Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1340 (3.11.1922)
- Date
- 1922-11-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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P» 'TX-r V Geit? 6 Wien, Freitag Wiener Morgenzertmrg. 3. November 1922 Nr. 1340 * Die Nor-Aol-Vnnlr» Gm. höchsten Norden Kanadas, 5ßO Kilometer von der letzten Eiienbcilmftation entfernt, befindet sich die nördlichste Dank der Welt. Das Geschäft, das bet Fort Smith am Mackenzlesiuk Gelegen . ist. ist manchmal Tag und Nacht im Betrieb. Das Personal besteht aus dem Manager und weiter niemand. Bankfriertage sind unbekannt. Der Inhaber dieser arktischen Bank bat ununterbrochen zu tun, um den Bedarf der Eingeborenen an Papiergeld zu befriedigen. Denn die Indianer lehnen es ad, Geldscheine anzunehmen, die aus höhere Betröge ate einen Dollar lauten. Die Banknoteck tragen den Stempel der ..Rorlh West Lerritories" und müfjen jede ein'etn von dem Manager unterzeichnet werden. Infolgedessen glauben die Lin» gsdorenen, daß der Manage«: selbst das Geld fabriziert und die Sciltts des Ertrages dieser Arbeit von der dankbaren Regierung erhält. Die Verbindung zwichsn der Bank und der Umwelt wird durch Kundeschlitten ausrecht ereilen. die für den Weg nach der nächsten Anfiedlung und zurüc' -0 Tage brauchen. * Die Stratzenbahnfarrpreise. Die vor einiger Zeit im Rathause ventilierte Frage cvner Herabsetzung der Stroh enbahnsabr preis« Im Zusammenhang mit dem Mills Oktober?>reci>neten negativen Index scheint nicht unmittelbar vor d»r Entscheidung zu stehen, wenn auch der Index non Minus 8°/o sich m Versonalbudget der Straßenbahn geltend macht. Die Sirahenbahndireltlon hat zwar vor einiger Zeit von der Gemeindeverwaltung den Auftrag erhalten, Berechnungen über eine Kerabletzung der Fahrprelle anzustellen. Vorschläge für eine solche Maßnahme sind bis jetzt jedoch nicht erstattet woidtn. Es scheint, daß die Frage der Kerabiehung des Slratzrridatmtarsses aus technischen Gründen und mit Rücksicht auf die Unsicherheit der Milte November ieslzustrUenden neuen Indexziffer nicht vor Mitte dieses Monats entschieden werden wird. * Ei» Druckfehler. Das Landesgefetzdlatt für das Burgen» wnd, sechstes Stück, enthält das Gesetz vom 11. Oktober iö22 betreffend die Einhedung der Londesumlagen für das Jahr 1322. Der Z 5 dieser Veröffentlichung enthält einen Druckfehler. Es soll richtig hsll-en: D'e Einzahlung der Landesumlaoen hat in österreichischer Währung zum Umrechnungskurs eine Krone ungarischer Währung gleich zwanzig Kronen österreichischer Währung zu erfolgen. * Winterkleider für SchnMinder. Die Wiener Kinderärzte haben kürzlich an die DwMervng die Bille gerichtet, sich an einer Aktion zur Beschaffung von Winterkleidern'und Schuhen Kr Schulkinder zu beteiligen. Dieser Ausruf besinnt bereits lerne Wirkung ß üitti. Seit zwei Tagen laufen im Bureau der Kilfsatzsivn m iiadtsschen Jugendamt Kleider» und Geldspenden ein. Die düagistratsabteilung 7 (Städtisches Jugendamt, Wien,I., Ra!» trausskatze 9, IIT. Stock, Zimmer 3. nimmt namens -er Kilfsaktwn Winterkleider für Schulkinder, Geld- und Sachspenden entgegen