Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1333 (27.10.1922)
- Date
- 1922-10-27
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag , Wiener Movgenzeitung. 27. Oktober 1932 Nr. 1333 VienAag den 31. d. wstd gltickfalls die Komddie *$> e r Ark lm Schetdeweg' von Bernard Shaw gegeben. Anfang l Uhr. Als Vorstcllung des - BurMealers im Akademie» Dealer wird Samstag den §3. d. der rsi-roktiq; Schwank .Der Bibliothekar* non G. v. Mo'er. ii neuer fmiwdierung.anfgeführt. Die Besekung -er Rolbn 'st folgender Narswnd Arndt. Edith — Aknan. Lttw - Pk'iipp Ieska. Itac: olwld — Eeora Reimers. Lolharr - Emmerich Reimers. f«a — Seidler.- Sarah — Lewins^v. Armo^ale — Müller, Dadfort — Bl'm. Gidwn — Karl Zeska. D ck'on — Mell, stöbert — Lans Ldimmw. Ivbn — Bub. Trip — Ba»m» rartner, Kn«x — Kramer. Die Regie FüKit K^rr Karl Zeska. 8nsang 7 Uhr. D'enstag den 3t. d. wird ebenfalls der Schwank .D e r B i b l o t h e k a r* von G. v. Moser aufgeführt. Anfang ' Uhr. . Die Slaatsoper führt moraen den .Barbier »vn Bagdad" und „D i e P u p p e n f e <?“ auf. Im Redoutenlao! -er .6 o f b u r g wird irorxen .F r g a r o s K o ch z e i t* geaeben. . Im Deutschen Bolkstkeater wurde für Nontoa den 30. 7 Uhr abends. Arnenarubers Baue'», wmddie .Die A r e u z e l f ch r e i d e r" int» Kerrn Thaller ils Eiemklvpferbans und Kerrn Kl'lsch als Eelbbotvauer onae» eht. In den übrigen Kounl''allen sind beckä^iigi die , Damen Aa kus und Föry und die Herren Ranzenhoser, Ärvnes und - ^irfchner. Im A o i m u n d - T h säte r beamni die morgen lattfindende deut «de Uraufführung de« Schau vieles „<D e r S cha tten* van Dono Ricodrm,. das in Mailand sinlal'rmellen Lrivlg balle, pun'-ilicb um 7 U^r. Tilla..D taien x spielt sum ijfeit Mole darin ive we'Niche Kaup'ro' e und wird nach »ld'dlvieri na idres Wiener Sofipie'kS die'e Fmür auch in Berlin am Leffi"' -Theater v rkörpern. Montaa wird zum lehren Male „Ein T r o u m i p i e l" von Slrwdderg onfgeiübr! In den Kamme r i p i e l e n geht, heuie als Nacktrvrf'elluna das Luf spie! ,D r r S ck> i! d p a t 1 k o m m" von Aickwd Kehler in Szene. In den Koup?rrlk«n fwd d e D-'Men -n nfi ck. Bo'kmar. Anzengruber, Sche^rich und die Kerren Stark und Lefien beschäftigt. Beasi.n: pr zi e 10 Uhr. , Im I v f e r ü a d t e r 1 b e a t e , wird Soanlaa den!9. .d. die erste D mit'agsvoistell ng gegeben. Zur Darflelluna gelangt ,D e r M ü l l e r und l e i n 5i i n d" von Ernst stauroch. Diele Bvrslelllm, wrd Mstlwoch den 1. November oled?rl'vtt. Beide Dorftell nqen finden bei ermäßigten Prellen tatt. An allen Abenden wud der Schwank „Der keusche; ed e m a nn* gegeben. Die Ä a i n z»B ü k n e veranfto'tet Diens'ag d. 3t. d.. im oolet Post. Fiellchmarksi eme Dt»,stell,ma von Kerz's ^os reue Ghe 1 t o*. Der Rnnertlag fließt dem Roth chstd» Spital zu. Freie flidischeBolksbübne (Rola-'d-'pü'ne), tie Wilnoer Truppe iekt heule und moroen i r Gastspiel m! der Austühiung des Hniibbe nschrn Bolk-i Läres .D , e puste k r e j t i ch i m e* frrt. Srnntag um 2 Ul r nachil aas wnd als Vereiorvorft.llung An-fkis ,D < r D y b u fc° gegeben. Gerichtssaal. Die Uederfiedlung des Verwaltungsgerichtshofes» die am 83. Septemb"r begonnen hat, ist noch immer nicht Zur 8änze durchgeführl. rluch bte Adaptierung der neuen Räume mr bisherigen Bundesministerium