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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-09 · Heft 1346 (9.11.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1346 (9.11.1922)
Date
1922-11-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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_' Vj7'‘ yr Kr. 1346 Wien, Donnerstag ÄZienee Morgenzeitung. S. November 1922 Warmer, guter ^ub'ee- Winlerraglan K 600.000 fAmrrtk. Kleiderhaus, VI., Martahiiferst'r. 43 Zablun^serleichfeiunnen 238 Ein Vortrag über den Wiener W«lzer. Professor Fk'tz Lange, em grlindltct er Kenner der Wiener Musik, w-rtz in elneyr Uranig'Voitrag d.»n Wiener Wllzer in »einem Werden' und in seiner B!deu!unq a>s musis^en 9'usdruck eines vergan-, «angene,'. genutzlreudtgen D ienertums 'ch"dern. Der Vnriraq M't Lichtbildern. Musik, Gesang» und Ton einlaaen. tlir Orcheiier ein« gerietet von Solei Mo y e r» A i ch h o r n. aelangt wuie, */?8 Uhr. abends, im Gießen Saal der Urania uner Mi'- wirkung von C' r'stt Karmins".!). Lotte Kodier. Annie i r I e y - K o a s. Frik P a t a k y - L o r tz t n p, Ludwig Drapa « tGesan,). RK'Raab und Rudolf Ea s so n (Tanz Ersiauffitl-rung. L m Lesepult-: Direktor Karl Sä g er. Bei der „Sinnen Flasche". Der Weinhandler Heinrich Grünwald saß am 7. Fmn a?lS Gast in dem Lokal „Die Blaue Flasche", 16. 33*$., Neulerchenfelderstraße 14, an einem Tische, an welchem der Privatboamte.Salo Schwarz mit seiner Trink-gosellschaft bereits Platz genommen hatte.. Man spvkch ülber Politik und Herr Schwarz machte die Aeßevung, daß die polnischen Juden, die nach Men zugewandert ssien, ein Unglück für Wien und Risderösteroeich seien. Insbesondere sei dves durch die „polnischungarische-Kreuzung" hevboigcfühvt worden. — Nach diesen Worten stand Herr Grünwald auf und versetzte Herrn Schwarz zwei Ohrfeigen. Bei der honte vor dem Bezirksgerichte Fünfhaus (Landesgerichtsvat Dr. Winter) stattgefundenen BerhcttvMng gad der Angeklagte das Tatsächliche zu^ erklärte aber, sehr aufgeregt gewesen zu sein. Cr sei nämlich Ungar, habe jahrelang als Dragoner, gedient, einer seiner Söhne diene noch heute als Hauptmann, ein zweiter als Leutnant. Herr Schwarz fei bei der „Kreuzung" nicht stehen geblieben, er fügte dem hinzu:/„Man solle die Ungarn vor-die Moschmengcwehve stellen." Das habe ihn als Ungarn sehr irritiert. Im übrigen tue es ihm leid, däß er sich habe so weit hinvvißen lassen. Nach ^längeren Unterhandlungen und eurer umfassenden Ehrenerklärung zog Schwarz die Klage zurück. Herr Grünwald verpflichtete-sich, fiir denWaffmrat Fünfhaus ' 800.000 Kronen zu erlogen. vestempeve Krone — Anszahlnng Wien --- Sn Zürich notierte die ksterreichtsche Kronr. . . 0.0074 M< bsierr. gestempelte Krone. 0.0076 -ie tschechische Krone .... 17.65 die Mark........ . 0-06»/. «gram. 2.22 Bukarest.. 3.50 Sofia . ...... . . 3.75 Budapest » .» » »>',0.82 Warschau. ..VV\ » . . . 0.03 V, -♦0076 Sentimes -♦0074 Sentimes. < 0.0073 ( 0.0075 (17.75 < 0.08V, ( 2.20 (3*2 ( 3.75 (0.22 ( 0.04 am 7. am 7 am 7. am 7 am 7 am 7. am 7. am 7 am 7. Nov.) Nov.) Nov/ Nov.) Nov.) Nov.) Nov.) Nov.) Nov.) Spletb&lle, Gummlabs&tze, Radiergummi nartgümmik&ftiftie sowie sämtliche Chirurg. Gumiptwaren zu Fahr lies preis pn 8n % r oi Export I Horowltz, Wien. 1. Enirt, flscherpasse llr. 4 Telephon 47 Ö-86 501 - Telephon 47-0-85 Sn W i e n wurde Z a h jung B e r l t n von 1i»45 auk 5.10 eeinäßlgf. dag-gen fttee der D o l l a r u n 325 Kronen auf 73625, die t f chechi \ ch e Krone von 2325 auf 2960; der fran.zöfifche Fron Ken v e r b i i l i a t e sich u m 360 K r » n e n auf 4605. L t r e nolierten unveränderl 304? 