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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-09 · Heft 1346 (9.11.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1346 (9.11.1922)
Date
1922-11-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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n Nr. im 7tt Wien, Dsrmerstag Wiener Morgenzeitung. das' Negative beschrmckt, sondern «inen Positiven . Vorschlag, auimlich-^..BestsuerWvg durch.Jrchufttieals Mouerperbäude gemachtDie Durchsühr-ung dieses Gedankens auch.' iu^ der alleromfiHsttn Dorm würde jedonfallS bedeutenden ch tv stzZe «, hegetznen. Hndnftrlellen beim Kaurler. der Sitzung des Nationalstes erschienen UN Parlament e Präsident Urban, Vizepräsident E h r- Hardt Und' Dr. Geiringer vom- Haupt-ver'bande der Jubitistrie. Sie wurden vom Bundeskanzler, dem Bizekan-zler mÄ dsnr Handelsminister entpfangen. Sie legten dett Regieruatgsmitgliedern die Anschauungen dar, die sich die österreichische Industrie über die in den Finanz- und Reformplan; ttüshenommene Warenuinsatzsteuer und über die gePlämte Gäs- und Elektrizitätsabpabe gebildet habe. BizMltHlerDr.^ Frank gab in seiner Eigenschaft als Leiter des Fiüänzmmistermms die Erklärttng ab, daß die Regierlmg die- Bbrschsage des Hauptverbcmdes eingehend Pvüftn und bei'den Honte bogrmtenäen Verhandlungen im Finanzuüd Btldg-ettmsschuß berücksichtigen werde. Der Besprechmrg wohnen auch Abg. Heinl als Referent über - den cinschWgenHeil des Wiederaufbaugesetzes im Finanz- und Brrdgetätisschuß? mtd Ministerialrat Dr. Wollheim vom Fmcmzministcmmr bei. Klosac fordert eine Intervention'in Men. Prag, 8r Ndvencker. In der häutigen Sitzung des Senats sprach Kkofac ausfiihrlich iiber die Organisation und dielTätigkeit der Heimatschutzverbände in -Oesterreich deren Ziel er im Zusammenhalt mit der Tätigkeit der -Vereine der Detttschböhmen und der Sudetenlländer in Oesterreich und in Deutschland als gegen den Bestand de-r tschechv-slowakischen Republik gerichtet erklärte. Namentlich von den Abgeordn eien Lodgman - und Baeran Lehauptebe Redner, daß sie eure direkte Vevbntdtmg mit den Mionen Herstellen, die im ZluMwdr gegen die Tschecho-Sloioaker gerichtet feien; auch der-ÜArtsch'böhmrsche Zkbgeordnete Schollich sei einer der eifrigsten Förderer dieser mnstürzlerischen Tätigkeit. Senator Klosac verlangte schließlich, das Ministerium des Zleühern?,Mge m Wien vrnschrerden, mtd forderte die ^'chechische Ration angesichts dieser Belvegung Zur Eimg- 't auf, rrm.foder Republik zu dienen. - ' Lugam. Ser mnztzarlsche Faszismus — eia Muff.; Blldapch, 8. NohmiSer. (U. T. K. B.) Die Blätter verössentlichen mit« der' Aeberschrift: „U n g a r is ch e s Fasz Mi s ch e s Lage r" ehr in zehrt. Punkte zusammengefaßtes Pvogmnrm der ungarischen Faszisten, die erklären, daß sie bsöß den Schlitz derungarischenRasse im wirtschaftlichen Leben anstreben, sich von der Politsk fernhalten wollen, alle unverantwortlichen Einzelaktioneu verurteilen und ihre Grundsätze ttn Rahmen der lbestchendew Gesetze zu Vertvirklichen trachten. Budapest, 8. 