Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1345 (8.11.1922)
- Date
- 1922-11-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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*m;: •£ >:' '♦ Wen, Mittwoch 89!e*ev NsvOenrMMns v. Rovemver INW ^r. rn«r» Mndschau. Kn Zionist im schweizerische« RaAnairat. AuS Zürich wiruuS gemeldet: Bei Yen ErneneranaS^ Wahlen in den schweizerischen Nattonalvat wurde RechrSanwakt Dr. David Farbftetn (Zürich), der'von der sozialdemokratischen Partei vorgoschiogen wurde, zum Nationalrat gewählt. (Dr. Favbstein ist «in bekannter Zionist.) Wahle« in Amerika. Gestern fanden m den Bereinigten Staaken rllge'neine LLahlen für den K o n g r e ß und andere Vertretuugskörper statt. Es wurde das ganze Repräsentantenhaus neu gewählt sowie ein Drittel des Buudessenats. Das alte Haus zählt« 435 Mitglieder, davon 300 Republikaner, während 132 der demokratischen und ein Mitglied der sozialistischen Partei angehören. Die Gelamtzcchl der Senatoren beträgt 96; hiervon entfielen 59 aus die republikanische und 37 auf die demokratische Partei. Außerdem werden m einer Reihe GwnStaaten die Staatslegislaturen und in manchen Orten die Mumzipalvertretungen neugewählt. Paris, 6. November. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Für die nächsten Tage ist eine.eigene Sitzung des Botschafterrates zur Erledigung des Statuts der Stadt Memel einberufen. Eine Spezialiommission soll die Vertreter der Stadt Memel und die der polnischen Regierung anhören, worauf sie die entsprechenden Anträge sür die endgültige Beschlußfassung des Botschasterrates ausarbeiten wird. Ae iiMtischm Zuden und die Ha«detsmöslMeiten PalMnas. London, 7. November. (Reuter.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß sich das Kabinett auS 16 Ministern zusammensetzt und somit kleiner sein wird, als irgendein Kabinett der letzten Jahre außer dem Kriegskabinett. Die Zahl der Minister, «ttO derien sich ein Kabinett zusammensetzt, wechselt entsprechend den Verhältnissen und hat auch schon 23 betragen. Für ei« internationales Rcharationsamt. Parks, 7. November. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Der Abgeordnete Leon Blum führte gestern in der Kammer aus, daß die größten Hoffnungen Frankreichs auf dem Ausgleich seines Staatshaushaltes die Reparationszahlungen gewesen seien, aber diese Hoffnungen, das notleidende Budget Frankreichs durch große Zahlungen Deutschlands zu saniwen, seien so ziemlich geschwunden. Es sei überhaupt fraglich, ob man von Deutschland noch etwas erlangen könne, wenn die wirtschaftliche Lage des Reiches nicht bald eine Besserung erfahre. Die Erwartungen, die man in den Versailler Vertrag gesetzt habe, feien verflogen. Man. habe gedacht, um sich bezahlt zu machen, genüge es, die Regierung Frankreichs einem starken Manne anzuvertrauell. Der starke Marin ist Poiucare, er ist an die Spitze der Regierung gestellt worden. Aber , Deutschland hat nicht mehr bezahlt. Auch Pomcare konnte j <mS dem Berfailler Vertrag nicht mehr hermiHoleu, als aus ihm hevauszuholen war. Der Redner erklärt, der ganze Vertrag von V e rsgrll.es beruhe auf der Annahme,'daß der Weltkoufum nach dem Kxiege sofort eine ungeahnte Ausdehnung erfahren