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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-07 · Heft 1344 (7.11.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1344 (7.11.1922)
Date
1922-11-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien, Dienstag Ae Wähle« in Wle«. ÄiWlkrhmckottalsn inKrÄau md Sembrrg Hemberg, 6. November. (Tel. der „Wr. Morgenzig.') *,4 den gestern ßattgefundenen Wahlen wurde der Zionist jDr. Leon Rei chzum Abgeordneten für den Wahlbezirk Vt-ab^ Lemb e-rg gewählt. Die jüdischnatlonale Liste erhielt ittit'24.097 abgegebenen Stmrmest 1 Mandat,'die Mtionaldemöktaten 2 Mandate, die" polnische Sozialdemokratie 1 Mandat. Die Gesamtzahl der abgegebenen stimmen beträgt 75.033. . . H^ Warsch<M, 6. November. (Tschecho-siowakischeS Preßbureau.) Nach dem bisherigen Skrutinium sind die Wahlergebnisse in den wichtigsten Städten die folgenden: In Warschau errangen die Nationaldcmokraten mit L67.862 Stimmen den größten Erfolg. An zweiter Stelle steht die polnische sozialistische Partei mit 83.842 Stimmen.- Die Liste der nationale« Minderheiten erlangte >60.126 Stnnmen, die kommunistische Liste 26.345 Stimmen. Zn Krakau erhielten die.Nationaldemokraten 27.517, die Sozialisten 19.264, die I u d i s ch n a t i o n a le n 16.884 Stimmen. Es wurden in Krakau gewählt: Zwei Nätioualdemokraten (an der Spitze Korsanty), ein Sozialist und ein Jüdischnati ona 1 ör (Dr. Osiaö T h o n). Zn Remberg erhielten die Nationaldemokraten 33.485, die Sozialisten 14.134, die Kommunisten 428 Stimmen. Zn Prßemysl erhielten die Nationaldemokraten 4319 die Sozialisten 4151, die Kommunisten 565 Stimmen. In Pokstk sch - Tes chest wurden für die Nationaldemoftaten 1186/ für die natioualenMinderheitett Ü897 «nd für die Sozialisten 339 Stimmen abgege- Den. An Delitz erhielten die Sozialdemokraten 1146, die uationDn Mnderheiten 4765 Stimmen.? Sie Senatswahlen in SffMWn. ^.fLemVerg, 6. November (Lel. der „Wr. Morgenztg") DaS Wahlkomitee der Vereinigten jüdischna-lionalen. Parteien veroffeEcht nachsteheM Kandidatenliste für die AnaiSwahleru ' ' o).Woiwodenschast L e m b e.r g - (Liste Nr. 24): - '* -Professor Dr.- Max Bienenstock, Dt. Michael Ringel,Advokat in Lemberg, - D^...AulmL W u r z e l, Advokat in Lömberg, v HakobB o b e k, Oberpostkontrollor in Lemberg, " Jakon Wittels, Kaufmann in Lemberg, b)Woiwodenschaft Stanislau: < Dr."Mchve! R i n g ech Advokat M Lembera, -Dr. 'JÄiüs^W u r z e l, Advokat in Lemberg, .^ .Pros.- .Sr.. Max Bi e n e n st o cf, Lemberg, - -.F Dr. Max -Ko vkM Eökät in Lemberg, / e) Woiwodenschaft Tarnopol: Dr< Michael Ringel, Advokat in Lemberg, . Ä.Dr. Fischel Rotten st reich in Sambor, -/.<Kvof. Dr. Max Bienenstock, Lemberg, . r^Dr, Julius Wurzel, Advokat in Lemberg, Isaak Melzer, Staatsbahnrat in Lemberg. - ßine karzMche Gcheimorganlsatknn der RatwnMrmokraten. Warschau, 5. November. (Tel. der „Wr. Morgenzig") Sie lstcks Presse veröffentlicht geheime Dokumente über eine von den Nationalste in ok raten begründete Militärische Organisation. Aus diesen DccknmeMen ist zu ersehen, daß die Nationaldemokraren spezielle miMrrsche Organisationen unter dem Namen „Wolnh ftvzelec" (Freie Schützen), die mit Gewehren und Munitton versehen sind, nach dem Muster der italienischen Fas-' ziften-Organisationen begründet haben. Es sind besondere Abteilungen gebillstt, die die Tätigkeit der militärischen Formationen und ihrer Kommandanten auszuspionieren jhtcken. Sämtliche Gruppen dieser Organisation sind mit, nnlitargeographischen Karten versehen worden und sollen heveits breite Schichten' der Polnischen. Bevölkerung um- Keit Ihr Hauptziel ist Vre V e k ä m P s,u n g der Linksteierr und der nationalen Minderheiten, insbesondere der Njttdem m- Die Natrnaldenwkraten wandten sich an den bekannten i^neral D o w b o r-M u s n i e k i mit dem Aufträge, warer die Angriffe der polnischen Parteien auf die Na- ' »Mildomokraten toleriere. Wie bereits gemeldet, wurde genannte General von den Nationaldemokvalen zum stenführer.aufgestellt. Im letzten Momente jedoch trat ev von feiner Kandidatur zurück und ließ sich von der SsuM-Grupps zum Kandidaten wufstellen. Sine Aabbiuerabordmm« beim polnische« -.»