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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-24 · Heft 1330 (24.10.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1330 (24.10.1922)
Date
1922-10-24
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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(Singt. Wenn aber in der mohammedanischen Welt Kr Ruf iwmer stärker «schallen wird, „Asien den Städten!'1^ üfld am Hälkän die auf eine balkamM Föderativrepublik abzieftnde revolutionäre BetveguNg — unterstiitzt durch Rußland — erstarken Wiste,, dajmwird der italienische Faszismus sowohl in Europa, W Asien, eine ernste Mahnung nicht mrr an-M-CtzauMpreutzisch-dentschen, magyarischen und. russischen- Imperialismus sollte, ebenso wse die'. große Gärung - D Asien eine ernste Mahnung nicht nur Nn die Chauvinisten Italiens und Juavstawlens, sondern aller europäischen Volker fein, endnch die nationale Streitaxt zu begraben und gemeinsam an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas zu arbeitenda^ ihnen sonst ähnliche unangenehme Erfahrungen bevorstehen, wie sie Griechenland in /dem letzten Kriege gegen die Türkei erfahren hat. Lrfirrretch. Der Fi»««zpla« u«d Lir Parteien. Der Kabinettsrat hat sich gestern mit den: Entwurf des Finanzkomitees für das San ierungspro.g ramm beschäftigt. Heute Legrnen die ‘ internen Beratungen der Parteien Über die Einzelheiten des Entwurfes, der in vielen Punkten abgeLndert werden , wich. Die C h r i st l ichsozia len haben ihren Reichs- Parteitag für den 28. -und 29. .d. nach Wien embemftn, um dessen Votum über die Finantzrefovm einzuholen.. ' Ritti für die Wiener Universität. Der tapfere FrftdenKfteunbNttti veröffentticht im ,^-erlimr D^eblatt" Men . warmherzigen Aufruf zur Unterstützung der Wiener Universität, deren Notlage er im ernzekrm schildert. Freilich nur ihre materielle Not, die durch Äe Entwertung der Krone eMstanden ist; nicht ihre geistige, die aus dem von der Universität liebevoll gepflegten Hcckerckreuztmn vesultivrt. Nitt-i zitiert unter anderem das folgende Symptom: ,Zu den größten Torheit» des Vertrages von St.-Gevmain gehört, daß er Oesterreich nötigt, die Stn-. deuten der Nachfolgestaaten wie die Oesterveicher zu behaMln. Nun stanmtzen von den' 12.000 Studenten d« Wiener Hochschule etwa 5000 aus den Nachfolgestaaten. Es such arme Menschen, gwtzendeils Inden, welche Ms den Polnischen Hochschulen, wo. man sie nur zu drei Prozent aam'MMtt, nicht gednWet werden. So gibt es eine Menge Studenten, die der österreichischen Wohltätigkeit zur LH Men." Me die Menet Umvetsttät diese armen Menschen behandelt, davon weiß Jato# der italienische Kulturfreund nichts. Wenn serne alMLvikanis^n Freunde — wie wir mit - ihm hoffen wollen — ftmen Appell befolgen der We-' uer Universität Geld schicken WeÄtzn, dann werden die jMWn Studenten im MMenMv Mewn arischen Kultur Wem MMäg ' ' wmm ' '. ' .f .... - stinaS ihren stammen, wollen wir imr nebenbei erwähmn. Die I«-e>ausweisunge«. Die Budapefter Blätter Meüren, 'feafe mehr als 15.000 jübische Farmilien aus. Ungarn anSge«- wiesen werden. Die Durchführung der Zm^verweifung^ wurde infolge eines gemeinsamen Gesuches der Budapefter^ jüdischen Zkültusgemeinde und der Abgeordneten jüdischer! Abstammung bis nach den Mischen Feiertagen auf geschoben. Im Lauft dieser Woche beginnt die Polizei mit der Durchführung der Ausweisungen. Wie. die Blätter, mcldm, erhielten für den 30. d. Ä00.