werde. Jnzwffcheu habe sich aber gezeigt, daß der Warenhunger nur kurze Zeit nach Kriegsschluß angehalten habe und dann eine Absatzstockung eirrgeirelen sei, die Industrien ganzer Länder stillgelegt habe. Der Redner konnnt zu dem Schlüsse, daß die Zahlungskraft Deutschlands und die Sanierung des französischen Budget nur durch eine Stabilisierung der Valuten aller Länder zu erreichen sei, die von ehren» internationalen Reparationsamte durchge führt werden müßte. ' Der Sekretär der Handels- und Jndustrieabteilung der Palästinensischen zionistischen Exekutive Tisch besuchte Mitte September Aegypten, um die dortigen Juden über die Handels- und Jndustriemöglichkeiten in Palästina zu informieren. Vor einem Kreise von Kaufleuten und Industriellen in Kairo schilderte Herr Tisch die Möglichkeiten der Betätigung auf industriellen und kaufmännischen Gebieten in Palästina und wies nach, daß Palästinchrda cs genügend „we'ße Kohle" besitze, der Kohle keineswegs bedarf. In. einer weiteres« Vorlesung legte Lisch Mustererzeugnisse der bereits bestehenden industriellen Etablissements in Palästina vor, unter Angabe der Preise, die nach Ansicht der Kaufleute selbst mit'den Preisen in den Ländern der niederen Valuta konkurrieren können. Nach Aussage des Herrn Tisch sind die ägyptischen Juden bereit, am Aufbau Palästinas werktätig teilzunehmen, sie haben aber fast gar keine Kenntnis von den Möglichkeiten des Landes. Er beabsichtigt, alles zu veranlassen, um durch Veranstaltung ständiger A u s st e l l u n g e n per palästinensischen Erzeugnisse in Kairo und Alexandrien das Interesse der ägyptischen Jukm sür privatwirtschaftliche Betätigung in Palästina zu erwecken und wachzuhalteA. Da« PaMkna-Sudget der zkmWchm Srgmisotio» Kr da» Zlchr 8S8S. Pfan« Cterflns $f»nö kterting Deck-mkg de« Defizits Il4.oc o monallich 9511/13 4 Ckekttifizkei un-r-Pr oj-b l 37 S0» 9 8125/—/— Ackert»«» m.wo 8833 6/ 8 Smmigrakw« 40.000 3333/ 6/ 8 A'beNrbu-sek 26.00) 2166.13/ 4 üar>del und JnLusiric 9/m ’ m 7cö —/— Triiekung 70. 00 9 5833, 6/ 8 fadoss-h 45.« 00 „ 8760 -/- Dcrdcreitung der Koch'' 4.CC0 333 6 8 Bidtiatdetr 1.900 1 5-/- >Versuchsslall-A 10.-00 n 875-/- Unvorh.rgk'eheneS 9.000 m 75i / - /— Admnillratw« 18.000 9 n a/-/- Summe 485M0 „ 40.416-13 4 DaS Defizit schließt ein: 1. Schuld von 12.500 Pfund an den Jüdischen Nationalfonds, 2. Schuld von 10.000 Pfund des Keren Hajessod an den Jewish Colonial Trust, 3. Abzahlung auf Schuld deS Nestöration Fund an den Jewish Colonial Trust 500 Pfund. Somit sind nachPalästina auf Konto dch -» deckende« Defizits 87.000 Pfund, d. h, monatlich 7250 Pfund zu senden. Das reguläre Palästina-Budget ohne den Posten Elektrifizierungsprchekt beträgt 8SL000 Psuud, daher monatlich 27.780 Pfttnd, und zwei« 01WG W»»oUich Vroz'n^r-l lume«. Warschau, 6. November. (TÄ. der „Wr. MorgVnzeitmrg".) Heute beginnen m Hawdelsmmistermm die offiziellen Verhandlungen über den Abschluß einer polnisch-ungarischen Handelskonvention. Nach Abschluß derselben sollen Bechandlnngen zwecks Abschluß einer Handelskonvention mit Belgien und analoge mit Holland ausgenommen werden Polen Md Mmnr. 4 Warschau, 6. November. (TÄ. der „Wr. Dcovgsnzettung".) Dre polnische Regierung gab ihre