für Verkehrswesen ist noch licht abgeschloffen. Mit den Verhandlungen wurde jedoch besitz begonnen. Als Berhandlungsfaal dient der ehemalige Sitzungssaal deS Bundesministeriums für Verkchrswesen, ein ruf den Schillerplatz gehender, mit kostbaren S-eidentapeten;eziert-er, vornehm ausgestatteier Raum. Der größere Teil des pnzen Gebäudes dient den Zwecken des Berwaltungsgerichtshofes, der, wie sich jetzt herausftellt, gar keinen schlechten Lausch gemacht hat, denn die Bureaus sind hier größer und Heller, als in dem früheren, jetzt vom Stadlschulrat m Besitz zenommenen Gebäude, das diesem schon zu klein geworden ist. Wäre er in das Gebäude des Verkehrsministeriums gezogen, io hatte er sich nach Belieben ausdehnen und die Uebersied- '.ung des Berwaltungsgerichtshöses hätte unterbleiben können. Ohrfeiqen im Gerichtssalrl<t Mißhandlung einer Iran durch eine andere. Ein ungewöhnlicher Vorfall ereignete sich gestern beim Llrasbezirksgericht Favoriten. Die Magistratsoberoffizialsgattrn Amri Wenk hatte gegen die Stickerin Emilie Wegscheider die Ehrenbeleidigungsklage erhoben, weil sie von der Beklagten aufs tiefste in ihrer Frauenehre gekränkHvorden war. Der Verhandlungsleiter Bezirksrichter Dr. Donau verurteilte die Wegscheider zu 60.000 K. Geldstrafe. Wegen zu geringer Strafe erklärte Frau Wenk, die Berufung anzumelden. Die Verurteilte trat hierauf auf die Klägerin zu und versetzte ihr, zähneknirschend und unartikulierte Töne ausstoßend, zwei wuchtige Ohrfeigen. Frau Wenk, eine schwächliche, zarte Erscheinung, schlug mit dem Kopf auf die Kante des GerichtStisches auf. Der Richter verhängte über die Verurteilte wegen ihres Benehmens eine Ordnungsstrafe von acht Tagen Arrest und ließ sie sofort abführen. Die mißhandelte Frau Anni Wenk begab sich sofort zum Bezirksarzt, der ihr ein Zeugnis ausstellte, daß sie eine leichte Körperverletzung erlitten habe. Durch die Ohrfeigen sei die linke Wange sehr angeschwollen und starkes Ohrensausen und Kopfschmerz habe sich eingestellt. Eine zweitägige Berufsstörung sei die Folge der Schmerzen. Mit diesem Parere tm. Frau Wenk in den Gerichtssoal zurück. Auf Grund dieses ParereS erhob der ftaatSanwaltschaftliche Funktionär sofort die Anklage wegen leichter Körperverletzung im Gerichlssaale. Gleichzeitig wurde jedoch von Frau Wenk eine neue Ehrenbeleidigungsklage gegen die Wegscheider erhoben, weil sie, als sie ans dem Gefängnis in den Gerichtssaal gebracht wurde, auf dem Wege dahin die Aeußerung gemacht hatte: ,^Jch werde eingesperrt und die H..." usw. Diese zweite* Verhandlung wurde vom Landesgerichtsrat Dr. Glaser durchgeführt, der die Angeklagte sowohl wegen der Körperverletzung als auch wegen der Ehrenbeleidi-- gung zu einer strengen Arreststraje in der Dauer von vier-- An unsere geehrten Abonnenten! Am l Nevember beginn» e'n neues Abonnement aut die „Wiener Morgenzestung". W'r er'ucken. die Be»usis^pdül,rsn recht.'.eil'a einzuzakle'». damit die Zustellung des Blattes keine Ilnlerbrechung erleide. Dezugsgebühren ab 1. November: Abonnement für Wien (zum Abholen im Expedit ober in Sen Derfchleibfretten) monatlich ... K. 39.009.— Dos Abonnement wolle gesällntt rechtzeitig m der näch'Iliegenden Ver chleißsielle erneuert und die Bezugegebiizr glerchtall« dorlseibst erlegt werden. Oesterreich nronaittch . . . .K. 30.000.