--FUMW BoÄadmr-. gen zur Bndapester Polizei. Die Porgeladenen werdm fö-' fort ins.Schubhaus gebracht und von dort an die, Grenze abgeschoben. Es ist bemeMrswery daß zwei' Inden, die auch «im öffentlichen Leben seit mehreren Jahrzehnten eine große Rolle gespielt' haben, der bekannte Bndapester Gemeidevat Gustav G. E h r lich und der Bvr-' stand dcr Bndapester orthodox-jüdischen KiÄtuSgemeinde, Heinrich Zucker, solche BorlÄh^ngM schalten haben. Abgeochneter Wilhelm Vaszo,».hi verföchte, den Ministerpräsidenten Grafen Bethftn zur Abänderung KS Erlasses zu bringen, die BeftwschWg Wb' jedoch ergebnislos. iV .F»rdrrrtti8e»IrM!Mrc England verlangt Oe tWchjsOjftg d« Friedenskonferenz - PWs, 23. Oktober. (Wölfs.) 'Nach einem Konstanttnopler Bericht der „Chicago Tribüne" werden, die t ü r- ^ischftG Rat io nä'lli ste st sich bemühen, folgende.14 PünM -Ml die''HagÄMmW der Orientkönfepettz zu bvin-! gär: Dardanellen und Bosporus; 2.' Könftantinopol; - 3/ KD^lHioN«tt;.^Mstcvrsch von Mrndechüftst Wischen Griechenland, und der TüW; s-& Kurdische t Gebftte -im Irak; 6. V ö l l i g e U n a b h ä n g i g k e i t d e-r ar a b isch en S taaten; 7-.- .Bagdadbahn; 8. .AutonWie von Mazedonien mit einem Frei ha fen fü rS e r b i en und Autonomie oder Einverleibung vpn. Westthrazftn mtt Dsdyagatsch als Freihaftn;' 9. die Frage von Dedoagatsch und Dvttiotika als LeW'von.'OstchrüKlett; M 'die'Inseln an der anatolischen Küste Sin'schlie ßli ch deS D'vd e- .ik.aues; 1.1. Kontrolle der türkischen öffentlichen Schulden; 12. Reparationen; 13. Kalifats 14.' Zuvückevstaüung' der -Pier Mischen Dvärdna.nWs,"^ die vor dem Eintritt der Türken 4n den Krieg - von den Engländern evoberb wurden. Gezahlt wird nichts» London, 23. .Oktober. Das Rentersche Bnroau meldet aus 'KonstantinoPelr Die.Nationalversammlung von^Angora -beschloß, all« von der Könstantinopler Re-, gi«rung abgeschlossenen Anleihen und Vorschüsse sowie die von ihr abgeschloMen Verträge und erteilten Konzessionen oLs null unh nichtig zu eNkläven. Die FriedenSkousersnz. London, 23. Oktober. Meuter.) Wie der ,^ObftM^ >meldet,;richteft Curzon an Poineare ehre Nöte, worin er um Verschiebung der ursprünglich'.für den 13. November angefetzten Füäenskonferenz ersucht, .ha dieses Dainm mtt dem Beginne d« Wahlperiode znsammenMe. . . .. , Gegenwärttg' fiMt 'ein reger GedcmkenMStmrsch Wer die iechrvischM Vorberertmrgen zwischen beiden MrSWärttgen Aemtevn si-citt. Nach M bisherigen Dispositionen ivird sich Lord Curzon nicht Mch Lausanne begeben,' weil nach Ärr Anschwumgder Unionisten seine Anwesenheit gerade im Verlauft der Konftrenz in London dringend notwendig fern wird. Als Delegierter Englands soll Lovd Milner füngieren der die Berufung bereits angenommen hat. - ■ ' «-Mett wird eingüa-m? London, 23. Oktober. (Reuter.) Wie die -MimeS" aus SSatto-den alten DeMMMtzMen Aegyptens nachzugchen. Aegypten zur KÄbMlWfsvenz ausgenomme n. ' - \ .• richtm betreffend die BechMluwM.zwßfchey F^r au.ft r« jrch,M-^d Jt &Mn.eventuefl. MßlaBlvüodedie.Pol BeziMngm fahäerr. D« Presse der RechtspartÄen, die das Avsammengchett Polens mtt Fraykreich ocks eine der wichtigsten Le- - RepMK MfchG bft mHt sich, dftsen BsunruhignMn entgegenzutrsicn " Bslachowiez *1? Ka«-idar WAa, 22. Moder. M d' Mr. MäMiMmg".) Die weißmsiffche BetzAftmug nichMk lÄhafft« Anteil an der WaP^Aichon YsS BüM für mtiÄ«m'. ÄstttÄÄHörten, Mch das russische WchlftnOee hat bereitS' den ÄesWk geftßt, für den mationalLN MüyMftMock, dinM-Mn. Der durch ftine PogromMgftit Emte wtzrßrüsst. sche General Bulak-B«lachvÄrez WltM Niegw-iez auf einem JchrmaE chw Ansprüche an Sie BMsmschast, ia der er sie mHochM, für H zu stimmen. Seine Mpvs'che endigte er yttt dem Wftuf: (haut L ie Jnden). Die vevsammÄl«« Bümrn ließen sich ftdoch hierdurch Mt.,.pkoÄzftmr, ftMrtt ergW^ Mak und wollten ihn jmrchptÄgrln, Nnb hankM AWventftu der 'PpM ist eS dem HmN nWG mtt heiler Haut^ davMziBommett.': . Polen nnd die -«ssLfch-franzÄfische . -AnMhetrmtA.