Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1349 (12.11.1922)
- Date
- 1922-11-12
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Mr. 1349 Wien, Sonntag r -Im A kabem.ielh eäler wird morgen d«s My»efetm „<S ö n ö t b a* von Vernarb Shaw, brutsch von Siezfned Qebltsch. gegeben. Ans mg 7 Uhr. '( Än Redoutersaal der Kvsdurg wirb morgen zum letzten Male bas Lustspiel „G ch ön«,Frone n ln der Inlzenierüng von Max Reinhardt ausiesüdrt. M>t dieke Vorstellung schtietzen die unter ber Leitung Mar N^nharbts ltehenben Schau'p,ele im Rebvutenlaal ihre dresjätzyge Spie'zeit. Im Deutschen Rolkstbeater wirb Alfred Äavoirs Komödie «Ritter Blaubarts achte Frauheute ferner Mittwoch und Samstag "wiederholt. — 5n ber för Freitag zur Feier des 40iShrtgrn Kilnftierjudittums lildolf Weissts, des ehemaligen Direktors der Deutschen Velksheaters» der genau vor 20 Jahren ln besten Leitung eingetreten st. angesetzten Festvorstellung von „NathanberWeiieptelen Ferdinand Onno den Sultan, Auguste Wttdrandi-BaubiuS >ie Doja. Kugo Thimig den Kleiterbruder. A'derl Keine den den Derwiich und der Jubilar die. Titelrolle. Neu sind Krl. Voneager als Recha, Frau volckmar als Sttta und Ä-rr Schreiber als Patr arch. Den Tempelherrn spielt Kerr Klitsch. Spielleiter: firirorich Dosenthai. 8M Ratmund-Theater spielt Tilla Durieux heute die Rebekka West in Ibsens „R o r m e r r h o l — V,8 Uhr nachmittags gelanzt die komisch« Oper «Der Waffenschmied von W o r m s^ zur Darstellung. — Morgen wird dos Dolbssistck ^Gebildete Menschennit W lly Tvaller wiedecholt. — Dienstag ßelangt als Fesi- »orstelluna zur Feier von Sertzart Kauptmanns HO. Geburtstag des Dichters Schauipiel .Die Weberzur Erstaustützruug. Vie Inszenierung teliel Karl Ktinz Martin. Oie Kauplrallen begen in den Känden der Damen Faster. Gutmonn, Hammer, staröly. Loos, Rte. Scheuricd. Siärb-Lledermann, Witzmann und der Kerrm Döhm, Brunar, Dufchtnsky, Komoitzo, Keune, Krones, Loidner. Reugedauer. Ranzenhofer, Stärk, Schmirder» Schnitzler Md Wall. In der R e n a i s s a n c e b i'l h n e beginnt morgen Paul wrgmers Gastspiel in August Sirindbergs „Der .D ate r-. Oie Besetzung des Werkes is folgenge: Der,RittMlßer — Paul Pegener. Laura -- Gis. Berta — Kan. Dr. Oetzermark kovrie, der Pastor — Raabe. Margarete Biera. Nöjd Sanfonl. Regie: Kans Raabe» Als zweite Rolle feines Gastviels spielt Paul Wegener Donnerstag den Aafchtzoff in Sud'ernanns „D t e R a s ch h o j f s". Die Rolle der Wally wird vW ikagda Garden gkipielt. — Am Dienstag eröffnet Reinhold ßchünze« lein Gastspiel. Der Künstler sp eit die männliche Kauptvlle in Ludwig K'rschfeldr Theaterstück .Spiel d er Sinne". Die Regie des Stückes führt Karl Forest. In der Neuen Wiener Bühn« spielt Freitag llrnold Korff zum- 1. Maie den Friedrich Kosreiter in Arkur Schnitzlers Tragikomödie „DosweiteLan b". Der Muster führt auch die Regie des Abends. ' In den Kommerspielen spielt ab morgen Anny Vimberg die Roll« der Grace in „Si m so«-. Im Larl-Ttzeater gelangt heute um * Uhr nachmittags Lei ermützigten Preisen d,e Franz Letzarsche Operette;Der Raftelbrnder* zur Aufführung. Freitag findet die 100. Aufführung der Kalmanschen Operette ,D i e B a j a d e r esatt. - Im Theater In der I o s es sta d t verbleibt die Sustspielnooltat „C a s a n öv a s S o h n" allabendlich auf dem Svetplan. Nur Mittwoch findet em „Literarischer g b e n b“ statt. Sur Darstellung kommen die Werke „M uttern e d e*. 