50, Schweizer Franken verbilligten sich um 50 Kronen auf 13.400. Nachstehend die offiziellen Notierungen' Vei-MfenlUcliunZ 6ei' Devisenzentrate ' vom 8. November 1922. Devisen ( - checks und Aus-7,-. ‘ zj;*ß* Geld Ware 4 28850,- 29*50— 6 294.75 295.25 6 8 Sonfnotennmlonf 2*97 »Manen. Cer Danknoienumieuf Hat nach dem AusweiZ der Oefterreichifch-ungarifchen Dank vom 31. Oktober in der vierten Oktoderwoche m>t sS70 Milliarden nahezu die dritte D t U i p n erreich l und sich in diesem Zeitraum um M Milliarden vermehet. Der Staat nahm einen Bank- Kredit von 1397 Milliarden gegen Linterlegung von Schatzscheinen in Anspruch, womit dar Staatsschahschetn-Portefeuille der veslerreichtsch-ungarischen Bank auf 1384 Milliarden gestiegen ist. Der Wechseleskompie von insgesamt 876'4 Milliarden erfuhr In der Bert tspeiiode eins Vermehrung von 80.S Milliarden. Dom Girokonto wurden ferner 117*9 Milliarden abgehoben und in Noten umgewandelt. Die Post Sichikassenschrine erfuhr eine Verminderung von 2'3 Millingen, § sind also gleichfalls auf diesen Betrag Noten ourgegeben worden. Die zugunsten der künftigen Oeslerreicht chen Nationalbank gesperrten ausländischen Guthaben sowie das Gvld aus der L'quidation-myffe der Oejterreichisch- «ngarlschen Bank blieben mit 644 Milliarden stailoiiär. Die Levisenpreise. Wettere Abbrörülung -er Aeichsmark und des französischen Frauken. Die e i ch r m a r k verlor gestern in Zürich V« Punkte und ist auf (.06'/« zurückgegangen. Äoch größer war die Einbuße des f r a n z ö f ifchen ranke n. der sich um 40 Punkte auf 85.10 ab schwächte. Auch in Am st e r d a m siel D e v i s e P a r i s von l6.50 auf 16.42'/,. Die tfchechis ch e K r 0 n e verlöt 10 Punkle und nolierio 17.65, dagegen haben fichAuszahlungWien und gestempelte Krone um je einen Punkt gebessert. Sn Berlin verschärfte sich gesi.>rn. die Devisenhaussr- Der D 0 i i a v überschsilt de« Stand von SM, Pfunde verteuerten sich »m mehr als 2992 Mark ans rund 40.898 und auch Zahlung 'Wien ist von 11.87 auf 12.21 gestiegen, dagegen verbilligte sich der s ran z ö s i s ch e F ran kt« um 5 Mark auf rund 553. Sn P rag fiel Zahlung Berlin von 0.28'/, «ul 0 24* P a r i S von 203.36 auf 194.25. Die ö st e r r e i^ch.i s ch e n 1 ä.w.J 4ß,«ü»wm« au. n».*M&hna>Vu zahlunpten) Atnsterdam f. 1 Holl; Gulden Agram 1 jug. Kronen ... Belgrad 1 Dinar ..... Benin 1 deutsche Reichsmark BrUaset I belgische Francs . Budapest l ungarische Kronen Bukarest I Lei ....... Christfflnia I nbrweg. Kronen ' Kopenhagen 1 dänische Krönor London l Pfund Sterling . . Madrid) Pesetas . . . Mailand .1 Lire .».»,» New York 1 Dollar. . , » » Paris 1 Francs . . . .. . . Prag 1 tschecho-slow. Kronen Sofia I Lewa Stockholm 1 schwedischeKronor Warschau I polnische Mark . Zürich 1 schweizerische Francs Noten Amerikan. Noten v. 5 Dollar aufw. » . n kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Lera . » »> » töo .. . ’* » kleinere. , . Dänische Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . ■ » * 100 . . , » » kleinere.; . . Engl. Noten von 5 Livrest. aufw. „ „ , kleinere. Französische Noten 100 Francs , Hol'ündische Noten 100 Gulden . Italienische Noten y. 100 Lire aufw. m « kleinere . . . lugosl. Noten ungest. ru 1000 Dinar ‘ . » » * -10Q ■ 11 * m " -m kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . -Polnische Noten v. 500 Mark aufw. ». u , kleinere . . . . Rumänische Noten zu t000u.500Lei . » - . 