- ' Warschau- 22. Oktober. (Tel. d.' „Wr. MorgenKeitung".)'. 'bamttten Wohnsitz hatttw . ftttt nichttürkischen Staatsangehörigen, die'in Punkt dauernd:^-WMäNHMohgeu-Md.', ttrmMH vütt zwei WrvMtSN'.Ich'Wt.'.)M^lästinensische. .SftatMivgerschast. bewerbe^, ^auMschen. Sosoxt Mch KuMWW her. MWE Wn Juden ''PgWM'M' IuWt rege Bewechlstg eil^escht, alle JnM^ die picht«' Mvfische. StaätSMWhövig^-- ^.also 'Sy('I-WVMLsiineHW. - Staatsbürger sind, ^ü'vevMaffen, fich'uM dft. StaatsNr-. tzerschaftzu bewerhen. -.1 Außer langen Aufnkftn des Mad Leunri,^des tMi* rabbinats und der verschiedensten. Ovgarziftsio^n. eine äußerst rege Propaganda von HauS zn Haus, und Mann^zu MaM geführt.. Mberall wurden BursaitS -er«- richtet, die' den Bolverbrrngswilligen -mtt Rat und Lat zur Seite stehen, die Beschaffung der nötigen Dokumente Und Pyotoavüphien erleichtern nsiv. Tvvtzdem haben im ersten ,Monat der Bewerbungsfrist noch nicht so viele Juden als erwartet. sich veAstrioven lässerr, was. -davaust zstrückgeführt wird, daß gerade die Zeit vor den FMkagen sin" recht rnigseigneter Termin' für diese Registrierung war. Die .Handwerker und Arbeiter waren in dieser Zeit, so.beschäftigt, daß sie auch dft Nachtcherangichen mutzten, -und auch die Nichtarbeiter . waren ft sehr in Anspruch. gettlMneü, -daß sie die Bewerbung, um das Bürgerrecht für die Kit nach den Feiertagen hinausschoben. Interessant ist, daß. die curzchren Bemfsverbände sich an vorher genau von ihnen bestitnmLen Tagen 'm corpore um das Bürgerrecht bc» werben. ' . ' ^. -,t ... Erschwerend wirkten auch einzelne Wer die- Folgen der Einbürgerung cmsgetauchte Zweifel, ft unter andsrenl. Wer ihre mternationäte BÄsutuny, wie auch Me- Frage des Vnlrrstes der Schadenersatzansprüche an . die Türkei! Dir Regierung erklärte rmn> daß die vom WaPgefttz vorgesehenen Einbürgernngsbestimmungen nur 4tmporärer Art sind. Die Einbürgerung wird, nach außen kesire rechtlichen Folgen nach sich ziehen. Die genauen Bestimmungen Wer die palastiuenfische Staatsbürgerschaft würden, nach Nachrichten ans London, in einem demnächst zn vrrcfsentlicherchen Gesetze gernmest bestimmt werden. Erst diesen Bestimmungen würde internationale Bedeu? tung zukommen. Die jetzige Berovdmmg fti mtt evftlgt, um die Teilnahme cm den Wahlen zu ermöglichen, ändtzve aber nichts an dem politischen Status der Bewerb«. Selbstverständlich bleiben diesen cnH/ dft poHer erwähnten Ersatzansprüche gewahrt. " 'k Si« »e««r 3i*i(felc^etftr. London, 20 Oktober. (I. C. B.) Wie den: Londoner KoWchpondenten des I. E. B. im KolEialmimsterium mttgeterlt wurde, hat General Sir Gübert Elaytdu den Posten des Kt v il f e k r et ä r s der Mlästma-Äsgftrnng angenommen - - / . s-Sir 'GMrtElaptonW MMlWge des Kolonialmmrsternuns Vie BchrvechMgen Wer die transjordamschttl Angelegenheiten mit Emir Abdullah in London. Er soll seinen Posten als Nachfolger Sn- WyndhW Dechs iM Frühjahr 1938 WWW- ' ' Lttane». Die Pogro«prop«ß a»d t, Wwvo, 20. Oktober. (I. C. B.) In AMtvacht der großen Ervegung mrter der Bevölkerung wegen der inftlge der Einführung der neuen Valuta hervscheMn TeneMW, die