Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1330 (24.10.1922)
- Date
- 1922-10-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DKUM .ÜWiSW . WMÄWi^MrettünB ' , Sche.» MW^rhett»senate beim internatio - nalenSchiedsrichtshoffes. 'At^S B u bä p e st Wffd ÄNS btzrichtet: JK der Sitzung -e-- tzeMMMs * W Union dev VölkörbündsliM üttter- Witete Baton Julius Wlassies eine Resolution betreffend die Errichtung von Minderheitssenaten Lm Rahmen des Haager Internationalen Schiedsgerichts- Hofes. Wlaffies «wünscht die Ausarbeitung eines PrograMls, durch «welches der Schutz der nationalen) konfessionellen, Wtellektnellen- -wirtschüftttchen ' und sozialen Mindecheiten ,-in tunlichst äuKhibbWm Mäße gösichert' wivd^ Laut einer einwandfreien Statistik betrage die- Seelenzahl der Mind e'tf c i't e n in der ganzen Welt 200 M i l l i o n e n, in Enstopa üllÄN 20 Millionen.'Diese Miiuorttäten müssen eines entsprechenden Schützes teilhaftig werden, derzeit sicher«'bäveM 'jMMtwMs MÄrLKi den Minderheitsschutz, der' dsümach auch unter das positive Recht gestellt erscheint.' Wohl sind diese' Verträge unter den Schütz des Völkerbundes gestellt, der bekanntlich zur Untersuchung der etlva einlaufenideu Beschwerden Kovrmiffioneu - eingesetzt hat, die Tätigkeit dieser - Kommissionen hat sich r doch nicht als zureichend erwiesen. Es sei übrigens auch-- unrichtig, die Fragen der nationalen Minderheiten als rein politische Fragen zu bchandeln und sie einem politischen Faktor zu übevaMvortew Einen wirksamen Schutz könmrü die Minderheiten nur von -einem unparteiischen Gerichtsfvrum erwarten. Wlassies schlägt daher vor, daß alle Mindpcheitsfmgen dem Haager Internationalen Schiedsgericht überwiesen werden, in dessen Rahmen Minderheitssenate errichtet werden sollen. Das Recht, bei diesen Minderheitssenaten ernzuschreiien, soll nicht nur den Staaten, sondern auch einzelnen autonomen Körperschaften zusteyen. Der österreichische Delogierte Kunz strrrmt dem Anträge zu und unterbreitet eine Resolution gleichrn Inhalts. Generalkonsul Ernst Ludwig regt die Errichtung eines Minderheitsausschusses km Pö.kerbund.e an und schlägt vor, daß die Flüchtlinge, die dmch ihre Dowizilvechte materiellen Schaden erlitten, entschädigt werden sollen. Im selberi Sinne sprachen Sepherrades und Assim Bei, worauf Piäsident Ruffini die Einmütigkeit der Auffassung sämtlicher Redner feststellte. Die nächste Tagimg der Unron -wird in Wien stattfinden und sich, wie schon berichttt, mit der Frage der jüdischen Heimstätte in Palällina besasjen. Versuche z«r Stabilisierung de» Sewjetrubels. Moskau, 23. Oktober. (Wolfs.) Me bereits gemeldet wurdA hat der Rat der Volkskommissäre beschlossen, der Staatzbank zur Erweiterung des Umsatzkapitals das Recht auf Ausgabe von Banknoten zu gewähren, die durch feste Auslandsvaluten, leicht umsetzbare Waren und kurzfristige Pechfl sichergestellt werden Men. Diese Banknoten sollen zum. Nennwerte bei allen . Zahlungen für die staatlichen, in Gqld zu leistenden Mgaben angenommen werden, wobei die Summe vom Kurs des Papiermbels unabhängig ist, Inas langfrisüge Geschäfte ermöglichen würde. Man verspricht sich davon eine günstige Wirkung aus die Stabilisierung des Rubelkurses und eine Erleichterung des ^Handelsverkehres. .......... Die Affäre Smeets. Berlin, 23. Oktober. (Wolfs.) Der Reichstag verhandelte heute die. gemeinsame Interpellation aller Parteien.Mit Ausnahme der Kommunisten über das Verbot der Urteilsvollstreckung an dem Redakteur