..f's- ÄnltMMknNer. JiobcmSer. (I. «. B.) D«r ««mich», ster Professor Kamien ieki empfing eine Delegade3 Rabbiner-Verbandes in Polen, die dem Minister nn Memorandum über die Lage der Rabbiner in ( '?olen, die Chcher-Frage u. r. überreichten. Der Minister 'persprach, alle diese Angelegenheiten in Uebereinstimmung jnit der Verfassung" zu erledigen. fSSUntt MorrieirzErtNst. Bureaus. 4. Mahl des PermanenzauSschufses. 6. Bericht über die allgemeine Zionistische Lage. 6. Generaldebatte. 7. Lage der Juden in O e st e r r e i ch. 8. Debatte. 9* Keren Hajessod. 10. Debatte. 11. Beschlußfassung über das Budget des folgenden Jahres. 12. Bericht der Permanenzkommission. 13, Mühlen. Der mündliche Bericht über die Tätigkeit der Organisation im vergangenen Arbertsjahre entfällt. Der Gericht wird den Delegierten schriftlich acht Tage vor dom Parteitage zu gestellt werden. , ' * ■ ‘ M 8lo«Mche PMÄa«. A- Der nächste ordentliche Parteitag-der: österreichischen fZiomsten findet in der Zeit vom 25. bis 27. November Ä. I. in den Räumen des Niederösrerreichischerr Gewerbewereins, 1. Bez., Eschenbachgaffe 9, statt. Tagesordnung: h* .LMlALL.. .2.. MI. .ML .VoiMrML.. Mchl. Les. Bnndesminister der Finanzen S e g u r, der seit einigen Tägul erkrankt-.ist, erschien trotzdem in der heutigen Sitzung des'.Natronalrates, mußte sich aber infolge Verschlechterung sei-.les Befindens zurückzichen, um sich noch einige Tage Schonung aufzuerlegen. Seine Vertretung übernimmt für die Zwischenzeit Vizekanzler Dr. Frank, der durch dm Bundcsp;'äsideri1rn mit der zeitweiligen Leitung des Finan-zm'rn'iisteÄums betraut werden wird. Agam. ■ M-mM grqeN dir Mvsm»twoMchrn. Budapest, 6. November. (U. T.-K.-B.) Minister des Innern Ivan Rakovszky hielt in einer Versammlung der Einheitspartei in Nyiregyhaza eine Rode, in der er scharf dagegen.Stellung nahm, daß sich einzelne Parteien unter falschem Namen organisieren. Sb sei der liberale Block dey Abgeordneten der Nationalversammlung keineswegs ein Persechter, der in der ganzen Welt unter dem Namm Liberalismus bekannten Jdee^ sondern eine radikale und r e v o l n t i o n ä r e Z i e l e ansttebende Gestaltung/ der das Land wieder zum Umsturz fiiljten wolle. Ebenso verhalte es sich, mit jener Bewegüug, die in Ungarn unter dem Schlägwörte FoSziSmuS einfetzte. Der italienische FasziSmüs'habe ufe der Führung ehrlicher und disziplinierter Männer die Ordnung des LandeS sichern wollen. Denrgegenüber müsse Redner, auf Grund dessen, was er über die ungarische faSzistische Bewegung vermöge seiner amtlichen Stellung erfahren habe, feststellen, daß diese Bewegung nicht auf die Beftstigung der Disziplin,äbMe, sondern die Negierungsmacht ■ unte rgraben und die Disziplin des Landes angreifen wolle. Der Faszismus in Unganr, erklärte der Minister, organisiert sich unter falschen Schlagworten. Die ungarischen Fäszisten chehauptep, daß', sie, sich, unter.Einbezsehüng,. eines Teiles, der ^EmhöitZpartei - organisieren, - daß - e h r l i ch e Männer hinter ihnen stehen/ und-daß ihre Organisation mit Unterstützung der Negierung erfolge. Das ist alles nicht währ. Wir