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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-01 · Heft 1338 (1.11.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1338 (1.11.1922)
Date
1922-11-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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«M, Mmvmy Prager imb" Belgrader Kabinett xürßervvdentlich in Anftnmch nehmen Muß. > Die tschecho-slstvakische Politik ist damit in eine heikle Position geraten. Sie ist nwglichevweift gezwungen, zur aktiven Bestätigung des Bundes mit Jugoslawien zu schreiten. Ihre Lage ist sorgenvoll.. Sieverfügt nicht über eine geschlossene Volksvertretung, . HM 'mit P ölen die Iaworr»U-Frage nicht beveinBiMdigrenzt v» -aS von wirtschaftlichen Eruptionen bedrohte Deutschland. Die tschecho-siowakische Staatlichkeit hat bittere Feinde im eigenen Land und sonst nur Gegner oKrr laue Freunde. Diese tieft» Probleme konnte die Äatiönalversammlung nicht besprechen. Wenn sie am 7. Noveucher wieder zusamnrentrrtt, wiÄ» sie vielleicht eine der bedArtsaMsten Sessionen beginnen. M jugoslawisch-tschecho-slowaMchtt -ymitee. Pk«gi 31. Oltober. (L^chechoPowiik^Her Pretzbureau.)! Heute wurde hier ein interpaÄametttarisches jugoslawischtschecho-siowaklschrs Komitee koifftituiett. Das Komitee har die Ausgabe, politische, wrrtschaftllche und kulturelle FM- Kn durchzuberaten, die beide Parbrttrente betreffen. Die definttwe Konstituierung des Komitees erfolgt nach den Beratungen in den einzelnen Klubs. In allerkürzester Zeit! wird las gemeinsame Komitee in Belgrad, zusammentreten,! «m Aer das gesamte Programm schlüssig zu werden. Am ' Schluß der Heutigen Sitzung gäb der Vorsitzende Lukenich die Einladung der tschecho-skowakischett Nationalversammlung nach Belgrad bekannt, deren EintvWn für den Monat Mai ariberimrnt wurde. Prag^ 31.. Oktober. (Lschecho-sloloaktsches Preßwrreau ) Die jugoslawischen Gaste sind heute' abends abzerersi. . ';V Rationale WmmneoWße in Lkop-an. Prag, 3t. Okwber. Wie die Brürrner „stidpve Nodiny" «ms Lroppau melden,-wollte das Grenzbataillon in Freudenthal am 27. d. anläßlich des Nationalfeiertags eine Feier vevanstalten, die jedoch deutsche rfeits durch Erttstellüng des' Dienstes ritt Elektrizitätswerk rmmöglich gemacht worden sei. Da sich, am nächsten Tag der Fall wiederholt habe, seren die darüber erbitterten Soldaten vor dä8 Kaiser Josef-Denkmal gezogen urrd hatten es vom Sockel herabgerissen. Zwischen herMeilenden Deutschen und den Soldaten sei es zu einem Zusammenstoß gekommen, wobei ein Deutscher getötet worden sei. HorchysSefiA Budapest, 81. Oktober. Der Fiuanzsenat beschäftigte sich in ferner gestrigen Sitzung auf Grund des Berichtes des Fttranzministers mit der Lage des Staatshaushaltes und stellte fest, daß die Ausgaben -^Staates seit Besinn des FinavzjaheeS im Juli die Emnahmenmn 5L Milliatden überschritten haben. . . : Zrn Dechrng der Mheritzm BudgetabgaUtze wird die Roienpresse in. Anspruch Kypm«M .wch.5, MMavde» nene''NöM'EWt' Wttden.''' c MLEMdMl'-. * * a Mm.-mß WWWMA SemplSdev» sammlung der Hauptstadt wurde' der Antrag einer- Geineindebertreterr, Kemal Pasch« ««Wich seiner Erfolge zu begrüßen und HM aus öffmMche« und freiwAigett Beitragen einen Ehren s ü b e l zu spenden, mit Begerstiru-ng aufgenmrwren. Sie Bchvewegm» tt SstmWea. Die Fordeiungen der Mrakner. Lemberg, 31. Oktober. (Tschecho-slowakischeS Preß- ^nceau.) Das unabhängige_ukrainijche Wahlkowitee fordert in Maueranschlägen die ukrainische Bevölkerung von Lemberg und Ostgalizien zur Teilnahme'.