Smeels durch die interalliierte Rheinlandskommiff-ion, worin eErt wich, das Vorgehen der. Rhemlandskommffion bedeute ein Versagen des Rechtsschutzes gegen öffentliche Beschimpfung und Verleumdung, die selbst vor dem Reichspräsidenten nicht halt mache sowie die restlose Freigabe der skrupellosen Hetze, die . durch das. Verbot von ihrer einzigen - Hemmung, , der vor dem Strafrichter, Befreit werde. ■ , : . - > Auch iw . preußische» Landtage wurde die preußische Staatsregierung wegen des Verbotes der Bestrafung SmeetS interpelliert. Ministerpräsident Braun wies gleichfalls aus den Uebergriff der Rhemlandskommiffion hin, und verspmch entsprechende Schritte der Stcmitsregieruntz. Tagesbericht. Fest»rrfa««l»«g -es Misch«« Realgymnasiums. Aus Anlaß der Erteilung des yeffentlichkeitsrechtes an das Wiener jüdische RealgYmnasium fand, im Saale der „Scholle" eine Festdersammlug statt, zu der-sich die Eltern der Schüler und Schüserinnen und zahlreiche Freunde des Wiener jüdischen. Schulwerkes eingefunden hatten. .Bezirksrat Doktor A HW e s Lgrützte. die Erschienenen und führte aus: Die Erteilung des OeffentlichkeitSrechtes, die. erst nach eingehender Prüfung der Lchrmechoden und Lehvevfolge durch bevu-ftne Fachmänner erfolgte, ist ein Beweis für den p ä da g o g ische n Wert dieser An.st alt. Es sind noch immer in der Öffentlichkeit mißverstständliche Meinungen Wer den Zweck und die Tendenz.unseres jüdischen SchHwerkos verbreitet. Nicht Ms Eigenbrötelei öder mrijanalistjschem AbsonderungSbedüchns sind wir an die GrDdrlng . jüdischer - Schulen .gegangen.'. Wir wollen, daß Lemberg, 22. Oktober. (Tel. der „Wr. Morgenztg.) ),Gazeta Poranna" meldet, daß seit einigen- Tagen iwOstgalizien Kämpfe zwischen Banden und polnischem Militär staitfinden. Die meisten Banden, die militärisch organisiert und mit Uniformen wie auch mit Munition ausgestattet sind, erscheinen plötzlich zu Pferde in der Gegend von Brzezany, Zloezow, Tarnopol, wo sie sofort einen Kampf mit den polnischen Sicherheitstruppen aufnehmen. Die Banden haben eine gaüze Reihe von polnischen WiÄschastshöftn eingeäschert und sind bis Dunajew vorgedmmgen. In Jachowee hat eine aus zwanzig Reitern bestehende BandeuaLteilung mehrere polnische Kolonisten ermordet. In Augustowka ist auch das Gut eines jüdischen Besitzers, Blauser, verbrannt worden. In den letzten Tagen sind polnische Militävabteilungen aus Zlpezow,' Brzezany und Tarnopol abgegangen, um der Bänden habhaft zu werden.. Es werden Kämpfe zwischen den Militärabteilungen und den Banden, die sich in den Wäldern, von Pomorzany versteckt halten, erivartet. Während der Verfolgung dieser Banden ist ein Teilnehmer in die Hände einr Militärabteilung gefallen. Er ist militärisch uniformiert, gut ausgerüstet, und trägt eine , russische Pelzmütze. Wie aus. deck Verhör mit diesem. Gefangenen zu ersehen ist, bestehen die Banden zumeist aus den ukrainischen Emigranten, die während des Rückzuges der seinerzeitigen westukrainischen Armee nach Sowjetrüßlaüd geflüchtet sind. - - Unabhängig von diesen Banden ist zu gleicher Zeit in den ungemein dichten Waldungen von Zalosce eine aus mehreren Personen bestehende Bande aufgetaucht, die die ganze Gegend längs der ehemaligen österreichisch-russischen sscasaxmsnBB Genewtion jüdische Kulturwerte in sich ausmmrnt. Wir wollen eine Generation aufrechter, jüdischer Menschen mit gesunder Seele. Wir wollen nicht mehr jene Zwitterwesen heranivachsen sehen, die nicht nur Mn Judentum, sondern auch der