begrüßen gern jede patriotische, die Disziplin und Ordnung stärkende Organisation. Wenn jedoch eine Bewegung von gewissen Männern geleitet wird, die, sei es auch in idealer Absicht aber unbesonnm, schon wiederholt Umstrirze und Pmsche veranstaltet haben, so können sie jetzt, wenn sie sich unter dem Schlagwort deS Faszismus organisieren, keinen anderen Zweck haben. alS die Macht an sich zu reißen und Aufgaben zu übernehmen, die den staatlichen Organen obliegen. Ein« solche Bewegung ist für den Staat gefährlich. In Italien war die Staatsgewalt gegenüber den linksseitigen Uebergriffen zu schwach und der Faszismus ist dort als ordnunger^rltende Organisation gefördert worden. In . Ungarn ist die Lage amders. Hier ist die Regierung, stark genug, um jede neue Revolution, jeden neuen Umsturz zu verhindern. Das Publikum möge die Regierung in dieser Arbeit unterstützen und sich 'davor hüten, die Disziplin uuv Ordnung im Staate, sei es auch im Dienste idealer Ziele, zu untergraben. Mauen. Ae «Monale« Mnderhsttes botzlottier« den EM. Kowno, 5. November. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Im Zusammenhang mit dem Borgehen der Hauptwahlkommiffion, welche die nationalen Minderheiten um ihre auf Grund der Neststimmen zu erlangenden Mandate beraubt hat, haben die Vertreter sämtlicher nationaler Minderheiten den einstimmigen Beschluß gefaßt, ihren bereits gewählten Abgeordneten die Teilnahme am Künftigen Parlament, das auf ungesetzliche Weise znstMldegekomcken sei, zu verbieten. Es werden daherimzukünftigen Sejm die jüdische, polnische, deutsche, russische und weißrussische Bevölkerung nicht vertreten sein, ' _ M türkische Frage. Der Sultan. Paris, <S. Sljlwmict. (HavaS.) „Petit Pariflin" meAct aüS Konstant!nopel, der Sultan hätte die Absicht, nach I od'ien abzureisen. Nach einer anderen HavaS-Meldung habe^ Vdr bisherige Großwesir D e w i k P a i ch a in einer Unterr-Mng erklärt, der Sultan sei über die gegenwärtige Lage -üußersb nie de>r ge schlagen, er habe'aber keineswegs die Absicht,.«bzudanken. Da ihm mit einer Anklage .gedroht wurde, wünsche er sich vor der Nation zu rechtfertigen. ' ' :. Paris, 6. November. Die Agency HavaS meldet aus Bern:'- Wie aus Konftant-inopel berichtet wird, habe der Sultan die! Stadt zu verlaßen versucht, doch sei er von der Bevölkerung i daran gehindert worden.. 7. November 1922 M Auflösung der Konstantinopler Negkmmg. Konstantinopel, 6. November. (HavaS.) Die Ministerien werben als aufgelöst angeseben. Di« Rechtssprrchrnrg wird im Namtn dir Angora-Regrerung erfolgest. Dir alliierten GLtterate rEven in einem: Schreiben, das neue PerwastüngSspstem sei oim rein irtnere Fra-ge. NktiouaWIchtz Iemonstrationr«. 8»tidon, 6. )kde»>L«r. (Wolfs.) Dor KwistmiNnopl«» Berichterstatter des „Daily Expreß schreibt, 'daß sich in Konstantinopel ein belvaMeter Zusanrmervstost zwischen der britischen Militärpolizei und türkischen Demonstranten ereignet.Hache. Die Türken, hätten dabei leichte Verluste erlitten. Bor der Sophienmoschee und in anderen Merteln KonstantmopelS seien türkische., nationalistische Kundgebungen veranstaltet worden. In der Nacht seien Banden von Manifestanten in das europäische 'Viertel von Per« eiugedrungen, um gegen di. Fremden z« demonstrieren. Die Demonsttanten tnrgen Fahnen und Bilder K e m a l Paschas. Nach dem Platt ist.die Lage in Konstantinopel zweifellos ernst. Ae Kanferenz von Lausmme. London» 6. November. (Lel. der „Wr. Morgenzeü strng".) In diplomatischest KMen. die zur Downing Street grrte Beziehungen nntethalftn, wich erklärt, daß tatsächlich mit einerMtrschiebnn.g der Läusanner Konferenz zu rechnen sei. Gegenwärtig firchet