und stellt über Verlangen auch Erlagscheine zur Verfügung. Geldspenden können auch direkt auf das Postsparkassen» Konto Nr. 39.395 überwiest n werden, wobei auf dem Erlagschein» abfcbnilt der Zweck der Spende ausdrücklich unter dem Kennwort «Winterkleiderakiion' zu vermerken ist. * Derkehrseinfchränknnge» in Angarn. Die ungarischen Staatsbahnen werden vortüufig für die Zert von acht Tagen wegen Kohtenmangels starke Verkehrremschränkungen vornehmem Auf den Haupttinien soll täglich nur ein Ichg verkehren. Auf der Linie Budapest—Bruck—Wien entfallen 2 Züge täglich. Auch die Einreisebewilligungen sollen strenger gehcmdhabi werden. * Wetterbericht. Das Wetter war in ganz Oesterreich trüb. Im Westen regnete es. Die Temperaturen überschritten 5 Grad. In ganz Europa herrschen Westwinde. In der Nordsee hat sich ein Zyklon ousgebildrt mit schweren Stürmen. Voraussage: Vorwiegend trübe, mit Neigung zu leichtem Regen, Lemperätur wenig verändert, westliche Wmbe. Roland-Bühne (Freie ]üd. Volksbühne) Ensemble-Gastspiel der WILNAER TRUPPE Heute Freitag den 3. November 1922, 7 Uhr abends (Zwischen zwei Welten) 9822 DER DYBUK Dramatische Legende ln 3 Akten von Sch. An—skl geiahren und deren Verhütung im Bauwesen. 7t8 Uhr (KursfaaN: ys8 Uhr (Kursfaat): Dr. Otto Wettstein: Dar Leben ber Vögel. I. M Mr sKluhsaal): Prof. Dr.. Gertrud K er zog: Die Religion der Griechen, 11. 7 Uhr (Mikro» skopier'aal): Dir. Dr. Ludwig A r n h a r t: Präpariemng des Bienenkörpers, IV. Zweig st etlrWieden, IV., M i t t e r st e i g 15. 3 Uhr: Schülervortrag: Das Kahlengebirge. Wie die Mein» trovden wachten. Unser Prater >m Kerbst. l/,6 Uhr: In den Felswänden Tirols. 8 Uhr: Aus der Glanzzeit der heiteren Wiener Mustk. Die in den nachfolgenden Rubriken mit a bezeichnet«» Notizen und Artikel find entgeltliche Ankündigungen <8 28 des Pretzgefetzes). Beredte. BorttSge und Bersmnmümgen. R e i ch s s chuhbund der L a n d e t 5 o e r* freier Oesterreichs. Trefftag am Samstag um V,3 Uhr nachmittags in der Handelskammer. I., Stubenring 8. Vortrag Dr. M. Reitz über Mängel im Kandelsvertretergewerbe und Rechtsschutz. Gäste willkommen. — World Univers i t y. I., Mölkerbastei iO. Leute, 5 Utzr abends, im Körfaale der Universitäts-Kinderklinik. IX.. Lazareltgaffe 14. Vorführung des Filmwerkes : .Die Welt als Organismus.* — Tvynbeehalte. XX., Denisgosse 33. Samstag den 4. d., 7 Uhr abends. Konzert. Klaviervirtuosin: Fräulein Nelly Friedlnndsr: Biolinvorträge: Ksir Dr. Perez; Gesangsvvrtrag: Fräulein Soldschmidt. Sonntag den 6. d., 4 Uhr nachmittags, Vortrag!)s» Kerrn Direktor Kühner: .Der erste Schritt vom Weg." — Bukowinoer Zentratoerband. Wien, Ilf., Marxergaffe 2. Sonntag den 5. ab 8 Uhr vormittags. Ver» dandsdiskuffton im EafS Prükl, I.. Stubenring 24 (Ecke Woll» zei-e), Eouterraintokal. — Vertreters chast -er Wiener Esperantovereine (Deiegitaro). Samstag de» 4. -. um 6 Uhr abends, VIII., Bez., Kamerling» platz 5 (Neue Wiener Landelsakademie). öffentliche, frei zugängliche S'tzung. Tagesordnung: 1. Organifationsfragen der Efperantistenfchast Orsterreickr: 2. Vordereitungsardeiten für den XVI. Esperanto-Weltkongretz in Wien; 5. Zamenhof-Feier. Oesterreichisches Museum. Sonntag den 5. d.. pünktlich VA1 Uhr: Führung durch die Sammlungen .Plastik der Gvsik". Brrsammlung: l.. Stubenring 5 (Säulen» Hof). Die Sammlungen, sowie die Ausstellung von Gläsern sind cm diesem Tage von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Eintritt 200 K. Bibliothek und Lesesäle von 9 dis l Uhr bei freiem Eintritt. Technisches Museum. Morgen. 