Zustimmung zur Tsilnahme Litauens cm den wirtschaftlichen B'erhandlung?n der baltischen Staaten 'mit Polen, die demnächst in H e l s.»ngforS beginnen sollen und an der ErrtwaffMngskonferenz. die in Moskau stattfinden soll. Auf diese Weise wird die «sie Gelegeacheit sür eine gemeinsame Beratung zwischen Polen und ' Litauen g-schaffen. IemmftrM« Arbeitslos« k» Prag. Prag» 7. Novarcker. W« die Blätter meAen, hat honte voomibdaHs eine Demonstvcvtion von Arbeitslose» stattgefunden» an der ungefähr 600 Personen teilncchmen. Ein Teil der DemonsttrMten wollte vor das Parlament ziehen, wobei es zu ZusomMLnstötzen mit der Pott-er kam, Reu» Personen wmden vechafüet. Ackerbau 100.000 8838/ 6/ 8 SO.- Smnugralfo* 40.000 8888/ 61 8 12.20 2'rbei!sbud-et 26.000 2166/13/ 4 7.90 Kandel und Lndcsttie 0.000 750/-/- 2.70 Srznhun- 70.000 5588 ,6 / 8 21.20 Kadafsah «MOO 2750/- 13.- VorderettUng der Aochschui? iom 283/ 6/ 8 1.20 Bblold-d um ttä/-/- 0.40 Dersuchrstakion 10^00 876/-/— 3.^0 Anvtrhertn^ehenEL 0.000 750/—/— 2.70 AdminPralren 18.00) 15(0/-/- 6.50. Sum« mm 27.7.0/-/- 100v- Mitterümgen aus dem Publikum. Kultusu.Justiztalare u. Barette 116 liefert ln aebSnter AttffihnMf M* MuMMteate Spezlatfirai« RUDOLF OOLDSTBIHwim, Gegründet 1SSS—QroMeAfMwekl fafplfr Stoff«!. M asbesteUangea Sine firOimns. Die Delegation -eg jüdische« Nationalrates für Dstgalizien «sucht uns um Veräfsentlichung der folgenden Erklärung: ^Einige Tageszeitungen dmchten die Nachricht, daß Herr Dr. Waldmann bei Ar am 1. November stattgesundenm ukvainrschen NattomLftier dn Namen der oft-, galizischen Judenschaft gesprochen hat. . Demgegenüber stellt die Delegation des Jüdischen Nattvnalrates für Ostgalizien ftst, daß Herr Dr. Waldnrann der Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizieu nicht angohSrt und tttnerlei Berechtigung oder Mandat besitzt, im Name« der rstgalizischen Judenschast zu sprechen, beziehungsweise rysttchwelche Erklärungen abzugeben. Zur Vertretüng de-r Interessen der Judenfchaft OstgalizienA im AuSürnde ist Än^g und allein die Delegation LeS Jüdffche» RatlonrüvateS für Ostgalizien berechtigt und legitimiert. Die Delegation steht, in Konsequenz der neutralen Haltung ber jüdischen Bevölkemng allen Schrittm AS Herrn Dr. Waldmann Bo« Ver Mischen Gesellschaft zur Erforschung Palllstina». Im kommenden Frühling soll die Abteilung für Altertumsforschung bei der palästinensischen Regierung zu Ausgrabungen am Zionsberge und der Davidstadt schreiten, vom Platze südlich des Oelberges bis zum Siloa. Diese Ausgrabungen sollen gemeinsam von allen Bereinigungen, di« sich mit Altertumsforschung in Palästina befassen, unternommen werten, so der englischen, jüdischen und amerikanischen Gesellschaft zur Erforschung Palästinas, den Dominikanern u. a. m., und unter Aufsicht der Regierungsabteilung fiir Altertumsforschung stehen. Der ganze in Betracht kommende Komplex, fast zehn Dunom, witt» in zehn Teile geteilt werden, in denen von dm eiltzeinen Bereinigungen auf eigene Rechnung und Vevattttvortung Ausgrabungen veranstaltet werden sollten. Der jKVischen Gesellschaft dürfte derjenige Teil Zufällen, auf dem man die Gräber der Könige aus dem Davidhause zu finden hofft. LMdangebote der Palestiue