1 kleinere . . . Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel » t *- 100 # . * , w . kleinere., ., Schwedische Noten 100 Krohor . . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. vvlOOO auf#,, Ungar. Noten (neiieEm.) zu tooo’ Kr. , m zu 10.000 Kr.' . . . » » kleinere-. . . . . Kursv.6.Novemh- Geld 1 Ware 28900.- 29000. - 289.75 29N.25 1159.- 1161.— 11,65 11.95 4664,’- 4676. 29.75 29.85 1179.- 1181. 8.10 8.40 4‘f, 4544. 43°6. - 6 29.75 29.85 6 5 13385.- 13415.- 3 3Ä-33G400.-/ 32845Ö:-3»^;- 5V, MI85.- 11215.- 11235.- 11265.- 6 3076.- 3084.- -4 74051.- 75200.- 5 4564.— 4676.- 5 2372. - 2378.- 6'/. 5 6^0 507.5« 4'/. 19800.- 1894L.— 7 13385.- 13415.- 14845.- 14915.- 307«.- 3-«4.- 73725.- 73875. - 5024.- 5036.- 2337.- 2343.- 507i»( 508.50 1982«.- 19860,- 4.70 4.80 3 13435— 13515— : 13536— 13565— 73822— 73925— 73300— 73600— 73525- 73825— 73200— 735rO— - 4285— 4315— 4605.- 4635— 485. - 489— 486— 490— 465— 469- 466— 470— 14640— 14700. 1472«. - 14780. - 8— 9— 11.80 12.80 329300, — 33*308.- 327950— »28950.- 329»«'.- 330100.- 327750— 328750— 4605.— 4635— 4965— 4995. - 28700— 28900— 2875". - 28950.- 3042.50 31*52.50 3042.50 3057.50 3022.50 3037,50. A 22.50 3037.5» 1165.- 1169.- 1445.- 1449.- 1150— 13246.- '4.45 4.40 459— 439— ,19580— 13400.-^ 11040— •2360— 2355— 29.40 29.*»0 1154— 1333 4.75 4.70 461— 441.- 19«0— 13460— uiro— 2370—, 2365— ■ 29.60 29.5» 1131— 13240— 4.50 4.45 464— '-444— 19600— 13450.— 11095— 2325— 2320— 29.40 '29*30 1135— 133«t— 4.80 4.75 466— 446— 19680— 13510— 31155.- 2335— 2330.- 29.60 29.5t Sie WhüschastsfchlnlerkgMeu in her Mech« Bon Zeopokb Schick.' Brünn, anfangs November. Die W i r i s ch a s t s 11 i f $, 5>fe als Folgewirkuns des Weltkrieges mild der Fr-rMnsverträHe zu einer furchtbaren Erscheinung in ganz Europa tvurde, nimmt nunmehr mich für unsere Wirtschaft katastwphate Formen an. Es scheint, daß die Maßgebenden Stellen 'des Staates keim klares Bild davon haben, zu Ivelche-u Folgen die heutige Krise noch sulhve-n kann, wenn eine Fabrik nach der anderen ihre Arbertszort von sechs Tagen <hwf vier, auf drei und Alvei Tage vermindert, wenn große Amiteamehmuuigen ihren^ Betrieb vollständig schKeßen, tvenn tatztäglich Hunderte, iu der ganzen Republik Dcmsende von Algeriern das Heer der Arbeitslosem vermehren, wenn arbiniSsähiGe Und arbeitswillige Lrwte mit ihren Familien kyapp vor dem Winter auf die Arbeilslüfeimntevstützung als einzigen Unterhalt' angeivvesen werben. Beziffevt sich doch die Zahl der aribevdenden Menschen, «die Ms vollstandtg arbeitslos, teils auf kurze Schicht gesetzt sind,/tm Brünuer Sprengel allein auf 7000 (mit Familien aus 26.ÖQ0 bis 8Ö.000) Kopse. v Cs ist bereits unzählige MM evusgeftihvt wordsir, daß die Wrrtschafts- und SteuerpolÄ! keine glückliche war, daß eine zwockw'drige Zoll- und HandelsPolM sowie ungehouve öffentliche Losten dom Hartdel und >der Industrie^ die auf em großes WirtschastSgebiei eingerichtet tvaven, die Konkurrenz auf dem WÄtmaM säst vollkvMnwn unmöglich -nachten. Dabei hübe« wir uns sukzessive unseren angestammte« Msatzg^ioten entfrentdet -und> zu ivvniig. beachtet, daß unsere Industrie ersticken muß. wenn chr nicht alle Wege zum Export ofsen steheu. ^a!zu kommt, tzaß der Rechtsschutz inländischer GläMger uuSlänp bischen Schuldnem gegenüber in den mefften in Betracht