3 Uhr nachmittags, Flikrungsvortrag: Dr. O. Bryk: Alchemie." Sonntag den 5. i}^ 10 Uhr vormittags, im Großen Körsaal Lichibilde,» vortrag: Dr. Ingenieur R. Püringer: „Großtaten österreichischer Chemiker." E 1 r ktrv te ch nii ch er In jti l u t. Um V,5 Ahr nachmittags findet im Elektrotechnischen Äisilitut. Köllaal III, IV., Gußhausstraße 25, ein Vortrag von Professor Dr. Willibald Winkler.- „Die Untersuchung der Milch und die Erkennung von Verfälschungen" (mit Uebungen) für die Wiener Lehrerschaft statt. OttokringerVolkrheim. XVI.. Koflerpark 7. Univ.-Pros. Dr. Max Adler beginnt heute, 8 Uhr abend-, tm Großen Saale den Kurs; Geschichte des Sozialismus. L r v p o! d st L - t e r V o l k s h r i m, II., Zirkur» gaffe 48. 7 Uhr: Dr. Felix Klezl: Allgemeine Staalrlehre mit Uebungen. , 6 in m c r i n g t r- Volk « heim, XL, tzottschalk» gasse 21. Wegen dienstlicher Verhinderung entfällt heute der K'irs des Umv.»Prof. Dr. Anton Lampa über: Naturkräfte und Naturgesetze. 8 Uhr: Hochschulprofessor Dr. Alfred Lechner: Grundlehren der Mechanik «!s Einführu», in die Lehre vom Maschinenbau. Urania. Keule, 5 Uhr (Großer Saa!)r Shackletans Südvol»«peditlon. %6 Uhr (Kleiner Saal) : UniEof. Kof» rat Dr. Hans T t e h r: Die französische Kunst von Ludwig XI V. hJ* Zuoww de» XVI, I. Vi« Uhr (Kurrfanl): Bibliothekar Dr. Ruovlf A m e s e b e t: Künstlerische Eigenart, H. '/,6 Uhr <^0: Ferdinand Matra s : Sprechkurs. Vix. »/,8 Uhr (©roner -Laal): Erstes Konzert des Akademischen Orchester» uerewrs. */2ö■ Uljr (Kleiner Saal): Die Lebensgefahren des “M.ViUntalls» Re SÄeusmr Rindfleisch uttd Schmalz billiger. .Das große Angebot an RinLflellch hat wieder: zu einer Preisherabsetzung'geführt. Auf dein Naschmarkt und in der Grotzmarkrhalle wurde Rindfleisch um rund, 2000 K., bei einzelnen Ständen auch um mehr als 2000 K. billiger abgegeben. Die gleiche Preisreduktion trat. für Schweineschmalz ein. Auch Kalbfleisch wurde teilweise billiger, und zwar um 1000 K. pro Kilogramml Die gestrigen Fleischzufuhren waren überall' sehr grotz und überstiegen in der Großmarkthalle allein 150.000 Krlogramnt. Die Rindfleischpreise werden voraussichtlich zum Wochenende eine weitevr Herabsetzung erfahren. Die Gemüsezufuhren sielen reichlich aus, ohne daß dies aus die Preise einen Druck ausztrübeft vermochte. Sehr schöner holländischer. Karfiol, der relativ billig ist, wurde viel gekauft. Aus der Tschecho-Slowakei und mus Holland waren bedeutende Mengen Kraut, Kohl und Kartoffeln angekommen. Die Hans- 'frauen haben jetzt Gelegenheit, haltbare Biktualie'n für den Wiirtervorrat zu kaufen rrnd sie machen hiervon trotz der wenig günstigen Preislage ziemlich reichlichen Gebrauch. Die Märkte sind