Gesellschaft verloren gchen. Wie die ganze jüdische Moderne, bezwecke insbesondeve auch das jüdische Schulwerck die Gesundung des Judentums und die; Versöhnung von Volk zu Volk., Dem. Kura t o r i u m und insbesondeve der Lehrerschaft, die unter der Führung beg Direktors Dr. Viktor Kelly er selbstlos.,und. hingehend Außerordentliches geleistet HW, gebühre der Dank dev Mischen OesfenUchkeit. Direktor Dr. Viktor Kel ln e r evgrfff sodaün das Wort^uüd .besprachdie -Bedeutung der Erteilung des' Oessentlichkeitsr'echtes an das Mische Realgymnasium. Es seien leider politische .Schwierigkeiten gemacht worden, die gewiß unbegriMet waren, denn dieses Sch u l werk fe i led igMch ein e! u l tu rell e Angelegenheit. Daß die Ergebnisse der Inspektionen durch berufttte staatliche Schulmänner so günstig waren, erfülle die Lehrerschaft, der er hiermit seinen Dank ansspreche, mit großer Genugtuung. Das Urteil der Fachmänner hat gegenüber mcmchen kritischen Aeußerungen in unseren Kreisen der Beweis, erbracht, daß unser Rea-lghmnäsiuM nicht bloß die gewünschte jüdffche Erziehungsanstalt, sondem eine vollwertige Mittelschule ist, welche den Vergleich mit den besten ' staatlichen Schulen «Nicht zu scheuen habe. Mt großer^ Wärme sprach Direkwr Dr. Kellner von der Schülerschaft der Anstalt: „33oH Demu.t beobachten wir Lehrer, wie sich unter den Kindern eine neue Gesellschaft bildet. Die Kinder haben sich die Ideen der Schule zu eigen gemacht, sie stchen in Treue zuemander und 'sie -haben Freundschaft mit den Lchvern geschloffen. Ich glaube an das jüdische Volk, weil ich an diese Kintzer glaube." (Stürmische Zustimmung.) Namens des Kuratoriums d^ jüdischen Realgymnasiums sprach Herr Kültrrsvorsteher Dr. Karl Pol lat. DaS Haup t v e r di e n st an dem Entstehen und der Fortenwicklung des judischen Schulwerkes in Wien komme unserem großen Erzieher, Herrn Oberrabbiner Dr. CHajes zu. Die Eltrnschast der Schüler des jüdischen Realgymnasiums, aber auch die Judenschaft Wiens, der die Ernsuevmrg und Gesundung dä Mischen Volkes am Herzen liege, werde in der nächsten Zeit für unser Gymnasium größere Opfer bringen muffen als dies bis jetzt der Fall war. Es^ wurde noch mitgetM, daß daS Mische Realgymrmsium ehestens in geeignetere Lokalitäten Äbersiedeln werde. ’ Grenze beunruhigt mw jedweden , direkten Kontakt mit dev Bevölkenmg meidet, Die Banden verbreiten auch Ausrufe an die ukrainische Bevölkenrng, in denen erklärt wird, daß sie nur die Polnischen Gutsbesitzer und Bauern plün-' dern und ermorden. . . . In Lemberg wurden mehrere führende Ukrainer, darunter , auch der Redakteur des „Dilo" verhaftet. Bei ällen Verhafteten wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen. Die Polizi bewahrt über deren Ergebnisse strengstes Stillschweigen. Hiesige Ukrainer erklären, daß die Baindenbewegung weder von den östgalizischen Ukrainern noch von der Petruszewiez-Gruppe geleitet werde, sorwern von den Anhängern Machn.os arrangiert sei. Warschau, 22. Oktober. Tel. der ,,Wr. Morgenztg.) Im Zusammenhang mit den letzten Ereignissen in Ostgalizun Plant die hiesige Regiemng schärfste Maßnahmen zur Unterdrückung der Bandentätigkeit zu ergreifen. In Brzezäny würde bereits der Ausnahmszustand verhängt. Der Justizminister hat an sämtliche Staatsanwälte ein Zirkular erlassen, in'dem sie aufgefordert werden, MrMehrere Bezirke Ostgaliziens Pas Starü>- recht zu verhängen. Der Direktor der Lemberger Polizei, R ein! a n d e r, wurde bereits hierher berufen, um in