Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1342 (5.11.1922)
- Date
- 1922-11-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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©cTfrtr / Men, '«^tn'rafi anv wenn Allah will, werde' ich sie Ihnen in einigen Wochen in Konstarrttnopcl vorstellen/' Bei diesen letzten Worten blickte er mir forschend inL Gesicht. Ich lächelte diplomatisch. Wir kamen auf die Hauptstraße, ein türkisches Bataillon zog in geschlossen Reihen singeiw an uns vorüber. Unter ihren Tritten dröhnte das Pflaster. Der Major nahm lächelnd Abschied: ,Jawohl, auf Wiedersehen in einigen Wochen, in Konstanttnopel!" Soll ein Haken in 'der Wand befestigt, ein Sess-Äfutz gekeimt, «in Ofen vom Ruß geveimgt. werden, dann ruft man den Schlosser, den Tischler, den Hafner. Denn die sorgsame Hausfvau fürchtet, durch nicht sachkundige Behandlung ihres HausrateL Schaden anzunchWi. Aber von dar sozialen Fürsorge verstcht jedermann genug, um die Sache stWst in . die Hand zu nchmen. Es ist zwar immer noch leichter, einen Haken in die Wand zu bringen, <rlS richtige Grundsätze m ein wirres Gemüt, eS ist auch einfacher, den Ruß aus dem Ofen als die irrigen Vorstellungen aus einem jungen Kopf zu vertreiben, und die Gefahren der Hausarbeit sind auch geringer als die Gefahren sozialer Arbeit. DaS alles hindert aber nicht, daß jeder sich berechtigt fühlt, in das gebrechliche Gefüg: der menschlichen Seele hineinzrrwppen und mit plumper Hand Werte zu zerstören, die unersetzlich sind. Denn das machen sich die meist «Lemso gutwilligen wie verständnislosen Helfer nicht klar, daß richtig verstandene Fürsorge Svelenarbeit allersubtilster Art sst. Für den Außenstehenden stellt sich , die Sachevicklnrchr sehr einfach dar. Das „Geben" ist das Alpha «und das Omega dieser sonderbaren Art der Hilfe und zu den tradittonÄlen Zeiten des Schenken-, für die Juden die Herbstfeiertage, für die Christen Weihnachten, kann «ran immer wieder mit Bestürzung schon, wie wenig, wie beschämend wenig man bei uns in de» Geist moderner Fürsorge erngrdrungen ist. ES sind Vorstellungen verbreitet, deren kindliche Harmlosigkeit mau belächeln würde, wüßte man . nicht, wie viel Schaden durch sie gestiftet wird. Der Zufalls-Fürsorger kommt auf irgendeine Weise — das Ausland hat auf diesem Gebiet durch feine Unbedachtsamkeit großes Unheil anGrichtet — in den Besitz einer, m Kronen ausgtzdrückt, gewaltigen GcWsmnme. Schr häufig besteht bei den Spendern eine gewisse Abneigung, das Geld Wohlstchrtsveremm oder in der Fürsorge vrfcchvomn Personen anzuvertrauen; sie glauben, auf diese Weise dem Gowohrcheitsbebbel zu entgchen, ohne zu bÄmcken, daß Vereine und- Fürsorger weit eher Einblick in das Treiben dieser Schmarotzer haben, als der unerfahrene' Neuling., Auch die „verschämten Armen" lassen sich auf diese Weise nicht erfassen, zumeist fällt der wMwollsnde AufallSsürsyrger pünktlich den Gerissensten in die Hände, die auf irgendeine. unbogreifliche Weise von der „Chance" am . raschesten Kenntnis erlangen. Muß aber die schöne. Illusion zerstört werden, daß der Neuling im Helsen durch seine sogenannte Urckefangenheit einen Vorrang besitzt, so kann noch weiter darauf hingewvssen werden, Saß er m der Regel ein besonderes Taleirt blitzt, an falscher Stelle und MN unrichtigen Zeit zu geben. Mit dem Geben allein ist eS nänckich, heute weniger denn je, fast nieneals getan. Vielleicht können ein paar Beispiele aus meiner fchr beschsidenen Praxis das Gesagte deutlich machen. Da wurde mir kürzlich folgender Fall berichtet: Eme Favtikie, aus Mutter, Witwe eines Bahnbeamten, zwei Söhnen und einer Tochter bestehend, war von ihrer