ferner mit Achseln, Birneli. Nüssen, auch mit Rosinen, Fergen und Mandeln gut beschickt. Die Nachfrage danach ist lebhaft. Geflügel wird sehr wenig beachtet, mehr dagegen Wildbret. Hafen wurden heute um 50.000 bis 70.000 K. pro Stück, Rehfleisch um 18.000-bis '861000'K. pro Kilogramm abgesetzt. Seefische um 10.000 bis 16.000 K., Weißfische um 10.000 bis 12.000 K. und Karpfen zu 18.000 bis 28.000 K. pro Mo» gramm wurden sehr begchrt. Mhne und Kunst. Ser Mser und der Architekt. Ein neues Werk Urtel Birnbaums. Still und nnberrrt, mit.Umgchung der üblichen Aufmachung durch Reklame, vollzieht sich der Weg UvieL Birn» banms. Wer sich die'Mühe genonunen hat, , den Entwicklungsgang dü'scs.Malers, und Dichters zu.verfolgen, stcht erstaunt vor drr geradezu mathematisch sich entfaltenden Gesetzmäßigkeit in seinem Schaffen. Denn als gesetzmäßig müssen wir jene KtmfL anspvechen, die, im iunigften Zusammenhang mit den Geschchmssen' der Zeit, stets durchleuchtet erscheint von einer einzigen stbervagenden Idee,'in diesem Falle von der Idee'des Ewiger^ von Gott. Nachdem Birnbarun in seinr^ letzten großen Ausstellung und , in seinem Svnettenbuch „In Gottes Krieg" jene.®r» -geb'.tisse feines Schafens vor,, die OeffeuÄlichheit' gebrächt hat, in denen er sich mit dem gewaltigen Ersignis des Wettkrvoges ausemandersetzt, ist jetzt für ihn die Zeit gekommen, sich mit der größten Nachkrregsevschem-nng eusein-ändetKusetzen, mit der Revolution^ Mein es wäre falsch, arMnehmen, daß seine Kunst aus pEischen Gründen erwachsen sei und einen tendenziösen Charakter habe. Gerade das ist an den Schöpfungen Npiel Birnbaums wunderbar, daß sie, obwohl der blühenden, schwnkenlofen Phantasie eines DichtennalerS entfprossen, dennoch stets irgendwie organisch mit der Zeir, tzechnNden bleiben Md sich'letztlich ethisch,' d. h. tvenn in die Tat des Alltags mngesetzt, Politisch auswirken müssen. Für diese Wesensart Birnbaums zeugen die Mütter ,Mr Kaiser und der Architekt". Den Kern dieser zyklischen Folge voy fünfzig Blättern farbiger Tuschzeichmmgen biöd-et eigentlich »eine Reihe phantastischer StadtÄmsichten. Die märchenhafte Grundlage dieser rein phantastischen Zeichnungen aber, die sich auch im Titel des Zyklus ansfpricht und den epischen Rahmen dieser Blätter ansmacht, ist wieder — wie immer — ein ethisches Motiv. Der „Kaiser" beauftragt, nachdean Hm iw Dvcmm die Bision der „himmlischen Stadt" geworden^ ist, den „Architekten" mrt deren' Errichtung. Der Architekt zeigt ihm feine Pläne und schreitet zum Pay. Allein das vollendete - Werk' entspricht nicht, den. Vorstellungen der Kaisers, und er läßt,.die fertigen Werke an seinem wunderbaren TvawmlbM messend, nie befriedigt, eine Zweite und dritte und dann Stadt um Stadt in schirr endloser Folge erbauen. Und so ziehen an unseren Augen in bunten: Durchemander die prachtvollsten Städte vorüber, in deren jeder das Wesen ainer bestimmten Erschoinung wersinnb'Micht wird. So gießen beispielsweise Blätter» wie die»BrückenstM" oder wiedi e „Uimnauerte Stadt", die Ideen, die eigentlich abstrakten BegZiffeivon Brücke oder Mauer in eine wunderbarlendgüNg . MWrierÄ?