«» den Wahle» und zur Abftrmmung für die Ukrainische» Mandate auf. Gleichzeitig erklärt düs Komitee, daß dieUkrarner von der polnischen R-gierung die Erfüllung nachstehchrder Forderungen verümgen: Territoriale Autonomie mit einem besonderen ukrainischen Landwg. Gründung ^emer ukvainische» Universität und ukrainische Mittetschnlen i« Lemberg, die Gleichberechtigung der ukrainische» Sprache in Aemier» und Schulen, den Wiederaufbau der rckvainsschen Gebiete, die Parzcllierung von größeren Gütern und die Auszahlung von Unterstützungen an die ukrainischen Invaliden. Me TemebrdewMeA la Pokaftch-refchen mrd DiM. KttkMt, 31. Oktober. (DschechsbftGvakischtzS Preß. Lurean.'i Aus Tefchen wird gemeldet, datzbei denkürzlich in den B^irken Polnifch-Tesche» und^. Bielitz stattgefundenen Gsmeindewahle» 4m Bezirk PMssch-Teschen die Doutscheu 17, die Pole» 13, die dmtfchen und polnischen Sozialisten 3 und die Indo » d re i Man da te erzielt haben. Im Bezirk Bielitz erhielten die Deutsche« 17, die Polen 4, die deutschen und die polnische« Sozialisten 8 und hie Jude» siede» Mandant«. AM«» der Siserchahrmetzer. «arichm, 31. Oktober. M>heH»-fl»wakische» Preß. kuMtt.7 Wie „Gäzetta Warszawska" rnekdst,: beadsichttgt Las? Essendahnmknisterium demnächst den ArSbinr des Eiftnbahnn-tzes in Polen durchzuführen, und habe zu dielensirvecki 40. Millchrds^ polnische Mark Lentta-Hellt. «UMrKfv' ' Ser^MMMG Lemberg- 31. OEkwbo»" ''Mch^höHljiwäkischeS Preßbmeo.u.) Jm HwM Fedak wurden hestte die letzten Angeklagten verhört. Morgen beginnt das Zeugenverhör. Als erster Z - der Lomberger Wüiwode Grab"WSki anssa^n. ' 1. VwvMMr ÄM mwimfr Kmnönicn. Sie politischen Fordrrmgea der 8«de« in der Rnkowma. Ans Czernowitz wird unS berichtet: Am,31. d. fand eine von der Zioyistischen Landesorgaülsation für die j Bukowina einböttrsette jüdische MasienversammlUNg Wtt, welche eine gewaltige Teilnahme -aufwiesr Der. Börsitzerüi« Dr. Kassner referierte über die politische^Lage der Juden in der Bukowina, Dr. Reifner und M. Geiger über Gemeinde- und Schulfragen. Hierauf gekangte unter stürmischen Beifall eine Reihe von Resolutionen zur SEfc» nahme, welche die Postubrte der Bukowinaer Judenschast zusammensassen. So fordert die Bukowinaer Iudenheit die Ausnahme unzweideutiger gesetzlicher Bestimmungen über die xechtliche und praktische Anerkennung der jüdischen Gleichberechtigung in der Berftssung, die Wiederherstellung der Aütondmie öffentlichen Körperschaften (Genreinderat, Kultusgemeinde üsiv.) und Ausschreibung von freien D a h l e n, ferner dw strikte Einhaltung der im Friedensverirag enthaltenen Bestimmungen über MiNoritatenschütz. Die BersämmlMP erhob Protest gegen Vie pwjektierte Zweiteilung der jüd^ schen Gemeinden, für welche gwiffe trennungSorthäloxe \ Kreise eingetveten sind sowie gegerr die überstürzte Ronvainisierung. welche zu einer Aüchasiung an. die neuen sprachlichen Verhältnisse keine Zeit laste» und'forderte die Schaffung eines emheitlichen Grsetzes, welches die Autou o m i e der jüdischen Kultusgemeinde gewährleistet und es unmöglich mache, daß bei einem RegiemnKSwechsel eine gewählte Kultusgemeinde vurch eimn von Amts wegen eingesetzten Gereuten abgelöst werde. Aüf dem Gebiete der S ch u l e wird gefordert, daß am Staatsgymnasium in Czernowitz ein Teil der Lehrgegenstande in hebräischer Unterrichtssprache unterrichtet und daß eine zweite staatliche Mittelschule von demWen Muster im Lande geschaffen weche. Westers wird verlangt die Schaffung einer Mischen LehrerblldungSanstnlt, eine 5öanzel für Hebräisch an der Unwersitat, Hebräisch als Prüfungsgegenstand bei der. Maturitätsprüfung, die Ernennung jüdischer Inspektoren für BollL und Mrttrlschulen und. die Eröffnung staatlicher Volksschulen mit hebräischer Unterrichtssprache. (Eventuell