kammenden Staaten mangelZ erfordevlicher SdaatSverträge vollständig verstrgt, so haß Fovdevungen inländischer Gläubiger mvr sch-ver Änbvmiglich sind. Ädöh m den Ackeren PwduktEszWeigen fft die geschäftlich« LüK schlechter, als man sich M Jchrtzehnte« erinnern kamt. So Veidet die Bergbau-, Gffen-, Porzellan-, Ellas-, EmaÄ-, chemische, Papier-, Holz-, Loder-, NohvunHSmittÄ- und BeklstdUnHSiudusti'ie unter dem nngü-nstigen Einftuß der Krise M einem Maße, das alle früheren VotkvMmrffse dieser Art weit in den Schatten stellt. GevadeM trosttos aber stick die : Verhältnisse m der De'Miudustrie, deren Epport vollständig avg^schnittsn M hie an ihren MtNaickSfocheriimgen Milstone« verliert mck tagtäglich durch die J-nsowenzen, die gerichtlichen -md stillsu MsKeiche tnr Duchhandsl beinahe imörtÄtHliche PeMste evleidet. Den Anstoß^zur l-etzien'.Krise Hat bekanntlich chS rapide Ansteigen der tschrcho--slowakischM Krone geOben. Mr hatten? vn Zürich monate-lang einen Kurs von 10 Centimes. Darnach ,! MlmÄ Löbm. -GebaN -lut MS Gesundheit ist das beste was Sie hesitzen. E>ne Taffe Ovomallme hilft sie Ihnen bewahren, hilit sie Ihnen wird rgewmn n! eingestellt und es wäre ohne schwere Krise möglich gewesen, diesen Kursstand aufrecht zu Malten, die nötigen Reformen im Slaatshaushalte durchzuführen, die Krone' auf -diesem Niveau zu stabilisieren und dann an die gvimdbiche Reform unserer Währung zu schreiten. Nun aber hat sich, inNbesondere durch den ZusammenibMch -der Mark und der öslerre-ichifchen Krone, die Spekulation bvf Tschechokrone Mgeworvdet, und diese Spekubatt-on ist in ihrer Tätigkeit zummdest nicht gchiudert worden.*Wenn man' im Ausland auf Grund amtlicher Mate-, rialien liest, daß^unfer Krone gute Aussicht habe, den Friedeusstaick der alben" öfterreich isch-ungavifchen Krone zu erreichen, tvenn man dem englischen, ftanzösifchen und amerikanischen Publikum sagt, daß die Tschechokrorke von i.0 Centimes bis ans 100 Centimes steigen werde, dann ist es kein Wunder, weim sich die Spekulation ihrer bemächtigt, und sie so lange steigen läßt, als. e8 der Spekulation eben gefällt. Es ist urrbestrerbbar, däß das Bankamt dieser Spekulation nicht mit dem enispre- Äenden Nachdruck ontgegengetreten fft und vevsaiunt hat, sie rechtzeitig «mzudammen. Handel und Industrie haben das größte J-ntereffe daran, so rasch als m-öglich aus -diesen krisenhaften Aeiten hevcmszukommen. Sie sind aber machtlos, weil sie keinen festen Punkt seLen, von dem aus sie wieder mit -der Arbeit bogin-um könnten. M ProgrammvedM S'vehlas, Benesch' und Nasckins bruchten nicht klar zum Ausdruck, wie durch eine von soMen Momenten gotragen'» Steuer-, Finanz-, Export- und Valutapolitik auf eine Berb-iMgumg der Lebenshaltung der Bevölkerung, auf.die Schaffung eines ansreichenden Abs-atzgotteteZ und die Hebung der Produktion hingewirkt werden korirte. So lange man nicht beurteilen kann, ob begründete Aussichten fti-r die Durchsetzung des Regievungsprograuuns Heftchen, kan« kein Geschäftsmann, kein Industrieller, kein Kaufmann, aber auch kein Dandwirt irgend etwas investieren, niemand kan« Rohstoffe kaufen, niemand erzeugen, niemand bauen, da jede KalVulationsbafis fchlt. Die Ungewißheit über das Schicksal der Krone hat uns m dre Krise hinemgobracht, unter der vor allein'die Industrie, abmauch der Handel und die Landwirtschaft leiden mck die lopii ihrem ungcheuven Umfang -den ga«M Staat und alle seine Bewohner in Mitleidenschaft ziehen muß. So