-FgiM. Ln de^Mldcruezck^ Ll'berMn".'^Mslinüe.iM" Stadt wird uns das Wesen der Metalle, in „weißen", „blauen' „roten" und noch vielen farbigen Städten das innerste Wese,! dieser Farben vor Augen gebracht. Und immer märchenhasteu immer kolossalere Städte gestalten sich vor uns; eim „Ml ferne", eine „perlmutterne", eine „beloüchtete" Stadt, ei,»I „Kleinodien"-, „Kaleidoskop"-, „Porzellan"-, „Säulen"-, „Tn s mssen"-, „Basaltstadt". In keiner aber findet der Kaiser die Erfüllung setm! | Traumes und er erkennt, daß sein Wollen sündig, daß es \ nutzlos sei, auf Erden die „himmlische Stadt" evbamn wollen. Der Architekt aber, das Genie, der Heide, wagt in einen! letzten Werk, einem-gewaltigen Anftrivmpfen selbstherrlicheI Menschentums, dem „Städteturm" (.einem neuen Duvme bot Balbel), doch noch, den Himmel stürmend,, der Himmlische Stadt" seine irdische als gleichwertig entgegenzustellen. Da zci. ] bricht sein schon vollendeter Riesenbau und dor Architekt unter. Der Kaiser aber, der Demütige, der Gläubige, bleibi! leben, im Gebet versunken vor -dem-Anblick der -ihm wieder cr< ] scheinenden „himmlischen Stadt". Der große Hintergrund dieses Werkes ckber wird flat, wenn an Stelle des Wortes „Stadt" das Wort „Staat" gejefei | wird. Denn kein Mensch, und sei er der größte, sei er der Ar. chitMen-erhabenster, verinag es und darf es -wagen, einen Staa: verstandesinäßig zu erbauen, den Staat zn konstruieren; <uh I dor historischen, organischen EnttviMmg evst entsteht der wahrt Staat, der Gottesstaat, die — .Himmlische Stadt". Etwas Negatives, die Verurteilung zu hohen Menschen^ stvobens, ist -der Inhalt dieser Blätter, und nur im letzten der. selben, dom betenden Kaiser, wird dem Beschauer des Merkes verborgener, positiver Hinweis ans das eigentlich Nötige: Dc> ncut, Bescheidung, Selbstzucht. Und hier, diese positive Richtung lveiter verfolgend, fett J der neueste Zyklus Uriöl Birnbaums an, der noch -in Arbeit befiMiche „Moses", in vierzig Blättern die größte Tat dcr > Geschichte darstellend, die Erziehung eines ganzen Volkes;ü dem, was der „Kaiser" als Emzelmensch für das eigentlich Nötige erkannte: Zu Demut, Bescheidung, Selbstzucht. Zeigt der fertig vorliegende Zyklus „Der Kaiser und bcrl Architekt" toic jedes hochmütige Bessevmachenwollen zusatninc»- brechen muß, so zeigt der erst entstehende Zyklus „Moses" den Sieg der de-mütigen Unterwerfung unter die von Gott g«. gobonen Gesetze der Welt — setzt also logisch den ersten fori, ein neuer Beweis für die organische Woiterrntwickluing in Birnbaums Schassen. Der technisch meisterhaften Durchfühmng dieser Zeichnungen, ihrer Fabbenfülle und Favbenfvvudigkeit bei strengstcr künstlerischer Selbstzucht wollen wir hier nicht gerecht zu werden versuchen. Die neuen Werke Urvel Birnbaums wovden aus einer demnächst stattfindenden großen AnsstMmg zu scheu sein, auf die hier hingewiesen sei. Seb nat Am Len Theatern. Zm D u.r g I b e d t e r gelangt morgen und Monta» zu erhöhten Preisen dar Schauspiel „Anna K a r e n i n a" nach Tolstoi von Edmvnd Gutraud zur Aufführung. Die letzt, Aufführung fand am U. Februar 1921 statt. Anfang 7 Uhr. - Dienstag