Hausgehilfin rvm den gesamten Besitz an Wäsche und Schmuck bestohlen wovdeu! Die junge Frau, die mir vttt Tränen deS Mitgefühls diese Kunde brachte, hatte alles, was sie an Geld aufbringen konnte, den unglücklichen Opfern eiligst hingetvagen und forderte nun stürmisch wertere Unterstützung. Sie hatte nicht geragt: „Me kommt es, baß eine kräftige, noch junge Frau, bei den heutigen Verhältnissen die kleine Mrtschast nicht allein besorgt?" Wie kommt es, daß nicht augenblicklich die Diebftahlsanzeige gemocht wurde?" Sie hatte sich auch keineswegs Kar gemacht, -daß die dreihundert Tarrsender, die chre Sammeltätigkeit beschaA hatte, ein lächerliches Nichts bedeuteten gegenüber dem Verkürst von Om paar Dutzend Hemden und Tischtüchern. Am liebsten hätte diese weichherzige Zufallsfürsorgerin' gesehen, daß man den Damen des Hauses jedes Ohrgehänge urw jedes Armband ersetzt hätte. Ich fürchte, sie hat mich sehr .hartherzig gesunden, als ich chr mitteilte, der Fall muffe zunächst sehr sovgfanr auf seine Tatsächlichkeit geprüft werden — der „gesamte Wäschvbestand" hätte sich sicherlich auf drei zerrissene Röcke und ein versengtes Leintuch vöduzvert —, sodann auf eine Umfovimmg der häuslichen Einteilung gedrungen» uck> erst dann konnten für die Familie die rwtwendigste» NeMnschafftmgen bei einem veMUichen Geschäftsmann besorgt und Ratenzahlungen erwirkt werden, bfe die Söhne aus ihrem Gehalt zu decken hatten. ÄS schien der jungen eifrigen Helfevrn so lächevlich wenig. Ond ist doch das Höchste und Wertvollste, was rnan Meschen " in Not bieten -kann: die Möglichkeit, sich selbst wieder emporzuarberten und «wmandsm Dank zu schulden. DaS bißchen Geld, das man heute immer wur geben form, ist weist teuer bezahlt mit seelischen. Werten, deren Bedeutung die nicht zu schätzen wissen, denen sie selbstverständlich sind. Gin anderes SM winde ich leidenschaftlich von einem „Wohltäter", der sich lnS Dunkel absokuit uuorchogvaphischer Anonymität.hüllte, gvmahnt, wich einer kranken jüdischen Witwe «mzunehnten und sehr strenge ausgefordert, sofort eine Sammlung emzuleiten, deren Ergebnis ober „ungesäumt" per Post emzuschiürm. Die Schilderrmg war zwar gvammatikalisch anzugveifen, sanft aber herzzerreißend. Trotzdem sammelte ich in meiner Ruchlosigkeit nicht sofort, sonder» suchte die Fvau zunächst ei-rMal auf, d. h. das „aust ist eine Uebertrechung, ich sucht« nur. Die Adresse war nämlich stflsch. Auch dem blinden, lähmen, und noch mit vier oder fünf ärgeren Gebrechen behafteten Greis «mß man nicht ohne wöfteves Geld geben.' Ich lernt« ihn als fröhlichen Tavokspieler in oinein „Tschechen!" kennen. Gin „Beamter", der rnt von M«m sontz durchaus vevlaßlichev Bekannten aufs ü. mitöm&t iwz2 Är . M2 wgvmste ornpfoylen war Mch hätte zwar einen tuberkulösen, ^phn Und eine tanbststHne . Achter. Aber'da'der erste -Fsesi^ VorigenHHHig war, das Mädchen aber bei Verwandten aUMvgen'Mwe, schien mir meine Mitwirkung entbchrlich. . 4 Schwieriger H, es ntztühlich has Richtige.^ twM,!Hßn Frauen bitten? D^er ünterstchringen. Sicherlich ist der Wcknfch bei M-gMMäUHen Verhältnissen nicht unbegreiflich. Andererseits fÜhrt..hiese Mrtschafiliche Entlastung ' zweifellos zu einet GntsreichKunißs-.zwiHen Mutter und Kind mtd «S ist, abgesehen von 'den seelischen Äwrten, die die Muster einbüßt, immer noch sehr fvLÄrch, dH. eS nicht auch vom wirtschaftlichen Standpunkt im Hinblick auf die Zukunft-besser ist, der Mütter die Sorge für. ihve Kinder, nicht -cchzunehmen. Das alles sind durchaus keine ÄuSnahmSMe, sie. stellen vielimehr tägliche. Vorkommnisse, eigentlich das Typische dar und jeder Fürsorger'kann sie zu Dutzenden erzählen. Der Zusallsfürsorger