'Komödie in einem Akt von August Slrinvberg, mit ien Damen-Scdteinltz. Waldner, Erdös. Jröhlich, und„Gejv en st e rf on a t e-» Drama in zwei Akten von Auguß ßttindderg. mit den Damen Zeller, Svrma, Wendt, Erdös, Hröhlich. Bennyer, und den Kerren Fuchs, Milkr, Si»a, Krafft. Sensen : den Direktor Kummet in „Gefpenstersonalespielt Joses tzgrno. Im Wiener Komödienhaus täglich NN *A8 Uhr abends die erfoigr'-iche Operette „Verlachende -tz hem a n r>* von I. Brammer und K. Grünwold, Musik von Edmund Syrier, mit Gustl Werner. Kilde Schutz als Güsten, Curl Wiener, Lou Etzrtch und Kngo Bauer zur Aujfühumg. Serichtssaal. _Wiener Morchenzettung._ ___ selbst gu verletzen. Es gelang HouSka, ihr den Revolver, der mir fünf Patronen 'geladen war, )U entreißen. Die Hausparteien waren durch das Geschrei aufmerksam geworden und hatten die Mache verständigt, die nunmehr am Tatort erschien. Die Einvernahme des Houska erfolgte im Wohnzimmer, während die Beschuldigte Kremset in der Kirche verhört tvurde. , Während dieses Verhörs kam der Beschuldigten der Gedanke eines neuerlichen Angriffes gegen Houska. Sie hatte gesehen, daß ihre ursprünglich, zu wiederholten Malen zu gestandene Absicht, den Houska zu' töten, mißlungen war, und wollte ihm nunmchr einen Denkzettel fttr's ganze Leben geben. Houska hatte wn früher her in der Küche eine Flasche mit Salzsäure stehen, bic er bei seiner Beschäftigung äls Drechsler gebrauch! hotte. Die Kremser ergriff diese Flasche in einem unbewachten Augenblick rmd goß ein Seidelglas damit halb voll. Sie wollte zunächst, nach ihrer eigenen Angabe, selbst davon trinken, verätzte sich jedoch die Lippen, weshalb sie ihre Absicht nicht auSsührte; als mm Houska nach beendeter Einvernahme aus dem Zimmer in die Küche kam, goß sie ihm die Salzsäure mit drm Ruse: „Da hast auch was'." ius Gesicht. HouSka ist infolge der erlittenen Verätzungen auf beiden Augen vollkommen erblin'r-et und nach dem Gutachten der Gerichtsärzte wohl auch für immer berufsunfähig. Das Uttell. . Nach längerer Beraiinpg erkannte der Gerichtshof die Angeklagte Eva Kremser des Verbrechens des Mordversuches und .der schveren Körperbeschcidigung schuldig und verurteilte sie um/r Anwendung des außerordentlichen Mildevnngsrechtes Zn acht Monaten schweren Kerkers. Der Skamsawrais. wc^dew gegen das Strafausmaß die Benrsnng, der Verteidiger die Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil cm. Der 8rcha«ffeur der Exkaiserin Ma. Vor dom Bezirksgericht Favoriten (LandesgerichtSrat Dr. Glaser) hatte sich gestern der ehemalige Leibchauffaur der Ex-Kaiserin Zita, Anton Lerch, wegen Gefährdung der körperlichen Sichvchett zu verantworten. Der Angeklagte steht gegenwärtig im Privatdienst des Gomraldirektors.Biedermann. Am 21. Mai soll er m der Triesterstraße im 10. Bezirk. mitten durch einen Fußballsport-Fcstzug, der gerade die Trvesterstraße mit Musik und Gesang überquerte, gefahren sein. Der Wachmann habe ihm, wie'er als Zeuge deponierte, weithtu sichtbar, mit erhobener Hand >da§ Zeichen zum Stehenblerben gegeben, das er absolut nicht ^beachtete. Die Festzngsieilnchmer, über 200 an der Zahl, seien entsetzt ausemamdergestoben; e8 sei ein Wunder , gewesen, daß nichts geschehen sei. Er selbst (der Wachmann) habe sich mit knapper Not retten können. Der Angeklagte behauptete, daß der Zug sich noch nicht aus der Straße befand, daß diese noch ganz frei war und die Menge noch den Gehsteig einnahm. Der Verteidiger führte auS, daß Lerch ein wegen seiner außerordentlichen Sicherheit im Fcchren . bekannter Chauffeur fei. Er sei Jahre hindurch der Leibchauffeur der Sx-Kaiserin Zita gewesen. Man habe ihre Person