Land Lüselspme«t SomvMy. < Die Palestine Land Development Cöinpanh Hai eine Reihe von Prospekten herausgegeben, die Verzeichnisse und genaue Beschreibungen der von ihr zum Kauf angebotenen Ländereien enthalten. Jeder Prospekt enthält Karten mit genauen Situationsskizzen, so daß jeder Kauflustige sich die ihm zusagende Parzelle auf der Karte aussuchen kann. Bereits bestehende wie auch projektierte Straßen, öffentliche Gebäude, Gärten usw. sind in diesen Situationsskizzen selbstverständlich berücksichtigt. In den Prospekten sind auch die Preise der einzelnen Parzellen abgegeben. Es handelt sich zusammen um 19 Komplexe, teils landwirtschaftliche Bauparzellen, teils städtische in Jerusalem, Haifa und Jaffa. Interessenten wollen sich an die Palestine Lcknd Development Company, Jerusalem, P, O. B. 456, wenden. , Sie W rta »mhe der jlldWm Gendarmen. Dos I. C. B. verbreitete jüngst eine Nachricht über die Entlassung jüdischer Gendarmen in Zemach wegen Enthaltung vom Dienst am Jom Kippur. Die palästinensische Regierung veröffentlicht nun eine offizielle Erklärung, wonach die 17 jüdischen Gendarmen nicht ^entlasten worden ssich,-sonderrr nur einer Disziplinarstrafe unterworfen Hürde«, weil sie den ihnen für den Jom Kippur gegebenen Urlaub überschritten hatten. Sie Femsalemer Stadtverwaltmg and Faden. Die hebräische Tageszeitung „Doar Hajom" veröffentlicht einen Artikel über die Verhältnisse in der Jerusalemer Stadtverwaltung. Wie das Blatt mitteilt, sind an der Stadtverioaltung 164 arabische und nur neun jüdische B e a m t e angestellt. Unter den Tausenden von der Stadtverwaltung beschäftigten Arbeitern befindet sich keflfc cinniger Jude. Die Aufträge der Stadtverwaltung werde« ausschließlich an arabische Unternehmer vergeben. Schließlich führt „Doar Hajom" darüber Klage, daß die hebräische Sprache in der Jerusalemer Stadtverwaltung amtlich nicht gebraucht wird. vollkommen ftrn." N, M. Gelber. Gez.: Dr. Löwen herz, Doktor' Wie«« jMftifdjes LokMomitee. Heute um 7 Uhr abends findet diis Sitzung des Wiener zionistischen Lokab> komitees in den Bureauräumen des Zionistischer Landeskomitees, 2. Bezirk, Taborstraße 20a, statt. Tages, ochnung: 1. Winterprogramm; 2. Part.eitacu 3. Eventuelles. zionistische» Landeskomitee Kr Sesterreich. Die Bezirksfektrouen, Ortsgruppen und Sondervev eirtigungen werden aufgefordert, umgehend ihren Pedars an Gastkarten für den Parteitag bekannizugeben. Dü Gastkarten erliegen am Montag den 13 d. im Sekretärin deS Landeskomitees, 2. Bezirk, Taborstraße 20a, und sink eventuell durch Bevollnrächtigte in der Zeit von 10 bis 13 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags abzuholen Wegen des beschränkten Raumes können nur eine gerinfl» Anzahl Karten ausgegeben werden. Die Vereinbarung mit dem jüdischen Nationalfonds. Die Hauptbureaus des Keren Hajesiod und des Kere» Kitjsmech teilen soeben den Wortlaut des Uebereitr 1o»m me ns betreffs der Abgrenzung der SammeL Methoden mit. Dieses Uebereinkommen wurde nach ei iw A,tzahl von Konferenzen zwischen den Direktoren oben ei wsthnter Fonds «m September in Karlsbad getroffen ittf n*c,,RM.ai*p""d!er“,? Ronis St Mitschüler II Kn inJü18'9 reisncxo» Wien.Hfl. LfindatraQ« Hattetetr.V i