ParalleMasten in jüdischer Sprache und mit Hebräisch als Unterrichtsgegenständ — dies bei genügenden Mmeldnngeu.) In sämtlichen Volksschulen fott Rumänisch einen UnterrichtSgegenstand bilden. MiltznaWnlgrgen die Posrom-AsilMw. R. OkwHcr. (I. C. B.) Jm HiEck «q die Pi^Wii-AgiÜttipu' des ^Gehermkomitees zirt Reinigung Litauens von Juden" teilte der litauische Innenminister de« Bertveteru der Kowuoer Presse folgendes mit: „Die Pogwm- Agitatis» ist die Arbeit jener finsteren Mächte, die de« litaui- .scheü Staat schädigen wollen. In AnerLemmug der Gefährlichkeit dieser Art Agitation habe ich verordnet, die Schuldigen zu ermitteln und streng zu bestrafen, I« LitEn find niemals Exzesse vorgelomuien und sie werden auch in der Zulunfi nicht stattfinde«. Es werden gegen jede Geheimbund-Agitatio», möge sie sich gegen welche» Teil der Bevölkerung richten, dir streu-sten Maßregeln ergriffen-werde» ' AevorAeherrde SrLndua» einer Mische» BSllerbimd-Liga. Paris, LI. Oktober. Wie der Korrespondent deS I. C. D. ' erfcchrt, hat das Komitee der jüdischen Dekegai tionen in Paris Schritte unternommen, um eine jüd.-- sche Völkerbund-8iga im Anschluß an den internationalen Verband der,.Btzlkerbund-Ligen. zu gründen. Cs wird beabsichtigt, die Konstituierung der jüdischen BvlkevbuNd--Wa rechtzeitig Vorzunehmen, so daß sie zu der nächsten Plenarsitzung der internationalen Böllerbund-Ligen, die bekanntlich im Frühjahr 1923 in Men tagen soll, Vertreter entsenden kann. - Die Gründung einer jüdischen Pölkerbund-Ma ist eine Not-, weMgkeit geworden, die keinen Wüteren Auffchub duldet. Die ,Mener Morgdnzeitung" hat diesen Gedanken wiedechvst a«Sgeführt und ist für die Schaffung der Liga nachdrücklich eingetveten.) WÄkMÄlse. SI. Oktob«. cs. L «.) .New.Ioii WE druckt ein Interview mit General L u d e« tz o r f f Der deri Krieg, «mb feine Zukunstsperspekttven ab, in welchem sich LndeNdoW über die I n de n in. solgchcher Weise anlä^trA ' ^»Die verhaßte Regierung in Berlin wird don B vtf ch ewßsteu und I«de« geführt. Die Juden sind tzie UrgtzM alles' Anglücks in der Wett, die Jude« siw) die gxötzch Gestchr für bi^ Wekt.^ Amerika ist daL'zentrale Nch, D> Inden gemästet worden. Wären nickt ftvMn gewair-n. wäre Amerika gar nicht in den Krieg eingetrete»^ AWrtta^.-dsßM-Wf:-«tzMW •, Volk stützt» wird sich endlich einen Mo narche« wählen,'-den .die Monarchremst Mark in.des Volkes Gebein." ■- Amerilv bleM «eutnch ’ R««.M>ch 81: W6ei. (S5ßoIff.> ®tart8f**ffl Hughes erklärte in einer Ansprache'über die SteWnst der Vereinigten Staaken innerhalb der heutigen Wer nationalen Politik, Amerika sei, soweit Eutopa in Bo tvacht komme, stets hilfsbereit gewesen. ES sei jedoch, »ich bereit, den Einfluß der Bereinigten Staaten durch Elch Mischung fii Sreitigketten zu vermindern, die in aller ' nationalen Rivalitäten wurzeln. Da Amerik« keinen Krieg mit der Türkeigehabt habe, könne ü nicht gut an den Friedensverhandlungen im nahen Oster teilnehmen. Es müsse jedoch seine Interessen schätzen angö stchtS dör Bestrebungen der europäischen Wächtie, die der nahen Osten zu einem Politischen S chn ch b r e t t go macht hatte». Amerika vertraue darauf, daß. kein Bersuck gemacht werde, besondere wirtschaftliche EinflußgLbiettz z« schaffen. Hughes gab ferner der Ansicht Ausdruck, daß eiv Weg für die Bereinigten Staaten gefunden werden Knute, um an der Wahl von Richtern für den vor kucheui organisierten intern ati analen Gericht Sho» mitzuwirken. Außerdem erklärte Hughes bei Erörterung d^' Gründe, weshalb die Hauptprobleme Europas nicht gelöst werden Knuten, Europa sei gegenwärtig mit den Ausgaben für große Heere belastet» deren Aufrechterhaltung zur fmam 1 