- Tschecho-Slowake! monaMch .... Ischech. K. 20.- Polen monatlich ...... . . . poln. Mark 2.600.- Jugoslawien mvnalNch. . . .. Dinar SS.- Deutschland monatlich . . . «SS.- Bum Laien monatlich . . . . .Lei «0.- Kolland monatlich. ..... holl. fl. 1.80 Italien msnsMch ..... 10.- Schweiz monaMch ..... schweig. Franken 3.— Frankreich mvrmMch . . . ..... Francs 8.- Belgien monatlich ..... . . Selg. Francs 6.- Englanö monatlich..... . . . . SchiMkg 3- Amerika monallich . . . . . . . . ... Dostae Zahlstellen: Orfierreichifches PostfpsrkastsnLonI» ISO SSL. Tschecho-florvakifches Postlparttafksirkonls (Prag) SS.ZS1. Polnisches PvfNpsrkLffsnkvn?o (Warschau) I8S.227 Deulfches PoUscheckkonlv (Berlin M 7) 103 722. Rirmiinien (Czrrnowitz)r Arlgemrine Dspoftlenbank Czernowitz. Schweiz; Schweizer DolstsSsrl; in St. Ealle». Jugoslawien r PvstsNarkassrnlrvul» (Zagreb) 40.885. Zlalienr Soziela in Credito Eommeretale Triests, Dia Mszzlni 30. Die DerwaUnng der „Wiener MorgenzeLLüng" Wien, II., Tnbsrstraße 1—3 Telephon 44.038, 43.319. Angarische Irrstiz. Die „Erwachenden" sind straffrei. Dir vor kurzem vertagte Derhaudlung kn der Affäre Osseutürl, die, wie wiederholt berichtet wurde, ihren Ausgang von einer Schlägerei nahm, welche die Erwachenden Ungarn nach einer Monsterversammlung in der von Juden bewohnten Maziengasse vevcmMteten und bei welcher der jüdische Kaußnann Leopold Offentürl einen von den Erwachenden niedergeschlagenen und hardbedrängten Wachmann vor dem Erschlägenwerden rettete, wurde am 23. d. zu Ende geführt. Die von den Erwachenden Ungarn in der letzten Minute namhaft gemachten Zeugen versuchten nn Sinne der Vereidigung der Angeklagten den Hergang der antisemitischen Raufeveien so darzustellen, daß di« Evwachentdsn Ungarn nicht di« Angreifer, sondern die Ueberfallenen Ware« und daß die ganze Schlägerei von Offentürl und dom Wachmann gegen die Erwachendem Ungarn inszeniert worden sei. Entsprechend der Glaudwürdigkeii dieser Zerrgen vsriief auch die ganze Verhandlung wie eine Groteske.' Der Schühmachergehilfe Ge za Mizsolovsky deklamierte förmlich seine Aussage, nrdom er erklärt«, -daß er auch bei allen Heiligen zu schwören bereit fei, daß nur der Jude und der Wachmann die Schuldigen seien, weil nur sie die Schlägereien verursachten und nicht die Erwachender^ Ungarn, llnd wenn der Herrgott solidst bcha-uplet, daß die Erwägenden die Ronrereien verm/t-attet bätwn. so lüge auch der Herrgott. Der Schustergehilfe ninnnt die Gelegenheit wahr, dem Wachmann auch noch eine Beleidigung deS Reichsverwesers zu imputieren, indem er behauptete, daß der Schutzmann unausgesetzt die Erwachenden beschimpfte und sie Horthy-Hunde und Horthy-Söldlinge nannte. Der Rasemgehilft Josef Szennehes behauptet gleichfalls, daß die Erwachenden Ungarn unschuldig seien. Es sei möglich, daß, als die Erwachend.'