sie ersehen können, daß oin Grund zum Avtveten bet einer derartigen Schiedsrichteretttscheidung, ztmt Teile vorvanden war. Das Wettspiel verlief . scharf, <wer fair mid das Resultat ist für MakkabLa um so -eher schmeicheHast, als' Bratislava vor kurzer Zeit den P. T. E. mtt 3 :V und den -derzertrgen Meister von Bratislava, Ligeti, mit 6:2 tesi-egbe." In den genannte» Zeitungen wird die AmtSfrchourrg deS Schiedsrichters als' zumindest nicht eirtzwaindswi bezetchmt, .Weiters weiß kein Blatt ettvas von Ausschvettmligeu zu melden. Der Berichterstatter der „B. Z. am Abend" hat -als" '» stark telrch die Partsib rille gesehen. Brief ms Westgalizierr. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeittttrg".) Am vergangen-en Sonntag fand eine interessante DeEf nung statt. Die zwei besten jüdischen Vereine Polens, die Bielitzer Hakoah und Makkabi (Krakau), standen sich in KrAm gegenüber. Die beiden Klubs, die durch unglaubliches Mißgeschick in der zive-iten Klasie verbleibelk muffen, dabei zumindest die Spielstärke der erstklassigen Vereine besitzen, bewiesen, daß sie trotz des Pechs mit Geduld cmsharren und in zäher Arbeit das gesteckte Ziel doch erreichen werden. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Während der verjüngte Makkttbi ganz vorzüglich spielte, versagten bei Hakoah die eingestellten Evsaßlente tmd darunter litt auch die Gelsamtleistung, die jedoch absolut nicht schlecht war. Das Spiel selbst, das MaKabi 5:1 getvann, nahm trotz -der elenden Bodelwerhältniffe einen flotten und interessanten Verlauf. Hakoah ist in den ersten 15 Mmuten glatt überlegen, vergibt jedoch die ginytigstett Schußgelegenhe»- telt. Ein Elfer trägt ihr aber die Fühvu-llg öin. Die. Disupttnlosigkeit eines Hakoah-Spielers trägt dieseln durch den eigenen Kapitän ten Ausschluß ein. Nun komillt Makkabi mächtig auf mtV bic numerisch geschwächte Hakoah lmifi fünf Tore in den Kauf nehmen. An einigen war der Hakoah-Tormann mit beteiligt. Im allg-cilleinen hat der Makkabi dein tatsächlichen Kräfteverhältnis und denr Spielverlauf entsprechwd einen knappen Siett verdient, llnter günstigeren Bedirtgungen hätte aber Hakoah keine ö:1-Niederlage erlitten. Im Vorspiel standen einander die Irlnioreu beider Vereine gegenüber. Auch in diesem Spiel siegten der Makkabi verdient 3:1. Da teite Mannschaften mit Ersah für die in der „Ersten" mitwirkenden Spieler antratelt, litt das gewohnte Zusammeuspiel, trotzdenr bekam man recht hübsche Leistungen beiderseits sehen. Beide Vereine können auf ihren Nachwuchs stolz sein. KeinMderer Verein kann mit solchem Nachwuchs austvarteu. Wegen der Sejmwahlen fanden itt diesem Kreise keim anderen Spiele statt.. . E..M. Sie MeifterschM. Merle Klasse Wch. I. F. C. spielt heute um halb 11 Ahr auf dem MeivUnger- Platz gegen Sechshaus. Schiedsrichter Grünzweig. Weitere Spiele: W. S. P.7-Hacking (halb 9 Uhr» Meidlinger-Platz), Graf; Hae. Nordstern—Cechie (halb 3 Uhr, Hae. Nordstern- Platz), Dr. Göpele; Mauer—Fortuna, Austria—Astori«. Fünfte Klasse Ost. Der tüchtige S. E. Ar!, der sich in kurzer Zeit bis an dritte Stelle emporgearbeitet hat, steht dem S. C. Altona gegenüber. Wir rechnen mit eirmn knappen Sieg der jüdischen' Mannschaft. Der S. C,. Achduth, der in der fünften Klasse eine beteartsnid bessere Rolle spielt als im Voriahre in der Schutzarnppe, hat den S. C. Sta.nrmersdorfer Athen zum Gegner. Achduth rangiert mit sechs Punkten und einer Tordifferenz von 18:8 an vierter Stelle, während Achen mit einem Punkt im Rückstand die fünfte Stelle einnimmt. Bei der Gleichwertigkeit der Gegner ist der Ausgang ganz ungewiß. Waltere Spiele: Mercedes- Vindobona, Aspern—StMau chaD 8 Uhr, A^' -ru^Psatz),. Polacsek. , Fünfte Klasse Nord. Der S. E. Bar Kochba hat heute Gelegenheit, gegen den S. C. White Star seine schlechte Position zn verbessern. Die; jüdische Mannsckmft besitzt ein gMeS Können, doch mangelt ihr; Winten und kostbaretr Stoffen behängen. Bon einem Ente bis zum anderen ziehen sich Tische, für Männer und Weiber je eine besondere Reihe. An den Wanten befestigt man Lampett und Papierlaternen. Vierhundert Menschen faßt der Rautn. Natttrlich ist ein besonderer Eingang für die Männer, ftir die Weiber und 'ftir die SpieNeute. In der Mitte aber wölbt sich ein großes Tor, über dem Thorasprüche in Goldbuchstaben stehen. Dieses Tor ist siir den Rabbi von Krakau und seinesgleichen bestimmt. Der Tag der Hochzeit ist da. Gäste kommen nnanf-' hörlich. Ueberall im Städtchen rechnet man es sich zur Ehre an, sie anfzunehmen. Die Zeit des Mahles ist angebrochen. Man sitzt an den Tischen; die Sabbatleuchter auf der Tafel, die Kronleuchter und Lampions an den Wänden erfüllen detr Raum mit zattberischem Licht, die Steine in ten Ohrgehängen blitzen und die seidenen Brusttücher der Frauen' glänzen — und am hellsten strahlt in, dem Rautn das Licht ter Thora. Krakauer und Lübliner Gelehrte sitzen da, zwischen ihnen die Tomaschower Gelehrten, und obenan die Leuchte des Wissens, der Krakattev Rabbi. Die Dienerschar trägt Schüsseln mit köstlichen Gerichten auf. Hell klingen die silbernen Gabeln und Messer; ihr Klang vermischt sich mit den glockenreinen, helle» Sttmmen am Frauentisch. Diese Töne aber werten zur Dreiklangsharmoirie ergänzt durch das ernste Gespräch über Thora und - göttliche Lehren am Tische des Krakauer Rabbi... Mitten drin ertönt die Musik; drei Kapelle» spielet: einen „Frejlachs". Es jauchzt und jubelt, die Tischflammen erzittern freudig und die Flammen an ter Wand tanzen. Der Krakauer -Rabbi, ein großer Mrtsikkenner, Nimmt die Töne mit Freuten in feinem Herzen auf... Und in langsamem, hamomschem Abklang — man merkt es tzar nicht — geht die Musik in einem „Woflach" über. Langsam fließen die Tötre dahin; einer einzigen Geige entquellen sie. Sie redet gleichsam, redet zu den Herze» und öffnet sie und gießt ihre Töne wohlig hinein. Alle I'ttstmmente begleiten leise, hinhauchend die Zaubertöne... - (Schluß folgt.) ' 4499