über diese Frage ein Meinungsaustausch zwischen. London und Paris statt. Endgültige Beschlüsse sind . zwar, noch nicht gefaßt» aber in Kurze zu erwarten. Die Vertagung der. Konferenz wird für notwendig gehalten, tveil die Stelklngmchme det Angora-Re-. gierung und der Sowjettegievrmg noch, immer nicht geklart sei und weil die innerpolitische Krise in Italien einen Gehanlenanstansch mit dem neuest Kabinett nicht für wünschenswert erscheinen lasse. , \ , Ae tkMchea Focherunge». London, 6. Novenrber. Nach einer Note der Reuterschen Bureaus lassen die aus Konstantinopel erngelangten Telegi-amm« erkennen, daß die türkischen Forderungen nur die Zivilverwaltmrg und die Gendarmerie betreffest. Eine offiziell« Nachricht betreffend eine miMrifche Ramnurrg Konstantinopels sei nicht emMlangt. ^In der Note heißt es weiter, der Forderung der. Ängopa-Regievung hinsichtlich der Zivilverwaltung in der besetzten Zone könnte stattgegeben tvevdcn, wem sie mit den Bedingungen des Vertrages von Mudüststl vereinbar sei.. DioKonferenz von | Lausanne iverde"- rvahrfchsinlich ustr erwe:Woche-^oder auf,! eine noch spätere Zeit verschoben werden. Schließlich wird in der Note bemerkt, daß jedes unheilvolle Ereignis, das über Konstantinopel, heveiubräche, sofort Weitenrngen nach sich ziehest und der Läge ein völlig verändertes Allsseher geben tpürde. Ae Araber. London, 6. November. (Reuter.) „Daily Mai!" meldet auS Jerusalem: Eine arabische Abordnung ist nach Lausanne abgeveist, um die volle Unabhängigkeit Palästinas zu fordern, . , _ Rundschau. Gr'rechenlmid in der kleinen Mente? Belgrad, 6. November. Der griechische Minister VeS Aeußern Po litis gab einem Vertreter der Agentur Aval« folgende Erklärungen: Ich bin mit dvm Ergebnis der Besprechungen, die ich mit dem König, dem Ministerpräsidenten P a s i e und dom Minister des Aeußern N i ne ie geführt habe, vollkommen zufrieden. Die Besprechungen hatten folgende Fragen zum Gegenstände: 1. Das wirtschaftliche Verhältnis zwischen Griechenland und Jugoslawien. 2. Die durch die R ü ckk e h r d e r T ü r k e n nach Europa geschaffene neue Lage cnn Balkan. 3. Die anfällige Rückwirkung der i t a l i e n i s ch e n E r e i gn isse auf die international« Politik. Im Lause der Besprechungen wurde beschlossen, das wirtschaftliche Verhältnis zwischen ven beiden Ländern durch den Abschluß eines Handelsvertrages enger. zu knüpfen «nd das im Marz 1914 getroffene Uebereinkommen über die Errichtung einer freien Zone in Saloniki zugunsten des jugoslawischen Handels durchzufiihrem Dieser Plan soll innerhalb der kürzesten Frist verwirklicht werden. Was die Aufnahme Griechenlands in die kleine Entente anbelangt, wo ihm nach den Erklärungen des tschecho-slowakischen Ministerpräsidenten Dr. Ben e s ch ein Platz eingeräumt werden soll, wird der hievruf bezügliche Vorschlag von Belgrad unterbreitet werden, , und zwar so ball) die voxerwahuten Abkommen auf dem Wege der Verwirklichung sein werden. Einer der Grundsätze der kleinen Entente verlangt nämlich, daß der Vorschlag betreffend die Aufmhme eines neuen Mitgliedes von. dex am nächsten interessierte» Staaten erfolgt, ' NlirgerkrieginZtallLN. , Röck, 6. November. Sonntag kam es in. mehreren Städte»! zu Zusämmenstößen zwischen Fäszisten ustd Sozialisten, wobei Men Personen getötet wurden. Bei Turin veranstalteten die Faözisten eine Demonstration gegen den durchreisenden ' italienischen Botschafter in Paris! Grafen Sforza. Der Waggon, in dem sich der Botschafter befand, wurde abgekoppelt und der Botschafter aufgefordert, auszu«. MiLyA, TrupM MftrMer; .die MemoMrantew SBWKO

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