9wvÄnber. In gut informierten politischen Kreisen wird das heute von oinz-eliren Blättern veröffentlichte Prograurm des sogertannten „Ungarischen saszistischen Lagers" als ein Bluff angesehen. Nach dem „Prägharorszag" hat nmn selbst m Kreisen, die der sogerrgarnten JaKzMrcheiwegmrg nahe stehen, keine Kenntnis davon, daß sich ein faszistisches Lager gebildet hatte. Abgeordneter Friedrich, an den sich 'das genaun-i-e Blatt um Alufklärung lvatrdte, habe sich zwar sehr reserviert Verhalten, doch sei aus seinen Worten hervorgegangen, daß er das v.eröffewtlichte Eomummque keineswegs billige. Tie Leittmg des sadistischen Lagers soll aus ehemaligen Abgeordneten der FrüÄ>t^-PartÄbestWn/dieM den letzten ÄSahlendurchgchrllen sind. Boy eingeweihter Seite wird bestritten,- daß -die Abgeordneten- GömbösAmd Karl Wolfs der BetveguAg nahe stehen. kine Hetze gegen Pm«I Sandor. Budapest, 8. Noveutber. (Tel. -d. „Wr. Morgenze.ittmg".)'Der Mische Abgeordnete Pa.nl Sandor veröffcittlichte' vor cirriger Zeit in amerikanischen Blättern einen Aussatz Liber die ungarischen - Verhältnisse. Der Artikel war oigetttlich eine Reproduktion feiner vor einigen Mvnaten erschietrenen Broschüre über senre Erlebnisse zur Zeit der ungaqiskhen Pogrome. Paul Sandor, der ein überzeugter assimilatorischer ungarischer Nationalist ist, hat felbstvevstärldlich in dieser Broschüre, aus der -auch die „Wiener Äkorgenzeiituny" seinerzeit Auszüge veröffentlichte, eyten streng magyarisch-natwmtleu Standpunkt eingeuömuren und selbst über die Pogrome rmd ihre Veranstalter mit einer Reserve geschrieben, die einem jüdischen Politiker s chl c cht zu Gesichte steht. Trotzdem versucht die Presse dP- EÄvacherwen Magyaren dM jüdischen Abgeordneten aus. denk in Amerika erschienenen Artikel, einen Strick au Lvehen. Das Hauptorgan der Erwachenden Magyaren, „A N e p", 'Lehauptck in einem Leitartikel, daß Paul Sandor die Ehre des ungarischen Volkes im Auslände besudelt habe, fordert den J u st i z mi n ist e r aus, Fünszeh« jüdischnationale Abgeordnete MM. ' Lemberg, 8. November., (Tel. d. ,M. MoMnzeDmg".). Eine Uebersicht der am 5. Noveuvber erhielten Wahlresul-- täte ist noch mumr nicht möglich. .Es ist mvr das eine zu konstatieven,' daß die Natiönaldemokraten eine ansehnliche Bermehrimg ihrer. Sitze erreicht'haben. Auf jüdischer Seite ist ein großer Erfolg der nanörMlen Idee zu verzeichnen. Die Wahl von 15 Abgeordneten ist als vollzogen ayzw sehen, darunter — wie schon berichtet — Dr. Thon tu Krakau, Dr, 9Ui ch in Lemberg, Heinrich R e i tz e s in Zloczsw. Im altert Sestn zahlte der Mische Verband urspvi'ulglich zehn Mtglieder. Au Teilresultaten liegen bis zur Stmtde rmr die folgenden vor: Wahlbezirk Przmlysl: Stadt Przemysl, Iüdischnatioual-er Waihlblock 4849, Nationaldsrnokmien 4319, Polnische Sozialisten, 4150. Mchrichten aus dem übrigen Wahlkreis ausständig. ■ ' \ Wahlbezirk Sambor: Sadowa Wisznia: Jüdischuattonale Liste 1079, Mtioüaldslitokvcrten 498, Vylkspartei 211. Rudki: Jüdischnationale 819, Nativnaldernokcaten 367, Volkspartei 184, Grodek Jagiellonski: Ortsbezirk jüdischrlationale . Liste 1152, Natümaldentokraten 715, Bolkspartec "561, Polnische. Sozialisten 295. Lisko: Iüdischitatiouale Liste 850, Nationalde-mokralLN 393. Ustrzyki doln e: Jüdischnationale Liste 660, NatiotMDeulokraten 102, Rest ousständig. llüahNezirk Zloez-ow Nr. 55: Stadt: JjrdiHnatiomfe Lifte 2937, Mtionaldeutvkvaten 976, Rest aus- Wahlbezirk Tarnopol: Stadt: Wahlberechtigt 17.000,. abgegebene Stirmmn 8292, IüdischnatioMe Liste 4131, Naüonaldentokvgterr 1852, Rest attsständig. . Wahlbezirk S t r y j: Stadt: Jüdischnationale Liste. 3832, Natiottaldenrakraten 2575, Polnische Sozialisten 1730. Drohobycz: Jüdischnationale Liste 4317, Nationalgegen ihn das Strafverfahren ivegen Schändurrg der Jkattort im Auslände eiuzn-leiten mid stellt an die Nationalversaannrlung das Artsuchen, ihn des M a n d a t s f ü r versustig zu erklären, weil „eiye Nation nicht ihren Schärrder und Verräter^ mtter ihren Vertretern dulden kömre. Offenbar lüftet es die Ertvacherchen und ihre Presie nach einem neuen Falle a -la Imrnanuel Löw mn so mehr, als sie in der letzten Zeit tnit ihrem Versuch, die große Mische FabvitHru^g G s l d b e r g e L u n d Söhne in den Mtttelpunkt ' einer Äandalaffärn hmein- Mü-erren, Mßerfolg hatte. - Rumamen. Enteignung des Grasen Banfftz. Budapest, . 