den 7. November geht die Komödie „$ erArzt am Scheideweg" von Bernard Shaw, deutsch von SiegsrieS Tredttsch, in Szene. Anfang 7 Uhr. Im AK ademietheater wird morgen und Man' tag Molnar» Spiel „D e r S ch w a n" aufgefühn. Beide Vorstellungen beginnen um 7 Uhr. Lm Rrdvuteniaal der Ko f b u r g finden die von Max Reinhardt veranstalteten Echauspietoorstellungen nur mehr bis zum 13. November und nur an jenen Tagen statt, an denen die Oper den Saal für ihre Aufführungen nicht benötigt. Sonntag findet die erfte Nachmittagsvorstellung um V>3 Ahr („S ch ö n e Fra u e n"i zu halben Preisen statt. 3n der Neuen Wiener B ü h n r geht heute und die folgenden Tage, 7 Uhr abend«, «Mein Freund Teddy" mit Arnold Korff, Sonntag. 3 Uhr nachmittags. „Die spanische Fliegein Szene. Zn den K a m m e r sp i e l«n wird heute-und Ü* folgenden Tage, 7 Ahr abends, r6 i m f o n" mit Ferdinand Bonn. 10 Adr abends „Abenteuer in Marokko". Sonntag, 3 Uhr nachmittag«, ,Dis beiden Lerre« der gnädigen Frau", aufgeführt. In der Renatssaneebühne findet morgen clr Vorfeier von Kermann Dahrs 60. Geburtstage die Premiere von Bayrs Wiener Komödie ..Der Star" statt. Die Doll« der Lona spielt Maria Fein, die Dolle des Dr. Rohr Herr Korl Forest. Die übrigen Rollen find w'e folgt besetzt: Wiefinger - Rudolf Aicher; Martha — Cornelia Wildt; Gerly Danzer- Rote Pauly: Gras Blowih — Otto Sonsvni, Änoia — to Moser; Mtgidak — Franz Kammauf; Frl. Zipser — Charlotte Fraederich: Flora Denk — Anny Lao.: Franz — Jens Friedrich. Regie Karl Forest. Da» Stück bleib» auch an den fotgendrii Tagen auf dem Spielplan. — Sonntag, 3 Uhr nachmittags, roü* „Der Bar", r st e Warnun g", i n Ä e i r a t s* antrag' gegeben. Im Neuen Wiener Stadttheater find«! Dienstag die Uraufführung der mufikali'chen Komödie „Dir Siegerin". Musik von Pei«r I. Tfchaikowsky. statt. Dir vorgemerkten'Logen und Sitze müssen bis spätesten« Sonntag de« hoben werden, da sie sonst mit den wenigen noch restliche» Plätzen zum Verkaufe gelangen. < ImLustspieltheater beginnt die heutig» Wiederaufführung der erfolgreichen Operette »Da« S p e r r s e ch s e r l“ um 7 Uhr. In den Kanpirollen sind befchästigt die Damen W>zz> Zwerenz o. G., Else' Olbrich, Mimmi Schrammet, die ßemu Willi Bauer a. G.» Dir.' Paul Olmühl, Rudolf Schönwielc, Brumio Eeuberlh, Oskar Oldingen. Regie Dir. Olmühl, musikalische Leiiung. Fritz Theimer. Francis 8. Aranyt ist von seiner großen schwedilO' Tournee zurückgekehrt und begibt sich'nun nach-U'vgaui ii>d Aumänirn, um seinen dorligen Konzertverpflicdiunoeu nachz»- kommen. a ■ Eine Vorstellung — bo< dem „Eisernen". Daß ma Theateraufführung^bet geschlossenem eisernen Vorhang vor si« Mt, dürfte zur Seltenheit gehören, ^m Leipziger städtischeu Schauspiel wollte ^der „Eiserne" nicht -m die Höhe gehen und die Szene von Shaws „Cäsar -und Kleopatra" frergeben. Die neue Maschinerie , streikte. Man reparierte über eine Stunde an ihr herum — vergebens. Um den angebrochenen Abend incht.ganz verloren zu geben, trat Direktor Kronacher entschlossen' vor die harlnäckige eiserne Gardine und verkündete, juck -diiL RaM1luua..!dLlL_MiLumi." . iroL de»