erledigt sie glatt: er gibt Geld. Von einer Kontrolle über die Verwendung des Geldes, von. einem Versuch, «nt. Hilfe der Summ« die Existenz neu anfzubauen, ©etdienstmoglichkeiten zu erschließen, die Lage der Familie dauernd zu bessern, ist keine Rede — der Zuhalfshelfer gibt. Und durch dieses .sinnwidrige, gedankenlose Heben, das Lüne Unterschiede nutz, keine höheren Ziele kennt, ÄS „feine Pflicht getan", d. h. Geld gespendet zu haben, ftißt sich die Wohltäter?! auf der einen, die Bettlergewohrchsiten auf der anderen Seite immer, tiefer ins Volk hinein. Diese Art der Obsorgebeweist,daß der Amateur den obersten Grundsatz aller echten Fürsorge nicht erfaßt hat: daß jede wahre Fürsorge Erziehungsarbeit, im besten und vornehmsten Sinne bedeutet. , % M. Sie sanitöre» Berhättniki^ -s PalSsttna. Auf Ansuchen der Zionisttschen Exekutive hat der bekannte Hygieniker Professor Rosenthal im September Palästtna besucht, um die Hadassah-Organisation zu inspizieren und darüber der Exekutive Bericht zu erstatten. Rpsenthal machte der Zionistischen Korrespondenz über seine Eindrücke, die folgenden Mitteilungen: Die Hadas sah, die mehr als 80 Äerzte und 500 Angestellte zählt, hat über das ganze Land ein Netz von sanitären Anstalten gezogen. Sie besitzt im Lande, fünf Spitäler (Jerusalem, Jaffa, Haifa, Liberias und Safed), zahlreiche Polikliniken, Arnbulatorien, bakteriologische rmd röntgonologische La^vatorien, Feldlazarette in den Kwuzoth, ärztliche Stationen in den Kolonien usw. Ihre Tätigkeit, erstreckt sich auch auf Schulhygiene, Säuglingssürsörge rifw., asio das ganze sonst dem Staate obliegende medizinische Gebiet. Im Laufe des vergangenen Jahves wurden allein in den Ambulatorien mehr als .400.060 Fälle behandelt, so daß auf jeden Juden gegen fünf Besuche kommen. Diese pw Kopf recht hohe Zahl ist zum Teil auf das noch ziemlich häufige Auftreten der Malaria zurückznführen, ebenso auf die noch nicht völlig eingetretene Akklimatisierung der neuen Ehaluzim und die über denr. Durchschnitt stehende Zahl, der . Verletzungen infolge.noch nicht genügender Anpassung an zum Teil ungewohnte Arbeiten, aber auch, wie übrigens selbstverständlich, auf die bekannte Vorliebe der Juden für ärztliche' Untersuchungen und Behandlungen. Die Anordnung der ärztlichen Stationen ist derart, daß jeder in nicht mehr als fünf - Minuten Zis höchstens einer ^Stunde ärztliche Hilfe erreichen kann. Die Spitäler sind recht modern eingerichtet, die Pflege gleicht dem besseren europäischen Durchschnitt. Hier bei der Pflege ließen sich, lvie ich gleich benverken will, vielleicht noch gewisse Ersparnisse erzielem Die Fürsorge der Haidassah wird, allgemein gesprochen, als-eine Art WohltDiigkeit ausgeübt. Die Hadassah beabsichtigte, das ganze Sanitätsweseu des Landes in ihrer Hand zu konzentrieren, jedoch läßt die Förderung 4mrch die RegkAmg etwas zu wünschen übrig. So-läßt diese, die separiert für sich arbeitet, AiraWn in chren eigenen. Äcrbovatorren Herstellen, Mvohl deren Einrichtung eine viel prinritivere ist.äP tzie'der Hadassch.^chovatorie».^ . ' Die schwerste aber schönste Aufgabe der Hadassah war die Malariabekämpfung. Aber gerade diese ist es, der jetz-7 die größten Gefahren drohen. Bekanntlich HM. die Zionistische Organisation der Hadassah für dasVlanfende Iaht eine um 20.000 Pftmd geringere Subvention als bisher bewilligt. Auf Grund von Reformen ließen sich entsprechende Ersparnisse erzielen, so daß. die Hadassah auch so durchkommen könnte.. Ab«r auch das Joint Distribution Contmittee hat der Hadasstch seine Snöventio» 'von 30.000 Pfund entzogen. Wenn nun a-uch Einschränkungen vnoglich wären, so doch wohl nicht, in diesern