keinem anderen Fahrer anvertraut Äs nur ihm. Man wußte bei Hofe, daß er ein durcharrs verläßlicher Fahrer sei, dem man die Person der Kaiserin rrchig anvertraum könne. >Lerch habe dre Kaiserin regelmäßig ins Hauptquartier gebracht. Es sei ihin auch Glauben zu schenken, wenn er bchauptet, daß die Straße, im kritischen Mmnent noch frei geweserr sei. Nach Ämchgoführter Verhandlung sprach der Richter den Angeklagten f r e i. In der Begründung führte der Richter aus, daß der Angeklagte vielleicht polizeilich zu strafen wäre, strafrechtlich kamt er nicht zur Verantlvortung gezogen werden. Die treulose Kriegerssrau. Unter der Anklage deS versuchten MordeS und wegen schwerer KArperöeschädigung hatte sich gestem die 41jährige Private Eva Kremser vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz des QberlandeSgerichtSrateS Wilhelm im Straffandesgericht 2 zu verantworten. Wje .so viele Millionen "wurde auch der Gatte der Ange- Kagten im Jahre 1914 zum Kriegsdienst eirrberufen und die Frau ^blieb mir zwei Kindern allein zurück. Im Jahre ISIS hat mm die Kremser in Klosterneuburg den Drechsln Franz Houska kennen gelemt und war mit chm ,ach kurzer Zeit ein Liobesverhältnis eingegangen. Dieses wurde auch nicht gelöst, als der Gatte der Kremser im. Jahre 1918 zurüÄehrre. DieS bewog den Mann der Kremser, sich vottseiner Gattin z« trennen. Nun zog Houska ganz zur Kremser. Schon im Jahre 1919 war einmal die Rede davon gewesen, daß Hyuska eine Ehe mit einem Mädchen in Böhnren ergehen sollte. Doch zerschlug sich diese Sache, da ihm die Beschuldigte nachgefahrvn war und chn wieder^nach Wien zurückhott«. Zu Weihnachten 1921 merkte die BeschuLigte eine auffallende Aenderung im Verhalten des Houska ihr gegenüber, die schließlich zu einer völligen Entfremdung der beiden.führt«. Im Juni 1922 verließ Houska die gemeinschaftliche Wohnung. Einige Tage später sagte jedoch Houska der Kremser, es sei auS seinen..»cum Heiratsabsichten nichts geworden, er wolle sich erst mu ihr versöhnen. Doch hielt Houska die vereinbarte Zusammenkunft nicht ein, weshalb die Kremser am Morgen deS 9. Juki l. I. in die WohMng des Houska fuhr und ihn überredete, zu ihr in die Wohnung zu kommest. Houska folgte dieser Aufforderung, weigerte sich jedoch, dem Wunsche der Kremser, gemeinschaftlich mit ihr einen Ausflug zu unternehmen, zu entsprechen. Er verlangte von chr die leihweise Uebcrlassung einer Krawatte, da er schon vorher zu wiederholten Male« 5kl«ider des gefallenen Bruders der Kremser getragen hatte. Wahrend nun Houska den Kasten öffnete, um die Krawatte herauszunehmen, ging die Beschuldigte in die Küche, ergriff einen dort liegendend Revolver, und als sich H»ouska. umdrehte, gab die Kremser. einen Schuß gegen ihn cch.. Tie Kugel zertrümmerte «inen Spiegel, den Houska in . LcuMMe. Üeckou. batte, obne iedock .den Houska Bolkswirt. Teftemtzelte Krone --- —.8878 krmimes. «urrahlung Men --- —.8874 Centime«. Sn Zürich notierte die österreichische Kronr . M 0.0074 tfö.0074 am i0.No».) die österr. gestempelte Krone. «.0076 <0.0076 am io. Nov.) bk tschechische Krone . v^, 17.60 (17.45 am 10 Nov.) bk Mark. .... rjjA 0.06*/* ( 0.07 am 10 Nov.) Agram ..... yjX 2.25 ( 2.25 am 10 Nov.) Bukarest . . . . 7.« t* L.42 ( 8.40 am 10. Nov.) Sofia . . . . . S.85 < 2.75 «m 10. Nov.) Bubapest ... 0.38'/« (0.22V4 cm 10.Nov.) »«schau. . . . ■. .? 