8. November. (U. ,T. K. B.) Wie aus Klausen bürg gemeldet wird, hat die rumän-sche Agrarkommisiion^ den ntehrere tausend Joch umfassendert AgrgrÜesitz des ungarischett Ministers des Aeußeru Grafen BaNffy-enteignet. Da dieser Schritt den Bestimmungen des Trianomr Friedensvertvages zuwiderläust, wird die Sache vor das im Friedensverttag vorgesehene genrischte SchiedsgeriK gebracht tverden. . Mauen. Das Wchlchaos. Kowno, 5. 9-ovAtrber. (I. C, B.) Bis zum heutigen Tage sind die Resultate der litauischen Wahlen, sogar nach der Ausrechnung der „christtichen DeamEmben", nicht.festgestellt, da über den Modrts der Ausnützung der Sttmuterwechte unter den einzelnen Kommissionen große MÄmmigsverschiedenheitert bestehen. So halben die Kpeiskontmissiotten tu Kowno und Ponjewilsch sich gsweigerf, die Methode der HauMvahlkoutmisiiou mit Bezug Ms die Zuteilung der Stttmncttrechte artzuwendeu. Durch diese Verwirrung fehlt der Hatrpttvahlkormnission die Unterlage der endgültigen Feststelung der Wahlresultate. (Wie bereits gemeldet, haben die itattoMen Minoritäten, einschließlich der Juden, beschlossen, als Protest gegen den organisierten Skrutmium-Schtvindel der Majorität, welcher die Juden zunt Bs'tspüll um vier Matchate bringt, den Sestn ztt boywttiercn.) Polen. Ei» diplomMcher Kanstitt rttischea Pole» und RaMnd. . Warfcha«, 8. November. (Polnische TÄegvaphmägentur.) Die polnische^ Regierung hat an die Sowjetregierung eine Verbalnote gerichtetworin sie ausführt, daß nn Zusammenhang tttit der Amtsübernahme durch Herrn ObolenÄy di« russische Regierung Einzelheiten formeller Natur zu Sprache! gebracht EINZIG IN WIEN II! Chlfftiii per Meter K 9.800 Damenhemden K 24.800 Harrcnhemden K 49.800 9. November 1922 6eÜe I dentokraten 1340, SötzVlde-nwkraten 110: B o rY Slchip; Jüdischnatimmle Liste 2500, Polnische Sozialldemokvatey -2450. / .. 3nWe» unt fowmera. Warschau, 7. Nodeßitber. (Tschecho-slowakisches Preß» httveatt.) Heuckc sitck'die ersten MÄsiergebtttsie aus dem flachen LanWchngelattgt. Dan-Nch diirfte aus dem Gebiete der Krakauer Woiwodschaft in deir fünf Wahlbezirken santt'derZipsrntdArtvadiepolnische Volkse Partei mit 24l'.0Ü0 StvmtHn denPrößten Erfolg erzielt haben. An zweiter Stelle rartMeren m dvrsem Bezirk mit , 104.000 Stimmen die polnische sozialistische Partei' und an dritter Stelle mit ungefähr 96.000 Sttmmen die polnischen Nattonäldvttwkraten. Auch in den ostgalizisch e n Wahlbezirken scheytt die.Vo-lkspartei große Erfolge errrmgen zu haben.. ' " ' Die bisherigen Wahlergebnisse auf dem stachen Lande im Gebiete vorr P o s e u mtd P o m m e r n zeigen Erfolge der Nationaldemokraten mtd der - nattonalen Arbeiterpartei. Int Wahlbezirk Tezew erziolben die Nattonaldemokraten vier Mandate und die nationale Arbeiterpartei ein Mandat. Im Gnesener Wahlbezirk habett die Nät«Maldenwkraten drei, die natwtmle Arbetterpartei zwei Mandate ernmgon, Wie die Blätter melden, sind im Dombrowaer K'ohlengebiet ein- Sozialdemokrat, zwei NationÄdemykraten mtd ein 'Kommunist gewählt worden." Die „Rzeezpospolita" gibt eine ^Uebersicht über Ae Erfolge der Nationaldemokraten und» teilt mit, daß'die NaüonaLde>mokvaten «r P o m m e r. n.J'zchn^ Mandate^'erzrelk haben. In