Maße. %S. Joint Distribution Commtttee hat statt der Subvention an die Hadassah nunmehr der Re.gie.rung'eine gewisse Summe für. die Bekämpfung der Malaria zur BerstiM-g gestellt diese. Summe jedoch nur für . zwei Jahve bewilligt. Die Malaviaibekampfung bedarf natürlich eines viÄ längeren Zeitraunles, so daß bezüglich dieser Unterstützung des Jcünt nur von -einer Episode in der BekämWng '.der Malaria gesprochen werden kann. Dadurch, haß infolgedessen die Mckläriabekampfung der Hadassah entzögen wird, wiiÄ» LÄvirkt, daß die auf lange Dauer berechnete und bereits güt furcktiöniittsnde Organisation der HÄrass-ah ' für . Mcklarabekämpfung' zerstört wird. Mit- Rücksicht auf diesen Entzug der Joint-Subvention umtz leider die Lage der Hadassah als recht traurig bezeichnet werden, aber, was ganz besonders charaktevsstisch ist, auch die Hadassah ist, wie übrigens alle in Palästina, ttvtzdem sehr otzttmWch,, Bon der sMritäven Fürsorge ist besonders interessant die nerrorgaiüsierje Sängliug..'- f ü r so r g.e in Jerrlfalem. Die Schwestern msPiFieven^die einzMen Häuser» um ngchWsrhen, ob . die Pflege der Kinder den modizints^en AnsordestmgeN entspricht. Diese Säuglingsfüesorge hat/in der Altstadt in Jerüsalein geradezu ^acevolutionär gewirkt. Die Frauen,-die früher für Ht)giene nicht den geringsten Sinn^ hatten begrnven sich für die n««sten Forschungen aus dem Gebiete >dör Kinderpflege z>t interessieten^-ja'stL wieget sogar ihre Kinder, bekanntlich ettvas, das bei zahlreichen fröm men Juden in Europa noch .immer vechöni ist. Die Borträg, über Kinderfürsorge werden in Hebräische Jüdjsch und Arabiscl gehalten. Hier will ich noch bemerke», daß der innere Betckeh der' Hadassah hebräisch ist. Me Kvankheitsgeschichten (Apam, nesen) sind hebräisch, alle Schwestern sprechen hebräisch, ebenst die Aerzse, wenn auch, manchmal noch nicht ganz geläufig, abe, sie lernen es, ebenso sind alle Berichte hebräisch abgefaßt. Was die allgemeinen sanitären Verhältnisse im Lande de« trifft, so kam im Laufe dieses Jahres neben der nicht mehr als sonst grassierenden Malaria noch ein weiteres Fieber, dar Papp ata ci-Fiebe r, besonders in . der Gegend von Haifa" und Liberias vor. Entgegen den zahlreich verbreiteten Gerüchten gab es im Lande keine Eholerafälle. Im TÄ-Mvidg wurden vereinzelte Fälle von Bubonenpest konstatiett, wobei jÄoch die Mortalität äußerst gering war, so daß ßis auf die Schutzmaßnahmen die 5krankheit sich nicht sehr bemerkba, machte Bei den. Arabern, wurden keine Fälle der Bubonen' Pest festgestellt, was darauf zurückzuführen ist, daß Sterbefäll« fast nicht vorkamen und die medizinische Aussicht, respektive BÄhandlung bei den. Arabern stark im Rückstand ist, so daß die sicherlich vovgekoMmeneü Falle nicht zur allgemeinen Kenntnis gelangten. Dieses Vorkommen der Bubonenpest versuchten nun manche Araber für ihre Agitation <auszu>beuten, indem sie behaupteten, die jüdischen Jmmigrant-en -hätten ine Pest eingeschleppt. In Wirklichkeit wird die Pest jedoch durch Ratten infiziert, so daß man in gewisser Beziehung die Sanitätsbrhörden in Aegypten «itb Palästina für taft Emschleppen der Krankheit verantwortlich machen kann. Bezüglich -des Trachoms hat die von der Hadassah auSgeübte Schulhygiene recht günstige Resultate gezeitigt. Was ' die Geschlechtskrankheiten betrifft, so waren diese beLarmflich früher in Palästtna fast ganz unbekannt. Es soll nun ganz Hesonders betont werden, daß auch bei den Neuangekommenen Gcschlechtsrcankhviten nur ganz vereinzelt Vorkommen. ES zeigt dies, daß entgegen den vielfach echöbenen Rekriminattonm über unsittliches Verhalte« der Chaluzim, ganz besonders haS freie, ungezügelte