la-nge die Regierung nicht gesonnen fft, durch Herabsetzung der be-stchenden Fracht- und Posttarife, durch Beseitigmrg der Zölle auf notwendig Löbens- und Bedarfsartikel, durch vollständig freie Ein fuhr Won .Lebensmitteln, Bich und Fleisch der d'rnwderliesiöuden Bollswirtfchaft aüfzu-hölfen, fft es umnoglich, diese schwere Zeit ohne dauernde Schäden zu überftehe-n. Die Goldanleihe. Die Verhandlungen über die Goldanlsihe können bereits als abgeschlöffen angesehen werden. Wie wir erfahren, sind, im letzten Augenblick einige Detailcinderunge» an der Konstruktion der Anleihe vorgenommeu worden. Der Gedanke der Goldkronenanleihe wurde fallen gelassen und die Banken werden nicht 30 Millwnen Goldkronen, sondern 30 Millionen Schweizer Franken zeichnen. Die Schatzscheine werden entsprechend den von den Banken tatsäch-- . sich eingezahlton Valuten auf Schweizer Franken, Pfunde oder Dollar lauten, und zu einem gewissen Prozentsatz werden auch tschechische Kronen angenommen werden. Die im Publikum zu placierende Kronen am lei he wurde auf 25 Millionen Goldkronen erhöht, doch wird sich die Bantmgaranlie bloß aus 20 Millionen erstrecken. Die Placierung der 80 Millionen-Goldanloihe nn Ausland soll gleichzeitig mit der 30 Millionen Franken-Anleihe beginnen und gleichfalls im Wege der Wiener Bauten vorgenommen werden, die sich der Regierung gegenüber verpflichteten, die Sichatzschoine bei ihren ausländischen Verbindungen unterzuüvingen. Die neuen Länderbank- und Anglobaukaktien. In der am 7. d. mter dem Vorsitz deS Präsidenten Bernhard Popper-Artberg abgehaltenen Plenarsitzung der Wiener Börsekammer wurde ein« Reihe lausender Notierungsgesuche erledigt. Insbesondere wurde beschloffen, das Gesuch der Z c ntraleuropaischen Landerbauk um Notiemng der neuen 400.0Y0 Stück auf 100 Franken lautenden Inhaberaktien dem Bsrndesminffterium für Finanzen befürwortend dorzulvgen. Hieran schloffen sich ine Beratungen über die analoge Frage bei der Anglö-Austrian.Bank Limited. Deren Aktien lauten auf Namen und sind gemäß den engl-ischen gesetzlichen mck statutarischen Bestimmungen nur unter gewissen, schwierigen, formellen Vovaussetzungen übertragbar und daher für einen börsemäßigin Handel in Dien nicht geeignet. Die Börsekammer zog daher den -von der Anglo-Austrian Bank vorgeschlagenen Handel mit Depotscheinen eines' Treuhänders, welche an Stelle der eigentlichen Aktien (Shaves) ansgegeben werden sollen, in eingehende Erwägung uird gelangte zu der Neberzcugnng, daß dieser Ausweg zur Erhaltung der leichten Berkehrsfahigkeit dieses verbreiteten Papieres am dienlichsten fei ' Die ltakknisch-schweizerische» Handelsdertragsverhandlungen. Rom, 8. NodÄM'ber. Die itasienifchen Untechändler für den ichweizevifchitalienischen Handelsvertrag haben die Berhandtunaen unterbrochen und sind mich Rom Mrückgekehvt. um neuerliche WsisnngM oinzuholem Ausgleich. Vom LcmdeSgericht Wien wurde das Ansawicksversahren M.r das Vermöge» deS Gabor Iellinek, Kaffee- «. Mzemiver Ausksteuhstamatzung: 14. Dezember 1 ll22, halb 10 Uhr. -- Dom Landesgertcht würde bas Aüsgleichsver- Men über düS BermöM des Ing. Rudölf Pfasfinger, Blechwacvener-mger, 10. Bez.. SiccardsbutWaffe 5. einaelsitet. Ausgleichskmnnüssär: Hoftat Dr. Franz Ml. Ausgleichsverwalter: Gottfried Recht, 7. Byz.. Schottenfewgaffe m. Än- ' '"Stagsa-uüig: 29. No- . Meldefrist: 22. "November 1922. l. tMML lÜLL KatL .lÜ 8591

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