0.03»/* (0.03‘A «m W.Nov.) Im Ausschuß angenommen. mm ML In gestrigen Sitzung des Finanz und Budgetan sschufses des Nationalrates wurden das Notenhankgesetz und das Notenbankstatut in der von der Regierung vorgelegten Faffung angenommen. Me Sozialdemokraten, die sine Reihe von AbändevungSauträgen gestellt hatten, meldeten diese als MinoritätsVoten an. Dies« Anträge bezogen sich vornehm!'ch d« rauf, dem Staat einen größeren Einfluß auf die Notenbank einzuräumen, da sie von der Voraussetzung ausgehon, daß eine vollständige LoÄösung des Notenbankwesetts eines Landes von den staatsfinanziellen und allgemeinen wirtschaMchen Verhältnissen unters Umständen, gefährlich werden könne, wenn nämlich. die NotenLank äls eine aus Gewinn berechtigte Unternehmung sich bei ihrer Politik ausschließlich nach diesem Gesichtspunkt richten sollte. Allerdings hob der Regierungsvertreter ''Dr. Schwarzwald in der Debatte hervor, dag gecad.' diese vollständige Unabhängigkeit der Notenbank von der Regiemng ein wichtiges HilfSmittek im Kampfe gegen die Inflation fei, indem er betont«, dcck von der privaten Notenbank eine Jnflat>ion§poljtik nicht 12. November 1922 \ v <5effr 11 - -- —-:-;—-— -1— zu befürchten sei, da einer solchen sä^ori '' das^ Drvidenden- . interesse der Bank gegenüberstehe, aber eben dieses' Dividendeninteresse kann bei einer Notenbank zu einer- Gefahr-werden. Es ift- Wohl richtig, daß die zügellose Ausgabinwirtschaft . des Staates die Hauptschuld an der Zerrüttung des Geldes träge; es ist aber die Frage, ob es zweckmäßig , ist, in das andere Extrem zu verfallen und dem Privatkapital — ob inländisches oder ausländisches, bleibt sich gleich den beherrschenden Einfluß auf. das Währungswesen einzuräumen. Dieses Extrem könnte sich einmal, kegevndorren wirtschaftlichen^Verhältnissen, als ebenso verhängnisvoll erweisen, wie bisher die Beherrschung des Noterchankweserrs durch den Staat, der seinen Einfluß benützte, um seinen Kredit bei der Bank zu überspannon und dadurch schließlich die.Währung zerrüttete. In der- Debatte bezeichnet^ Dr. Bauer diesen staatlicherr Verzicht auf die Gestaltung des NotembankwesMs, der darin zum Ausdruck kommt, daß das Einspruchsrecht des Staatskommissärs aus Gründen der Wahrung des öfsenllichen Rechtes entfällt und daß es im Generalrit b.iüe ernannten Mitglieder geben wird, ein; vollständige Abdikation nuferer Gesetzgebung.. vor dem Ausland, und bemängelte es, daß alle Abänderungsanträge mit der Begründung abgelehnt wurden, daß die Völkerbunddeleg'rerteu bei der Abfassung des Statuts mitgewirkt haben,, also anderer Ansicht seien. Gerade darin scheint aber der Regierungsverlreter Sektionschef Dr. Schwarzwald den Beweis zu erblicken, daß es dem Völkerbund um die Hilfe für Oesterreich ernst sei: die Völkevbunddelcgierten hätten - den allergrößten Nachdruck daraus gelegt, die Notenbank sobald als möglich in Tätigkeit treten zu kaffen. Der Zweck sei, womöglich ein rein österreichisches -Institut-zu bilden, an welchem ausschließlich inländisches Kapital beteiligt sein soll. t Es fragt sich mm, ob. dieses Kapital wirklich vorhanden ist. Das Kapital der Bankest bekanntlich auf 80 Millionen Goldkronen reduziert worden. Hierfür stehen.vorläufig bloß 10 Millionen Goltkroreu, dn die Banken für -die Äktienzeichnung aufbringen werden, 511* Verfügung. Die anderen 20 Millionen soll eventuell der Smat uns seinem Anteil an dem Liquidattruserlös der Oest«rreichisch--ungavischen Bank zur VerfügMg stellen. Die ganze Konstruktion der Notenbank stellt sich aber in der vorliegenden Form als ein« Vermengung des Aktienkapitals mit den zur Deckung der Noten notwendigen Metallbeständen, beziehungsweise Golddevisen dar. Dies geht einerseits aus den