« das christliche Ungarn -chleben ließen, der Wachmann, der gerade über einen Stein stolperte, zu Boden gefallen sei. Vorsitzender: Es sind jedoch Zeugen vorhanden, die auch einen Schuß gehört haben. Zeuge: Die Juden haben geschossen. Ein Jude mit einer Judenmütze hat den Schuß abgegeben. Vorsitzender: Im Laufe der Verhandlung heben Sie doch zuerst angegeben, daß cs ein Mann mit einer ungarischen Mütze war, der geschosien hat. Zeuge: Aber es war doch ein Jude. Ich bin Friseur und erkenne einen Juden unter tausend Menschen. Vorsitzender: Aber es gibt doch' Zeugen, die gesehen haben, daß die Erwachenden den Lfsentürl und den Zeugen überfielen. Zeuge: Ich habe nichts gesehen. Der nächste Zeuge, der Handlungsgehilfe Ladislaus Czech, sagt im selben Sinne aus und erklärt schließlich, daß, als er in die Akaziengasse kam, die Rauferei schon im besten Gange war. Vorsitzender: Und dennoch erzählten Sie jetzt alles haarklein, wie wenn Sie dabei gewesen wären. So kann man eine Aussage unter Eid nicht machew Es ist unstatt-' hast, «ine Aussage nach den Etzählungen anderer zu konstruieren. Hierauf hielt der Staatsanwalt sein Plädoyer. Er begann mit einer Verbeugt,ng vor den Angeklagten, indem er erklärte, daß heute die Mügliet'er eines sym^athisck.'n Verbandes auf der Anklagebank sitzen. Er müsse tro'wem ihre Be- Jtstäwß «tslürtflCA wsrl jie eine strafbar« Handlung begangen hätten. Die Verteidiger vertraten den Standpunkt, daß die ganze Angelegenheit von den Juden und der liberalen Presse aufgebauscht und entstellt wurde, da ja erwiesen sei, daß Ossentürl und der Wachmann, . und nicht die Erwachenden Ungarn die Schuldigen seien. Der Gerichtshof fällte denn auch nach dieser komödienhaften Verhandlung ein fre tsprech ende 8 Urteil über sämtliche Angeklagten. Die Angeklagten, sowohl als auch ihr Anhang wußten schon von vornherein, daß das Gericht nicht wagen werde, sie zu verurteilen. So erschienen alle mit weißen Herbstrosen gcschiniickt, und kaum begann der Vorsitzende das Urteil zu verkünden, als vom Nuditoriuur her unter Hochrufen auf das „unabhängige Gericht" eirr förmlicher Regen von Herbstrosen cruf die Angeklagten und die Richter niederging. Der Gerichtshof machte sich in der Begründung die Argumente der Erwachenden zu eigen, indem er deren „bekannte Friedfertigkeit" dem Urteile zugrunde legte. Der Pogrom von Diszel vor Gericht. Wie berichteten seinerzeit ausführlich über die erschütternde Tragödie der Juden der ttansdamibisck)en Gemeinde Diszel. Nach dem Sturz der Näteregierung in Ungarn Ende September 1919 begab sich der Diszeler Zimmermeister Koloman I u h a s z in die nahegelegene Stadt T a p o l c a. Hier traf er mit mehreren Bekannten seiner Ortsgemeinde zusammen, von denen er erfuhr, daß die Juden überall in Ungarn mißhandelt und gemordet werden. Sie berieten nun darüber, was mit den Diszeler Juden zu geschehen habe. Juhasz entwarf einen Plan, und als die Gesellschaft nach Diszel zurückkehrte, gingen sie an die Ausführung des Planes. Zunächst drangen sie in die Wohnung des Julius G a r t e n st e i n ein und forderten von ihm Geld. Gartenstein gab ihnen auch, was er besaß. Da er nicht mehr geben konnte, schoß Juhasz denG arten st einnieder. Auf dieselbe Weise ermordeten sie Eduard Lcwinger, David K o r e i n utib die lFamilie Breuer, und zwar Moritz Breuer, seine Frau und deren Söhne Hermann uyd Ignaz Breuer. Die ganze Familie wurde ausgerottet. Nach Verübung dieser Mordtaten veranstaltete die Mordgesellschaft ein großes Zechgelage, bei welchem sie einen großen Teil des von den Ermordeten geraubten Geldes verzechten. Zwei Jahre hindurch blieben die Mörder ungeschorerr, obgleich ihre Namen der Polizei und den Gerichten bekannt waren, und gegen sie verschiedene Anzeigen einliefen. Erst