von den Antisemiten zn einer Hetze gegen die jüdisch« Kvafmamischast ausgercktzt wird,' begab sich , eine Delegation des jWschen taustnaNnischen Verbandes zum Finanz- -Mister Pet rulis, um mit chm die Lage zn beftvechen, und chm an der Hcmd der PMtalbtzllen nmhzuweifttt,' daß die Preise in den Verkansshallyn dev litauischen Koöpevatrtmsgenossenschaften noch höher sind als in den jüdischen Wen. tHevr Petrukis aber sagte wörtlich: ,Pogrome die MftreÄftngsWre Geschäfte plündern wirdj w er d e ich k e i n e n K i u g e r rühren, nm euch.zu verteidigen." Dieses Benehmen M erst 29jährigen -Ministers, der noch vor kurzem enn Keiner Bankangestellter war, gegen-' nber/Verwetern der Wischen Kaufmannschaft hat -m hiesigen Wischen 5kreiftn sehr'peinlich berührt. Jim Zusimunenhantz mtt der Pogvomdrchumg des WmanzministeLs echhftnen die jüdischen Deputierten R osenbaum und Hinkel stein beim Premvevmimster tzftlvanowSÄ und besprachen mtt ihm die kritische Lagt! infolge der Leuerung rmd der antiftmitischen Propaganda. Herr Galvanowskt güb - eine beruhigende Erklärung ab und versprach, eine offizielle Darstvlllrng Md Erlautemng der.geschafftnen Lage vechmtbaren zu lassen. . Jy.dett letzten Nächten vmrden ip Kopmo die-gleWn. 4m ämty; -yr ReWgUW KMEM J^tt"^M4srzeichwten Pröllamationen cm die Wattde ge- KH wft jüngst in MMmir, Diese Propctzarchq in dev ^Hauptstadt.deS LaMs wM M.dett Drohungen,he§ .Mnisiers P i t t u l is in MmttmenhMP gchwcht.., Die MjtbSrgepitngsÄltto«. ' BMmtriltch M tt- MW fffe fßatäftüm . -UM VWffmtz- Var WW-Mt'M VÄ-pMstMiMHeü HÜMi,- W. salchc wache« alle -tLMschr« llMrjq»-rt,^ die zur -Zeit VeS JjlkiiaftiretzM Ver Verochmmg übervi« Rnndscha«. i i La» Berliner KomUre f»r M«istische . Stefvrm. - V . Wie VerM gemeldet, hat sich in Berlin vor einigen Tagen ein ,Mmttee für zionistische Rwvganisatwu" ge- Met, welches im wesentlichen aus der Basis der mnerikaMschen Brandeis-Gvuppe und des ,M>njau Haavez" steht mck eine nicht fthr einheilliche Znftmmenfttzung auf- - -weist. GS wird Ms darüber berichtet: .- . Am 18. d. ftttch in Berlin eine durch das Konniee einbevuftne MasienvevsamMlung statt, w welch« die Mitglieder des KoMtoepräsidimns, der Vorsitzende Mlabrnnr Temkin, d« stellvertretende Vorsitzende Dr. Alfved Nossig und Dr. Max Kol-lenscher das Progranmr seiner Reform der zionistischen BewegMg aüSeinaüderfttzten. ' -Ingenieuruntersuch beftnders dft ^Nöttische Orienttemng des' ZiGiSMus. 'Dr. Max Kollenscher sprach von der NotWendWeit, gesunde wirtschaftlichi: GwMätze für. dft Mische GickvaNderung nach Mästma zur Geltung M bringen.. >, Als OpPositronKr-edner traft« auf die. Herren Dolwr Älfted Berger (Poale Zion) und Herr BeMlsn-Fttt (oft- Mische zionistische Gruppe).. Diese griffen Dr. A. Nussig an Wldd.nmchftn -ihmHesouders. seine Mch ihrer'Meinung mrglüMche Einmischung in die jüdischcholnischerl üsie zum Bovwuch - dev Antwovtvcde Dr. Nossigs kam es zu einer fthr Lebhaften Szene. Dr. Nossig rechtfertigte seine Mion in Polen «ttd erklrüftdabei, die gegenwärtige Po. liM der führeMtt' jüdischen Kwise in Polen lasse- - die schlimmste Katastrophe befürchten. Bei diesen Worten brach im Sanft ein Tumükt ans/dev eine Zettlang anhftlt. Hieraus dem Komitee.: (Es ist - einigermaßen' Mssäüig, / Herrn Dr. Noffig, her in Mr- Politik Wen Ang-rMÄ-krnm.- aw deven W Witet^ tttr einem Komitee M- Monistische Re^ ,form 4Ü ftuden.. ,uot. ^«106«' verschiedenen Berliner BlästxvN MrwM Mer WvsWW. .-

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