Dechungsvorschviften, andererseits aus der Kombinat ion der Zeichnung der Goldschatzscheine mit der Zeichrmng aus die Aktien der Notenbank, hervor. Die Deckungsvorschriften unterscheiden drei Perioden: Bis zur vollen Ein-, zählrmg des Aktienkapitals ist keine' Deck ü n g ■' vorgeschriebe», bis zur Aufnahme dex Barzahlungen wird für den kommerziellen Notemrmlwuf einschließlich der Grröverbindlichkeiten das DecküngsverhältniS von fünf zu fünf Jahren gesteigert, nach Aufnahme der Barzahlungen ist Dritte^cküng vorgesehen. Bis zur Aufnahme der Barzahlungen sind 25 Millionen Goldkronen an Hanptbankplätzen Europas und Amerikas zn halten. Was nun die Kombination der inneren Gokdanlaihe mit, ter Mienzeichnung betrifft, erklärte Dr. Sch w a r z w a l d, daß die Zeichner der Goldschatzfcheine die von ihnen gezeichneten Aktien nur zur Hälfte sofort bar zu zahlen haben, die andere Hälfte bei Verfall der Schatzscheine, die aus der internationalen Anleihe zurückgezahlt werden sollen, nachzuzahlen heben. Es ist also mit der Gründung der Notenbank, die in solcher Eile betrieben wird, alles offen gelassen, von der Deckung sind bekanntlich die auf Staatsschatzschsine ausgegebenen Noten, die die Schuld des Staates, an die Bank darstellen, ausgenommen. Diese Schuld beträgt nach dem letzten Ausweis der Oesterreichisch-ungarischen Bank 1384 Milliarden Kronen. Erst bir wese Schuld zurückgezahlt ist, wird das normale DecknngSverhältms, das bei allen großen Notenbanken gilt, das ist die Dritteldeckung, hergestellt werden. Wann dieser Zeitpunkt eintreten wird, hängt natürlich von dem Fortgang der ganzen Samern ngsaktion ab. ' Wie die Dinge Kegen, ist also derzeit eine Grenze für dk Notenemission der Bank nicht gegeben, womit also cpudj nach Gründung der Notenbank, der Inflation Tür und Tor geöffnet bleiben. Die elastische Bi.siimmung der Deckungsvorschristön, die Ausdehnung der Frist bis zur Ciufiihvung des normalen DeckunISrerl-aluilsses, siei'en sich somft als ein Ersatz dafür dar, daß dem Staate die Jngerenz auf das Notenbank-, wesen nach dem Statut entzogen wird. Es ist ein Provisorium geschaffen, um dem Staate die Fortstiftung der Existenz auch nach der Errichtung der neuert Notenbank zu ermöglichen. Dr. Schwarzwald erklärte denn auch, daß, wenn die Bank Über nichts weiter verfügt als über das Aktienkapital, sie sich Wechselim Betrage von mehr als einer Billion Kronen werde diskontieren -können; sobaD nach Eintreffen der Kredite die Goldbestände auS dem Liquidationserlös der Oesterreichischunzarischen Bank bei der neuen Notenbank erliegen' und' ihr verfügbarer Goldschatz auf 40 Millionen steigen wird, dann ist, die Bank in der Lage,- noch für 2600 Milliarden Noten auszugeben. Unter solchen Umständen wird die Ban!? ln den ersten Stadien ihrer Entwicklung nichts'anderes sein als eine neue Dekoration für eine sehr alte Sache. Die Oester-i. veichisch-ungarische Bank verschwindet und au ihre' Stelle tritt, die Oesterreichische Rationalbank, die die alten Noten über.» nimmt, ohne gezwungen zu se'.n. diese ausreichend zu bedecken,, rgilt es doch nur ein Pn-v'.sorium —/und die die Mög^ lichkeit hat, noch weitere 3,6 Billionen Noten - anszugeben. iww ***** vbv vhhw|llbj4- Die Industrie für die Finalpeiter. . Der Hauptverbaich der Industrie hat in einer der Bum desregie'rung ünd den führenden Persönlichkeiten der bürger< lichen Partien überreichten Denkschrift und ln zahlreichen Be-> fprechungeu auf Grund , einhelliger Siellungnahme des Bor--' stantes. di« wieder auf einer itbcrcvr^'.mmßftbcii AnILaumki