dem Pofener Wahlbezirke' werden die National» domokvaten rnehr als die Hälfte der Mandate erhaltsn. In der oberschelsifchen Woiwodschaft. würden wahrscheinlich von der Gesayttzcchl vmt 17 Mmtdaten acht den Natronaldemokraten, Zwei der natmyalen Arbeiterpartei, zwei der polnischen SGialisteuparter und fünf den D-eutschrn zufallen. . - ' hat, die die polnische Regieung bereit'wdr, in wohlwollender Weise zu erledigeu.. Äa jedoch wider Erwarten die russische Regierung tu ultintetiver Weise die sofortige Erledigung der FoxmalÄSten «vierte, sah sich die polnische. Regieru-ng nrdt RLLücht äuf das in dogmatischen 'Äegrchnngen.Ungewohnte dieser Forderung, um so mehr, als die Forderung an utid für sich üNmotivtcrt war, gezwungen, die FoEevung abzulehnen, wö-- rauf Herr Oöolensky.erklärte, Warschau verlassen zu 'müssen. Da der polnische Gschäftsträger in Moskau Herr Knoll außerstande war, seine BeglaübigungsschreibM zu überreichen, sah sich die' polnische Regierung veranlaßt^ ihren Vertreter nach Warschau zurückznbSrusen. Indem die polnische'Regierung über den durch die Sowjetvegierung hervorgerufenen Zivischenfatt ihr Bedauern mrsspricht, gibt sie zugleich Hrer Erwartung Ausdruck, daß der Kwüschmfall in aNornäMer Zeit aufgeklärt ünN geregelt wird, Warschau, 8. ZiovAnber. Wolnvsche Tsl^raphsnägLntm.) Beim Empsang der Pressevertreter durch AußemnÄtister Na? rutvwicz gab. dieser^ der GerMgLn-uttg .darüber Ausdruck, daß die Wahwn im ganzen Lande - ruhig verrlaufsu seien unÄ daß sich auch die tWLionown Mmdschsüsn-an dies-sn zahlreich bstviKgt haben. Rarntowicz^ Lsi'tte stMver mit, daß Polen in der! von SowjetMttzland M dsir LO. d. vorgeschlagetken Abrüsttmgs-i konferottz RumLmen vevttLtm werde. Dieses Mandat sei mrr so. mehr: von Bedeutung, Äs hierdurch' sämtliche an Rußland! Mgrenzenden Länder' Ät diessr Konferenz Vertveten st'm werden. Zur Tatsache, daß' der^ Wcwschawetz VsrtVeter der Sowjet-, regierung, LbolenLky, nach Moskau abgerefft ist mid daß der polnische GeschaststrLgsr Knoll rrach Warschau ztwückbevtffHN! wurde, bemrM« Anß-Mrninifter RaMtowicz,' daß diesem Mt« stand keine polÄsche Bodentung be.izumessen sei. Es ha>Me sich hierbei vielmehr um.AngÄegenheiwtt rein sormreller Natur, wodurch das m öxr letzten. Zeit sich besseivnde Nachba-r>vsrhältms Pt So-vjett-ußland in keinerlei Weise, ^beeinträchtigt erscheine. Die polnische Bertrettmg in Moskau habe ihren urspvünAichert Chawochbvr und 'ihre ursprüngliche Form boöbe-. hatten, wahrend SöwstwußlMtd mtlaßlich des Ängsten Wechsels in der Person fvntrs W-avschai^er BertLettrs, wie die polnische Regiemmg M letzten Auge-Mick.erfuhr, ihrer Warschauer Vertretung emert . midersn« Charakter. WÄ> eine andere Form der Moedrtier-wyg zu güben iboadsichiigte.. OHKeich. .Poben bswit sai, die protokollarisch festgelegtAi PoistulatL der Sotzvjet-! regierung wohlwollend zu behandeln, könne dies doch nur auf Grtrüd eines Eimvernchinens der boidersertigen RegiemnM erfolgen. Der Mimsber zweifle nicht daran, daß der von Polen nicht hervorMruferre Zwifchertfall in allernächster . Zeit im Wege dex in de« . Diplomatie, allgemein üblichen Grimdsätze und Brärtchv! oplodigt weiden ttüvd. Mit der Mrachüfterr für Finanzen? Warschau, 7. November. (Tel. der „W«ner Morgeit-» zortung"») Der BizemüMter für Fittanzen Farjanz soll» feme Demission überreicht i haben, da< er angeblich die Repressalien gegetr die Brücken und $$ Valütahandler verurteile. . ,f, s . H., Täborstraße 48 Telephon 47-1-79 En gros En detail

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