im vorigen J-ahrc, als das Nechtsbnreau der KlUtusgemeindc auf Grund einwandfreien Datenmaterials den Fall aufdeckte und auch im Parlament die Angelegenheit zur Sprache gekommen war, sah sich das Gericht veranlaßt, die Verfolgung der Mörder einzuleiten. Die übrigen Mordgesellen wurden der berüchtigten Horthy-Amnestie teilhaftig. Aus den Hauptangeklagteir Koloman Juhasz konnte jedoch auch'beim besten Willen keine der Horthy-Amneftien Anwendung finden. Am vorigen Freitag endlich gelangte der Prozeß zur Verhandlung. Die Anklage lautete auf siebenfachen Mord, verbunden mit Raub, ,und überdies auf Diebstahl und Reeub in zehn Fällen. Der Angeklagte verteidigte sich mit der Behauptung, daß er an jenem Tage volltrunken war und überhaupt sich an kein Detail der Tat mehr erinnern könne. Seine inzwischen amnestierten Mordgenossen, die als Zeugen einvernommen wurden, unterstützten diese Verteidigung mit ihrer Aussage. Koloman Juhasz, der übrigens schon vorbestraft ist, wurde schließlich wegen siebenfachen Mordes und mehrfachen Raubes zu zwölfjähriger Zuchthausstrafe verurteilt. Steratsanwalt und Verteidiger meldeten die Berufung an. Der Prozeß Fedak ««d Genosse». Lemberg, 24. Oktober. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^ Der erste Derhandlungstag begann mit der Auslosung der GcschworenenLank, aus der sich diesmal nicht weniger als sechs Juden befinden. Dieser Umstand ist angesichts der Stimmung im Lande nicht sehr erfreulich. Die Verhandlung muß irgend ein Resultat liefern. Wie immer es aussallen mag, der Judu wird verbrannt. Die führende Rolle unter den Verteidigern ist den Advokaten G l u s z k i e w i c z, S t a r o s e l s k i/ S z w chiewicz, Hankiewicz, Dawydiak und Ewhn zugefallen; einer -der Verteidiger F'daks Dr. Zahajkiewic; wurde im letzten Augenblick vor Begiun der Verhandlung, angeblich wegen politischer Konspirationen verhaftet, wog-'gcv Dr. Gluszkiewicz Protest cinlcgte und forderte, daß dem Verhafteten die Möglichkeit geboten werde, die Verteidigung fortzuführen. Der Gerichthof lehnte diesen Antrag ab, wie aucs das vom Verteidiger Dr. Ewyn vertretene Verlangen, die Verhandlung in ukrainischer Sprache zu führen. Doch wird eit Dolmetsch für ukrainische Sprache zngelassen..Im Anditorinn befinden sich unter anderen -der gewesene Vizepräsident de< .österreichischen Parlaments Dr. Romanczuk, Hofrat Barwinski, der Vater des, Hauptangeklagter« Dr. Fodar u. a Der Vorsitzende nahm dem Angeklagten die Generalien ab wobei Fedak angibt, daß er aktiver Offizier der ukrainischem Arm-ee sei und im Jahre 1918 die Wiener-Neustädt-er Akademie absolviert habe. Ein anderer Arrgeklagtcr bezeichnet sich alt Hörer der geheimen ukrainischen Universität in Lemberg. Dam wurde der sehr umfangreiche Arrklageakt in polnischer uni ukrainischer Sprache verlesen. Die Anklage lautet auf der suchten Meuchelmord am Staatschef Pilsudski und Verbrcchei des Hochverrates. Ei« Mordsanatiker vor dem deutsche, Staatsgerichtshof. Aus Leipzig wird gemeldet: Der nach der Ermordung Rathenaus eingesetzte Staats gerichthos Zmn Schutze der Republik hatte sich dieser Tage m? oem .simismmm Gustav Goethe, einem Mitglied der haken lv.^uzterischen nationalsozialistischen Arbeiterpartei zu befasse, der weaeu Äeteidigung von Regi.erungstttitglioderu augeklagt \m