der Angelegenheit einer Gegenaktion gegen die Banden Bericht' zu erstatten. Nach hier eingelaufenen authentischen Berichten sind auch in den letzten Tagen in mehreren Ortschaften Ostgaliziens kleinere Banden aufgetaucht,, die die Uniformen der Haller-Aruree zwecks Täuschung der Sicherheitstruppen tragen. . engeren Berufskreisen, aber durch die Lauterkeit und' Liebenswürdigkeit, nicht zuletzt durch seine den armen Klienten betätigte Hilfsbereitschaft, genoß er die Wertschätzung auch Wetter» Kr-üft. Mtt fur.t* Familie beklagen auch seine Kollegen und oi'le Freunde seinen frühen Heimgang. Die Beerdigung erfolgt Mittwoch den 25. d. rrm 1l Uhr vormrfttgs auf dem ZenrralfrieLhofe (3. Tor).« * Wetterbericht. Europa sticht dauernd unter der Herr-« schaft von nördlichen Winden. In Oesterreich ist das Wetterwübe. Das Regengebiet «über.den Westalpen hat sich bis Innsbruck rusgebreitet. Voraussage: Vorwiegend trübe, Neigung zu leichten Niederschlägen, kalt. « Die i» öe« nachfolgenden Rubriken mir. bezeichneleri! Roltzen «nb «rttkel find e «rgelr H ch e Ankündignngen (8 28 »es Pretzgefetzes). Großer EinführungsverkauL im Leppichhaus O v i e tt t» XXI., Rermweg Nr. t Iimmerteppiche .... . . . . . von K. 1S8.VSS Lansteppiche ... 5l. 18.088 Lellvörleger (kein Kapier) . . „ «. 88.080 Echle FeUvvrlegrr» gefüttert . . ,» K. 35.080 MadrasvorhSnge ScheibenvorhSnge. Äalbflores . . . Steppdecken . . Äamelhaardecken . Nur 8 Tage! »» » t* t> tt tt t* &» 165.000 N. 12.500 «. 78.000 K. 182.660 S. 125.080 XIX.» Rrnnweg Nr. 30. * Großer Preissturz fm Seidenbaus Kunstadt. I.. Fleisch^ markt 28. Senlotivnell dtllige Preise in allen Qualräten. -i-! Ganz Wien spricht von der BMgkeit des Exportiharrses Willheim. Wir verkaufen diese Woche: Jacken mtd Mantelfutter 28.000, 36.000, 48.000, Hutsamte 78,000/ Duvetme 72.000, Velourflanell 19.800, Remwolle-Anzüge und Kostümstoffe, 1Ä Zentimeter breit, 48.000, 65.000, 73.000. Exporthaus Willheim, Wien,^ i. 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Nicht unerwähnt ble'che feine Beherrschung des Hebräischen. Als Mchttzer Rechtsanwalt war er geachtet in? den Berei«e, Vorträge und Versammlungen. Zionistische BezirKr-Sektion X/XI. Leute.! »/,8 Iltjr abends, X., Favortteustratze 71 Mchensälr) Vollver-j sammlung. Tagesordnung: 1. Berichte von Dr. Josef Löwenherr und Dr. Josef Polkalschetz: 2. Wahlen usw. — K i t a ch d u t. II., Glockengvsse 3st. Die Mitglieder, welche sich verpflichtet haben Nationälsondsvögen zu nehmen, werden aufgefordert. dies» ab uchdlen. —Jüdische B o l b s b i b l i v t h e b I i o n.s Samstag den 23. d.» *U7 Mr. Generalversammlung. Um züver- \ lässiges Erscheinen wird gebeten. — Fraue n grupp e d e t 3 t on ist i sch en Bez i rkr s eb ti o u IX. Mittwoch! den dm 25. 0.» 0 Uhr abends, fibdet im Saale der, Bezirks-! »ertreiung, IX., Wähnngerslraße. eine Versammlung statt, bei btt Frau Dr. Soser und Dr. Josef Löwenherz über die »Frauen und den Wiederaufbau Palästinassprechen werden. Gäste wlllkominen. -7 I t o u i st i s che. F rauen o r - a n t f a t ioin. Keute findet um 6 Ähr abends m Sitzungslaale. des Zionistischen Landeskvmiteer» II., Laböffiraße 20 s, eine dringende'Sihüng des Initiativkomitees stätti Es wird «m pünktliches und'zuverfichtlrches -Erscheinen Meten. — Eozia l p ä^d a g o g i s ch' e G e f 2 l l f ch a f f. Mittwoch -en 35: d.» '/«7 Uhr abends, im tür englteche - Stoffe, Regenmäntel, Damen- "■“^Äd^Äe&Ääsctre, ■■ Bettwäsche4' ' Wirkwaren i ’"t vyj-m1: i ^wr.