ziellen Tragfähigkeit der betreffenden Staaten in.Mrkem Ättßvechältnis stünde. Ae WM «nd die Mente. «brücke» von Sowjetrußlond? London, 91. Oktober. (Tel. der »Miener MorMZelbwK'., Im vnglffchen Außenamt wird der Rücktritt Jussuf Kem^l Paschas und die Ernennung JSmid Paschas zum Außenminister der' Angora-Regierung ÄS Beweis dafür aufgefaßt, daß Kenral Pchcha entschlosien ist. seine Außenpolitik apf die Mistrten einzustellen und seine Beziehunge« zu Sowjetrußland abzubauen. JSmid Pascha gilt als Anhänger einer stark westlichen Orientierung. Gegen die Einladung der Konpantinopeler R^iermtg. Konstanttnopcl, 31. Oktober. (HavaS.) Die Note der Angora-R'glLrnng, worin Lausanne als Konferenzort <m* genommen wird, protestiert gegen die an die^ Konstanfi- : nopler Regicrung gerichtete Einladung 'zur Tellnahnre an der Äonf-renz. Lie ReparationstommMn i» NerArr. Berlin, 31. Okwber. (Wolfs.) Bei der^ erste» Zn» sanunenkunft heute mittags begrüßte der Relchskanzler die- Neparattonskommission und deren neu ernannten Vorsitzenden Bärthou. Zur Beleuchtung der Verelendung, die seit dem letzten Besuch des Garantiekomitees jm Juli in Deutschlands Lage etngetreten ist, gab der jfMec, vergleichende Date» ver deutschen Wahrung .und Erdrutschen Großhandelspreise. Er sagte weiter, der rich-r He. Weg sei, erst die kranll Wirtschaft zu-heilenMb dann .aus ihr Leistungen herauSzuholen. Deshalb fei die-Sta- . bllfsiernng der Währung, wAche Gegenstand der gegenwärtigen Derhandlungen sein soll, das K e r nproblem. Sie werde von selbst daS Gleichgewicht in den deutschen Staatsfinanzen herbeiführen. Hauptaufgabe, sei, schnell praktische Vorschläge durchzuführen. Barthou erwiderte, in den Worten deS Kanzlers liege ein Zeugnis und ein Programm; daS Zeugnis über Deutschlands Lage nehme die Kommission für den Augenblick zur Kenntnis, ohne eS zu erörtern. DaS Programm zeige eher aufgeworfene Fragen als Lösungen. Man müsse möglichst schnell an daS gemeinsame Ziel kommen, und die Kommission hoffe, in allen mitarbeitenden Dienststellen den gute» Willen ünzutreffen. dem der Kanzler gesprochen hätte. Sie sei «ach Berlin gekommen, um ei«en kranke« Körper zu heilen, Und müsse die ganze Ausdehnung des Hebels kennen lernen. DK Bethandlungen wurden dann sofort begonnen. London, 31. Oktober. (Wolsf.) Der finanzielle Mitrrbriter. der ^Times" sagt, in gut unterrichteten Kreisen würden augenblicklich die Aussichten für die ErMnng eines Uebereinkmu-, deitS In der Repavatiorrssvage keineswegs Äs günstig angeschrn. Glücklicherweise beträfen die MeinungSvcrschiedWheiten urehr die Einzelheiten als die grimdsätzliche Aussicht darauf, daß schließlich ein Abkommen Zustandekommen werde. Allgameia werde zugegeben, daß die Regelung der schwierigen Frage und der,damit verknüpften Fragen der i n t e r a l i i e rt e n S ch «l d e n bringend notwendig sei. Mvister Rarutowicr Aber PaMina. In einem GeMch mit dem Mitarbeiter der polnkschr jüdischen Zeitung „Nowiny Godzienne" äußerte sich der polnische Außenminister Rarutowiez dvhin, daß Polens Stellung zur Frage des Palästtna-Mandats schon dadurch gekennzeichnet sei, daß die Delegierten Polens beim Bölkevburw für daS englische Mandat in Palästina gestimmt haben. Polen stehe der Palästtna-Frage sehr freundschaftlich' gegenüber. Äls Beweis dafür kann gelten, daß Polen in kürzer Zeit ein K o n s n l a t in Jerusalem eröffne« wird,, welches sich in erster Reihe mjt der AnkMpfung von HanVelSbeziehüngen zwischen Polen und, in zweihex Reihe für eine Erleichierung dtzr FormaWten für die nach Palö'Una auS- Wündernden polnischen Staatsangehörigen foMen josi

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