Leben in den Kwuzoth, denn doch ihr Leben als sittlich vollkommen tadellos und rein gat gelten hat. Was meinen allgemeinen Eindruck Ms Palästina betrifft, so ist er um: ein erfreulicher. Die Opfer-Willigkeit mtd der Opfermut der Chaluzim sind unbeschreiblich, so groß, daß ich/beinahe für die Zukunft ängstlich bin, denn das kann kein! Zustand von langer Dauer sein. Ein AufbM Palästinas.aus sich selbst heraus, ist wohl noch nicht möglich. Noch für. recht lange, Zeit wird Hilfe von draußen, vor allem an Kapital,, nötig sein. Ganz erfreulich ist eS, daß trotz dieser Abhängigkeit von draußen alle Palästinenser durchaus optimisttsch sind. Sie verzagen keinen Augenblick, sie warten mir. Sie verlangen durchaus einen ungestörten Zuflüß von neueir Leuten, am liebsten natürlich von kapitalkräftigen. Die Kwuzoth sind, was, die Ordnung der inneren Verhältnisse -betrifft, durchaus verschieden. Eine jede Kwuzah ist stylz auf ihre Eigenart und glaubt, die einzig richtige Lösung einer. weltbewegenden Frage gestruden zu haben. Ganz besonders bemerkenswert ist der Wille zum Ehaluzmth. Die Kinder auch reicher Eltern träumen davon, nach Vollendung ihrer MttÄschulstudien, statt die Universität zu besuchen, Chaluzim zu weiden. Die alten traurigen Ersahvuntzen mit den Kindern d«r Kolonisten, deren größtes Ideal es war, die Bamrnscholle verlassen zu können und die Universität zu -besuchen, scheinen einer vergangenen Epoche an- - zugchvren. Die Arbeit für die Allgemeinheit wird als Ehr» betrachtet. So findet nmn in den Spitälern Student! it n c n, ia Graduierte, die als Köchinnen, Wäscheriunvn, Näherinnen ustv. tätig sind. Ich will noch beineröen, schloß Professor Rosenthal, seine interessanten Ausführungen, daß die Reise, obzwar ich sie im September, also k der ärgsten Zeit unternommen habe, herrlich war. Ich habe die ganze Fahrt im Lande, bis 2000 Kilometer, im Auto zuruckgslegt. Die Chausseen sind prachtvoll und der Autoverkehr über alles Erwarten rege. DaS Land ist in rvger Entwicklung -betzriffen. Bei genügendem Zustrom an Leuten und darf uns «M;die Zukunft Palästinas nicht bange sein." Sine Mische Trauung in einer katholischen Kirche. Stern „Mutt es Jövö" errtnchnren wir fclgenbe; iw« ve>Mschte Budapester Geschichte: Es wär m Thcresien« jtäbt r Kirche, wo ein neugebackenes Christenpaar getraut wurde. Sie hatten nnmittekbar vor der Trauung die Schuss genommien, damit sie in der Matrikel schon als ChristM figurieren rmd ihr^ kommender Nachwuchs bereits in '&*' u-fiten Glauben hmeing-estovcn westde. Es ist ein Sativ» spiel des Zufalls, daß das Brautpaar zu ^nen Typen ze» Hort von welchen die Anekdote erzählt, daß sie wenn ste vor Gericht über ihre Konfession befragt werden, autwt-rien: „Und wenn Sie zerspringen, bm ich' dennoch römisch-katholisch." Vom fÄben Typus wacen auch bic H'chTeitsgäste. Alle trugen auf ihrem Gesicht jenen gewissen Stempel, den sie mtt dem Taufwasier so gerne ab- Iva scheu möchten. Viele unter ihnen wrrcn Air kein? fe; neLaten, ja, mancher vertrat nicht nur föintn eigeneUj Tyins, sondern sogar die KultüsZi'merlld«:, womit nicht! gesagt werden soll, daß die ganze Prster Ku.taLgenreind.' in Tyewstenstädter Kirche vertreten war. sondern daß der Bt/refftNde das Ehrenamt eines EertreterS und Vor«! standSmitgliedeS der Kultusgemeinde bekleidet. Die Hoch-! zeitSgLseltschaft. war in Auws gekommen ünd fühlte Sch in! der Kirche^ jchonM heiwssch, als ob sie sich im Tabaftenrpel^ Münde.^^ TterNöiWvechend nahmen sie auch - die „Misrächsitze"' ein, wir eS einem guten, vornehmen Zstvden gezienii.! Der Wahrheit die Ehre: der katholische Geistliche versah jeme guuttion mtt gewissem MW« Mid KÄ Wch nicht